Ich glaub`s ja nicht!

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Diese Krähenvögel leben quasi bei mir ums Haus. Sie sassen heute auf einem Baukran beziehungsweise einer Stange, die zu selbigem gehörte. Sie sassen dort und schauten auf mich herab. Was an sich nichts ungewöhnliches ist, für mich jedoch etwas äußerst aussergewöhnliches. Es ist nämlich so, dass ich die rabenartigen Getiere seit langer Zeit fotografieren will. Immer wenn ich bisher mit der Spiegelreflex und dem Tele daher kam, waren sie wie durch Zauberhand verschwunden. Es gab wirklich Situationen, da sah ich sie zum Beispiel auf dem Heimweg von der Arbeit, rannte schnell ins Haus, holte meine Kamera und sowie ich mit meiner Ausrüstung aus der Haustüre getreten war, waren sie verschwunden. Manchmal hörte ich sie noch im Gebüsch. Es war, als ob sie sich über mich lustig machen würden. Ich fühlte mich echt verarscht. Vermutlich bilde ich mir das nur ein und es war immer reiner Zufall… obwohl… dazu geschah es beinahe zu oft um noch als zufällig durch zu gehen. Ich glaube, die Krähen machten es wirklich mit Absicht, dass sie sich vor mir versteckten. Warum? Keine Ahnung, vielleicht war ihnen einfach nicht danach, mir Modell zu sitzen. Ich habe es ihnen nie krumm genommen. Umso erstaunter und glücklicher war ich, als sie heute einfach schön da saßen, als ich mit meiner Kamera vor unserem Haus stand und sie fotografierte. Ich mag diese anmutigen, schwarzgefiederten Geschöpfe. Sie stolzieren so elegant umher und ich liebe es, ihnen zu zuschauen. Früher waren sie oft bei uns im Garten. Nicht nur Krähen und Elstern. Als wir frisch ins Haus gezogen waren, saß immer ein wirklich großes Rabenpärchen irgendwo ums Haus. Als jedoch mehr Häuser um uns herum gebaut wurden und die meisten Nachbarn Kinder hatten, verschwanden sie leider und ich sah sie nie wieder. Ganz zu Anfang besuchte uns auch oft ein brauner Feldhase und sass gemächlich im Garten. Auch er verschwand, als immer mehr Menschen um uns herum wohnten. Heute tummeln sich überwiegend Amseln im Garten und ab und zu eine Elster. Manchmal kommt ein Grünspecht. Ebenfalls ein wirklich wundervolles Wesen. Das Schöne daran ist, dass ich selbst bei Ausgangssperre wundervolle Fotomotive auf der Terrasse, im Garten, im Vorgarten oder auf den Nachbardächern finde. Wer genau hinschaut, kann überall schönes sehen, selbst an einem regnerischen Samstag durch die Terrassentür:

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Stille der Gedanken

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Ich würde gerne mal aufhören zu denken. Wenigstens für ein paar Minuten die sinnlose Gedankenflut stoppen. Einfach aussteigen aus dem Gedankenkreisel von Wieso Weshalb Warum. Weil es nichtige Gedanken sind, die mich nicht weiterbringen. Dieses ewige Grübeln zermürbt mich. Ich würde gerne wie Eckhard Tolle einfach “erleuchtet” werden. Gelitten (durch meinen eigenen Quatschkopf im Hirn) habe ich schon lange genug. Dieser perfide Drecksack quält mich und ich lasse mich seit Jahrzehnten von im quälen. Es hört nicht auf. “Warum verhält sich X so”, 2warum macht Y das?”, “wieso kann ich nicht so oder so sein?”, “weshalb bekomme ich nicht dies oder das?”.

Fragen, auf die ich sowieso nie eine vernünftige Antwort erhalten werde und weil das alles in Wirklichkeit eh nichts mit mir zu tun hat. Es ist nur ein Schauspiel in dem ich gerade gastiere und die anderen Akteuren spielen ihre Rollen ebenso. Manchmal spiele ich in einem Drama, manchmal in einer Komödie, manchmal in einem extrem langweiligen Stück und ab und an ist es ein Thriller. Aber es sind nur Aufführungen. Nichts weiter. Im Grunde weiss ich das und dennoch ist da dieser perverse Gedankenkreisel der endlos dieselben Fragen stellt zu unterschiedlichen Szenen, die doch im Grunde immer gleich sind. Die Darsteller wechseln ab und zu, bekommen neue Engagements, neue Schauspieler kommen und gehen. Manchmal wechselt auch der Regisseur. Alles nur Theater. Nichts wirkliches Echtes. Das wahre Echte ist vermutlich total simpel.

Manchmal könnte man meinen, das wir Menschen das Drama und Schauspiel möchten. Wir möchten gar nicht “erleuchtet” werden. Wenn wir uns nicht mehr sorgen müssten, keine Angst mehr hätten und nicht mehr unseren Gedanken ausgeliefert wären, wäre doch alles ohne Sinn? Und wenn es genau das ist? Wenn alles so oder so sinnlos ist?

Ohne Brille siehst Du besser aus

Am Donnerstag traf ich eine Frau, die ich schon bestimmt beinahe ein Jahr nicht mehr gesehen hatte. Sie sagte zu mir etwas, was sie vor zwei Jahren schon einmal zu mir sagte “Ohne Brille siehst Du besser aus!”.

Damals, als sie es das erste Mal sagte, hat mich das schwer getroffen. Ich finde mich selbst ja auch ohne Brille hübscher und mit der Brille kamen vergessen geglaubte Komplexe wieder zum Vorschein.

Als Kind und Teenager wurde ich oft Brillenschlange genannt oder mit der Sängerin Nana Mouskouri verglichen. Ich war überglücklich, als ich mir von meinem ersten Azubigehalt endlich Kontaktlinsen kaufen konnte, als ich ungefähr 19 war. Ich hielt die Linsen für eine der besten Erfindungen bis vor ungefähr 7 Jahren. Ich hatte immer öfter Bindehautentzündungen und bekam die Diagnose “Office Eye Syndrom”. Ich musste leider wieder zur Brille zurück, was meinem Selbstvertrauen echt nicht gut tat. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mit Brille meinen Sehfehler viel schlechter ausgleichen kann. Nützt mir aber leider nichts, weil ich die Linsen nicht mehr tragen darf.

Inzwischen habe ich mich mit der Brille arrangiert. Bin zwar noch immer nicht ganz glücklich damit, aber wohl zufriedener mit mir selbst, als die Dame, die das mit der Brille zu mir sagte. Ich bin an einem Punkt angelangt wo ich weiss, dass diese Aussage nichts mit mir zu tun hat, sondern nur mit der Frau selbst. All energy is a gift – regardless of how it feels.

Ich hatte vor wenigen Tagen im Internet einen Spruch gesehen und benützte diesen als Antwort: “Danke, Du schaust auch besser aus, wenn ich keine Brille trage”.

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Wieder ein Jahr älter aber leider nicht klüger

Heute ist es soweit: Ich wurde unfassbare 52 Jahre alt. Dabei fühle ich mich die meiste Zeit wie 28 und ziemlich oft verhalte ich mich wie 13. Mein Motto könnte sein: Dont grow up - its a trap.

Doch an bestimmten Begebenheiten merke ich doch, dass ich alt werde. Uralt!

Der Held meiner Kindheit war James Stuart. Ich liebe die Filme “Mein Freund Harvey” und “Ist das Leben nicht schön”. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die kaum jemand meiner Freunde kennt. Ich versuchte sie mal mit meinem Mann anzuschauen, aber er steht nicht so auf schwarz-weiss Filme. Obwohl “Ist das Leben nicht schön” gibt es auch als colorierte Variante – aber für ihn und die meisten seiner Generation sind das nur “alte Schinken”.

Einer meiner weiteren Lieblingsfilme aus den 70er Jahren ist “Flucht ins 23. Jahrhundert” (Logan`s Run). Wenn ich in dieser “Zukunft” geboren worden wäre, wäre ich schon längst umgebracht worden, weil niemand seinen 31. Geburtstag erleben durfte. In einer solchen Dystopie wäre ich schon 22 Jahre tot.

Gestern sah ich den Film “Unternehmen Capricorn”. Ebenfalls ein Klassiker aus den späten 70ern. Ja, dieser Film hat keine Special Effects und ja, man sieht, dass er überwiegend im Studio gedreht wurde und ja klar, mit der heutigen Tricktechnik kann er nicht mithalten.

Bin ich auch ein “Klassiker”, der nicht mehr mit der heutigen Zeit mithalten kann? Ein Relikt aus den späten 60er Jahren?  Manchmal fühle ich mich so. Ich bin schon so lange auf diesem Planeten und doch habe ich nichts bewirkt, nichts erreicht und nichts Sinnvolles mit meinem Leben angestellt. Was wäre, wenn ich den Engel Clarence treffen würde? Wie würde eine Welt ausschauen, in der es mich nicht geben würde? Vermutlich würde es kaum einen Unterschied machen oder doch?

Der Nikolaus ist unfreiwillig komisch

Vor zwei Jahren zum Nikolaustag hatten Bekannte von mir einen “Nikolaus” für ihre Kinder gebucht. Er sollte die Geschenke bringen, was Nettes sagen und wieder gehen. Doch es kam anders…

Als die vereinbarte Zeit herangerückt war, war noch immer kein Nikolaus zu sehen, weshalb die Eltern der zu beschenkenden Kinder im Büro des Nikolaus anriefen um zu erfragen, wann er den kommen würde. “Ja I komm dann glei. Mai Fahrer muss mi no abholla, weil I was drunga han” (Übersetzung: Ja, ich komme dann gleich. Mein Fahrer muss mich noch abholen, weil ich schon etwas getrunken habe). Zumindest war er so vernünftig, nicht mehr selbst zu fahren und 15 Minuten später stand tatsächlich der etwas angeschickerte “Nikolaus” vor der Tür, während sein Fahrer im Auto auf ihn wartete.

Der Nikolaus sagte zu den erstaunten Kindern “Daar Nigolaus isch hungrich und durschdich und brauchd erschamoal a Bier und die Bläzläää sea au guad aus” (Übersetzung: Der Nikolaus ist hungrig und durstig und braucht zuerst einmal ein Bier und das Weihnachtsgebäck sieht auch gut aus). Die Familie war so perplex, dass sie dem Hobbynikolaus einen Teller Plätzchen und ein Bier hin stellten. Doch das reichte noch nicht “A Veschbar wär jedzd a ned schlechd und a Verdauungsschnäbsle” (Übersetzung: Ein Vesper wäre jetzt auch nicht schlecht und ein Verdauungsschnaps). Wieder war die Familie perplex, brachte das Gewünschte aber sofort.

Der Mann, der vorher schon angetrunken war, war nach dem Bier und dem Schnaps nicht nüchterner. Er überreichte den Kindern die Geschenke lallend und grölend. Die Kinder versteckten sich hinter den Erwachsenen und sagten, dass sie Angst hätten. Das war dem Vater dann endlich zu viel und er setzte den dreisten Kerl vor die Haustüre. Sie beobachteten noch vom Fenster aus, wie der “Chauffeur” ihn wegfuhr.

Als uns die Geschichte erzählt wurde, war mein erster Gedanke “Hey, daraus könnte man doch einen Partygag machen”. Für Kinder ist er offensichtlich nicht geeignet, aber für eine Erwachsenenparty hätte er eine unfreiwillige Komik. Wie bei dem Film “Dinner für Spinner”.

Leider hatte die betroffene Familie die Kontaktdaten nach dem Vorfall sofort entsorgt, weshalb wir den Mann nicht mehr buchen konnten.

Falls Euch etwas Ähnliches passiert ist und Ihr den Namen und die Adresse des Nikolaus noch wisst, bitte gerne an mich weitergeben.

Ausbeute des Tages

Heute Nachmittag war ich mit einer Freundin und einer Kollegin bei einem Klamottenflohmarkt. Wir ergatterten alle drei wirklich schöne Stücke. Die Frauen von denen wir gekauft haben, waren auch alle total nett und es war ein angenehmer Nachmittag.

Bei mir fanden 2 Kleider, 1 Rock, 1 Jumpsuit ,1 Kurzarmtop und 1 Langarmtop den Weg nach Hause. Für alle Schätze zusammen habe ich € 18,00 gezahlt.

Bei Scondhand-Klamotten habe ich kein solch schlechtes Gewissen, wie bei neuer Kleidung. Klar, gebraucht hätte ich das alles nicht, aber ich mag es. Es hat Spaß gemacht, wir hatten eine schöne Zeit und wir haben schöne neue Teile.

Und doch habe ich trztdem ein klitzekleines bissle ein schlechtes Gewissen, weil ich viel zu viel Zeugs habe. Mitnehmen kann ich eh mal nix, warum also so viel anhäufen? Weil ich es kann, weil ich mich gerne mit schönen Dinge umgebe, auch wenn ich sie wahrlich nicht benötigen würde.

Vielleicht sollte ich mal wieder eine Tauschparty veranstalten, um wieder einige Stücke los zu werden und jemand anders damit zu erfreuen.

Bei meiner letzten Ausbeute ergatterte ich einen rosa Tüllrock mit aufgestickten Glitzersteinen. Eine liebe Bekannte fragte mich “Wann willst Du denn den tragen?” Ich antwortete “Wenn ich mich als Einhorn verkleide” und sie fing an zu lachen. Ich sagte “”Obwohl, ich trug schon mal einen längeren fliederfarbenen Tüllrock auf der Arbeit, kombiniert mit einem schlichten schwarzen Top und schwarzen Schuhen. In dieser Kombi war das gar nicht so auffällig”. Sie schaute mich schelmisch an und sagte dann spöttisch “Ja Margit, klar, total unauffällig. In Flieder!!! Natürlich”. Nun ja, es könnte schon sein, dass dieses Outfit seeeeeehr auffällig war, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar. Das würde auch die erstaunten Blicke erklären, die ich an diesem Tag erntete. Und wenn schon. Ich werde es wieder tragen, warum auch nicht. Das bin ich. Ich bin nun mal die Tussie, die sich gerne auffällig kleidet. Das ist in der Branche nicht unbedingt üblich und entspricht sicher nicht der Kleiderordnung. Dennoch lebe ich hier nach dem Motto: Erlaubt ist was mir gefällt!

Moderne Sklaverei?

“Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave”

Friedrich Nietzsche

Recht hat er, der gute alte Friedrich. Nach dieser Definition bin ich eindeutig ein Sklave.

Wann holt mich das Mutterschiff endlich wieder ab? Wann kommt der Kobold mit dem Kessel voll Gold und bringt mich ins Elfen- und Feenland.

Dort wo ich hin gehöre, denn ein lieber Mensch sagte gestern zu mir “Ich hab Dich heute morgen gesehen, wie Du über den Zebrastreifen gelaufen bist: Das ist jetzt echt nciht böse gemeint, aber Du läufst wie ein Einhorn im Wald. Wie nicht von dieser Welt” .

Was ich irgendwann mal noch machen möchte:

  • bei Kreationisten klingeln und sagen “Ich möchte mit Ihnen über Darwins Theorie reden”.
  • Leute, die ich nicht kenne, einfach freundlich grüßen, so als ob ich sie kennen würde. Das machen nämlich ganz viele Leute mit mir und ich möchte mich einfach revanchieren.
  • Wenn ich alt bin, will ich Drogenexperimente machen. Bis dahin wird das, was ich konsumieren will legal sein, dessen bin ich mir sicher. Wenn ich jedoch merken sollte, dass ich dement werde oder an Altzheimer leide, dann werde ich härtere Sachen einwerfen. Ich hoffe nur, dass ich es dann nicht vergessen werde.
  • Eine Email mit psoudowichtigem Betreff und sinnfreiem Inhalt, jedoch extrem hochgestochen klingenden Wörtern an einen größeren Verteiler senden und schauen, wer es ernst nimmt.
  • Bei Einladungen zu Hochzeiten oder anderen Events die Katzen mitbringen, wenn drauf steht, dass die Kinder natürlich mit eingeladen sind. Das ist aber nur in meiner Phantasie lustig, denn es wäre für die Kleinen viel zu viel Stress.
  • Mit meinem langen schwarzen Lilly Monster Kostüm mal wieder bei Nacht mit Rollerskates den Gehweg auf und ab fahren, so dass es ausschaut, als ob ich schweben würde. Das hat dann noch eine unfreiwillige Komik, weil ich nicht skaten kann.
  • Mit einem Faschingskostüm auf der Arbeit erscheinen. Obwohl… das habe ich schon mal gemacht. Bei meinem zweiten Arbeitgeber kam ich an einem Faschingsmontag mit einer StarTrek Uniform ins Geschäft. Es hat keiner etwas gesagt und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch keiner gemerkt hat. Ich war sogar einmal damit auf einer Faschingsveranstaltung mitsamt Communicator und Handphaser und wurde gefragt, warum ich mich nicht verkleidet hätte.
  • to be continued