Was ich 2019 alles nicht geschafft habe

  • Die Fenster wurden auch 2019 nicht geputzt. Inzwischen haben wir fast Milchglasscheiben. Ein schöner Weichzeichnereffekt
  • Ich habe keinen Job gefunden, der mich glücklich macht. Das Gute daran: Es kommt also erst noch.
  • Ich habe – abgesehen von der Woche MagenDarmGrippe – kein Gewicht verloren. Vielleicht brauche ich gerade einfach ein paar Kilo mehr, damit ich das Leben besser ertrage. Mit weniger Gewicht wäre ich vielleicht zu schwach für den ganzen Irrsinn.
  • Ich bin noch immer nicht erleuchtet worden. Vielleicht werde ich das nie oder zumindest nicht in diesem Leben. Vielleicht werde ich auch nicht erleuchtet, weil es das gar nicht gibt, weil immer Licht und Schatten sind und das völlig normal ist.
  • Ich bin noch immer viel zu schnippisch, sarkastisch und ironisch. Aber vielleicht ist es das, was mich ausmacht.

Vielleicht werde ich auch 2020 nichts davon erreichen und vielleicht muss ich das auch gar nicht. Weil ich ok bin wie ich bin – mit meinen dreckigen Fenstern, meinen Fehlern und Schwächen, meinen Kilos zuviel und meinem losen Mundwerk.

Start ins neue Jahr

Das Jahr 2019 begann damit, dass ich morgens um halb 4 eine Gruppe Menschen vor unserem Haus mit “Ihr blöden Arschlöcher” angeschrien habe. Der Grund für meine verbale Entgleisung war ihr Geböllere und die darauf folgende Panik meines ältesten Katers.

Ich habe keine Ahnung, wer diese Leute waren. Ich erkannte nur schemenhafte Gestalten. Vielleicht die Nachbarn, vielleicht welche, die weiter weg wohnen, keine Ahnung. Fakt war jedoch, dass sie sich auch wirklich arschlochmässig verhalten hatten. Um halb 4 muss niemand mehr herum böllern. Das ist um Mitternacht schon schlimm genug.

Ich hoffe, ich kann das neue Jahr heute  Nacht ohne wüste Beschimpfungen meiner Mitmenschen starten. Wenn es aber sein muss, dann werde ich es wieder genau so handhaben.

Bye Bye 2019

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Noch 2,5 Tage, dann ist 2019 Geschichte. 2019 war kein herausragendes Jahr, aber zum Glück auch kein komplettes “Arschlochjahr” wie die Jahre 2018, 2015, 2014, 2010.

Arschlochjahre sind für mich Jahre, die den Tod gebracht haben. 2010 starb mein Katerchen nach 15 gemeinsammen Jahren, (und noch etwas starb, was ich hier aber nicht näher preisgeben möchte). 2014 starb mein geliebter Papa, 2015 meine beste Freundin und 2018 meine geliebte Katze nach 17 gemeinsamen Jahren. Diese Jahre waren von Angst, Furcht, Panik und letztendlich Trauer geprägt.

Solch ein Jahr war 2019 zum Glück nicht. 2019 war das Jahr der Zahnschmerzen. Am 7. Januar hatte ich eine Zahnoperation, die gründlich daneben ging. Nach einem Zahnarztwechsel und etlichen Besuchen dort haben der Zahn und ich so eine Art Waffenstillstand vereinbart. Er zickt nur noch ab und zu herum. Jeder rät mir, ihn “töten” zu lassen, aber ich habe ihn noch nicht aufgegeben. Ich habe noch immer die Hoffnung, dass er zu retten ist.

2019 war also das Jahr der Zahnschmerzen und das Jahr der Alpträume. Seit der Wintersonnwende haben die Alpträume endlich aufgehört.

Man könnte sagen, meine Bemühungen, endlich aus einer Lebenssituation heraus zu kommen, die nicht zu mir passt, sind – mal wieder – gescheitert. Oberflächlich betrachtet hat sich nichts geändert. Und dennoch ist es diesmal anders. Ja, ich hänge dort noch immer fest und ja, ich habe keine Ahnung und keinen Plan, wie sich das je ändern könnte, weil ich es jetzt schon so lange probiert habe und immer wieder gescheitert bin… aber ich bin gelassen. Habe keine Panik vor nächster Woche, so wie sonst immer. Ich zähle nicht die Stunden bis ich dieser Situation wieder ausgeliefert bin.

Es ist so etwas wie ein Urvertrauen in mir entstanden. Keine Ahnung wie, aber ich weiss, dass sich etwas ändern wird. Es hat sich jetzt schon etwas in mir geändert. Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir das selbst nicht mehr antun darf. Dass ich mein Licht nicht länger unter den Scheffel stellen darf. Dont you dare to dim your light - dont you dare! So werde ich es schaffen, mir die Umstände meines Lebens zu kreieren, die mich endlich glücklich machen. Ich weiss ich kann das. Nur ich selbst kann mich aus dieser Lage befreien und wenn ich das nicht sofort schaffe, dann bin ich wenigstens gewiss, dass auch dies vorüber gehen wird. Es ist niemals für immer. Irgendwann wird es Geschichte sein, so wie das zurückliegende Jahr.

Alle Jahre wieder

Normale Menschen feiern Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage mit der Verwandtschaft.

Das haben wir teilweise auch gemacht, aber überwiegend habe ich die Zeit mit Jenna Rink, Louis Winthorpe III, Billy Ray Valentine, George Bailey und Libuše Šafránková verbracht.

Es gibt schlechtere Gesellschaft als sie mit “30 über Nacht”, den “Glücksrittern,””Ist das Leben nicht schön” und “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” zu verbringen.

 

Manchmal bin ich ein kleines Arschloch

aber nur ein Kleines…

Dazu ein paar Beispiele:

Vor ein paar Jahren bekam ich eine Auszubildende ins Team. Sie wusste nicht so recht, ob sie mich Siezen oder Duzen sollte. Etwas verlegen redete sie mich immer mit Ihr und Eure an. Mir gefiel das so gut, dass ich es einen ganzen Monat lang genoss, bis ich ihr endlich sagte, dass sie mich ruhig duzen könne.

Ich traf mal auf einem Parkplatz einen Mann mit Hund. Der Hund war mega süss, der Typ eher nicht. Ich redete dann auch ausschließlich mit dem Hund.

Ich treffe im Bus öfter eine Frau, die ich zwar echt nett finde, die jedoch immer dasselbe redet. Das ertrage ich nicht jeden Tag und wenn ich keinen Bock drauf habe, mich mit ihr zu unterhalten, tue ich so, als ob ich voll beschäftigt wäre. In Wahrheit surfe ich aber nur durch Insta.

Gestern habe ich mir in meiner Fantasie ausgedacht, wie wohl ein Musial “Hitler der Untergang” choreografiert werden würde. Würde er wohl singen “Ich sitttze hirrr in meinem Bonker ond es ist der Untergaaaaaang”. Ach ist doch wahr. Es wird doch gerade echt alles in ein Musical verwurstelt.

Als junge “Erwachsene” habe ich oft mit verstellter Stimme bei Leuten angerufen, die ich nicht leiden konnte und habe irgend einen Scheiß gelabbert. Harmlos zwar, aber dennoch nicht nett.

Ein Bekannter hat einen total süssen, mega intelligenten Border Collie. Als ich den Bekannten traf, fragte ich ihn nicht nach seiner Frau, seinen Kindern oder seinem Befinden, sondern nur wie es dem Hund geht.

Ich sagte am Wochenende zu einer Frau, die mir “Gottes Segensspruch” geben wollte, dass ich diesem Kult nicht huldige. Noch schlimmer wäre es gewesen, wenn ich gesagt hätte, dass das der dunkle Lord nicht gerne sieht, aber ein einfaches “Nein Danke” hätte auch gereicht.

Das alles war sicher nicht sehr freundlich und ich kann daran arbeiten. Aber vielleicht ist es einfach nur menschlich, wenn man ab und an eine kleine Bitch ist.