Die Krankheit, es allen “recht” machen zu wollen

Ab und an leide ich unter der Krankheit, es allen recht machen zu wollen. Es ist wie eine Grippewelle. Von Zeit zu Zeit fange ich mir diesen Virus ein. Dann bin ich harmoniesüchtig hoch 10 und hinterfrage alles, was jemand gesagt hat und beziehe es auf mich. Mein Gehirn wird dann zur regelrechten Grübelfalle. Beherrscht von destruktiven unnützen Gedanken. Ich bin in diesen Phasen nicht ich selbst und bin mir meiner selbst nicht bewußt – mir fehlt im wahrsten Sinne des Wortes das Selbstbewusstsein. Mein eigenes Wohlergehen steht dann weit hinter dem Anderer. Das ist nicht gut. Man kann nur für andere da sein wenn man für sich genug Kraft hat. Deshalb kuriert man die Krankheit besser aus und stellt sich selbst an die erste Stelle. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit gelebter Selbstliebe. Daraus ergibt sich alles Andere von selbst. Wenn man die Krankheit chronisch werden lässt und immer versucht, die Erwartungen anderer zu erfüllen und sich selbst hinten anstellt, dann wird man irgendwann auch den Respekt vor sich selbst verlieren. Ein wirksames Gegenmittel ist sich selbst zu mögen und zu akzeptieren. Mit all den scheinbaren Fehlern und Schwächen. Meistens ist es das, was Andere in uns als etwas Besonderes ansehen, nur wir selbst erkennen es nicht.

Genau so, wie Du bist

Neulich schaute ich mal wieder Bridget Jones Teil 1 an. Ich mag die Szene, wenn Marc Darcy Bridget sagt, dass er sie genau so mag, wie sie ist. Diesen Satz sollte jeder Mensch und speziell jede Frau sich selbst auch immer wieder sagen: “Ich mag mich, genau so, wie ich bin”. Speziell in Zeiten der Selbstzweifel oder Phasen der Unsicherheit oder gar Zuständen, wo man es “Allen recht machen will”. Eigenliebe und gesunder Egoismus sind uns Frauen nicht gerade in die Wiege gelegt worden. Schon früh definieren sich die meisten von uns über ihr Aussehen. Harmoniesüchtig und auf Nettigkeit gepolt verliert man sich und seine Ziele schnell und gibt sie für die scheinbaren Erwartungen anderer auf.

Alle meine Freundinnen sind wundervolle, schöne Frauen. Doch immer wieder haben wir alle Zweifel und fühlen uns fett, hässlich, alt. Wenn ich meine Freundinnen mit Filmstars vergleiche, dann sieht eine aus, wie eine jüngere Variante von Michelle Pfeiffer, die andere wie eine jüngere, schlankere Renee Zellweger, die dritte schaut aus wie ein Supermodel etc. Jede für sich ist wunderschön. Egal ob das eine oder andere Kilo zu viel auf den Rippen oder hier oder dort eine Lachfalte entstanden ist.

Manchmal hilft auch ein anderer Blickwinkel. Wenn man nur einen Ausschnitt sieht, anstatt das Gesamtbild, wirkt man dünner.

Das bin ich mit sehr breiten Schultern und in der Bauchmitte etwas undefiniert. Man nennt das neudeutsch Skinny Fat:

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und das ist nur ein Ausschnitt desselben Bildes:

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und schon sind alle Problemzonen beseitigt.