Essen ist definitiv keine Privatsache

Als vegan lebender Mensch muss man sich viele unnötigen Sprüche anhören. Mein “Highlight” ist “leben und leben lassen”. Leider meinen die, die diese Phrase dreschen das immer ernst. Sie kapieren nicht, dass ihr Leben das eben nicht leben lassen eines anderen Lebewesens voraussetzt. Der Spruch “Essen ist Privatsache” ist genauso sinnbefreit. Essen ist ganz sicher keine Privatsache wenn die Folgen uns alle betreffen. Spätestens seit gehäuft auftretenden Zoonosen sollte das auch dem letzten Verfechter der “geht niemand was an, was ich esse” Fraktion klar sein.

Die Freiheit des Einzelnen endet immer da, wo andere geschädigt werden.

Sieht leichter aus, als es war

Diese Flattermänner (oder auch Flatterfrauen) habe ich heute fotografiert.Es sieht leichter aus, als es wahr. Speziell die Schmetterlinge flatterten herum, als wären sie auf Speed. Ruhig da sitzen war definitiv nicht. Auch die Bienen waren sehr hyperaktiv. Das erfordert viel Geduld. Für die drei Bilder habe ich tatsächlich 15 Minuten benötigt. Diese schönen Geschöpfe sind alle in unserem Vorgarten. Speziell der Lavendel ist ein wahrer Insektenmagnet und das ist schön. Ich liebe es, wenn es in unserem Vorgarten summt und flattert. Wir haben ganz sicher keinen Garten des Grauens.

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It`s good to be me!

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Jahrzehntelang habe ich mein Selbstvertrauen aus der Bewunderung anderer gezogen. Das funktionierte eine sehr lange Zeit. Es fing mit 17 an (davor war ich ein unscheinbares Mauerblümchen) und dauerte an, bis ich älter wurde. Die bewundernden Blicke wurden im Laufe der Jahre weniger, die Anmachen nahmen ab und ich bekam kaum mehr Drinks spendiert, wenn ich mit Freundinnen unterwegs war. Früher war ich es gewohnt, mit wenig bis gar keinem Geld aus dem Haus zu gehen, weil alles “gesponsert” wurde.

Das hat mir eine Weile echt zu schaffen gemacht, doch diese schwachen Zeiten sind zum Glück vorbei. Ich benötige die Bewunderung von Männern nicht. Ich bin schließlich glücklich verheiratet und ich verdiene genug, dass ich meine Drinks selbst bezahlen kann. Es war meist eh nervig, denn ganz “umsonst” waren die Getränke nie. Man musste sich (zumindest gebot es der Anstand) ein paar Minuten mit den Typen unterhalten. Es hat also Lebenszeit gekostet, die so viel mehr wert ist, als die paar Kröten, die ein Captain Morgan / Cola oder ein Wodka/Bull kostet. Es war auch oft psychopathisch, von irgendwelchen dahergelaufenen Kerlen angebaggert zu werden. Es hat also durchaus Vorteile, dass ich inzwischen in einem Alter angelangt bin, wo ich immer “unsichtbarer” werde. Unsichtbarkeit birgt Freiheit. Ich bin so viel mehr als mein Aussehen, das noch immer ziemlich passabel ist. Es ist gut, ich zu sein. Ich möchte niemand anderes sein. Manchmal – und das sind wirklich schwache Momente – hätte ich gerne Haare wie Diese oder ein Gesicht wie Jene, wäre gerne 20 Jahre jünger oder wünschte meine Fältchen weg. Doch diese Momente gehen vorüber. Sie ziehen vorbei wie Wolken und es klart wieder auf und ich weiß: It`s good to be me!

Schockmoment

Gerstern Abend war unser Muffin im Gehege. Plötzlich hörten wir ein lautes Geräusch. Muffin sass etwas verstört neben dem Netz und ich bemerkte, dass es nicht mehr dicht war. Ein Teil des Netzes hatte sich aus der Halterung gelöst. Wie auch immer. Ich buxierte Muffin umgehend ins Haus, fand dort Onya, Yoshi war sicher oben doch wo war Orpheus? Ich suchte ihn verzweifelt im gesamten Haus, konnte ihn aber nicht finden. Ich dachte wirklich, dass er weg wäre. Mein Liebling. Der noch nie draußen war. Muffin und Yoshi kommen von der Straße. Sie hätten zumindest eine Weile überleben können, bis wir sie wiedergefunden hätten, aber Onya und Orpheus kennen die Welt dort draussen überhaupt nicht. All diese Gedanken rasten in Sekunden durch mein Hirn. Verzweifelt suchte ich nochmals das Haus ab und da lag er, in aller Seelenruhe schlafend in seiner Hängematte. Verdutzt schaute er mich an, als ich in herzte und küsste. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie unfassbar froh ich war, dass er da war. Mein wundervoller kleiner Schatz. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr ich dieses Geschöpf liebe und zu sehen, dass er in Sicherheit war, machte mich glücklich. Ich bin so dankbar, dass ihm nichts geschehen ist. Sie dürfen erst wieder ins Gehege raus, wenn sichergestellt ist, dass es ausbruchssicher ist.

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Keine Verwechslungsgefahr

Bekannte XY kommt auf mich zugestürmt “Stell Dir vor, wir wurden heute miteinander verwechselt”. Ich schaue Bekannte XY an. Sie hat null, aber auch wirklich null Ähnlichkeit mit mir. Ich frage besorgt “wer hat uns denn verwechselt?”. Sie antwortet “Na die YX”. Ich bin etwas beruhigt, weil ich mir sicher bin, dass YX mich niemals mit XY verwechseln würde. Ich sage nichts und lasse sie in dem Glauben, dass sie tatsächlich mit mir verwechselt wurde.

Kurze Zeit später treffe ich zufällig YX und frage sie doch sicherheitshalber “Hey, sag mal, hast Du mich heute morgen wirklich mit XY verwechselt?”. Ich atme hörbar erleichtert aus, als sie sagt “Doch nicht mit Dir, wie kommt die denn auf Dich? Ich habe die tatsächlich mit jemand anderem verwechselt, aber doch niemals im Leben mit Dir. Die ist doch gut das Doppelte von Dir und sieht Dir null ähnlich, wieso sollte ich die mit Dir verwechseln?”. Ich spreche aus, was mir durch den Kopf geht “Das beruhigt mich ungemein, denn sonst wäre mein Selbstbild ein komplett konträres gewesen”. Wir vereinbaren, dass wir XY in dem Glauben lassen, jemand hätte sie mit mir verwechselt, weil es so herum deutlich schmeichelhafter ist, als es für mich gewesen wäre.

Mir wurde schon echt oft gesagt “Heute wurde ich mit Dir verwechselt”. Es hat mich oftmals erschreckt, weil diese Personen mir ebenfalls nicht auch nur annähernd  ähnlich sahen. Meist waren sie lediglich so gross wie ich oder hatten dieselbe Haarfarbe, oft aber nicht einmal das und ich konnte es nie fassen, dass jemand die für mich halten konnte. Vielleicht haben sie das auch nie getan und es waren immer solche Vorfälle wie heute. Das würde sehr Vieles erklären.

Es gab schon viele Begebenheiten, wo ich echt Angst hatte, wenn jemand sagte “Heute habe ich eine Doppelgängerin von Dir gesehen” und mir heimlich aufgenommene Bilder von Menschen zeigten, die nicht den Hauch einer Gemeinsamkeit mit meinem Aussehen hatten. Das führte dazu, dass ich mich selbst auch schon so sah, wie die Leute und dachte, ich sähe aus, wie Amy Farrah Fowler aus The Big Bang Theory. Es ist nicht schön, wenn man mit deutlich unattraktiveren Menschen verglichen wird.

Das triggert mich sehr, denn in jungen Jahren hatte ich vor meiner Kontaktlinsenzeit (oh wie ich sie vermisse!!! Ich darf sie leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tragen) ein billiges Kassengestell und wurde öfter mit der griechischen Schlagersängerin Nana Mouskouri verglichen, was mir als Teenager sehr zusetzte. Wenn ich jedoch heute Bilder von ihr aus dieser Zeit anschaue, denke ich, dass das echt eine hübsche Frau war. Auch Amy Farrah Fowler ist im wahren Leben – also Mayim Bialik – eine ganz normale junge Frau. Sie wurde nur für die Serie extra nerdig zugerichtet. Also ist es gar nicht so schlimm, mit Amy Farrah Fowler oder Nana Mouskouri verglichen zu werden.

Keine Zeit heißt übersetzt kein Interesse

Ich kenne wirklich Menschen, die sind selbst in Zeiten von Corona auf Monate hin “ausgebucht”. Sie sind ja so beschäftigt und haben für nichts Zeit. Oh ich kenne das. Ich habe das selbst auch schon gemacht. Ich hatte früher eine Freundin, mit der ich mich immer weniger verstand. Ich mag sie noch immer, es ist nicht so, dass ich sie nicht leiden könnte. Wir hatten uns einfach irgendwann “in unterschiedliche Richtungen entwickelt”. Wenn ich mich mit ihr traf, war es für mich anstrengend, gezwungen und nicht mehr leicht und unbefangen. Ich wollte mich zwar nicht mehr mit ihr treffen, sie aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Deswegen sagte ich immer, wenn sie um ein Treffen bat, dass ich keine Zeit hätte und ja so unendlich beschäftigt wäre und frühestens in zwei, besser drei Monaten vielleicht, aber auch wirklich nur vielleicht Zeit hätte. Es war gelogen. Natürlich hätte ich mir die Zeit genommen, wenn ich mich mit ihr hätte treffen wollen. Wollte ich aber eben nicht. Wäre es ehrlicher gewesen, wenn ich ihr gesagt hätte “Du, ich glaub wir brauchen etwas Abstand, vielleicht verstehen wir uns in ein paar Jahren wieder besser, aber jetzt gerade haben wir nicht so viel gemeinsam”. Das kann man doch nicht sagen. Also ich möchte sowas nicht hören. Dann lieber “keine Zeit, total ausgebucht, bin soooo extrem beschäftigt”. Oder doch nicht? Ich weiss es nicht und bin unschlüssig. Eigentlich weiss auch bei der zweiten Variante jeder, was es übersetzt heißt: Du bist mir nicht so wichtig, dass ich mir die Zeit für Dich nehme.

Vielleicht sind wir zu oberflächlich geworden und geben auch Kontakte zu Bekannten zu schnell auf. Die Ex und Weg Mentalität greift überall um sich. Wahrscheinlich sind wir als Menschen inzwischen so verroht und abgestumpft, dass wir Mitmenschen wie materielle Dinge behandeln. Wenn sie nicht mehr das machen, was wir von ihnen erwarten, werfen wir sie weg. Habe ich die frühere Freundin weggeworfen? Irgendwie schon. Ich fühlte mich nach treffen mit ihr nicht mehr wohl. Hatte das Gefühl, dass ich jedes Wort auf die Goldwaage legen muss. Es war, als würden wir verschiedene Sprachen sprechen. Das was sie sagte, kam bei mir falsch an und umgedreht. Es passte einfach nicht mehr. Obwohl ich sie natürlich noch gern hatte und habe, hatte ich keinen Bock mehr, auf ein Treffen mit ihr. Sie sprach oft und gerne von sich. Vielleicht hätte ich ihr einfach zuhören sollen, anstatt mich darüber aufzuregen. Aber offen gesagt, denke ich selten an sie und vermisse sie nicht wirklich. Vermutlich war unsere gemeinsame Zeit vorerst beendet. Vielleicht ändert sich das irgendwann wieder, vielleicht auch nicht. Bevor sich hier womöglich jemand aus meinem privaten Umfeld angesprochen fühlt. Ich habe hier als Beispiel verschiedene Personen zu einer zusammen gefügt. Es gab nicht die eine frühere Freundin, sondern sie ist eine fiktive Gestalt aus mehreren früheren Bekannten.

Wenn wir unsere Lebenszeit mit einer Zugfahrt vergleichen, gibt es Mitfahrer, die beinahe die gesamte Fahrtzeit mitfahren, andere steigen irgendwann zu und auch manchmal wieder aus. Einige wenige steigen an einer anderen Haltestelle wieder zu, andere nehmen eine gänzlich andere Linie. Ein paar sieht man manchmal durch die Scheibe an einem Bahnsteig stehen und winkt ihnen zu und andere sieht man ebenfalls durch das Fenster in einem anderen Zug sitzen, der in die entgegengesetzte Richtung fährt. Manche bleiben zwar im selben Zug, bleiben aber nicht immer im selben Abteil. Einige sind nur kurz im Schlafabteil oder im Speisewagon und kehren zurück, andere kehren nicht zurück und setzen sich in andere Abteile. In seltenen Fällen wird eines dieser Abteile abgehängt und bleibt zurück. Einige ganz wenige bleiben bis zur Endstation im selben Abteil.

Manchmal lohnt es sich, um eine Bekanntschaft zu kämpfen und Unausgesprochenes zu klären, aber es gibt auch Fälle, wo es einfach nicht sein soll und die Personen uns nur ein Stück des Weges begleiten sollten. Dann ist es besser, wir steigen aus dem Abteil oder auch aus dem Zug der Person aus. Wir können wieder zusteigen, wenn es passt, oder eben in andere Züge einsteigen, die mehr zu uns passen und uns an geeignetere Ziele bringen.

Nicht die drei Fragezeichen, sondern die drei Punkte

Ich habe schon mal darüber geschrieben, dass ich es nicht leiden kann, wenn die drei Punkte inflationär und ohne jeden Grund eingesetzt werden.

Ich kenne eine Bloggerin, deren Inhalte ich echt gerne lese, doch nun fing sie an, hinter jeden dritten Satz ohne jeglichen Sinn und Verstand … zu setzen. Das verleidet mir echt die wirklich schönen Texte, die sie schreibt und es mindert leider ihre Botschaft. Ich mag das gar nicht mehr lesen, weil mich diese drei Punkte so aufregen. Einer Freundin geht es ähnlich und wir haben uns diese Woche die Frage gestellt, warum so viele diese Punkte sinnlos setzen. Was ist die Motivation dahinter?

Man kann diese sogenannten Auslasspunkte durchaus benutzen, ich kann sie nicht generell nicht leiden, aber doch nicht einfach so, ohne Grund. Passend sind sie zum Beispiel bei “To be continued…”!  Ich kenne aber leider Menschen in meinem näheren Umfeld, die ich echt gerne mag, aber sowie ich eine WhatsApp von ihnen bekomme treibt es meinen Puls höher. “Können wir uns endlich mal wieder sehen? Liebe Grüße XY…”. Ich nannte dann einen Zeitrahmen zum Treffen und es kam “das schaffen wir…”. Boah, ich weiss auch nicht warum, aber mich nervt das so, dass ich mit diesen beiden ansonsten echt lieben Menschen kaum schreiben mag, weil immer und immer und immer hinter wirklich jede Nachricht Punktpunktpunkt gesetzt wird.

Die Menschen wissen nichts von meiner Punkte- Aversion, aber kann ich das sagen? Kann ich denen sagen “Mich nervt Euer Gepunkte so sehr, dass ich kaum mit Euch schreiben mag?” Kann man fast nicht bringen, oder? Es ist ja mein Problem und nicht deren. Ich weiss auch wirklich nicht, warum mich das so arg triggert. Die denken sich wahrscheinlich überhaupt nix dabei und haben sich das irgendwann angewöhnt. Einer von beiden hat vermutlich mal mit angefangen (es ist ein Paar) und der andere hat es übernommen. Aber warum??? Man kann sie doch einfach weglassen…

Leute einfrieren

Nein, keine Sorge, ich habe niemand zerstückelt in die Kühltruhe gelegt. Ich habe ein paar Leute, zu denen ich keinen Kontakt mehr wollte “eingefroren”,

Ich schrieb deren Namen auf kleine Zettel und steckte sie in eine winzige Plastikbox und platzierte das Ganze im hintersten Eck des Gefrierschrankes.

Ich sah die Personen (mein Ex und seine Frau und ein sehr aufdringlicher Verehrer, der mir Angst machte) wirklich Jahrelang nicht mehr. Als hätte ich sie wirklich eingefroren. Als ich den Gefrierschrank irgendwann abtauen musste, fand ich die Dose wieder. Ich entfernte die Zettel und vergrub sie 3km entfernt unter einer Baumgruppe und wünschte allen darauf genannten Personen alles erdenklich Gute, aber ganz ganz weit weg von mir. So blieb es bis heute. Ich sehe und höre sehr selten von diesen Menschen und das ist gut so. Ich vermisse sie wirklich nicht.

Wenn das damals, vor 17 Jahren so gut funktioniert hat, dann könnte ich das wieder probieren. Nicht mit Menschen, aber vielleicht funktioniert es auch mit Umständen, die ich nicht mehr haben will. Heute ist Neumond und damit ein prädestinierter Tag, um alles los zu lassen, was nicht mehr in mein Leben passt. Ich schau doch gleich mal nach der kleinen Plastikdose.

Der Fuchs geht um

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Das ist unser kleines bulgarisches Fuchskind. Er kam im Februar zu uns. Zuerst war er recht schüchtern. Etwa vier Wochen, nachdem wir ihn hatten, waren wir mit ihm beim Tierarzt weil wir dachten, er wäre heißer. Der Tierarzt konnte nichts finden und wir erfuhren, dass er wohl schon immer so gemaunzt hätte. Ich hatte vorher extra nachgefragt, weil wir uns dann den Tierarztbesuch hätten sparen können. Da hieß es, er würde normal maunzen und dann kam plötzlich, dass er doch immer so ein Kittenstimmchen hatte. Es hieß auch ständig, dass er so lieb und sanft ist und “always such a good boy”, aber als ich ne beginnende Blutvergiftung hatte, weil er mich gebissen hatte, wurde eingeräumt, dass er auch schon die Pflegedame in Bulgarien gebissen hat. Mit dem Alter hat man es auch nicht ganz so genau genommen. Er wurde uns als circa 2017 / 2018 geboren vermittelt. Er verhält sich jedoch wie ein Teenager. Er schaut auch viel jünger aus und seine Pfoten sind riesig proportional zum Körper, was darauf hin deutet, dass er noch im Wachstum ist. Das erklärt so einiges. Er ist ein Pubertier!

Ich bin sauer auf die Organisation. Vermitteln um des Vermitteln willens ist für niemand gut! Vielleicht wäre Yoshi als Einzelprinz besser aufgehoben gewesen, als in einem Mehrkatzenhaushalt. Vielleicht sind aber unsere anderen drei einfach so gutmütige Wesen, dass er hier seine Dominanz ausleben will. Wer weiss. Ich denke, er ist nicht richtig sozialisiert. Vermutlich zu früh von der Mama weggekommen. Das ist auf der Pflegestelle aber sicher auch aufgefallen. Ich werde von dieser Orga sicher nie wieder ein Tier adoptieren, soviel ist klar. Es lief von vornherein ganz anders als bei unserem Muffin, den wir ja kurz zuvor von einer anderen Organisation adoptiert hatten. Muffin ist exakt wie beschrieben und auch vom Charakter her passt er super zu unserem Orpheus. Auch sonst war die Betreuung durch die Vermittlerin total nett und liebevoll.Genauso, wie wir es wollten. Yoshi wurde uns als lieb und sanft und auch total lieb mit anderen Katzen vermittelt. Fragt sich nur in welchem Universum! Als die ersten Probleme auftraten, waren die Damen von der Orga nicht sehr nett und wir wurden sofort gemaßregelt, dass unsere Erwartungshaltung zu groß wäre und insgeheim unterstellt, dass es quasi unsere Schuld wäre, dass die Zusammenführung der Katzen nicht gut läuft. Hier ist er jedenfalls ein kleiner Diktator, der alles schlägt, was um ihn ist. Wir mussten ihn deshalb separieren und versuchen gerade, die anderen durch täglich mehrfaches bespielen und Clickertraining mit ihm zu vergesellschaften.

Es kamen dann alle möglichen “Tipps”:

“Lasst das die Katzen unter sich ausmachen”

Nur war es leider so, dass Onya sich selbst vor Panik angepinkelt hat, wenn er sie gejagt hat. Dann muss ich sie schützen!

“Sie müssen nur laut und klar zu ihm sagen, dass er sich benehmen soll”

Ja sichi, als ob ihn das jucken würde!!! Was für ein Schmarren!

“Gebt ihn doch einfach ab!”

Und wohin sollen wir ihn “abgeben”? Laut Vertrag müssten wir ihn wieder an die Orga zurück geben und das werde ich ganz sicher niemals tun. Sie würden ihn wieder als “lieb und sanft und so ein guter Junge” vermitteln und der nächste Eklat wäre vorprogrammiert. Nee, seien wir doch ehrlich und realistisch. Mit der Situation müssen wir leben. Wir müssen das Beste draus machen. Ich denke, viele Menschen hätten ihn nach diesen Situationen schon lange vor die Tür gesetzt:

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Always such a good boy. Mein Mann sieht übrigens ähnlich aus.

Ich kann und darf sauer auf die Orga sein, die uns sagen wir es wohlwollend – ein paar Details verschwiegen bzw. beschönigt hat. Die Leidtragenden sind unsere anderen Katzen und natürlich ist es auch für uns Stress und viel Arbeit. Ich bespasse das Füchslein jeden Tag mehrfach und das Clickertraining ist auch sehr aufwendig und nicht jeden Tag ist er kooperativ. Es ist ein auf und ab. Einen Tag arbeitet er gut mit, am nächsten Tag ist er wieder massiv aggro. Aber wir machen weiter. Wir haben bisher ungefähr 700 Euro für die “Therapie” des Fuchses ausgegeben. Also für Bachblütenexperten, Zylkene, Fellifriend-Stecker, Anxitane Tabletten, Tierpsychologin, Tiertrainerin (hey, 30 Euro pro 15 Minuten sind echt krass, ich glaube, ich werde Tiertrainerin!), Tierkommunikatorin, CBD Snackies von Canna Oil, Gittertür – das alles hat sich zusammen summiert zur stolzen Summe von bestimmt über 700 Euro und es wurde leider bisher nur geringfügig besser. Wir reiben die Katzen nun alle mit einem Handtuch gegenseitig ab, damit sich der Geruch vermischt, ich tausche die Fressnäpfe und Deckchen aus demselben Grund. Wir tun wirklich alles, um den kleinen Rotfuchs in die Gruppe zu integrieren. Ob wir das schaffen, weiss ich noch nicht. Die Hoffnung stirbt zum Schluss. Wir haben das kleine rote Männlein natürlich lieb gewonnen, ganz gleich, ob er uns kratzt und beisst. Ich habe offen gesagt, keinen Plan B, was wir machen könnten, wenn er sich nicht vergesellschaften lässt. Und schon kommt wieder Wut auf die Orga auf. Zu dritt sind die Katzen so entspannt und friedlich, sowie der Fuchs im Haus umgeht, sind alle auf Habachtstellung und alles andere als entspannt. Die CBD Snackies und die speziell für ihn gemischten Bachblüten haben ihn tatsächlich gechillter werden lassen. Er beisst auch nicht mehr so extrem rabiat zu, wie zu Anfang. Wir haben nur noch leichte Biss- und Kratzspuren und keine aufgeschlitzten Pulsadern mehr. Etwas Schwund ist immer und damit könnte ich leben, solange er die anderen Katzen in Ruhe lassen würde. Es ist eben jetzt so, dass wir durch die Desinformation der Orga eine Katzen WG mit zwei sehr fitten 60jährigen haben (wenn wir in Menschenalter umrechnen), einem sehr ruhigen, gechillten Enddreissiger und einem 13Jährigen. Wenn wir ein Jungtier wissentlich adoptiert hätten, könnte man sagen “Tja selber blöd”, aber wir wollten eben gezielt absolut kein Kitten oder einen Halbwüchsigen. Jetzt haben wir aber unfreiwillig einen Halbstarken.

Falls noch irgendjemand Tipps hat, gerne her damit. Ich bin für alles dankbar, was helfen könnte, dass alle vier Katzen harmonisch zusammen leben. Er ist ja schon echt süss, der kleine Rotschopf, auch wenn er leicht bis mittelschwer tyrannische Züge hat und mir kann wirklich keiner erzählen, dass er vorher komplett anderes gewesen wäre! Hilft ja nix, wir müssen da jetzt durch und alles Menschenmögliche tun, um ihn in die Gruppe zu integrieren.

Zurück zur Normalität?

Kommt es nur mir so vor, dass nicht nur der Winter abrupt vom Sommer abegelöst wurde, sondern auch der Lockdown von einer Beinahenormalität?

Wir waren letzte Woche in München und dort ging es zu, wie vor der Pandemie. Besoffene Gruppen von JunggesellInnen, immens viele Menschen auf einem Platz ohne großen Abstand und ohne Masken. Wir leben in der tiefen Provinz und dort war es bis kurz davor noch so, dass wir ohne Tests nicht in Restaurants konnten. Ich war beinahe überfordert mit der “Normalität”. Dieses Wochenende nun war es auch hier so, dass man im Biergarten weder Maske noch Tests benötigte. Ok, bei einer Inzidenz von 2 ist das vermutlich auch nicht mehr nötig, aber irgendwie ging mir das zu schnell und ich komme noch nicht ganz mit.

Eine Freundin von mir war in einem Modegeschäft einkaufen. Sie war früh morgens gleich nach Eröffnung dort und es war recht leer. Sie nahm einige Kleidungsstücke mit in die Umkleide und auf einmal hörte sie immer mehr Stimmen. Als sie wieder aus der Kabine kam, hatte sich der Laden deutlich gefüllt und sie bekam Panik. Sie ließ alle Klamotten zurück und verließ beinahe fluchtartig den Shop. Es war ihr zuviel und ich kann es verstehen.

Was vielen Menschen nicht klar zu sein scheint: dieser Virus wird nicht mehr verschwinden, er wird für immer in der Welt sein, ganz gleich, wie er entstanden ist. Es ist wie mit einem Grippevirus. Auch der Erreger der Spanischen Grippe verschwand nie. Ich bin weder ein Virologe noch ein Epidemieloge, ich bin keine Verschwörungstheoretikerin und auch keine Virusleugnerin. Dennoch finde ich es äußerst seltsam, dass die geimpften Menschen (zu denen ich auch gehöre) fast alle Rechte und Freiheiten zurück erhalten haben. Es ist weder genau bekannt, ob man nun wirklich nicht mehr ansteckend ist, noch wie lange der Impfschutz anhält. Ist es hier auch so, wie mit den Masken? Zuerst waren sie angeblich unnütz, dann auf einmal zwingend erforderlich, aber jeder musste sie selbst nähen, dann urplötzlich waren die Stoffmasken verboten und nur noch medizinische Masken erlaubt, in manchen Bundesländern auch nur noch FFP2 Masken. Kinder waren am Anfang komplett aussen vor. Die galten als quasi immun und man musste nur die Alten schützen, jetzt muss man die Kinder schützen. Wir haben auch gelernt, dass man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei der Arbeit nicht anstecken kann, nur in der Freizeit. Ausnahme waren bestimmte Feiertage, wie Weihnachten und Ostern. Da hat das Virus auch geruht, nur um abends ab 20:00 Uhr wieder Fahrt aufzunehmen. Es gibt so viele Ungereimtheiten. Überhaupt hat gefühlt niemand mehr einen normalen grippalen Infekt. Es gibt nur noch Corona.

Wir trafen kürzlich junge Eltern in der Stadt. Sie haben eine 2,5 Jährige Tochter. Sie erzählten, dass das Mädchen nicht mit fremden Kindern spielen durfte, nur Kontakt zu den Eltern hatte, anfangs auch nicht die Großeltern sehen durfte… etc… was macht das mit einem Kleinkind? Überhaupt die Kinder und Jugendlichen. Sie tun mir nach wie vor leid und ich fürchte, dass sich erst die nächsten Jahre die Kollateralschäden zeigen werden.

Auch die ganzen Traumata, die entstanden, weil man Sterbende nicht begleiten durfte, Alte nicht besuchen, Operationen wegen Corona verschoben werden mussten und so fort.

Ich kann verstehen, dass man sich nach Erholung und Entspannung sehnt, aber ganz ehrlich, so ganz nachvollziehen kann ich es nicht, dass die halbe Welt unbedingt in Urlaub fahren / fliegen muss. Was bringt dann jeder wieder aus dem Urlaub mit? Vermutlich Mutationen bis wir irgendwann bei der Z Variante anbelangt sind und dann geht es weiter mit irgendeiner anderen Benennungsform? War es nicht letzten Sommer genauso? Alles wurde gelockert, man kehrte fast wieder zur Normalität zurück und dann zack im Herbst wieder Lockdown und die Scheisse begann erneut? Sind wir irgendwann bei der 10 Welle und dazwischen fahren die Leute immer munter in Urlaub und kurbeln die Wirtschaft mit Konsum an? Das erinnert mich an “Brot und Spiele”.

Hat man wirklich nichts gelernt? Es kann nicht mehr weitergehen mit immer höher, schneller, weiter. Unendliches Wachstum und Gewinnsteigerung auf Kosten der Umwelt und unserer Mitgeschöpfe haben zu dieser Misere geführt.Im Herbst stellt man dann womöglich auch noch fest, dass die Impfungen nicht das bewirken, was sie versprechen und das ist ja auch ganz logisch. Die Grippeimpfung muss ja auch jedes Jahr aufgefrischt werden und hält nicht auf immer und ewig, weil es jedes Jahr neue Virenstämme gibt (ausser letzten Winter, da gab es nur Corona, keine Grippe). Es ist halt wie immer und mit allem. Wenn ich sage “Die Massentierhaltung muss verboten werden, Feuerwerke sollten generell verboten werden, der Einsatz von Spritzmitteln wie Glyphosat und ähnlichem sollten für immer untersagt werden, Einwegplastik muss dringend sofort verboten werden, das Artensterben muss aufgehalten werden, lasst den Bienen ihren Nektar”, bin ich die Fanatikerin, die die Leute einschränken will, obwohl jeder mit etwas Grips im Hirn sehr wohl um die Zusammenhänge weiss. Wenn wir aber Mitten in einer Pandemie sitzen (und es ist vermutlich noch lange nicht zu Ende), dann ist das gefühlte Hauptproblem der Menschen, dass ihr Urlaub nicht gefährdet wird oder die Europameisterschaft oder eine Olympiade. Wir können wirklich froh sein, dass Sars-Covid -2 nicht noch ansteckender ist oder eine hohe Mortalität hat, wie z.B. Ebola. Wenn dem so wäre, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben.