Gib mir Tiernamen

Als Kind hatte ich einen schweren Silberblick und die Kinder im Kindergarten gaben mir den Spitznamen „Clarence, der schielende Löwe“. Damit konnte ich gut leben, den ich liebte Clarence aus Daktari und hätte selber gerne so einen  zahmenLöwen gehabt.
In meiner frühen Teenagerzeit war ich sehr dünn und schlaksig und die Mitschüler tauften mich „Giraffe“. Auch damit kam ich gut zurecht, weil ich Giraffen schon immer mochte.
Später wurde aus der „Giraffe“ eine „Gazelle“ und auch daran störte ich mich kein bisschen – ganz im Gegenteil.

Noch etwas später hatte ich ein ernsthaftes Problem mit der Nahrungsaufnahme. Spätpubertär setzte ich Essensverweigerung als Waffe ein, um zu rebellieren, bis ich nur noch 50kg wog. Damals bekam ich den Spitznamen Weberknecht. Nicht sehr schmeichelhaft und es gab mir doch zu denken. Ich wollte lieber wieder eine Gazelle sein, anstatt eine Spinne mit kleinem Kopf und langen Beinen… und so aß ich sehr schnell wieder normal und bekam wieder mein Idealgewicht und wurde so wieder zur Gazelle.

Im Laufe der Jahre kamen noch Bezeichnungen wie  Storch, Flamingo, Graureiher und Kranich dazu. Je nach dem, was ich anhatte.
So blieb es bis heute.
Ich finde Störche, Flamingos, Graureiher und Kraniche sind sehr schöne Tiere und man könnte schlimmere Tiernamen haben… ich glaube, wenn mich jemand Nilpferd, Stachelschwein, Schlange oder Pottwal nennen würde, hätte ich da schon eher ein Problem mit.

Natürlich sind auch dies alles sehr schöne Tiere, aber man assoziiert damit eben gewisse Stereotypen, zu denen ich nicht gerade gehören möchte. So bin ich doch lieber ein langbeiniges, schlankes Tier als ein rundliches Tier, oder eines, dem man Falschheit unterstellt.

Oft kann man auch beobachten, dass Menschen ihren Haustieren mit der Zeit immer ähnlicher werden. Auch damit hätte ich kein Problem, wenn ich diesen edlen Geschöpfen, die bei uns Zuhause das Regiment führen, ähnlich werden würde. Für sie gilt die Aussage „looking great without efforts“ und sie sind alterslos schön. Ich würde auch gerne alterslos schön bleiben, wie meine Katzen.  Vielleicht kann ich auch dies von meinen kleinen Zen-Meistern lernen.

Ich habe mal irgendwo gelesen „der Mensch in seiner unendlichen Grausamkeit hat ein 11. Gebot erschaffen: Du darfst nicht alt aussehen“.

Noch ist alle im grünen Bereich. Ich werde meistens mindestens 10 Jahre jünger geschätzt als ich bin. Ob es daran liegt, dass ich tatsächlich jünger ausschaue, oder nur daran, dass ich jünger wirke, weil ich meistens extrem infantil bin, mag dahingestellt sein.

Meine Vorbilder sind jedoch eindeutig Michele Pfeiffer, Iris Berben, Senta Berger, Eveline Hall und Andi Mc Dowell. Frauen, die immer schön sind, egal wie alt sie werden und an denen nicht groß rumgeschnippelt wurde.

Für mich bedeutet „in Würde altern“ nicht, dass man verbraucht, faltig und gegerbt ausschaut, sondern dass man sich immer einen Hauch Jugendlichkeit bewahrt. Ich bin mir sicher, dass ich auch mit 50,60 und 70 noch gut aussehen werde.

Doch manchmal habe ich schwache Momente… ich, die es in meiner Singlezeit gewohnt war, sich armseligerweise ihr Selbstvertrauen aus der Bewunderung ihrer Verehrerschar zu ziehen… bin plötzlich damit konfrontiert, dass ich nicht mehr so oft angeschaut werde, angesprochen werde, angebaggert werde… nicht das sich das wollte… ich bin schließlich glücklich verheiratet, doch trotzdem bilde ich mir ein, dass ich „unsichtbarer“ geworden bin, seit ich Brille tragen muss und Kontaktlinsen verbannen musste. Doch objektiv betrachtet weiß ich, dass das alles nur in m einem Kopf ist. Ich werde nicht weniger angeschaut, weil ich nun eine graue Maus bin, sondern weil ich denke, dass ich eine graue Maus wurde… wieder einmal die Begrenzung und Schranke in meinem Kopf, die mich reduziert. Ich mache mich selber klein, sonst niemand. Nicht die Leute, die mich scheinbar nicht mehr ansehen, nicht Irgendjemand, der mir einreden will, ich wäre zu dick – ich dickes Elefantenmädchen mit der Kleidergröße 38 und meinen 64kg bei einer Größe von 1,76m. Nein, dafür bin alleine ich selber verantwortlich. Auch hier muss ich wieder lernen, mein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Ich bin nicht dick, ich bin nicht hässlich und ich bin nicht alt. Niemand kann mir diese Bestätigung geben, außer  ich mir selbst.

Mein Trost ist, dass Flamingos, Störche und Kraniche auch alterslos altern und auch im hohen Alter noch genauso ausschauen, wie als Jungstörche und da ich nun mal so ein Storchentier bin, wird es bei mir genauso sein.

Meine Lieblingsfilmszenen

Irgendwann werde ich alle meine Lieblingsszenen aus Filmen zusammen stellen, zu einem großartigen Kunstwerk… ich werde beginnen mit der Tanzszene von Salma Hayek aus From dusk till dawn und der Einganszene zum Titty Twister und als George Cloney sagt „mir geht es prächtig, mir scheint die Sonne aus dem Arsch“, dann die Sprechanlagenszene aus Ey Mann, wo ist mein Auto mit „und daaaan? Und daannn? Und dann?“, genauso wie die „Sweet! Dude“ Szene. Dann noch den Ausschnitt aus the Big Lebovsky, als der Dude seinen Teppich wieder haben will, einige Szenen aus Zurück in die Zukunft 1 und 3, den Ausschnitt aus Blade Trinity „was, Ihr habt einen Spitz genmanipuliert und einen Vampir aus ihm gemacht???“ und als Blade befragt wird, wer Präsident ist und er mit „ein Arschloch“ antwortet, sowie ganz viele Zitate aus das Leben des Brian und aus die Ritter der Kokosnuss „immer dieses huldigen“, Bei Paul, als er der Kreationistin sein Wissen überträgt und dann lässig sagt „It´s evolution baby“ . Oder aus Sex Drive, die Szene mit dem alten Rednex, der seine …Kronjuwelen… aus der Hose hängen hat. Widerlich, aber dennoch zu witzig. Austin Powers mit „schmeckt ein bisschen nussig – wie Scheisse – es ist Scheiße“, Ganz vieles aus „die Glücksritter“ und „Prinzession Sofia“  und „unser Liebesfarn“ aus „wie werde ich ihn los in 10 Tagen“, Til Schweiger als er in dem Film „wo ist Fred?“ die Treppe runtergeschuppst wird und als Jürgen Vogel erklärt er hätte halt mehr so ne Standardbehinderung, das muss auf jeden Fall auch mit rein. „Wie schmeckt der Trüffel“, aus American Pie 3 und „mhm noch warm und so cremig“ aus Party Animals. „man sollte öfter mal innehalten und das Leben genießen „aus Ferris macht blau“. Wenn Dennis Quaid in „nichts zu verlieren“ das Büro seines Chefs zerstört, Bill Murray in Zombiland, Bill Murray in „und täglich grüßt das Murmeltier“, als er in dem Cafè sitzt und zu den Typen sagt „Schwachsinnige, Euer Bus fährt gleich“, Bill Murray, wie er in „die Geister die ich rief“ immer von der Fee eins mit dem Zauberstab übergezogen bekommt. Lammbock, die total bekiffte Szene am Esstisch  und als der Förster mit der Gießkanne getränkt wird, wenn Ellwood P. Dout mit dem unsichtbaren weißen Hasen Harvey, einem Puca, einen „lüpfen“ geht. MIB, wenn die Schabe im Edgar Kostüm ins Leichenschauhaus geht und nach der Mietzekatze fragt, in MIB 3, der Ausschnitt mit Andy Warhol und die Schlußzene, wenn Griffin erzählt, was in der alternativen Realität passieren könnte, wenn Agent K das Trinkgeld vergisst. Bill & Ted`s verrückte Reise durch die Zeit „na Poleon“ und „extra erdbeercremig, volle Kanne Hoschi, Sockratte“, Wenn die Marsianer in Mars Attacks „wir kommen in Frieden“ sagen, bevor sie den gesamten Senat abknallen…und wenn ihnen zum Schluss die Köpfe platzen von der Country Music der Oma. „So ein hässliches Weibsstück“ aus „Dark Shadows“ über Alice Cooper und die Szene als er die Hippies aussaugt…der Teil in Breaking Dawn 2, wenn Jake Edward fragt, ob er ihn jetzt Daddy nennen soll, weil er auf dessen Tochter geprägt wurde und aus „Beileid, bis zum Abendbrot“ als sich Jake in einen Chihuahua verwandelt anstatt in einen Wolf. Der Auftritt von Jennifer Aniston in „meine erfundene Frau“, als sie in die Bar kommt. Jennifer Aniston als sexistische Zahnärztin in „Kill the Boss“ und als die 3 Kerle den Gangster „Motherfucker“ engangieren. „immer dieses sinnlose Herumreiten – ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden“ aus der Schuh des Manitu. „der Becher mit den Fächer und der Kelch mit dem Elch und der Pokal mit dem Portal“ aus „der Hofnarr“. „der Kasten mit den Trobaduren“ aus „die Besucher“ und „aus dem Weg räudiger Bauer“ aus selbigem Film und als der Knecht im Restaurant auf dem Boden sitzen muss und Jean Reno ihm die abgenagten Knochen zuwirft.  Star Trek IV  Zurück in die Vergangenheit als Denny Crane, ähm ich meine natürlich Captain Kirk und Spock im Bus sitzen und er den Typen mit dem Ghettobluster mit dem Vulkaniergriff außer Gefecht setzt.  Jungfrau, männlich 40, als er enthaart wird und die Waxing Lady als Drecksau beschimpft, „… und dann kam Polly“ als Ruben zum Schluss dem französischen Nudisten Claude für alles dankt“. In Mädchen Mädchen 2 die Schnappstrinkerei zum Sissi Film, immer wenn jemand „Eure Majestät“ sagt und als Caroline Herfurth den Typ an der Bushaltestelle anschnauzt.  Wenn Kat betrunken auf dem Tisch tanzt in „10 dinge, die ich an Dir hasse“, wenn Golom „Mein Schaaaaatz“ sagt. „Schlüsselmeister / Torwächter“ aus Ghostbusters 1,  in „Knocking on heavens door“ als die Mafia die beiden erschießen will und sie anfangen zu lachen „ich habe Krebs“ „ und ich nen Gehirntumor“. Die längste Kotzszene ever in Team America und die Running Gag „MääädDääämen“ Verarsche. Wenn John Cussack und Daphe Zuniga Dosenstechen machen in „der Volltreffer“.  Oh und natürlich als Will Smith in MIB 1 die kleine boshafte Tiffany erschießt… ja, ich habe einen erlesenen Filmgeschmack 🙂
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42 – oder die Suche nach dem Sinn

Ich hätte gerne eine Zeitmaschine. Dann könnte ich so viele Fehler aus der
Vergangenheit ausmerzen. Vielleicht sollte ich mir einen Whirlpool kaufen
und  einen russischen Energydrink, wie in Hot Tub.

Ich habe viel recherchiert in letzter Zeit in Büchern und im Internet zum Thema
Spiritualität, Leben und Tod. Ich gehöre keinem religiösem “Fanclub” an,
aber ich bin auch definitiv keine Atheistin.

Sind meine Großeltern und meine verstorbenen Haustiere nun bei der Gottheit?
Sind es nur Parallelwelten, in die man wechselt, oder gibt es wirklich eine höhere Sphäre
im Sinne von”Himmel”.

Paul Meek schrieb in seinem Buch, dass Tiere sofort in den Himmel kommen,
im Gegensatz zu den Menschen. Die durchlaufen – je nach Entwicklungsstand
– mehrere “Ebenen” bis sie “Eins” werden mit “Gott” – also das, was die
Buddhisten als Nirvana bezeichnen. Reinkarnation ist so, dass immer ein
“Stück”, der “Seele” im “Himmel” bleibt und ein Teil inkarniert (ist aber
kein muss, man kann auch ganz im Himmel bleiben). Das kann man sich
vorstellen, wie Sonnenstrahlen. Die Strahlen der Sonne sind hier, aber die
Sonne selber ist Millionen von Kilometer weit weg. So trifft man immer im
“Himmel” seine Seelenfamilie, egal ob einzelne Mitglieder davon gerade
schon wieder inkarniert sind oder nicht. Schöne Vorstellung.

Ist das Leben hier nur so etwas wie ein Theaterstück und man spielt eine
Rolle und schlüpft dann in die Nächste, aber all diese Rollen haben nichts
mit dem eigentlichen Ich, der eigentlichen Seele zu tun? Aber zu was? Was
ist der Sinn des Ganzen? Erfahrungen sammeln? Weise werden? Möglichst alle
Facetten des Lebens kennen lernen?

Es kann doch nicht sein, dass man einfach tot ist  und dann fressen einen
die Würmer… es muss doch etwas “danach” geben. Man hört doch immer mal
von Menschen die schon tot waren und durch Wiederbelebung ins Leben
zurückgeholt wurden. Die sagen dann doch immer, dass sie lieber hätten
dort bleiben wollen und nicht wieder auf Erden wandeln wollten. Also muss
es dort wo sie waren  wohl schön sein.

Ich glaube weder an die Androhung des ewigen Höllenfeuers, noch an die
Hölle selbst. Ich denke, die “Hölle” ist ein Zustand, den jeder Mensch
selber erzeugt mit seinen Gedanken, aber ebenfalls selber wieder verlassen
kann. Hölle ist ein Gemütszustand in uns, schon hier auf Erden. Ebenso wie
Himmel. Es ist immer das, woran ich glaube, oder? Demnach müssen die
streng Gläubigen für ihre “Sünden” leiden. Das was für die einen
“Sünde” ist, ist für die anderen absolut normal. Dies ist geprägt von der
Gesellschaft und der Kultur in der man aufwächst.

Ein schlauer Mensch sagte einmal: ich hatte 10 Zenmeister – alle waren
Katzen.

Wer schon einmal eine Katze beim Dösen oder im REM Schlaf beobachtet hat,
der ahnt, dass sie sehr spirituelle Wesen sind und vermutlich zwischen den
Welten wechseln können, auch wenn sie noch hier leben. Sie befinden sich
die meiste Zeit ihres Lebens im Alphazustand und nicht im
Betabewußtseinszustand, wie wir Menschen. Manchmal sind sie auch in einer
Art hynotischen Trance. Vielleicht ist es wie in dem Film Constantine
“Katzen leben immer in beiden Welten”.

Die Kelten und Germanen nannten das Jenseits “Anderswelt”.

Es gibt Zeiten in meinem Leben, wenn da ein Elf oder was auch immer angekommen wäre
und gesagt hätte: “hey, da drüben ist ne Pforte in die Anderswelt, gehst Du mit?”
dann wüsste ich nicht, was ich getan hätte.
Nicht das ich so unglücklich war oder Selbstmord gefährdet.
ich war einfach nur müde hier zu sein und sah keinen Sinn darin.
Ich denke, solche Phasen hatte fast jeder schon einmal.
Aber es gibt hier noch viel für mich und deshalb muss ich durchhalten…

Blöde Sau

Vor einiger Zeit musste ich um 4:45 aufstehen, weil ich zu einem Seminar in München angemeldet war. Meine “normale” Aufstehzeit um 5:45 ist schon mehr als grenzwertig und ich werde mich niemals daran gewöhnen. Es ist komplett gegen meine innere Uhr. I will never be an early bird, denn der frühe Vogel kann mich mal!

Entsprechend morgenmufflig gereizt fuhr ich zum Bahnhof. Als der Zug ankam, wollte ich die Tür aufmachen um ein zu steigen, bekam sie aber nicht auf. Ich sah, wie ein Mann ca. 10 Meter weiter ebenfalls mit seiner Tür kämpfte. Ich wollte gerade den Herrn hinter mir bitten, mir zu helfen, als eine Frau undefinierbaren Alters angestürmt kam, die Tür aufriss und mich anblöckte “da muss man schon anders hinlangen!”. Wie schon erwähnt war es früh am Morgen. Viel zu früh für meine Sozialsperre im Gehirn, die verhindert, dass ich Gedanken laut ausspreche…. und so dachte ich nicht  nur “blöde Sau”, sondern sprach es zu meiner eigenen Überraschung laut aus.

Sie schrie mich an “was haben Sie da gerade gesagt???”, “das ist ja allerhand!”, aber ich ignorierte sie, lief weiter und suchte mir ein Abteil. Ich hatte es mir gerade bequem gemacht, als ich sah, wie die Frau auf mich zugestürmt kam, sich vor mir, mit den Händen in die Hüften gestemmt, aufbaute und mich anschrie “was haben Sie da gerade zu mir gesagt?” “sagen Sie mir sofort, was Sie da gerade gesagt haben!” und ich antwortete “lassen Sie es gut sein! Es ist früh am morgen und damit basta!”. Sie lamentierte dann weiter mit Worten, die sich ungefähr anhörten wie “also so etwas Unverschämtes”, “so etwas ist mir ja noch nie untergekommen”, “das ist wirklich unerhört”. Sie hörte erst auf, als sich ein älterer Mann zu mir ins Abteil setzte und trollte sich endlich. Der Herr hatte die Szene beobachtet und schmunzelte nur und meinte “manchen kann`s morgens nicht schnell genug gehen, gell” und wir grinsten beide.

So hatte der Tag schon gut angefangen. Ich glaube ich habe selten in meinem Leben jemand wirklich direkt beleidigt und ich weiß selbst nicht, was in mich gefahren war, aber manchmal muss das einfach raus.

Vielleicht auch, weil mir die Tuss sogleich so unsympathisch war. Sie glich 2 Personen, die ich nicht leiden kann. Also quasi, wie ein Wolperdinger aus diesen beiden Personen. Die eine Person ist Frau O, die Kassiererin in dem Laden, in dem ich manchmal einkaufe. Stutenbissiges Wesen (als Frau würde ich das nicht bezeichnen) und meine ehemalige Nageltante. Fatale Kombination. Dafür konnte die gute Frau natürlich nichts, aber für ihren unflätigen Umgangston schon. Ok, sehr freundlich war ich nun wirklich nicht, aber ich denke, sie hatte es verdient! War halt einfach ne dumme Sau!

Abnormal

Manchmal überkommt mich das untrügliche Gefühl, anders zu sein, als die Anderen. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an.
 
Es ist Winter und hat – 5C°. Viele meiner Kolleginnen tragen nichts desto trotz Pumps oder Ballerinas mit dünnen Feinstrümpfen. Ich trage warm gefütterte Winterstiefel, habe die Heizung auf 4 gedreht und friere noch immer, obwohl ich in den Stiefeln natürlich noch dicke Socken trage. Trotzdem sind meine Zehen eiskalt.
 
Im Sommer kann ich ohne Probleme bei + 30C° im Schatten in eine Decke gewickelt am See sitzen und mich fröstelt es noch immer leicht, während alle anderen um mich herum in ihrem eigenen Sud braten.
 
Letztes Jahr war ich einige Tage in London. Eine großartige Stadt! Mir fiel auf, dass die Engländerinnen keine Jahreszeiten zu kennen scheinen. Man erkannte die Festlandtouris sofort an den Winterjacken und Stiefeln. Die Engländerinnen trugen teilweise Hotpants und Sandalen. Es war Ende Januar. Natürlich ist das Inselklima milder, aber so mild nun auch wieder nicht. Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen der leichten Bekleidung und den Hinweisen in allen WC`s, bei Anzeichen einer Blasenentzündung einen Arzt auf zu suchen? Ich denke schon. So einen Hinweis habe ich in Deutschland zumindest noch nie irgendwo gesehen, in London jedoch an jeder Ecke.
 
Vor 2 Jahren war ich ein paar Wochen in den Staaten. Auch hier bin ich wieder absolut unnormal. Es war interessant, einen Teil des Landes mal zu sehen und auch New York war einen Besuch wert, aber nochmal möchte ich glaub nicht wieder hin. Wenn ich eine Reise in eine Metropole gewinnen würde und wählen könnte zwischen New York und London, würde ich auf jeden Fall London wählen.
 
Ich glaube, wenn mich in New York auch nur noch ein einziger Mensch mit „hey guys how are you“ angesprochen hätte, hätte ich womöglich meine gute Kinderstube vergessen und ihm ein gepflegtes „fuck you“ entgegnet.
 
Nein, New York war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nicht so, wie ich es aus Gossip Girl und SatC kannte… dort liegen keine Drogenabhängigen vor den U-Bahneingängen. Dort sieht man keine Kriegsveteranen mit fehlenden Gliedmaßen auf der 5th Avenue betteln und es wird keiner angeschrien, wenn man den Bettlern was gibt (ist mir tatsächlich passiert!). Es war in der Realität nicht annähernd so cool und glamourös, wie es einem die Filme immer weiß machen wollen.
 
Die Vororte von London waren auch total herunter gekommen und mit Sicherheit soziale Brennpunkte. Trotzdem versprüht die Stadt mehr den Charme einer kultivierten Weltstadt. Ich habe noch nie so viele gestylte, individuelle Menschen gesehen, wie in der Tube. Ich liebte es, einfach nur da zu sitzen und die Leute zu beobachten. In New York sahen die Leute auch nicht anders aus, wie in der kleinen deutschen Provinzstadt, in der ich wohne. Eher weniger trendy und weniger gestylt… weniger individuell…
 
Auch essenstechnisch tat ich mich in London als Veganerin leichter, dem Rinderwahn sei gedankt. Es gab überall etwas für mich zu essen und noch dazu in sehr großer Auswahl. Wenn ich noch länger in den Staaten geblieben wäre, hätte ich vermutlich bald an Skorbut gelitten. In New York gab es zwar viele Delis und auch koschere Läden mit Hummus und Falafeln, aber alles doch sehr hochpreisig, trotz des damals sehr günstigen Umrechnungskurses. Ich fand die USA nicht so toll. Immer wenn ich das jemand sage, werde ich schräg angeschaut. Jeder findet doch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten toll. Ich fand es oberflächlich, voll der Verschwendung, zu viel Müll produzierend und nicht sehr gastfreundlich.
 
Vielleicht schaue ich mir irgendwann mal noch Florida an, Las Vegas, oder Kalifornien. Aber in naher Zukunft zieht es mich nicht mehr dort hin. Es muss erst etwas Zeit zum Vergessen ins Land ziehen. Vergessen der 1000 Kontrollen am Flughafen, oder wann immer man etwas besichtigen will. Den Nacktscanner am Flughafen, die unverständlichen Verkäufer, die einen an den eigenen Englischkenntnissen zweifeln lassen und zu guter letzt die Supermärkte, in denen es nur Tiefkühlfertigfraß gibt und wo Obst und Gemüse Fremdwörter sind. Am Flughafen Gatwick wurde ich höflich gefragt, ob man meine Weleda Augentropfen denn bitte untersuchen dürfte. Welch ein angenehmer Unterschied.

Ich mag auch keine Musicals. Mich nervt es, wenn die immer singen. Ist ja wie bei Disney. Nein, ganz und gar nicht mein Ding. Ich mag auch kein Theater und auch keine akrobatischen Vorführungen à la Circ de Soleil. Langweilig. Ich kann nichts dafür, es reist mich einfach nicht vom Hocker. Ich hoffe, dass nie jemand auf die Idee kommt mir Eintrittskarten für sowas zu schenken. Es wäre eine Qual für mich.
 
Vielleicht bin ich keine normale Frau. Ich mag auch keine Blumensträuße. Diese Dinger haben für mich was morbides an sich und ich finde sie gruselig. Ich hasse Clowns oder sonstige Slapstick Vorführungen. Ich mochte schon als Kind Dick & Doof nicht.
 
Die meisten Museen finde ich ebenfalls langweilig. Es sei denn, es handelt sich um Ausstellungen von mindestens 2000 Jahre altem Bauschutt. Alles was neuer ist, ist uninteressant.
 
Allerdings mag ich auch keine Rockkonzerte oder Festivals. Nicht ohne Grund nennen mich meine Freunde oft Adriana Monk. Ich habe einen klitzekleinen Waschzwang und muss immer ein sauberes WC in der Nähe haben. Ich mochte auch schon als Teenager keine Camping Ausflüge oder Open Air Veranstaltungen mit Dixieklos. Ich war schon immer etwas Etepetete. Heute ist mir ein gewisser Komfort wichtiger den je. Eine Flasche Sterilium habe ich immer in der Handtasche, für den Fall, dass mir Leute die Hand schütteln, die ich nicht leiden kann und kein Waschbecken ist in der Nähe. Oder Leute, von denen ich weiss, dass sie es mit der Körperhygiene nicht so genau nehmen.  Aber egal, ob Unsymphaten oder kleine Dreckschweinchen, die eigentlich ganz nett sind, der Ekelfaktor bleibt gleich und ich muss meine Hände immer mit Desinfektionsgel reinigen. Das ist auch der Grund, weshalb meine Hände immer sehr trocken sind. Ich weiß, dass es eine neurotische Störung ist, aber ich kann nichts dagegen tun und vermutlich wäre auch ein Psychologe jahrelang damit beschäftigt, meine Marotten aus zu merzen.
 
Faschingsumzüge sind auch ganz weit oben auf meiner No Go Liste. Jedes Jahr der gleiche Affenzirkus und Tausende rennen hin, stehen sich die Füße in der Kälte platt und werden dann auch noch mit halbvergammelten Fischen beworfen und mit grenzdebilen Liedern beschallt wie „Frau Maier, Frau Maier hat gelbe Unterhosen an, mit roten Mascherln dran“.
 
Mein Gatte zog mich vor kurzem etwas auf und meinte, ich würde doch so gerne Frauenfilme schauen. Es war natürlich ein Scherz. Er weiß sehr wohl, dass ich die Krätze bekomme bei Rosamunde Pilcher oder Nikolas Sparks. Was ich mag und was vielleicht noch als Frauenfilme durchgehen könnte, sind Filme wie „10 Dinge, die ich an Dir hasse“, „ wie werde ich ihn los in 10 Tagen“, „und dann kam Polly“ oder „30 über Nacht“. Ansonsten stehe ich eher auf Paul, Underworld, Blade Trinity, Man in Black 1 und 3, die Glücksritter, das Leben des Brian , die Besucher und Zurück in die Zukunft 1 und 3.
 
Höchstwahrscheinlich bin ich echt abnormal, aber eigentlich lässt es sich damit ganz gut leben.
 
 

trübe Gedanken

Ich bin in meinem Leben schon mehrfach an der falschen Kreuzung abgebogen. Manchmal konnte ich den Weg wieder korrigieren, manchmal endete ich in einer Sackgasse und saß fest, so dass nur noch eine absolute Kehrtwende half.

Früher hatte ich oft falsche Freunde, schlechte Ratgeber auf die ich zu viel hörte, einen komplizierten, anstrengenden und oft sehr nervigen Partner. Heute habe ich einen lieben Partner, die richtigen Freunde. Soweit ist alles gut. Mein Privatleben stimmt. Viele meiner Freunde beneiden mich um mein Leben und sagen, “Du hast doch sonst alles”. Trotzdem stimmt ein Teil ganz und gar nicht.

Manchmal fühle ich mich, als ob mich das Mutterschiff hier zu Erkundungszwecken abgesetzt und mich dann vergessen hätte. Sie holen mich nicht mehr ab.

Ist es die Suche nach dem Sinn und Zweck, oder einfach nur die Erkenntnis, dass dieses Leben nicht so ist, wie es sein sollte. Etwas stimmt nicht. Ich bin wieder falsch abgebogen, aber ich weiß nicht, in welche Richtung ich gehen muss. Ich habe mich total verfranzt und finde im Moment keinen Ausweg.

Bin mit  mir selbst nicht im Reinen, als ob ich einen Zerrspiegel hätte, der mir Trugbilder vorgaukelt, die nicht die Realität sind.

Ich mache schon wieder etwas, von dem ich ganz sicher weiss, dass es mich nie und nimmer glücklich machen wird, aber ich weiss nicht, wie ich es ändern kann.

Ich bin einfach nur „so tired“, wie schon der gute alte Ozzy sang… manchmal würde ich mich gerne einfach in ein Loch verkriechen und nimmer heraus kommen… aber ich muss heraus kommen und nach Vorne schauen und hoffen.  Und doch fühle ich mich oft so alleine. Feeling lonely in your company heißt es in einem aktuellen Song und so ist es auch bei mir manchmal. Gerade in Gesellschaft fühle ich manchmal am Einsamsten. Stimmt mit mir irgendwas nicht? Bin ich schon so fortgeschritten depressiv, dass ich das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen kann?  Schon nach so kurzer Zeit bin ich so depprimiert.

Ich weiß nur, dass ich mit diesem Teil meines Lebens absolut nicht glücklich bin und an ganz dunklen Tagen kann ich Kurt Cobain echt gut verstehen.

Was mich so umtreibt

Oftmals beten Menschen zu einem Gott und begehen in dessen Namen Taten, die damit gerechtfertigt werden, dass eben dieser Gott dies so gewünscht hätte.

Egal von welcher “Weltreligion” wir auch sprechen mögen. Alle diese Religionen sind patriarchalisch geprägt und unterdrücken Frauen. Egal in welcher Art. Keine dieser Religionen ehrt das Weibliche.

Ganz anders waren da frühe Kulturen, die entweder matriarchalisch geprägt waren, oder aber – was natürlich besser ist – eine Weltanschauung vertraten, in der beide Geschlechter gleich gut angesehen waren und geehrt wurden.

Nur langsam besinnt man sich wieder darauf zurück und die alten Naturreligionen leben wieder auf.

Ich wurde von klein auf von der christlichen Lehre indoktriniert und früher glaubte ich auch an das Eingetrichterte. Doch mit zunehmendem Alter kamen Zweifel in mir auf und ich stellte Fragen, die mir keiner beantworten konnte. Warum hat dieser Gott des alten Testaments Sodom und Gomorra vernichtet? Nur weil die Leute gerne feierten? Was ist so schlimm daran? Warum wurde Isaak gerettet, bevor Abraham ihn geopfert hat, aber die Frauen in den Geschichten nicht? Die wurden geschändet, gequält und getötet, das war schlicht weg egal. Die Bibel wimmelt von schier unglaublichen Horrorstories und wer einmal „der Gotteswahn“ von Richard Dawkins gelesen hat, wird fassungslos feststellen, dass die von ihm erwähnten Passagen tatsächlich so in der Bibel stehen.

Welcher Gott erwartet von den Menschen, dass sie keinen Alkohol trinken dürfen, dass sie zu bestimmten Zeiten nur nachts essen und trinken dürfen, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben dürfen und in der Ehe nur zum Zwecke der Vermehrung, aber niemals zum Spaß. Welcher Gott möchte, dass für seine Schützlinge an bestimmten Tagen bestimmte Dinge verboten sind und dass sie in die Hölle kommen, wenn sie es trotzdem tun?

Jeglicher Spaß ist auf Erden verboten, dafür winkt das Himmelreich im Jenseits. Wer im Diesseits gut lebt, der muss mit ewiger Verdammnis rechnen.

Natürlich heißt „gut leben“ nicht, dass man auf Kosten anderer lebt. Eine humanistische Lebensweise ist unabhängig von einer Religion, sondern eine Charakterfrage.

Ich glaube nicht, dass einen danach simpel die Würmer fressen, aber ich glaube sicher auch nicht an einen Gott, der einen bestraft, wenn man bestimmte Regeln nicht einhält. Oder seinen Sohn schickt, der solchen Perfektionismus vorlebt, dass alleine der Gedanke an eine Sünde schon eine Sünde ist. Menschen sind nun mal fehlbar und nicht perfekt. Kein Sterblicher kann solch hohe Ideale verwirklichen. Jeder, der es versucht, ist von vorneherein zum Scheitern verdammt, womit wir wieder im Fegefeuer landen.

Der Buddhismus ist an sich eine recht friedfertige Religion und es werden keine Kriege im Namen Buddhas geführt. Doch auch hier gibt es viele Regeln und Vorschriften, die  wie im Christentum fast Übermenschliches verlangen. Muss man wirklich erleuchtet oder erlöst werden? Wie viele Reinkarnationen muss man durchleben, bis man sich im Nirvana, also im Nichts auflöst? Will man sich wirklich für alle Zeiten in Nichts auflösen?

Ist Gott wirklich ein Wesen, das den Genozid  Andersdenkender fordert?

Wer kann wirklich beweisen, dass seine Religion die einzig Wahre ist? Können die Kreationisten schwarz auf weiß belegen, dass ihr Gott die Erde genauso erschuf, wie es Wort für Wort  in der Genesis steht und damit Darwins Theorien eindeutig widerlegen? Wohl kaum.

Natürlich kann auch ich nicht beweisen, dass meine Göttin ein rosa Einhorn ist, dass sich nach Belieben unsichtbar machen kann, aber es kann auch keiner beweisen, dass es nicht so ist.

Der Streit wer recht hat, wird wahrscheinlich fort bestehen, solange es Menschen gibt. Ich habe mich jedoch Richard Dawkins angeschlossen, in dem er sagte „früher glaubte man an Wotan, Zeuss, Osiris, Isis, Poseidon, Odin, Apolo etc und ich bin Euch eben einfach nur einen weiteren Gott voraus, an den nicht mehr geglaubt wird“.

Es lebe das gutmütige, anmutige Rosa Einhorn, das nichts weiter verlangt, als das man tut was immer man will, solange man dabei niemand schadet – keinem Lebewesen! Für jeden wird das Wirklichkeit, woran er glaubt. Somit werde ich  mich einmal in einem Himmel voller Einhörner und Katzen wiederfinden, wo alles harmonisch und friedlich ist und jeder das tun kann un das glauben kann was ihm gefällt, ohne dafür geächtet, diskriminiert oder verfolgt zu werden, nur weil er „anders“ denkt.