Kleine Ursache, große Wirkung

Am Samstag war ich mit einer Freundin im Freibad und wurde dort vermutlich von einem Insekt gestochen. Gesehen habe ich nichts, aber mein Fuss schmerzte urplötzlich. Harmlos, so dachte ich. Abends den Fuss hoch gelegt und den ganzen Sonntag auch. Montags zur Arbeit gegangen. Doch im Laufe des vormittags wurde es immer schlimmer und seit Dienstag noch schlimmer. Ich war bei drei Ärzten, aber jeder gab mir mehr oder weniger die gleichen Tipps. Antibiotika, kühlen, hochlegen, Fussbäder mit antiseptischen Tinkturen, Packungen mit Heilerde, Retterspitz Umschläge,Apfelessig Auflagen.

Bis jetzt schlägt nichts an, lindert höchstens den Juckreiz, aber auftreten, oder gar laufen ist mit dem rechten Fuss derzeit nicht möglich.

Ich solle Geduld habe. Der Abbau des Gifts bräuchte seine Zeit. Geduld ist nicht so meine Stärke, aber darin werde ich mich nun wohl üben müssen. Was bleibt mir anderes übrig. Auch dies wird vorüber gehen. Ich freue mich schon, wenn der Schmerz nach lässt!

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Leute die ständig im “Gestern” leben

Letzte Woche traf ich zufällig einen Bekannten von früher wieder mit dem ich seit beinahe 15 Jahren nur noch recht vagen Kontakt habe. Er war in meiner Jugend ein guter Kumpel, aber dann hatten wir unterschiedliche Interessen, ich zog weg etc. Wie das eben manchmal so ist. Ganz aus den Augen hatten wir uns nie verloren. Ich hatte ihn schon vor circa 10 Monaten zufällig auf einer Party getroffen. Damals ging er konversationstechnisch nahtlos zu dem Thema über, dass wir zuletzt vor 15 Jahren hatten. Ich bat ihn damals mit diesen ollen Kammelen aufzuhören. Weil es inzwischen irrelevant ist. Ich habe mit den Themen, die er ansprach nichts mehr zu tun und will es auch nie wieder haben.

Ich dachte, ich hätte meine Position deutlich zum Ausdruck gebracht, aber weit gefehlt. Er fing am Samstag wieder vom gleichen unnützen und sinnlosen Thema an. Er bat mich ihm einen Brief zu schreiben. Das tat ich. In dem Brief beschrieb ich ziemlich deutlich drei Seiten lang, wie sehr mich dieser alte Schnee von Vorvorgestern anödet und dass er  es bitte endgültig sein lassen soll, zu versuchen, mich immer wieder auf dieses Thema zu bringen.

Manchmal muss man überdeutlich klar machen, was man will und was nicht. Dieses Vergangenheitsgeschwätz wer was vor zig Jahren gesagt oder getan hat und weshalb ist so eine Zeitverschwendung. Zumal es nicht um etwas weltbewegendes geht, sondern um ziemlich triviale Geschehnisse. Es ist wie ein fader, alter Kaugummi, der Jahrzehntelang irgendwo unter einem Tisch geklebt hat. Den nimmt doch auch keiner mehr in seinen Mund.

Was geht in den Köpfen solcher Leute vor? Haben sie die letzten Jahre nichts erlebt? Was ist für sie so faszinierend an diesen uralten Geschichten, dass sie nicht davon loslassen können? Ist ihre Gegenwart so schrecklich, dass sie sich ins Vergangene flüchten? Das glaube ich eigentlich nicht, um so weniger verstehe ich es. Wozu immer und immer wieder über das Gestern lamentieren? Alle damals Beteiligten haben ein neues Leben und das ist gut so. Warum dann die alten Zeiten nicht ruhen lassen? Wieso sie immer wieder ins Hier und Jetzt zerren? Mich ödet das so abgrundtief an. Ich hoffe, ich konnte es diesmal eindeutig und für alle Zeiten verständlich ausdrücken, dass es mir masslos auf den Zeiger geht, von Gestalten und Ereignissen zu hören, die schon ewig passè sind und die auch in der Versenkung bleiben sollten, weil sie genau dort hin gehören: in die Vergangenheit. Es ist vorbei, lange geschehen, mehr als einmal Gras drüber gewachsen und für die meisten auch längst vergessen und es war sowieso nie etwas Aufregendes, sondern alltäglicher Kram, der jeden Tag irgendwo auf der Welt passiert. lch denke an dieses ganze Zeugs von mir aus nie, wenn mich besagter Herr oder ein paar wenige Andere nicht immer und immer und immer wieder an diese Banalitäten erinnern würden, die nicht der Rede wert sind.

An alle, die so an der Vergangenheit hängen und immer wieder Menschen in ihrem Umfeld mit den immer gleichen Geschichten nerven: die Erde dreht sich weiter, erlebt doch einfach was Neues und erzählt neue Geschichten. Lebt in der Gegenwart und freut Euch daran, wie schön sie ist. Schreibt weiter an Eurem Buch des Lebens und bleibt nicht immer wieder im selben Kapitel hängen. Lebt einfach und seid glücklich und lasst Altes in der Vergangenheit.

Unterlassene Hilfeleistung

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Unterwegs zu meinem Waldstückchen, wo ich mit einer Freundin wieder die Mittsommernacht gefeiert habe, begegneten uns diese wundervollen Wesen. Sie leben auf einem Biohof und haben eine große Weide, aber diese halbwüchsigen Kälbchen waren schon separiert. Man kann sich denken, dass sie nicht mehr lange leben werden. Wenn ich sie sehe, wie sie mich anschauen mit ihren ausdrucksstarken Augen, dann fühle ich mich schlecht. Obwohl ich seit Anfang der 90er Jahre kein Fleisch mehr esse und seit beinahe 7 Jahren vegan lebe, fühle ich mich mitschuldig. Weil ich nichts dagegen tun kann, dass sie diesem Schicksal ausgeliefert sind. Ich kann nichts dagegen tun, dass diese sanften Geschöpfe bei einem Schlachter enden werden.

Dieses Gefühl ist in etwa so, als ob ich ihnen meine Hilfe verweigere. Ich kann nicht die Zäune nieder reisen und sie irgendwo verstecken. Es gäbe keinen Ort hier in der Gegend, wo sie sicher wären.

Das einzige, was ich tun kann, ist, mich für Tierrechte einzusetzen. Damit das irgendwann ein Ende hat und die Menschheit aufhört, Tiere zu essen, zu quälen, zu misshandeln, zu missbrauchen. Auf alle nur erdenkliche Arten. Manchmal wundert es nicht, dass viele Menschen, die ich kenne und die sich im Tierschutz engagieren leicht bis mittelschwer misanthropisch wurden. Ich kann es ihnen offen gesagt nicht verdenken.

Dennoch habe ich nicht alle Hoffnung verloren, auch wenn es mir gerade heute wieder sehr schwer fällt. Ich hörte heute wieder ein Gespräch mit, wo sich eine Frau und ein Mann unterhielten. Der Mann erzählte, dass sich ein Reh auf sein Grundstück verirrt hatte und er darüber nachdachte, dass das viele Rehbraten geben würde. Die Frau nickte zustimmend und lachte.

Wenn sich ein Reh in meinen Garten verirren würde, dann würde ich ihm gut zureden, ganz schnell wieder in den Wald zurück zu kehren. Ich würde ihm sagen, wie wunderschön es ist und würde mich an seinem Anblick erfreuen. Nie und nimmer würde ich auch nur eine Nanosekunde daran denken, dass man es töten und essen könnte. Was stimmt nicht mit den Menschen? Ich verstehe das echt nicht!

und was ist bitteschön mit Scheuermilch?

Der europäische Gerichtshof hat heute beschlossen, dass pflanzlicher “Käse” nicht mehr Käse genannt werden darf. Pflanzenmilch darf auch nicht mehr so genannt werden. Es sei irreführend für den Verbraucher. Anscheinend darf sich nur Milch nennen was aus den Eutern von Tieren kommt.

Aha… und was ist mit der Sonnenmilch? Kommt die auch aus dem Euter? Oder gar die Scheuermilch??? Ist das nicht auch irreführend? Wieso darf dann der Leberkäs so genannt werden, obwohl es gar kein Käse ist, sondern Fleisch?

Nach der absurden Welle von politischer Korrektheit in dessen Zuge die Schaumküsse entstanden, aber das Zigeuner- und Jägerschnitzel blieb, also nun die überkorrekten Bezeichnungen… doch auch hier ist man mal wieder nicht stringent!

Ich wäre dafür, dass die nicht veganen “Nahrungsmittel” ebenfalls korrekt bezeichnet werden:

Honig = erbrochenes von Bienen, oder auch gerne Bienenkotze

Fleisch = bis zur Unkenntlichkeit zerstückelte Leichenteilen von fühlenden Wesen

Wurst = zermanschte Leichenteile von fühlenden Mitgeschöpfen, die in deren Därme gestopft werden

Eier = heranwachsendes Hühnerembryo (bei Befruchtung) oder Hühner Menstruationsausscheidung (wenn nicht befruchtet)

Milch = für Tierkinder bestimmte Nahrung aus den Eutern der Mütter, die ausschließlich für die jeweilige Spezies bestimmt ist

Ist ein Fleischsalat nicht genauso irreführend, oder Meeresfrüchte?

Gummibärchen – aus Gelatine, Zucker und künstlichen Aromen zusammengemischtes Zeugs

Was ist denn mit der Einhornwurst, die gerade so beworben wird? Ist das nicht die totale Kundenverarsche? Allerdings befürchte ich, dass falls irgendwo tatsächlich Einhörner gefunden werden sollten, die Menschheit wirklich so pervers wäre, sie zu jagen, zu schlachten und zu verwursten.

Ja stimmt, der heutige Post ist zugegebenermaßen leicht misanthropisch geworden, aber es gibt Tage, da ist mein Optimismus durchaus gedämpfter. So ein Tag ist heute. Heute glaube ich nicht, dass sich die Menschheit noch groß ändern wird. Wieso sollte ich das auch annehmen. Menschen töten Menschen und kümmern sich meistens einen feuchten Kehricht um die eigene Art. Wieso sollte ich dann noch hoffen, dass Menschen endlich Tieren das Recht zugestehen auf ein unversehrtes Leben? Ich werde gerne vom Gegenteil überzeugt.

 

Wo bleibt das Summen?

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Dieses Bild habe ich vor einem Jahr in unserem Garten gemacht. Seit vielen Jahren kamen die Bienen jedes Jahr und summten lautstark in unserem Lavendel. Doch dieses Jahr ist alles still. Kein Summen und keine Bienen. Wir ließen extra den Löwenzahn im Garten hoch wachsen, weil er im Frühling eine gute Nahrung für Bienen, Hummeln und Hornissen ist, aber nichts. Kein geflügeltes Wesen in unserem Garten. Kaum eine Fliege, kaum ein Schmetterling. Das macht mir Angst – ernsthaft! Wir leben wirklich ländlich. Wenn es bei uns schon so schlimm ist. Oder gerade weil wir ländlich wohnen? Bayer, Monsanto und Co. vergiften systematisch unsere Felder. Wenn man vor einigen Jahren im Sommer mit dem Auto fuhr, hatte man tote Fliegen auf der Windschutzscheibe und jetzt? Nichts, keine einzige Fliege. Sind wir kurz davor, eine dystopische Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen?

Es gibt Tage, da kann ich Facebook nicht mehr ertragen. All die schlimmen Posts. Hundefleischfestival, untragbare Zustände in Massentierhaltungsanlagen, furchtbare Bilder aus Schlachthöfen, gequälte und verstümmelte oder getötete Tiere, grausam zerstückelte Haie, Umweltverschmutzung zu Land und zu Meer, Tierbordelle, Spanferkel für € 4,99, Vergiftete Böden durch Pestizide und Nitrat, Bienensterben – das Ausmass der Perversionen nimmt kein Ende.

Ich will dazu beitragen, dass wir eine Welt haben, wo es im Lavendel summt mit hunderten von Bienen, wo kein Tier mehr leiden muss und getötet wird. Ohne Plastik und ohne Pestizide. Das wäre wohl eine Utopie – die Rückkehr ins Paradies. Dennoch glaube ich lieber an eine Utopie anstatt an eine Dystopie. Noch ist nicht alles verloren, auch wenn es so scheint. Vielleicht kommen die Bienen doch noch – die Hoffnung stirbt zuletzt.