Der Wolf, der böse Wolf

Heute kam im Radio, dass ein Wolf in Süddeutschland ein Kalb gerissen hat. Das tut mir sehr leid für das Kalb und auch für jedes gerissene Schaf. Doch was soll der Wolf machen? Eine Spargelpfanne wird er sich wohl kaum bruzeln können.

An alle Menschen, die sich jetzt über den bösen, bösen Wolf aufregen eine kleine statistische Auflistung:

In Deutschland werden JEDEN TAG  über 1,7 Millionen Hühner, 151.000 Schweine, 94.000 Puten, 43.000 Enten, 9.348 Rinder und Kälber, 3.149 Schafe und Lämmer, 68 Ziegen und 14 Pferde geschlachtet. JEDEN EINZELNEN TAG.

Der Mensch kann sich eine Spargelpfanne bruzeln und ist nicht auf Fleisch angewiesen!

Das ist genauso schizophren, wie das, was ich kürzlich im Internet gefunden habe: “Jeder liebt die Geschichte von der Kuh, die vor dem Schlachten gerettet wird, aber niemand will zugeben, dass sie der Grund sind warum die Kühe überhaupt dort hingeschickt werden”.

Wie kann es ein zurück geben, ich versehe es nicht!

In der Veganer Community gab es eine sehr engagierte Aktivistin. Sie machte oft bei Demos, Infoständen und sonstigen Aktivitäten mit. Wir waren mal zu ihrem Geburtstag eingeladen, wo wir im Freien grillten und neben uns Fremde Putenfleisch grillten und sie deshalb zu weinen anfing. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie schauderte und sagte “Und ausgerechnet auch noch Pute, denen geht es am dreckigsten in der Tiermast, die werden so gezüchtet, dass sie kaum stehen können”.

Sie war keine “Mode-Veganerin”, die das aus gesundheitlichen Gründen gemacht hat oder weil es gerade “in” ist. Sie war ethisch motiviert und überzeugt davon, dass es Unrecht ist, was die Menschheit den Tieren antut.

Vor zwei Jahren traf ich sie zufällig wieder und sie sagte mir, dass sie keine Veganerin mehr wäre, sondern wieder Vegetarierin, weil es ihr zu extrem geworden wäre und sie sich selbst nichts mehr verbieten will. Ich fand das komisch. Für mich würde es niemals ein zurück geben. Wenn man einmal verinnerlicht hat und erkannt hat, was der Konsum von tierischen “Produkten” für Konsequenzen hat, dann will man doch daran nie wieder beteiligt sein. Es kann eigentlich kein zurück mehr geben, wenn man genau weiss, was mit den Küken, den Kälbern und den Lämmern passiert, die “Abfallprodukte” des Systems sind. Da kann man auch nicht mehr guten Gewissens vegetarisch leben.

Vor ein paar Wochen traf ich sie wieder und nun ist sie auch keine Vegetarierin mehr, sondern Omni und was das Ganze noch absurder macht: Sie ist Köchin geworden in einem Omni Restaurant und bereitet alle Speisen zu, auch die Fleischgerichte. Ich kann das wirklich absolut und in keiner Weise verstehen oder nachvollziehen. Sicher, es gibt viele in meinem Umfeld, die wissen sehr wohl, was mit den Tieren geschieht und es ist ihnen zwar nicht egal, aber sie sind (vielleicht noch) nicht bereit, ihre Lebensweise zu ändern, auch wenn ihr Gewissen sie hin und wieder zwickt. Noch können sie es verdrängen. Aber wenn jemand schon vegan gelebt hat und in der Tierrechtsszene aktiv war, wenn jemand es verinnerlicht hatte, dass ein Tier genauso leidensfähig ist wie wir Menschen und es alles andere als ok ist, was die Menschheit mit ihnen macht? Wie um alles in der Welt kann man da wieder Allesesserin werden? Ich kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen und auch nicht verstehen. Selbst bei einer sehr weitläufigen Bekannten schockiert es mich. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was die Person zu diesem Sinneswandel veranlasst hat. Ich weiss nur, dass ich das auch in hundert kalten Wintern nicht verstehen kann, ich muss aber auch nicht für alles Verständnis haben.

Dienstleister und ich mal wieder

Meine Sonnenbrille ist schon viele Jahre alt und ich wollte mir eine neue zulegen. Ich ging in ein Optikerfachgeschäft und wollte mich umsehen. Die Mitarbeiterin, die mich “beriet” war jedoch so unsympathisch, dass ich direkt aussprach, was ich dachte, nämlich “Das wird hier nix.”

Vielleicht war das zu direkt, aber weshalb soll ich rumeiern und so tun, als wäre alles ok. Sie gab mir zwar noch ihre Visitenkarte, aber wir wussten beide, dass ich sie nie anrufen werde.

Das Dumme daran ist, dass ich ihren Vorgänger echt sympathisch fand und dort gerne hin ging. Ich habe mir überlegt, ob ich online einen Termin ausmache und bei den Bemerkungen rein schreibe, dass ich nicht zu Frau XY möchte. Ich will ihr ja aber auch nicht schaden. Dass ich sie unsympathisch finde ist alleine mein subjektives Empfinden. Ich habe mir Gedanken gemacht, dass ich eine Art Notteilwahrheitskonstrukt erstellen könnte. Sie erinnert mich an eine total nervige Bekannte. Sie gleicht ihr vom Aussehen und Verhalten her sehr. Das könnte ich bei der Reservierung vermerken. Dass ich nicht von Frau XY bedient werden möchte, weil sie mich an eine Frau aus meinem privaten Umfeld erinnert, die ich partout nicht leiden kann. Dass das alleine mein Problem ist und Frau XY dafür nichts kann. Das wäre zumindest die halbe Wahrheit.

Aber wieso soviel Aufwand. Ich könnte einfach in eine andere Filiale gehen, aber bei meinem Glück würde sie gerade dann dort arbeiten. Das Risiko ist zwar gering, aber gegeben. Dann einfach in ein anderes Optikergeschäft. Die gibt es ja wie Sand am Meer. Allerdings war ich dort immer zufrieden die letzten Jahre und warum sollte ich ” a winning Team changen” nur wegen der komischen Frau, die mich von der ersten Sekunde an genervt hat. Ich warte jetzt einfach mal ab. Diese Saison überstehe ich noch mit meiner alten Sonnenbrille, aber nächstes Jahr sind dann meine sonstigen Sehhilfen vermutlich zu erneuern und ich müsste auf jeden Fall wieder einen Sehtest machen. Ich gedenke, das Ganze auszusitzen. Vielleicht wird sie schwanger, kündigt oder zieht weg und ist bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr da. Falls doch, kann ich mir immer noch eine Strategie ausdenken.

Die Brille hätte echt gut ausgeschaut, aber vielleicht hat alles seinen Sinn und bis nächstes Jahr gibt es wieder eine Aktion mit Brille und Sonnenbrille im Kombipreis. Manchmal muss man einfach nur abwarten können und ich nehme die Frau als Zeichen, dass es jetzt gerade nicht der rechte Moment für eine neue Sonnenbrille ist.

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Wie das so ist mit der sogenannten Berufung

Immer mal wieder gibt es Leute, die einem ungefragt “Tipps” und “Rat-Schläge” erteilen.

Hier meine “Highlights”:

“Mach doch ein veganes Café auf, das könnte ich mir bei Dir soooo gut vorstellen”.
Tja, ich mir absolut und gar nicht! Ich bin weder für die Gastronomie geschaffen, noch habe ich dafür ein Händchen oder Interesse daran. Nur weil ich Veganerin bin, heisst das doch noch lange nicht, dass das das Einzige ist, was mich definiert. So ein Bullshit. Die Dame, die das zu mir sagte ist Pescetarierin. Ich sag doch auch nicht “Mach doch einen Fischladen auf, das könnte ich mir bei Dir sooo gut vorstellen”. Sie isst die Fische übrigens, weil sie ihr – im Gegensatz zu anderen Tierarten – nicht leid tun, weil sie so glitschig sind und so “komische” Augen hätten. Puh, wenn man diese Kriterien auf Menschen überträgt…

“Biete doch Wanderungen mit Fotoexkursionen zu Deinen Gnadenhöfen an”. Schon besser als ein veganes Café, aber dabei wurde vergessen, dass Lebenshöfe (ich bevorzuge diese Bezeichnung) keine Zoos oder Wildparks sind. Die Tiere sind dort nicht zur Zurschaustellung untergebracht, sondern damit sie sie selbst sein können, ohne irgend eine “Leistung” dafür erbringen zu müssen. Auch nicht die “Leistung”, angegafft zu werden.

“Eröffne doch selbst einen Lebenshof”. Ja, nur leider bin ich dafür echt nicht geschaffen. Ich bewundere die Betreiber von Lebenshöfen sehr und zolle ihnen meinen größten Respekt. Sie haben nie Urlaub, sie gönnen sich selten was, sie versorgen die Tiere oft Tag und Nacht, vor allem wenn sie krank sind. Sie sind ständig in Sorge um ein Tier und die Schicksalsschläge sind manchmal sogar für mich als Aussenstehende schwer zu ertragen. Ich würde es nicht packen, dass jede Woche ein geliebtes Tier über die Regenbogenbrücke geht. Ich wäre nur noch am heulen und ich glaube, auch all die positiven Geschichten würden das irgendwann nicht mehr ausgleichen können. Ich kenne mich, mir würde das zu sehr an die Nieren gehen.

“Mach doch Bilder von neugeborenen Kindern, das ist total lukrativ”. Yo, wenn ich dass denn gern machen würde. Ist aber leider nicht meins. Das ist auch der Grund dafür, warum ich beruflich nicht als Fotografin arbeite. Ich fotografiere sehr gern. Was ich will! Wenn ich davon leben müsste, müsste ich auch alles annehmen, sonst käme ich niemals über die Runden. So aber kann ich Anfragen von mir unsympathischen Personen einfach ablehnen, weil ich keinen Bock habe. Ich mache auch nicht soooooo gerne Hochzeitsbilder, zwar noch allemal lieber wie Babybauchschootings oder eben besagte Neugeborenenshootings. Dann doch lieber Bierbauchshootings. Gegen Hochzeitsbilder ist nichts einzuwenden, wenn mir das Brautpaar sympathisch ist. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich die Aufträge zukünftig ablehnen. Auch ich kann aus der Vergangenheit lernen. Alles was mich langweilt wird ebenfalls abgelehnt. Ich wurde mal von einer Yogalehrerin gefragt, ob ich Bilder von ihren Posen machen würde. Meine Güte war das strunzlangweilig.

Das mit der “Berufung” ist so eine Sache. Ich glaube, das was man wirklich gerne und leidenschaftlich macht, kann sich auch abnutzen, wenn man es ständig machen muss, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dann ist es plötzlich doch nicht mehr so toll. Ich fürchte, genau so würde es mir mit dem Fotografieren gehen. Ich kann das gut und ich liebe es, aber wenn ich es täglich 8 Stunden machen müsste mit allen Aufträgen, die mir so zufliegen würden, egal ob nette oder weniger nette Kunden, dann würde ich das bald nicht mehr so gerne machen, zumal ich dann auch wirklich alles machen müsste, auch das, was mir so gar nicht liegt, wie Kinderfotografie und Babybäuche oder Businesstypen und Trullas, die sich auf keinem Bild gefallen und an allem rummäkeln. Ganz abgesehen von dem ganzen religiösen Kram wie Konfirmation oder Kommunion. Mir liegen auch Bilder von Bands nicht so sehr. Ich mag es nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen und Bilder von der Bühne herunter zu machen. Das ist auch nicht “Meins”. Ich bin eh leidenschaftlicher bei der Bildbearbeitung als bei der Fotografie selbst. Fotografien sind wie Rohdiamanten, die erst richtig gut werden, wenn ich sie bearbeite. Bei der Bildbearbeitung vergesse ich Raum und Zeit. Doch auch das würde ich nicht 8 Stunden täglich machen wollen und auch nicht können, weil meine Augen zu schlecht sind und ich irgendwann körperliche Probleme bekäme. Ein Mausarm wäre wahrscheinlich noch das harmloseste.

Es gibt wenige Menschen (vermutlich zu wenige) die wirklich beruflich das tun, was sie erfüllt, was sie wirklich lieben. Doch manchmal muss man das erst finden. Nicht alles, was man als Hobby gerne tut, eignet sich auch als Beruf. Ich streichle auch gerne Katzen, möchte deshalb aber auch keine professionelle Catsitterin werden. Ich male auch gerne, aber mein Talent würde niemals für eine Ausstellung reichen. Ich esse gerne, aber ich würde nie ein Restaurant eröffnen wollen. Ich schreibe gerne und das könnte ich mir auch wirklich als Beruf vorstellen. Wenn man davon leben könnte.

Das ist immer die Krux dabei. Oft ist es so, dass man von dem, was man leidenschaftlich und mit Liebe macht, die Lebenshaltungskosten nicht bestreiten kann. Vielleicht bin ich auch zu ängstlich und übervorsichtig. Kann gut sein. Ich benötige ein gewisses Sicherheitsnetz. Bis sich das ändert, setzte ich meine Talente für die befreundeten Lebenshöfe und Tierschutzorganisationen ein. Die “Bezahlung” geht als Spende an die Tiere und die “Kunden” bekommen ihre Bilder, wenn mir die Organisationen den Spendeneingang bestätigt haben. Wenn jemand in Not ist und absolut kein Geld hat, dann habe ich das auch schon gänzlich gratis gemacht, ohne dass die Leute gespendet haben. Ausnutzen lasse ich mich jedoch nicht mehr. Wenn Du das also liest, ja genau Du! Ich weiss dass Du lügst. Du hast sehr wohl Geld und Du bist nicht so sterbenskrank, wie Du es mir erzählt hast. Lügen kommen irgendwann raus und Nein, ich werde Deine Hochzeitsbilder nicht gratis machen, weil Du mich angelogen und meine Gutmütigkeit ausgenutzt hast. Ich weiss aus zuverlässiger Quelle, dass Du es mit der Wahrheit allgemein nicht so genau nimmst. Eigentlich hat mir das auch mein Bauchgefühl gesagt, doch ich habe es ignoriert. Aber ich danke Dir, Du hast mich gelehrt, dass ich nicht alles glauben darf, was mir jemand erzählt und dass so dramatische Geschichten oft einfach nur reine Fantasiegebilde sind. Ich halte Dir Zugute, dass Du nicht die hellste Leuchte im Kronleuchter bist und Deine Geschichten vermutlich selbst glaubst. Friede sei mit Dir, ich wünsche Dir nur das Beste, aber halte Dich aus meinem Leben fern. Noch ein kleiner Tipp: Wenn Dich jemand regelmässig aus Instagram als Follower entfernt, dann bist Du auf dem Account offensichtlich nicht erwünscht und da ist es wenig hilfreich, wenn Du Dich immer wieder neu als Follower addest.

Alles nur Fake

Am Samstag trafen wir uns mit meiner besten Freundin und ihrem Partner. Die beiden erzählten von einem Trip in eine bekannte deutsche Großstadt. Sie fanden die “Sehenswürdigkeiten” unspektakulär und überhaupt nicht besonders. Sie sagte “Dort gab es nichts wirklich Schönes”. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Auch ich war schon in Großstädten, nicht nur in Deutschland, und fand es alles andere als toll und aufsehenerregend. Ich fand es sogar oft langweilig und öde.

Vor 12 Jahren waren wir in einer weltweit bekannten Stadt, die alle immer ganz toll finden. Dort muss man gewesen sein, das muss man erlebt haben, das sollte man gesehen haben. Die Stadt, die angeblich niemals schläft. Wir waren heilfroh, als das Flugzeug uns endlich wieder nach Hause brachte. Ja klar, es war ein unvergesslicher Urlaub, aber ich muss dort nicht noch einmal hin. In einer anderen Großstadt erging es uns sogar mal so, dass wir mehrfach an einer Sehenswürdigkeit vorbei liefen, so unscheinbar und unspektakulär war sie. Oder um es mit den Worten meiner besten Freundin zu sagen “Dort gab es nichts wirklich Schönes”.

Es sind nicht nur die angeblichen “Places to be” sondern es fängt schon im Kleinen an. Wenn ich in letzter Zeit Filme angeschaut habe, dann war danach das schale Gefühl von “Was war denn das?”. Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war, aber ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mich nachhaltig beeindruckt hat und der noch eine ganze Weile nachgeklungen hätte, weil er vom Inhalt her entweder so toll war oder so beeindruckend.

Selbst groß angekündigte Filme mit Staraufgebot entlocken mir höchstens ein lahmes “Naja, ging so”. Es war in den letzten Jahren kein Film dabei, den ich wieder und wieder und wieder sehen möchte. Einmal reicht völlig. Manchmal fangen sie gut an und haben Potential doch dann fallen sie so massiv ab, dass man denkt, die Drehbuchschreiber hätten sich selbst gelangweilt und wollten die Filme einfach nur irgendwie zu Ende bringen. Was auch auffällt: Filme, die als Komödien deklariert sind, sind so unendlich unlustig. Manchmal sind es sogar Dramen. Ich werde gerne eines besseren belehrt, vielleicht gibt es noch ein paar wenige gute Filme und ich habe sie nur noch nicht gesehen. Die Hoffnung stirbt auch hier zuletzt. Ich würde gerne mal wieder einen richtig genialen “Kultfilm” entdecken. Ein Film wo alles stimmt. Die Geschichte, die Filmmusik, die Schauspieler, die Kameraführung. Ein Film, über den ich nach dem Anschauen noch lange nachdenke, oder der mich noch lange zum lachen bringt, oder einfach so wirklich richtig beeindruckt.

Vielleicht bin ich aber, je älter ich werde, einfach nicht mehr so leicht zu beeindrucken? Eventuell liegt es auch daran oder ein bisschen von Beidem.

 

Yoshi im Glück

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Am Freitag haben wir Yoshi besucht. Er ist mit seinen beiden Mamas überglücklich und wir sind so unendlich dankbar, dass er dort ein so schönes Zuhause gefunden hat. Es war aber auch schön, sein liebliches Stimmchen mal wieder zu hören und zu sehen, dass er uns noch kennt. Er kam gleich auf uns zu und schleckte unsere Hände ab. Ich dachte, er hätte uns vergessen, hat er aber nicht. Er mag uns noch und es war wirklich toll, ihn nach 5 Monaten wieder zu sehen.

Alles ist gut, so wie es ist.

Finde nur ich das komisch?

Es hat sich schon vorher abgezeichnet, aber durch Corona wurde der “Effekt” noch verstärkt. Schrullige Leute wurden noch schrulliger, Unhöflichkeiten und seltsames Gehabe wurden ebenfalls intensiviert.

Ich hasse es, wenn Menschen deutlich zu spät kommen. Gegen 15 Minuten bis 30 Minuten sag ich nichts und wenn wirklich was dazwischen kommt, bin ich die Letzte, die das nicht verstehen würde. Gänzlich anders schaut es aber aus, wenn immer die selben Personen immer grundsätzlich minimum eine Stunde zu spät kommen.

Wir haben den Kontakt zu solchen Individuen abgebrochen und vermissen sie nicht. Wir waren es leid, immer auf sie zu warten. Obwohl wir schon mit “Tricks” gearbeitet hatten und denen schon eine Stunde vorher als Termin genannt hatten. Trotzdem kamen sie noch immer zu spät. Es ist einfach respektlos anderen gegenüber, sie ständig warten zu lassen und es ist auch nicht witzig.

Ich hasse es auch, wenn nicht auf Fragen geantwortet wird. Auch das ist massiv respektlos, vor allem wenn man genau sieht, dass die Nachrichten gelesen wurden.

Vielleicht bin ich zu kompromisslos geworden, aber ich bin in einem Alter angelangt, wo ich einen Scheiss muss. Ich muss nicht auf Personen warten, die grundsätzlich mindestens eine Stunde oder zwei zu spät zu ausgemachten Terminen erscheinen. Es ist eine Unart, die ich nicht tolerieren muss. Dann fallen diese Menschen eben durch mein persönliches Deppenraster. Etwas Schwund ist bekanntlich immer. Ich bin es leid, auf Antworten zu warten. Was ist so schwer daran, kurz zurück zu schreiben “Das muss ich noch abklären”, oder “Ich weiss noch nicht, melde mich später”, oder gleich “Nee, da kann ich nicht / hab ich keine Lust zu / hab ich schon was ausgemacht / will ich lieber die Wand daheim anstarren / bin zu müde / bin zu gestresst / möchte lieber meine Ruhe haben”. Alles ist besser, als einfach nicht zu antworten.

Meine Toleranzspanne ist arg kurz geworden, das mag sein, aber ich bin es einfach leid. Alles was mich mehr nervt als mir guttut, hat keinen Platz mehr in meinem Leben und muss ausgemistet werden. Das gilt nicht nur für Krimskrams und Klamotten, die ich regelmässig ausmiste, sondern auch für Sozialkontakte. WhatsAppGruppen die mich nerven, verlasse ich. Leute die mir nicht antworten oder erst Tage später, sind mir auch nicht mehr wichtig, weil mir ihr Verhalten zeigt, was ich für einen Stellenwert habe. Menschen die mich nicht zu schätzen wissen, fallen durchs Sieb. Ich siebe aus und das tut gut auf allen Ebenen. Ich wünsche den Zuspätkommern und Nichtantwortern und mich immer Nervenden /Herunterziehenden alles Liebe. Ich trage ihnen nichts nach. Sie werden einfach nur ausgesiebt, damit mehr Platz und Zeit bleibt für die pünktlichen Menschen, für Antworter und für Nichtnerver. I have to set priorities.

Indizien dafür, dass ich ein Alien bin

Ein Kumpel meines Mannes behauptet ja schon seit Jahren, dass er überzeugt ist, dass ich nicht menschlich bin. Er sagt immer “Wenn das Mutterschiff kommt, dann werde ich sagen: Ich habe es Euch immer gesagt, dass das ein Alien ist!!! Denkt an meine Worte.”

Ich liste hier mal ein paar Anzeichen dafür auf, dass er recht haben könnte:

  • Ich mag nicht, was ein Großteil der Menschheit mag: Blumensträuße (sehr morbid), Musicals (kotzwürg) und Friseurbesuche (zu viel Schlechtes erlebt, um es entspannt genießen zu können)
  • Meine Körpertemperatur ist generell immer sehr niedrig. “Fieber” habe ich sehr selten. Das ist dann eher das, was bei anderen Normaltemperatur ist
  • Ich altere zum Glück langsam. Könnte an meiner Alien DNA liegen
  • Vieles von dem, was Andere tun, habe ich noch niemals ausprobiert und werde es auch nie tun: Solarium, Fitnessstudio, Sauna, Botoxbehandlungen und Diäten
  • Es fand sich bisher noch keine Sportart, die mir Spass machen würde. Allerdings kann ich essen wie ein Scheunendrescher ohne zu zu nehmen
  • Katzen lieben mich und ich liebe sie. Katzen haben ja auch etwas Ausser- oder sogar Überirdisches an sich
  • Tiere allgemein lieben mich eigentlich fast immer. Auch das beruht auf Gegenseitigkeit
  • Ich bin nie auf “erwachsen werden” reingefallen, ich wusste schon immer, dass das eine Falle ist
  • Tabletten schlucken ist nicht so mein Ding. Ich muss die Teile – egal wie klein sie sind – immer mit dem Finger in den Schlund runter schieben, sonst wird das nix

Vielleicht hat er recht und ich bin tatsächlich “nicht von dieser Welt”, aber wie heißt es doch so schön: When you feel strange in a world, it is because you are here to built a new one.

The Corona Chronicles

Ich habe nun schon seit Mittwoch, 22.03.2022 Erkältungssymptome und bin auch seither in Quarantäne. Der Schnelltest war jedoch erst seit Montag, 28.03. positiv und am Dienstag, 29.03. wurde dies vom PCR Ergebnis verifiziert.

Omikron ist nicht wie ein grippaler Infekt. Dieser Virus ist unberechenbar. Es kann gut sein, dass man sich besser fühlt und denkt, es geht endlich aufwärts. In diesen Momenten holt er aber nur Anlauf und kommt dann mit voller Wucht zurück. Es ist auch nicht so, wie man es von anderen Erkältungskrankheiten kennt, dass es einem erst schlecht geht und dann besser. Nein, bei dieser Krankheit kommt immer noch eine Schippe drauf.

Es startete bei mir mit massiven Kopfschmerzen, Halsschmerzen und einem insgesamt belämmerten Gesamtzustand. Dieser Zustand hielt drei Tage an, bis es mir am 4. Tag plötzlich gut ging. Keine Symptome mehr. Es war Samstag, der 26.03. und meine Tests waren weiterhin negativ. Ich war felsenfest überzeugt, immun gegen Corona zu sein und nur eine Erkältung gehabt zu haben. Es soll ja auch noch Erkrankungen ausserhalb des bösen C-Worts geben. Ich habe insgesamt ein robustes Immunsystem und war vorher schon recht zuversichtlich, dass ich verschont werde. Denkste!

Sonntag, 27.03. ging es mir nachmittags urplötzlich wieder schlechter. Es war warm, es war sonnig, die Blüten blühten und ich sass auf der Terrasse und war überzeugt: Das ist jetzt der jährliche Heuschnupfen. Es war bald Regen gemeldet und ich war wieder mehr als überzeugt, dass das spätestens mit dem prognostizierten Regen am Dienstag Geschichte wäre.

Doch meine Überzeugungen und die Realität klafften um Lichtjahre auseinander, denn mein täglicher Schnelltest am Montag war positiv. Mir ging es auch wirklich stündlich schlechter. Kopfschmerzen, Halsweh, Schniefnase und Druck auf den Ohren, generell stark benebelter Gesamtzustand.

Dieser Zustand hielt bis Mittwochnacht an. Doch dann wurde es nicht etwas besser, sondern es kam noch ein heftiger Reizhusten dazu und ein Druck auf den Bronchien. Donnerstag erwachte ich zusätzlich mit einem komplett entzündeten Rachen und heftigen Schluckbeschwerden. Jeder Schluck Tee oder Wasser tat höllisch weh. Freitag war der Kopfschmerz weg und die Nase war etwas freier, was das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbesserte. Ich fiel wieder auf den eigentlich schon altbekannten Trick rein und dachte, dass ich den Höhepunkt nun überstanden hätte. Doch heute erwachte ich wieder mit Kopfschmerzen und bekam kaum Luft und anstatt zu frieren, wie die vergangenen 1,5 Wochen, ist mir plötzlich heiss. Ich glühe. Mir ist alles zuviel. Alles strengt mich so sehr an, selbst das Aufsetzen eines Teewassers. Im Laufe des Tages wurden die Kopfschmerzen glücklicherweise wieder besser und die Nase etwas freier. Ich wage sicher keine Prognosen mehr. Ich bin auch nicht mehr zuversichtlich, die Scheisse bald überstanden zu haben. Ich falle nicht mehr auf dieses heimtückische, hinterhältige Sars-Cov-2 herein.

Diesen Virus wünsche ich niemand und ich habe vermutlich noch einen “milden” Verlauf. Covid ist ein Arschloch!