Impressionen aus Barcelona

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Ankunft am SonntagabendIMG_1596

Sagrada Familia am MontagIMG_1605

Diese süsse Elster sass vor der Sagrada Familia – so ein SchatzIMG_1606

schöne GasseIMG_1608

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innen in der Sagrada Familia
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Spruch an der Wand neben einem SteakhausIMG_1717

in der Botschaft des Grafen von St. Germain hahahaha
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Strand BarcelonetaIMG_1772

Seilbahn IMG_1861

Strand mit MondIMG_1870

Adios Barcelona

Es war ein schöner Kurztrip. Die Katzen wurden hervorragend versorgt, so dass wir den Urlaub genießen konnten. Was aber echt nervig war, waren die vielen Verkäufer, die einem alles Mögliche und Unmögliche andrehen wollten. Vogelgezwitscher-Imitat-Gedönsverkäufer, Verkäufer von Mojitos, Verkäufer von dreckigen, hässlichen Picknickdecken, Verkäufer von Fake Handtaschen, Rosenverkäufer (seit den 90er Jahren nicht mehr gesehen), Massageangebote, Clown und Pantomimen. So geballt habe ich sowas schon lange nicht mehr erlebt. Es war wirklich unschön, alle 5 Minuten angesprochen zu werden, oder besser gesagt schon fast belästigt zu werden. Was ebenfalls negativ auffiel, war der hohe Eintritt bei fast allen Sehenswürdigkeiten. Es war mal sehenswert und Ende November nochmal Sonne tanken bei milden 20 Grad war auch toll, jedoch muss ich glaub nicht nochmal dort hin. Man soll niemals nie sagen, aber es gab Städte, die mir besser gefielen. Meine bisherigen Lieblingsmetropolen sind London und Budapest. Von beiden Städten war ich sehr begeistert. Gefolgt von Rom, was mir ebenfalls gut gefiel, danach kommt Berlin im Ranking und dann geht es schon bergab. Barcelona und Amsterdam teilen sich einen Platz, danach kommt Paris und das Schlusslicht bildet New York. Dort nervten mich die Verkäufer ebenfalls. Wenn ich noch ein weiteres “Hey guys, how are you” gehört hätte, wäre ein “Fuck you!” gefolgt. Noch schlimmer fand ich, dass es immer und überall Plastikbesteck und Becher gab. Geht gar nicht. Selbst in “Restaurants”. Das war in Barcelona nicht der Fall, weil sowas in Europa allgemein nicht verbreitet ist und zurecht als no go angesehen wird. Selbst jetzt im November war es teilweise sehr voll. Im Sommer möchte ich dort ganz sicher nicht sein. Too peoply out there. Vielleicht bin ich noch Pandemie-geschädigt und ertrage große Menschenansammlungen noch immer nicht so gut. Die Stadt ist schon sehenswert und wir hatten vom Wetter her auch wirklich Glück. Ich kann nichtmal sagen, weshalb es mich nicht sooo sehr begeistert hat. Vielleicht weil mich gar nichts so richtig begeistert? Kann gut sein. Ein Erholungsurlaub war es sicher nicht. Wir waren jeden Tag so um die 10km zu Fuss unterwegs. Dementsprechend fertig sind wir heute. Wirklich günstig war der Kurztrip echt nicht. Zwar war der Flug und das Hotel relativ günstig, aber die Eintrittspreise und das Essen kosteten zusammen nochmals soviel, wie wir für die Reise gezahlt hatten. Für 5 Tage ist das ziemlich teuer im Vergleich mit einem Pauschalurlaub irgendwo hin. Wir waren jedoch in den letzten 19 Jahren nur selten im Urlaub. 2006 waren wir eine Woche auf Teneriffa, 2010 fünf Tage in Ägypten, 2011 eine Woche bei meiner Nichte in USA, 2012 für 4 Tage in London, 2016 für 4 Tage in Berlin, 2022 für 4 Tage in Budapest und nun 5 Tage in Barcelona. Urlaub ist irgendwie nicht so ganz mein “Ding”. Angeblich reisen die Schütze geborenen doch so gerne. Das trifft auf mich überhaupt nicht zu. Nach spätestens 5 Tagen bekomme ich Heimweh.  Urlaub wird eh total überbewertet. Wichtiger wäre ein Leben, von dem man keinen Urlaub braucht.

Seltsames Verhalten en masse

Ich habe ja schon öfter darüber geschrieben, dass mir auffiel, dass seit dem bösen C-Wort die Menschen immer seltsamer wurden. Ich fürchte, es wird auch nicht so schnell ein “zurück” zu “normalem” Sozialverhalten geben, wenn es das jemals gibt.

Ich lief letzte Woche an einer Gruppe Leuten vorbei, die ich alle kannte. Sie standen in einer Gruppe zusammen und rauchten. Zwei davon ignorierten mich, eine glotzte in ihr Handy, einer schaute in den Himmel und einer winkte mir freudestrahlend schon von weitem zu und ich winkte ihm genauso freundlich und nett zurück.

Ich glaube nicht, dass diejenigen, die mich ignorierten, ein Problem mit mir haben, sie waren einfach in ihrem “Modus”. Wenn ich sie woanders getroffen hätte, unter anderen Umständen, hätten sie mich sicher gegrüßt. Sie sind einfach nur seltsam geworden. Von 5 Personen hat sich nur einer sozial verhalten.

Es sind oft nur so Kleinigkeiten, wie dass man Freunde kurz anruft, wenn man weiss, dass es ihnen gerade nicht gut geht. Oder dass man nahestehenden Personen persönlich zum Geburtstag gratuliert und sei es auch nur durch ein Telefonat und nicht nur einfach eine Email schreibt, wie man es geschäftlich tun würde. Wann wurde es üblich, dass man mit Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern überwiegend per Email oder WhatsApp kommuniziert? Finde nur ich das distanziert und unpersönlich?

Mit geschriebenen Wörtern ist das eh so eine Sache. Man kann viel reininterpretieren und oftmals was missverstehen. Ich hatte zum Beispiel einer lieben Bekannten geschrieben, dass ich für uns was gefunden habe, was wir beide mögen und es kam als Antwort “Ich glaubs ja nicht”. Zuerst dachte ich “Hä, was soll denn das, unterstellt sie mir jetzt, dass ich lüge und das gar nicht gefunden habe?”, aber dann wurde mir klar, dass es einfach ihre Art war, auszudrücken, dass sie sich darüber freut, dass ich den Gegenstand gefunden habe. Wenn sie mich angerufen hätte, wäre am Klang ihrer Stimme ganz klar erkenntlich gewesen, wie sie es meint.

Sprachnachrichten sind auch so eine Unart. Ich mag sie nicht. Es gibt Freunde und Bekannte, die schicken oft und gerne auch manchmal sehr lange Sprachnachrichten. Ich muss mir dann immer merken, was sie gesagt haben, damit ich nichts vergesse, worauf ich zu antworten habe. Wie viel einfacher wäre es, simpel zu telefonieren. Das “mögen” viele aber nicht. Weil sie die direkte Kommunikation verlernt haben. Es ist einfacher, etwas aufzuquatschen und zu verschicken oder zu schreiben, als mit der Person zu telefonieren. Warum eigentlich? Weil die Personen dann nicht Wiedersprechen können?

Wenn man Bekannte, Freunde, Familienmitglieder sieht, dann grüßt man sie. Sei es auch nur ein huldvolles Nicken. Selbst wenn man im Auto sitzt und nicht aussteigen will, kann man wenigstens kurz winken. Klar, kann man mal in Gedanken sein und vor sich hin schauen, wenn es aber zur Gewohnheit wird, dass man – wie am Beispiel der fünf Bekannten – Menschen einfach ignoriert oder ausblendet, dann ist das schon ein asoziales Verhalten.

Ich mag es, wenn man Fragen beantwortet und nicht einfach ignoriert. Ich telefoniere gerne mit Freundinnen. Ich freu mich, wenn mir Bekannte zuwinken und mich anlachen. Ich steh drauf, wenn geklingelt wird, wenn mich jemand abholt und nicht einfach nur gehupt wird (das geht absolut gar nicht!!!). Ich mag es, wenn Freunde noch warten, bis ich die Haustüre aufgeschlossen habe, bevor sie wegfahren und oder sie nochmals aus dem Auto heraus rauswinken. Ich mag es, wenn Menschen zur Haustüre reinkommen und nicht wie Hausierer an der Türschwelle stehen bleiben, wenn sie auch nur “kurz” vorbei kommen, denn dann muss ich nicht ständig in Sorge sein, dass die Katzen abhauen könnten. Ich mag es, wenn Freundinnen mich anrufen in Zeiten, wo sie wissen, dass es mir nicht gut geht oder ich viel am Hals habe. Ich feiere es, wenn liebe Freunde mir Care-Pakete vorbei bringen, wenn wir krank sind und unter Quarantäne stehen. Denn ich mach das alles andersrum genauso.

Für allen anderen Scheiß bin ich glaub zu alt!

In da club

ist eines meiner favorisierten Lieder von 50 Cent. Am Dienstag war ich tatsächlich in einem Club. Nicht in ner Disse in der Provinz, sondern in einem richtigen Club in der nächstgelegenen Großstadt. Ich war dort mit einer 20 Jahre jüngeren Freundin. Zuerst hatte ich bedenken, dass der Türsteher mich nicht reinlässt, aufgrund meines exorbitant hohen Alters, doch er lächelte mir zu und wünschte uns viel Spass.

Im Club selbst wurde Musik gespielt, die 1:1 aus meiner Playlist hätte stammen können. Wir tanzten und wir wurden sogar angebaggert. Bevor die Jünglinge jedoch von der anderen Seite der Bar zu uns kommen konnten, verschwanden wir.

Es war ein ausgelassener Abend und meine Bedenken, dass jemand dort mein Alter hätte erahnen können, waren unbegründet, denn bei Nacht sind bekanntlich alle Katzen grau.

Wenn die Eltern alt werden

Früher dachte ich, es ist vollkommen egal, wenn man spät Kinder bekommt. Heute sehe ich es – als betroffenes Kind – etwas differenzierter. Natürlich kann man in jedem Alter mit Gebrechen und Behinderungen der Eltern konfrontiert werden. Mit zunehmendem Alter ist die Wahrscheinlichkeit jedoch höher.

Eine gleichaltrige Freundin geht mit ihrer Mutter oft auf Wellnesskurztrips oder am Wochenende Frühstücken oder Abends in eine Cocktailbar. Das wäre bei mir undenkbar, weil meine Mutter fast 90 ist und ich das jüngste Kind. Vermutlich war ich nicht mehr so ganz geplant, eher “Ohps, da kommt jetzt noch so ein Nesthäkchen”.

Anstatt Wellnesstrips planen wir Pflegestufengrade, Kurzzeitpflege etc. Natürlich bin ich für meine Mutter da und tu das mir Möglichste, um ihr ein – den Umständen entsprechend – gutes Leben zu ermöglichen. Dennoch ist man immer auf Habachtstellung und erschrickt bei jedem Anruf, ob wieder etwas ist. Ist sie wieder gestürzt? Hat sie wieder etwas gebrochen? Diese Grundanspannung hängt seit Jahren wie ein Damoklesschwert über uns Geschwistern.

Zum Glück ist sie nur körperlich beeinträchtigt, geistig ist sie topfit. Die Mutter einer Bekannten ist deutlich jünger, aber erzählt oft 5x hintereinander dasselbe, ohne es zu merken. Ich bin froh, dass das bei meiner Mutter nicht so ist. Sie ist geistig hellwach und”nur” körperlich stark beeinträchtigt.

Wir wollten auch mal ein Kind und da war ich auch schon Ende 30 / Anfang 40. Zum Glück hat das nicht geklappt. Aus vielerlei Gründen. Es wäre glaub einfach nicht so unser Ding gewesen, Eltern eines Menschenkindes zu sein. Wir sind glaub echt eher die Katzeneltern und da bin ich schon viel zu helikoptermässig unterwegs. Ein pubertierendes Kind und eine hochbetagtes Elternteil würde mich glaub gänzlich überfordern, von daher ist es besser so, wie es ist.

Natürlich kann man auch bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit sein, das gibt es selbstverständlich auch und man kann nie pauschal sagen, nur jung Eltern zu werden ist gut. Es gibt immer Vor- und Nachteile und es ist wie es ist.

Ich werde meine Katzenkinder vermutlich leider immer überleben. Zwei der drei Katzen sind inzwischen auch schon im geriatrischen Alter angelangt und auch hier bin ich immer auf Anspannung, ob etwas mit ihnen sein könnte.

Auch ich werde vermutlich, vom Genmaterial betrachtet, hoch betagt werden. In unserer Familie wurden die Menschen sehr alt. Für die damalige Zeit waren auch meine Großeltern und Urgroßeltern alt, als sie starben. Ich habe sogar noch eher die Chance fit und gesund alt zu werden, aufgrund der geänderten Lebensbedingungen und ich glaube der Fakt, dass ich seit circa Anfang der 90er Jahre kein Fleisch mehr gegessen habe und seit 2011 vegan lebe, wird nochmals dazu beitragen.

Falls ich also alt werde und nicht mehr alleine leben kann, habe ich mir vorgenommen entweder so eine coole Alten-WG zu gründen, wie in dem Film “Wir sind die Neuen”, oder aber, falls ich nicht mehr gesund sein sollte, Drogenexperimente zu starten. Ich werde dann mit dem Kiffen anfangen und mich zu bewusstseinserweiternden Experimenten à la Timothy Leary weiter arbeiten.

Die Beschaffung wird vermutlich ein Problem werden. Dope natürlich nicht, das wird bis dahin auf jeden Fall legalisiert sein. Aber LSD wird mutmaßlich nach wie vor nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sein. Ich sehe mich schon als 90jährige nachts durch die Stadt schleichen auf der Suche nach einem LSD Dealer, hahahaha. Das setzt natürlich auch das nötige Kleingeld zum Erwerb der Drogen voraus. Mit ner Schmalspurrente werde ich kein LSD erwerben können. Also ich möchte hier ganz sicher nicht zum Drogenkonsum raten. Das ist nur mein Plan B fürs hohe Alter, wenn eh “alles zu spät ist” und ich Schmerzen hätte, dann würde ich das mit den Drogen noch ausprobieren, weil dann könnte ich ja “nix mehr kaputt machen”. Ich habe ja dann keine Kinder, die alles für mich regeln und wäre auf mich alleine gestellt. Wer weiss wie das in 40 Jahren sein wird. Vielleicht erlebe ich es auch gar nicht. Besser ist es, dass wir nicht wissen, wie alt wir werden. Ein Tag nach dem Anderen und jeden Tag so gut wie möglich leben ist das Beste, was wir tun können.