Wieder ein Jahr älter aber leider nicht klüger

Heute ist es soweit: Ich wurde unfassbare 52 Jahre alt. Dabei fühle ich mich die meiste Zeit wie 28 und ziemlich oft verhalte ich mich wie 13. Mein Motto könnte sein: Dont grow up - its a trap.

Doch an bestimmten Begebenheiten merke ich doch, dass ich alt werde. Uralt!

Der Held meiner Kindheit war James Stuart. Ich liebe die Filme “Mein Freund Harvey” und “Ist das Leben nicht schön”. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die kaum jemand meiner Freunde kennt. Ich versuchte sie mal mit meinem Mann anzuschauen, aber er steht nicht so auf schwarz-weiss Filme. Obwohl “Ist das Leben nicht schön” gibt es auch als colorierte Variante – aber für ihn und die meisten seiner Generation sind das nur “alte Schinken”.

Einer meiner weiteren Lieblingsfilme aus den 70er Jahren ist “Flucht ins 23. Jahrhundert” (Logan`s Run). Wenn ich in dieser “Zukunft” geboren worden wäre, wäre ich schon längst umgebracht worden, weil niemand seinen 31. Geburtstag erleben durfte. In einer solchen Dystopie wäre ich schon 22 Jahre tot.

Gestern sah ich den Film “Unternehmen Capricorn”. Ebenfalls ein Klassiker aus den späten 70ern. Ja, dieser Film hat keine Special Effects und ja, man sieht, dass er überwiegend im Studio gedreht wurde und ja klar, mit der heutigen Tricktechnik kann er nicht mithalten.

Bin ich auch ein “Klassiker”, der nicht mehr mit der heutigen Zeit mithalten kann? Ein Relikt aus den späten 60er Jahren?  Manchmal fühle ich mich so. Ich bin schon so lange auf diesem Planeten und doch habe ich nichts bewirkt, nichts erreicht und nichts Sinnvolles mit meinem Leben angestellt. Was wäre, wenn ich den Engel Clarence treffen würde? Wie würde eine Welt ausschauen, in der es mich nicht geben würde? Vermutlich würde es kaum einen Unterschied machen oder doch?

Der Nikolaus ist unfreiwillig komisch

Vor zwei Jahren zum Nikolaustag hatten Bekannte von mir einen “Nikolaus” für ihre Kinder gebucht. Er sollte die Geschenke bringen, was Nettes sagen und wieder gehen. Doch es kam anders…

Als die vereinbarte Zeit herangerückt war, war noch immer kein Nikolaus zu sehen, weshalb die Eltern der zu beschenkenden Kinder im Büro des Nikolaus anriefen um zu erfragen, wann er den kommen würde. “Ja I komm dann glei. Mai Fahrer muss mi no abholla, weil I was drunga han” (Übersetzung: Ja, ich komme dann gleich. Mein Fahrer muss mich noch abholen, weil ich schon etwas getrunken habe). Zumindest war er so vernünftig, nicht mehr selbst zu fahren und 15 Minuten später stand tatsächlich der etwas angeschickerte “Nikolaus” vor der Tür, während sein Fahrer im Auto auf ihn wartete.

Der Nikolaus sagte zu den erstaunten Kindern “Daar Nigolaus isch hungrich und durschdich und brauchd erschamoal a Bier und die Bläzläää sea au guad aus” (Übersetzung: Der Nikolaus ist hungrig und durstig und braucht zuerst einmal ein Bier und das Weihnachtsgebäck sieht auch gut aus). Die Familie war so perplex, dass sie dem Hobbynikolaus einen Teller Plätzchen und ein Bier hin stellten. Doch das reichte noch nicht “A Veschbar wär jedzd a ned schlechd und a Verdauungsschnäbsle” (Übersetzung: Ein Vesper wäre jetzt auch nicht schlecht und ein Verdauungsschnaps). Wieder war die Familie perplex, brachte das Gewünschte aber sofort.

Der Mann, der vorher schon angetrunken war, war nach dem Bier und dem Schnaps nicht nüchterner. Er überreichte den Kindern die Geschenke lallend und grölend. Die Kinder versteckten sich hinter den Erwachsenen und sagten, dass sie Angst hätten. Das war dem Vater dann endlich zu viel und er setzte den dreisten Kerl vor die Haustüre. Sie beobachteten noch vom Fenster aus, wie der “Chauffeur” ihn wegfuhr.

Als uns die Geschichte erzählt wurde, war mein erster Gedanke “Hey, daraus könnte man doch einen Partygag machen”. Für Kinder ist er offensichtlich nicht geeignet, aber für eine Erwachsenenparty hätte er eine unfreiwillige Komik. Wie bei dem Film “Dinner für Spinner”.

Leider hatte die betroffene Familie die Kontaktdaten nach dem Vorfall sofort entsorgt, weshalb wir den Mann nicht mehr buchen konnten.

Falls Euch etwas Ähnliches passiert ist und Ihr den Namen und die Adresse des Nikolaus noch wisst, bitte gerne an mich weitergeben.

Ausbeute des Tages

Heute Nachmittag war ich mit einer Freundin und einer Kollegin bei einem Klamottenflohmarkt. Wir ergatterten alle drei wirklich schöne Stücke. Die Frauen von denen wir gekauft haben, waren auch alle total nett und es war ein angenehmer Nachmittag.

Bei mir fanden 2 Kleider, 1 Rock, 1 Jumpsuit ,1 Kurzarmtop und 1 Langarmtop den Weg nach Hause. Für alle Schätze zusammen habe ich € 18,00 gezahlt.

Bei Scondhand-Klamotten habe ich kein solch schlechtes Gewissen, wie bei neuer Kleidung. Klar, gebraucht hätte ich das alles nicht, aber ich mag es. Es hat Spaß gemacht, wir hatten eine schöne Zeit und wir haben schöne neue Teile.

Und doch habe ich trztdem ein klitzekleines bissle ein schlechtes Gewissen, weil ich viel zu viel Zeugs habe. Mitnehmen kann ich eh mal nix, warum also so viel anhäufen? Weil ich es kann, weil ich mich gerne mit schönen Dinge umgebe, auch wenn ich sie wahrlich nicht benötigen würde.

Vielleicht sollte ich mal wieder eine Tauschparty veranstalten, um wieder einige Stücke los zu werden und jemand anders damit zu erfreuen.

Bei meiner letzten Ausbeute ergatterte ich einen rosa Tüllrock mit aufgestickten Glitzersteinen. Eine liebe Bekannte fragte mich “Wann willst Du denn den tragen?” Ich antwortete “Wenn ich mich als Einhorn verkleide” und sie fing an zu lachen. Ich sagte “”Obwohl, ich trug schon mal einen längeren fliederfarbenen Tüllrock auf der Arbeit, kombiniert mit einem schlichten schwarzen Top und schwarzen Schuhen. In dieser Kombi war das gar nicht so auffällig”. Sie schaute mich schelmisch an und sagte dann spöttisch “Ja Margit, klar, total unauffällig. In Flieder!!! Natürlich”. Nun ja, es könnte schon sein, dass dieses Outfit seeeeeehr auffällig war, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar. Das würde auch die erstaunten Blicke erklären, die ich an diesem Tag erntete. Und wenn schon. Ich werde es wieder tragen, warum auch nicht. Das bin ich. Ich bin nun mal die Tussie, die sich gerne auffällig kleidet. Das ist in der Branche nicht unbedingt üblich und entspricht sicher nicht der Kleiderordnung. Dennoch lebe ich hier nach dem Motto: Erlaubt ist was mir gefällt!

Moderne Sklaverei?

“Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave”

Friedrich Nietzsche

Recht hat er, der gute alte Friedrich. Nach dieser Definition bin ich eindeutig ein Sklave.

Wann holt mich das Mutterschiff endlich wieder ab? Wann kommt der Kobold mit dem Kessel voll Gold und bringt mich ins Elfen- und Feenland.

Dort wo ich hin gehöre, denn ein lieber Mensch sagte gestern zu mir “Ich hab Dich heute morgen gesehen, wie Du über den Zebrastreifen gelaufen bist: Das ist jetzt echt nciht böse gemeint, aber Du läufst wie ein Einhorn im Wald. Wie nicht von dieser Welt” .

Was ich irgendwann mal noch machen möchte:

  • bei Kreationisten klingeln und sagen “Ich möchte mit Ihnen über Darwins Theorie reden”.
  • Leute, die ich nicht kenne, einfach freundlich grüßen, so als ob ich sie kennen würde. Das machen nämlich ganz viele Leute mit mir und ich möchte mich einfach revanchieren.
  • Wenn ich alt bin, will ich Drogenexperimente machen. Bis dahin wird das, was ich konsumieren will legal sein, dessen bin ich mir sicher. Wenn ich jedoch merken sollte, dass ich dement werde oder an Altzheimer leide, dann werde ich härtere Sachen einwerfen. Ich hoffe nur, dass ich es dann nicht vergessen werde.
  • Eine Email mit psoudowichtigem Betreff und sinnfreiem Inhalt, jedoch extrem hochgestochen klingenden Wörtern an einen größeren Verteiler senden und schauen, wer es ernst nimmt.
  • Bei Einladungen zu Hochzeiten oder anderen Events die Katzen mitbringen, wenn drauf steht, dass die Kinder natürlich mit eingeladen sind. Das ist aber nur in meiner Phantasie lustig, denn es wäre für die Kleinen viel zu viel Stress.
  • Mit meinem langen schwarzen Lilly Monster Kostüm mal wieder bei Nacht mit Rollerskates den Gehweg auf und ab fahren, so dass es ausschaut, als ob ich schweben würde. Das hat dann noch eine unfreiwillige Komik, weil ich nicht skaten kann.
  • Mit einem Faschingskostüm auf der Arbeit erscheinen. Obwohl… das habe ich schon mal gemacht. Bei meinem zweiten Arbeitgeber kam ich an einem Faschingsmontag mit einer StarTrek Uniform ins Geschäft. Es hat keiner etwas gesagt und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch keiner gemerkt hat. Ich war sogar einmal damit auf einer Faschingsveranstaltung mitsamt Communicator und Handphaser und wurde gefragt, warum ich mich nicht verkleidet hätte.
  • to be continued

Manchmal bin ich etwas tollpatschig

und mir passieren die absurdesten Begebenheiten. Gestern habe ich zum Beispiel aus Versehen einen bemitleidenswerten Menschen in Bosnien angerufen. Eigentlich wollte ich den Kundenservice des Herstellers des neuen Katzenfutters anrufen. Aus “Macht der Gewohnheit” wählte ich aber – wie im Büro – eine 0, wie es dort üblich ist, um Gespräche ausserhalb der Firma zu führen. Zuhause muss ich natürlich keine 0 vor wählen und so ergab die Nummer des Katzenfutterproduzenten zusammen mit der 0 die Ländervorwahl von Bosnien und ich befragte den armen Mann, bei dem mein Anruf landete nach den Bestandteilen des Futters, bis er mich höflich unterbrach und sagte “Ich Bosnien bin”. Ich entschuldigte mich und legte ganz schnell auf.

Kürzlich sollte ich für eine Kollegin noch Belegte aus der Kantine sichern, bevor diese zu macht. Sie war in einem Meeting und konnte sie nicht selbst holen. Also hetzte ich hin, ergatterte noch ein paar der letzten Schnittchen. Schichtete sie schön auf ein Tablett und lief zurück. Auf Höhe des Büros eines Kollegen (der natürlich just in dem Moment zur Tür schaute) stolperte ich und das Tablett fiel mir aus der Hand. Es war wie in einem schlechten Slapstickfilm. Die Teile flogen durch die Luft und landeten natürlich alle mit der oberen Seite auf dem Teppichboden. Ich scharrte das Zeug zusammen und warf alles in den nächstgelegenen Mülleimer, hetzte zurück zur Kantine, konnte gerade noch die wirklich nun allerletzten Stücke erstehen und lief damit sehr vorsichtig zum Büro zurück. Dort schnauzte mich die Kollegin an, dass es nicht die gewünschte Geschmacksrichtung war und ich ihre Anweisung nicht befolgt hätte. Tja, ich sagte ihr, dass sie die gewünschte Geschmacksrichtung im Mülleimer drei Stockwerke weiter unten finden könne.

Vor noch nicht all zu langer Zeit stand ich an der Bushaltestelle und wartete auf meine Linie. Ich sah an dem Tag echt richtig schlecht. Es ist Tagesform abhängig. Manchmal sehe ich ganz gut und manchmal richtig schlecht. So ein Maulwurftag war es an besagtem Tag und ich las die Zahl oben am Display des Busses falsch und dachte es wäre meine Linie. Ich wunderte mich noch, dass ich der einzige Fahrgast war, aber nicht so sehr. Am zentralen Busbahnhof blieb der Bus stehen und der Busfahrer sagte zu mir “Hier ist Endstation” und ich sagte “Normalerweise warten wir hier doch nur 5 Minuten und fahren dann weiter, was ist heute los?” und er antwortete “Mein Bus fährt nirgends mehr hin”. Ich stieg schnell aus und sah am Display, dass ich mich echt verguckt hatte. Zum Glück kam kurz darauf der richtige Bus. Seltsam war jedoch der Umstand, dass der “falsche Bus” in den ich eingestiegen war, eigentlich nie an meiner Bushaltestelle hält. Vor ein paar Wochen stand ich wieder an der Haltestelle und ein Bus hielt, der dort normalerweise niemals hält. Diesmal sah ich aber, dass es nicht meine Linie war. Es war auch eine zweistellige Linie, die nur die Ortschaften weiter weg anfährt. Nun war ich schlauer und stieg nicht ein, wer weiss, wo ich da gelandet wäre.

Es gibt viel Schlimmeres, als eine Anziehung von kleineren Missgeschicken oder peinlichen Umständen.

 

Make-up Kram und Krempel

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Einer meiner Neujahrsvorsätze war auch, dass ich mich mehr ausprobieren werde und nicht jeden Tag gleich rumlaufen möchte. Deshalb habe ich mir einen knallroten Lippenstift (mit passendem Nagellack) zugelegt.

Kürzlich las ich auf einem Beuatyblock, dass man jenseits der 50 keinen knallroten Lippenstift mehr tragen soll. So etwas weckt immer die Rebellin in mir und führt sofort zu “Und jetzt erst recht”!. Ich finde überhaupt nicht, dass man in so einem gar methusalemischen Alter keinen knalligen Lippenstift mehr tragen darf. Es ist nicht alters, sondern Typ abhängig. Wie bei allem übrigens. Diese Pauschalisierungen nerven mich so unsäglich. Als nächstes werde ich mit Lidstrich experimentieren. Das darf man anscheinend in meinem hohen Alter auch nicht mehr tragen pfffffffff

Selbstportrait im eigenen Studio

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Diese Woche wurde mein neues Abendkleid geliefert. Ja, ich habe definitiv einen kleinen bis größeren Abendkleider-Tick. Keine Ahnung, ob ich jemals eine offizielle Gelegenheit haben werde, das schöne Stück auszuführen. Darum geht es auch nicht. Ich kann es anziehen wann immer mir beliebt und wenn es ein verregneter Sonntag Ende Januar ist. Die Aufnahme habe ich mit dem Selbstauslöser gemacht. Der Nagellack ist heute nicht ganz passend, aber es muss nicht immer alles perfekt sein!