Tell me why I don`t like remakes

Es gibt wirklich ganz wenige gute Remakes von Filmen, nur fällt mir gerade kein gelungenes Beispiel ein. Dagegen sehr viele nicht so gelungene…

The Craft, der Hexenclub aus dem Jahr 1996 wurde neu verfilmt und was soll ich sagen, die Neuverfilmung kommt für mich niemals auch nur annähernd an das Original ran und der gute alte Fox Mulder, bzw. Hank Moody als böser Hexenmeister? Echt jetzt?!

Vor zwei Jahren oder so sah ich das Remake von Overboard – einer meiner Lieblingsklassiker – die Akteure kamen niemals an Goldie Hawn und Kurt Russel ran, never ever.

Ich habe gelesen, dass irgendjemand in Skandinavien “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” neu verfilmen will. Das geht gar nicht. Dieser Film ist so unendlich zauberhaft. Die Schauspieler, die Musik, die Dialoge. Das kann man nicht reproduzieren. Es ist wie bei Overboard und auch bei der Hexenclub. Das was das Original ausgemacht hat, geht verloren. Es ist wie ein Gemälde, das gegen einen Kunstdruck ersetzt wird, der noch dazu auf einem schlechten Kopier gedruckt wurde. Der Schatten dessen, was es einmal war ist noch zu erkennen, aber es ist eben nicht mehr das Ursprungsgemälde.

Ich hoffe inständig, dass niemals jemand auf die Idee kommt, meine anderen Lieblingsfilme neu auflegen zu wollen. Womöglich gäbe es dann “Das Leben des Brian” als Musical, oder bei die Glücksritter ist Winthorpe auf einmal eine Louise und die Prostituierte ein Stricher, oder “30 über Nacht” ist mit einem Jungen in der Hauptrolle. Nicht auszudenken, auf was für irre Ideen Regisseure kommen, wenn ihnen nichts mehr Neues einfällt. “Zurück in die Zukunft” mit Billie Eilish, oder gar die Men in Black mit den Kardashians?  Eine wahrhaft gruselige Vorstellung.

Aber was solls, die echten, wahren Originale sind ja noch da und ich kann sie immer wieder anschauen. Die Verschlimmbesserungen sehe ich einmal an und bestimmt kein zweites Mal. Ich hoffe dennoch, dass die Filmemacher zukünftig die Finger von meinen Lieblingen lassen.

Das Leben des Brian, Overboard, die Glücksritter, Zurück in die Zukunft, Men in Black (ausser den neuen Teil ohne Will Smith), Mars Attacks, Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, Der Hofnarr, die Bücherdiebin, The Dressmaker,   10 Dinge, die ich an Dir hasse, wie werde ich ihn los in 10 Tagen, und dann kam Polly, der Sternwanderer, Freaky Friday, Paul, Passengers, 17 again, Party Animals, Blade Trinity, The Proposal, wie ausgewechselt, Bad Teacher, Very bad things, die Schadenfreundinnen, Love Vegas, Bride Wars, Bill und Ted`s verrückte Reise durch die Zeit (nur Teil 1), Ted (hier sogar Teil 2 besser als Teil 1), Mein Freund Harvey, Ist das Leben nicht schön, Bridget Jones Teil 1 und 2 (auf keinen Fall den 3. Teil, wo Renee Zellweger bis zur Unkenntlichkeit verändert wurde) und so viele mehr, die mir gerade nicht einfallen.

Mein Outing

Ich muss mich heute mal outen. Ich bin transtemporal. Ich wurde im falschen Jahrzehnt geboren.

Ich fühle es ganz deutlich. Die 70er und 80er Jahre waren so Scheiße. Erst ab den 90ern wurde zumindest die Musik passender für mich und so richtig besser wurde das Leben erst ab 2003.

Ich wurde also mindestens 20 Jahre zu früh geboren. Wenn ich Anfang der 90er Jahre geboren worden wäre, würde mein gefühltes und empfundenes Alter passen. Egal ob Musik, Style, Freunde. Nur wenige Freunde und Bekannte sind im selben biologischen Alter wie ich oder gar älter. Der überwiegende Teil mindestens 10 Jahre jünger. Mein Selbstbild ist das einer allerhöchstens Mitte 30Jährigen. Die Freunde und Bekannte, die auch Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre geboren wurden, sind ähnlich drauf wie ich. Sie haben zumindest transtemporale Tendenzen. Vermutlich nicht so ausgeprägt wie bei mir, aber dennoch vorhanden.

Eine Geistheilerin erzählte mir vor 6 Jahren einmal, dass sie bei mir sicher wäre, dass bei meiner jetzigen Inkarnation etwas schief gegangen wäre. Das würde erklären, warum ich mich als transtemporal empfinde.

Mir kam einmal der Gedanke, ob manche Menschen womöglich noch Erinnerungsfetzen an ihr vorheriges Leben haben, in dem sie ein anderes Geschlecht hatten als bei dieser Wiedergeburt. Vielleicht bin auch ich im falschen Körper geboren, aber dann wäre ich nicht transsexuell (ich fühle mich als weibliches Wesen ausgesprochen wohl und möchte auf keinen Fall ein männliches Wesen sein) sondern transspeziell. Ich wurde im Körper der falschen Spezies geboren. Auch das würde einen meiner allerersten Sätze erklären. Viele Zeugen können bestätigen, dass ich als Kleinkind jedem der es hören wollte oder auch nicht deutlich und bestimmt erklärte: “Ich bin eine Katze”. Als Katze müsste ich mich nicht transtemporal fühlen und hätte kein Problem mit dem altern. Katzen sehen immer toll aus, egal wie alt sie sind. Meine Katzentochter Onya wird im September 12 Jahre alt, aber sie schaut manchmal noch immer aus wie ein Kitten und sie ist nach wie vor genauso wunderschön wie sie immer war. Ja, ich glaube, das trifft es eher: ich wäre gerne eine Katze! Ich wäre eine herrliche Katze. Ich lebe seit der Pandemie eh schon so wie meine pelzigen Kinder. Katzen sind auch einfach toll.

Die Natur braucht den Regen

Viele jammern gerade, weil das Wetter ungewöhnlich unbeständig und für die Jahreszeit zu kühl ist. Der Winter war extrem lang und der Sommer hatte bisher nur kurze Gastspiele gegeben. Wisst Ihr was? Ich mag dieses Wetter. Heute hatte es 20 Grad mit Regen. Perfekt. Nicht zu heiß und nicht zu kühl. Wenn es ganzjährig zwischen 20 und 25 Grad hätte, wäre ich vielleicht geneigt, dieses Wetter gegen die Jahreszeiten zu tauschen – wenn ich allmächtig wäre – was ich zum Glück nicht bin. Aber nein, jede Jahreszeit hat ihren Zauber. Früher mochte ich den Sommer am liebsten und fürchtete den Winter. Das lag vielleicht daran, dass wir in meiner Kindheit, Jugend und junge Erwachsene keine Zentralheizung hatten, sondern das Haus mit alten Holzöfen beheizten. Das führte dazu, dass wir mit gusseisernen Bettflaschen schlafen mussten. Die wurden aber irgendwann in der Nacht auch kalt und man fror morgens trotzdem. Seit ich eine eigene Wohnung habe, die ich selbst in der Wärme regulieren kann, haben die kühleren Jahreszeiten ihren “Schrecken” verloren.

Als Fotografin favorisiere ich den Herbst mit seiner üppigen Farbenpracht und  seinem sanften Licht. Natürlich hat das satte Grün, das momentan die Landschaft beherrscht auch ihren Reiz und die Mohnblumen am Straßenrand sind herrlich, keine Frage, aber 30 Grad oder darüber muss ich nicht haben und deshalb genieße ich den warmen Regen. Die trockenen Böden sind ebenfalls dankbar. Ich liebe es, bei Nacht die Regentropfen prasseln zu hören. Wenn man die Augen schließt, hört es sich an wie Applaus.

Der Stall am Ende der Strasse

In einem Vorort der Stadt, in der ich wohne, steht ein sehr großer Kuhstall. Sommer wie Winter stehen die großen Stalltüren offen und man kann von der Straße aus die Kühe sehen. Sie stehen eng und immer angebunden auf ihren Plätzen und können sich kaum bewegen. Immer wenn ich sie sehe tut es mir so unendlich leid, dass ich sie nicht retten kann. Ich könnte, wenn ich ganz viel Geld hätte, einen Lebenshof eröffnen und sie freikaufen, doch dann würde sich der Bauer sofort wieder neue Kühe kaufen und wenn ich diese wieder freikaufen würde, hätte er den Stall auch bald wieder voll und so weiter und so fort. Es würde nie aufhören. Genau das ist das Dilemma. Es hört nicht auf.

Warum sehen nur die wenigsten Menschen das was ich sehe? Ich würde am allerliebsten jede dieser Kühe umarmen, ihnen sagen, dass alles gut wird, sie auf eine wundervolle Weide bringen, wo sie für den Rest ihres Lebens herumhüpfen dürfen und wo sie einen Stall haben, in dem sie sich frei bewegen können und ihn verlassen und betreten können wann immer sie möchten. Genau das wünsche ich mir für diese fühlenden, sanften Wesen. Nicht nur für die in diesem Stall, sondern für alle Tiere dieser Welt.

Horror Déjà-vu

Seit einiger Zeit habe ich immer öfter von mir so benannte Horror Déjà-vus. Es handelt sich dabei um Augenblicke, die sich anfühlen, als hätte ich sie schon mal erlebt, allerdings verbunden mit starker körperlicher Übelkeit bis kurz vor dem Erbrechen.

Es können total banale Ereignisse sein, wie das Anschauen einer Exceldatei. Ok, Exceldateien sind jetzt nicht so my favorite, aber soooo horrormässig sind sie nun auch wieder nicht. Das Gefühl hat auch noch eine Art “Nachhall”. Selbst wenn ich später nochmals an diesen Moment denke, überkommt mich wieder dieselbe Übelkeit.

Es geschieht ohne Muster und ohne Vorwarnung. Ich schaue etwas an, wie zum Beispiel besagte alltägliche Exceldatei und das Gefühl des “Das habe ich schon mal erlebt” in Kombination mit “ich könnte kotzen” ist sogleich da.  Meist sind es wirklich absolut alltägliche Situationen, manchmal aber auch Erinnerungsfetzen, die dasselbe Gefühl auslösen oder auch Lieder, die ich im Radio höre. Keine Ahnung was das ist und ich kenne auch niemand, der das sonst noch hat. Meine Google Recherche zu ähnlichen Vorkommnissen war ebenfalls ergebnislos.

Falls jemand sowas hat und das hier liest und vielleicht eine Erklärung oder noch besser Lösung dafür hat, gerne PN an mich. Es macht mir nämlich Angst.

Nicht perfekt und genau deshalb perfekt für uns

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Darf ich vorstellen: das ist unser Muffin. Meistens nennen wir ihn Puschelchen, weil er einfach so puschelig ist mit seinem Eichhörnchenschweif. Ich liebe es, wenn er mich begrüsst, wenn ich nach Hause komme und er mir mit seinen X-Beinchen entgegengetrippelt kommt. Er hat ein Schlitzöhrchen. So werden in Spanien, wo er herkommt, kastrierte Katzen in Streuner-Kolonien gekennzeichnet. Es tut seiner Schönheit keinen Abbruch. Er ist so drollig und niedlich. Er ist jetzt seit Mitte Februar bei uns, aber nicht mehr von uns weg zu denken. Er schläft gerne in meinen Kniekehlen. Das scheint der schönste Schlafplatz ever zu sein. Es ist mir ein Rätsel, warum Katzen gerade auf den knochigsten Körperteilen liegen. Es gibt durchaus Körperpartien an mir, die besser gepolstert sind, aber nein, Knöchel, Kniekehlen… unser verstorbener Gizmo lag ebenfalls gerne so und unsere verstorbene MissC lag sogar manchmal auf meinem Kopf und der ist nun wirklich nicht weich. Manchmal würde mich schon interessieren, was in diesen hübschen Köpfchen vor sich geht und was sich meine pelzigen Kinder so denken. Ich werde jedoch ganz sicher keine Tierkommunikatorin mehr dazu befragen, denn veräppeln kann ich mich selbst.

Der kleine Diktator

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Das ist unser Yoshi, der seit Ende Februar bei uns lebt. Wir bekamen ihn über den Tierschutz vermittelt. Er kam mit sehr struppigem Fell bei uns an und hat sich die letzten 2,5 Monate zu einem stattlichen kleinen Löwen entwickelt mit seidiger Mähne. Er wurde als “sanft und lieb” beschrieben. Das ist er definitiv, wenn er schläft hahahahahaaa. Er hat einen Hang zur Dominanz und er kann sehr rabiat sein. Wir schauen aus, wie in einen Dornbusch gefallen, so hat er unsere Hände zerkratzt. Ach aber wenn er einen einmal anschaut :-D. Der kleine Grobian muss erzogen werden. Er muss lernen, dass er hier nicht alles darf. Andere jagen, schlagen und kratzen und beißen geht gar nicht. Wir hoffen sehr, dass er bald lernt, sich zu benehmen, der kleine süsse Diktator.

13 Jahre

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Morgen sind es 13 Jahre, seit ich verheiratet bin. Ich habe heute mein Hochzeitskleid angezogen und es passt noch immer wie angegossen. Die Haare sind dunkler geworden, das Gesicht etwas faltiger, die Sehkraft schlechter. Es hat sich aber noch viel mehr verändert in 13 Jahren, nicht nur rein äußerlich.

Wir verloren unser ungeborenes Kind vor fast genau 11 Jahren im 5. Monat, unseren Spocky ebenfalls völlig unerwartet und plötzlich vor 11 Jahren, wir mussten meinen Papa vor 7 Jahren gehen lassen, meine Freundin Sonja starb vor 6 Jahren an Krebs, unsere MissC vor 3 Jahren,  wir bekamen Gizmo vor 6 Jahren und Merlin vor zwei Jahren und verloren beide vor 1 Jahr. So viele Verluste in den letzten 11 Jahren. Heute vor einem Jahr lag unser Gizmo im Sterben. Wir wussten es. Er hatte ein bösartiges Lymphom. Der Krebs war leider schneller als alle Behandlungsmöglichkeiten, die wir ausprobierten.

Auch Freunde kamen und gingen. Manche blieben und werden bleiben mit anderen hat man sich entfremdet. Das ist der Lauf des Lebens. Ein stetiges auf und ab. Wen ich die Hochzeitsbilder anschaue, dann sind von den Freunden von damals nur ganz wenige noch immer Teil unseres Lebens und wenn wir heute heiraten würden, würde ein Großteil der damaligen Gäste nicht mehr dazu gehören, dafür würden wir nun neue Freunde einladen. Daran ist nichts schlimmes und man mag die Menschen noch immer. Nur hat man im Laufe der Jahre festgestellt, dass man nicht so viel gemeinsam hat, ausser vielleicht dem gemeinsamen Hobby oder was auch immer einen damals verbunden hat.

Dieses Jahr haben wir Muffin und Yoshi adoptiert und wir hoffen, wir werden sie und auch Orpheus und Onya noch sehr lange um uns haben dürfen. Ein Jahr ohne Tod wäre mal wieder gut. Zuviel Tod ist schwer zu verkraften. Es wird auch nicht mit zunehmender Konfrontation “leichter”. Es bleibt immer gleich schmerzhaft und schwer, wenn man geliebte Wesen gehen lassen muss.

Dieses Jahr können wir unseren Hochzeitstag wieder mit mehr Leichtigkeit feiern, trotz Pandemie, trotz noch nicht ganz optimaler Vergesellschaftung von Onya und Yoshi (die Untertreibung des Jahres). Es schwebt kein Damoklesschwert über uns. Für diesmal. Es werden wieder schwerere Zeiten kommen, das ist leider unvermeidlich. In guten wie in schlechten Zeiten. Leben und Tod. Weinen und Lachen. Das alles gehört zum Leben. Wie unwichtig sind da so Oberflächlichkeiten, wie das ein Kleid nach 13 Jahren noch 1A passt und man nicht zugenommen hat.

Trägt man heute Clownsschuhe?

Ich habe im Schlussverkauf Schlupfstiefel gekauft. Schlupfstiefel sind – wie der Name schon sagt – Stiefel in die man reinschlüpft, also ohne Reißverschluss.

Wer meinen Blog schon länger ließt, weiß, dass ich kein Morgenmensch bin. Ü B E R Hauptnicht! Vor 9 bin ich einfach nicht gesellschaftsfähig.

Quasi im “Notstrommodus” machte ich mich für die Arbeit zurecht und zog zum Schluss die Schlupfstiefel an. Ich dachte noch “Die sind aber heute echt unbequem”doch so schnell wie der Gedanke kam, hatte ich ihn auch schon wieder vergessen.

Ich lief im Geschäft den Flur entlang und eine Kollegin sagte “na, hat man heute Clownsschuhe an?”. Ich dachte noch so “Spinnt die???”, schaute aber auf meine Füsse. Und dann sah ich es. Ich hatte die Schuhe falsch herum angezogen. Also den Linken rechts und vice versa. Die Schuhspitzen zeigten nach aussen anstatt nach innen und sahen wirklich aus wie Clownsschuhe.

Das Fazit daraus: ich sollte vor 9:00 Uhr einfach nicht auf die Menschheit losgelassen werden.

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