Kreatives Schaffen

Wenn ich mich kreativ betätige, egal ob ich male, nähe, fotografiere oder Bilder bearbeite, dann vergesse ich die Zeit und gehe voll in dem auf, was ich tue. Der Schaffensprozess wirkt wie eine Art Meditation, nur dass ich eben nicht nichts tue sondern etwas Neuem Gestalt gebe.

Hierzu ein Beispiel meiner Eigenkreation im Bereich “Fashion”:

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Meine Tochter findet es anscheinend nicht so gut, hahahahaha. Es ist ein Kleid aus Baumwolljersey mit Lamas bedruckt. Es ist aufgrund meiner derzeitigen Handicaps noch nicht ganz fertig, aber ich denke, das Endprodukt ist schon erkennbar.

Am Sankt Nimmerleinstag

Irgendwie habe ich heute darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn es den Sankt Nimmerleinstag tatsächlich geben würde.

Boah, stellt Euch vor, es würde dann alles passieren, was eben nie passiert.

Wir werden tatsächlich mit S. grillen, wozu wir schon seit 5 Jahren eingeladen sind. Ebenso wie zur Wohnungseinweihung von C. und I. die schon mindestens ebenso lange stattfinden soll. I.B. wird Empathie entwickeln, unsere Katzen werden gesittet speisen und ihr Streu nicht mehr im halben Haus verteilen, Familie X wird aufhören wegen jedem irrelevanten Scheiss zu lügen. Der derzeit amtierende Präsident der USA wird sophisticated. Auf Insta posten die Influencer ohne Filter. Alle Firmen, bei denen ich mich je beworben habe und von denen ich niemals etwas gehört habe, werden sich bei mir melde. Die Hölle wird zufrieren.

Ich glaube, der Tag wird sehr lang werden.

Destruktive Phase continues

Seit Mitte Mai habe ich eine RCS – Retinopathia centrale seerosa. Zuerst wurde es besser, aber schon am 11. September bemerkte ich, dass ich wieder viel schlechter sah. Als ich montags darauf sowieso einen Kontrolltermin hatte, bestätigte die Augenärztin meinen Verdacht. Sie überwies mich an eine Spezialklinik und dort stellte man fest, dass ich nicht nur eine sondern gleich mehrere RCS habe. Am 6. Oktober wurden die Ödeme mit einem speziellen Laser verödet. Bis sich jedoch die Flüssigkeit abgebaut hat, wird es noch dauern. Bis zu 8 Wochen werde ich mich gedulden müssen. Was mir zunehmend schwer fällt. Lesen ist kaum möglich, Auto fahren auch nicht. Seit der Laserung kam allerdings ein witziger Umstand dazu. Wenn ich im Freien bin (in geschlossenen Räumen tritt es nicht auf) sehe ich Teile meines Blickfelds wie verpixelt und mit einem Glitzereffekt versehen.

Auf dem Boden der Tatsachen ist sowieso viel zu wenig Glitzer und so sehe ich wenigstens Einhornstaub. Man muss das Positive in allem sehen.

Bedingungslose Liebe

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Diese beiden Geschöpfe lieben mich, das weiss ich. Sie lieben mich immer, egal wie ich ausschaue und ganz gleich wieviel Geld ich habe. Diese Wesen sind wie nicht von dieser Welt. Katzen haben irgendwie etwas Außerirdisches an sich. Sie sind für mich der Inbegriff von Spiritualität. Sie leben immer im Hier und Jetzt. Sie sind meiner Meinung nach eine hochentwickelte Spezies von der wir Menschen noch viel lernen können. Vor allem wie man chillt.

Do. Or do not. There is no try.

Ich musste heute an diesen Spruch von Yoda denken und wie sehr er auf mich zutrifft. Ich versuche immer alles nur. Ich versuche meine Ängste zu überwinden, versuche mein Licht nicht immer unter den Scheffel zu stellen, versuche selbstbewußter zu sein. Ich versuche. Ich bin wie Luke Skywalker, der es nicht schafft, den X-Wing aus dem Sumpf zu ziehen. Der X-Wing ist in diesem Fall eine Metapher für mein Leben. Auch ich hänge irgendwie im “Sumpf” fest. In einem Sumpf aus Angst und Unzufriedenheit. Unbewußtheit und angeblichen Pflichten und Erwartungen, die ich anscheinend erfüllen muss. Ich bin kein Yedi-Meister. Ich bin eine unfähige Novizin, die immer nur bei den Versuchen hängen geblieben ist, in ihrem Leben etwas zu meistern. Do! Or do not! There is no try!

Du musst Dich anpassen

Du musst Dich anpassen wurde mir heute gesagt. Dass Du nicht in diese Welt passt spricht zwar für Dich, aber der Mensch ist anpassungsfähig. Du musst Dich gut verkaufen.

Verkaufen heißt in diesem Fall verstellen. Ich soll vorgeben, jemand anderer zu sein, als ich bin. Denn ich kann mir angeblich den Luxus nicht leisten, ich selbst zu sein.

Ist das so? Ich denke nicht. Wem bringt es was, mich so zu verbiegen, dass ich mich selbst nicht mehr erkenne. Mir sicher nichts.

Zu lange habe ich auf diese Rat”schläge” gehört. Und wohin hat es mich gebracht? Richtig, nirgendwo hin, wo ich sein möchte. Wenn ich mich also nicht mehr anpasse und offen sage, was ich will und was nicht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, auch endlich das zu bekommen, was ich will.

Wozu bin ich hier?

Inzwischen lebe ich beinahe 53 Jahre auf diesem Planeten und wozu? Was habe ich erreicht? Was bewirkt? Würde es einen Unterschied machen, wenn es mich nicht geben würde? Wie sähe eine Welt ohne mich aus? Wahrscheinlich nicht viel anders, oder?

Es wäre interessant, wie es aussehen würde, wenn es mich nie gegeben hätte, so wie es George Bailey in “Ist das Leben nicht schön” durch den Engel Clarence gezeigt bekommt. Jedoch habe ich keine Baugenossenschaft aufgebaut, wie George. Ich habe nicht wirklich etwas Großes erreicht. Ich habe einen ziemlich trivialen Job. Ich vegetiere mehr als dass ich lebe. Mein Leben ist so gewöhnlich. Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied machen würde, wenn es mich nicht geben würde.

Vielleicht gibt es eine Parallelwelt in der es mich wirklich nie gegeben hat. Bei Dark hat es auch keinen großen Unterschied gemacht, dass es Jonas in der anderen Dimension nie gegeben hat. Dafür gab es eben jemand anderes. So ist es wahrscheinlich auch in der Welt ohne mich. Es gibt dann einfach jemand anderes, den es dafür in dieser Welt nicht gibt.

Es würde mich auch keiner vermissen, weil mich ja keiner kennen würde. Oder doch? Vielleicht prägen wir alle das Leben anderer mehr, als uns bewusst ist. Vermutlich haben wir einen weit größeren Einfluss auf die Lebensbahnen der uns umgebenden Menschen und Tiere als wir je erahnen können. Wir sind alle so einzigartig, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob es uns gibt oder nicht.