Mein Leben unter Schweinen

eigentlich dürfte ich das nicht so schreiben, denn es ist eine Beleidigung für Schweine. Schweine sind reinliche Tiere. Ich lebe unter Dreckspatzen…ähm nein, damit tue ich den Spatzen unrecht… mir fällt keine Bezeichnung ein, die es trifft. Doch erstmal die Geschichte von Anfang an:

Wir hatten zwei süsse, manierliche Katzen, die sehr gesittet aus den Näpfen speisten und nichts versauten. Doch eines schlimmen Tages starb eine der Katzen. Die verbliebene Katze sollte nicht alleine bleiben und schon bald zogen zu unserer edlen Lady ungezogene Rüpel, die nicht essen, sondern schlichtweg alles im Streukreis von 3m um die Näpfe herum einsauen.

Im Sommer starb nun auch unsere feine Dame und es ist, als ob mit ihr auch jegliche Resthemmungen der drei kleinen Schweinchen verschwunden wären.

Die Sauerei wird jeden Tag größer. Fleischbrocken werden mit den Pfoten aus den Näpfen gefischt und dann großzügig im Haus verteilt. Jetzt, wo die Grande Dame die Flegel nicht mehr beaufsichtigen und ermahnen kann, haben sich auch die letzten Fünkchen Manieren in Luft aufgelöst.

Nicht nur das Speisezimmer sieht aus, als hätten dort Barbaren gewütet, nein auch um die Klos ist ein Streukreis von mindestens 2m.  Speziell mitten in der Nacht graben die Herrschaften gerne die Katzenklos um und scharren, dass man denken könnte, sie buddeln ein Loch nach Australien. Dann kommen sie, noch mit dem Katzenstreu an den Pfoten, ins Bett gesprungen und streifen die “Flocken” an der Bettdecke ab… ganz prima… wir leben in einem überdimensionalen Katzenklo! Katzenstreu überall!

Aber wenn sie uns einmal anschauen, mit ihren Kulleraugen, dann kann ihnen niemand böse sein und man holt einfach einen Lappen und putzt die Sauerei auf und stopft das Bettzeug in die Waschmaschine…

Alles Humbug?

Ich halte mich durchaus für einen spirituellen Menschen. Ich glaube daran, dass die materielle Welt in der wir leben, nicht alles ist. Ich bin mir sicher, dass es noch eine andere Welt gibt. Jedoch bin ich durchaus auch skeptisch gegenüber Wahrsagern, Kartenlegern, Tierkommunikatoren, Jenseitsmedien.

Ich glaube daran, dass es Menschen gibt, die bestimmte Gaben haben. Die “Geister” sehen oder fühlen können, die einen Blick in die Zukunft erhaschen, die sich in Tiere einfühlen und erkennen können, was den Tieren fehlt. Diejenigen, die das wirklich richtig gut können, sind jedoch so selten, wie andere Ausnahmetalente. Nicht jeder, der gerne Fußball spielt, wird ein Profikicker und auch die sind nicht immer erfolgreich. Genauso verhält es sich mit den Wahrsagern und Co. So manches Medium bewegt sich – um beim Fußballvergleich zu bleiben – eher auf Gerümpelturnier-Niveau anstatt Nationalspieler-Ebene.

Letzte Woche lies mir ein Medium von einer ihr unbekannten Seele ausrichten, dass ich mir 100% selbst vertrauen soll. An sich eine schöne Botschaft, aber mir fiele jetzt spontan keine Seele ein, die mir das geschickt haben könnte. Alle Verstorbenen, die ich kenne, hätten sich anders geäußert. Es hört sich nicht nach ihnen an. Wenn mir jemand ausrichten lassen hätte “Hey Schätzle, besinn Dich wieder mehr auf Dich selbst”, dann hätte ich eindeutig gewußt, dass das von meiner besten Freundin kommt. Wenn das Medium mir ausgerichtet hätte, dass ich “Mein Licht nicht unter den Scheffel stellen und ein Glas Most trinken solle”, dann hätte ich auch eindeutig gewusst, welche Seele das ist. So aber glaube ich es nicht. Es fühlt sich nicht wahr für mich an.

Eine weitere Mitteilung einer Tierkommunikatorin fühlt sich auch nicht glaubwürdig an. Sie ließ mir ausrichten, dass meine verstorbene Katze nun ein Kolibri wäre und das Fliegen genießen würde. Wenn es so wäre, würde ich mich wirklich für sie freuen, aber mein Bauchgefühl sagt mir sehr deutlich “WasnSchmarrn”. Das ist jetzt vielleicht hart, aber genau das, was ich dazu empfinde.

Ich kam zu diesen “Informationenen”, weil ich nach dem Tod meiner geliebten Katze in einer Facebook Gruppe war, wo sich trauernde Menschen gegenseitig Trost spenden. An sich eine schöne Idee, jedoch auch ein Sammelbecken für Jenseitskontakte und Tierkommunikatoren.

Ich glaube nicht, dass die Medien mich absichtlich verarschen wollen. Ich bin überzeugt, dass sie selbst an das glauben, was sie tun und sich als Sprachrohr der Seelen betrachten. Es sind keine Betrüger. Sie glauben daran. Ich jedoch nicht. Ich habe mir die Freiheit genommen, denn “Botschaftern” offen und ehrlich zu sagen, dass ich mit dem Übermittelten nichts anfangen kann und dass es sich für mich nicht authentisch anfühlt. Als Antwort bekam ich, dass die Nachrichten durchaus schlüssig wären und in meinem Inneren schrie es wieder ganz laut “WasnSchmarrn!” Ich bin jetzt aus der Gruppe ausgetreten und es geht mir sehr gut damit. Die Trauer um meinen Liebling hält an und durchläuft die üblichen Phasen des Trauerns. Das gehört leider zum Leben dazu und da muss man durch. Oder wie es der Pfarrer auf der Beerdigung meines Vaters formulierte: es gibt eine Zeit des Weinens und eine Zeit des Lachens…

Ein Seelenbild für meine geliebte MissC

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Eines der Herzwolkenbilder, die ich in den vergangenen Tagen fotografiert habe, habe ich mit einem Bild meiner MissC übereinandergelegt um eine Doppelbelichtung zu erzeugen. Das Ergebnis seht Ihr hier. Ich finde, es ist mir gut gelungen, meine MissC als Engel in der Anderswelt darzustellen.  Es fühlt sich an, als ob sie mir gezeigt hätte, welche Bilder ich am besten kombinieren kann. Meine süsse sanfte Schmusemaus. Wie sehr vermisse ich Dich, doch in diesem Bild bist Du mir wieder nah.

Wo bist Du jetzt?

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Meine älteste Katzentochter starb am 27. Juni 2018. Seither glaube ich, sie um mich zu spüren und einmal glaubte ich sogar sie zu sehen. Ich spüre ihre Präsenz um mich und des nachts bilde ich mir ein, dass ich sie auf meinem Rücken liegen spüre, wie zu ihren Lebzeiten.

Ich bilde mir ein, dass sie mir Zeichen sendet. Eine Eintagsfliege, die sehr anhänglich war und nicht mehr von meiner Hand weg flog. Ein kleiner Vogel, der fröhlich auf ihrem Grab auf und ab hüpfte und vorgestern ein Lichtschwall aus einer Wolke – am sonst bedeckten Himmel – genau in dem Moment, als ich über sie sprach.

Einen Tag nach ihrem Tod hat mich einer der Kater genau so geküsst, wie sie es morgens immer gemacht hat. Das hat er zuvor noch nie getan. Keine der anderen drei Katzen liegt auf den Plätzen, auf denen sie gerne lag. Sie meiden sie. Als sie noch in ihrem Körper bei uns war, lagen auch die Kater oft auf dem Kissen neben dem Bett, aber seit sie ihren Körper verlassen hat, ging keiner der beiden mehr dort hin. Überhaupt verhalten sich die anderen als ob nichts geschehen wäre, als ob alles genauso ist, wie vorher. Ist das so, weil sich für sie tatsächlich nichts verändert hat? Können sie MissC sehen und wissen, dass sie noch da ist und es macht einfach keinen Unterschied für sie, ob sie noch ihren festen Körper hat, oder nicht?

Bilde ich mir das alles ein und ich suche nach Zeichen und interpretiere alles Mögliche in das Verhalten der anderen Katzen hinein? Mag sein, aber selbst wenn ich mir das alles einbilde, ist es doch gleich. Solange es mir Trost gibt und es mir guttut dass ich glaube, sie um mich zu spüren ist es vollkommen gleichgültig, ob es real ist oder nicht.

Summertime Sadness

Normalerweise liebe ich den Sommer. Laue Nächte, schöne Tage. Dieses Jahr haben wir einen besonders schönen Sommer. Doch genießen kann ich ihn nicht so wirklich. Nach außen hin spiele ich Normalität, weil Normalität so etwas wie ein Anker ist, der mich nicht komplett in den Strudel aus Schmerz und Vermissen treiben lässt. Am besten beschreibt wohl ein Lied-Titel von REM meinen derzeitigen Zustand “Imitation of life”. Ich tue so, als wäre alles normal, doch in meinem Herzen herrscht November. Manchmal mit viel Nebel, manchmal eisig, manchmal noch mit wärmenden Sonnenstrahlen, aber dennoch Spätherbst mit viel Regen und Wind.

Wenn ich das Gefühl habe, dass meine Kleine noch um mich ist, dann sind das Momente des Trostes, doch dann gibt es wieder Augenblicke, wo ich von einer Sekunde zur Anderen aus Verzweiflung in Tränen ausbreche.

Ich kann mich manchmal in “Nichtwahrhabenwollen” flüchten, doch dieser Rückzugsort ist trügerisch und instabil. Umso schneller rutsche ich zurück ins harte Realitätsland zurück.

Viele sagen, dass die Zeit alle Wunden heilt, aber manche heilen nie so wirklich. Sie vernarben vielleicht, doch richtig heilen werden sie nicht. Ich wusste, dass ich vermutlich alle meine Katzenkinder überleben werde und sie alle auf ihrem letzten Weg begleiten muss. Ich muss sie gehen lassen und kann nichts dagegen tun, denn der Tod ist nicht verhandelbar. Das ist der Preis, den ich zahle für jahrelange bedingungslose Liebe und unsägliches Glück. Es gab keinen Tag, wo ich meiner Prinzessin nicht gesagt habe, wie sehr ich sie liebe und wo ich nicht gespürt hätte, dass auch sie mich liebt.

Manchmal quäle ich mich selbst mit Bildern und Videos für die es eigentlich noch viel zu früh ist, sie anzuschauen. Allein bei dem Gedanken daran heule ich schon wieder. Doch wie sagte unsere Tierheilpraktikerin so schön: “Auf Tränen reist es sich leichter”. In diesem Sinne: Gute Reise meine kleine Seidenfellschmusemaus.

Sterben ist nicht schlimm – schau genau hin

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Meine wunderbare, zauberhafte Seidenfellschmusemaus Du hast gestern kurz nach 17 Uhr Deinen Körper verlassen.

Den ganzen Tag lagst Du friedlich bei uns im Bett und hast gedöst / geschlafen, Du hast sogar noch leise geschnurrt, bis Du auf einmal hoch geschreckt bist und dreimal stark geatmet / geröchelt hast. Du hast Deine Beinchen geschüttelt, als wolltest Du Deinen Körper abstreifen und dann hast Du aufgehört zu atmen. Du bist so gestorben, wie Du gelebt hat: Sanft, anmutig und würdevoll.

Die letzten vier Wochen waren schrecklich. Eine Achterbahnfahrt zwischen Hoffen und Bangen. Doch tief in mir wusste ich, dass die  Zeit in Deinem Körper zu Ende ging. Ich wollte es so lange nicht wahrhaben. Ich wusste, dass ich Dich gehen lassen muss, aber wer lässt sein Kind schon gerne gehen?

Es ist schrecklich Dich nicht mehr spüren zu können und dennoch hast Du mir das Gefühl vermittelt, dass sterben nicht schlimm ist, wenn man genau hin schaut. Du hast das viel besser und tapferer gemacht als wir Menschen. Wir fürchten den Tod, tabuisieren ihn und dennoch holt er uns immer ein.

Wir hätten Dich auf keinen Fall “erlösen” lassen. Du hattest offensichtlich keine Schmerzen und es gab keine Veranlassung dazu, Dich vor Ablauf Deiner natürlichen Zeit aus dem Leben zu reißen. Das hätte sich auch nicht gut angefühlt. Du warst bei uns, von uns den ganzen Tag gestreichelt und geküsst und konntest gehen, als Du bereit dazu war. Friedlich und ohne Zwang. Wir konnten noch jede Sekunde mit Dir auskosten. Deinen Geruch, Dein seidiges Fell, Dein Schnurren, Dein atmen. Es war furchtbar und schön zugleich, zu wissen, dass Du noch da bist, aber bald gehen wirst.

Ich fühle mich, als würde irgend etwas mein Herz zusammen quetschen und das wird noch eine Weile so gehen. Trauer und Abschied brauchen ihre Zeit. Morgens greife ich automatisch nach vier neuen Schälchen, bis mir schmerzhaft klar wird, dass ich nur noch drei benötige. Das Haus fühlt sich leer an ohne Dich. Du hast eine riesige Lücke hinterlassen, die nie wieder gefüllt werden kann. Du warst so einmalig. Die tollste Tochter, die man sich vorstellen kann.  Vor ein paar Wochen, als wir mit Deinem Beinchen beim Röntgen waren, war die Sprechstundenhilfe beim Tierarzt total begeistert von Dir. Sie war hin und weg, weil Du so ein liebes, süsses Geschöpf bist. Nicht nur vom Aussehen her, sondern von Deiner ganzen anmutigen Art. Ich war so stolz Deine Mutter zu sein.

Meine geliebte MissC ich werde Dich immer lieben und Du fehlst mir schon jetzt so unsäglich. Ich hoffe, Du gibst mir ab und zu ein Zeichen, dass es Dir gut geht und Du glücklich bist. Das wird es mir leichter machen.

Wir haben alles uns Mögliche versucht, Dich zu heilen, aber es hat nichts genützt. Es war Zeit für Dich zu gehen. Wir sehen uns wieder kleiner Schatz. Ich werde Dich ewig lieben! Meine wunderschöne Prinzessin. Wie werde ich Dein liebliches Maunzen vermissen! Es tut so unendlich weh!

Wie habe ich es geliebt, wenn Du Deine Krallen am Kratzbaum geschärft hast und dabei hin und her gewackelt hast. Das war so drollig. Unser “Fange und Verstecken” Spiel. Wo Du durchs Haus gerannt bist, wie ein junges Reh. Es ist erst 5 Wochen her, als wir das noch gemacht haben. Wie Du Dich hinter dem Wäschekorb versteckt hast und dann los gerannt bist, wenn ich Dich gefunden habe.

Niemand streicht mehr beim Kochen um meine Beine, niemand sitzt im Bad und wartet, bis ich mit dem Duschen fertig bin. Niemand sitzt auf meinem Beinen während ich esse. Niemand liegt auf mir, wenn ich auf der Couch sitze oder im Bett liege. Ich kann Dein kleines Herzchen nicht mehr an meinem Herz schlagen spüren. Niemand, der mich morgens weckt und vor Freude vollsabbert und die Pfötchen um meinen Hals gelegt hat.

Ich habe es so geliebt, wenn Du vor mir die Treppe runtergelaufen bist – elegant, anmutig. Wenn ich Deine Haare am Köpfchen von hinten sah, die aussahen wie zwei Hörnchen, hätte ich weinen können vor Glück. Alles an Dir war wunderschön. Das Stupsnäslein, die süssen Kulleraugen. Deine Schnurrhaare, die auf einmal weiss wurden, als Du älter wurdest. Deine Öhrchen, die immer genau lauschten, was ich sagte, Dein Mündchen und Dein liebliches Maunzen. Ich vermisse es, dass Du mir nicht mehr täglich Geschichten erzählst, ich vermisse alles an Dir. Ich vermisse es, Dein Fell von Rasta-Zöpfen zu befreien, weil es im Sommer immer etwas verfilzte. Ich vermisse es, dass Du nicht mehr an der Haustür sitzt, wenn ich heimkomme oder mich verabschiedest, wenn ich gehe. Du spielst nicht mehr mit meinen Schnürrsenkeln, wenn ich die Schuhe anziehe. Das Mäuse-Karussel benutzt auch niemand mehr. Wie Du immer die Maus mit Deiner Pfote gejagt hast – so unendlich goldig. Ich vermisse es, dass Du nicht mehr jede Nacht auf meinem Rücken, meinen Beinen, meinem Bauch und manchmal sogar auf meinem Kopf liegst. Oder neben mir kuschelst. Das Katzenbettchen auf meinem Nachttisch ist leer. Die Anderen meiden es.  Oder bist Du noch da und wir können Dich nur nicht sehen? Manchmal ist mir so, als würde ich Deine Präsenz spüren.

Nichts wird jemals wieder so sein, ohne Dich. Es ist, als ob ein Teil von mir selbst fehlen würde. Ich bin unvollständig ohne Dich.

Du warst so viel tapferer als ich und hast mich mit Deiner Pfote gestreichelt, um mich zu trösten, dabei hätte es umgedreht sein müssen. Du aber wusstest es besser als ich, dass Sterben ein natürlicher Prozess ist. Du hast mir deutlich gezeigt, dass Du nichts mehr essen und trinken wolltest an Deinem letzten Tag. Du hast sehr deutlich den Kopf geschüttelt und alles mit den Pfoten weggeschoben. Es tut mir so leid, dass ich Dir noch alle möglichen Therapien zugemutet habe, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass Du gehst. Es hat das Unweigerliche nur hinausgezögert. Du, in Deiner unendlichen Weisheit wusstest, dass wir die Therapien brauchen, damit wir uns niemals Vorwürfe machen würden, dass wir nicht alles Menschenmögliche versucht haben. Du hast uns diese Zeit gegeben und alles mitgemacht. Infusionen, Heilpilze, CBD-Öl, L-Lysin und und und. Du wusstest, dass es Dir nicht hilft und hast es trotzdem für uns mitgemacht. Du hast glaub auch nur gegessen und getrunken, damit ich nicht das Gefühl hatte, dass Du verhungern oder verdursten würdest. Du hast das alles mir zuliebe gemacht und ich habe es Dir zuliebe gemacht. Gestern war mir, als hättest Du auf meinem Rücken gelegen. Solche Momente sind sehr tröstlich für mich. Der Gedanke, dass Du noch bei mir bist, auch wenn ich Dich nicht sehen kann, ist sehr schön. Sehen kann ich Dich nicht mehr, aber spüren. Sehr oft spüre ich Deine Anwesenheit und das lässt mein Herz heilen. Ich danke Dir mein geliebter kleiner Schatz. Du bist so einzigartig und wundervoll. Was würde ich dafür geben, Dich nur noch ein einziges Mal im Arm halten zu dürfen, oder auch nur Deine Pfote auf meiner Hand zu spüren.

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Ich vermisse unsere Unterhaltungen. Dein liebliches, unendlich niedliches Stimmchen! Nachfolgend habe ich einen Film von Dir und einer unserer Unterhaltungen. Egal was andere sagen, ich weiss genau, dass Du mich immer verstanden hast. Du unfassbar weises, edles Geschenk. Das warst Du für mich, ein Geschenk des Himmels. 17 Jahre warst Du, bis auf ganz wenige Tage, immer bei mir. Ohne Dich zu sein, ist als ob ein Teil von mir selbst amputiert worden wäre. Wie vermisse ich die täglichen “Belagerungen”, wenn Du auf mir lagst und die anderen drei um uns herum drapiert. Seit Du nicht mehr da bist, machen sie das nicht mehr. Jedes Deiner Geschwister liegt jetzt verstreut woanders. Du warst es, der alle wie einen Magneten zu mir gezogen hat. Du fehlst!!!

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Mein Leben als Dosenöffnerin

Wer meinen Blog regelmässig verfolgt, der weiß, dass wir vier pelzige Adoptivkinder haben.

Unsere älteste Tochter ist nun beinahe 17 Jahre alt, die andere Tochter und die beiden Söhne sind 8 Jahre alt.

Sie haben mich gut erzogen. Sowie sie maunzen, springe ich. Ich weiss auch genau, was welches Miauen bedeutet. Ich kann jede Tonart in Menschensprache übersetzen. Zum einen gibt es nölende Maunzer, die mich auf gähnend leere Näpfe hin weisen. Die ich dann natürlich sofort fülle. Doch nicht immer sind sie mit meinen Diensten zufrieden. Zwei der Kinder sind extrem mäkelig.

Ich bin mir sicher, dass sie immer so tun, als würden sie ein Futter besonders gern mögen und sowie wir eine größere Bestellung dafür aufgegeben habe, ist genau dieses zuvor heiß geliebte Essen das widerlichste, was ich ihnen je vorgesetzt habe. Sowie ich die Dosen ins Regal geräumt habe, ernte ich strafende Blicke für dieses abscheuliche Zeug. Angeekelt drehen sie sich vom Teller ab und setzen sich leidend in Pose. Begleitet wird dieses Szenario von mißbilligenden Miau-Lauten, die stark an die Autohupe aus der Serie “Die Waltons” erinnern.

Es gibt aber auch liebliche Töne, die mich zum schmusen und knuddeln animieren sollen. Es wirkt immer. Egal ob um 4 Uhr nachts, oder um 19:Uhr. Egal wie tief ich schlafe: Sowie ich eines der Kinder mit mir reden höre, erwache ich sofort. Schlaf wird sowieso seit Jahren überbewertet. Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass einer der Söhne mitten in der Nacht seine Spielschiene wieder entdeckt und die Kugel lautstark in der Schiene hin und her kickt. Das klingt dann etwas wie kegeln. Die beste Liegefläche scheinen für die Stubentiger übrigens meine Schienbeine zu sein. Drei der Kinder liegen oft im Pulk auf ihnen. Wenn ich morgens manchmal Durchblutungsstörungen in den Füssen habe, könnte das eventuell an den 15kg Katzengewicht liegen… könnte aber auch reiner Zufall sein. Nein, da besteht bestiiiiiimt kein Zusammenhang.

Ich war mal vor vielen Jahren auf einem Feng Shui Vortrag und die Rednerin sagte: “Katzen legen sich am liebsten dort hin, wo schlechte Energieströhme sind, während Hunde dort zu finden sind, wo positive Energie herrscht”. Ähm… ja, mein Bauch, meine Schienbeine, mein Rücken… extrem schlechte Energie…manchmal liegt die Seniorin sogar auf meinem Kopf… das gibt mir zu denken…

Apropos Kopf… der neuestes “Ticks” der ältesten Tochter sind: Meine Haare kämmen. Dabei fährt sie mit ausgefahrenen Krallen durch meine Haare. Des weiteren ist “Nasenstupsen” sehr beliebt. Meine Nase wird so lange mit der Pfote angestupst, bis ich aufwache und sie knuddel. Der dritte Tick ist etwas unappetitlich. In mir schleierhafter akrobatischer Leistung pinkelt sie in einen der Wassernäpfe. Unsere Tierärztin hat das mit “Sie macht halt eine Eigenurinbehandlung” kommentiert.

Das Haus ist nie richtig sauber, eine Tiefschlafphase hatte ich schon ewig nicht mehr und Urlaube sind auch gestrichen, aber wenn sie mich einmal anschauen, mit ihren Kulleraugen, dann ist das alles vergessen. Wie heißt es doch so treffend: “Ein Leben ohne Katzen ist möglich, aber sinnlos”.

 

 

Dankbarkeit des Tages

Wir hatten heute einen tierärztlichen Notfall. Unsere älteste Adoptivtochter hatte Blut gepinkelt. Ich rief sofort unsere Tierärztin an und sie nahm gleich nach dem ersten Klingeln ab – am Neujahrstag! Dafür bin ich unendlich dankbar. Sie konnte unserer kleinen Süssen sofort helfen und es geht ihr heute Abend schon deutlich besser.

Bin ich ein Goa`uld?

Manchmal kommt es mir so vor. Die fiktive ausserirdische Spezies aus der Serie Stargate hat einen Symbiont.

Meine älteste Katzentochter ist am glücklichsten, wenn sie auf mir liegt oder sitzt. Wenn ich esse sitzt sie auf meinen Beinen, im Bett liegt sie auf meinem Bauch oder auf meinem Rücken. Wenn ich koche sitzt sie zu meinen Beinen und wenn ich dusche sitzt sie vor der Dusche.

Je älter sie wird, desto mehr ist sie auf mich fixiert. Manchmal fühle ich mich wie der Wirt eines Symbionten. Doch ein einziger Blick in diese wunderschönen Augen genügt und alles “belagern” wird freudig “ertragen” und bin für jeden Tag dankbar, wo ich diesen kleinen Schatz um mich habe.

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