25. Juni 2020

Wieder ein Tag, den ich lieber nicht erlebt hätte…

Vorgestern habe ich geträumt dass Du Deine Geschwister abgeschleckt hättest. Der Traum fühlte sich so real an. In Wirklichkeit hättest Du aber Onya und Orpheus nicht abgeleckt und mit ihnen geknuddelt sondern ihnen höchstens Nasenstupser gegeben. Vielleicht war das Deine Verabschiedung von ihnen und es war doch nicht nur ein Traum?

Gestern haben wir Dich plötzlich und vollkommen unerwartet verloren. Viel viel viel zu früh wurdest Du uns entrissen. Unser geliebter drolliger kleiner Schatz. Du warst so bezaubernd.

Am 12. Februar 2019 sah ich Dich das erste Mal. Du wurdest als Fundtier in der lokalen Zeitung vorgestellt. Ich habe mich damals sofort in Dich verliebt und Deinem Papa geschrieben, dass ich Dich bei uns haben möchte. Am nächsten Tag besuchten wir Dich. Sofort als Du uns gesehen hast, hast Du Dich auf den Rücken gelegt und die Pfoten in die Höhe gestreckt und uns Dein Bäuchlein zum kraulen angeboten. Du hattest sofort ein Urvertrauen zu uns. Am Valentinstag holten wir Dich zu uns und die Dame, der Du zugelaufen warst war sich sicher, dass Du bei uns ein glückliches Zuhause hast und gab Dich vertrauensvoll in unsere Hände.

Zuerst separierten wir Dich, damit Du Deine drei Geschwister langsam kennen lernst, doch Du hattest andere Pläne. Du hast die Tür geöffnet und hast Dich zu uns ins Bett gelegt, als ob Du schon immer bei uns leben würdest. Deine Geschwister hast Du zwar kurz etwas angefaucht und angeknurrt, aber schon recht bald freundlich begrüsst durch die oben erwähnten Nasenstupser.

Als wir Dich adoptiert hatten, hatte ich noch Monate lang Angst, es könnten sich doch noch etwaige Vorbesitzer melden und Dich zurück fordern. Ich habe bei Tasso viele Jahre Suchanzeigen durchforstet aber niemand hat einen Kater wie Dich vermisst, was mich beruhigt hat, dass Du uns nicht mehr genommen werden kannst, denn ich hätte Dich auch ganz sicher nicht mehr her gegeben. Du warst unser kleiner Sohnemann. Unser Wonneproppen mit Deinem Waschbärringelschwänzchen. Ein wahrer Prachtkater.

Du hattest so ein wunderschönes Gesichtchen. Ich konnte Dich stundenlang anschauen. Du hattest häufig einen Blick, der nicht von dieser Welt war. Deine wundervollen Augen, die ausschauten, als ob sie mit Kajal umrahmt wären. Du konntest schauen, als ob Du alle Geheimnisse des Universums wüsstest. Unser allwissender kleiner Zauberer mit dem süssen Silberblick.

Du hast uns schnell gelehrt, dass wir die Küche nach dem Essen sofort aufzuräumen haben, weil wenn wir das nicht gemacht haben, hast Du die Pfannen und Töpfe inspiziert. Du hast mit Deinen Zähnchen wie ein Kaninchen unsere Handyladekabel durchgebissen, aber wir konnten Dir niemals böse sein. Du hast den Couchtisch täglich abgeräumt weil Du fandest, dass es ein idealer Liegeplatz für Dich wäre und das Gerümpel darauf zu verschwinden hat. Einmal hast Du mit Deinen Pfötchen die elektrische Markise ausgefahren, wel es Dir zu hell im Wohnzimmer war. Du konntest Türen leicht öffnen indem Du auf die Klinke gesprungen bist, bis die Tür aufging. Deshalb mussten wir uns selbst einschließen und die Eingangstür stets verschlossen halten. Du hast uns im Erdgeschoss zum Klo begleitet und hast immer vor der Tür gewartet und uns freudig mit Deinem lieblichen Maunzen begrüßt, wenn wir wieder heraus kamen. Du warst so niedlich. Wenn Dein Papa im Hobbyraum Sport gemacht hat, hast Du ihm von Sofa aus zugeschaut. Du kleines süsses Papakind.

Erst am Dienstag hast Du nachts noch „Harfe gespielt“. Dazu hast Du Dich unter das Bett gelegt, auf den Rücken gedreht und mit den Pfoten am Lattenrost gezupft. Es war nicht schön anzuhören aber unfassbar goldig. Es hat uns auch kaum etwas ausgemacht, wenn Deine Konzerte mitten in der Nacht stattfanden. Nur ein Zauberer kann Harfe spielen und wir wussten Dein musikalisches Talent durchaus zu schätzen. Unser kleiner Herr. Du warst der Einzige, der die Leckereien aus dem Intelligenzspielzeug herausholen konnte. Du hattest den Mechanismus sofort durchschaut während Deine Geschwister nur an dem Teil geschnüffelt haben.

Ich wollte immer filmen, wie Du Deine Krallen an den Kratzbäumen geschärft hast. Du hast dabei Dein süsses Popöchen hin und her gewackelt. Das sah so unendlich drollig aus. Leider warst Du immer zu schnell und ich kann das nur noch in Erinnerungen abrufen. Ich habe es auch geliebt, wenn Du den Sonnengruß gemacht hast und Dich dann auf die Seite hast fallen lassen, dann auf den Rücken gedreht hast und wir Dein flauschiges Bäuchlein streicheln durften. Du geliebter Flauschiflausch. Unser Waschbärchen. Unser Zauberer. Über alles geliebter Merlin. Wir sind noch immer unter totalem Schock, weil wir Dich so schnell und so jung verloren haben.

Wie ich es vermisse, dass Du auf dem Fenstersims im Schlafzimmer liegst, wie Du unsere Hände immer sofort abgeleckt hast, sowie wir Dich gestreichelt haben, Deine wundervollen Pfoten mit den Schneeschuhen, Dein wohlgeformtes Näslein, Deine schöne Fellzeichnung, Deine Mähne, wie Du bei uns beinahe jede Nacht im Bett lagst.

Fünf Wochen konntest Du noch das Aussengehege genießen und erst vergangenen Samstag habe ich ein Video von Dir gedreht, wie Du ausgiebig den Grill inspiziert hast. Du hast auch gerne Ameisen gefangen und Ziergrashalme aus dem Nachbargrundstück gefischt, die ich Dir immer sofort abgenommen habe, weil ich Angst hatte, Dass Du Dich an den scharfen Halmen verletzen könntest. Wenn eine andere Katze unser Grundstück betrat, hast Du Dein Revier sofort verteidigt.

Ich denke immer, Du müsstest gleich die Treppe herunter gepoltert kommen. Es war unverkennbar, wenn Du die Treppe rauf und runter gelaufen bist. Hier auf dem Sofa liegt Dein Plüschfischlein, das Du so geliebt hast und ich kann es nicht ansehen ohne sofort loszuheulen. Du hast es immer mit den Pfoten in die Luft geworfen und wieder aufgefangen oder auf dem Sofa herum gekickt. Du hast auch gerne mit der Angel gespielt und Du warst trotz Deines Gewichts sehr beweglich und aktiv. Du lagst so oft wie der Chef auf dem Sofa und hast eine Deiner Vorderpfoten an die Lehne drapiert. Du niedliches Zaubergeschöpf. Leider durften wir Dich nur ein Jahr und etwas über 4 Monate bei uns haben und dennoch hast Du uns in dieser Zeit so viel gegeben. Du hast uns komplett verzaubert mit Deinem Charme.

Speziell einen Freund von uns hast Du immer wenn er zu Besuch war ausgiebig beobachtet. Du hast ihn nie aus den Augen gelassen. Er hatte immer Respekt vor Dir und wir haben oft darüber gelacht, wie Du ihn im Visier hattest. Alle unsere Freunde hatten Dich gern, dessen bin ich gewiss.

Erst vorgestern sasst Du auf dem Sofa und hast mich wieder mit Deinem allwissenden Blick angeschaut und ich sagte zu Dir, dass Du so wunderschön bist und manchmal hatte Dein Gesichtchen etwas Menschliches an sich. Es ist schwer zu erklären. Wir fanden es auch immer mega lustig, wie Du jeden Abend den Arm von Deinem Papa gerammelt hast. Oh Gott, wie vermisse ich Dein liebliches Maunzen und wie Du beim Kochen immer um mich warst und dann wieder auf den Rücken gerollt bist, damit ich Dein Bäuchchen kraulen kann und Du hattest so einen tollen Duft an Dir. Ich hab so gerne meine Nase in Dein Flauschefell vergraben und Deinen Bauch und Dein Köpfchen geküsst. Wenn wir Gäste zum essen da hatten, hast Du Dich immer unter deren Stühle gelegt und ihre Beine umschmust. Jeder der Dich kannte weiss, was wir für einen Schatz verloren haben.

Es tut mir leid, wenn ich Dich im Gehege davon abgehalten habe, das Netz nieder zu reisen. Du wärst glaub gerne auch auf den Rasen und ganz ins Freie. Das konnten wir Dir aber mit unserer Wohnlage nicht bieten, bzw. hätten viel zu große Angst gehabt, dass Du überfahren werden könntest. Ich hatte ernsthaft überlegt, Dir ein Geschirrchen zu kaufen und jeden Tag mit Dir „Gassi“ zu gehen. Das hätte ich auch die nächsten Tage gemacht, wenn Du uns nicht entrissen worden wärst.

Wenn wir manchmal beim Spazieren laufen Eltern mit ihren Kindern in einem Fahrradanhänger sahen, dann sagten wir immer „Das würde unserem Merlin auch gefallen“. Wir stellten uns auch manchmal vor, wie wir Dich an der Leine mit in den Biergarten genommen hätten und sagten immer „Unser Merlin wäre dort der Star“ und das wärest Du auch gewesen. Jeder der Dich sah, mochte Dich. Alle Freunde und Kollegen hatten Dich gern. Es ist so irreal, dass Du so plötzlich ohne Vorwarnung gehen musstest. Du warst vorher nie krank. Es ging Dir immer gut, scheinbar. Wir hatten auch keine Indikation, Dein Herz schallen zu lassen. Du warst nie kurzatmig, Du hast vorher niemals geröchelt und es gab einfach keine Vorwarnung und keine Anzeichen für einen Herzfehler. Die Tierärztin sagte uns, dass das bei Deiner Rasse (wir wissen ja nicht, ob Du ein Mischling warst oder eine Schwarzzucht und auch sonst nichts über Deine Vergangenheit) leider sehr häufig der Fall ist. Viele Norweger, Ragdoll oder Maine Coon haben solche Herzfehler und sterben jung. Leider werden bei uns in der Gegend häufig kranke Tiere ausgesetzt. Rassekatzen und auch Rassehunde die nicht den Zuchtstandards entsprechen und die von Vermehrern und Schwarzzüchtern ausgesetzt werden. Die Familie, bei der Du im Dezember 2018 Zuflucht gesucht hattest war auch der Meinung, genauso wie unsere Tierärztin, dass Du vermutlich ausgesetzt wurdest. Vielleicht war diesen Personen Dein Herzfehler auch bekannt. Aber das sind alles nur Spekulationen. Die letzten Monate hattest Du bei uns ein glückliches Leben, auch wenn das für uns nur ein kleiner Trost ist. Es war offensichtlich, dass Du Dich bei uns wohl gefühlt hast. Du hast die meiste Zeit Dein Bäuchlein zum kraulen hin gestreckt, was bei Katzen ein eindeutiger Beweis des Vertrauens ist. Du hast auch keinen traumatisierten Eindruck gemacht. Schlecht behandelt wurdest Du glaub nicht. Du hast aber auch immer nie so ganz tief und fest geschlafen wie Onya und Orpheus, die man im Schlaf weg tragen könnte, sondern warst immer so ganz leicht wachsam, genauso wie Dein Bruder Gizmo, der traumatisiert aus Spanien zu uns kam. Irgendetwas hast Du vorher vielleicht doch erlebt, weshalb Du Dich so verhalten hast.

Am Mittwochmorgen ganz früh lagst Du in der Küche am Fenster und hast rausgeschaut. Das hattest Du schon ewig nicht mehr gemacht. Es war ganz zu Anfang Dein Lieblingsplatz, als Du zu uns kamst. Ich dachte noch für einen Moment „Komisch, dass er dort auf einmal wieder liegt“. Vielleicht wolltest Du Dich nochmals von allen Lieblingsplätzen verabschieden.

Wir vermissen Dich unendlich und würden alles drum geben, wenn Du wieder den Tisch abräumen oder unsere Ladekabel anknabbern, meine Handytrageschlaufe mit Deinen Zähnchen bearbeiten oder das Sofa „stempeln“ würdest. Nur noch ein Blick in Deine fabelhaften Augen. Du warst wirklich ein Zauberer, der Zauberer der Herzen der uns alle verzaubert hat mit Deinem drolligen, wundervollen Wesen. Unser kleiner süßer Merlin. Wir werden Dich niemals vergessen und immer lieb haben. Wir hätten Dich auch adoptiert, wenn wir von Deinem Herzfehler gewusst hätten, denn wir liebten Dich vom ersten Augenblick an und ich glaube, Du uns auch.

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Mein geliebter Liebling

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Wer Dich kannte, der weiss, was wir verloren haben. Du warst so wunderschön. Unglaublich süss. So ein sanftes, liebevolles Wesen. Du warst das wundervollste Katerchen, das man sich vorstellen kann. Ich vermisse Dich so unendlich. Ich quäle mich selbst, indem ich mir Bilder und Videos von Dir anschaue. Es wird irgendwann eine Zeit kommen, wo ich mir wieder ohne Schmerz all das anschauen kann und auch wieder ohne Trauer an Dich denken kann und alles was wir mit Dir erlebt haben. Das wird dauern. Trauer gehört zum Leben. Schmerz gehört ebenso zu unserem Leben. Wir durfen Dich nur etwas über fünf Jahre bei uns haben. In dieser Zeit bekamen wir von Dir so viel Liebe und Vertrauen. Dich zu adoptieren war definitiv einer unseren besten Entscheidungen. Du unendlich liebevolles Wesen. Ich konnte mich so oft nicht an Deiner Schönheit satt sehen. Du warst so einmalig einzigartig. Irgendwann werde ich Dich wieder sehen. Solange darf ich Dich vielleicht in meinen Träumen besuchen.

Rote Katzen überall

vielleicht fällt es mir nur jetzt besonders auf und es war schon immer so, aber gefühlt häufen sich die roten Katzen, die mir immer und überall begegnen. Egal ob in der Werbung oder auf Insta oder Facebook.

Ich öffne eine Seite und zack erscheinen rote Katzen. Alle schauen Gizmo ziemlich ähnlich. Wirklich nur Zufall?

Die Frage nach dem Warum

Immer wenn ein Bereich meines Lebens sich endlich zum besseren wendet, geschieht ein Unglück. Als ob ich nicht glücklich sein dürfte. Werde ich für jedes Glück das mir widerfährt “bestraft”? Wenn der Tod von meinem Gizmo der “Preis” war, den ich für etwas Anderes bezahlen musste, dann war es ein viel zu hoher Preis. Lieber hätte ich noch länger in der alten Situation ausgeharrt, als dass er mir genommen wird.

Eine Tierkommunikatorin sagte mir eine Woche vor Gizmo`s Übergang dass er nicht weiss, ob er gehen will oder nicht und dass es von meinem Verhalten abhängen würde, wie er sich entscheidet. Jetzt denke ich natürlich, dass ich irgendwas gesagt oder getan hätte, was ihn veranlasst hat zu gehen. Vielleicht ist das aber wieder “magisches Denken” meinerseits. Eine Freundin sagte kürzlich zu mir, dass wir nicht die Macht über Leben und Tod haben. Vielleicht hat jedes Leben eine bestimmte Zeitspanne und wenn diese endet können wir machen was immer wir wollen. Es lässt sich nicht beeinflussen.

Ein rationaler Teil von mir weiss, dass es schwachsinnig ist zu denken, ich würde für glücklichere Umstände in meinem Leben mit dem Tod meines Katzensohnes bestraft werden.

Der Tod ist nicht unser Feind, das weiss ich. Trotzdem vermisse ich meinen kleinen Liebling natürlich unendlich. Auch die Gedanken wie “Ich hätte die Fehldiagnose unserer ehemaligen Tierärztin erkennen müssen” sind müssig. Hätte, wäre, wenn. Wir haben ihr vertraut und ich mache auch ihr keine Vorwürfe. Was würde es mir oder Gizmo bringen, ihr zu grollen oder sie gar zu hassen, weil sie mit ihrer falschen Diagnose und dem nicht erkennen der lebensbedrohlichen Situation sein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Sie ist auch nur ein Mensch. Sie hat sicher nicht absichtlich so fahrlässig gehandelt.

Ich hatte sie gefragt, ob sie sicher ist, ob es wirklich nur Gas in seinem Bäuchlein ist und nicht doch Wasser, was sie deutlich und vehement verneint hat mit “Auf gar keinen Fall, das würde ganz anders ausschauen”. Leider war es doch Wasser und sie hatte auch das Lymphom nicht gespürt und nicht gesehen. Wir vertrauten ihrer Aussage, dass Gizmo eben eine Magenverstimmung hätte, die etwas länger andauert. Selbst seine Gewichtsabnahme tat sie als Banalität ab und wir glaubten ihr. Vielleicht wollten wir ihr auch nur zu gerne glauben, dass er nur etwas Harmloses hat. Wie gesagt, sie ist auch nur ein Mensch und wir alle machen Fehler. Natürlich sind bei ihr die Fehler gravierender, als wenn ich im Büro einen Fehler mache. Bei ihr geht es um Leben und Tod.

Vielleicht ist das Lymphom auch so mega rasant gewachsen, dass sie es bei unserem ersten Besuch nicht sehen oder spüren konnte. Bei unserem zweiten Besuch hätte sie es jedoch ganz sicher spüren müssen. E ist wie es ist und wir müssen mit der Situation leben. Schuldzuweisungen nützen keinem. Niemand kann die Zeit zurück drehen und es ungeschehen machen. Es ist auch fraglich, ob wir Gizmo hätten retten können, wenn sie die Situation drei Wochen vorher korrekt eingeschätzt hätte. Vermutlich hätten wir deutlich bessere Voraussetzungen bezüglich der Behandlungen gehabt, weil man zum Schluss hin wirklich zuschauen konnte, wie der Krebs immer mehr die Oberhand gewann. Aber vielleicht wäre es so oder so geendet, wie es endete. Vielleicht musste es so geschehen.  Vermutlich ist es wirklich so, dass wir alle nur eine bestimmte, vorher ausgemachte Lebensspanne haben, bevor es wieder zurück in unsere wahre Heimat geht. Vielleicht kommt Gizmo wieder in einem anderen Körper zu uns zurück. Wahrscheinlich musste er jetzt schon so früh gehen, damit er zur rechten Zeit wieder inkarnieren kann. Was wissen wir schon. Unser Wissen begrenzt sich auf winzige Fragmente. Wir sehen immer nur Teile, jedoch nie das große Ganze.

Was wenn alles so sein musste, wie es geschah, weil wir daran wachsen können. Ganz verlieren werde ich meinen Gizzi eh niemals. Er wird immer ein Teil meines Herzens sein und irgendwann entweder in dieser Welt oder einer Anderen werde ich ihn ganz sicher wiedersehen. Nichts geschieht ohne Grund.

All life matters

Rassismus ist Scheisse, keine Frage! Sexismus ist genauso Kacke! Homosexuellen Feindlichkeit ebenso! Das Patriarchat des (heterosexuell veranlagten) weissen Mannes dauert schon viel zu lange an. In der Hierarchie der weissen “Elite” kommen zuerst die weissen reichen hetero Männer, danach die weissen reichen hetero Frauen. Die weissen Unterschichten sind wiederum unterteilt in Männlein (die auch im 21. Jahrhundert noch immer besser bezahlt werden und weniger diskriminiert) und Weiblein. Danach kommen die leicht dunkelhäutigen Männer und ganz lang später die leicht dunkelhäutigen Frauen, Zum Schluss erst die dunkelhäutigen Männer und auch hier weit danach wieder die dunkelhäutigen Frauen (ebenfalls wieder gegliedert in Reiche und Arme). In den jeweiligen Schichten sind die andersartig sexuell veranlagten Menschen auch immer als minderwertiger angesehen. Ganz am Ende kommen Tiere. Hier wieder abgestuft in Haus- Wild- und Nutztiere. Die Nutztiere stehen also ganz am Ende der absolut willkürlich festgelegten Hierarchie.

Für mich sind alles Seelen und zwar gleichwertige Seelen. Der Mensch ist nicht die “Krone der Schöpfung” und Tiere sind nicht minderwertiger als Menschen. Genauso wie unterschiedliche Rassen, Geschlechter oder Homosexuelle nicht minderwertiger sind als Andere.

Wir sind alle Tiere! Auch wir Menschen. Wir sind nicht intelligenter oder höher entwickelter. In spiritueller Hinsicht sind wir vermutlich stark rückständig gegenüber unseren Tiergeschwister.

Des Übels Wurzel ist Speziesismus. Wie wollen wir die selbst geschaffenen Grenzen unter uns Menschen überwinden wenn wir immer noch denken, dass andere Spezies weniger wert wären als wir selbst? Jedes Leben zählt! Jedes Leben ist wichtig! Egal ob dieses Leben zwei oder mehr Beine hat, Federn, Fell, Schuppen, Flossen, Flügel oder unterschiedlich gefärbte Haut.

Warum holst Du Dir nicht ne neue Katze?

Diesen Satz hörte ich in den letzten Tagen recht häufig. Oftmals bekam ich schon konkrete Angebote zugesendet. Ja ich weiss, die Leute meinen es nur gut, aber wie wir wissen ist gut gemeint wirklich immer Scheiße!

Unser Sohn starb vor zwei Wochen. Das ist doch noch keine Zeit. Trauer braucht Zeit, Abschied nehmen braucht Zeit und auch der Schock über seinen schnellen Tod steckt uns noch gewaltig in den Knochen.

Wenn der Opa stirbt kommt doch auch niemand auf die Idee zu sagen “Im Altersheim sitzen so viele einsame alte Männer, die hätten es so gut bei Dir, such Dir doch da mal einen aus”. Wäre aber genau dasselbe – für uns zumindest. Der Opa ist unersetzlich und Gizmo ist unersetzlich.

Vielleicht adoptieren wir irgendwann wieder ein Katzenkind. Sehr wahrscheinlich sogar, weil drei Katzen einfach eine etwas ungünstige Konstellation sind. Das war schon nach dem Tod von unserer MissC vor zwei Jahren so. Aber wenn dann findet uns die Katze, so wie Merlin zu uns gefunden hat.

Jetzt, zwei Wochen später können und wollen wir an sowas aber nicht denken. Das wäre höchstens denkbar, wenn wir das Gefühl hätten, Gizmo schickt uns ein Kätzchen zum Trost. Das müsste uns dann aber schon vor die Füße fallen oder zulaufen. Gezielt suchen werden wir momentan ganz sicher nicht. Wenn Ihr Freunde und Bekannte das lest: Bitte hört auf, mir Katzen vorzuschlagen und zuzusenden. Es ist nicht der richtige Zeitpunkt. Gizmo war ein Familienmitglied, das kann man nicht einfach gegen ein anderes austauschen. Er war so einzigartig und einmalig. Wie eben der Großvater in meinem Beispiel oben auch einmalig und einzigartig ist.

Die Trauer um einen Menschen ist noch einigermaßen “legitim”, aber bei einer Katze muss man nach wenigen Tagen oder Wochen “drüber hinweg sein”. Wieder “normal” sein, “nach vorne schauen”, “das Leben muss weitergehen”. Oh man, ich wünsche Euch, die Ihr so denkt, dass Ihr auch mal von einem Tier so bedingungslos geliebt werdet, wie wir von Gizmo geliebt wurden und dass Ihr erfahrt wie es ist, dieses wundervolle Geschöpf zu verlieren. Vielleicht versteht Ihr es dann.