When doves cry

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Tauben sind gefiederte Obdachlose. Ihr Schicksal ist ungefähr vergleichbar mit dem von Streunerkatzen. Deshalb ist es gerade jetzt besonders wichtig, sie zu füttern. Es sind keine Wildtiere, sondern verwilderte, domestizierte Tauben, die ohne menschliche Hilfe leider hungern.

Ich war heute in der gespenstisch leeren Innenstadt und habe ihnen Sonnenblumenkerne mitgebracht, die sie auch gleich gut gefressen haben. Meine Lieblingstaube, die auf dem Bild zu sehen ist, war leider nicht da. Ich hoffe, es geht ihr gut und ich sehe sie bei der nachten Fütterung. ich bekam heute den Tipp von einer befreundeten Tierschützerin, dass Linsen auch sehr beliebt sind.  Nächstes Mal nehme ich einen Pack Linsen mit, damit die Süssen etwas Abwechslung haben.

Die wenigen Menschen die unterwegs waren und meine Fütterungsaktion sahen, schauten in etwa so: “Was macht denn die schrullige Frau da und reden tut sie auch noch mit den Viechern”. Tja, bin ich eben schon 20 Jahre früher die schrullige Frau, die ich sowieso mal im Alter werden wollte. Es gibt wirklich Schlimmeres.

Gut gemacht Schwein

Als ich zum ersten mal den Film “Ein Schweinchen namens Babe” sah, war ich so begeistert. Ich liebte das Schweinchen und dachte, jeder der den Film sieht, kann danach bestimmt kein Tier mehr essen. Viele taten das auch eine Zeit lang nicht mehr, doch es war bald vergessen.

Meine Freundinnen und ich zitierten oft aus dem Film. Wenn eine von uns etwas gut gemacht hatte, sagten die Anderen im Tonfall des Bauern und mit tief verstellter Stimme “Gut gemacht Schwein”.

Mir gefiel auch die Parole der Schafe ausgesprochen gut: “Mäh Ihr Schafe, mäh Ihr Schafe, seid treu Eurer Rasse auch im Schlafe”.

Wir benutzen sowohl die Parole, wie auch die Floskel “Gut gemacht Schwein” äußerst gern und häufig. Es hatte sich im Laufe der Jahre als Normalität eingebürgert.

Eines Tages hatte ich eine neue Bekannte. Wir waren unterwegs und sie machte etwas wirklich Tolles. Ich weiss nicht einmal mehr, was es war, was sie getan hatte. Ich sagte “Gut gemacht Schwein” ohne darüber auch nur eine Sekunde nachzudenken, wie das auf sie wirken mochte. Ihr Gesicht sprach dann auch Bände. Ich erkannte meinen Fauxpas und erklärte es ihr, woraufhin sie laut zu lachen anfing.

Seither wurde ich jedoch vorsichtiger und setzte die leibgewonnenen Zitate aus “Ein Schweinchen namens Babe” nur noch sehr spärlich ein, um weitere Missverständnisse zu vermeiden. Die meisten Menschen sind nicht so erpicht darauf, als Schwein bezeichnet zu werden, weil der Begriff leider sehr negativ belastet ist. Dabei sollte man stolz sein, als Schwein betitelt zu werden. Schweine sind hoch intelligent, äußerst liebevoll und mega süss.

Letzten Sonntag habe ich zusammen mit tollen Menschen ein Schwein gerettet. Sowohl für uns als auch das Schweinchen gilt: “Gut gemacht Schweine!”

Tierschutz ist nichts für Weicheier

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Wir fanden Fräulein Freitag getern ziemlich entkräftet und unterkühlt auf einer Waldlichtung. Sie bewegte sich nicht sehr, hatte aber natürlich noch immer Todesangst. Wir mussten Sie betäuben lassen, sonst hätten wir sie nie in den Transporter gebracht. Sie hatte sich auch schon durch die Brombeersträucher Kratzer zugefügt und ich bin mir sicher, dass sie nicht mehr lange im Wald überlebt hätte. Als sie betäubt war, hievten wir sie in den Transporter. Sie wiegt geschätzt so um die 150kg.

Kaum im Transporter, erwachte sie auch nach kurzer Zeit schon wieder aus der Narkose. Bis wir sie zum Gnadenhof gefahren hatten, war sie hellwach. Wir mussten nun sehr erfinderisch sein und fuhren den Transporter direkt an den Stall, so dass hinten nur noch die Türen aufgemacht werden konnten. Die Seitenbereiche stellten wir mit Mülltonnen und was so rumstand zu, damit sie nicht wieder ausbüxen konnte. Sie traute sich aber so nicht aus dem Gefährt heraus. Wir bastelten ihr aus Brettern eine provisorische Rampe, die sie tatsächlich herunter lief. Unten im Stall angekommen lotsten wir sie dann mit leichten Handbewegung Richtung ihrer präparierten Schlafkoje. Wir waren so was von froh, als die Stalltür sicher zu war.

Wir reden hier nicht von einem zahmen Hausschwein, sondern von einem Tier, das vor einem Metzger geflüchtet war, weil es nur zu gut wusste, was ihm sonst blüht. Das wir ihr nur Gutes wollen, konnte sie nicht ahnen und war dementsprechend auch uns gegenüber panisch. Ohne Betäubung hätten wir sie niemals sichern können. Sie schrie auch oft und markdurchdringend laut. Ich hatte sehr große Angst, dass sie uns an Herzversagen stirbt. Zum Glück hatten wir die Tierärztin vor Ort, die uns immer wieder versicherte, dass alles im grünen Bereich ist und so war es auch.

Dennoch, ein verängstigtes, erschöpftes Tier in Sicherheit zu bringen ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Die gesamte Aktion dauerte ungefähr 8 Stunden, angefangen von der Suche bis zur Unterbringung. Heute morgen kam noch die große Sorge dazu, weil es ihr sehr schlecht ging. Sie hat sich vermutlich so unterkühlt, dass sie sich eine Lungenentzündung eingefangen hat. Sie ist aber in guter tierärztlicher Versorgung und wir sind sehr zuversichtlich, dass es ihr die nächsten Tage besser gehen wird.

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Sie ist nun warm eingepackt und bekam Antibiotika und Schmerzmittel. Sie hat auch schon gefressen, was ein gutes Zeichen ist.

Mein Respekt und mein Dank gilt all den Tierschützern, die solche Aktionen ständig durchführen. Es ist ein Knochenjob. Danke für Euren beispiellosen Einsatz. Ich wusste zwar schon immer, dass Ihr Tolles leistet, aber seit gestern weiss ich, wie es sich tatsächlich anfühlt.

 

 

Ein Schweinchen namens Fräulein Freya Freitag

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Heute habe ich mit einer Frau, die ich heute erst kennengelernt habe, ein Schweinchen gerettet. Es war vor drei Tagen vor dem Schlachter ausgebüxt und heute haben wir es gefunden. Es lag schlafend auf einer Waldlichtung. Es sah aus wie ein kleines Engelchen. Mit Hilfe von lieben Menschen konnten wir es zu einem Lebenshof bringen. Wir sind alle ziemlich fertig von den Strapazen des Tages aber ich habe mich schon lange nicht mehr so lebendig und glücklich gefühlt. Ich habe etwas sinnvolles getan. Ich habe geholfen, ein Leben zu retten.

Saukerl

Ein Bekannter erzählte mir, dass sein Kater ihm jeden Tag Geschenke in Form von Mäusen und Vögeln anschleift. Meistens in Einzelteile zerlegt. Er schimpfte lautstark “So ein Saukerl”.

Würde er es gut finden, wenn ich beim nächsten gemeinsamen Essen “Du Saukerl” zu ihm sagen würde, wenn er beim Chinesen eine Ente zerstückelt?

Wieso ist es bei der Katze voll böse, bei ihm selbst und anderen Allesfressern jedoch total normal? Nur weil er die Leichenteile der Tiere nicht auf den Boden vor seine Füsse schmeißt, so wie es der Stubentiger tut?

Der Kater sieht ihn als Familienmitglied an und bringt ihm deshalb Nahrung. Er weiss nicht, dass sein Dosenöffner keine Mäuse, Ratten und kopflose Singvögel isst und stattdessen lieber im Auftrag getötete Rinder, Schweine, Gänse, Hühner, Enten und Fische bevorzugt. Vielleicht wäre er kein “Saukerl” mehr, wenn er täglich eine Forelle oder eine Gans anschleppen würde. Mit dem Erjagen von Rindern, Schweinen oder Schafen wird er sich jedoch etwas schwer tun.

Der böse Fuchs

Es war einmal auf einem Hof, der Hühner hatte. Die Hühner lebten dort glücklich und waren teilweise aus Legebatterien gerettet worden. Bis eines Tages tagsüber vergessen wurde, die Stalltür zu schließen.

Diesen Umstand betrachtete ein in der Nachbarschaft lebender Fuchs als Einladung. Für ihn war das Selbstbedienungsbüffet eröffnet. Er tötete etliche Hühner und verschwand dann wieder.

Die Hofbesitzerin war verständlicherweise traurig über den Tod ihrer geliebten Hühner. Doch sie war nicht nur traurig, sondern hasserfüllt. Wenn sie gekonnt hätte, hätte sie den Fuchs am liebsten erschlagen.

Tja, der Fuchs handelte nicht aus Boshaftigkeit, sondern er tut, was Füchse nun mal tun. Was hätte er denn machen sollen? Sich in der Küche eine Gemüsepfanne bruzeln?

Nicht der Fuchs war schuld, sondern die nachlässige Person, die die Tür des Hühnerstalls offen gelassen hatte. Ach, das war ja die  von Hass erfüllte Frau. Vielleicht war sie im Grunde ihres Herzens auf sich selbst so wütend, weil sie rational durchaus wusste, dass dem Fuchs kein Vorwurf zu machen war.

Natürlich ist ihr Verlust schlimm und selbstverständlich darf sie trauern. Es wird sie auch nicht sehr trösten, dass der Fuchs vermutlich seine Familie ernähren musste. Der Groll wird ihre gefiederten Familienmitglieder aber auch nicht wieder lebendig machen. Ich will damit ganz sicher nicht sagen, dass sie nicht emotional sein darf. Doch der Fuchs ist nicht der Teufel den sie in ihm sieht.

Sei geduldig

“Fehlen Dir keine Vitamine und Mineralstoffe?”Nope, weil ich alles aus pflanzlichen Nahrungsmitteln erhalte, was ich benötige. Einzige Supplementierung: B 12 (Methylcibalamin).

“Woher bekommst Du Dein Protein?” Zum Beispiel durch Tempeh (megalecker), Tofu, Hülsenfrüchten, Nüsse, Hanfsamen etc…
Ich habe übrigens bessere Blutwerte, seit ich mich rein pflanzlich ernähre, wie ich sie vorher als Vegetarierin hatte. Damals litt ich oft an Eisenmangel. Davon ist heute keine Rede mehr. Alles bestens dank ausgewogener Ernährung.

“Also ohne Milchprodukte kann man doch nicht überleben”. Doch, kann man prima. Ich lebe jetzt seit 2011 vegan und bin noch nicht an irgendeinem Mangel eingegangen. Ganz im Gegenteil.

Trotzdem, selbst wenn ich nur einen winzigen grippalen Infekt habe, liegt das für einen Teil meines Umfelds natürlich an meiner Ernährungsweise. Selbst als ich vor zwei Jahren im Freibad im hohen Gras von einem Insekt in den vorletzten Zeh gestochen wurde, lag das natürlich nur an meinem “Schweinefraß”, weil ich durch meine Ernährung angeblich anfälliger wäre. Ich glaube, selbst wenn ich von einem Bus angefahren worden wäre, wären die Vorurteile identisch geblieben.

Warum fragt mich niemand “Woher nimmst Du nur die Geduld, die immer gleichen Fragen stoisch zu beantworten und dabei noch nett zu bleiben?” Weil es nicht um mich geht. Es geht nicht darum was ich nicht konsumiere, sondern warum ich es nicht konsumiere.

Ich traf kürzlich eine Dame mit Lammfellstiefeln. Sie stand neben mir an der Bushaltestelle. Sie wusste von einem früheren Gespräch, dass ich vegan lebe. Offensichtlich fühlte sie sich in ihren Stiefeln unbehaglich in meiner Gegenwart, denn ohne dass ich auch nur einen Ton gesagt hätte, sagte sie an mich gerichtet “Ich bin in einem Alter angelangt, da sind mir warme bequeme Stiefel wichtiger als sonstwas. Ich verzichte auf nichts mehr im Leben!”. Ich sagte noch immer nichts, hörte nur zu, doch dann sagte sie “Solange es kein Hundefell ist, ist mir das wurscht”. Ich sah sie an und fragte “Und wo ist der Unterschied zwischen einem Hund und einem Lamm?”

Sie hatte keine Antwort darauf, hatte es aber sehr eilig, in den Bus einzusteigen und weit weg von mir zu kommen.

Insgeheim weiss sie, dass die Ugg Boots die sie trug ethisch Scheisse sind. Sie wusste es nur zu gut, denn sonst hätte sie nicht versucht, sich vor mir zu rechtfertigen, obwohl ich sie nie angeklagt hatte. Das hatte sie selbst getan.

Es weiss jeder tief in sich, dass Tiere töten falsch und unnötig ist. Die meisten wollen nur ihre Bequemlichkeit nicht aufgeben.

Ich habe auch warme Stiefel, vegan in Portugal produziert. Meine Füsse sind genauso warm. Ja, die Stiefel waren etwas teurer, aber ganz sicher noch immer günstiger als die Fußbekleidung der Dame. Sie hätte einfach nur woanders kaufen müssen und müsste nun kein schlechtes Gewissen dafür haben, die Haut eines toten Lamms zu tragen.

Sie ist geprägt vom Karnismus, wie ungefähr 99% der Menschheit. Sich das einzugestehen und zu wissen, dass sich nur langsam Veränderungen ergeben erfordert viel Geduld.

Das mit der Geduld ist so eine Sache. An manchen Tagen macht es mir nichts aus, selbst die blödesten Bemerkungen zu überhören (“Also so eine Pflanzenmilch ist schon echt eklig” – ja, so eine Milch aus Dinkel, Hafer, Mandeln oder Soja ist natürlich viel ekliger als die Muttermilch einer Kuh zu trinken, die eigentlich für ein Kalb bestimmt ist – Eutersekret ist ja sooooo lecker, vor allem mit viel Antibiotika und Eiter) aber es gibt auch trübere Tage, wo ich sie nur schwer ertrage die menschliche Bequemlichkeit auf Kosten fühlender Lebewesen, die Ignoranz und die Überheblichkeit des Homo Sapiens.

Dennoch ist Geduld der einzige Weg, Nur wenn ich geduldig und gebetsmühlenartig auf die Rechte der Tiere hinweise und das vorlebe, was ich sage, wird sich etwas ändern.Es gibt immer mehr, die sich für Tierrechte einsetzen und das ist gut so.

Das Material muss entsorgt werden

Gestern sah ich einen Bericht über eine Blutegel-Therapie. Der Mann bekam den Egel angesetzt, dieser saugte sich voll und fiel dann nach einiger Zeit von selbst vom Arm des Mannes ab.

Der Mann fragte, was nun mit dem Egel geschehe und die behandelnde Ärztin antwortete “Das Material muss aus hygienischen Gründen entsorgt werden”.

Diese Aussage hat mich wirklich schockiert. Es ist kein “Material”, sondern ein Lebewesen. Wenn es seinen Dienst getan hat, wird es zur “Belohnung” getötet. Wie sieht denn die “Entsorgung des Materials” aus? Werden die Tierchen einfach in die Abfalltonne geschmissen und landen dann irgendwann in der Müllverbrennungsanlage? Werden sie vorher erschlagen? Kommen sie in einen Schredder, so wie die männlichen Küken?

Jetzt könnten manche Stimmen laut werden und sagen: “Ist doch nur ein Egel” aber ich finde es ist egal, ob es ein Egel ist, oder ein Schaf oder ein Hund. Alle haben das Recht zu leben und der Mensch hat nicht das Recht, ihnen ihr Leben vorzeitig zu nehmen. Ganz gleich, ob es sich um niedliche und hübsche Lebewesen handelt, oder um nicht so Ansehnliche. Die “Intelligenz” des jeweiligen Lebewesens darf auch kein Kriterium sein, denn wenn man diesen Maßstab anlegen würde, dürfte die Hälfte der Menschheit nicht leben, weil sie entweder “hässlich” oder “dumm” ist. Dennoch haben auch die Dümmsten unter den Homo Sapiens ihre Daseinsberechtigung. Manchmal bekleiden sie auch hohe Posten und sind gar die Präsidenten ihrer Länder.

Wo wäre das Problem, die Egel in eine Art “Reservat” zu geben? Ach ja, das wäre ja viel zu teuer und “lohne” sich nicht. Das “Material” entsorgen ist günstiger und einfacher….

Kürbisgehirn

Ich liebe Kürbissuppe und ich habe ein voll leckeres Rezept, welches im Monsieur Cousine superschnell gelingt.

Was ich nicht liebe ist, den Kurbis aufzuschneiden. Wenn ich das Innenleben mit den Kernen sehe, erinnert mich das immer an die Szene aus Indiana Jones “Der Tempel des Todes”, wo das Affenhirn serviert wird.

Ich finde das mega eklig. ich weiss natürlich, dass es nur ein Kürbis ist und die Kerne eben kein Affenhirn sind. Trotzdem schüttelt es mich jedesmal, wenn ich einen Kürbis aufschneide. Dafür ist die Suppe um so leckerer

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