Welcher Sadist hat Pumps erfunden?

Diese Woche war bei mir auf der Arbeit eine Veranstaltung, die es erforderte, dass ich “schicke Schuhe” tragen musste. Die Mary-Janes die ich trug sind wirklich wunderschön, sehen echt gut aus, aber sie sind alles andere als komfortabel. Überhaupt sind alle “eleganten Schuhe” die ich besitze saumässig unbequem. Wer hat sich diese Folterwerkzeuge ausgedacht? Als ich gestern Abend nach Hause kam, konnte ich kaum mehr laufen. Warum tun wir Frauen uns das an?

Ich bleibe bei meiner Meinung: Ballerinas, Pumps und High Heels sind Kacke! Ich mag sie nicht!. Sie sehen nur gut aus, sind aber total schmerzhaft für meine armen Füsse. Sandalen, Sneakers und Stiefel dagegen eine Wohltat.

Das bedeutet für mich, dass ich über die Winter- und Sommermonate schmerzfrei durch die Welt gehe, jedoch an kühleren Sommertagen und in den Übergangszeiten, wenn ich “schicke” Schuhe wie Pumps oder Ballerinas tragen muss, wird es leidvoll.

Wenn jemand weiss, wo man tierleidfreie, schöne, bezahlbare und bequeme elegante Schuhe her bekommt, gerne Info an mich.

Von der persönlichen Entscheidung

Immer wenn eine “persönliche Entscheidung” ein Opfer beinhaltet, ist es keine persönliche Entscheidung mehr.

Es ist eine persönliche Entscheidung, eine bestimmte Musikrichtung nicht hören zu wollen, oder eine Lieblingsfarbe zu tragen. Das tut Keinem weh und es gibt Niemand, der deswegen verletzt oder getötet wird.

Wenn man sich jedoch entscheidet, Fleisch, Milch, Eier, Honig, Leder, Daunen oder Pelz zu konsumieren, werden die Opfer außer Acht gelassen.

Ich wünsche mir inständig, dass es bald ein marktreifes Katzenfutter gibt, welches aus gezüchtetem Fleisch, wie z:B. Supermeat stammt, für das kein Tier mehr leiden und sterben muss. Ich kann für mich selbst entscheiden, dass ich auf alles Tierische verzichte, aber für meine Katzenkinder kann ich diese Entscheidung nicht treffen. Es ist ein tägliches Dilemma, das für mich sehr schlimm ist.

Altern ist nichts für Weicheier

IMG_0016

Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, mich im Spiegel anzusehen oder Bilder von mir zu betrachten. Die Krähenfüsse um die Augen und die Denkerfurchen auf der Stirn nehmen zu. Ganz gleich, welche Maßnahmen ich treffe, dies zu verhindern. Unaufhaltsam und unerbittlich verändert sich mein Gesicht. Ich altere und das ist nicht schön.

Ich tu mich schwer mit dem älter werden. Nicht so sehr mit den Jahreszahlen, sondern eher mit den Veränderungen meines Körpers, speziell des Gesichtes. Ja, es geht noch. Für mein gar methusalemisches Alter sehe ich schon noch annähernd frisch aus, aber ich werde noch älter werden und die Fältchen werden zu Falten werden und irgendwann wird mein Gesicht aussehen wie der Grand Canyon. Eine furchtbare Vorstellung. Denn ich kann es nicht verhindern. Nur hinaus zögern, aber nicht verhindern.

Erschwerend hinzu kommt, dass fast mein gesamter Freundeskreis, bis auf ganz wenige Ausnahmen, mindestens 20, teilweise sogar 30 Jahre jünger ist. Bei mir stellen sich dann unweigerlich Vergleiche ein. Na klar hat eine 30jährige eine glattere Haut und weniger Mimikzeichnungen des Lebens im Gesicht wie ich mit meinen 50 Jahren.

Ich bin nicht mehr das Mädchen, das ich war. Ich bin jetzt eine “Frau mittleren Alters”. Boah, das klingt so schrecklich.

Irgendwo bleibt doch immer ein Stück des Mädchens in uns erhalten. Warum sollten wir sie verbannen? Ich sehe keinen Grund dafür. Vermutlich ist das innere Mädchen bei mir noch ausgeprägter als bei anderen und vielleicht ist jemand der Ansicht, dass es jetzt Zeit wäre, den Sprung zu “wagen” und das Mädchen los zu lassen und zu akzeptieren, dass ich eine ältere Frau werde. Aber wer bestimmt das denn? Ich kann sein und mögen was immer ich will. Wenn ich die Anteile des Mädchens in mir bis zu meinem Tod beibehalten will, dann ist das eben so.

Meine Cousine erzählte mir kürzlich, dass jemand zu ihr sagte, dass sie mit ihren 34 Jahren keinen hohen Dutt mehr tragen sollte, weil das nur jungen Mädchen vorbehalten wäre. Was für eine gequirlte Scheisse!  Wer denkt sich so einen Mist aus?

Wenn mir danach ist, werde ich auch noch mit 80 einen hohen Dutt tragen, oder einen Pferdeschwanz oder Zöpfe oder einen Tüllrock oder ein Crop Top.

Ich glaube, mein Hauptproblem ist, was andere Leute von mir denken könnten. Manchmal kann ich da drüber stehen, aber nicht immer. Das sind dann schwache Momente, in denen ich mich unattraktiv, fett, hässlich und alt fühle, obwohl ich tief in mir weiss, dass nur das zählt, was ich selbst über mich denke. Ich denke über mich, dass ich eine 28jährige bin, die im Körper einer 50jährigen steckt und ich verhalte mich so, wie es meinem Naturell entspricht, unabhängig von Alter und Konventionen. Das Leben ist zu kurz für “man sollte dies und das” und “in dem Alter macht man das nicht mehr”, “verhalte Dich Deinem Alter entsprechend”. Pff, sowas hat schon immer die kleine Rebellin in mir freigesetzt, Jetzt erst recht! So und jetzt flechte ich mir Zöpfe, oder ich mache mir einen ganz hohen Dutt, oder beides, ich mache mir einen Dutt aus geflochtenen Zöpfen!

 

Ein Seelenbild für meine geliebte MissC

IMG_9795

Eines der Herzwolkenbilder, die ich in den vergangenen Tagen fotografiert habe, habe ich mit einem Bild meiner MissC übereinandergelegt um eine Doppelbelichtung zu erzeugen. Das Ergebnis seht Ihr hier. Ich finde, es ist mir gut gelungen, meine MissC als Engel in der Anderswelt darzustellen.  Es fühlt sich an, als ob sie mir gezeigt hätte, welche Bilder ich am besten kombinieren kann. Meine süsse sanfte Schmusemaus. Wie sehr vermisse ich Dich, doch in diesem Bild bist Du mir wieder nah.

Zu blöd zum Schminken

Es ist ein Fakt! Ich kann mich echt nicht gut schminken. Bestenfalls sehe ich aus, wie frisch vom Kinderschminken, Schlechtestenfalls wie Alice Cooper.

Mit Strobing, Contouring oder Baking brauche ich erst gar nicht an zu fangen. Das wird dann unweigerlich zur Clownsmaske. Aber auch schon Kleinigkeiten wie falsche Wimpern sehen bei mir stark nach Karneval aus. Hier der Beweis:

IMG_8675

Nägel lackieren gehört auch nicht zu meinen Talenten. Es sieht meistens aus, als ob einer der Kater die Nägel lackiert hätte. Jede 5Jährige kann das sicher besser.

Ich würde es echt gerne können. Ich bewundere Frauen, die top gestylt, manikürt, pedikürt und angezogen sind. Ich finde es faszinierend, wie es manche schaffen, wie aus dem Ei gepellt aus zu schauen. Kein Nagellack abgesplittert, kein Haar liegt falsch. Und bei mir? Das totale Chaos. Kein einziges Kleidungsstück ohne Katzenhaare.

Es gibt Tage (leider viel zu viele), da fühle ich mich alt, hässlich, unzulänglich und wäre gerne schöner. Würde mich gerne so schminken können, wie die “AusdemEigepelltFrauen”. An ganz miesen Tagen vergleiche ich mich mit anderen Frauen oder gar Mädchen. Beneide sie um ihr Talent sich gekonnt in Szene zu setzen. Wünschte, ich hätte Haare wie diese und die Figur wie jene. Wünschte, ich wäre alles nur nicht ich. Dabei bin ich doch ganz ok. Jede Frau hat was Schönes an sich. Manchmal ist es nur eine Frage der Frisur, der Kleidung, der Einstellung.

Ich kenne eine junge Frau, die hat ein hübsches Gesicht, schlanke Figur und dennoch hat sie NULL, wirklich NULL Ausstrahlung. Weshalb? Sie kleidet sich extrem bieder. Eher schon altbacken. Ich kenne 70Jährige, die modischer gekleidet sind. Grau, beige und creme sind ihre Farben. Vielleicht noch dunkelblau, wenn sie einen ganz flippigen Tag hat. Sie hat einen simplen Konturenschnitt, der den konservativen Gesamteindruck leider noch 100fach verstärkt. Sie schminkt sich niemals. Sie besitzt vermutlich nicht einmal Mascara. Sie gefällt sich vermutlich so, sonst würde sie ja nicht so herum laufen, oder? Vielleicht traut sie sich auch nur nicht aus sich heraus und versteckt sich hinter dieser Mauerblümchen-Fassade. So schade. Sie hätte so viel Potential. Immer wenn ich sie sehe, juckt es mich – vor allem als Fotografin – in den Finger, mal ein ganz anderes Bild von ihr zu zeigen. Ich würde gerne ein Shooting mit ihr machen, wo sie jemand gänzlich anderes ist. Ein Femme Fatal Shooting. Geschminkt, Haare nach hinten gestylt, vielleicht etwas gelockt, sexy Kleidung und lasziv auf dem Boden räkelnd. Das würde mir bei ihr gefallen. Ob es ihr wohl auch gefallen würde?

Ich würde gerne eine andere Seite von mir sehen und mich so schminken (lassen!!!), wie Kim Kardashian. Contouring mit allem drum und dran. Einmal eine ganz andere sein. Wie ich damit wohl aussehen würde? Ich fürchte, wie der Joker…aber die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht würde ich damit aufsehenerregend toll aussehen. Bis dahin begnüge ich mich damit, so herum zu laufen:

IMG_9847

Dezentes Augen Make-up mit Lidstrich, Wimperntusche, die Brauen etwas nach gestrichelt und in Form gebürstet, die Haare irgendwie zusammen gewurstelt. Das ist mein Styling, wie ich es kann. Alles was darüber hinausgeht überfordert mein Schminktalent. Vielleicht ist das auch ganz gut so, sonst würde ich mich womöglich an schwachen Tagen hinter mehreren Schichten Concealer, Illuminating Effect Fluid und ner ganzen Palette Cover-Farbe verstecken. Völlig talentlos, was gekonntes, aufwendiges Make-up anbelangt, bin ich gezwungen, mein wahres, unverfälschtes Gesicht zu zeigen.

 

Ideocracy

Gerade schaue ich mal wieder die Science Fiction Komödie Ideocracy aus dem Jahr 2006. Als ich die “Komödie” das erste Mal sah, fand ich sie witzig, aber ich sah es als abwegige Fantasie an. Ein paar Jahre später stellte ich schon erschreckende Tendenzen fest, die den Film schon weniger abwegig erscheinen ließen.

Heute ist der Streifen 12 Jahre alt und mit jedem zunehmenden Jahr wird er weniger utopisch.

Irgendwann wird die Menschheit wirklich so dumm sein, dass alle nur noch Fastfood zu sich nehmen, die Felder mit Energydrinks bewässern und auf Sofas mit integriertem Klo sitzen. So arg weit davon entfernt sind wir schon heute nicht davon.

 

 

Es ist ja nur ein Streuner

Freunde von mir fanden heute eine angefahrene Katze auf der Straße. Der Unfallort lag mitten in der Pampa bei einem Weiler mit nur ein paar Häusern. Natürlich war der Handy-Empfang dort sehr schlecht und keine Internetverbindung möglich. Deshalb riefen die Freunde mich an und baten mich um Hilfe.

Während die Freunde vor Ort versuchten die Katze einzufangen, die sich zwischenzeitlich in ihrer Panik in ein für Menschen schwer zugängliches Gebüsch geflüchtet hatte, versuchte ich anderweitig Hilfe aufzutreiben. Ich rief bei verschiedenen Tierärzten an und wurde an den Tierschutz verwiesen.Dort bekam ich mehrere Nummern vom Anrufbeantworter mitgeteilt. Die erste Nummer die ich anrief sagte mir, dass sie keinen Dienst hätte und verwies an die zweite. Die zweite  Nummer riet uns zur Geduld und wir sollen versuchen, die Katze mit Futter aus dem Gebüsch zu locken. Ich erwähnte dass die Katze sehr schwer verletzt ist und aus dem Mund blutet und dass ich deshalb nicht glaube, dass wir sie mit Futter aus dem Gebüsch locken können. Daraufhin erhielt ich zur Antwort, dass wenn sie sich nicht helfen lassen will, das eben so ist, so schlimm es sich auch anhören würde.

Meine Freunde fanden vor Ort einige Hilfsbereite, jedoch auch welche die sagten “Ist ja nur ein Streuner, jetzt hat es ihn mal erwischt”, “Ist nicht meine Katze, was geht es mich an”. Ein kleiner Junge und seine Familie halfen am Meisten. Letztendlich konnten alle Zusammen dafür sorgen, dass die Katze aus dem Gebüsch befreit und zum Tierarzt gebracht werden konnte.

Vor vielen Jahren fand ich ein angefahrenes Reh und mir erging es schlimer wie den Freunden heute. Alle Autos fuhren vorbei, an den Häusern öffnete niemand die Tür, obwohl sich die Vorhänge bewegten. Handyempfang nicht vorhanden. Bis ich einen Typen aus der Garage fahren sah und mich direkt vor sein Auto stellte. Er musste anhalten, wenn er mich nicht überfahren wollte. Er sagte seiner Frau, dass sie mir helfen soll, weil er zur Arbeit müsse. Die Frau lies mich dann zu ihrem Festnetzapparat und suchte mir die Nummer des zuständigen Försters heraus. Als ich zurück zum Reh kam, gab es keine Lebenszeichen mehr. Vom Entdecken des Rehs bis zur Rückkehr nach der Hilfesuche wahren mindestens 20 Minuten vergangen. Heute denke ich, es wäre besser gewesen, bei ihm zu bleiben und für es da zu sein. Es hatte sehr viel Blut verloren und der Förster wird nichts anderes gemacht haben, als es zu “erlösen”. Ein Tierarzt hätte mir nicht geholfen und an den Förster verwiesen. Es war noch bei Bewusstsein als ich es fand. Es sah mich hilfesuchend an und ich werde diesen Blick nie vergessen. Heute würde ich bei ihm bleiben, in seinen letzten Minuten, aber damals war ich im wahrsten Sinne des Wortes hilflos. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, was richtig ist. Ich dachte, ich würde dem Reh mit meiner Suche helfen, aber ich hatte es allein gelassen.

Bei der Katze heute war es etwas anders gelagert. Einer Katze hilft ein Tierarzt. Aber auch nicht immer. Ich kenne Geschichten von Tierärzten, wo eine herrenlose Katze gleich eingeschläfert wird, weil der oder die Tierärztin / Tierarzt nicht auf den Kosten für Operation und Behandlung sitzen bleiben will. Es ist zu teuer und rentiert sich nicht. “Ist doch nur ein Streuner”. Einer von Millionen weltweit.

Als ich mal in eine neue Stadt gezogen war und auf der Suche nach einem Tierarzt war, sagte die damalige Tierärztin über unseren roten EHK Kater und unsere schwarze Halblanghaarmischlingsdame (aus dem Tierschutz) “der Rote ist ne typische Bauernkatze, aber die Schwarze ist was Edleres”. Wir gingen nie wieder dort hin. Für uns waren beide unsere gleichwertigen Kinder und eines so wertvoll wie das andere.

Ich hoffe sehr, dass der Tierarzt, zu dem die angefahrene Katze heute mittag gebracht wurde ihr helfen konnte. Es hat aber mal wieder deutlich gezeigt, wie hilflos und im ersten Augenblick auch überfordert man ist, wenn man ein verletztes Tier findet.

Vor zwei Wochen fand ich auf dem Heimweg einen Hund ohne Halsband auf dem Gehweg stehend. Weit und breit kein Mensch. Es war ein größerer weisser Hund, vielleicht ein Labradormischling. Ich kenne mich mit Hunderassen nicht gut aus. Ich ging zu ihm und redete beruhigend auf ihn ein, aber er knurrte mich an. Ich traute mich nicht näher als 2m an ihn heran. Ich blieb bei ihm, weil ich ihn nicht alleine lassen wollte und Angst hatte, dass er auf die Strasse rennt. Wir wohnen zwar in einer Gegend mit fast ausschließlich Anliegerverkehr, aber man weiss ja nie. Ich war gerade auf der Internetsuche nach dem Tierschutzverein, als ich eine Frau aus einem der Häuser die Straße abwärts kommen sah. Ich deutete auf den Hund und fragte sie, ob sie wisse, wem er gehört, aber sie zuckte nur mit den Schultern, wechselte die Richtung und lief davon. Jemand muss mein Rufen aber gehört haben, denn aus dem Nachbarhaus kam ein Mann gesprungen und rief “Das ist meiner, er ist aus dem Garten ausgebüxt, Danke, dass Sie sich um ihn gekümmert haben”. Ich war echt froh, als er ihn mitnahm. Ich hätte wirklich nicht gewusst, was ich sonst tun soll. Ich hätte wahrscheinlich beim Tierschutzverein angerufen, ob sie mir helfen können, ihn einzufangen, oder eine Freundin mit Hundeerfahrung. Ich war offen gesagt etwas überfordert mit dem Hund. Wie hätte ich mich richtig verhalten, wenn der Mann nicht gekommen wäre?

Wer das hier liest und mir Nummern geben kann von Personen oder Institutionen, die in Falle eines verletzten Tieres oder wie bei dem oben beschriebenen Fall mit dem Hund, helfen, gerne Info an mich, dafür wäre ich sehr dankbar. Gibt es Tierrettungsnotrufstellen für die Gebiete Schwäbisch Hall / Ceailsheim / Ellwangen? Gibt es eine Hotline für Tierärzte, die am Wochenende Notdienst haben?

Was kann man tun, wenn man ein verletztes Haustier, Wildtier oder sogenanntes “Nutztier” gefunden hat? Wie hilft man schnell und effizient?

Grillen mit Omnis

Früher wurden wir relativ oft zum Grillen oder Essen eingeladen. Damals, als wir noch “normal”, bzw. “halbwegs normal” waren. Vor über 7 Jahren, als mein Mann noch Fleisch aß und ich noch Vegetarierin war. Mit so einer Vegetarierin konnte man sich noch arrangieren. Doch dann wurde ich die “weltfremde” Veganerin und damit nicht mehr normal. Inzwischen werden wir kaum mehr eingeladen. Seit mein Mann auch vegan lebt schon gar nicht mehr.

Ich kann mich noch gut an das Grillfest erinnern, als er sich “outete”. Ich hörte Gemurmel im Hintergrund “Jetzt hat sie es geschafft”. Gedacht haben sie wohl alle dasselbe: “Die vegane Hexe hat ihm eine Gehirnwäsche verpasst. jetzt ist er auch nicht mehr normal”. Nein, habe ich nicht. Ich habe nie etwas zu seinem Fleischkonsum gesagt. Er kam selbst drauf, dass jedes Tier ein Recht zu leben hat und zwar gut zu leben.

Manchmal bin ich etwas traurig, dass wir fast nirgends mehr eingeladen werden, weil wir uns “so komisch ernähren”, aber irgendwie auch wieder nicht. Grillen mit Omnis ist anstrengend für mich.

Normalerweise kann ich es gut verdrängen, dass der Großteil meiner Familie und Freunde Fleisch isst, aber beim Grillen wird es mir ziemlich deutlich vor Augen geführt. Das ist nur sehr schwer zu ertragen, zu sehen, wie alle Tiere essen. Die Tiere, die ich retten will. Für die ich mir ein besseres Leben wünsche, für deren Rechte ich mich einsetze. Das ist dann so paradox. Ich liebe meine Familie und Freunde, aber ich liebe eben auch die Tiere, die sie sich einverleiben, als gäbe es kein Morgen.

Alle mögen eigentlich Tiere. Nur eben manche mehr zum Fressen gerne. Sie sind vom Carnismus indoktriniert. Von klein auf wurde allen beigebracht, dass es “normal” ist, gewisse Tiere zu essen und andere zu streicheln. Es wurde irgendwann willkürlich festgelegt, welche Tierart essbar ist und welche eher zum Haustier gekürt wird,  je nach Land und Kulturkreis.

Während die meisten Leute hierzulande laut aufschreien, wenn beim Yulin Festival Hunde und Katzen verspeist werden und sich entrüsten wenn Japaner oder die Menschen auf den Faröer Inseln Wale und Delfine abschlachten, wird schnell vergessen, dass es all den Kühen, Schafen, Hühnern, Gänsen etc keinen Deut besser ergeht.

Ich setze meine Hoffnung auf neue Technologien. Ich glaube nicht, dass man den Großteil der Menschheit überzeugen kann, auf Fleisch zu verzichten. Die Lösung des Dilemmas ist meiner Meinung nach Fleisch aus der Retorte. Aus Hautschuppen gezüchtetes Fleisch, für das kein Tier leiden muss.

Ich wünschte, es gäbe bald ein marktreifes Katzenfutter aus diesem gezüchtetem Fleisch für meine canrivor lebenden Katzenkinder.

Das alles ist keine Utopie. Es muss etwas geschehen. Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen für den CO2 Anstieg. Die Erdbevölkerung nimmt zu. Die Gier nach Fleisch nimmt zu. Das wird der Planet nicht mehr lange aushalten. Es muss sehr bald etwas geschehen, bevor es vollends zum Kollaps des Ökosystems kommt. Die derzeitigen Hauptübel sind die Massentierhaltung und Plastik. Auch zu Plastikverpackungen gibt es schon Alternativen. Es müsste nur umgesetzt werden und zwar bald. An die Vernunft der Menschen zu appellieren wird meiner Meinung nach nicht viel bringen. Es müssen Gesetze her. Ein Verbot von Plastikverpackungen wäre ein guter Anfang. Der Verbot von Massentierhaltungen würde uns einen massiven Schritt weiter bringen. Doch leider ist die Fleischlobby sehr mächtig. Heute habe ich wenig Hoffnung, dass wir “Den Karren nochmal herumreissen können”, aber ich werde gerne eines Besseren belehrt.