Die ungeschminkte Wahrheit?

meine Freundin Anna hat kürzlich auf ihrem Blog Passionflow einen tollen Artikel über Selbstliebe geschrieben.

Ja, auch ich habe viel zu oft Phasen, wo ich mich selbst fett, hässlich, alt und unzulänglich fühle. Ungeschminkte Bilder von mir gibt es schon lange nicht mehr. Unbearbeitete auch nicht. Je älter ich werde, desto schlimmer wird die Selbstkritik. Ja, ich habe ein paar Kilo zu viel… vielleicht 2 oder 3 könnten durchaus runter, dann hätte ich Idealgewicht. Vielleicht auch 5kg. Ich bin 1,76m groß und wiege 65kg. Ich bin das, was neuerdings “Skinny Fat” genannt wird. Ich sehe in Klamotten schlank bis dünn aus, was ich aber eigentlich nicht bin.  Wer mich am See im Bikini sieht, wird dies bestätigen können. Etwas Bauch- und Hüftspeck ist durchaus vorhanden. Mehr Sport könnte ich natürlich auch machen, damit alles definierter wird. Ich habe zu große Ohren, zu lange Finger, Arme, Zehen und Beine. Ich habe Mitesser auf der Nase, die ich seit Jahrzehnten nicht in den Griff bekomme. Ich kann aus ästhetischen Gründen nichts mehr Bauchfreies tragen. Ich muss alle 8 Wochen den Ansatz meiner Haare nachfärben, weil sie sonst schon seit mindestens 15 Jahren grau wären. Mir wachsen Haare aus den Nasenlöchern, die ich regelmässig mit einer Pinzette entfernen muss. Meine untere Zahnreihe gleicht der eines Raubtieres und ich habe einen starken Hallux Valgus am rechten Fuss. Ich habe ausgeprägte, sichtbare Rippen am Oberkörper. Was den Kontrast zum Bauchspeck noch mehr hervorhebt.

Klar, für “mein Alter” sehe ich noch sehr jung aus. Meistens werde ich über 10 Jahre jünger geschätzt als ich bin. Dennoch wird jede noch so kleine Falte kritisch beäugt und das Elixier des Grafen von Saint Germain verzweifelt gesucht, das der Legende nach immerwährende Jugend verspricht und den Alterungsprozess rückgängig machen kann.

Das nachfolgende Bild ist das einzige Ungeschminkte, das ich veröffentlichen kann, ohne mich bloßgestellt zu fühlen. Die Beleuchtung ist gnädig mit mir:

 

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Aber hey, es gibt auch Gutes an mir. Meine obere Zahnreihe ist ebenmässig. Ich habe “endlos” lange Beine. Ich habe eine schöne Haut, die sehr selten zu Unreinheiten oder Leberflecken neigt. Meine Haare sind noch immer sehr lang, obwohl ich sie gestern 15cm schneiden ließ.

Was tun gegen solche Gedanken? Ihnen einfach nicht so viel Aufmerksamkeit schenken und sie einfach passieren lassen. Auch sie werden – wie alles Andere – vorüber gehen.

gestern wieder…

wir waren gestern Abend kurz in der Innenstadt was trinken. Es war eine schöne laue Sommernacht und fast alle Menschen saßen draussen. Wir hatten einen Zweiertisch in der Nähe von einem Vierertisch. Die Tische standen sehr eng beieinander. Am Vierertisch saßen vier Frauen schätzungsweise Ende 30 / Anfang 40. Sie unterhielten sich ziemlich laut über ihre Laktose-Intolleranz. Eine übertrumpfte die Andere mit Horrorstories über ihre Beschwerden. Sie jammerten auch darüber, dass sie nun immer die teuren Laktase-Tabletten in der Apotheke kaufen müssten, um keine solchen Situationen mehr aufkommen zu lassen. Auf das Naheliegende waren sie nicht gekommen: Milchprodukte einfach meiden = keine Bauchschmerzen mehr, kein Durchfall, keine Kosten. Es gibt so viele pflanzliche Alternativen, aber nein, warum so einfach… lieber künstlich die Symptome unterdrücken…

 

Karnismus

es ist echt immer wieder erstaunlich. Die meisten Menschen haben Mitgefühl für Tiere, wenn es nicht komplette Psychopaten sind. Ich kenne viele, die im Tierschutz tätig sind, aber auf ihr “Fleisch, Milch, Eier, Honig etc” nicht verzichten wollen.

Weil sie das Schnitzel, das Frühstücksei, das Honigbrötchen, den Joghurt nicht mit Tierleid in Verbindung bringen. Nicht nur in der Stadt. Auch viele Landbewohner haben vollkommen den Bezug zwischen der “Nahrung” und dem Tier von dem es stammt verloren.

Man schaut vielleicht noch wehmütig einen Kinderfilm wie “ein Schweinchen namens Babe” an und bangt mit dem Schweinchen um dann danach gedankenlos ein Wurstbrot zu essen, oder sogar während des Films.

Auf den Packungen und auch auf den Schlachttransportern sieht man gerne “glückliche Tiere”, die es lieben für uns geschlachtet zu werden. Niedlich gezeichnete Schweinchen und Kühe sieht man auf beinahe jedem Metzgerei Firmenlogo.

Ich sah kürzlich eine Reportage, wo auf einem Wochenmarkt ein Experiment durchgeführt wurde. Ein Stand warb mit “frisch produzierter Wurst”. Ein Ferkel wurde vor den Augen der Kunden in eine Kiste gestopft und dann erklang ein furchtbares Geräusch und ein qualvolles Quicken und der “Metzger” drehte an einer Art Fleischwolf und heraus kamen “frische Würste”. Die meisten Kunden gingen angewidert weg. Ein paar beschimpften den Standbetreiber. Wieder andere sprachen von Tierquälerei. Eine Kundin war ausser sich vor Wut über das Geschehene. Als sie später befragt wurde, ob sie nach diesem Vorfall darüber nachdenken würde, auf Fleisch zu verzichten, antwortete sie jedoch mit “Nein, auf keinen Fall”. Darauf könne sie nicht verzichten, bei aller Tierliebe nicht.

Es war ein Fake, dem Ferkel geschah nichts. Die Geräusche kamen von einer Bandaufnahme und die Würste waren vorher hergestellt worden. Jedoch waren für diese Würste natürlich Schweine gestorben. Die Menschen wollen ihre Wurst, aber sehen, wie sie hergestellt wird, wollen sie nicht. Sie wollen es nicht wissen, was in den Schlachthäusern passiert. Es ist ok für sie, wenn es ein abstraktes “Produkt” ist, bei dem sie nie daran erinnert werden, wie es “hergestellt” wird und was dazu geschehen muss.

Manchmal macht mir das ganze Karma, das die Menschheit gerade auf sich lädt große Angst. Was, wenn das, was der Mensch den Tieren antut wieder zurück kommt? Aber tut es das nicht längst? Das erhöhte Aufkommen von bösartigen Krebstumoren ist vermutlich kein Zufall. Vielleicht ist auch die ganze Aggressivität in der Welt dem massiven Fleischkonsum geschuldet? Von Ratten weiß man, dass sie von Fleisch aggressiv werden.  It´s so easy to forget – what you give is what you get!

Veganer Burger im That BGR

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Der Burger war echt gut, jedoch bin ich kein Süsskartoffelfan und das Patty war leider auf Süsskartoffelbasis. Das ist einzig und alleine mein subjektives Empfinden. Prinzipiell finde ich es super, dass es überhaupt mehrere vegane Gerichte in einem Burgerladen gibt. Das nächste mal probiere ich das Sandwich. Der hausgemachte Erdbeer-Eistee war köstlich.

Ist mein neues Carving nicht stylisch?

Dieses hypertrendy Carving ziert seit gestern meinen Oberschenkel. Wer auch so ein cooles Teil haben möchte, sollte ein paar Regeln beachten:

Bitte nur vom Ritzer / der Ritzerin des Vertrauens machen lassen. Ich habe das Glück, dass die Ritzerin mit mir zusammen in einer WG lebt. So kann die Ritzverzierung auch immer gleich aufgefrischt werden. Zwar nie an der selben Stelle, aber man will ja auch ab und an Abwechslung haben. Meine Ritzerin desinfiziert ihre Ritzwerkzeuge täglich mehrfach fein säuberlich und akribisch mit einer selbst fabrizierten Reinigungslösung.

Diesmal ist es echt richtig schön geworden und auch extra lang mit beinahe 10cm. Man beachte die sanft abfallende Intensität des Ritzkörperschmucks. Am Bauch habe ich gleich zwei parallel angeordnete Carvings, jedoch leider schon wieder verblassend.

Das Ritzen selbst ist in einer halben Sekunde vorbei. Kurz und schmerzvoll. Es hält – je nach Tiefe der Ritzung – wenige Tage, bis zu 2-3 Wochen.

Hier noch ein Bild der Künstlerin, wie sie gerade ihre Werkzeuge schont:

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ein perfekter unperfekter Sommertag

Heute hatte es 25 Grad mit starker Bewölkung und leichtem Wind. Für die Meisten kein ideales Badewetter. Mir persönlich sind solche Tage viel lieber ,wie über 30 Grad, ohne dass ein Lüftchen weht, geschweige denn ein Wölkchen am Himmel zu sehen ist.

Bei “idealem” Sommerwetter sind die Strände voll, oft mit Sixpacks (und damit meine ich jetzt keine definierten Muskeln…) und Grillgut. Laut grölend. Kinder die vom Steg aus ins Wasser pinkeln, ohne dass die daneben stehende Mutter etwas sagt (alles schon gesehen!).

Heute war es anders. Es waren allerhöchstens 20 Leute am See und es war sehr ruhig und friedlich. Das Wasser Badewannen-warm und klar. Ohne Sonnencremerückstände. Die Erwachsenen und Kinder lasen entweder, oder schwammen, hingen ihre Beine ins Wasser oder spielten am aufgeschütteten Kiesstrand. Alles sehr gechillt und entspannt. Ein perfekter Julitag am See:

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