Kreatives Schaffen

Wenn ich mich kreativ betätige, egal ob ich male, nähe, fotografiere oder Bilder bearbeite, dann vergesse ich die Zeit und gehe voll in dem auf, was ich tue. Der Schaffensprozess wirkt wie eine Art Meditation, nur dass ich eben nicht nichts tue sondern etwas Neuem Gestalt gebe.

Hierzu ein Beispiel meiner Eigenkreation im Bereich “Fashion”:

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Meine Tochter findet es anscheinend nicht so gut, hahahahaha. Es ist ein Kleid aus Baumwolljersey mit Lamas bedruckt. Es ist aufgrund meiner derzeitigen Handicaps noch nicht ganz fertig, aber ich denke, das Endprodukt ist schon erkennbar.

Brechreiz

Es gibt so ein paar Begriffe und Redewendungen, die verursachen bei mir wirklich Symptome von Brechreiz:

“Compliancerichtlinien”, “Arbeitsanweisungen”, “agiles Handeln”, “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Das Leben ist kein Zuckerschlecken (bzw. die schwäbische Variante s’Läba isch koi Schlodzar)”, “Wenn wir erst in Rente sind machen wir dies und das” (nur erlebt man diese Zeit oft nicht)”, “Dafür sind wir zu alt”, “Ohne harte Arbeit kommt man zu nichts”, “So ist das eben, daran können wir nichts ändern”, “Was kann ein Einzelner schon tun”, “Man kann nicht alle retten”, “Bundesjugendspiele”, “Zirkeltraining”, “Mindset”… to be continued..

Die hat schöne Beine

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Vorhin stand ich alleine an der Bushaltestelle und eine Gruppe Jugendlicher lief an mir vorbei. Einer der Jungs sagte – auf mich deutend – “Die hat voll schöne Beine”.

Sie sagten nicht “Die alte Frau hat noch ansehnliche Beine für ihr Alter”, oder “Die Beine sind voll schön, aber das Gesicht ist halt doch schon älter”. Nein, nichts dergleichen. Einfach und schlicht “Die hat voll schöne Beine”. Ich habe mich total über diesen Satz gefreut.

Ich hasse es sowieso, wenn jemand sagt “Für ihr Alter / für sein Alter”. So Sätze wie “Der hat noch volles Haar für sein Alter”, “Die schaut noch recht gut aus für ihr Alter”.

Das ist so nebensächlich. Es hat nichts mit dem Alter zu tun, ob jemand attraktiv, fit, schlau, dick, dünn oder was auch immer ist. Ich wünschte, dieses “Für ihr/sein Alter” würde generell aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden. Es nervt nämlich gewaltig.

Weberknecht

Gestern Abend waren wir kurz in der Innenstadt und sahen ein Mädchen, etwa 17 Jahre alt, das extrem dünn war, aber dazu auch noch sehr groß.

Das erinnerte mich an meine eigene Teenagerzeit, als ich den unschönen Spitznamen “Weberknecht” hatte. Ähnlich, wie diese Tiere hatte ich damals ebenfalls mega lange dünne Gliedmaßen und dazu einen verhältnismässig größeren Kopf. Es stimmte, ich sah tatsächlich etwas aus, wie ein spinnennartiges Getier.

Ich glaube, das war der Beginn meiner Tiernamen. Es folgten danach, als ich nicht mehr so extrem dürr war Namen wie Gazelle und Storch, Kranich, Flamingo, Graureiher. Alles durchaus zutreffend und nichts, womit ich nicht leben könnte. Ich habe sogar aufgrund dieser Spitznamen extra Kleidungsstücke gekauft, wie etwa ein Kleid mit Flamingos, eine Bluse mit Störchen etc. Ich stehe dazu. Das bin ich. Immer noch dünn mit langen Gliedern. Meine sehr langen Beine sind eine Art Markenzeichen geworden und ja, ich stakse darauf umher wie ein Storch, auch das ist gut von der Aussenwelt beobachtet.

Ich mag alle Tiere. Deshalb lebe ich auch vegan. Dennoch würde es mich schon treffen, wenn ich Spitznamen hätte wie Schlange, Wal, Nilpferd, Aal, Nacktschnecke, Zecke etc. Dann doch viel lieber Storch und Flamingo und falls ich wieder sehr abnehmen sollte meinetwegen auch Weberknecht, oder wie es im Hohenlohisch-Fränkischen Sprachkreis meiner Heimat heißt “Dia sieht aus wie a Habbergaaaas”.

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Ich glaub`s ja nicht!

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Diese Krähenvögel leben quasi bei mir ums Haus. Sie sassen heute auf einem Baukran beziehungsweise einer Stange, die zu selbigem gehörte. Sie sassen dort und schauten auf mich herab. Was an sich nichts ungewöhnliches ist, für mich jedoch etwas äußerst aussergewöhnliches. Es ist nämlich so, dass ich die rabenartigen Getiere seit langer Zeit fotografieren will. Immer wenn ich bisher mit der Spiegelreflex und dem Tele daher kam, waren sie wie durch Zauberhand verschwunden. Es gab wirklich Situationen, da sah ich sie zum Beispiel auf dem Heimweg von der Arbeit, rannte schnell ins Haus, holte meine Kamera und sowie ich mit meiner Ausrüstung aus der Haustüre getreten war, waren sie verschwunden. Manchmal hörte ich sie noch im Gebüsch. Es war, als ob sie sich über mich lustig machen würden. Ich fühlte mich echt verarscht. Vermutlich bilde ich mir das nur ein und es war immer reiner Zufall… obwohl… dazu geschah es beinahe zu oft um noch als zufällig durch zu gehen. Ich glaube, die Krähen machten es wirklich mit Absicht, dass sie sich vor mir versteckten. Warum? Keine Ahnung, vielleicht war ihnen einfach nicht danach, mir Modell zu sitzen. Ich habe es ihnen nie krumm genommen. Umso erstaunter und glücklicher war ich, als sie heute einfach schön da saßen, als ich mit meiner Kamera vor unserem Haus stand und sie fotografierte. Ich mag diese anmutigen, schwarzgefiederten Geschöpfe. Sie stolzieren so elegant umher und ich liebe es, ihnen zu zuschauen. Früher waren sie oft bei uns im Garten. Nicht nur Krähen und Elstern. Als wir frisch ins Haus gezogen waren, saß immer ein wirklich großes Rabenpärchen irgendwo ums Haus. Als jedoch mehr Häuser um uns herum gebaut wurden und die meisten Nachbarn Kinder hatten, verschwanden sie leider und ich sah sie nie wieder. Ganz zu Anfang besuchte uns auch oft ein brauner Feldhase und sass gemächlich im Garten. Auch er verschwand, als immer mehr Menschen um uns herum wohnten. Heute tummeln sich überwiegend Amseln im Garten und ab und zu eine Elster. Manchmal kommt ein Grünspecht. Ebenfalls ein wirklich wundervolles Wesen. Das Schöne daran ist, dass ich selbst bei Ausgangssperre wundervolle Fotomotive auf der Terrasse, im Garten, im Vorgarten oder auf den Nachbardächern finde. Wer genau hinschaut, kann überall schönes sehen, selbst an einem regnerischen Samstag durch die Terrassentür:

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Stille der Gedanken

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Ich würde gerne mal aufhören zu denken. Wenigstens für ein paar Minuten die sinnlose Gedankenflut stoppen. Einfach aussteigen aus dem Gedankenkreisel von Wieso Weshalb Warum. Weil es nichtige Gedanken sind, die mich nicht weiterbringen. Dieses ewige Grübeln zermürbt mich. Ich würde gerne wie Eckhard Tolle einfach “erleuchtet” werden. Gelitten (durch meinen eigenen Quatschkopf im Hirn) habe ich schon lange genug. Dieser perfide Drecksack quält mich und ich lasse mich seit Jahrzehnten von ihm quälen. Es hört nicht auf. “Warum verhält sich X so”, 2warum macht Y das?”, “wieso kann ich nicht so oder so sein?”, “weshalb bekomme ich nicht dies oder das?”.

Fragen, auf die ich sowieso nie eine vernünftige Antwort erhalten werde und weil das alles in Wirklichkeit eh nichts mit mir zu tun hat. Es ist nur ein Schauspiel in dem ich gerade gastiere und die anderen Akteuren spielen ihre Rollen ebenso. Manchmal spiele ich in einem Drama, manchmal in einer Komödie, manchmal in einem extrem langweiligen Stück und ab und an ist es ein Thriller. Aber es sind nur Aufführungen. Nichts weiter. Im Grunde weiss ich das und dennoch ist da dieser perverse Gedankenkreisel der endlos dieselben Fragen stellt zu unterschiedlichen Szenen, die doch im Grunde immer gleich sind. Die Darsteller wechseln ab und zu, bekommen neue Engagements, neue Schauspieler kommen und gehen. Manchmal wechselt auch der Regisseur. Alles nur Theater. Nichts wirkliches Echtes. Das wahre Echte ist vermutlich total simpel.

Manchmal könnte man meinen, das wir Menschen das Drama und Schauspiel möchten. Wir möchten gar nicht “erleuchtet” werden. Wenn wir uns nicht mehr sorgen müssten, keine Angst mehr hätten und nicht mehr unseren Gedanken ausgeliefert wären, wäre doch alles ohne Sinn? Und wenn es genau das ist? Wenn alles so oder so sinnlos ist?

Ohne Brille siehst Du besser aus

Am Donnerstag traf ich eine Frau, die ich schon bestimmt beinahe ein Jahr nicht mehr gesehen hatte. Sie sagte zu mir etwas, was sie vor zwei Jahren schon einmal zu mir sagte “Ohne Brille siehst Du besser aus!”.

Damals, als sie es das erste Mal sagte, hat mich das schwer getroffen. Ich finde mich selbst ja auch ohne Brille hübscher und mit der Brille kamen vergessen geglaubte Komplexe wieder zum Vorschein.

Als Kind und Teenager wurde ich oft Brillenschlange genannt oder mit der Sängerin Nana Mouskouri verglichen. Ich war überglücklich, als ich mir von meinem ersten Azubigehalt endlich Kontaktlinsen kaufen konnte, als ich ungefähr 19 war. Ich hielt die Linsen für eine der besten Erfindungen bis vor ungefähr 7 Jahren. Ich hatte immer öfter Bindehautentzündungen und bekam die Diagnose “Office Eye Syndrom”. Ich musste leider wieder zur Brille zurück, was meinem Selbstvertrauen echt nicht gut tat. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mit Brille meinen Sehfehler viel schlechter ausgleichen kann. Nützt mir aber leider nichts, weil ich die Linsen nicht mehr tragen darf.

Inzwischen habe ich mich mit der Brille arrangiert. Bin zwar noch immer nicht ganz glücklich damit, aber wohl zufriedener mit mir selbst, als die Dame, die das mit der Brille zu mir sagte. Ich bin an einem Punkt angelangt wo ich weiss, dass diese Aussage nichts mit mir zu tun hat, sondern nur mit der Frau selbst. All energy is a gift – regardless of how it feels.

Ich hatte vor wenigen Tagen im Internet einen Spruch gesehen und benützte diesen als Antwort: “Danke, Du schaust auch besser aus, wenn ich keine Brille trage”.

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Wieder ein Jahr älter aber leider nicht klüger

Heute ist es soweit: Ich wurde unfassbare 52 Jahre alt. Dabei fühle ich mich die meiste Zeit wie 28 und ziemlich oft verhalte ich mich wie 13. Mein Motto könnte sein: Dont grow up - its a trap.

Doch an bestimmten Begebenheiten merke ich doch, dass ich alt werde. Uralt!

Der Held meiner Kindheit war James Stuart. Ich liebe die Filme “Mein Freund Harvey” und “Ist das Leben nicht schön”. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die kaum jemand meiner Freunde kennt. Ich versuchte sie mal mit meinem Mann anzuschauen, aber er steht nicht so auf schwarz-weiss Filme. Obwohl “Ist das Leben nicht schön” gibt es auch als colorierte Variante – aber für ihn und die meisten seiner Generation sind das nur “alte Schinken”.

Einer meiner weiteren Lieblingsfilme aus den 70er Jahren ist “Flucht ins 23. Jahrhundert” (Logan`s Run). Wenn ich in dieser “Zukunft” geboren worden wäre, wäre ich schon längst umgebracht worden, weil niemand seinen 31. Geburtstag erleben durfte. In einer solchen Dystopie wäre ich schon 22 Jahre tot.

Gestern sah ich den Film “Unternehmen Capricorn”. Ebenfalls ein Klassiker aus den späten 70ern. Ja, dieser Film hat keine Special Effects und ja, man sieht, dass er überwiegend im Studio gedreht wurde und ja klar, mit der heutigen Tricktechnik kann er nicht mithalten.

Bin ich auch ein “Klassiker”, der nicht mehr mit der heutigen Zeit mithalten kann? Ein Relikt aus den späten 60er Jahren?  Manchmal fühle ich mich so. Ich bin schon so lange auf diesem Planeten und doch habe ich nichts bewirkt, nichts erreicht und nichts Sinnvolles mit meinem Leben angestellt. Was wäre, wenn ich den Engel Clarence treffen würde? Wie würde eine Welt ausschauen, in der es mich nicht geben würde? Vermutlich würde es kaum einen Unterschied machen oder doch?

Der Nikolaus ist unfreiwillig komisch

Vor zwei Jahren zum Nikolaustag hatten Bekannte von mir einen “Nikolaus” für ihre Kinder gebucht. Er sollte die Geschenke bringen, was Nettes sagen und wieder gehen. Doch es kam anders…

Als die vereinbarte Zeit herangerückt war, war noch immer kein Nikolaus zu sehen, weshalb die Eltern der zu beschenkenden Kinder im Büro des Nikolaus anriefen um zu erfragen, wann er den kommen würde. “Ja I komm dann glei. Mai Fahrer muss mi no abholla, weil I was drunga han” (Übersetzung: Ja, ich komme dann gleich. Mein Fahrer muss mich noch abholen, weil ich schon etwas getrunken habe). Zumindest war er so vernünftig, nicht mehr selbst zu fahren und 15 Minuten später stand tatsächlich der etwas angeschickerte “Nikolaus” vor der Tür, während sein Fahrer im Auto auf ihn wartete.

Der Nikolaus sagte zu den erstaunten Kindern “Daar Nigolaus isch hungrich und durschdich und brauchd erschamoal a Bier und die Bläzläää sea au guad aus” (Übersetzung: Der Nikolaus ist hungrig und durstig und braucht zuerst einmal ein Bier und das Weihnachtsgebäck sieht auch gut aus). Die Familie war so perplex, dass sie dem Hobbynikolaus einen Teller Plätzchen und ein Bier hin stellten. Doch das reichte noch nicht “A Veschbar wär jedzd a ned schlechd und a Verdauungsschnäbsle” (Übersetzung: Ein Vesper wäre jetzt auch nicht schlecht und ein Verdauungsschnaps). Wieder war die Familie perplex, brachte das Gewünschte aber sofort.

Der Mann, der vorher schon angetrunken war, war nach dem Bier und dem Schnaps nicht nüchterner. Er überreichte den Kindern die Geschenke lallend und grölend. Die Kinder versteckten sich hinter den Erwachsenen und sagten, dass sie Angst hätten. Das war dem Vater dann endlich zu viel und er setzte den dreisten Kerl vor die Haustüre. Sie beobachteten noch vom Fenster aus, wie der “Chauffeur” ihn wegfuhr.

Als uns die Geschichte erzählt wurde, war mein erster Gedanke “Hey, daraus könnte man doch einen Partygag machen”. Für Kinder ist er offensichtlich nicht geeignet, aber für eine Erwachsenenparty hätte er eine unfreiwillige Komik. Wie bei dem Film “Dinner für Spinner”.

Leider hatte die betroffene Familie die Kontaktdaten nach dem Vorfall sofort entsorgt, weshalb wir den Mann nicht mehr buchen konnten.

Falls Euch etwas Ähnliches passiert ist und Ihr den Namen und die Adresse des Nikolaus noch wisst, bitte gerne an mich weitergeben.