An alle Fleischesser

Heute sah ich, dass ein Bekannter auf seinem Whatsappstatus folgendes gepostet hatte:

An alle Veganer: Wir wurden wegen einer Frucht aus dem Paradies geworfen und nicht wegen einer Leberkässemmel!

Was soll man dazu sagen in Zeiten einer Pandemie und mitten im Klimawandel, verursacht durch eine Zoonose und die exorbitante Ausbeutung unserer Mitgeschöpfe.

Manche haben den Schuss noch immer nicht gehört. Oder um den depperten Spruch richtig zu stellen: Wir stecken wegen Tierausbeutung und massivem Fleischverzehr in dieser globalen Scheisse und nicht wegen einem Apfel!

Du bist so gutgläubig und naiv

Mir wurde gesagt, ich wäre zu leichtgläubig. Zu naiv. Man könne nicht alle Tiere retten, so wäre das nun einmal. Alte und kranke Tiere könne man nicht vermitteln, es wäre hoffnungslos. Die würde niemand mehr wollen.

Doch manchmal wird das scheinbar Unmögliche möglich – den Unken zum Trotz.

An all die Unken hier mal in aller Deutlichkeit: Wenn es Euch am Allerwertesten vorbei geht, wenn ich ein Tier retten will, dann behaltet Eure Kommentare wenigstens für Euch! Haltet einfach Euren Mund, wenn ihr nichts Nettes oder Aufmunterndes zu sagen habt!

All life matters

Rassismus ist Scheisse, keine Frage! Sexismus ist genauso Kacke! Homosexuellen Feindlichkeit ebenso! Das Patriarchat des (heterosexuell veranlagten) weissen Mannes dauert schon viel zu lange an. In der Hierarchie der weissen “Elite” kommen zuerst die weissen reichen hetero Männer, danach die weissen reichen hetero Frauen. Die weissen Unterschichten sind wiederum unterteilt in Männlein (die auch im 21. Jahrhundert noch immer besser bezahlt werden und weniger diskriminiert) und Weiblein. Danach kommen die leicht dunkelhäutigen Männer und ganz lang später die leicht dunkelhäutigen Frauen, Zum Schluss erst die dunkelhäutigen Männer und auch hier weit danach wieder die dunkelhäutigen Frauen (ebenfalls wieder gegliedert in Reiche und Arme). In den jeweiligen Schichten sind die andersartig sexuell veranlagten Menschen auch immer als minderwertiger angesehen. Ganz am Ende kommen Tiere. Hier wieder abgestuft in Haus- Wild- und Nutztiere. Die Nutztiere stehen also ganz am Ende der absolut willkürlich festgelegten Hierarchie.

Für mich sind alles Seelen und zwar gleichwertige Seelen. Der Mensch ist nicht die “Krone der Schöpfung” und Tiere sind nicht minderwertiger als Menschen. Genauso wie unterschiedliche Rassen, Geschlechter oder Homosexuelle nicht minderwertiger sind als Andere.

Wir sind alle Tiere! Auch wir Menschen. Wir sind nicht intelligenter oder höher entwickelter. In spiritueller Hinsicht sind wir vermutlich stark rückständig gegenüber unseren Tiergeschwister.

Des Übels Wurzel ist Speziesismus. Wie wollen wir die selbst geschaffenen Grenzen unter uns Menschen überwinden wenn wir immer noch denken, dass andere Spezies weniger wert wären als wir selbst? Jedes Leben zählt! Jedes Leben ist wichtig! Egal ob dieses Leben zwei oder mehr Beine hat, Federn, Fell, Schuppen, Flossen, Flügel oder unterschiedlich gefärbte Haut.

Besuch auf dem Eulhof – Lebenshof im Mainhardter Wald

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Der Eulhof ist ein vom einem Ehepaar geführter Lebenshof. Sie machen das “nebenher”, neben ihren Berufen. Sie versorgen die Tiere liebevoll und es sind dort natürlich keine Nutztiere, sondern geliebte Familienmitglieder
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Das ist Giovanni, unser Patenkind.

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er ist so ein verschmuster kleiner Schatz

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Hier seht Ihr die Ziegen bei der Fütterung, aber es leben dort nicht nur Schafe und Ziegen, sondern Gänse, Enten, Tauben, Hunde und Katzen. Zum Hof gehören ebenfalls seit einigen Wochen zwei Ponys, die jedoch woanders untergebracht sind.

Es ist in der Tat an der Zeit

Vor ungefähr 5 Jahren hat mich ein “Freund”als Terroristin beschimpft und was weiss ich noch alles. Hintergrund dazu war, dass ich auf dem Geburtstag einer Freundin war und dort hatte ich gehört wie sich zwei Mütter unterhielten. Die Eine erzählte der Anderen, dass ihr Kind gefragt hätte ob es dem Schwein weh tun würde, wenn man ihm das Schnitzel rausschneidet. Die Mutter hatte dem Kind daraufhin das Lügenmärchen aufgetischt, dass das der Sau überhaupt nichts ausmacht und das Stück Fleisch einfach nachwachsen würde, wie ein Apfel am Baum. Die andere Mutter stimmte ihr zu, dass dies das Beste für das Kind wäre, es anzulügen, weil die Wahrheit von einem Kind nicht zu verkraften wäre.

Ich fand das schrecklich, wusste aber nicht, was ich den Frauen sagen sollte. Zu der Zeit hatte nur eine Freundin von mir ein Kind, schon im Teenageralter und nur besagter “Freund” hatte kleinere Töchter. Ich hatte mir Gedanken gemacht und in Form von Zeichnungen mit Untertiteln etwas Kinderbuchartiges entworfen, was ich ihm zuschickte, mit der Bitte, mir zu sagen, ob man das einem Kind zumuten könne. Eben weil ich keine Ahnung von Kindern hatte und habe. Ich hatte weder jüngere Geschwister, noch hatte ich sonst grossen Kontakt zu Kindern ausser eben der Tochter meiner Freundin, die aber selbst schon früh vegetarisch essen wollte.

Wie gesagt wurde ich dann mit fundamentalistischen Islamisten gleich gestellt und ich brach von mir aus den Kontakt ab. Ich fand es zwar schade, weil ich ihn immer geschätzt hatte, aber das war einfach keine Basis mehr.

Inzwischen gibt es viele Kinderbücher im Handel, die meinem Entwurf recht ähnlich sind. Egal, es ist wie es ist. Heute würde ich ihm nur noch eines mit auf den Weg geben: “Wenn die Produktion Deines Essens so schlimm ist, dass Du es Deinen Kindern weder sagen geschweige denn zeigen kannst, dann ist es an der Zeit etwas anderes zu essen!”

Mir ist wieder mal ein tollpatschiges Missgeschick passiert

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Gestern war ich in der Innenstadt und kaufte mir beim DM eine Tüte Sonnenblumenkerne, die ich gerne knabbere. Kaum aus dem Laden raus, platzte mir die Verpackung irgendwie auf und ergoss sich auf den Platz vor dem Gebäude. Ich bin nun einmal etwas tollpatschig veranlagt. Solche Missgeschicke passieren mir immer wieder.

Natürlich hätte ich auch vor Corona niemals etwas gegessen, was auf dem Boden lag. Ich warf die Plastikverpackung in den Müllcontainer und ehe ich mich versah, waren 8 Tauben von den umliegenden Dächern geflattert und pickten die Sonnenblumenkerne in Sekundenschnelle auf. Sie waren wirklich extrem hungrig.

Natürlich hatte ich sie nur unabsichtlich gefüttert. Denn das wäre ja eine Ordnungswidrigkeit gewesen und das würde ich selbstverständlich niiiemals tun.

Geht`s noch?

Ich sah heute einen Werbespot für einen Shoppingkanal. Eine dämliche Tussi hielt einen süssen Hamster über einen Mixer und drohte ihrer Freundin, dass sie den Hamster töten wird, wenn sie ihr nicht sofort verrät, wo sie das Kleid her hat, das sie trägt. Diese nannte dann den Namen des Shoppingkanals, worauf die andere sie als Lügnerin bezeichnete und den Mixer anschaltete. In letzter Sekunde schaltete die mit dem Kleid den Fernseher ein, wo natürlich gerade die Werbung für diese Kleid kam. Die potentielle Hamstermörderin lies den Hamster fallen und sagte “Glück gehabt”. Die Kleidträgerin schaute erschrocken, weil sie dachte, dass der Hamster nun doch in den Mixer geworfen wurde aber in der letzten Kameraeinstellung sah man wie er unverletzt auf dem Boden aufkam.

Geht’s noch ne Stufe bescheuerter? Wer denkt sich so einen abartigen Werbespot aus. Als ob ein Kleidungsstück wichtiger wäre als das Leben eines Hamsters. Geht einfach gar nicht!

Nachtrag: eine Woche später wurde der Werbespot geändert. Die Tralla hielt jetzt keinen Hamster mehr über den Mixer sondern ein Smartphone. Vermutlich hatte es – zurecht – einen massiven Shitstorm gegeben.

Vegane Hexe

Als sich mein Mann vor circa vier Jahren auf einem Grillfest “outete” nun auch vegan zu leben, sprach einer der anderen Gäste das aus, was vermutlich alle anderen dachten “Jetzt hat sie es geschafft”. Mit “Sie” war ich gemeint. Die vegane Hexe, die ihm (deren Meinung nach) eine Gehirnwäsche verpasst hatte und er auch nicht mehr “normal” war.

Manchmal bin ich tatsächlich eine Hexe. Verhext habe ich jedoch noch nie jemanden. Meine Aktionen sind subtiler. Ich “vergesse” gerne in Wartezimmern Flyer von Tierrechtsorganisationen wie ARIWA oder Animal Equality. Ich habe es schon fertig gebracht im Wartezimmer eines Zahnarztes das Kinderbild von niedlichen Schweinen mit “Freunde – kein Essen!” zu kommentieren. Ganz kleine “Hexereien”. Harmlos und unaufdringlich.

Es gibt noch mehr vegane Hexen und das ist gut so. Vielleicht gründen wir eines schönen Tages einen Zirkel.

Können Tiere fühlen, ob Menschen es gut mit ihnen meinen?

ich glaube ja, sie spüren, ob Menschen Tierfreunde sind oder nicht. Vielleicht können sie sogar erschnuppern, ob sich jemand rein pflanzlich ernährt oder nicht.

Ich vermute, dass Tiere noch einen weiteren Sinn haben als wir. Beziehungsweise wir haben diese Gabe schon auch, aber mehr oder weniger unterentwickelt. Tiere spüren den Charakter von Menschen. Sie fallen nicht auf die vielfältigen Tarnungen herein, sondern erkennen den Kern eines Menschen sofort.

Wenn ich mich schon in meinem jungen Erwachsenenleben auf das Urteilsvermögen meiner Katzen verlassen hätte, wäre mir Einiges erspart geblieben. Wofür ich Jahre benötigte, erkannte mein verstorbener Kater innerhalb eines Wimpernschlags.

Tiere sind definitiv die besseren Menschenkenner.

Wo gibt es das beste Grillfleisch in der Stadt?

Diese Frage kam vergangene Woche in der Städtischen Facebookgruppe auf. Eine Frau wollte das “Schwarmwissen” aktivieren und fragte, wo sie das beste Grillfleisch bekäme. Es wurden verschiedene Metzgereien genannt und ich las eine Weile still mit, bis meine Finger anfingen zu jucken. Ich konnte nicht anders, ich musste es kommentieren und schrieb “Bei Vantastic Foods”.

Mein Mann las es und sagte “Dafür wirst Du einen Shitstorm ernten”. Es war mir gleich. Bis jetzt ist jedoch nichts passiert und ich denke, die Leute haben es einfach nicht gemerkt, dass ich einen Hersteller von pflanzlichen Fleischersatzprodukten genannt hatte.

Selbst wenn ich mir den Zorn der Fleischesser zugezogen hätte, so what. Wie oft muss ich mir anhören, dass Fleisch soooo gut schmeckt und dass man auf Käse unmöööööglich verzichten könne. Ob ich es hören will oder nicht. Oder die Mär vom “Bauern nebenan” wo die Tiere zu Tode gestreichelt werden und man mit “Gutem Gewissen” Fleisch kaufen kann. Ich muss dazu nicht einmal ein Wort gesagt haben. Normalerweise reicht es schon, wenn ich auf einer Veranstaltung, einem Geschäftsessen, einer Party- oder Geburtstagseinladung nur Pflanzliches auf den Teller schaufle. Alleine dies reicht aus, einen “Shitstorm” zu ernten mit den üblichen Bullshitbingo Floskeln. “Ich esse nur ganz wenig Fleisch und wenn, dann bewußt”. “Der Mensch steht nun mal am Ende der Nahrungskette”, “Löwen essen auch Fleisch”, “Ohne Fleisch bekommst Du nicht alle Vitamine und nicht genügend Protein”, “Ich kaufe nur beim Metzger meines Vertrauens”. “Ich kaufe ausschließlich Biofleisch”.

Ja sichiiiii! Wie kann man “bewusst” Fleisch essen und auch noch mit Genuss, wenn einem BEWUSST ist, dass man damit einem anderen Wesen das Leben nimmt? Ach ja, die Ende der Nahrungskette und die Krone der Schöpfung… wenn wir die Krone der Schöpfung sind, dann ist aber was ganz gewaltig schief gelaufen im Plan der Schöpfung! Wenn es so etwas überhaupt gibt, was ich stark bezweifle. Ihr wollt Euch ernsthaft mit Löwen vergleichen? Habt Ihr schon mal ein Gnu gerissen? Wohl kaum. Ihr geht bequem einkaufen und überlasst anderen die Drecksarbeit des Tötens. Ihr macht Euch bestimmt nicht die Finger schmutzig.  Ah und natürlich die Vitamine und vor allem das Protein… warum bin ich nicht schon lange an Eiweißmangel eingegangen. Nach Eurer These müsste das doch so sein. Einen Vitaminmangel habe ich auch nicht und auch sonst keiner den ich kenne, der sich tierleidfrei ernährt. Der Metzger des Vertrauens und dort sterben die Tiere sanft? Schlafen friedlich ein? Das tun sie selbst bei einer Euthanasie nicht. Auch das ist ein Märchen. Sie sterben in Todesangst, weil sie ganz genau wissen, was abgeht. Ein “humanes” Töten gibt es einfach nicht, das ist gequirlte Scheisse. Es gibt ja auch keinen friedlichen Krieg! Das wäre in etwa genauso paradox. Oh und natürlich das “gute” Biofleisch. Dort leben die Tiere manchmal (ganz sicher nicht immer) etwas besser als in konventioneller Haltung und dennoch ist das Ende dasselbe. Nochmal: Es gibt kein “sanftes” Schlachten!

Wenn ich mir seit Jahrzehnten diesen Mist anhören muss, dann kann die Fleischesserfront einen kleinen Kommentar von mir in einem Metzgerspost durchaus ertragen!