Lizenz zum Gelddrucken?

Auf Facebook, Insta und auch in Newslettern ist es gerade der neueste Schrei, Seminare zur Lebensoptimierung anzubieten. Da gibt es  Seminare wie „Lebe selbstbestimmt durch *Spirituelle Darmreinigung, *rückwärtiges Synchronschwimmen, *Tanzen in Unterhosen *Zwiebelschälmeditation etc, oder auch Angebote wie „Wildreiszeremonien“, „Weisheiten der Kniekehlen“, „Triff Deinen inneren Kobold“, „Lebe bewußter durch Tannenzapfenstreicheln“, „Befreie Dich durch exstatisches Rülpsen“, „Atme Dich reich“ und „Verschaffe Dir Gehör durch rituelles Ohrenschmalzsammeln“. Nicht zu vergessen die Ratgeber à la „Du musst unbedingt Deine Achselhaare flechten um erleuchtet zu werden“ und „ohne tägliches im Kreis hüpfen wirst Du Dich nicht weiterentwickeln“. Natürlich wird das nicht so gesagt, sondern es werden denglische Begriffe dafür erfunden. Es heißt dann korrekterweise „Axillaryflechting Enlightment“ und „Kreisjumping Upraising“. Sehr beliebt sind auch die „Schritte Methoden“. In 10 , 5 oder 3 Schritten zur Selbstständigkeit, zum Traumjob, zur Erleuchtung, zur Glückseligkeit, ins Nirvana. Es folgen die jeweiligen Schritte, die strikt eingehalten werden müssen, denn wenn man es nicht tut, ist die Mission zum Scheitern verurteilt.

Jeder Seminarleiter, Ratgeber, spirituelle Führer verspricht, dass sein Konzept das alleinig selig-machende, reich-machende, selbstbewußter machende, erfolgsversprechendste ist.

Mich würde ernsthaft interessieren, ob je ein Seminar, ein Workshop, eine Intensivtagung – was auch immer es war – wirklich jemand geholfen hat erleuchteter, selbstbewußter, selbstbestimmter  oder finanziell unabhängiger zu werden oder dazu beigetragen hat, dass jemand seinen Traumjob gefunden hat oder sein Lebensziel verwirklichen konnte.  Ich meine jetzt die Teilnehmer, nicht die Akteure.

Trash TV

War das Fernsehprogramm schon immer zu 80% Schrott? In meiner Erinnerung war es früher besser, aber ich glaube das trügt. Man verdrängt alles Schlechte gerne.

Vermutlich war das Fernsehen früher auch nicht besser, als die Show mit dem Typen, der Weibern Rosen gibt bzw. der Tussie, die den Typen Rosen gibt. Nicht zu vergessen, die Shows, wo alle nackt auf einer Insel rumlaufen. Ganz zu schweigen von Bauern, die eine Partnerin suchen, Frauen die getauscht werden und wo Z-Prominente im Dschungel Maden essen.

Heute sind wir nur einen Schritt davon entfernt, bis es irgendwann mal eine Show gibt, wo sich alle gegenseitig umbringen müssen und der, der überlebt, 1 Million gewinnt. Wir sind ganz kurz vor Hunger Games und The Purge.

Vielleicht bekommen wir als Spezies aber doch nochmal die Kurve. Vielleicht gibt es irgendwann eine Show, wo einem vorgelebt wird, wie man glücklich wird und wie man inneren Seelenfrieden findet.

Wie ich mal fast ein Hochzeitsshooting verlassen hätte

Vor einigen Jahren, war ich die Hochzeitsfotografin bei einem Paar wo er total unsympathisch war und sie eine total Liebe.

Die Braut hatte mich gebeten, ein paar Einzelbilder von ihr im Brautkleid zu machen und darunter auch ein sogenanntes Stumpfband-Bild. Das Shooting fand an einem seichten Flusslauf statt, das mit ein paar kleinen Felsstücken garniert war.

Sie stellte ein Bein auf einen der kleinen Felsen, sie krempelte das Brautkleid hoch bis zum Oberschenkel, so dass man das Strumpfband sah und ich fotografierte es. Wir hatten das Bild gerade fertig, als der Bräutigam schäumend vor Wut angerannt kam und mich anschrie, dass ich aufhören solle, solch „perversen Bilder“ von seiner Frau zu machen. Ich stand zuerst ziemlich perplex da, bis ich meine Stimme wieder fand und sagte „Geht`s Dir noch gut? Die Bilder sind nur für Euch, wenn Deine Frau so ein Strumpfband-Bild will, ist das ihr gutes Recht und ob Ihr die Bilder jemandem zeigt oder nicht ist alleine Eure Sache, also wo bitteschön ist Dein Problem?“. Er wollte sich aber aufregen und sich nicht wieder einkriegen. Wenn die Braut nicht so nett gewesen wäre und ich sie nicht so gern gehabt hätte, hätte ich dem Kotzbrocken gesagt „Dann mal Dir doch ab jetzt Deine Hochzeitsbilder“. Doch ich blieb, machte gute Miene zum bösen Bräutigam und hielt meinen Mund.

Das Paar hat sich schon bald getrennt und das war auch gut so: Vor allem für die Braut.

Der Zauberer zog ein

Vor drei Wochen zog unser neues Adoptivkind Merlin bei uns ein. Es ist ein flauschiges Zauberwesen, den wir über den Tierschutz der Nachbarstadt gefunden haben.

Der Name des großen Zauberers, den er trägt, passt perfekt, denn der kleine Mann hat viele Talente.

Er kann Türen öffnen indem er mit vollem Gewicht auf die Klinke springt und sie mit den Pfoten nach unten drückt.. Er hat kürzlich tagsüber die elektronische Jalousie ausgefahren – vermutlich war es ihm zu grell – und er kann Harfe spielen. Aus Ermangelung einer echten Harfe legt er sich auf dem Rücken unter das Bett und zupft mit seinen Pfoten an den Metallstreben des Lattenrosts. Er kann ebenfalls mit Plüschtieren jonglieren. Er legt sich auch dazu wieder auf den Rücken und wirft die Plüschtiere mit den Pfoten in die Luft und fängt sie wieder auf.

Der Zauberer hat einen allwissenden Blick, so als ob er nicht von dieser Welt wäre. Er hat uns im Handumdrehen verzaubert.

Schon beim ersten Blick auf ihn in der Tageszeitung, wo ein Zuhause für ihn gesucht wurde, war es um uns geschehen. Wir wussten: Der gehört zu uns.  Wir sind gespannt, welche Zaubertricks er noch auf Lager hat.

Alles eine Frage der Zeit

ist einer meiner Lieblingsfilme. In der Britischen Komödie kann der Hauptdarsteller durch die Zeit reisen.

Was würde ich ändern, wenn ich durch die Zeit reisen könnte?  So einiges, Ich würde manchen Menschen aus meiner Vergangenheit aus dem Weg gehen. Einen riesengroßen Bogen um sehr viele Leute machen.

Doch im Film hatte jede Änderung Konsequenzen. Als das Kind des Paares geboren wird, kann er nicht mehr weiter zurück in der Zeit reisen, wie zu diesem Zeitpunkt, weil das sonst zu einem komplett anderen Kind führen würde, wie er erschreckend erkennen musste, als er es probierte.

Vielleicht führten die Fehler der Vergangenheit und der Umgang mit den falschen Menschen letztendlich zu den richtigen Ereignissen und den richtigen Menschen. Es könnte sein, dass es so sein musste, damit alles zur rechten Zeit passieren konnte.

Wenn ich in die Vergangenheit gereist wäre und alles geändert hätte, würde ich heute vermutlich ein komplett anderes Leben führen und die Menschen, die heute wichtig sind, kämen darin höchst wahrscheinlich nicht vor.

Ziemlich realistisch eingeschätzt ist es auch mit den Umständen in meinem Leben so, die im Hier und Jetzt nicht perfekt sind. Sie müssen wohl so sein, weil sie zu etwas Besserem führen, früher oder später.

Jeder Fehler führte immer zu etwas Gutem. Leider sah ich das erst im Rückblick, Jahre später so. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird auch das, was mir im Moment schlaflose Nächte bereitet und mich die Zähne zusammenbeißen lässt in spätestens 5 Jahren Geschichte sein. Komplett irrelevant.  Warum mache ich mir also so einen Kopf um all dieses Zeug?

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Nerdiges

Ich mag Marvel mehr als DC. Ich stehe deshalb konsequenter Weise mehr auf die Avengers als auf die Justice League, aber noch mehr auf die Guardians of the Galaxy. Ich finde Ironman cooler als Aquaman und auch attraktiver. Ich bin eher der Game of Thrones Fan, als eine Anhängerin von Outlander. Ich mag Northemen lieber als Vikings. Lieber Big Bang Theory als Young Sheldon. Blade, aber nur den dritten Teil Trinity. Indiana Jones, aber am liebsten „Der letzte Kreuzzug“. Zurück in die Zukunft, alle drei Teile, aber am liebsten den Ersten. Men in Black, alle Teile mit Will Smith, aber auch hier am liebsten den Ersten. Jedoch gefällt mir Deadpool 2 besser als Deadpool 1.

Ich bin eher der Typ für „Younger“ als „Pretty Little Liars“ und eher „How I met your mother“ zugeneigt, als „Tote Mädchen lügen nicht“. Ich bevorzuge die alten Folgen „Sabrina“ aus den 1990 / 2000er Jahren und mag die Neuverfilmung gar nicht. Ich stehe eher auf „Buffy“ als auf „Vampire Diaries“. Lieber Ally McBeal oder Boston Legal anstatt Good Wife. Ich war fasziniert von der Wandlung des braven Walter White zum abgebrühten Heisenberg, allerdings fand ich „Better call Saul“ sehr langatmig.

Ich mag Star Wars, aber Star Trek noch viel mehr. Lieber Jean-Luc Picard als James Tiberius Kirk, lieber Leonard Nimoy als Zachary Quinto, lieber „Zurück in die Vergangenheit“ als „Into the Darkness“, jedoch lieber „Beyond“ anstatt „Der Zorn des Khan“. Lieber „The Orville“ anstatt „Discovery“.

Ja, ich bin eindeutig ein Nerd.

Frühlingserwachen

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Vielleicht ist dieses Bild ein Hinweis für mich. Ein Zeichen dass es Hoffnung gibt. Dass Licht am Horizont scheint. Es muss sich etwas grundlegend ändern in einem bestimmten Bereich meines Lebens. Ich kann nicht länger von der Apokalypse träumen. Mein Leben ist endlich und ich möchte es nicht noch 16 Jahre so verbringen. Alleine der Gedanke verursacht mir sofortigen Brechreiz. Mein Körper streikt täglich mehr und ich weiss sehr genau, was er mir sagen will, doch ich weiss nicht, wie ich es ändern kann. Wenn ich nur für mich alleine verantwortlich wäre, hätte ich das Dilemma schon lange hinter mir gelassen, aber ich bin nicht nur für mich verantwortlich. Deshalb bin ich gefangen, wie in diesem Geäst auf dem Bild, doch hinter den verwucherten Zweigen scheint die Sonne und noch habe ich Hoffnung, einen Ausweg zu finden. Ich liebe mich selbst zu sehr, als dass ich mir das noch jahrelang zumuten kann. Es gibt immer eine Alternative, eine Lösung, einen Ausweg. Ich muss nur genauer hinschauen, oder mir eine Heckenschere kaufen.

Jetzt gehst Du aber nach Hause, Du Vielfraß

Ich hörte heute meinen Lieblingsradiosender und dort war das Thema „Sonderbare Erlebnisse“. Eine Hörerin berichtete, dass sie als circa 10Jährige bei einer Freundin zu Besuch war und dass  die Mutter den Stuhl auf dem sie saß mit einem Lappen abwusch, als sie aufstand.

Was muss im Leben der Frau schief gelaufen sein?

Diese Geschichte erinnerte mich an ein Erlebnis, das ich selbst als circa 11Jährige hatte. Ich war damals bei einer sehr übergewichtigen Klassenkameradin zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Es gab Schwarzwälderkirschtorte. Ich war schon immer eher dünn, hatte aber ebenfalls schon immer einen guten Appetit. Ich aß auf der Feier 3 Kuchenstücke, als die Mutter der Schulfreundin sagte „Du gehst jetzt nach Hause! Du hast Dir Deinen Wanst jetzt wirklich genug voll geschlagen“ Völlig perplex stand ich auf und ging nach Hause. Ich wurde dort nie wieder eingeladen und ich hätte dieses Haus auch nie wieder betreten. Damals, als Kind, war es mir furchtbar peinlich. Heute denke ich, hätte es der Mutter peinlich sein sollen. Sie hätte ja sagen können „Also Margit, jetzt hörst Du besser auf mit dem Kuchen, sonst wird Dir noch schlecht“ oder etwas in der Art. Eigentlich hätte sie doch stolz auf ihre Backkünste sein können, wenn jemand ihren Kuchen so gerne isst. Es ist schon Jahrzehnte her und ich habe keinen Schimmer was im Kopf dieser Frau vor sich ging, bin mir aber ziemlich sicher, dass es nichts mit mir als Person zu tun hatte, sondern ich irgendwas bei ihr getriggert hatte. Vielleicht weil ihre Tochter so mollig war und ich dünn. Wer weiss, ist auch irrelevant. Ich hatte diese Geschichte auch längst vergessen, bis sie mir heute wieder einfiel. Ich bin mir sicher, dass meine Mutter ihrer Tochter umgedreht so viel Kuchen gegeben hätte, wie sie gewollt hätte, ohne ein Wort darüber zu verlieren.

Hippie, Snob, Traumtänzerin, Spießerin? Ein bisschen was von Allem!

Im Grunde meines Wesens bin ich glaube ich der Ideologie von sogenannten „Alternativen“ nicht abgeneigt.. wenn da nicht mein Snobismus wäre und meine Neurosen. Ich bin ein klitzekleines bisschen eine weibliche Variante von Adrian Monk. Auch ich gehe nie ohne Sterilium aus dem Haus. Auch ich mag die Nähe von fremden Menschen nicht. Auch ich bin etwas schrullig.

In meinen Tagträumen würde ich gerne in einer Selbstversorger Kommune leben, tja, wenn ich nicht so Etepetete wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir die Leute – seien sie auch noch so nett – bald auf den Zeiger gehen und ich Privatsphäre brauchen würde.

Irgendwie sehne ich mich nach Freiheit, bin aber zu sehr auf Sicherheit bedacht. Ich mag den Gedanken von Second Hand, mache das aber nur als Tauschparty mit Freundinnen und Bekannten, weil ich mich vor Flohmarktsachen ekle.

Ich mag die Natur, mag es aber gar nicht zu Campen. Ich mag es auch nicht, wenn ich zum Beispiel in eine Hütte ohne sanitäre Anlagen eingeladen bin. Das geht echt gar nicht!

Ich bin auch eine kleine Tussie. Ich mag es, mich zu stylen, ich habe ein Faible für Mode, Schmuck, Taschen und Schuhe. Mich würde man sicher nie in einem selbstgebatiktem Leinensack sehen – Klischeeschublade auf – nein, das bin ich nicht und werde ich nicht sein.

Ich mag gerne Biogemüse und Obst, mag aber keinen Salat mit vielen Krabbeltieren drin… ich mag einen schönen Garten und wünschte unserer wäre schöner, mache meine Hände aber nicht so gerne schmutzig. Ich mag Regenwürmer, Schnecken und Insekten, doch ich mag sie nicht so gerne in meiner Nähe. Sie dürfen alle gerne in meinem Garten sein, ich tue ihnen nichts, aber sie sollen bitte nicht auf mir herumkriechen.

In meinem tiefsten Herzen wäre ich gerne eine Hippie-Seele, doch hat der Snob in mir meistens die Oberhand und ich benötige immer einen gewissen Komfort und mein eigenes Reich, in das ich mich zurück ziehen kann. Ich fürchte ich bin eine Spießerin.

Aber ist das wirklich so schlimm, spießig zu sein? Ich mag Schuhe sehr gerne. Ich kenne eine Frau, die läuft von März bis Oktober immer barfuß. Das passt auch für sie. Für mich wäre das nichts. Entweder würde ich erfrieren, oder ich würde einen akuten Waschzwang entwickeln.

Ich schätze Menschen, die sich selbst versorgen und sogar ihre Hygieneartikel häkeln. Ich bewundere das wirklich, weiss aber, dass ich so nicht leben könnte. Ich scheitere schon an der Haarwaschseife, die mir eine Kollegin zum Geburtstag geschenkt hat. Irgendwie werden meine Haare damit nicht schön. Ja ich weiss, man muss Geduld haben, bis sich die Haare an das neue Waschzeugs gewöhnt haben, aber leider bin ich nicht der geduldigste Mensch und wenn ich mit frisch gewaschenen Haaren ausschaue wie Pechmarie, fördert es diesen Umstand nicht unbedingt.

Vielleicht reicht es auch für`s Erste, wenn ich kleine Schritte mache. Ich muss nicht von Null auf 100. Erstmal die Haarwaschseife wieder durch mein früheres erprobtes Shampoo ersetzen (weil ich das einfach lieber mag, basta!), dann ein Hochbeet, ab und an mal (bei warmen Temperaturen!) barfuß laufen, Bio Gemüse und Obst direkt vom Biohof kaufen -Babyschritte. Eins nach dem anderen.