Rat und Schläge

Kürzlich traf ich eine Bekannte, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Wir gingen einen Kaffee trinken und unterhielten uns. Es kam das Gespräch auf eine Frau, die vor ein paar Jahren im weitläufigen Freundeskreis verweilte, bis sie weg zog und wir nie wieder von ihr hörten.

Die Bekannte hatte sie zufällig getroffen und berichtete, dass die Dame inzwischen als Beziehungstherapeutin arbeitet. Sie hatte und hat bis jetzt noch nie eine richtige Beziehung. Das kann funktionieren, vielleicht ist sie gerade deswegen total gut in ihrem Job. Dazu will und kann ich mir kein Urteil erlauben. Zum Glück brauche ich auch keine Paartherapie.

Grundsätzlich jedoch bin ich skeptisch, wenn Jemand sein Wissen nur aus der Theorie hat. Ein Weinhändler der noch nie Wein getrunken hat kann nur auf gut Glück Wein empfehlen. Es kann auch niemand Pianist werden, der noch nie Klavier gespielt hat.  Ich kann einen Kastanienbaum von einer Palme unterscheiden, aber das macht mich noch lange nicht zu einer Baumexpertin.

Kann eine Therapeutin gute Ratschläge geben, wenn sie selbst noch keine richtige Beziehung hatte? Ich weiss es nicht. Ratschläge sind immer so eine Sache… immer, wenn mir bisher jemand was geraten hat, war das nichts, was mich in irgendeiner Weise weitergebracht hätte. Es riet mir mal eine, ich solle doch ein “Veganes Cafè” aufmachen, das wäre doch genau mein Ding. Ok, ich bin Veganerin und ich trinke gerne Kaffee, aber das war es auch schon. Ich wäre für die Gastronomie ziemlich ungeeignet und es wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Nicht nur aus Desinteresse meinerseits, sondern auch aufgrund mangelndem Background: Ich bin schlichtweg nicht qualifiziert dafür.

Man muss sich nur mal die Wörter anschauen. RatSchläge. “Ich rate Dir “- es heißt eigentlich wortwörtlich, dass jemand ins Blaue rät. Jemand hat irgendeine Meinung von Dir, die nichts mit der Realität zu tun hat und rät Dir aufgrund dieser subjektiven Meinung irgendetwas, von dem derjenige denkt, es könnte zu Dir passen, was es aber nicht tut. Derjenige rät nur, weiss aber nichts.

Man hat Verantwortung für das, was man Anderen rät, weil es durchaus sein könnte, dass die Ratschläge befolgt werden.

Wenn ich zum Beispiel jemand zum Kauf eines Aktienpakets raten würde, obwohl ich keine Ahnung vom Aktienmarkt habe, sondern einfach nur rate, bin ich mitverantwortlich wenn derjenige das Aktienpaket tatsächlich kauft und sein eingesetztes Geld dadurch verliert. Natürlich ist auch der Käufer der Aktien mitverantwortlich. Er hätte ja nicht auf mein Gerede hören müssen. Dennoch hätte ich ihn beeinflusst.

Deshalb trau, schau, wem!

Anmerkung des Tages

Der Unterschied zwischen “Zeit haben” und “Keine Zeit haben” heißt Interesse.

Ich kenne so einige Leute, die fast immer ausgebucht sind. So geschäftig. Haben für gar nichts Zeit – monatelang sind sie verplant und haben Termine.

Wenn Jemand eine Ausbildung macht und das auch noch nebenher, dann kann ich das sehr gut nachvollziehen. Als ich meine Ausbildung zur fremdsprachlichen Wirtschaftskorrespodentin nebenher, neben einer 40 Stunden Arbeitswoche gemacht habe, hatte ich tatsächlich auch kaum mehr ein Privatleben und sehr wenig Zeit. Entweder hatte ich Schule, musste lernen oder war einfach nur total platt. Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich kann es auch noch verstehen, wenn jemand eine große Familie hat. Eine Bekannte hat zum Beispiel 8 Geschwister und da ist es auch logisch, dass alle paar Wochen irgendeine Familienfeier ist.

Alle anderen, die ach so ausgebucht und gestreßt sind – wenn es denn echt so ist – tun mir leid. Das wäre mir zu viel. So ein Leben möchte ich nicht haben. Wenn ich mir vorstelle, ich würde auf Monate hinaus jede freie Zeit mit irgendwelchen Aktivitäten vollstopfen, puh, ne Danke! Das wäre nichts für mich. Ich genieße es, wenn ich am Wochenende keine Pläne habe und mich einfach treiben lassen kann. Wenn es dann zu spontanen Treffen mit Freunden oder Familie kommt. ist das meist besser, wie lange im Voraus geplante Treffen,  Ich schätze meine Freiheit über meine Freizeit.

Ich bin in einem Reifestadium meines Lebens angelangt, wo ich wenigstens in meiner Freizeit überwiegend nur das mache, was mir guttut und wenn das bedeutet, dass ich an einem regnerischen Wochenende das Haus nicht verlasse und ich mich mit Mann und Katzen faul auf`s Sofa lege, dann ist das eben so.

Puh, jetzt habe ich aber Angst

Gestern sendete mir ein “Anonymer Hacker” eine Droh-Email auf meine Fotohomepage.

Er teilte mir mit, dass er meinen PC mit einem Virus infiziert und mitgefilmt hätte, wie ich auf Porno-Seiten gesurft wäre. Wenn ich nicht innerhalb von 48h € 2.000,00 in Bitcoins an einen von ihm genannten Link transferieren würde, würde er mich damit brüskieren, indem er die Pornoseiten auf denen ich mich angeblich herumtrieb an all meine Familie und Freunde sendet.

Hahahahahaha netter Versuch. Mich würde ernsthaft interessieren ob schon jemals jemand auf diesen Trick hereingefallen ist. Ich fürchte jedoch, dass es durchaus Kandidaten geben würde.

Ich fürchte, ich werde mit zunehmendem Alter sozialinkompatibler

Je älter ich werde, desto mehr gibt es, was ich nicht mehr haben möchte. Meine Toleranzgrenze ist – im Vergleich zu früher – deutlich geschrumpft. Ich muss es nicht mehr allen recht machen und ich kann mit etwas Schwund leben. Ich muss auch nicht mehr auf allen Events gewesen sein. Daheim bei meiner Familie ist es meistens eh schöner. Ich passe immer weniger in diese Gesellschaft. Wenn ich mit manchen Leuten rede und sie irgendeinen Stuss von sich geben, dann denke ich mir innerlich “Ach halt doch einfach die Fresse”. Das wäre früher nicht der Fall gewesen. Immer lieb, nett, brav und harmoniesüchtig hat mich aber offensichtlich nicht weitergebracht. Vielleicht ist es an der Zeit, es nicht nur zu denken, sondern in sozialverträglicheren Worten auch auszusprechen. Einfach mal zu sagen “Jetzt ist es genug!”

Grenzen setzen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, dass ich immer wieder mit Menschen konfrontiert werde, die stark narzisstisch geprägt sind. Oft mit leicht bis mittelschwer cholerischen Tendenzen. Ein ehemaliger Kollege, ein Expartner und nun seit einigen Jahren wieder eine Person, die all diese Symptome aufweist. Ich glaube, das ist es, was ich endlich bewältigen muss. Die Person werde ich nicht  ändern können, aber ich kann mein Verhalten ändern. Ich werde mir bei jedem Treffen nun immer als Mantra vorbeten “Nicht mein Zirkus – nicht meine Affen, nicht mein Zirkus – nicht meine Affen, nicht mein Zirkus – nicht meine Affen”. Den genauso ist es.

In der Vergangenheit fütterte ich die Narzissten regelrecht mit meiner Energie in dem ich immer auf sie reagierte. Es wird sie viel schwerer treffen, wenn ich einfach nicht reagiere. Wenn ich auf Durchzug schalte. Tief in meinem Innern weiss ich doch, dass diese Leute einen an der Waffel haben. Vielleicht sollte ich ihnen bei Gelegenheit ein T-Shirt schenken, welches ich bei EMP gesehen habe. Darauf stand in großen Lettern “PItsche, Pitsche Patsche, ich hab was an der Klatsche”.

Irgendwann werde ich das tun. In meiner Vorstellung von mir selbst in vielen Jahren werde ich eine verrückte alte Dame sein, die im wahrsten Sinne des Wortes “Die Sau raus lässt”. Aber wieso warten, bis ich alt bin? Warum nicht schon heute? Angst ist die Antwort auf diese Frage. Angst vor Konsequenzen, die mein Tun haben wird. Wenn ich alt bin, dann bin ich angenommener maßen “freier”, weil ich nicht mehr lange zu leben habe. Aber weiss ich denn, wann ich sterben werde? Vielleicht werde ich gar nicht alt. Ich könnte morgen vom Blitz getroffen werden und dann war`s das und ich habe nichts riskiert, bin einfach in meiner Komfortzone geblieben, war immer schön brav und angepasst. Ich denke es wird Zeit für etwas Revolution im kleinen Kreis. Ich glaube, ich werde jetzt ein paar Pläne schmieden.

Wenn die Hoffnung erlischt

Seit Jahren hoffe ich darauf, dass sich ein gewisser Umstand in meinem Leben ändert. Ich erwartete, einer Situation zu entkommen, einen Ausweg zu finden. Inständig hoffte ich darauf, doch vergebens. Sechs Jahre später ist alles unverändert und ich habe die Hoffnung verloren. Ja, ich bin inzwischen davon überzeugt, dass sich in dieser Richtung nichts mehr tun wird. Es wird so bleiben, ich bin darin gefangen, nichts wird sich ändern. Es gibt keine Hoffnung. Da ist kein Silberstreif am Horizont. Es wird kein Wunder geben. Es ist wie es ist für die nächsten 16 Jahre. Erst dann werde ich “frei” sein. Das ist Fakt. Alles andere ist reines Wunschdenken. Tagträumerei. Ich komme da nicht raus.

Seltsamerweise fühlt sich das zwar einerseits furchtbar an, sich einzugestehen, dass es keine Rettung geben wird, aber anderseits ist der Wegfall der Hoffnung auch eine Befreiung. Ich muss nicht mehr warten und hoffen und werde dann wieder und wieder enttäuscht, weil es kein Entrinnen gibt. Das zu wissen ist eigentlich besser als immer in trügerischer, falscher Hoffnung zu leben. Ich muss auch nichts mehr tun, weil ich genau weiss, dass all meine Aktivitäten sowieso fehl schlagen werden, also kann ich es auch gleich lassen. Hoffnungslosigkeit schenkt mir also Lebenszeit, die ich sonst mit möglichen Lösungen verbringen würde, die sich sowieso wieder zerschlagen – wie immer.

Es gibt keine Hoffnung.

Die Seele der Tiere

Menschen, die noch nie mit Tieren zusammen lebten sprechen Tieren oft eine Seele ab. Sie werden als Produkte angesehen, die dem Menschen dienen sollen. Sei es als Nahrung, als Versuchskaninchen, als Lastenträger, zur Gesellschaft etc etc etc.

Wer schon einmal ein tierisches Familienmitglied hatte, der weiss, dass sie alle eigenständige Persönlichkeiten sind und selbstverständlich eine Seele haben. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Ich sage: Tiere sind unschuldig. Kein Tier macht etwas boshaftes mit purer Absicht. Böse ist nur der Mensch, jedoch kein Tier. Kein Tier quält ein anderes aus purer Bosheit und Niedertracht. Das sind menschliche “Attribute”.

Deswegen ist es die Pflicht von uns allen – der gesamten Gesellschaft – diese unschuldigen Geschöpfe zu beschützen. Wir müssen ihnen ihr angeborenes Grundrecht auf ein unversehrtes Leben gewährleisten. Das ist die wahre Aufgabe der Menschheit. Ich bin überzeugt davon, dass der wahre Sündenfall das Ausnutzen und töten von Tieren ist. Wie anders würde unser Planet ausschauen, wenn wir in Frieden mit allen Lebewesen leben würden?

Die Würde der Tiere ist unantastbar. Wie die des Menschen, den auch wir sind Tiere.