Kleines Kerlchen am Morgen

IMG_4754

Dieses schöne Wesen kreuzte heute morgen meinen Weg, als ich zur Bushaltestelle lief. Ich wollte es eigentlich in den nächstgelegenen Garten tragen. Jedoch konnte ich es nicht hoch heben. Es war nicht vom Boden weg zu bekommen und weh tun wollte ich ihm auch nicht. Es war nicht weit von einem kleineren Grasstück entfernt und vermutlich wollte es auch dort hin, weshalb ich sie guten Gewissens ihres Weges ziehen lies.

Manchmal, wenn ich Schnecken vom Gehweg ins Gras gesetzt habe, kamen mir schon so Gedanken, wie “Ob sie das jetzt auch gut findet. Vielleicht wollte sie ganz woanders hin. Dadurch, dass ich sie in dieses Gras getragen habe, muss sie jetzt vielleicht wieder ewig weit laufen, weil sie ursprünglich in die komplett entgegen gesetzte Richtung wollte”. Vielleicht gilt auch hier “Gut gemeint ist immer Scheiße!”

Wenn ich jedoch eine Schnecke von einem viel frequentierten Gehweg leicht vom Boden heben kann, dann werde ich es auch zukünftig tun und sie im Gras absetzen. Genauso handhabe ich es auch mit Regenwürmern. Das kostet mich nur ein paar wenige Sekunden und verlängert vermutlich das Leben der Kleinen.

Ein Gebot der Höflichkeit

Gestern war ich auf Schlussverkauf-Schnäppchen-Jagd. Ich habe ein Händchen dafür, mega coole Stücke zu ergattern, wenn es mich in den Fingern juckt. Gestern war es wieder soweit und ich spürte das altbekannte Schnäppchen-Gribbeln in meinen Händen.

In einer kleinen Boutique wurde ich schnell fündig und erstand ein grau-meliertes, sehr figurbetontes Kleid.

Weil ich die Stofftasche vergessen hatte und unbedingt die Plastiktüte vermeiden wollte, stopfte ich das neu erworbene Stück in meine Handtasche. Jedoch war ich gestern mit einer relativ kleinen Tasche unterwegs, so dass diese nicht mehr  geschlossen werden konnte und das Kleid quasi oben heraus quoll.

Glücklich lief ich mit meiner Trophäe Richtung Auto, als mich eine Frau ansprach “Hast Du das graue Kleid in der Boutique da hinten gekauft?”, “Ja genau” “Ich hatte dasselbe in schwarz anprobiert, aber der Stoff war hinten am Hintern total durchsichtig. Hast Du es anprobiert? Nicht, dass es Dir auch so geht”. Ich nickte freundlich und sagte “Das ist schade, dass es Dir nicht gepasst hat, vielleicht liegt es an der Farbe. In grau ist es nicht durchsichtig”. Sie antwortete “Das freut mich für Dich”. Wir wünschten uns noch einen schönen Tag.

Die Frau war sehr nett und ich wollte sie nicht brüskieren. Die Wahrheit wäre gewesen, dass sie einen Hintern dreimal so groß wie Kim Kardashian hatte und dass auch der beste Stoff nur bis zu einem gewissen Grad gedehnt werden kann. Sie hätte auch in der grauen Variante einen “Durchsichtigen Hintern” gehabt… aber das Gebot der Höflichkeit lies mich dies natürlich nur denken und ich gab eine Notlüge von mir, die suggerierte, dass es natürlich nur am Stoff gelegen haben muss.

Manchmal sind Notlügen einfach die klügeren Varianten.

Gefangen wie der Schmetterling

Ich beobachtete heute mittag einen weissen Schmetterling, der sich unter einen Sonnenschirm verirrt hatte. Minuten lang flog er immer wieder gegen den Stoff des Schirms und fand nicht mehr heraus. Er hätte nur 10 cm weiter nach unten fliegen müssen und wäre sofort frei gewesen. Doch das sah er nicht. Er stiess immer wieder gegen die Bespannung des Schirms und fand erst nach einer kleinen Ewigkeit den “Ausweg”. Frei flog er davon.

Geht es uns auch oft so, wie dem Schmetterling? Wir denken, eine Situation ist aussichtslos und wir sind darin scheinbar gefangen, weil auch wir das Ende des Schirms nicht sehen können, wo der freie, endlose Himmel beginnt?

Wir sind in diesen Umständen gefangen, weil wir das große Ganze nicht sehen können, sondern nur diesen kleinen Ausschnitt. Wie der Schmetterling, der nur die Stoffwände des Schirms sah und nicht, dass darunter die endlose Freiheit war.

Nebenan war nochmals ein anderer Schirm aufgestellt. Selbst wenn der Schmetterling dort rüber geflogen wäre, hätte er ein paar Zentimeter darunter wieder die Freiheit gehabt. Es hätte nur etwas länger gedauert, bis er sie gefunden hätte.

Lasst uns Ausschau halten, nach dem endlosen Horizont und aus dem “Schirm” heraus fliegen. Es ist nur ein ganz begrenzter Teil der Welt, aus dem man heraus kommen kann.

Seltsame Begegnung unterwegs

Heute war ich Lebensmittel kaufen und stand an der Kasse an. Vor mir waren zwei Leute. Es drängelte sich eine Frau undefinierbaren Alters an uns vorbei. In ihrer Hand ein Tetrapack Eistee. Sie schnauzte die Kassiererin an.

Hintergrund des “Aufstands” war wohl, dass sie 10 Minuten zuvor einen 1,5 Liter Pack aus dem Regal gegriffen hätte, weil dieser falsch im 1 Liter Fach platziert gewesen wäre. Deshalb wollte sie nun 10 Cent rückerstattet bekommen. Das wäre die Differenz der beiden Verpackungsgrößen.

Sie machte einen Riesen-Bohei aus der Geschichte und letztendlich holte die bedauernswerte Kassiererin zuerst eine Kollegin, welche die Frau aber auch nicht beruhigen konnte. Mir wurde es dann zu blöd und ich gab ihr 10 Cent und fragte sie, ob jetzt alles gut wäre. Doch das war es nicht… letztendlich kam der Marktleiter und die Frau machte noch immer einen Aufstand wegen der 10 Cent.

Ich bekam meine Münze wieder zurück und die Frau wollte sich unbedingt weiter aufregen.

Ich hätte mich einmischen sollen und der Frau sagen sollen, was ich dachte. Nämlich dass sie uns und vor allem sich selbst Lebenszeit und Lebensqualität gestohlen hat! Wegen 10 Cent!

Sie hatte sich unbedingt aufregen wollen. Es ging ihr eigentlich nicht um den Tetrapack und auch nicht um das Geld. Es ging ihr darum, sich aufzuführen und ihren Frust raus zu lassen. Wegen was auch immer sie gefrustet war, der Tetrapack war hoffentlich nicht wirklich die Ursache. Oder gibt es wirklich solche Menschen, die sich masslos darüber aufregen, dass eine 1,5 Liter Packung im Regal für die 1 Liter Packungen stand, sie das nicht geschnallt hat und erst an der Kasse am Preis festgestellt hat und dann die Schuld der Kassiererin gab?

Was für eine sinnlose Verschwendung von Lebenszeit!

Was ist unser “Tetrapack Eistee”? Worüber regen wir uns sinnlos auf? Womit verschwenden wir unsere Lebenszeit?

Ohne Fleisch kann man doch nicht leben…

auch diesen Satz höre ich wieder und wieder und wieder… egal ob ich als lebender Beweis vor Ihnen stehe… ich lebe seit über 30 Jahren recht gut damit. Deshalb: JA, man kann prima ohne Fleisch leben! Man kann auch ausgezeichnet ohne Milchprodukte, Eier, Honig, Lederprodukten, Zeugs mit Gelatine oder Collagen und sonstigen “Tierischen Produkten” leben. Es geht ziemlich einfach. Man muss im Laden nur in eine andere Ecke – das ist schon alles an “Umstellung”. Auch damit lebe ich schon seit ungefähr 6 Jahren ziemlich super! Also erzählt mir keinen Scheiß! Man kann gut ohne “Tierische Konsumgüter” leben. Alleine am Willen mangelt es. Seit dann doch wenigstens ehrlich und sagt: “Ich habe keine Lust, mein Leben zu ändern”.

Meine Katze ist viel süsser

Im Internet sah ich einen echt witzigen Spruch, der total auf mich passt “Egal wie viele Bilder Ihr mir von Euren Babies zeigt: Meine Katzen sind viel süsser und niedlicher!”

Ich kann nichts dafür, das war schon immer so. Ich mag Kinder, ich habe nichts gegen sie, aber wenn ich eine Katze sehe… dann sind das ganz andere Emotionen. Es ist nicht so, dass ich Eure Kinder absichtlich nicht so goldig finde, wie Eure Katzen, es ist einfach so. Eure Kinder sind auch niedlich und süss, aber eben nicht so sehr wie Eure Katzen, oder Hunde, Schäfchen, Ziegen oder Kaninchen etc…oder wenn Ihr gar kleine Eselchen habt… oder Kälbchen… aber Katzen sind nun mal meine Lieblingstiere.

Die Rückkehr der alten Götter – eine von mir erfundene Fantasiegeschichte:

Freyja lebte nun schon seit Jahren in dieser Stadt im Süden Deutschlands. Hier konnte sie höchstens noch 5 Jahre bleiben, bevor die Leute in ihrer Umgebung argwöhnisch wurden. Im 21. Jahrhundert war die Zeitspanne länger geworden, die sie an einem Ort bleiben konnte. Freyja war unsterblich. Sie war eine Gottheit. Früher wurde sie angebetet, aber das war schon viele Jahrhunderte her. Ohne Menschen, die an sie glaubten, war sie sozusagen arbeitslos. Deshalb lebte sie einige Jahre an einem Ort und zug dann weiter, bevor auffiel, dass sie nicht alterte.

Sie war die Göttin der Liebe und Schönheit. Doch sie hatte ihren Zauber verloren. Weil niemand mehr an sie glaubte, hatte sie auch aufgehört an sich zu glauben.

Traurig rührte sie den Kessel mit dem Liebeselixier. Auch wenn sie ohne Arbeit war, so hatte sie ihr Handwerk doch nicht verlernt und was konnten die Menschen gerade am allermeisten gebrauchen: Liebe!

Weiterlesen