Foxy Lady

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Eigentlich bin ich nicht so der Faschingstyp – eigentlich. Es gibt eine Veranstaltung bei uns in der Gegend, die immer am “Gumpendonnerstag” (der Donnerstag vor dem Hauptfaschingswochenende, auch Altweiberfasching genannt) stattfindet. Das ist simpel gesagt eine Party, wo alle verkleidet sind und man viel tanzt. Kein sonstiges Faschingsgedöns. Grob gesagt eine Kostümparty. Das ist genau nach meinem Geschmack. Ich verkleide mich sehr gerne, mag aber dieses übliche Karneval / Fascching / Faßnacht – Drumherum nicht besonders. Auch die übliche “Faschingsmucke” hielt sich in Grenzen. Es wurde überwiegend tanzbare Musik aus den Charts gespielt. Sehr angenehm.

Dieses Jahr war ich – wie schon im vergangenen Jahr – ein Fuchs. Die Haare habe ich selbst frisiert. Ich habe mir einen Curler gekauft. Das ist ein Gerät, wo man das Haar Strähnen-weise über den “Einzug” des Geräts legt und die Drehrichtung aktiviert und schon zieht das Lockengerät die Strähne eigenständig ein und man wartet, bis es 4x piepst und voilà, die Locke ist fertig. Mit einem gewöhnlichen Lockenstab habe ich nie so schöne Locken zaubern können, mit dem Curler sieht es – meiner Meinung nach – recht professionell aus. Selbst für absolute Styling Laien wie mich ist es einfach zu bedienen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viel einfacher als mit einem Lockenstab. Die Frisur sieht auch heute – zwei Tage später – noch recht ansehnlich aus. Fertig waren die Locken innerhalb von circa 15 Minuten. Für so ein Ergebnis sass ich schon weit aus länger bei Friseuren. Ich liebe es, wenn ich autark von Dienstleistungen werde. Mit meinen Haaren bin ich eh sehr heikel. Ich lasse sie höchstens alle 5-6 Monate schneiden, den Haaransatz färbe ich selbst mit veganer Haarfarbe, die ich aus verschiedenen Farben zusammen mische um diesen Farbton zu erhalten und ich schneide die Spitzen selbst. Lediglich die Stufen lasse ich in unregelmässigen Abständen von einer befreundeten Friseurin nachschneiden. Wenn spezielle Events anstehen lasse ich mich von ihr auch Schminken, jedoch glaube ich, dass ich die Haare zukünftig mit meinem Curler selbst stylen werde. Das Ergebnis hat mich schwer überzeugt. Vielleicht sind die Haare nicht supertoll und perfekt, aber gerade das gefällt mir daran so gut. Es ist nicht so “geschleckt”, sondern natürlich aus.

Heute vor genau 14 Jahren

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lernte ich meinen Mann kennen. Das obige Bild zeigt uns ein paar Wochen später, als wir schon ein Paar waren. Wie unglaublich jung ich da war. Aber auch damals schon kritisierte ich an mir herum, fand mich nicht hübsch genug, nicht jung aussehend genug, nicht dünn genug. Wie bescheuert und offensichtlich habe ich nicht viel dazu gelernt. Ih kritisiere mehr an mir herum wie je zuvor. Lasse meist kein gutes Haar an mir. Hab einen zu dicken Bauch, zu knochige Knie, zu lange Stelzenbeine, zu viele Lachfalten. zwei zu starke Denkerfalten zwischen den Augen, zu krumme Zähne, zu zu zu zu was auch immer mir täglich neu dazu einfällt, was an mir alles nicht stimmt. Es wird Zeit, mich auf das zu konzentrieren, was real ist. Ich sehe gut aus. Nicht für mein Alter, nicht noch, nicht geht so. Einfach faktisch: Ich bin gutaussehend PUNKT.

Ich hatte vorgestern ein Gespräch mit einer Kollegin. Auch sie mäkelt oft und gerne an sich herum und kann nicht glauben, wenn ihr Partner ihr sagt, dass sie schön ist, denn das ist sie. Sie hat eine tolle Figur, ein hübsches Gesicht,  Was stimmt mit uns nicht, dass wir ständig an uns herum kritisieren und nicht glauben, was die Wahrheit ist?

Als ich diese Woche das Bild von mir mit der Mütze und dem roten Lippenstift auf Insta postete, schrieb ein junger Blogger darunter “Beautyful” und was war mein erster Gedanke “Der hat sich bestimmt im Post geirrt”. Nein, hat er nicht, er meinte mich damit. Weil ich auf dem Bild eben schön ausschaue. Ich bin es selbst leid, mich immer kleiner zu machen als ich bin, weiss aber nicht, wie ich aus der Mäkelfalle heraus komme.

Mein Mann sagt mir oft, “Ich weiss echt nicht was Du immer hast, hör doch endlich auf damit”. Das würde ich gerne, aber ich weiss nicht wie. Wie übt man sich in Selbstliebe? Daran muss ich echt arbeiten. Wenn ich Bilder von mir von heute in weiteren 14 Jahren betrachten werde, wird es wieder so sein, dass ich denken werde “Meine Güte, war ich damals jung und hübsch”. Warum erkenne ich es nicht heute? Auch damals erkannte ich es nicht und 14 Jahre zuvor ebenfalls nicht. Es wird Zeit, dass ich aufwache und nicht nur ich: Wacht auf, all ihr schönen Frauen da draussen, die ihr immer an Euch herumkritisiert und mäkelt. Erkennt endlich wie schön ihr seid. Seht Euch selbst mit den Augen der Anderen! Ihr seid schön und ihr seid genug, genau so wie ihr seid!

Make-up Kram und Krempel

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Einer meiner Neujahrsvorsätze war auch, dass ich mich mehr ausprobieren werde und nicht jeden Tag gleich rumlaufen möchte. Deshalb habe ich mir einen knallroten Lippenstift (mit passendem Nagellack) zugelegt.

Kürzlich las ich auf einem Beuatyblock, dass man jenseits der 50 keinen knallroten Lippenstift mehr tragen soll. So etwas weckt immer die Rebellin in mir und führt sofort zu “Und jetzt erst recht”!. Ich finde überhaupt nicht, dass man in so einem gar methusalemischen Alter keinen knalligen Lippenstift mehr tragen darf. Es ist nicht alters, sondern Typ abhängig. Wie bei allem übrigens. Diese Pauschalisierungen nerven mich so unsäglich. Als nächstes werde ich mit Lidstrich experimentieren. Das darf man anscheinend in meinem hohen Alter auch nicht mehr tragen pfffffffff

Meine Thigh Gap war weg, oh Schreck

Vorgestern unterhielt ich mich mit einer Bekannten über Oberschenkellücken, bzw. deren nicht vorhanden sein.

Normalerweise habe ich eine Thigh Gap, doch als ich am Donnerstag so an mir herunterschaute, rieben die Oberschenkel beinahe aneinander und ich erschrak. Ja, ok, ich hatte ein paar Kilo zugelegt, wie jeden Winter… aber soooo viel?

Doch dann wurde ich abgelenkt und ich vergaß das Thema wieder. Bis ich abends vor meinem Spiegel stand und oh Wunder, die Thigh Gap war wieder da.

Des Rätsels Läsung war sehr simpel. Ich hatte mittags zwei mit Teddyplüsch gefütterte Leggins übereinander getragen, weil die Außentemperatur momentan affenkalt ist. Mit diesen verstärkten Strumpfhosen hätte niemand mehr eine Thigh Gap.

Einhorn-Mascara von Pacifica

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Diese Einhorn-Mascara war ein Weihnachtsgeschenk meiner Nichte, die in den Staaten lebt.
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Pacifica vertreibt 100% vegane Kosmetik und Parfüme.

Die Einhorn-Wimperntusche hat ein Bürstchen, welches per Drehung aus oder eingefahren werden kann. Dementsprechend lässt sich die Tusche für Volumen und Länge nutzen. Auf dem Bild ganz oben seht Ihr meine Wimpern 3x getuscht. 1x mit dem kurzen Bürstchen und 2x mit dem ausgefahrenen Bürstchen. Die Rezeptur der Mascara enthält keinerlei tierische Zutaten und die Produkte von Pacifica werden nicht an Tieren getestet. Ich bin mit der Tusche sehr zufrieden. Das Bürtchen ist auch für nicht schminkbegabte Menschen, wie mich, geeignet.

Vermerk: das ist keine Werbung, sondern ein Erfahrungsbericht!

Wunsch und Wirklichkeit

Als Kind sah ich einmal eine Reportage über die sagenumwobene Gestalt des Grafen von Saint Germain, der angeblich das Elixier der ewigen Jugend hat.

Je älter ich werde, umso dringlicher suche ich den Grafen :-D. Wenn ich ihn gefunden habe, dann werde ich wieder so ausschauen:

 

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Bis dahin muss ich mich jedoch mit diesem Anblick im Spiegel abfinden:

 

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Oder besser noch, ich bitte ihn um den Stein der Weisen, welchen der Graf ebenfalls besitzen soll. Entweder ich kann damit das Elixier selbst herstellen, oder ich bin dann so weise, dass ich es nicht mehr benötige.

Back to the roots

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Mitte der 90er Jahre war meine Lieblingsserie Willkommen im Leben – My so-called life. In der Serie sagte Rayanne Craff zu ihrer Freundin Angela Chase,  ihre Haare würden sie hemmen und sie müsse sie deshalb dringend färben.

An diese Szene musste ich heute denken, als ich meine Haare von dunkelblond in braun färbte. Das dunkelblonde Haar hemmte mich zwar nicht, dennoch entsprach es mir nicht. Ich bin keine Blondine. Ich war schon immer brünett und deshalb kehrte ich heute zu meiner Naturhaarfarbe zurück.

Es ist gut möglich, dass ich immer mal wieder hellere Haare oder Strähnen haben werde, das ist auch vollkommen ok. Im Moment ist jedoch braun angesagt. Meine natürliche Farbe ist es in Wahrheit nicht mehr. Das wäre das ach so trendy “Granny Hair”, aber das passt momentan noch weniger zu mir, wie dunkelblond.

Zu blöd zum Schminken

Es ist ein Fakt! Ich kann mich echt nicht gut schminken. Bestenfalls sehe ich aus, wie frisch vom Kinderschminken, Schlechtestenfalls wie Alice Cooper.

Mit Strobing, Contouring oder Baking brauche ich erst gar nicht an zu fangen. Das wird dann unweigerlich zur Clownsmaske. Aber auch schon Kleinigkeiten wie falsche Wimpern sehen bei mir stark nach Karneval aus. Hier der Beweis:

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Nägel lackieren gehört auch nicht zu meinen Talenten. Es sieht meistens aus, als ob einer der Kater die Nägel lackiert hätte. Jede 5Jährige kann das sicher besser.

Ich würde es echt gerne können. Ich bewundere Frauen, die top gestylt, manikürt, pedikürt und angezogen sind. Ich finde es faszinierend, wie es manche schaffen, wie aus dem Ei gepellt aus zu schauen. Kein Nagellack abgesplittert, kein Haar liegt falsch. Und bei mir? Das totale Chaos. Kein einziges Kleidungsstück ohne Katzenhaare.

Es gibt Tage (leider viel zu viele), da fühle ich mich alt, hässlich, unzulänglich und wäre gerne schöner. Würde mich gerne so schminken können, wie die “AusdemEigepelltFrauen”. An ganz miesen Tagen vergleiche ich mich mit anderen Frauen oder gar Mädchen. Beneide sie um ihr Talent sich gekonnt in Szene zu setzen. Wünschte, ich hätte Haare wie diese und die Figur wie jene. Wünschte, ich wäre alles nur nicht ich. Dabei bin ich doch ganz ok. Jede Frau hat was Schönes an sich. Manchmal ist es nur eine Frage der Frisur, der Kleidung, der Einstellung.

Ich kenne eine junge Frau, die hat ein hübsches Gesicht, schlanke Figur und dennoch hat sie NULL, wirklich NULL Ausstrahlung. Weshalb? Sie kleidet sich extrem bieder. Eher schon altbacken. Ich kenne 70Jährige, die modischer gekleidet sind. Grau, beige und creme sind ihre Farben. Vielleicht noch dunkelblau, wenn sie einen ganz flippigen Tag hat. Sie hat einen simplen Konturenschnitt, der den konservativen Gesamteindruck leider noch 100fach verstärkt. Sie schminkt sich niemals. Sie besitzt vermutlich nicht einmal Mascara. Sie gefällt sich vermutlich so, sonst würde sie ja nicht so herum laufen, oder? Vielleicht traut sie sich auch nur nicht aus sich heraus und versteckt sich hinter dieser Mauerblümchen-Fassade. So schade. Sie hätte so viel Potential. Immer wenn ich sie sehe, juckt es mich – vor allem als Fotografin – in den Finger, mal ein ganz anderes Bild von ihr zu zeigen. Ich würde gerne ein Shooting mit ihr machen, wo sie jemand gänzlich anderes ist. Ein Femme Fatal Shooting. Geschminkt, Haare nach hinten gestylt, vielleicht etwas gelockt, sexy Kleidung und lasziv auf dem Boden räkelnd. Das würde mir bei ihr gefallen. Ob es ihr wohl auch gefallen würde?

Ich würde gerne eine andere Seite von mir sehen und mich so schminken (lassen!!!), wie Kim Kardashian. Contouring mit allem drum und dran. Einmal eine ganz andere sein. Wie ich damit wohl aussehen würde? Ich fürchte, wie der Joker…aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht würde ich damit aufsehenerregend toll aussehen. Bis dahin begnüge ich mich damit, so herum zu laufen:

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Dezentes Augen Make-up mit Lidstrich, Wimperntusche, die Brauen etwas nach gestrichelt und in Form gebürstet, die Haare irgendwie zusammen gewurstelt. Das ist mein Styling, wie ich es kann. Alles was darüber hinausgeht überfordert mein Schminktalent. Vielleicht ist das auch ganz gut so, sonst würde ich mich womöglich an schwachen Tagen hinter mehreren Schichten Concealer, Illuminating Effect Fluid und ner ganzen Palette Cover-Farbe verstecken. Völlig talentlos, was gekonntes, aufwendiges Make-up anbelangt, bin ich gezwungen, mein wahres, unverfälschtes Gesicht zu zeigen.

 

Ich sehe aus, wie ein vollgeschissener Strumpf

IMG_8189Diesen Satz hörte ich letzte Woche von einer attraktiven jungen Frau. Sie sagte noch mehr Negatives über sich selbst. Angeblich wäre sie zu fett, hätte zu dicke Arme, keine schönen Beine, graue Haare, zu wenig Oberweite, Augenringe etc etc etc, Sie ließ buchstäblich kein gutes Haar an sich selbst. Ich war offen gesagt erschrocken, wie madig diese – objektiv betrachtet hübsche – Frau sich selbst machte. Es tat mir in der Seele weh, wie sie sich runter gemacht hat.

Doch dann erkannte ich, dass sie mich auf eine bestimmte Art spiegelte. Auch ich tue mir das selbst manchmal an. Nicht in dem Ausmaß wie die Bekannte, aber dennoch eindeutig zu oft. Meine Phasen der mangelnden Selbstliebe sind meistens so alle 27 Tage kurz vor der Erdbeerwoche. Das Beste, was man tun kann, ist, diese negativen Gedanken einfach ziehen zu lassen und ihnen keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Man weiss ja, woher sie kommen und dass sie auch wieder vorüber gehen.

Frauen werden schon von klein auf darauf gedrillt, dass es wichtig ist, hübsch zu sein. Der Zeitgeist und die Medien diktieren zusätzlich eine möglichst dünne Figur. Mit fatalen Folgen für uns Frauen. Das 11. Gebot der “Modernen Zeit” besagt: Du sollst nicht altern. Davon geprägt versuchen wir irgendeinem vermeintlichen Ideal nach zu jagen, vergleichen uns mit Anderen (und schneiden in unseren Augen natürlich schlechter ab) und tun weißderGeierwas dafür, möglichst jung, attraktiv und dünn auszusehen und dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.

Durch ein ständiges “Heruntermachen” schadet man nicht nur sich selbst. Immer wenn wir unser Licht dimmen, belasten wir damit auch unbewusst unser engeres Umfeld. Deshalb ist es ratsam sich in Selbstliebe zu üben. Immer wenn wir schlecht über uns selbst reden, rauben wir uns, wie auch allen, denen wir diese Schlechtmacherei zumuten Energie. Sei es der Partner oder die Freundinnen. Wir belasten sie damit.

Viel zu oft vergleiche ich mich mit Anderen. Die haben anscheinend schönere Haare, schlankere Bäuche, weniger Falten und was weiss ich noch alles. Aber das ist Blödsinn. Jede von uns ist doch für sich einmalig und unvergleichlich.

Ich habe öfter Mal dysmorphophobe Phasen. Wenn ich in den Spiegel schaue, fühle ich mich missgestaltet. Zur Selbsthilfe  fotografiere ich mich zu diesen Zeiten immer. Wenn ich wieder “normal” bin und diese Bilder anschaue, finde ich nichts Abstoßendes und Häßliches daran. Wenn ich mich dann nochmals in so einem Zustand befinde, dann weiss ich, dass er nicht von langer Dauer ist und schenke ihm möglichst keine Beachtung.

Ein guter Anfang ist es auch, sich jeden Tag ein paar Komplimente zu machen. Ich fange mal mit mir an: Ich habe schöne, braune Rehaugen; ich habe schon echt viel im Leben überstanden, woran andere vielleicht verzweifelt wären; ich habe “endlos lange” Flamingobeine; ich sehe viel jünger aus, als ich laut meinem Personalausweis bin.

Was ist an Euch schön? Was habt Ihr schon erreicht oder psychisch schadlos überstanden auf das Ihr stolz sein könnt?

Eigenlob stinkt ganz und gar nicht! Es ist manchmal bitter nötig, sich selbst zu sagen, was man alles erreicht hat und was gut an einem ist um ein gesundes Selbst-bewußt-sein zu entwickeln! Nur durch Selbstliebe hat man genug Energie. Niemand kann aus einer leeren Quelle schöpfen. Deswegen gehen wir besser liebevoll mit uns selbst um. Wir sind schließlich der einzige Mensch, auf den wir uns immer und bedingungslos verlassen können.