Was ist mein Wort des Jahres?

Eine meiner besten Freundinnen hat für jedes Jahr ein Jahreswort. Dieses Jahr ist es „Liebe“. Ich finde, das ist eine voll süsse Idee.

Was ist mein Wort des Jahres? Ich glaube es ist „Tierrecht“.

Das muss ich mir immer vor Augen halten, wenn es Tage gibt, wo ich mich frage „Warum tue ich mir das an?“

Wenn ich müde bin und mich frage, ob ich genug Kraft habe, bürokratische Hürden zu nehmen und mit ungerechtfertigter Kritik umzugehen, dann muss ich mich an die Nase fassen. Ich mache das, weil ich denjenigen eine Stimme geben will, die keine Lobby haben. All den „Nutztieren“ die weltweit täglich zu Milliarden gequält, ausgebeutet und getötet werden. Für sie mache ich es. Damit diese Grausamkeiten ein Ende finden. Durch Gesetze, die ihnen nicht nur Schutz bieten, sondern ihnen Persönlichkeitsrechte geben.

Dafür stelle ich mich auf öffentliche Plätze und überwinde meinen inneren Schweinehund und spreche fremde Menschen an. Deshalb lasse ich mir gerade ein „dickes Fell“ wachsen. Damit ich diese Kraft habe und gelassen über „Menscheleien“ hinwegsehen kann. Mit dem Ziel vor Augen, dass wir uns dafür einsetzen, diese Rechte und Gesetze auf demokratische Weise umzusetzen.

 

Tierrechte zu radikal?

Kürzlich sah ich einen Kinotip für den Film Suffragette. In diesem Film geht es um den Kampf der Frauen für ihr Wahlrecht und er basiert auf wahren Begebenheiten Anfang des 20. Jahrhunderts. Das ist gerade mal 100 Jahre her. In der Schweiz (!!!) bekamen Frauen erst 1971 das Recht zu wählen. In manchen Staaten haben Frauen bis heute kein Wahlrecht. Von gleichbezahlter Arbeit wollen wir erst gar nicht reden…

Und jetzt komme ich daher und will, dass Tiere „Nicht menschliche Personen mit Persönlichkeitsrechten“ werden, anlehnend an die Gesetze in Indien und Argentinien, wo Delfine und Affen bereits als Personen angesehen werden (https://www.sein.de/news/2013/07/indien-erkennt-delfine-als-nicht-menschliche-personen-an/ https://www.welt.de/kmpkt/article159312861/Schimpansin-Cecilia-ist-mehr-Mensch-als-Sache.html) durch  eine „Habeas-Corpus-Klage“, damit Artikel 104 des Grundgesetzes in Kraft tritt.

Viele sind der Meinung, dass Tiere nur dann Rechte bekommen sollten, wenn sie gewisse Intelligenzmerkmale aufweisen. Also Primaten, Delfine und Raben würde man diese Rechte zusprechen, aber „dümmeren Tieren“ nicht. Wenn man Persönlichkeitsrechte an Intelligenz knüpfen würde, dann müsste man sie einer großen Menge an Menschen auch absprechen. Nicht die Intelligenz ist ein Kriterium, sondern die Leidensfähigkeit eines Wesens.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es als komplett „radikal“ angesehen, dass Frauen das Recht einforderten, wählen zu dürfen.

Ich hoffe, dass in sehr naher Zukunft ein gesellschaftlicher Wandel stattfindet und Tierrechte als so selbstverständlich angesehen werden, wie hierzulande das Frauenwahlrecht.

Warum kümmerst Du Dich jetzt um Politik? Wie bist Du dazu gekommen?

Seit vier Wochen bin ich also Politikerin. Mitglied einer neuen Partei, die all das vertritt, was mir wichtig ist. Nicht nur in Bezug auf Tierrechte, sondern auch in Hinsicht auf alle anderen immens wichtigen Themen, wie Umweltschutz, bioveganer Landbau, Novellierung der Jagdgesetze, faire Subventionierungen, gerechtes Grundeinkommen und Vieles mehr.

Wir sind gerade dabei, die 2000 Unterstützungsunterschriften pro Bundesland zu sammeln, die uns erlauben, an der Bundestagswahl 2017 teil zu nehmen.

Gestern waren wir auf Unterschriften“fang“ auf dem lokalen Wochenmarkt. Wir bekamen fast nur positive Stimmen zu hören, sogar oder fast ausschließlich von Omni`s.

Während aus dem „eigenen Lager“ der Veganer seltsamerweise Bemerkungen kamen wie, dass es zu früh für solch radikales Gedankengut wäre.

Ist es wirklich radikal, einen schrittweisen Ausstieg aus der Massentierhaltung anzustreben, solidarische Landwirtschaft fördern zu wollen und die Vergiftung unseres Trinkwassers durch Nitrate zu beenden, ökologische Alternativen für Pflanzengifte und Gentechnik zu suchen, eine niedrigere Besteuerung pflanzlicher Biolebensmittel im Parteiprogramm zu haben? Ich kenne niemand, der Massentierhaltung und die daraus resultierenden Auswirkungen auf unsere Umwelt und Mensch und Tier gut findet. Egal ob Fleischesser oder nicht. Kein vernünftig denkender Mensch kann Massentierhaltung gut heißen und unterstützen.

Fluchtursachen beheben zu wollen und Nahrungsmittel weltweit gerecht zu verteilen? Waffentransporte stoppen und Klimaschutz forcieren? Nachhaltigkeit, Natur und Ressourcenschonung, Subventionierung von regenerativen Energien? Zu radikal? Zu früh? Leider eher schon viel zu spät, vielleicht schon zu spät.

Gleichstellung von Frau und Mann auch beim Verdienst?  Förderung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln, Prüfung und Machbarkeit eines gerechten Grundeinkommens? Längst überfällig.

Natürlich kann man drauf warten, bis jeder einzelne auf der Welt eine Bewusstseinserweiterung erlebt. Das ist erstrebenswert und gut. Vielleicht haben diejenigen recht, die sagen, dass eine Veränderung der Gesellschaft langsam von innen heraus geschehen muss. Das sind alles Ansätze, die funktionieren können und jeder hat seinen eigenen Weg und soll ihn auch haben.

Das Eine schließt das Andere doch nicht aus. Die V-Partei will aufklären und diese Erkenntnis hervorrufen. Wir wollen auf die Menschen nicht dogmatisch zugehen, sondern sie da abholen, wo sie sich gerade befinden.

Spiritualität ist wichtig und wird von uns auch respektiert. Unser Programm ist säkular ausgerichtet und orientiert sich am Leitsatz „Wir lieben das Leben“, der neben den universalen Menschenrechten das Ziel gesellschaftlich anerkannter Tierrechte und eine Verantwortung für Natur und Umwelt auf unserem Planeten mit einschließt.

Vielleicht werden wir scheitern. Vielleicht werden wir die 2000 Unterstützungsunterschriften nicht zusammen bekommen. Vielleicht wird uns kaum einer wählen, wenn wir es schaffen, aber dann haben wir es wenigstens versucht.

Ich habe zwar keine Kinder der eigenen Gattung, dennoch möchte ich einen lebenswerten Planeten für zukünftige Generationen erhalten. Nur selbst vegan zu leben, war mir zu wenig. Wenn ich Veränderung für alle Lebewesen will, muss ich auch selbst dazu beitragen. Jeder auf seine Art. Ich versuche es jetzt einfach mal als Politikerin. Das Leiden von empfindsamen Lebewesen beenden zu wollen hat für mich nichts Radikales an sich, sondern ist ein längst überfälliger Schritt in der Entwicklung des Homo Sapiens.

 

Insomnia – durch Katzenschmusen

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Das ist meine älteste Tochter. Sie hat seit einigen Wochen / Monaten den Tick, mich nachts, wenn ich schlafe, so lange mit ihren Pfoten an der Nase zu stupsen, bis ich aufwache. Wenn ich nicht schnell genug aufwache, werden schon auch gerne die Krallen ausgefahren. Ich liebe dieses zauberhafte kleine Wesen, doch ich benötige auch meinen Schlaf.

Dieses Gestupse geht die ganze Nacht hindurch im halbstündigen Intervall.

Gerade liegt sie neben mir und schläft wie ein Engel und das Teufelchen auf meiner Schulter flüstert mir zu „Jetzt kannst Du Dich rächen. Stupse sie einfach alle 30 Minuten mit dem Finger an der Nase, bis sie aufwacht“. Aber so fies kann ich nicht sein. Soll sie schlafen… obwohl… wenn sie jetzt wieder stundenlang pennt, dann ist sie heute Nacht wieder in bester Stupslaune… ein Teufelskreis… ich bringe es nicht über`s Herz sie zu wecken und sie schläft auch immer extrem tief und fest. Ich glaube, sie würde eh nicht aufwachen, selbst wenn ich sie wegtragen würde.. aber eine Nacht durchschlafen wäre auch mal wieder schön. Sie aus zu sperren ist auch nicht so optimal. Dann jault sie und ihre drei Geschwister vor der Tür, oder kratzen so lange an der Tür, bis wir sie gerne wieder ins Schlafzimmer lassen.

Wenn irgendjemand Tipps hat, wie ich meiner kleinen Madame dieses Gestupse abgewöhnen kann, wäre ich sehr dankbar.