Appell für mehr Toleranz

Ich persönlich finde Pantomimen und Clowns schon seit meiner Kindheit irgendwie gruselig. Warum kann ich nicht sagen, aber wenn ich welche in der Fußgängerzone sehe, mache ich einen großen Bogen drum herum.

Ich habe eine ausgeprägte Angst vor Spinnen.

Trotzdem würde ich niemals einem Pantomimen, einem Clown oder gar einer Spinne etwas zu Leide tun.  Sie können ja nichts dafür, dass ich mich vor ihnen grusele und sie fürchte.

Die dürfen leben, wie sie es für richtig halten. In ihrem Netz kletternd, golden angestrichen auf einem Podest stehend oder mit ner roten Pappnase im Gesicht.

Meinetwegen darf die Spinne auch glauben, dass die Erde nur aus dem Spinnennetz besteht und darüber hinaus gibt es gar nichts. Am Ende des Netzes hört die Welt auf und man fällt runter. Der Pantomime darf auch glauben, dass die unsichtbare Mauer an der er entlang läuft, die Welt begrenzt und der Clown darf daran glauben, dass jeder Mensch auf der Welt ihn witzig findet. Sie tun damit niemand was. Höchstens sich selbst beschränken, aber es ist ihre Ansicht, ihr Leben, so what.

Anders sieht es jedoch aus, wenn die Spinne anfangen würde von mir zu verlangen, dass ich auch in einem Netz leben müsste. Wenn der Pantomime darauf bestehen würde, dass ich mich ebenfalls metallisch anstreiche oder als Pierrot verkleidet an nicht vorhandenen Mauern entlang tapse. Oder wenn der Clown mich dazu zwingen würde, dass ich mir ebenfalls eine rote Nase aufsetzen und eine Pumukel Perücke tragen muss, weil er es so und nicht anders für richtig hält.

Was könnte man gegen militante, fundamentalistische , verblendete “Spinnen”, “Pantomimen” oder “Clowns” tun?

Das Spinnennetz kaputtmachen? Die unsichtbare Mauer zerstören, die rote Nase verbrennen? Würde das was bringen?

Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich habe keine Ahnung, was man am besten gegen Terrorismus, Fundamentalismus und Verblendung tun kann.

Nicht so viele Nachrichten schauen ist wahrscheinlich ein guter Anfang.

IMG_3195

Das Bild ist eigentlich “Ausschuss”, aber für diesen Post fand ich es dennoch irgendwie passend.

Vermerk: Bevor sich hier die Spinnenliebhaber, Pantomimen- und Clownfans angegriffen fühlen: dies ist natürlich nur eine Metapher. 

Eine Science Fiction Kurzgeschichte

Die Galaxie, die am weitesten von der Erde entfernt liegt, heißt Zeridu. Die Erdlinge haben noch nie von Zeridu gehört, doch die erdähnlichen Planeten dort haben sehr wohl von der Erde gehört. Man importiert regelmäßig Güter von dort.

Einer der bewohnten Planeten heißt Pirlu. Auf Pirlu leben menschenähnliche Wesen. Die Pirluaner sind eine hochentwickelte Zivilisation. Das zumindest behaupten sie von sich selbst. Die irdische Geschichte hat uns gelehrt, dass sich das Ende einer jeglichen höheren Zivilisation stets durch ausschweifende Dekadenz ankündigte.

Diese Epoche haben die Pirluaner im Moment erreicht.

Der Planet steht kurz vor der Zerstörung durch Raubbau an der Natur. Ein Umdenken könnte vielleicht noch stattfinden, wird aber die Zerstörung vermutlich nicht mehr aufhalten. Zuviel und zu lange wurde zerstört.

Weil nun eh „alles den Bach runter geht“, haben die Humanoiden dieses Planeten sich dazu entschlossen, noch ausschweifendere Parties zu feiern und die „Endzeitstimmung“ zu „genießen“.

Nichts ist dekadent genug, den „Geschmack“ der Pirluaner zu befriedigen.

Der neueste Trend sind Konsumgüter aus Menschen. Die menschlichen Erdbewohner sind gerade so richtig fancy. Stühle aus Menschenknochen waren letztes Jahr der letzte Schrei, dieses Jahr sind mit Menschenhaar gefütterte Jacken, Ketten aus menschlichen Finger- und Fußnägel, sowie panierte Menschenherzen total angesagt. Wer noch mehr auf sich hält, trinkt menschliches Blut.

Als vor 10 Jahren der Menschenkult begann, brachten Frachter zunächst nur Leichen mit, damit die Pirluaner sehen konnten, wie die am weitesten entfernten Lebewesen aussahen. Doch irgendjemand begann, die Leichen „auszuschlachten“ und alles zu Schmuck oder zu „Delikatessen“ zu verarbeiten. Bald schon stieg die Nachfrage so sehr an, dass man lebende Exemplare von der Erde entführte und sie auf Pirlu züchtete.

Ihnen werden die Finger- und Zehennägel bei vollem Bewusstsein gezogen. Die Zähne, die Haut, die Innereien jedoch werden meist erst nach dem Töten verwertet. Man hält sie in engen Behausungen und hat sie gut angekettet, damit sie nicht abhauen können. Das war vor 10 Jahren mit einigen Exemplaren passiert und man hatte nur einen Teil wieder einfangen können. Der Rest war seither auf der Flucht. Immer wieder sah man vereinzelt welche, aber bis jetzt blieb die Jagd auf sie erfolglos.

Mit der Erkenntnis, dass es für ihren Planeten keine Rettung mehr gibt, verloren die Pirluaner auch jegliche Empathie. Sowohl ihrer eigenen Spezies gegenüber und erst recht den eingeschleppten Aliens, die sie für ihren Gaumenschmaus züchten.

Auch die geflohenen Menschen werden schon sehr bald mit den Pirluanern untergehen. Doch bis dahin werden noch viele orgastische Gelage mit Menschenherzen und Blut stattfinden und die Pirluaner werden sich auch noch viele Ketten aus menschlichen Finger- und Fußnägeln kaufen und auch die Stühle werden bis zum bitteren Ende aus menschlichen Knochen geschnitzt werden. Die wirklich wohlhabenden Pirluaner werden sich bodenlange Mäntel aus Menschenhaut maßschneidern lassen und menschliche Zähne als Ohrschmuck tragen. Auch ihre Bettdecken werden immer öfter mit Menschenhaar gefüllt, um die betuchten Pirluaner zu wärmen. Menschliche Finger gelten als Aphrodisiakum und man wartet meist nicht, bis die Menschen geschlachtet werden, sondern hackt ihnen schon vorher die Finger ab, um sie als Schlüsselanhänger mit sich zu tragen. Ärzte haben festgestellt, dass die Menschenherzen und das Blut verheerende gesundheitliche Auswirklungen haben. Doch die meisten kümmert das nicht und sie essen und trinken weiterhin menschliche „Delikatessen“. Die Pirluaner haben schließlich nichts mehr zu verlieren.

 

Grausamkeit

Gestern sah ich eine Reportage über die arglistige Verbrauchertäuschung durch Echtpelze an Kleidungsstücken, die als Kunstfasern deklariert werden.  Oder besser gesagt, ich wollte es anschauen, aber ich konnte es schon nach wenigen Minuten nicht mehr mit ansehen. Es wurden Pelzfarmen gezeigt, wo viele verschiedene Tiere in winzigen Käfigen gehalten wurden und wo man ihnen bei lebendigem Leib das Fell abzog und sie dann einfach so sterben ließ. Füchse, Waschbären, Nerze etc oder in Asien auch oft Katzen und Hunde.

Was ist bei einem Menschen schief gelaufen, der den Tieren das Fell abziehen kann? Was ist mit den “Fischern”, die Delfine in Buchten treiben und sie dort zu Tausenden abschlachten? Wer kann Robbenbabies erschlagen? Wer kann Schweine ersticken, wer kann Kätzchen ersäufen? Wer kann Kälbchen, Lämmer, Ferkel schlachten? Wer kann erwachsene Tiere schlachten? Wer Rehe, Füchse, Wildschweine abschießen? Wer kann Vögel in Fallen fangen und sie töten? Wer kann frisch geschlüpfte Küken schreddern oder vergasen?

Ich verstehe es nicht. Schon alleine der Gedanke daran, verursacht mir körperliche Schmerzen.

In einem öffentlichen Verkehrsmittel bekam ich ein Gespräch von zwei Frauen mit. Die Eine erzählte der Anderen von einer Hundezüchterin, die einen neuen Wurf hatte und darunter war ein Welpe, der nicht dem “Zuchtstandard” entsprach. Sie ließ den Hund angeblich ersticken. Diese Geschichte geht mir seit Tagen nach. Der Hund musste wohl sterben, weil seine Fellzeichnung nicht perfekt war.

Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber wenn ich solche Reportagen sehe und solche Geschichten höre,  dann fühle ich mich immer unendlich hilflos. Was kann ich dagegen tun? Ja, ich esse seit ungefähr 25 Jahren kein Fleisch mehr und ich lebe seit über 4 Jahren vegan, doch was kann ich noch tun?

Einer unserer 2 Adoptivsöhne war angeschossen gefunden worden. Er hatte drei Schrotkugeln abbekommen. Er ist so ein gutmütiges, liebes Wesen. Wer bringt es über`s Herz ihm etwas anzutun? Was sind das für Menschen und warum wurden sie so? Wie kann man sie ändern?  Das wenn ich wüsste!