Iss was “Gescheites”

Diese Aufforderung hörte ich erst gestern wieder. Was “Gescheites”. Derjenige, der diesen Satz aussprach meinte damit Fleisch, Wurst, Eier, Milch, Milchprodukte etc.

Für ihn sind diese Produkte Lebensmittel. Er sieht in ihnen keinen Zusammenhang mit den Tieren, die dafür leiden und sterben müssen. Es sind für ihn “richtige Nahrungsmittel”, keine fühlende Lebewesen.

“Gescheites Essen”… für das Tiere ohne Betäubung kastriert werden, in enge Ställe gezwängt werden, lebend geschreddert werden, für das selbst Tierkinder und trächtige Tiere geschlachtet werden, für welches die meisten “Nutztiere” sehr lange vor Ablauf ihrer natürlichen Lebensspanne getötet werden.

Ich sagte nichts dazu, denn es wäre in der Runde, wo es gesagt wurde, sinnlos gewesen. Egal was ich gesagt hätte, ich wäre die “millitante Veganerin” gewesen. Es war lustig, sich über mich lustig zu machen, weil ich vegan lebe. Mir ist das egal, was sie über mich denken. Nicht egal ist mir jedoch, was mit all den Tieren passiert, die aus Gleichgültigkeit täglich millionenfach getötet werden, für “Gescheites Essen”, das doch bei rationaler und objektiver Betrachtung alles andere als “Gescheit” ist.

Weisswurstfrühstück und andere Bräuche

Heute bekamen wir von einer lieben Freundin eine Einladung zum Weisswurstfrühstück. Sie hätte uns natürlich etwas Veganes angeboten. Dennoch, wir haben die Einladung abgelehnt.

Vor einigen Jahren musste ich geschäftlich an einem Weisswurstfrühstück teilnehmen. Ich bekam auch damals eine vegane Alternative. Doch als ich die Kollegen die Würste essen sah, wie sie diese weiße Haut abzuzelten und ich den Geruch wahrnahm, wurde mir so übel, dass ich es gerade noch aufs WC schaffte um mich zu übergeben. Damals schwor ich mir: “Das gebe ich mir nie wieder”.

Es ist schon jeden Tag grausig genug, das Katzenfutter für unsere pelzigen Mitbewohner in die Näpfe zu füllen und da würgt es mich auch das eine oder andere mal, je nach Tagesform. Aber diese Würste sind nochmal eine andere Nummer.

Das erinnert mich an die Hausschlachtungen im Dorf, als ich ein Kind war. Wenn das bei meinen Großeltern “angesagt” war, wusste ich, dass ich viel viel viel später von der Schule nach Hause kommen würde. Der Gestank nach Tod war aber selbst am Abend noch so überwältigend, dass ich mich jedes Mal übergeben musste.

Es tut mir leid, ich kann an keinem Weisswurstfrühstück teilnehmen, an keiner Metzelsuppe und an keinem Spanferkelessen.

Wer mich nicht um jeden Preis auf den Tisch reihern sehen will, der versteht das.

 

Radikal schreckt immer ab

Alle zwei Monate veranstaltet eine vegane Gruppe einen Mitmachbrunch, so auch heute wieder. Ich freue mich immer darauf, weil es toll ist, einfach schlemmen zu können und nicht nachfragen oder aufpassen zu müssen, ob auch wirklich keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch heute erwartete uns wieder eine köstliche Vielfalt.

Fast alle Menschen sind dort supernett – fast Alle. Immer wieder gibt es auch ein paar radikalere Zeitgenossen. Das ist nicht nur unter Veganern so, sondern eigentlich in jeder Gruppe.Selbst im Kronkorkensammlerclub.

Eine Frau verlangte heute, dass jeder grausame Tierqualvideos ansehen müsse, weil das die Leute “heilen” würde. Das sehe ich gänzlich anders. Solche Bilder würden mich für immer traumatisieren und mir in der Seele weh tun. Wenn ich es für mich selbst nicht möchte, würde ich Nieamndem diesen Anblick zumuten wollen.

Mag sein, dass Einige durch Schockvideos zum Umdenken gebracht wurden und seither vegan leben, aber ich bin überzeugt,  dass es einen besseren Weg gibt.

Von der persönlichen Entscheidung

Immer wenn eine “persönliche Entscheidung” ein Opfer beinhaltet, ist es keine persönliche Entscheidung mehr.

Es ist eine persönliche Entscheidung, eine bestimmte Musikrichtung nicht hören zu wollen, oder eine Lieblingsfarbe zu tragen. Das tut Keinem weh und es gibt Niemand, der deswegen verletzt oder getötet wird.

Wenn man sich jedoch entscheidet, Fleisch, Milch, Eier, Honig, Leder, Daunen oder Pelz zu konsumieren, werden die Opfer außer Acht gelassen.

Ich wünsche mir inständig, dass es bald ein marktreifes Katzenfutter gibt, welches aus gezüchtetem Fleisch, wie z:B. Supermeat stammt, für das kein Tier mehr leiden und sterben muss. Ich kann für mich selbst entscheiden, dass ich auf alles Tierische verzichte, aber für meine Katzenkinder kann ich diese Entscheidung nicht treffen. Es ist ein tägliches Dilemma, das für mich sehr schlimm ist.

Grillen mit Omnis

Früher wurden wir relativ oft zum Grillen oder Essen eingeladen. Damals, als wir noch “normal”, bzw. “halbwegs normal” waren. Vor über 7 Jahren, als mein Mann noch Fleisch aß und ich noch Vegetarierin war. Mit so einer Vegetarierin konnte man sich noch arrangieren. Doch dann wurde ich die “weltfremde” Veganerin und damit nicht mehr normal. Inzwischen werden wir kaum mehr eingeladen. Seit mein Mann auch vegan lebt schon gar nicht mehr.

Ich kann mich noch gut an das Grillfest erinnern, als er sich “outete”. Ich hörte Gemurmel im Hintergrund “Jetzt hat sie es geschafft”. Gedacht haben sie wohl alle dasselbe: “Die vegane Hexe hat ihm eine Gehirnwäsche verpasst. jetzt ist er auch nicht mehr normal”. Nein, habe ich nicht. Ich habe nie etwas zu seinem Fleischkonsum gesagt. Er kam selbst drauf, dass jedes Tier ein Recht zu leben hat und zwar gut zu leben.

Manchmal bin ich etwas traurig, dass wir fast nirgends mehr eingeladen werden, weil wir uns “so komisch ernähren”, aber irgendwie auch wieder nicht. Grillen mit Omnis ist anstrengend für mich.

Normalerweise kann ich es gut verdrängen, dass der Großteil meiner Familie und Freunde Fleisch isst, aber beim Grillen wird es mir ziemlich deutlich vor Augen geführt. Das ist nur sehr schwer zu ertragen, zu sehen, wie alle Tiere essen. Die Tiere, die ich retten will. Für die ich mir ein besseres Leben wünsche, für deren Rechte ich mich einsetze. Das ist dann so paradox. Ich liebe meine Familie und Freunde, aber ich liebe eben auch die Tiere, die sie sich einverleiben, als gäbe es kein Morgen.

Alle mögen eigentlich Tiere. Nur eben manche mehr zum Fressen gerne. Sie sind vom Carnismus indoktriniert. Von klein auf wurde allen beigebracht, dass es “normal” ist, gewisse Tiere zu essen und andere zu streicheln. Es wurde irgendwann willkürlich festgelegt, welche Tierart essbar ist und welche eher zum Haustier gekürt wird,  je nach Land und Kulturkreis.

Während die meisten Leute hierzulande laut aufschreien, wenn beim Yulin Festival Hunde und Katzen verspeist werden und sich entrüsten wenn Japaner oder die Menschen auf den Faröer Inseln Wale und Delfine abschlachten, wird schnell vergessen, dass es all den Kühen, Schafen, Hühnern, Gänsen etc keinen Deut besser ergeht.

Ich setze meine Hoffnung auf neue Technologien. Ich glaube nicht, dass man den Großteil der Menschheit überzeugen kann, auf Fleisch zu verzichten. Die Lösung des Dilemmas ist meiner Meinung nach Fleisch aus der Retorte. Aus Hautschuppen gezüchtetes Fleisch, für das kein Tier leiden muss.

Ich wünschte, es gäbe bald ein marktreifes Katzenfutter aus diesem gezüchtetem Fleisch für meine canrivor lebenden Katzenkinder.

Das alles ist keine Utopie. Es muss etwas geschehen. Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen für den CO2 Anstieg. Die Erdbevölkerung nimmt zu. Die Gier nach Fleisch nimmt zu. Das wird der Planet nicht mehr lange aushalten. Es muss sehr bald etwas geschehen, bevor es vollends zum Kollaps des Ökosystems kommt. Die derzeitigen Hauptübel sind die Massentierhaltung und Plastik. Auch zu Plastikverpackungen gibt es schon Alternativen. Es müsste nur umgesetzt werden und zwar bald. An die Vernunft der Menschen zu appellieren wird meiner Meinung nach nicht viel bringen. Es müssen Gesetze her. Ein Verbot von Plastikverpackungen wäre ein guter Anfang. Der Verbot von Massentierhaltungen würde uns einen massiven Schritt weiter bringen. Doch leider ist die Fleischlobby sehr mächtig. Heute habe ich wenig Hoffnung, dass wir “Den Karren nochmal herumreissen können”, aber ich werde gerne eines Besseren belehrt.

Warum gewisse Marotten sehr unschön sind

An sich gesehen bin ich ein toleranter Mensch… eigentlich… den es gibt so ein paar Verhaltensweisen, die kann ich echt nicht ab. Zum Beispiel die notorischen Zuspätkommer. Nein, das ist nicht cool, niedlich oder lässig. Es raubt mir meine Lebenszeit und ist daher massiv uncool. Wenn man ausmacht, dass man sich um 8 trifft, dann ist auch 8 gemeint und nicht halb 9 oder 9 oder gar halb 10. Selbstverständlich habe ich vollstes Verständnis, wenn jemand triftige Gründe für das zu spät Kommen hat. Diese Fälle meine ich nicht, sondern diejenigen, die wirklich IMMER zu spät kommen. Es nervt!

Ebenfalls sehr unschön ist es, wenn sich Bekannte / Kumpels alle Optionen offen halten. Entweder sie sagen bei allen Veranstaltungen zu, die gleichzeitig stattfinden, oder bis kurz vor Schluss bei gar keiner. Urplötzlich sagen sie dann im allerletzten Moment entweder alles ab und machen was komplett anderes, oder melden sich gar nicht mehr.

Apropos gar nicht mehr melden. Eine sich Epidemie-artig ausbreitende Unsitte. Was ist so schwer daran, auf simple Fragen zu antworten?

Wann kamen ganz normale Umgangsformen aus der Mode? Etwa zur gleichen Zeit, als natürliche Augenbrauen durch aufgemalte Balken ersetzt wurden, oder war es schon, als Privatsphäre von Social Media Kanälen eliminiert wurde?

Der neueste “Trend” ist, sich Rouge neben die Augen auf zu malen, so dass es aussieht, als ob einen jemand mit nem Baseballschläger vermöbelt hätte. Was wird dieses so genannte Draping wohl ersetzen?  Womöglich das Grüßen?

Sich Bedanken ist bei vielen auch völlig out. Unverschämtheit scheint Nettigkeit abgelöst zu haben.

Auch übel: “Hey” als Anrede in WhatsApp Nachrichten. Was ist verkehrt an “Hallo Margit”?

Das sind nur lächerliche “Kleinigkeiten”, wie wir unseresgleichen behandeln. Verglichen mit dem, was in anderen Gebieten der Erde Menschen einander antun, sind das Peanuts. Aber es fängt im Kleinen an…

Sind wir wieder in der Endphase einer “Hochkultur” angelangt? Der Untergang früherer Zivilisationen ging immer mit Arroganz, Ignoranz, Größenwahn, Grausamkeit, religiösem Fanatismus und dem Fehlen jeglicher Empathie einher.

Die Sklaven und Gladiatoren der Jetztzeit sind unsere tierischen Mitgeschöpfe.  Am Schlimmsten ist das Leiden der sogenannten “Nutztiere”, aber auch die Gattungen,  die als “Haustiere” klassifiziert werden, haben nicht immer ein schönes Leben. Gerade jetzt in der Sommerzeit sind wieder viele von ihnen “lästig” und werden ausgesetzt. Oder sie wurden alt und man ist ihrer “überdrüssig”. Das Netz ist voll von solchen Geschichten. Das ist der Grund, weshalb ich Facebook mehr und mehr meide. Ich ertrage die “Früchte” menschlicher Abartigkeit nur sehr schwer und kann manchmal verstehen, weshalb viele Tierschützer keine Menschenfreunde sind. Sie haben einfach zu viel erlebt und gesehen und wurden im Laufe der Jahre Misanthropen. Ich kann das oftmals nachempfinden. Ein Post, den ich heute im Netz sah, drückt es vielleicht treffend aus: THERE IS ONLY ONE DANGEROUS BREED: HUMANS.

“Ich esse nur ganz wenig Fleisch und wenn dann nur vom Bauern nebenan”

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Diese Kühe sah ich gestern beim Spazierenlaufen mit einer Freundin. Sie sind wunderschön, leben ziemlich gut auf einer sattgrünen Weide. Sie hatten Wasser da. und es war für alles gesorgt. Sie konnten herumspringen und sich ihres Lebens freuen… bis eines Tages der Metzger kommen und sie mitnehmen wird. Das wird dann ihr Todestag sein. Sie werden mit einem Bolzenschuß getötet werden und anschließend in Einzelteile zerstückelt. Nicht schön? Tja, aber leider die Wahrheit und auch wenn sie davor ein echt gutes Leben in der Natur hatten und nicht in einem Stall eingesperrt waren, sie werden sehr lange vor Ablauf ihrer natürlichen Lebenszeit getötet. Ihnen werden Jahrzehnte ihres Lebens geraubt. Kein schöner Gedanke? Dennoch Realität für alle Rinder, Schafe, Ziegen, Hühner die nicht das Glück haben, auf einem Lebenshof zu leben.

Diese hier werden irgendwann auf Euren Tellern landen. Eine unschöne Vorstellung, weil Ihr jetzt ein Bild dazu habt und die Opfer nicht mehr anonym sind? Dann denkt nach, was man dagegen tun könnte. Wenn es Euch ein schlechtes Gewissen macht, wird es wohl grottenfalsch sein, sonst würde sich Eure Kontrollinstanz nicht regen.

Es waren auch zwei Kälbchen mit auf der Wiese. Ich habe Euch aber bewusst die Halberwachsenen Tiere vorgestellt (ganz erwachsen werden sie vermutlich nicht). Eines der Kälbchen suchte bei dem anderen Kalb Milch. So funktioniert die Milchindustrie. Die weiblichen Kühe werden geschwängert, sie bekommen Babies, die Babies werden ihnen nach der Geburt weggenommen, damit der Mensch die Milch bekommt. Jede Frau, die ein Kind hat, soll sich doch bitte mal vorstellen, wie unendlich grausam es gewesen wäre, wenn man ihr das Baby gleich nach der Geburt weggenommen und sie es nie wieder gesehen hätte. Genau das tun wir Menschen den Kühen an. Auch sie empfinden Mutterliebe, sehnen sich nach ihrem Kind. Genauso wie sich die Kinder nach ihrer Mutter sehnen. Grausam? Stimmt! Was könnte man dagegen tun?

Menschen, die vegan leben, werden sehr oft als Extremisten dargestellt. Puh, es ist schon ausserordentlich extrem, sich nur von Pflanzen zu ernähren. Ganz im Gegensatz zu den “Normalos”, die mitverantwortlich sind für all die oben beschriebenen Grausamkeiten. Hinzu kommt noch das Schreddern der frisch geschlüpften Küken und die barbarischen “Bräuche” wie Spanferkel-Essen oder das Schlachten von Lämmern zu bestimmten Festen, wie etwa Ostern. Nichts ist “normal” daran, ein Schweinekind umzubringen, aufzuspießen und es über dem Feuer zu rösten. Das ist abartig! Nicht nur bei den Tierkindern, sondern bei allen Tieren. Sich von Pflanzen zu ernähren soll radikal und extrem sein, aber sich Leichenteile von empfindsamen Wesen einzuverleiben nicht? Wirklich? Echt jetzt?

Ich las gestern eine Debatte um den ersten veganen Kindergarten, der demnächst in München eröffnet. Die omnivor lebenden Menschen empörten sich, das wäre gar Kindesmissbrauch, weil den Kindern die Weltanschauung der Eltern aufgezwungen wird. Tja, ist das nicht immer so? Ich kenne ein Elternpaar, das sein Kind mit Fleisch vollstopft, obwohl das Kind sich mit Händen und Füssen dagegen wehrt. Das macht man halt so, hat man schon immer so gemacht, das Kind “braucht” das. Nein, braucht es nicht und es wird ihr von den Eltern aufgezwungen. Ich kenne mindestens 6 Kinder, die vegan ernährt werden. Keines hat Mangelerscheinungen. Alles richtige Wonneproppen! Ein Kleinkind davon sogar weitaus größer als Gleichaltrige und weiter entwickelt. Die Eltern kennen sich alle sehr gut mit Ernährung aus und ernähren ihre Kinder ausgewogen und mit Bedacht. Das kann ich von “normalen” Kindern nicht immer behaupten. Wenn ein Kind ausschließlich mit Convenience-Produkten und Fastfood ernährt wird, dann kräht hierzulande kein Hahn danach, aber wehe wehe jemand ist so extrem und gibt seinen Kindern Gemüse, Obst, Nüsse und Beeren… verdrehte Welt.

Privatangelegenheiten und andere Mythen

Eine Bekannte sagte mal zu mir “Mein Essen ist Privatsache und geht niemand was an. Ich frage doch andere auch nicht nach ihren sexuellen Vorlieben”.

Das ist nicht so ganz dasselbe, es sei denn, bei diesen “Vorlieben” würde es sich um perverse Abartigkeiten wie etwa Sodomie handeln. Dann wäre es durchaus vergleichbar, den bei der “Privatsache” essen, wird das Opfer bewußt verleugnet. Immer wenn andere durch das eigene Verhalten zu Schaden kommen, ist es keine Privatangelegenheit mehr.

Genau das passiert jedoch, wenn man sich vegetarisch oder omnivor ernährt.Man schadet den Lebewesen, die gegessen werden oder deren “Produkte” man isst.  Die Opfer werden dabei verdrängt

Kein Tier wird tot gestreichelt. Selbst wenn der Konsum des Fleisches, der Milch, der Eier ausschließlich aus Biobetrieben stammen würde, wie gerne behauptet wird. Die Aussage der Bekannten müsste korrekt lauten: “Meine Bequemlichkeit ist mir wichtiger als die Tiere”.

Der exorbitante Fleisch- Eier- und Milchkonsum hat massive Folgen für unser Klima und auf das Gesundheitswesen. Mitgetragen werden muss es von uns allen.

An dieser Stelle nochmals oft gehörte Floskeln:

“Der Löwe jagd auch und frisst seine Opfer”

Ja, der Löwe, oder eher die Löwin (die Männer liegen meist faul in der Sonne) jagd und frisst ihre Opfer. Ja, ein Löwe kann nicht von Steppengras überleben. Jedoch bauen Löwen keine engen Ställe für Milliarden von Gazellen oder Antilopen um sie dort zu züchten, zu mästen und dann letztendlich über weite Strecken zu Schlachthäusern zu fahren. So grausam sind Löwen nicht.

“Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen”.

Der Mensch hat sich auch schon immer gegenseitig getötet und Krieg geführt. In manchen Kulturen hat man “immer schon” Frauen und Minderheiten unterdrückt. In bestimmten Gebieten gibt es noch Naturvölker, die dem Kannibalismus frönen. Die haben das ebenfalls schon immer so gemacht. Wäre es nicht mal an der Zeit sich weiter zu entwickeln? Ohne Gewalt, ohne Krieg, ohne Grausamkeiten gegen Tiere? Wohin hat uns dieses “Das haben wir schon immer so gemacht” denn gebracht? Nicht sehr weit. Lasst es uns doch bitte endlich anders machen!

“Wenn die Kühe nicht gemolken werden, platzen ihnen die Euter”.

Die Kuh ist – wie der Mensch auch – ein Säugetier. Sie gibt nur Milch, wenn sie ein Kälbchen hat. Das Kälbchen wird ihr aber gleich nach der Geburt weggenommen um ihr die Milch zu stehlen. Wenn sie einfach – wie es natürlich wäre – ihr Baby stillen dürfte, dann würde ihr das Euter sicher nicht platzen!

“Wenn wir die Viecher nicht fressen, fressen sie uns”

Boah, echt jetzt? Die meisten “Nutztiere” sind Pflanzenfresser. Ausserdem bin ich der Überzeugung, dass Tiere von sich aus friedliebend sind. Sie sind niemals aus Berechnung grausam. Sie sind nicht hinterlistig und sie sind nicht fies. Das alles ist nur der Mensch. Vielleicht war das der “Sündenfall”. Der Verlust der Unschuld. Tiere sind alle unschuldig. Wenn sie aggressiv sind, dann ist das nicht die Schuld der Tiere, sondern immer Mensch-bedingt.

“Es sind doch nur Viecher”.

Nein, es sind keine Viecher. Es sind  Tiere – wie wir auch! Es sind unsere Geschwister. Wir behandeln sie wie das Aschenputtel und führen uns auf wie die böse Stiefmutter und die Stiefschwester. Das muss ein Ende haben. Wir sind alle eine Familie und Familienmitglieder ißt man nicht und nutzt man nicht aus!

Tintenfische sind total intelligent

Getern speisten mein Mann und ich in einem Lokal zu Mittag. Es war ein warmer Frühlingstag und wir saßen im Freien. An den Nebentisch setzten sich zwei ältere Paare. Sie unterhielten sich lang und breit über die Feldenkrais-Methode. Es war nicht so, dass ich gelauscht hätte. Die Herrschaften waren nur etwa 50cm von mir entfernt und sie sprachen auch nicht gerade leise.

Der Wirt brachte ihnen irgendwann das Essen. Sie hatten alle Oktopus bestellt. Kaum standen die Teller auf dem Tisch sagte der ältere der beiden Männer “Tintenfische sind sehr intelligente Tiere” und seine Begleiterin entgegnete “Und doch essen wir sie”. Er erwiderte “So intelligent, dass wir sie nicht essen könnten, sind sie auch wieder nicht”.

Ich musste mich sehr zusammennehmen, um mich nicht in die Konversation ein zu mischen.

Wenn man den Intelligenzquotienten als Maßstab dafür ansetzt, welche Lebewesen gegessen werden dürfen, dann müsste Kannibalismus verbreiteter sein.

Es ist nicht die Intelligenz eines Wesens, sondern dessen Leidensfähigkeit, Wenn es ein zentrales Nervensystem hat ist es nicht eßbar, sondern hat dasselbe Recht auf ein gutes Leben, wie ein Homo Sapiens.

 

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