Heute sind wir albern

Eine rosa Plüschjacke ist seit kurzem mein Neuerwerb für nicht ganz so kühle Tage. Das gute Stück hängt seit ein paar Tagen an der Garderobe. Mein Mann sah es und kommentierte es mit: “Hast Du ein Chubaka-Kostüm gekauft?”.

Ich fürchte, er meinte es ernst und hätte es mir zugetraut… aber nein, es ist nur eine Übergangsjacke aus Plüsch, kein Star Wars Fan Utensil. Ich könnte damit eher als Flamingo durchgehen, denn die Jacke ist nicht braun, sondern altrosa. Dazu ein rosa Rock, rosa Stiefel und ein schwarzes Oberteil und fertig ist der Flamingo. Passt glaube ich besser zu mir als ein Chubaka-Kostüm.

Lizenz zum Gelddrucken?

Auf Facebook, Insta und auch in Newslettern ist es gerade der neueste Schrei, Seminare zur Lebensoptimierung anzubieten. Da gibt es  Seminare wie “Lebe selbstbestimmt durch *Spirituelle Darmreinigung, *rückwärtiges Synchronschwimmen, *Tanzen in Unterhosen *Zwiebelschälmeditation etc, oder auch Angebote wie “Wildreiszeremonien”, “Weisheiten der Kniekehlen”, “Triff Deinen inneren Kobold”, “Lebe bewußter durch Tannenzapfenstreicheln”, “Befreie Dich durch exstatisches Rülpsen”, “Atme Dich reich” und “Verschaffe Dir Gehör durch rituelles Ohrenschmalzsammeln”. Nicht zu vergessen die Ratgeber à la “Du musst unbedingt Deine Achselhaare flechten um erleuchtet zu werden” und “ohne tägliches im Kreis hüpfen wirst Du Dich nicht weiterentwickeln”. Natürlich wird das nicht so gesagt, sondern es werden denglische Begriffe dafür erfunden. Es heißt dann korrekterweise “Axillaryflechting Enlightment” und “Kreisjumping Upraising”. Sehr beliebt sind auch die “Schritte Methoden”. In 10 , 5 oder 3 Schritten zur Selbstständigkeit, zum Traumjob, zur Erleuchtung, zur Glückseligkeit, ins Nirvana. Es folgen die jeweiligen Schritte, die strikt eingehalten werden müssen, denn wenn man es nicht tut, ist die Mission zum Scheitern verurteilt.

Jeder Couch, Seminarleiter, Ratgeber, spirituelle Führer verspricht, dass sein Konzept das alleinig selig-machende, reich-machende, selbstbewußter machende, erfolgsversprechendste ist.

Mich würde ernsthaft interessieren, ob je ein Seminar, ein Workshop, eine Intensivtagung – was auch immer es war – wirklich jemand geholfen hat erleuchteter, selbstbewußter, selbstbestimmter  oder finanziell unabhängiger zu werden oder dazu beigetragen hat, dass jemand seinen Traumjob gefunden hat oder sein Lebensziel verwirklichen konnte.  Ich meine jetzt die Teilnehmer, nicht die Akteure…

Bin ich vielleicht auch so paranoid?

Gestern erlebte ich eine Szene, die ich hier leider nicht so wiedergeben kann, wie sie war, ohne dass Rückschlüsse auf die Person gezogen werden könnten, die es betraf. Ich werde es mal ganz grob umschreiben. Eine Bekannte war wirklich massiv paranoid. Sie verhielt sich offensichtlich mehr als schräg und irrational. Mir hat das Angst gemacht. Nicht nur, dass die Person sich so krankhaft verhalten hat, sondern dass niemand was dazu gesagt hat. Jeder der Anwesenden tat, als wäre nichts besonderes geschehen, obwohl jeder wusste, dass das wirklich über die Grenze des Normalen hinausging. Die Person verhielt sich offenkundig verrückt und das nicht im guten Sinne, sondern wirklich krank. Sie ist keine Gefährdung für sich oder andere, so extrem war es nicht, dennoch offenkundig nicht mehr im gesunden Rahmen.

Man kann es bestenfalls noch als massiv schrullig durchgehen lassen. Aber wäre es nicht ethisch und moralisch unsere Pflicht die Person auf ihr krankhaftes Verhalten hin zu weisen, anstatt es einfach immer und immer wieder zu tolerieren oder gar zu ignorieren? Es gab im Laufe der Jahre so viele ähnliche Szenen, dass es für alle Beteiligten schon beinahe wieder normal wurde. Der Wahnsinn wurde gelebte Realität. Vermutlich sagt deshalb niemand mehr was, weil es schon gar nicht mehr so arg auffällt.

Wenn ich mich so irrational verhalten würde, wäre ich froh, wenn es mir jemand sagen würde. Aber vielleicht verhalte ich mich auch ab und zu so und es sagt mir niemand und ich selbst merke es nicht. Nicht in dem Ausmaß wie bei der Person von gestern, sondern weniger heftig, aber nichts desto trotz leicht bis mittelschwer irrsinnig? Merken wir alle nicht mehr, dass wir uns ab und an bescheuert verhalten und es weisst uns keiner darauf hin? Weil alle es nicht mehr merken?

Gestern ist es nicht nur mir aufgefallen, dass das echt mal wieder richtig krass war, dessen bin ich mir sicher,. Trotzdem taten wir alle so, als wäre nichts weiter geschehen. Was wenn das noch schlimmer wird und wir uns irgendwann den Vorwurf machen müssen “Hätten wir nur mal früher reagiert”? Aber was tun? Mit der Person direkt reden? Ich weiss nicht, ob sie es einsehen würde. Sie hielt die “Gefahr” in der sie sich gestern wähnte für absolut gerechtfertigt und ihr Verhalten ebenso. Ich bin unschlüssig. Ich weiss nicht, was ich tun kann / soll. Es beschäftigt mich, sehr sogar. Vielleicht wenn wir alle. die wir gestern dabei waren eine Art Intervention starten würden? Wäre die Person zu sensibilisieren, wenn wir alle etwas dazu sagen würden und nicht nur ich? Womöglich. Ach es ist echt kompliziert und heikel. Wie sagt man jemand deutlich und so dass er es versteht, dass er sich schräg verhält, wenn die Person selbst komplett davon überzeugt ist, sich nicht nur korrekt zu verhalten, sondern es darüber hinaus als ihre Pflicht ansieht, uns unbedarfte Kinder auf solche imaginären Gefahren hin zu weisen, weil sie so viel reifer und erfahrener ist als wir und einfach weiter denkt…

Trash TV

War das Fernsehprogramm schon immer zu 80% Schrott? In meiner Erinnerung war es früher besser, aber ich glaube das trügt. Man verdrängt alles Schlechte gerne.

Vermutlich war das Fernsehen früher auch nicht besser, als die Show mit dem Typen, der Weibern Rosen gibt bzw. der Tussie, die den Typen Rosen gibt. Nicht zu vergessen, die Shows, wo alle nackt auf einer Insel rumlaufen. Ganz zu schweigen von Bauern, die eine Partnerin suchen, Frauen die getauscht werden und wo Z-Prominente im Dschungel Maden essen.

Heute sind wir nur einen Schritt davon entfernt, bis es irgendwann mal eine Show gibt, wo sich alle gegenseitig umbringen müssen und der, der überlebt, 1 Million gewinnt. Wir sind ganz kurz vor Hunger Games und The Purge.

Vielleicht bekommen wir als Spezies aber doch nochmal die Kurve. Vielleicht gibt es irgendwann eine Show, wo einem vorgelebt wird, wie man glücklich wird und wie man inneren Seelenfrieden findet.

Wie ich mal fast ein Hochzeitsshooting verlassen hätte

Vor einigen Jahren, war ich die Hochzeitsfotografin bei einem Paar wo er total unsympathisch war und sie eine total Liebe.

Die Braut hatte mich gebeten, ein paar Einzelbilder von ihr im Brautkleid zu machen und darunter auch ein sogenanntes Stumpfband-Bild. Das Shooting fand an einem seichten Flusslauf statt, das mit ein paar kleinen Felsstücken garniert war.

Sie stellte ein Bein auf einen der kleinen Felsen, sie krempelte das Brautkleid hoch bis zum Oberschenkel, so dass man das Strumpfband sah und ich fotografierte es. Wir hatten das Bild gerade fertig, als der Bräutigam schäumend vor Wut angerannt kam und mich anschrie, dass ich aufhören solle, solch “perversen Bilder” von seiner Frau zu machen. Ich stand zuerst ziemlich perplex da, bis ich meine Stimme wieder fand und sagte “Geht`s Dir noch gut? Die Bilder sind nur für Euch, wenn Deine Frau so ein Strumpfband-Bild will, ist das ihr gutes Recht und ob Ihr die Bilder jemandem zeigt oder nicht ist alleine Eure Sache, also wo bitteschön ist Dein Problem?”. Er wollte sich aber aufregen und sich nicht wieder einkriegen. Wenn die Braut nicht so nett gewesen wäre und ich sie nicht so gern gehabt hätte, hätte ich dem Kotzbrocken gesagt “Dann mal Dir doch ab jetzt Deine Hochzeitsbilder”. Doch ich blieb, machte gute Miene zum bösen Bräutigam und hielt meinen Mund.

Das Paar hat sich schon bald getrennt und das war auch gut so: Vor allem für die Braut.

Der Zauberer zog ein

Vor drei Wochen zog unser neues Adoptivkind Merlin bei uns ein. Es ist ein flauschiges Zauberwesen, den wir über den Tierschutz der Nachbarstadt gefunden haben.

Der Name des großen Zauberers, den er trägt, passt perfekt, denn der kleine Mann hat viele Talente.

Er kann Türen öffnen indem er mit vollem Gewicht auf die Klinke springt und sie mit den Pfoten nach unten drückt.. Er hat kürzlich tagsüber die elektronische Jalousie ausgefahren – vermutlich war es ihm zu grell – und er kann Harfe spielen. Aus Ermangelung einer echten Harfe legt er sich auf dem Rücken unter das Bett und zupft mit seinen Pfoten an den Metallstreben des Lattenrosts. Er kann ebenfalls mit Plüschtieren jonglieren. Er legt sich auch dazu wieder auf den Rücken und wirft die Plüschtiere mit den Pfoten in die Luft und fängt sie wieder auf.

Der Zauberer hat einen allwissenden Blick, so als ob er nicht von dieser Welt wäre. Er hat uns im Handumdrehen verzaubert.

Schon beim ersten Blick auf ihn in der Tageszeitung, wo ein Zuhause für ihn gesucht wurde, war es um uns geschehen. Wir wussten: Der gehört zu uns.  Wir sind gespannt, welche Zaubertricks er noch auf Lager hat.

Alles eine Frage der Zeit

ist einer meiner Lieblingsfilme. In der Britischen Komödie kann der Hauptdarsteller durch die Zeit reisen.

Was würde ich ändern, wenn ich durch die Zeit reisen könnte?  So einiges, Ich würde manchen Menschen aus meiner Vergangenheit aus dem Weg gehen. Einen riesengroßen Bogen um sehr viele Leute machen.

Doch im Film hatte jede Änderung Konsequenzen. Als das Kind des Paares geboren wird, kann er nicht mehr weiter zurück in der Zeit reisen, wie zu diesem Zeitpunkt, weil das sonst zu einem komplett anderen Kind führen würde, wie er erschreckend erkennen musste, als er es probierte.

Vielleicht führten die Fehler der Vergangenheit und der Umgang mit den falschen Menschen letztendlich zu den richtigen Ereignissen und den richtigen Menschen. Es könnte sein, dass es so sein musste, damit alles zur rechten Zeit passieren konnte.

Wenn ich in die Vergangenheit gereist wäre und alles geändert hätte, würde ich heute vermutlich ein komplett anderes Leben führen und die Menschen, die heute wichtig sind, kämen darin höchst wahrscheinlich nicht vor.

Ziemlich realistisch eingeschätzt ist es auch mit den Umständen in meinem Leben so, die im Hier und Jetzt nicht perfekt sind. Sie müssen wohl so sein, weil sie zu etwas Besserem führen, früher oder später.

Jeder Fehler führte immer zu etwas Gutem. Leider sah ich das erst im Rückblick, Jahre später so. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird auch das, was mir im Moment schlaflose Nächte bereitet und mich die Zähne zusammenbeißen lässt in spätestens 5 Jahren Geschichte sein. Komplett irrelevant.  Warum mache ich mir also so einen Kopf um all dieses Zeug?

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Foxy Lady

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Eigentlich bin ich nicht so der Faschingstyp – eigentlich. Es gibt eine Veranstaltung bei uns in der Gegend, die immer am “Gumpendonnerstag” (der Donnerstag vor dem Hauptfaschingswochenende, auch Altweiberfasching genannt) stattfindet. Das ist simpel gesagt eine Party, wo alle verkleidet sind und man viel tanzt. Kein sonstiges Faschingsgedöns. Grob gesagt eine Kostümparty. Das ist genau nach meinem Geschmack. Ich verkleide mich sehr gerne, mag aber dieses übliche Karneval / Fascching / Faßnacht – Drumherum nicht besonders. Auch die übliche “Faschingsmucke” hielt sich in Grenzen. Es wurde überwiegend tanzbare Musik aus den Charts gespielt. Sehr angenehm.

Dieses Jahr war ich – wie schon im vergangenen Jahr – ein Fuchs. Die Haare habe ich selbst frisiert. Ich habe mir einen Curler gekauft. Das ist ein Gerät, wo man das Haar Strähnen-weise über den “Einzug” des Geräts legt und die Drehrichtung aktiviert und schon zieht das Lockengerät die Strähne eigenständig ein und man wartet, bis es 4x piepst und voilà, die Locke ist fertig. Mit einem gewöhnlichen Lockenstab habe ich nie so schöne Locken zaubern können, mit dem Curler sieht es – meiner Meinung nach – recht professionell aus. Selbst für absolute Styling Laien wie mich ist es einfach zu bedienen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viel einfacher als mit einem Lockenstab. Die Frisur sieht auch heute – zwei Tage später – noch recht ansehnlich aus. Fertig waren die Locken innerhalb von circa 15 Minuten. Für so ein Ergebnis sass ich schon weit aus länger bei Friseuren. Ich liebe es, wenn ich autark von Dienstleistungen werde. Mit meinen Haaren bin ich eh sehr heikel. Ich lasse sie höchstens alle 5-6 Monate schneiden, den Haaransatz färbe ich selbst mit veganer Haarfarbe, die ich aus verschiedenen Farben zusammen mische um diesen Farbton zu erhalten und ich schneide die Spitzen selbst. Lediglich die Stufen lasse ich in unregelmässigen Abständen von einer befreundeten Friseurin nachschneiden. Wenn spezielle Events anstehen lasse ich mich von ihr auch Schminken, jedoch glaube ich, dass ich die Haare zukünftig mit meinem Curler selbst stylen werde. Das Ergebnis hat mich schwer überzeugt. Vielleicht sind die Haare nicht supertoll und perfekt, aber gerade das gefällt mir daran so gut. Es ist nicht so “geschleckt”, sondern natürlich aus.