Dilemma

seit ich vor 2 Wochen auf dem Gnadenhof war, kann ich noch weniger verstehen, wie jemand Fleisch essen kann und Produkte wie Milch und Eier, für die Tiere ihr Leben lang leiden müssen und von uns Menschen ausgebeutet werden.

Ich habe Tiere schon immer geliebt, aber seit ich gesehen habe, wie eine ganze Schafherde auf mich zugerannt ist um mit mir zu kuscheln und seit der süsse Ziegenbock Giovanni sofort zu mir kam und seinen Kopf vertrauensvoll an mich geschmiegt hat und mich mit seinen schönen Augen angeschaut hat, seither verstehe ich es noch weniger.

Ich liebe meine Familie und meine Freunde, trotz dass sie Fleisch essen. Meine Familie und Freunde essen meine anderen Freunde.

Das ist so paradox.

 

Mittagessen vom 15.09.2013

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vegane Lasagne mit “Käse” von Veganic

Sojagranulat in Wasser einweichen und ca. 10 Minuten quellen lassen, 1 Paprika, 1 Zwiebel, 1 Zuccini in Würfel schneiden, Zwiebeln, Paprika und Zuccini in etwas Rapsöl anbraten, Sojagranulat ebenfalls mit anbraten, Tomatensoße dazu geben und kurz aufkochen lassen. Dann alles zusammen mit Lasagneblätter und dem “Käse” in eine Auflaufform schichten und bei 220C° ungefähr 20 Minuten auf mittlerer Schiene und Ober-/Unterhitze im Backofen backen. Dazu grünen Salat reichen. Hier war es Feldsalat. Eines der wenigen possitiven Dinge im Herbst… es gibt wieder Feldsalat 🙂

Was “man” zu tun hat, damit “die Leute” zufrieden sind…

Bis vor einigen Jahren wusste ich nicht, was ein Vertikutierer ist. Ich hatte nie davon gehört. Ich wusste nicht, dass solch ein Gerät in keinem gutbürgerlichen Haushalt fehlen darf.

Ich habe es erst einmal gegoogelt, als ich es das erste Mal hörte, dass man dieses Teil unbedingt bräuchte. Ich war zuvor sehr gut ohne zurecht gekommen.

Bis vor  ungefähr 8 Jahren wusste ich auch noch nicht, was ein Erlkönig ist. Ich fuhr mit meinem jetzigen Mann damals auf der Autobahn, als er aufgeregt fuchtelnd erklärte, dass vor uns ein Erlkönig wäre… ich schaute mich suchend nach nem Typen auf nem Pferd um und schaute ihn irritiert an. Er war so begeistert, dass ich mich nicht traute, zu sagen, dass ich keinen Schimmer hatte, von was er da redete… es war schließlich weder Nacht noch Wind und wir ritten auch nicht mit Kind…

Also fragte ich am nächsten Tag meinen Kollegen, der erst einmal schallend lachte und mir dann erklärte, dass Erlkönige auf der Autobahn immer getarnte  Prototypen eines neuen Fahrzeugmodells sind. Ok, jetzt wusste ich wenigstens das und bei der nächsten Autobahnfahrt sahen wir doch gleich wieder einen Erlkönig und ich punktete mächtig mit meinem Wissen. Das man auf der Autobahn, auf der wir fuhren sehr oft Erlkönige sieht, ist nicht weiter verwunderlich, weil es die Teststrecke eines gewissen Autoherstellers ist.

So hatte ich innerhalb kürzester Zeit Neues gelernt und muss nicht dumm sterben. Jedoch mit dem Unterschied, dass ich nun immer lachen muss, wenn ich irgendwo einen Erlkönig sehe (und man sieht sie wirklich erstaunlich oft) und dass ich irgendwie ein beklemmendes Gefühl bekomme, wenn ich das Wort Vertikutierer höre.

Dabei kann das arme Gerät gar nichts dafür, dass es für mich zum Synonym für aufgezwängte Lebensweise wurde und natürlich ist nicht jeder, der seinen Rasen vertikutiert ein Fundamentalist, der anderen seine Lebensweise aufzwängen will.

Ich bin simpel nicht der Typ, der seinen Rasen vertikutiert. Wenn das aber jemand unbedingt tun will und muss, dann habe ich nicht das Geringste dagegen. Anders sieht es allerdings aus, wenn mir jemand vorschreiben will, ich hätte meinen Rasen zu vertikutieren. Ich schade niemand dadurch, dass ich es nicht tue. Es gibt die Leute, die unbedingt ihren Rasen vertikutieren müssen, es von anderen ebenso – nicht erwarten, sondern verlangen – und es gibt die, die anderen auch noch vorschreiben wollen, wann und wie oft sie den Rasen zu vertikutieren haben.

Ich meine natürlich nicht wirklich den Vertikutierer und auch nicht Menschen, die Vertikutierer benutzen. Der Vertikutierer steht hier natürlich  nur als Metapher und das Wort ist beliebig austauschbar gegen Wörter wie “Kleiderordnung”, “Fleischkonsum”, “Glauben”, “Kehrwoche”,”Samstags das Auto waschen”…etcetcetc…alles was “man” eben so tun sollte…weil sonst “die Leute” über einen reden…

Ich kann dem nur ein müdes Lächeln entgegen bringen und ganz viel Mitleid. Ich fürchte, wenn das Spiel irgendwann einmal zu Ende sein wird und alles wieder in die Kiste kommt, dann werden diese Leute vor der Einhornpforte Schlange stehen, aber sie kommen nicht durch. Das Einhorn wird ihnen einen fetten “FAIL” Stempel auf die Stirn verpassen. Nochmal eine weitere Runde Spiel des Lebens und versucht es  besser zu machen.