Das Material muss entsorgt werden

Gestern sah ich einen Bericht über eine Blutegel-Therapie. Der Mann bekam den Egel angesetzt, dieser saugte sich voll und fiel dann nach einiger Zeit von selbst vom Arm des Mannes ab.

Der Mann fragte, was nun mit dem Egel geschehe und die behandelnde Ärztin antwortete “Das Material muss aus hygienischen Gründen entsorgt werden”.

Diese Aussage hat mich wirklich schockiert. Es ist kein “Material”, sondern ein Lebewesen. Wenn es seinen Dienst getan hat, wird es zur “Belohnung” getötet. Wie sieht denn die “Entsorgung des Materials” aus? Werden die Tierchen einfach in die Abfalltonne geschmissen und landen dann irgendwann in der Müllverbrennungsanlage? Werden sie vorher erschlagen? Kommen sie in einen Schredder, so wie die männlichen Küken?

Jetzt könnten manche Stimmen laut werden und sagen: “Ist doch nur ein Egel” aber ich finde es ist egal, ob es ein Egel ist, oder ein Schaf oder ein Hund. Alle haben das Recht zu leben und der Mensch hat nicht das Recht, ihnen ihr Leben vorzeitig zu nehmen. Ganz gleich, ob es sich um niedliche und hübsche Lebewesen handelt, oder um nicht so Ansehnliche. Die “Intelligenz” des jeweiligen Lebewesens darf auch kein Kriterium sein, denn wenn man diesen Maßstab anlegen würde, dürfte die Hälfte der Menschheit nicht leben, weil sie entweder “hässlich” oder “dumm” ist. Dennoch haben auch die Dümmsten unter den Homo Sapiens ihre Daseinsberechtigung. Manchmal bekleiden sie auch hohe Posten und sind gar die Präsidenten ihrer Länder.

Wo wäre das Problem, die Egel in eine Art “Reservat” zu geben? Ach ja, das wäre ja viel zu teuer und “lohne” sich nicht. Das “Material” entsorgen ist günstiger und einfacher….

Was ich 2019 alles nicht geschafft habe

  • Die Fenster wurden auch 2019 nicht geputzt. Inzwischen haben wir fast Milchglasscheiben. Ein schöner Weichzeichnereffekt
  • Ich habe keinen Job gefunden, der mich glücklich macht. Das Gute daran: Es kommt also erst noch.
  • Ich habe – abgesehen von der Woche MagenDarmGrippe – kein Gewicht verloren. Vielleicht brauche ich gerade einfach ein paar Kilo mehr, damit ich das Leben besser ertrage. Mit weniger Gewicht wäre ich vielleicht zu schwach für den ganzen Irrsinn.
  • Ich bin noch immer nicht erleuchtet worden. Vielleicht werde ich das nie oder zumindest nicht in diesem Leben. Vielleicht werde ich auch nicht erleuchtet, weil es das gar nicht gibt, weil immer Licht und Schatten sind und das völlig normal ist.
  • Ich bin noch immer viel zu schnippisch, sarkastisch und ironisch. Aber vielleicht ist es das, was mich ausmacht.

Vielleicht werde ich auch 2020 nichts davon erreichen und vielleicht muss ich das auch gar nicht. Weil ich ok bin wie ich bin – mit meinen dreckigen Fenstern, meinen Fehlern und Schwächen, meinen Kilos zuviel und meinem losen Mundwerk.

Start ins neue Jahr

Das Jahr 2019 begann damit, dass ich morgens um halb 4 eine Gruppe Menschen vor unserem Haus mit “Ihr blöden Arschlöcher” angeschrien habe. Der Grund für meine verbale Entgleisung war ihr Geböllere und die darauf folgende Panik meines ältesten Katers.

Ich habe keine Ahnung, wer diese Leute waren. Ich erkannte nur schemenhafte Gestalten. Vielleicht die Nachbarn, vielleicht welche, die weiter weg wohnen, keine Ahnung. Fakt war jedoch, dass sie sich auch wirklich arschlochmässig verhalten hatten. Um halb 4 muss niemand mehr herum böllern. Das ist um Mitternacht schon schlimm genug.

Ich hoffe, ich kann das neue Jahr heute  Nacht ohne wüste Beschimpfungen meiner Mitmenschen starten. Wenn es aber sein muss, dann werde ich es wieder genau so handhaben.

Bye Bye 2019

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Noch 2,5 Tage, dann ist 2019 Geschichte. 2019 war kein herausragendes Jahr, aber zum Glück auch kein komplettes “Arschlochjahr” wie die Jahre 2018, 2015, 2014, 2010.

Arschlochjahre sind für mich Jahre, die den Tod gebracht haben. 2010 starb mein Katerchen nach 15 gemeinsammen Jahren, (und noch etwas starb, was ich hier aber nicht näher preisgeben möchte). 2014 starb mein geliebter Papa, 2015 meine beste Freundin und 2018 meine geliebte Katze nach 17 gemeinsamen Jahren. Diese Jahre waren von Angst, Furcht, Panik und letztendlich Trauer geprägt.

Solch ein Jahr war 2019 zum Glück nicht. 2019 war das Jahr der Zahnschmerzen. Am 7. Januar hatte ich eine Zahnoperation, die gründlich daneben ging. Nach einem Zahnarztwechsel und etlichen Besuchen dort haben der Zahn und ich so eine Art Waffenstillstand vereinbart. Er zickt nur noch ab und zu herum. Jeder rät mir, ihn “töten” zu lassen, aber ich habe ihn noch nicht aufgegeben. Ich habe noch immer die Hoffnung, dass er zu retten ist.

2019 war also das Jahr der Zahnschmerzen und das Jahr der Alpträume. Seit der Wintersonnwende haben die Alpträume endlich aufgehört.

Man könnte sagen, meine Bemühungen, endlich aus einer Lebenssituation heraus zu kommen, die nicht zu mir passt, sind – mal wieder – gescheitert. Oberflächlich betrachtet hat sich nichts geändert. Und dennoch ist es diesmal anders. Ja, ich hänge dort noch immer fest und ja, ich habe keine Ahnung und keinen Plan, wie sich das je ändern könnte, weil ich es jetzt schon so lange probiert habe und immer wieder gescheitert bin… aber ich bin gelassen. Habe keine Panik vor nächster Woche, so wie sonst immer. Ich zähle nicht die Stunden bis ich dieser Situation wieder ausgeliefert bin.

Es ist so etwas wie ein Urvertrauen in mir entstanden. Keine Ahnung wie, aber ich weiss, dass sich etwas ändern wird. Es hat sich jetzt schon etwas in mir geändert. Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir das selbst nicht mehr antun darf. Dass ich mein Licht nicht länger unter den Scheffel stellen darf. Dont you dare to dim your light - dont you dare! So werde ich es schaffen, mir die Umstände meines Lebens zu kreieren, die mich endlich glücklich machen. Ich weiss ich kann das. Nur ich selbst kann mich aus dieser Lage befreien und wenn ich das nicht sofort schaffe, dann bin ich wenigstens gewiss, dass auch dies vorüber gehen wird. Es ist niemals für immer. Irgendwann wird es Geschichte sein, so wie das zurückliegende Jahr.

Alle Jahre wieder

Normale Menschen feiern Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage mit der Verwandtschaft.

Das haben wir teilweise auch gemacht, aber überwiegend habe ich die Zeit mit Jenna Rink, Louis Winthorpe III, Billy Ray Valentine, George Bailey und Libuše Šafránková verbracht.

Es gibt schlechtere Gesellschaft als sie mit “30 über Nacht”, den “Glücksrittern,””Ist das Leben nicht schön” und “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” zu verbringen.