Altern ist nichts für Weicheier

IMG_0016

Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, mich im Spiegel anzusehen oder Bilder von mir zu betrachten. Die Krähenfüsse um die Augen und die Denkerfurchen auf der Stirn nehmen zu. Ganz gleich, welche Maßnahmen ich treffe, dies zu verhindern. Unaufhaltsam und unerbittlich verändert sich mein Gesicht. Ich altere und das ist nicht schön.

Ich tu mich schwer mit dem älter werden. Nicht so sehr mit den Jahreszahlen, sondern eher mit den Veränderungen meines Körpers, speziell des Gesichtes. Ja, es geht noch. Für mein gar methusalemisches Alter sehe ich schon noch annähernd frisch aus, aber ich werde noch älter werden und die Fältchen werden zu Falten werden und irgendwann wird mein Gesicht aussehen wie der Grand Canyon. Eine furchtbare Vorstellung. Denn ich kann es nicht verhindern. Nur hinaus zögern, aber nicht verhindern.

Erschwerend hinzu kommt, dass fast mein gesamter Freundeskreis, bis auf ganz wenige Ausnahmen, mindestens 20, teilweise sogar 30 Jahre jünger ist. Bei mir stellen sich dann unweigerlich Vergleiche ein. Na klar hat eine 30jährige eine glattere Haut und weniger Mimikzeichnungen des Lebens im Gesicht wie ich mit meinen 50 Jahren.

Ich bin nicht mehr das Mädchen, das ich war. Ich bin jetzt eine “Frau mittleren Alters”. Boah, das klingt so schrecklich.

Irgendwo bleibt doch immer ein Stück des Mädchens in uns erhalten. Warum sollten wir sie verbannen? Ich sehe keinen Grund dafür. Vermutlich ist das innere Mädchen bei mir noch ausgeprägter als bei anderen und vielleicht ist jemand der Ansicht, dass es jetzt Zeit wäre, den Sprung zu “wagen” und das Mädchen los zu lassen und zu akzeptieren, dass ich eine ältere Frau werde. Aber wer bestimmt das denn? Ich kann sein und mögen was immer ich will. Wenn ich die Anteile des Mädchens in mir bis zu meinem Tod beibehalten will, dann ist das eben so.

Meine Cousine erzählte mir kürzlich, dass jemand zu ihr sagte, dass sie mit ihren 34 Jahren keinen hohen Dutt mehr tragen sollte, weil das nur jungen Mädchen vorbehalten wäre. Was für eine gequirlte Scheisse!  Wer denkt sich so einen Mist aus?

Wenn mir danach ist, werde ich auch noch mit 80 einen hohen Dutt tragen, oder einen Pferdeschwanz oder Zöpfe oder einen Tüllrock oder ein Crop Top.

Ich glaube, mein Hauptproblem ist, was andere Leute von mir denken könnten. Manchmal kann ich da drüber stehen, aber nicht immer. Das sind dann schwache Momente, in denen ich mich unattraktiv, fett, hässlich und alt fühle, obwohl ich tief in mir weiss, dass nur das zählt, was ich selbst über mich denke. Ich denke über mich, dass ich eine 28jährige bin, die im Körper einer 50jährigen steckt und ich verhalte mich so, wie es meinem Naturell entspricht, unabhängig von Alter und Konventionen. Das Leben ist zu kurz für “man sollte dies und das” und “in dem Alter macht man das nicht mehr”, “verhalte Dich Deinem Alter entsprechend”. Pff, sowas hat schon immer die kleine Rebellin in mir freigesetzt, Jetzt erst recht! So und jetzt flechte ich mir Zöpfe, oder ich mache mir einen ganz hohen Dutt, oder beides, ich mache mir einen Dutt aus geflochtenen Zöpfen!

 

Zu blöd zum Schminken

Es ist ein Fakt! Ich kann mich echt nicht gut schminken. Bestenfalls sehe ich aus, wie frisch vom Kinderschminken, Schlechtestenfalls wie Alice Cooper.

Mit Strobing, Contouring oder Baking brauche ich erst gar nicht an zu fangen. Das wird dann unweigerlich zur Clownsmaske. Aber auch schon Kleinigkeiten wie falsche Wimpern sehen bei mir stark nach Karneval aus. Hier der Beweis:

IMG_8675

Nägel lackieren gehört auch nicht zu meinen Talenten. Es sieht meistens aus, als ob einer der Kater die Nägel lackiert hätte. Jede 5Jährige kann das sicher besser.

Ich würde es echt gerne können. Ich bewundere Frauen, die top gestylt, manikürt, pedikürt und angezogen sind. Ich finde es faszinierend, wie es manche schaffen, wie aus dem Ei gepellt aus zu schauen. Kein Nagellack abgesplittert, kein Haar liegt falsch. Und bei mir? Das totale Chaos. Kein einziges Kleidungsstück ohne Katzenhaare.

Es gibt Tage (leider viel zu viele), da fühle ich mich alt, hässlich, unzulänglich und wäre gerne schöner. Würde mich gerne so schminken können, wie die “AusdemEigepelltFrauen”. An ganz miesen Tagen vergleiche ich mich mit anderen Frauen oder gar Mädchen. Beneide sie um ihr Talent sich gekonnt in Szene zu setzen. Wünschte, ich hätte Haare wie diese und die Figur wie jene. Wünschte, ich wäre alles nur nicht ich. Dabei bin ich doch ganz ok. Jede Frau hat was Schönes an sich. Manchmal ist es nur eine Frage der Frisur, der Kleidung, der Einstellung.

Ich kenne eine junge Frau, die hat ein hübsches Gesicht, schlanke Figur und dennoch hat sie NULL, wirklich NULL Ausstrahlung. Weshalb? Sie kleidet sich extrem bieder. Eher schon altbacken. Ich kenne 70Jährige, die modischer gekleidet sind. Grau, beige und creme sind ihre Farben. Vielleicht noch dunkelblau, wenn sie einen ganz flippigen Tag hat. Sie hat einen simplen Konturenschnitt, der den konservativen Gesamteindruck leider noch 100fach verstärkt. Sie schminkt sich niemals. Sie besitzt vermutlich nicht einmal Mascara. Sie gefällt sich vermutlich so, sonst würde sie ja nicht so herum laufen, oder? Vielleicht traut sie sich auch nur nicht aus sich heraus und versteckt sich hinter dieser Mauerblümchen-Fassade. So schade. Sie hätte so viel Potential. Immer wenn ich sie sehe, juckt es mich – vor allem als Fotografin – in den Finger, mal ein ganz anderes Bild von ihr zu zeigen. Ich würde gerne ein Shooting mit ihr machen, wo sie jemand gänzlich anderes ist. Ein Femme Fatal Shooting. Geschminkt, Haare nach hinten gestylt, vielleicht etwas gelockt, sexy Kleidung und lasziv auf dem Boden räkelnd. Das würde mir bei ihr gefallen. Ob es ihr wohl auch gefallen würde?

Ich würde gerne eine andere Seite von mir sehen und mich so schminken (lassen!!!), wie Kim Kardashian. Contouring mit allem drum und dran. Einmal eine ganz andere sein. Wie ich damit wohl aussehen würde? Ich fürchte, wie der Joker…aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht würde ich damit aufsehenerregend toll aussehen. Bis dahin begnüge ich mich damit, so herum zu laufen:

IMG_9847

Dezentes Augen Make-up mit Lidstrich, Wimperntusche, die Brauen etwas nach gestrichelt und in Form gebürstet, die Haare irgendwie zusammen gewurstelt. Das ist mein Styling, wie ich es kann. Alles was darüber hinausgeht überfordert mein Schminktalent. Vielleicht ist das auch ganz gut so, sonst würde ich mich womöglich an schwachen Tagen hinter mehreren Schichten Concealer, Illuminating Effect Fluid und ner ganzen Palette Cover-Farbe verstecken. Völlig talentlos, was gekonntes, aufwendiges Make-up anbelangt, bin ich gezwungen, mein wahres, unverfälschtes Gesicht zu zeigen.

 

Wie eine Eule

seit ungelogen 2 Monaten höre ich jeden Abend zur etwa gleichen Zeit, wie ein Kind (ich hoffe es zumindest, dass es sich um ein Kind handelt, bei einer erwachsenen Person würde ich es noch befremdlicher finden) in der näheren Umgebung Laute von sich gibt, die dem Nachahmen einer Eule ähneln. Es ist ein kurzer Ton, der ungefähr wie “Uuuuuhhhh” klingt.

Warum macht das Kind das jeden Tag? Will es eine Eule anlocken? Hat es zu viel Harry Potter geschaut und will nun eine Eule als Haustier?

Ich weiss nicht genau, wo das Geräusch her kommt. Irgendwo in einem Radius von 100 Metern würde ich den Ursprung des seltsamen Geräusches vermuten.

Was ist der Grund, weshalb das Kind über einen längeren Zeitraum Tag für Tag diese Laute von sich gibt?  Wird sich dieses Rätsel jemals lösen? Vielleicht sollte ich mich auch mal für ne halbe Stunde auf die Straße stellen und “Uuuuuhhh” rufen. Ich fürchte jedoch, dass ich dann zeitnah von beruhigend auf mich einredenden Herrschaften abgeholt werden würde, die mir eine weisse Jacke “schenken”.

Ich werde wirklich alt

Woran ich das erkenne? Ich erkläre es anhand eines Erlebnisses:

Ich war mit Freunden was trinken. Als wir in die Bar reinliefen hing an der Wand ein Schild, auf das mit Kreide folgendes geschrieben war: “Getränk des Tages `Dude”.

Die Bedienung kam und wollte unsere Bestellung aufnehmen. Ich fragte sie freundlich, was den in dem “Dude” alles drin wäre. Ich war irrtümlich davon ausgegangen, dass es sich um einen Cocktail oder Longdrink handeln würde. Insgeheim dachte ich sogar, es wäre sicherlich ein White Russian, in Anlehnung an das Lieblingsgetränk des “Dudes” aus dem Film “The Big Lebowski” – einem Kultfilm von 1998 mit Jeff Bridges und John Goodman.

Das ungefähr 25Jährige Mädchen kannte den Film aber mit Sicherheit nicht. Sie antwortete auf meine Frage in sehr ärgerlichem Ton “Basilikum und Wassermelone”. So als ob ich ein kleines, unwissendes Kind wäre. Ich war verwirrt. Dachte immer noch an einen Longdrink… fragte nochmals höflich nach “Basilikum und Wassermelone und was dazu?”. Sie antwortete unwirsch “Basilikum oder Wassermelone!”. Wir saßen zu 5t am Tisch und schauten sie ratlos an. Sie ergänzte dann endlich erklärend “Das ist ein Eistee. Den gibt es hier mit Basilikum oder mit Wassermelone”. “Ah”. Jetzt hatten wir es geschnallt. Ich googelte es später und es ist anscheinend jetzt ein Kultgetränk in pastelligen Farben. Deshalb war die Kellnerin auch so schnippisch, weil wir alle es nicht kannten.

Tja ich werde alt. Heutzutage sind Getränke die “Dude” heißen Eistees ohne Alkohol und die Belegschaft einer Bar kennt “The Big Lebowski” nicht mehr und hat keinerlei Assoziationen mit einem White Russian. Ich bin nun endgültig in der Lebensphase angelangt, wo Jüngere oft nicht mehr verstehen, was ich rede. Sie kennen den Film “Das Leben des Brian” nicht. Sie haben noch niemals von Monty Python gehört. Sie kennen zwar StarTrek, aber für sie ist Captain Kirk Chris Pine und nicht William Shatner.

Mein Mann und ich unterhielten uns gestern und ich sagte, dass ich mich bewusst an 4 Bundeskanzler erinnern kann. Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel. Davor gab es auch schon einen, aber ich war zu klein, mich aktiv daran zu erinnern. Es war Willy Brandt. Mein Mann sagte scherzhaft “Du meinst Adenauer”. Es war als Spass gedacht, aber an Tagen wie diesen, fühlt es sich an, als wäre es sogar Bismarck gewesen.

Hatten wir doch recht, dass Sie schwanger sind

Heute trug ich zusammen mit einer Kollegin etwas schwerere Gegestände herum. Die Kollegin sagte “gib mir einen Teil, dann musst Du nicht so schwer tragen”. Eine weitere Kollegin, die mich eigentlich nur vom Sehen kennt, hörte dies, drehte sich um und sagte “Also hatten wir doch richtig vermutet, dass Sie schwanger sind!”. Ich sagte “Ähm nö, ich bin nicht schwanger. Ich esse nur ziemlich oft Hülsenfrüchte und ausserdem tue ich mir das in meinem Alter nicht mehr an”. Sie sah mich komplett entgeistert an und sagte “Aber mit Mitte Dreissig kann man doch noch gut ein Kind wollen”. “Ja, korrekt, aber ich bin 50 Jahre alt”. Sie stand für einige Zeit echt regungslos da, bis sie endlich sagte “Wirklich? Das kann doch nicht sein!” Meine Kollegin bestätigte ihr mein Alter und wir ließen sie fassungslos zurück.

Eine ähnliche Szene hatte ich vor fast einem Jahr schon einmal. Sollte mir das zu denken geben? Ja, ich neige etwas zu einem aufgeblähtem Bäuchlein. Wie gesagt esse ich sehr viel Erbsen, Bohnen, Lauch, Zwiebeln, Kohl… da liegt es in der Natur der Sache, dass man ab und an etwas aufgebläht ist. Andererseits ist es auch ein Kompliment, als 50Jährige für schwanger gehalten und auf Mitte 30 geschätzt zu werden. Was überwiegt da? Die Freude darüber, dass ich noch im normalen gebährfähigen Bereich angesiedelt werde, wo sich keiner das Maul darüber zerreißen würde, wenn es so wäre, oder der Gedanke, dass ich immer ausschaue, als hätte ich einen Topf Chilli sin Carne verschluckt?

Die Absurditäten des Lebens

Mir fiel heute auf, dass es viele Menschen mit dem Nachnamen Adolph gibt. Niemand denkt sich bei dem Namen irgendwas. Die heißen einfach so. Wie Hinz und Kunz oder Müller und Maier. Gänzlich anders wäre es, wenn ein Mensch unter 74 jedoch mit Vornamen so heißen würde (auch geringfügig anders geschrieben), dann wäre das ein absolutes No-Go.

Man würde die Nase rümpfen und komisch schauen. Wie heißt der? Geht ja gar nicht!

Nur weil es der Vorname einer historisch infernalen Person war, ist er heute nahezu geächtet. In den goldenen Zwanzigern war es ein beliebter männlicher Vorname ohne die geringste Belastung. Heute undenkbar, zumindest in Deutschland.

Verwächst sich sowas wieder in einigen Jahrhunderten? Nicht dass es ein besonders schöner und erhaltenswerter Vorname wäre… aber darum geht es nicht. Ich kenne mindestens zwei Attilas, aber keinen Nero. Auch ein geächteter Name seit Zweitausendjahren. Obwohl Historiker herausgefunden haben, dass er nicht ganz so furchtbar war wie sein Ruf. Vlad heißen glaub auch noch einige, trotz Vlad Dracul dem Pfähler. Einen Dschingis kenne ich jedoch nicht und mehr Monster der Historie fallen mir gerade nicht ein.

Mein Zweitname ist Iris. Früher habe ich mir immer gewünscht, es wäre Isis, weil ich die ägyptische Göttin irgendwie cool fand. Nachdem der Name heute aber auch für eine gewisse Gruppierung steht, bin ich ganz froh, dass es Iris ist. Immerhin die Götterbotin. Namen an sich sind neutral. Ob sie positiv oder negativ behaftet sind entscheidet das Zeitgeschehen oder aber auch die Region. in deutschsprachigen Ländern ist Depp zum Beispiel ein ziemlich unglücklicher Nachname, auch wenn der Vorname Jonny ist.

Fox on the run

IMG_7111

Gestern war ich mit Freunden auf einer Faschingsveranstaltung. Wir waren teilweise als Waldtiere verkleidet. Ich war der Fuchs. Auf dem Weg zur Bar sprach uns ein Typ an, der als Jäger verkleidet war. Er lallte, dass er uns schießen wolle. Meine Freundin sagte ihm, dass wir alle Waldtiere zusammentrommeln werden und ihn davon jagen. Aus uns unerklärlichen Gründen wollte er nichts mehr mit uns trinken, hihihihi.

Ich wünschte, die echten Waldtiere könnten tatsächlich die Jäger aus dem Wald jagen.

Infantil und Spaß dabei

IMG_6998

Letztes Wochenende war ich mit Freunden unterwegs. Wir feierten ausgelassen und fröhlich bis sich eine Frau am Nachbartisch zu uns umdrehte und in strengem Tonfall fragte „geht’s vielleicht noch lauter???“. Was wir mit einem lässigen „ja klar geht’s noch lauter“ beantworteten.

Ja, wir lachten wirklich laut und viel und ja, wir hatten vielleicht den einen oder anderen Drink zu viel.. Aber ganz ehrlich: Sch… drauf! Wir hatten Spaß und das ist gerade Mangelware.

Same letters

ich sah heute einen echt lieb gemeinten Post im Internet:

Listen and silent are spelled with the same letters. Think about it.

Die sarkastische Bitch in mir konnte sich jedoch kaum zügeln es folgendermaßen zu kommentieren:

Santa and Satan are spelled with the same letters. Think about it.

Ich habe es aber doch besser gelassen…

Fast 50 und immer noch ziemlich infantil

IMG_6261

das ist ein ungeschminktes Selfie von mir. Zugegebenermaßen ist das Licht vorteilhaft gewählt. Die Falten sind da und sind nicht mehr zu leugnen. Dennoch, wie eine fast 50jährige sehe ich auch ohne Make-up nicht aus. Meistens werde ich auch so auf 38 geschätzt. Eine meiner Freundinnen sagt dann immer zu den erstaunten Leuten, die mein wahres Alter erfahren “das kommt daher, dass sie Veganerin ist, deshalb sieht sie so jung aus”. Das finde ich immer so süss. Könnte aber echt was dran sein. Viele Veganer, die ich kenne, sehen viel jünger aus, als sie sind. Vielleicht sind es aber auch die “guten Gene” oder eine Kombination aus Beidem. Am Mittwoch nannte mich ein Arzt “junge Frau”. Ich schätze, er hat auch nicht auf mein Geburtsdatum geschaut.

Vielleicht trägt aber auch meine Gesichtspflege dazu bei. Ich benutze seit ungefähr einem Jahr das vegane Serum “be young” von Ordelavie. Ich bin überzeugt davon, sonst würde ich es nicht empfehlen. Der Shop selbst ist etwas esoterisch angehaucht. Für mich zählt nur das Ergebnis und das ist in meinem Fall eine jugendlich aussehende Haut, die straff und gut gepflegt ist.

Vermutlich liegt mein Aussehen auch an meiner “Einstellung”. Ja ich gebe es zu, so richtig erwachsen geworden bin ich nie. Ich laß kürzlich einen Spruch, der sinngemäß ungefähr so lautete: Werde nicht erwachsen – es ist eine Falle. Eventuell bin ich ja nie in diese Falle getappt. Ich tu nicht so als ob ich jünger wäre, ich fühle mich nie im Leben wie 50. Ok, das werde ich auch erst in 3 Wochen hahaha, aber ich glaube nicht, dass ich mich Mitte Dezember anders fühlen werde wie jetzt.

Manchmal kann ich in alten Leuten ihr jüngeres Ich erkennen. Das sind die Augenblicke, wenn ihre Augen leuchten und sie lebendig wirken. Ich kenne aber auch Menschen, wo ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass sie jemals jung waren. Manchmal fällt mir so ein “altes” Verhaltensmuster schon bei an Jahren jungen Menschen um die 20 auf. Es gibt Menschen, die wurden alt geboren und werden niemals jung sein und dann gibt es da eine fast 90jährige DJane oder einen älteren Herrn aus Berlin, der elektronische Musik für sich entdeckt hat und jeden Abend tanzen geht. Der Spruch “man ist so alt wie man sich fühlt”, stimmt schon irgendwie. Obwohl… ich fühle mich meistens wie  Mitte 30. Das liegt vielleicht daran, dass mein Leben so viel besser wurde, als ich tatsächlich Mitte 30 war. Damals befreite ich mich von so ziemlich Allem, was nicht mehr in mein Leben passte. Heute 15 Jahre später ist es wieder an der Zeit Teile meines Lebens neu zu ordnen, bzw. Unpassendes aus zu misten. Ich bin wieder an einem Umbruch angelangt. Vielleicht ist es allmählich doch Zeit, dass ich mich von dem Mädchen in mir verabschiede, aber wer sagt denn, dass ich das muss? Ich habe schon die Phase des Mutterseins übersprungen. Weshalb sollte ich nicht für immer – zumindest teilweise – das Mädchen bleiben dürfen? Ich kann dem Mädchen ja Anteile der Frau und später mal der (hoffentlich weisen) Greisin hinzufügen. Aber im Grund meines Wesens werde ich vielleicht immer das verspielte Mädchen bleiben.