Ausbeute des Tages

Heute Nachmittag war ich mit einer Freundin und einer Kollegin bei einem Klamottenflohmarkt. Wir ergatterten alle drei wirklich schöne Stücke. Die Frauen von denen wir gekauft haben, waren auch alle total nett und es war ein angenehmer Nachmittag.

Bei mir fanden 2 Kleider, 1 Rock, 1 Jumpsuit ,1 Kurzarmtop und 1 Langarmtop den Weg nach Hause. Für alle Schätze zusammen habe ich € 18,00 gezahlt.

Bei Scondhand-Klamotten habe ich kein solch schlechtes Gewissen, wie bei neuer Kleidung. Klar, gebraucht hätte ich das alles nicht, aber ich mag es. Es hat Spaß gemacht, wir hatten eine schöne Zeit und wir haben schöne neue Teile.

Und doch habe ich trztdem ein klitzekleines bissle ein schlechtes Gewissen, weil ich viel zu viel Zeugs habe. Mitnehmen kann ich eh mal nix, warum also so viel anhäufen? Weil ich es kann, weil ich mich gerne mit schönen Dinge umgebe, auch wenn ich sie wahrlich nicht benötigen würde.

Vielleicht sollte ich mal wieder eine Tauschparty veranstalten, um wieder einige Stücke los zu werden und jemand anders damit zu erfreuen.

Bei meiner letzten Ausbeute ergatterte ich einen rosa Tüllrock mit aufgestickten Glitzersteinen. Eine liebe Bekannte fragte mich “Wann willst Du denn den tragen?” Ich antwortete “Wenn ich mich als Einhorn verkleide” und sie fing an zu lachen. Ich sagte “”Obwohl, ich trug schon mal einen längeren fliederfarbenen Tüllrock auf der Arbeit, kombiniert mit einem schlichten schwarzen Top und schwarzen Schuhen. In dieser Kombi war das gar nicht so auffällig”. Sie schaute mich schelmisch an und sagte dann spöttisch “Ja Margit, klar, total unauffällig. In Flieder!!! Natürlich”. Nun ja, es könnte schon sein, dass dieses Outfit seeeeeehr auffällig war, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar. Das würde auch die erstaunten Blicke erklären, die ich an diesem Tag erntete. Und wenn schon. Ich werde es wieder tragen, warum auch nicht. Das bin ich. Ich bin nun mal die Tussie, die sich gerne auffällig kleidet. Das ist in der Branche nicht unbedingt üblich und entspricht sicher nicht der Kleiderordnung. Dennoch lebe ich hier nach dem Motto: Erlaubt ist was mir gefällt!

Moderne Sklaverei?

“Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave”

Friedrich Nietzsche

Recht hat er, der gute alte Friedrich. Nach dieser Definition bin ich eindeutig ein Sklave.

Wann holt mich das Mutterschiff endlich wieder ab? Wann kommt der Kobold mit dem Kessel voll Gold und bringt mich ins Elfen- und Feenland.

Dort wo ich hin gehöre, denn ein lieber Mensch sagte gestern zu mir “Ich hab Dich heute morgen gesehen, wie Du über den Zebrastreifen gelaufen bist: Das ist jetzt echt nciht böse gemeint, aber Du läufst wie ein Einhorn im Wald. Wie nicht von dieser Welt” .

Was ich irgendwann mal noch machen möchte:

  • bei Kreationisten klingeln und sagen “Ich möchte mit Ihnen über Darwins Theorie reden”.
  • Leute, die ich nicht kenne, einfach freundlich grüßen, so als ob ich sie kennen würde. Das machen nämlich ganz viele Leute mit mir und ich möchte mich einfach revanchieren.
  • Wenn ich alt bin, will ich Drogenexperimente machen. Bis dahin wird das, was ich konsumieren will legal sein, dessen bin ich mir sicher. Wenn ich jedoch merken sollte, dass ich dement werde oder an Altzheimer leide, dann werde ich härtere Sachen einwerfen. Ich hoffe nur, dass ich es dann nicht vergessen werde.
  • Eine Email mit psoudowichtigem Betreff und sinnfreiem Inhalt, jedoch extrem hochgestochen klingenden Wörtern an einen größeren Verteiler senden und schauen, wer es ernst nimmt.
  • Bei Einladungen zu Hochzeiten oder anderen Events die Katzen mitbringen, wenn drauf steht, dass die Kinder natürlich mit eingeladen sind. Das ist aber nur in meiner Phantasie lustig, denn es wäre für die Kleinen viel zu viel Stress.
  • Mit meinem langen schwarzen Lilly Monster Kostüm mal wieder bei Nacht mit Rollerskates den Gehweg auf und ab fahren, so dass es ausschaut, als ob ich schweben würde. Das hat dann noch eine unfreiwillige Komik, weil ich nicht skaten kann.
  • Mit einem Faschingskostüm auf der Arbeit erscheinen. Obwohl… das habe ich schon mal gemacht. Bei meinem zweiten Arbeitgeber kam ich an einem Faschingsmontag mit einer StarTrek Uniform ins Geschäft. Es hat keiner etwas gesagt und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch keiner gemerkt hat. Ich war sogar einmal damit auf einer Faschingsveranstaltung mitsamt Communicator und Handphaser und wurde gefragt, warum ich mich nicht verkleidet hätte.
  • to be continued

Manchmal bin ich etwas tollpatschig

und mir passieren die absurdesten Begebenheiten. Gestern habe ich zum Beispiel aus Versehen einen bemitleidenswerten Menschen in Bosnien angerufen. Eigentlich wollte ich den Kundenservice des Herstellers des neuen Katzenfutters anrufen. Aus “Macht der Gewohnheit” wählte ich aber – wie im Büro – eine 0, wie es dort üblich ist, um Gespräche ausserhalb der Firma zu führen. Zuhause muss ich natürlich keine 0 vor wählen und so ergab die Nummer des Katzenfutterproduzenten zusammen mit der 0 die Ländervorwahl von Bosnien und ich befragte den armen Mann, bei dem mein Anruf landete nach den Bestandteilen des Futters, bis er mich höflich unterbrach und sagte “Ich Bosnien bin”. Ich entschuldigte mich und legte ganz schnell auf.

Kürzlich sollte ich für eine Kollegin noch Belegte aus der Kantine sichern, bevor diese zu macht. Sie war in einem Meeting und konnte sie nicht selbst holen. Also hetzte ich hin, ergatterte noch ein paar der letzten Schnittchen. Schichtete sie schön auf ein Tablett und lief zurück. Auf Höhe des Büros eines Kollegen (der natürlich just in dem Moment zur Tür schaute) stolperte ich und das Tablett fiel mir aus der Hand. Es war wie in einem schlechten Slapstickfilm. Die Teile flogen durch die Luft und landeten natürlich alle mit der oberen Seite auf dem Teppichboden. Ich scharrte das Zeug zusammen und warf alles in den nächstgelegenen Mülleimer, hetzte zurück zur Kantine, konnte gerade noch die wirklich nun allerletzten Stücke erstehen und lief damit sehr vorsichtig zum Büro zurück. Dort schnauzte mich die Kollegin an, dass es nicht die gewünschte Geschmacksrichtung war und ich ihre Anweisung nicht befolgt hätte. Tja, ich sagte ihr, dass sie die gewünschte Geschmacksrichtung im Mülleimer drei Stockwerke weiter unten finden könne.

Vor noch nicht all zu langer Zeit stand ich an der Bushaltestelle und wartete auf meine Linie. Ich sah an dem Tag echt richtig schlecht. Es ist Tagesform abhängig. Manchmal sehe ich ganz gut und manchmal richtig schlecht. So ein Maulwurftag war es an besagtem Tag und ich las die Zahl oben am Display des Busses falsch und dachte es wäre meine Linie. Ich wunderte mich noch, dass ich der einzige Fahrgast war, aber nicht so sehr. Am zentralen Busbahnhof blieb der Bus stehen und der Busfahrer sagte zu mir “Hier ist Endstation” und ich sagte “Normalerweise warten wir hier doch nur 5 Minuten und fahren dann weiter, was ist heute los?” und er antwortete “Mein Bus fährt nirgends mehr hin”. Ich stieg schnell aus und sah am Display, dass ich mich echt verguckt hatte. Zum Glück kam kurz darauf der richtige Bus. Seltsam war jedoch der Umstand, dass der “falsche Bus” in den ich eingestiegen war, eigentlich nie an meiner Bushaltestelle hält. Vor ein paar Wochen stand ich wieder an der Haltestelle und ein Bus hielt, der dort normalerweise niemals hält. Diesmal sah ich aber, dass es nicht meine Linie war. Es war auch eine zweistellige Linie, die nur die Ortschaften weiter weg anfährt. Nun war ich schlauer und stieg nicht ein, wer weiss, wo ich da gelandet wäre.

Es gibt viel Schlimmeres, als eine Anziehung von kleineren Missgeschicken oder peinlichen Umständen.

 

Make-up Kram und Krempel

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Einer meiner Neujahrsvorsätze war auch, dass ich mich mehr ausprobieren werde und nicht jeden Tag gleich rumlaufen möchte. Deshalb habe ich mir einen knallroten Lippenstift (mit passendem Nagellack) zugelegt.

Kürzlich las ich auf einem Beuatyblock, dass man jenseits der 50 keinen knallroten Lippenstift mehr tragen soll. So etwas weckt immer die Rebellin in mir und führt sofort zu “Und jetzt erst recht”!. Ich finde überhaupt nicht, dass man in so einem gar methusalemischen Alter keinen knalligen Lippenstift mehr tragen darf. Es ist nicht alters, sondern Typ abhängig. Wie bei allem übrigens. Diese Pauschalisierungen nerven mich so unsäglich. Als nächstes werde ich mit Lidstrich experimentieren. Das darf man anscheinend in meinem hohen Alter auch nicht mehr tragen pfffffffff

Selbstportrait im eigenen Studio

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Diese Woche wurde mein neues Abendkleid geliefert. Ja, ich habe definitiv einen kleinen bis größeren Abendkleider-Tick. Keine Ahnung, ob ich jemals eine offizielle Gelegenheit haben werde, das schöne Stück auszuführen. Darum geht es auch nicht. Ich kann es anziehen wann immer mir beliebt und wenn es ein verregneter Sonntag Ende Januar ist. Die Aufnahme habe ich mit dem Selbstauslöser gemacht. Der Nagellack ist heute nicht ganz passend, aber es muss nicht immer alles perfekt sein!

Altern ist nichts für Weicheier

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Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, mich im Spiegel anzusehen oder Bilder von mir zu betrachten. Die Krähenfüsse um die Augen und die Denkerfurchen auf der Stirn nehmen zu. Ganz gleich, welche Maßnahmen ich treffe, dies zu verhindern. Unaufhaltsam und unerbittlich verändert sich mein Gesicht. Ich altere und das ist nicht schön.

Ich tu mich schwer mit dem älter werden. Nicht so sehr mit den Jahreszahlen, sondern eher mit den Veränderungen meines Körpers, speziell des Gesichtes. Ja, es geht noch. Für mein gar methusalemisches Alter sehe ich schon noch annähernd frisch aus, aber ich werde noch älter werden und die Fältchen werden zu Falten werden und irgendwann wird mein Gesicht aussehen wie der Grand Canyon. Eine furchtbare Vorstellung. Denn ich kann es nicht verhindern. Nur hinaus zögern, aber nicht verhindern.

Erschwerend hinzu kommt, dass fast mein gesamter Freundeskreis, bis auf ganz wenige Ausnahmen, mindestens 20, teilweise sogar 30 Jahre jünger ist. Bei mir stellen sich dann unweigerlich Vergleiche ein. Na klar hat eine 30jährige eine glattere Haut und weniger Mimikzeichnungen des Lebens im Gesicht wie ich mit meinen 50 Jahren.

Ich bin nicht mehr das Mädchen, das ich war. Ich bin jetzt eine “Frau mittleren Alters”. Boah, das klingt so schrecklich.

Irgendwo bleibt doch immer ein Stück des Mädchens in uns erhalten. Warum sollten wir sie verbannen? Ich sehe keinen Grund dafür. Vermutlich ist das innere Mädchen bei mir noch ausgeprägter als bei anderen und vielleicht ist jemand der Ansicht, dass es jetzt Zeit wäre, den Sprung zu “wagen” und das Mädchen los zu lassen und zu akzeptieren, dass ich eine ältere Frau werde. Aber wer bestimmt das denn? Ich kann sein und mögen was immer ich will. Wenn ich die Anteile des Mädchens in mir bis zu meinem Tod beibehalten will, dann ist das eben so.

Meine Cousine erzählte mir kürzlich, dass jemand zu ihr sagte, dass sie mit ihren 34 Jahren keinen hohen Dutt mehr tragen sollte, weil das nur jungen Mädchen vorbehalten wäre. Was für eine gequirlte Scheisse!  Wer denkt sich so einen Mist aus?

Wenn mir danach ist, werde ich auch noch mit 80 einen hohen Dutt tragen, oder einen Pferdeschwanz oder Zöpfe oder einen Tüllrock oder ein Crop Top.

Ich glaube, mein Hauptproblem ist, was andere Leute von mir denken könnten. Manchmal kann ich da drüber stehen, aber nicht immer. Das sind dann schwache Momente, in denen ich mich unattraktiv, fett, hässlich und alt fühle, obwohl ich tief in mir weiss, dass nur das zählt, was ich selbst über mich denke. Ich denke über mich, dass ich eine 28jährige bin, die im Körper einer 50jährigen steckt und ich verhalte mich so, wie es meinem Naturell entspricht, unabhängig von Alter und Konventionen. Das Leben ist zu kurz für “man sollte dies und das” und “in dem Alter macht man das nicht mehr”, “verhalte Dich Deinem Alter entsprechend”. Pff, sowas hat schon immer die kleine Rebellin in mir freigesetzt, Jetzt erst recht! So und jetzt flechte ich mir Zöpfe, oder ich mache mir einen ganz hohen Dutt, oder beides, ich mache mir einen Dutt aus geflochtenen Zöpfen!