Das Sexleben der Katzen

Einer unserer Kater hat ab und an Frühlingsgefühle und zwar ganzjährig. Er besteigt dann den Arm meines Mannes und fängt an zu rammeln. Selbstverständlich ist er kastriert. In gängigen Foren habe ich gelesen, dass das viele Kater trotz Kastration noch machen. Er macht es nicht immer, aber alle par Wochen. Wir haben ihm schon ein Plüschlama  quasi als Sex Toy angeboten, aber das wollte er nicht. Der linke Arm meines Mannes scheint ihn mehr zu stimulieren. Wir dachten zum Schutz des Armes schon an einen Falknerhandschuh.

Der kleine Mann war letztes Jahr ausgesetzt worden und eine meiner Freundinnen stellte die Theorie auf, dass er wohl in einem streng katholischen Haushalt war und sie ihn wegen der Rammelei vor die Tür gesetzt haben. Wir werden nie erfahren, wie es wirklich war.

Egal, ob mit oder ohne Frühlingsgefühle – er ist unser kleiner Sohn und wir sind froh ihn zu haben. Er hat noch viel mehr Talente. Er kann eigenständig Türen öffnen, er kann die Markise ausfahren, er kann “Harfe” spielen. So ein begabter kleiner Herr muss halt auch ab und an seine Triebe ausleben.

Meine geliebten Barbaren

Wie schon einmal in einem Blogbeitrag erwähnt, sind unsere Kinder nicht gerade mit einer guten Kinderstube gesegnet, was ihr Essverhalten anbelangt. Sie sauen ihr Speisezimmer in Sekunden ein und werfen mit ihren süssen Pfötchen das Essen aus den Näpfen und verschmieren es schön auf dem Boden… manierliches Essen sieht anders aus! Um die Katzenklos ist ebenfalls ein mindestens 2 Meter Streukreis, der täglich mehrfach gekehrt werden muss.

Des Nachts sind sie gerade besonders hungrig und ich treudoofes Schaf stehe jede Nacht zweimal auf, um die hungrige Bande zu füttern, Aber nicht nur der Hunger veranlasst sie, mich zu wecken. Es kommt schon gehäufter vor in letzter Zeit, dass sie schmusen, spielen und kuscheln wollen. Oder sie scharren so lange auf dem Klo, dass ich schon die Befürchtung habe, sie könnten in Australien raus kommen.

Meine Nächte sehen derzeit so aus:

1:20: Ich erwache unsanft aus meinem Schlaf, weil mein gefleckter Sohn meine Nase schon seit einigen Minuten mit seiner Pfote bearbeitet. Er will unter meine Decke und mit mir kuscheln. Ok, er liegt zwei Sekunden unter der Decke und ihm fällt ein, dass ihm das zu warm ist. Jetzt will er fressen. Ich schleppe mich trantütelig im Halbschlaf aus dem Bett und fülle die Näpfe. Die drei Söhne fressen, das schneeweisse Mädchen hat keinen Appetit. Jetzt will sie unter meine Decke. Nach gefühlten 3 Sekunden hat auch sie genug von der Wärme und will lieber auf mir liegen. Der rothaarige Sohn ist fertig mit seiner Speisung und findet, dass meine Kniekehlen ein wundervoller Platz sind, sich zu putzen. Er legt sich drauf und man hört ihn lautstark schmatzen und an seinem Fell zupfen. Körperpflege ist bei ihm immer eine etwas lautere Angelegenheit. Der grau-weiss gefleckte Sohn ist gesättigt. Er will jetzt spielen. Er rennt dazu in den Keller und maunzt so lange und laut, bis ich aufstehe und schaue, was er hat. Im Keller angekommen, sieht er mich erwartungsvoll an. Er will hoch getragen werden. Ich hieve den 9,3kg leichten Kater auf meinen Arm und trage ihn zwei Stockwerke nach oben. Er springt leichten Fusses aufs Bett und nimmt dort einen exorbitant großen Raum ein. Ich fädele mich irgendwo zwischen die drei Katzen die dort jetzt liegen. Der dritte Sohn ist inzwischen auch fertig mit seiner Nahrungsaufnahme und kommt auch noch ins Bett. Es ist derjenige, der gerne meine Nase mit seiner Pfote malträtiert. Wenn ich nicht sofort reagiere, sprich aufwache, auch gerne mit ausgefahrenen Krallen. Dieser braun-schwarz gefleckte Schatz will jetzt kuscheln. Dazu wirft er sich neben meinen Kopf und schleudert mir seinen buschigen Schweif ins Gesicht. Zusätzlich lässt er noch einen fahren und es stinkt, als ob ich neben einem Güllefass schlafen würde. Wie kann ein so kleines zierliches Wesen so einen Gestank fabrizieren? Es ist mir unerklärlich.

Der rote Herr, der es sich wieder auf meinen Kniekehlen bequem gemacht hat, ist fertig mit der Fellpflege und ist eingeschlafen. Er schnarcht lautstark. Die kleine weisse Prinzessin fühlt sich vernachlässigt und maunzt mir aufdringlich ins Ohr. Ich kann mich aber schlecht drehen, weil der Schwanz des braun-schwarzen Katers noch in meinem Gesicht ist und er freudig schnurrt. Also verrenke ich mich irgendwie und verdrehe meinen Arm so, dass ich die kleine Madame streicheln kann. Sie verfällt sofort in wohliges Schnurren. Der verspielte 9,3kg Kater kommt auf die Idee, das es an der Zeit wäre, wieder einmal “Harfe” zu spielen: Dazu legt er sich unter das Bett und zupft mit den Pfoten an den Metallstreben des Lattenrostes. Mein Mann und ich stehen senkrecht im Bett. Das Konzert ist nicht sehr schön für unsere Ohren, was den Kater nicht weiter stört. Unbeirrt zupft er weiter, bis ich gegen die Matratze klopfe und er endlich aufhört. Jetzt muss er aufs Klo. Er läuft die zwei Stockwerke in den Keller wo die Toiletten stehen und man hört ihn bis nach oben strullern. Es hört sich an, als ob ich vergessen hätte, den Wasserhahn abzudrehen. Jetzt ist scharren angesagt. Eine gefühlte Ewigkeit vergräbt er seinen Urin. Wir hören das Gescharre, als ob das Klo direkt neben uns stehen würde. Er ist fertig und maunzt. Es ist so einem kleinen Prinzen natürlich nicht zumutbar, mitten in der Nacht alleine wieder hoch zu laufen. Ich stehe also wieder auf und trage den gefleckten Brummer wieder nach oben.

Die Dame und die Herren schlafen ein und ich endlich auch. Bis um 4:39… das Spiel beginnt von Vorne… da ist wieder die Pfote, die meine Nase bearbeitet… ich schleppe mich noch schlaftrunkener als Stunden zuvor aus dem Bett, füttere die gnädigen Herrschaften und versuche wieder zu schlafen. Es gelingt mir tatsächlich für eine halbe Stunde wieder einzuschlafen, bis ich von der kleinen Dame als Trampolin missbraucht werde. Sie hüpft auf meinem Bauch herum. Die Kater finden das prima, dass ich jetzt wieder wach bin, denn sie wollen spielen, schmusen, knuddeln, unter meine Decke….einer der Kater macht jetzt unten sein großes Geschäft, das natürlich noch länger und sorgfältiger verbuddelt werden muss. Scharr scharr, buddel buddel maunz maunz erklingt es aus dem Keller. Als er endlich fertig ist, schreit er so lange… nun ja man kennt es ja schon… ich stehe auf, laufe runter, nehme ihn auf den Arm. Er schnurrt, die Welt ist wieder in Ordnung. Ich trage ihn hoch. Er stinkt… ich versuche meinen Kopf weg zu drehen, aber er springt dann einfach auch auf die andere Seite. So eine Duftmarke ist schließlich wichtig und kann nicht einfach so übergangen werden. Irgendwann übermannt mich wieder der Schlaf und ich verfalle in irre Träume, eingelullt vom Gestank der Flatulenz des  nur 3,9kg leichten Zauberwesens neben meinem Kopf.

Um 7:00 klingelt der Wecker. Ich erwache mit Augenringen und bin aufgrund einer fehlenden Tiefschlafphase wie gerädert. Ich mache mich für die Arbeit zurecht und lasse mir einen Kaffee aus der Maschine und schaue so durch den Raum. Alle vier Kinder schlafen einträchtig und friedlich auf dem Sofa. Sie schauen aus wie Engel. Ist ja auch kein Wunder, dass sie nun rechtschaffen müde sind, nach den Aktivitäten der Nacht. Ich gebe ihnen einen Kuss auf die Stirn und verlasse übermüdet und fertig das Haus. Ich kann ihnen keine Sekunde böse sein. Sowie sie mich anschauen, mit ihren Kulleraugen und ihren niedlichen Gesichtchen, bin ich eh nur noch ihre Marionette und mache alles, was die Herrschaften möchten. Wenn sie einen einmal anraunzen, dann ist alles vergessen und ich schmelze dahin. Sie haben mich fest im Griff.

Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die einen erfreuen und glücklich machen

Heute habe ich unseren mittleren Sohnemann gewogen und festgestellt, dass er 300g zugenommen hat. Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich mich das macht. Ja klar, 300g sind nicht viel, aber bei ihm bin ich um jedes Gramm dankbar. Er ist so dünn und bei so einem geringen Gewicht macht es einen riesen Unterschied, ob er 3,7 kg wiegt oder 4,0 kg.

Unseren jüngsten Sohn habe ich auch gewogen und nun ja, was soll ich sagen. er hat ebenfalls 300g zugenommen… aber er wiegt jetzt 9,3 kg anstatt 9,00 kg. Ich kann es mir natürlich schön reden und sagen “Er ist riesengroß” (was er auch ist) und “Er hat schwere Knochen” (was er auch hat), aber Fakt bleibt auch, dass er übergewichtig ist. Dabei frisst er kaum was. Der dünne kleine Mann dagegen frisst wie ein Scheunendrescher und nimmt nur spärlich zu.

Es ist einfach Veranlagung. Der eine kann essen was er will und bleibt dünn, der andere schaut den Napf nur an und zack ist er wieder ein bisschen schwerer.

Auf jeden Fall bin ich überglücklich, dass das dünne Katerchen etwas zugenommen hat und ich hoffe, dass er noch mindestens 500g zunimmt. Beim Jüngsten hoffe ich, dass er mindestens 1kg abnimmt. Nicht weil ich ihn nicht lieb hab, so wie er ist. So hab ich immerhin doppelt so viel Masse zum knuddeln, aber es ist einfach nicht gut für seine Gelenke. Er ist noch relativ jung und kann sich jetzt noch gut bewegen. Wenn er jedoch älter wird, wird sich dies leider ändern und er wird Schwierigkeiten beim Springen und Treppensteigen haben. Es ist jedoch echt schwierig, bei einem Kater das Gewicht zu reduzieren, der gar nicht so viel frisst und sich schon viel bewegt.

Er ist ein Ragdoll-Waldkatzenmischling und seine Statur ist teilweise auch genetisch bedingt. Ebenso ist es beim Mädchen und beim mittleren Sohn. Sie sind feingliedrig und zierlich und werden vermutlich immer etwas dünner sein. Ihre Eltern waren ebenfalls eher dünn. Dennoch bin ich bei den Beiden um jedes Gramm Polsterung mehr als froh und die beiden etwas plüschigeren Söhne sind eben von Naur aus etwas flauschiger. Wir werden natürlich ein Auge darauf haben. Beim spanischen Adoptivsohn wurde es schon deutlich weniger und ich hoffe, dass es beim jüngsten Familienmitglied ebenso sein wird.

Feierabend mit den Kindern

Heute Abend kam ich relativ spät nach Hause und die Kinder saßen schon sehnsüchtig an der Haustüre und erwarteten mich.

Unser jüngster Sohn wollte dann schmusen. Ich legte mich aufs Sofa und er legte sich mit seinen federleichten 9,3kg auf meinen Bauch. Wir lagen gerade so schön da und er beschnurrte mich, aber seine Geschwister hatten andere Pläne. Das Töchterlein kam sogleich und beanspruchte den Platz auf meinem Bauch für sich. 2,8kg sind deutlich leichter, allerdings schnurrt und maunzt sie nicht so schön, wie der Jüngste. Sie nölt eher. So prinzessinnenhaft und engelsgleich sie auch ausschaut. Vom Maunzen her erinnert sie eher an eine alte Fahrradhupe. Natürlich liebe ich sie auch, wenn sie kein liebliches Stimmchen hat.

Es dauerte keine zwei Minuten, bis einer der älteren Söhne ankam und den Platz ebenfalls für sich beanspruchte. Wenn ich eine Tonne wiegen würde, hätten alle vier auf meinem Bauch Platz, aber das ist zum Glück nicht der Fall.

Es gibt Tage, da weichen sie keinen Millimeter von mir und ich werde permanent belagert. Das ist schon manchmal anstrengend, wenn man überhaupt keine “Privatsphäre” mehr hat, aber auch wunderschön. Ich liebe diese kleinen haarigen Monster. Auch wenn ich nachts im Bett kaum Platz habe, weil sie sich großzügig auf meiner Seite des Bettes breit machen.

Vor ein paar Jahren hatte ich mir nachts einen Wirbel verrenkt und der Orthopäde fragte, wie das passiert wäre. Ich sagte ihm, dass des Nachts drei Katzen mit einem Gesamtgewicht von ungefähr 16 kg auf mir lagen, ich mich im Schlaf gedreht habe, was die Katzen dabei wiederum in ihrem Schlaf störte, was sie missmutig zur Kenntnis nahmen und ich durch die Drehung und das Katzengewicht irgendwie einen Wirbel eingeklemmt habe. Er schaute mich erst entgeistert an und fing dann an zu lachen.

Es gibt auch so Sätze, die nur Katzenmitbewohner richtig verstehen. Wie zum Beispiel “Nimm den Schwanz aus meinem Essen”. Es gibt auch Abende, die man mit Tätigkeiten verbringt, die man besser nicht erzählt. So nach dem Motto “Was habt ihr am Samstagabend so gemacht?” “Ach… der jüngste Kater hatte einen Bollen Scheisse hinten im Fell hängen und den haben wir mit der Papierschere herausgeschnitten” klingt nicht nach einer spaßigen Freizeitgestaltung. Muss aber. Aber egal wie viel Dreck sie machen und wie oft sie meinen Schlaf stören, sie geben mir so viel und ich möchte keinen Tag mit ihnen missen.

Anmaßend = ohne Berechtigung für sich in Anspruch nehmen

Der Mensch nimmt für sich – ohne Berechtigung – in Anspruch, die Krone der Schöpfung zu sein und jedes Recht zu haben, über allen anderen Tieren zu stehen.

Es fängt schon im ganz Kleinen an. Meine Kinder sind in der Gesellschaft nicht als Kinder anerkannt, weil sie einer anderen Spezies angehören. Als Mutter wäre ich nur anerkannt, wenn ich ein menschliches Kind hätte. Katzen jedoch sind Haustiere, keine Familie. Ich bekomme keinen Sonderurlaub, wenn meine Kinder krank sind. Wir bekommen kein Kindergeld und sie sind nicht krankenversichert. Kaum jemand schenkt ihnen was zum Geburtstag oder gratuliert ihnen und Weihnachtsgeschenke bekommen sie auch ganz selten.

Als meine älteste Tochter letztes Jahr im Sterben lag, hatte dafür nur Verständnis, wer selbst geliebte Familienmitglieder hat oder hatte, die nicht menschlich sind. Ich war damals Tag und Nacht für sie da. Wenn sie auf dem kühlen Boden liegen wollte, legte ich mich dazu. Wenn sie durstig und hungrig war, fütterte und tränkte ich sie, als sie nicht mehr laufen konnte. Ich blieb bei ihr, bis sie aufhörte zu atmen. Ich sah zu, wie sie innerhalb von fünf Monaten mehr und mehr körperlich abbaute und versuchte alles, um sie zu retten und gab auf, als sie mir deutlich zeigte, dass sie gehen wollte. Ich hielt ihre Pfote und hielt es aus, sie gehen zu lassen. Sie war immer für mich da und liebte mich bedingungslos. Das kann ich nur von ganz wenigen Menschen behaupten. Trotzdem wurde mir selbst die Trauer um sie noch abgesprochen. “War doch nur eine Katze”. “Sie war ja unendlich alt”, “Um einen haarigen Fuss weint man nicht”, “Also es sollte doch schon noch ein großer Unterschied zwischen Mensch und Tier gemacht werden” blablabla. Wie unendlich anmaßend! Es ist, als ob ein Teil von mir selbst mit ihr starb. Wer das nicht erlebt hat, der kann sich auch den Schmerz nicht vorstellen und darf sich auch nicht anmaßen so etwas zu sagen!

Ja, meine Kinder werden nicht bei einer Weihnachtsaufführung mitmachen und wir werden wegen ihnen auch nicht beim Rektor der Schule antanzen müssen. Sie werden nie beim kiffen erwischt werden. (obwohl, das Schnüffeln an Baldriankissen oder Minze kommt dem schon sehr nahe) Sie werden niemals Schwiegersöhne und Töchter mit heimbringen und ich werde auch keine Oma werden (obwohl, das bin ich schon. Einer meiner Söhne hat eine Tochter und vermutlich bin ich schon Urururururoma). Sie werden leider nicht so alt werden, wie ich es mir wünschen würde. Sie benötigen keine Tagesmutter (obwohl, doch das haben wir auch ab und an) und keinen Kindergartenplatz. Wir müssen nicht auf Elternabende und auf keinen Abiball. Dennoch sind sie nicht weniger “wert”. Sie geben uns so unendlich viel. Sie kommunizieren durchaus mit mir und ich verstehe sie und sie verstehen mich. Natürlich reden sie nicht in einer menschlichen Sprache, dafür ist ihr Kommunikationsweg klarer und direkter und sie lügen nie. Sie können durchaus beleidigt sein, eifersüchtig sein und auch schauspielern. Sie können mich manipulieren und mich um den Finger wickeln. Das haben sie sogar perfektioniert. Ich liebe sie so sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann und ich weiss, dass sie mich auch lieben. Egal, ob ich Falten bekomme oder ein paar Kilos mehr auf den Rippen habe. Gleichgültig, ob ich geschminkt bin oder in Gammelklamotten auf dem Sofa flätze. Sie lieben mich immer gleich  – genauso wie ich bin. Mit all meinen Fehlern, Schwächen und Unzulänglichkeiten. Auch das kann ich nur über sehr wenige Menschen sagen.

Eine Bekannte sagte mal, sie würde ihre menschlichen Kinder mehr lieben als ihre Katze, weil sich die Katze nicht weiter entwickle, die Kinder jedoch schon. Naja, wenn das ein Argument für “stärkere” oder “schwächere” Liebe ist, dann wäre die logische Schlussfolgerung, dass sie ihre Kinder dann auch nicht mehr so liebt, wenn sie mal erwachsen sind.

Ich finde auch nicht, dass sich erwachsene Tiere nicht mehr “weiterentwickeln”. Wir bekamen unseren ältesten Sohn vor beinahe 5 Jahren von einer Tierschutzorganisatin aus Spanien und er war schwer traumatisiert. Es ist wundervoll mit anzusehen, wie er auch jetzt noch mehr und mehr auftaut und sein Trauma verliert. Es ist fast ein Wunder, wie sehr er uns vertraut und ich liebe es, wenn er sich an mich schmiegt und mir sein Bäuchlein zum kraulen zeigt. Das ist bei Katzen ein sehr großer Vertrauensbeweis.

Ich liebe meine Kinder genauso wie Ihr Eure Menschenkinder liebt. Ich sorge mich genauso um sie, wie Ihr. Ich vermisse sie genauso, wenn ich von ihnen getrennt sein muss. Ich werde von ihnen auch vermisst und sie freuen sich deutlich, wenn ich wieder nach Hause komme.

Wir sagen sehr oft, dass unsere Kinder so wunderschön sind, dass wir uns kaum an ihnen satt sehen können. Ob das wohl auch alle Eltern von ihren menschlichen Sprösslingen täglich sagen?

Immer gut drauf

Mein zweitjüngster Katzensohn ist echt immer gut drauf. Es gibt fast nie eine Zeit, wo er schlecht gelaunt wäre. Selbst wenn er Durchfall hat und Scheiße am Arsch und wir ihm den Hintern putzen müssen, schnurrt er laut und ist bester Dinge.

Ich sollte mir das von ihm abschauen. Er hat immer einen aufgestellten Schweif, was bei Katzen ein eindeutiges Indiz für gute Laune ist. Er begrüsst mich gutgelaunt, er verabschiedet mich gutgelaunt, er schnurrt sogar beim Fressen.

Die anderen Geschwister sind schon manchmal etwas angepisst und schlecht gelaunt, aber er ganz ganz selten. Er ist ein wahrer Sonnenschein.

Ich sollte mich von seiner Lebensfreude anstecken lassen. Man kann auch sprichwörtlich gut drauf sein, wenn man Scheiße am Hintern kleben hat. Mein kleiner Zenmeister hat vielleicht deshalb seit Monaten Verdauungsprobleme um mich das zu lehren. Egal wie beschissen das Leben ist: Wir haben es selbst in der Hand, wie wir darauf reagieren.

Ich verreise nicht gerne

Ich bin Sternzeichen Schütze (nicht dass ich an Astrologie glauben würde) und man sagt Schütze geborenen nach, dass sie sehr reisefreudig wären. ich bin es definitiv nicht.  Ganz im Gegenteil. Ich hasse es, zu verreisen.

Morgen muss ich für drei Tage auf Geschäftsreise. Eigentlich wären es nur zwei Tage gewesen, aber es wurde entschieden, dass es auf drei Tage ausgeweitet wird.

Mein Einwand, dass ich meine Kinder ungern alleine lasse, wurde mit der abfälligen Bemerkung “Wir reden hier von K A T Z E N” abgetan.

Immer diese Abwertung, dass meine Kinder weniger wert sind, als menschliche Kinder.

Meine werden mich genauso vermissen, wenn ich nicht da bin. Als ich im Sommer, ebenfalls im Rahmen der Arbeit, zwei Tage weg musste, frassen sie sehr schlecht.

Ich mag morgen nicht weg, kann mich aber nicht dagegen verwehren.

Mein Zauberer ahnt glaub etwas, er wich heute kaum von meiner Seite. Von meinem gefleckten Liebling bin ich das gewohnt. Er ist sowieso voll das “Mama-Kind”, aber der Zauberer ist normalerweise nicht so anhänglich.

Ja klar, es sind nur drei Tage, aber mir graust schon seit Wochen davor. Ich habe keinen Bock drauf! Null, Niente, Nada!

Auch dies wird vorrübergehen…

Insomnia

Ich schlafe seit Monaten sehr schlecht und wenn ich schlafe träume ich einen unglaublichen Bullshit. Meistens Alpträume von der Arbeit.

Der Hauptgrund, warum ich nicht schlafen kann, sind 1000 Gedanken, die mir durch den Kopf gehen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Ein weiterer Grund für die Schlaflosigkeit sind meine Kinder.

Einer meiner Söhne findet, dass drei Uhr nachts eine prima Zeit zum kuscheln ist. Ich kuschele unglaublich gerne mit ihm, aber ich benötige auch eine Tiefschlafphase.

Er weckt mich, indem er mit den Pfoten so lange meine Nase bearbeitet, bis ich aufwache und wenn ich dann nicht wach bleibe und seinem Willen entspreche, entweder zu knuddeln oder seinen Napf zu füllen, dann fährt er seine Krallen aus. Ich bin schon häufig mit roten Striemen auf der Nase aufgewacht.

Die anderen beiden Söhne und die Tochter haben sich das abgeschaut und nach dem Motto: “Was der kann, können wir auch”, wecken sie mich nun auf ähnliche Art. Nur lassen sie gnädigerweise ihre Krallen eingefahren. Es kann aber durchaus vorkommen, dass der 9 kg Riese auf meinem Brustkorb liegt und mich so lange laut beschnurrt, bis ich aufwache, oder dass die Tochter zu mir unter die Decke kuschelt und sich so lange an mich schmiegt, bis ich aufwache.

Das ist alles unglaublich süss, wenn man in die liebesbedürftigen Kulleraugen der Kinder schaut, aber doch nicht mitten in der Nacht.

Auf Anraten der Tierheilpraktikerin betreibe ich im Moment das Ignorieren der nächtlichen Aktivitäten, was sehr schwer ist. Wenn ich aber in absehbarer Zeit wieder normal schlafen möchte, dann muss ich das durchziehen, sonst wecken mich die Kleinen weiterhin mehrmals in der Nacht und ich wache dann komplett gerädert und übernächtigt morgens auf. Schlafentzug gilt nicht umsonst als Foltermethode.

Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat, ich oder die Kleinen. Wahrscheinlich gilt auch hier wieder der Spruch: Katzenerziehung ist total leicht. Innerhalb von zwei Wochen machst Du alles was sie wollen.

Länglich braun und kein Duplo

Drei unserer Katzenkinder haben längere Haare. Speziell bei den Katern kommt es ab und an mal vor, dass hinten im Fell was hängen bleibt, was dort nicht hin gehört. Es verfangen sich darin – nett umschrieben – “braune Brocken”. Ich denke das ist anschaulich genug.

Wenn sowas geschieht ist dies sehr schnell erkennbar am abartigen Gestank. Wenn einer der beiden Kater (das Mädchen hatte das noch nie) wieder eine “Praline” am Hintern hängen hat, erkennt man das sehr schnell. Leider jedoch meist nicht schnell genug.

In 90% der Fälle haben sie bei Entdeckung schon das halbe Haus “gestempelt”. Solche Malheure treiben unseren Verbrauch an Essigessenz enorm in die Höhe.

Das Putzen alleine ist noch nicht das “Schlimmste”. Beim Versuch, die Hinterlassenschaften mit einer Papierschere vorsichtig aus den Haaren zu schneiden, entwickeln sich die sanftmütigen Samtpfoten zu Wirbelwinden und man könnte meinen, sie hätten so viele Pfoten wie ein Oktopus Tentakel hat.

Wenn man einen echt üblen Tag erwischt hat, dann wurde das Überbleibsel schon etwas weich und platt gedrückt und selbst wenn man es großzügig herausgeschnitten hat und der Kater von hinten wie ein Pavian aussieht, muss noch gründlich nach gewaschen werden. Was Katzen echt liiiiieben… nicht…

Danach ist die Katze mindestens eine halbe Stunde beleidigt. In ganz schlimmen Fällen – wenn es keine “Brocken” mehr sind, sondern eher im flüssigen Zustand wird es eklig. Das ist richtig richtig übel. Einer der beiden hat es auch schon wiederholt fertig gebracht, seine Schweifspitze in die Pfütze zu tunken und damit die halbe Kellerwand zu “streichen”. Kürzlich kam er freudestrahlend angerannt und streichte mir um die Beine mit in die höhe gestelltem Schweif und säuberte die Spitze des Schwanzes so an meiner Pyjamahose…ein Traum. Der Verbrauch an Waschmitteln ist an solchen Tagen auch exorbitant hoch, weil ich doch eine kleine “Adriana Monk” bin.

Aber wenn sie einen einmal anschauen, mit ihren Kulleraugen und einen anschnurren, dann ist alles vergessen. Es gibt auch bei weitem Schlimmeres, als Katzenscheiße zu putzen.

Was triggert Dich so sehr?

Einer meiner Katzensöhne hat seit Monaten Durchfall. Mal schlimmer, mal besser. Wir waren selbstverständlich beim Tierarzt und auch eine Tierheilpraktikerin wurde engagiert. Die Blutwerte waren gut und unauffällig. Die Kotproben ohne Befund. Keine Erreger, keine Keime, keine Parasiten, keine Würmer, keine Giardien. Soweit so gut, doch wie jetzt weiter machen? Der nächste Schritt war der Versuch verschiedener Futtermittel nach dem Ausschlussverfahren, jedoch war es gleichbleibend, egal was wir fütterten. Also ließen wir einen Allergietest durchführen.  Der war wieder ergebnislos. Er reagierte zwar auf einige Substanzen, aber nichts davon ist in unserem Haushalt zu finden.

Mit jeder Woche wurde ich panischer, obwohl er eigentlich fit ist. Er hat ein schönes Fell, klare Augen und springt herum wie ein junger Gott. Trotzdem wurde ich von einer eiskalten Angst gepackt, dass er was “Schlimmes” haben könnte, obwohl sein Aussehen, Verhalten und auch alle Werte und Untersuchungsergebnisse dagegen sprechen.

Die Tierärztin und die Tierheilpraktikerin waren sich einig in ihrer Vermutung, es könnte psychisch sein. Die Tierheilpraktikerin ging sogar noch einen Schritt weiter und sprach den Verdacht aus, dass es sein könnte, dass mein kleiner sensibler Mann auf meinen Stress reagiert. Dass ich quasi meine Gefühle auf ihn übertrage. Zu meiner Verantwortlichkeitsgefühl kam jetzt noch zusätzlich die Schuld für seinen Durchstand. Ich fühlte mich bei jedem weichen Stuhlgang schuldig, weil ich es ja irgendwie verursacht haben könnte.

Vor zwei Wochen erzählte mir die Tierheilpraktikerin, dass auch sie bei ihren eigenen Tieren manchmal in irrationale Panik verfällt, wenn sie bestimmte Symptome zeigen. Ich dachte lange darüber nach und erkannte, was mich wirklich so triggerte. Es war nicht der Durchfall an sich, der mir solche unsägliche Angst machte. Es war der Umstand, dass mein Sohnemann seit einiger Zeit auf dem Kissen lag, der sonst der Platz unserer verstorbenen Katzentochter war. Über ein Jahr war dieser Platz tabu. Keine der anderen Katzen legte sich auf ihn. Die Tierheilpraktikerin sprach vom Trauerjahr, das auch die Katzen haben.

Mein Unterbewußtsein hat nun total irreal kombiniert, dass dieses Kissen ein “Todesomen” sein könnte. Wer auf diesem Platz liegt wird krank, totkrank. Das hatte also meine fürchterliche Furcht um meinen kleinen Schatz ausgelöst. Wenn man den Hintergrund rational beleuchtet ist das natürlich total irre, aber Ängste sind Ängste. Ob abwegig oder nicht.

Seit ich das erkannt habe, bin ich gelassener. Vielleicht bessert sich mit meiner zunehmenden Gelassenheit auch der Durchfall des süssen Schurrers Ich hoffe es sehr.