Die Furcht vor einem ungelebten Leben

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Mich treibt im Moment die Furcht um, ein ungelebtes Leben zu leben. Wenn ich heute sterben würde, was hätte ich dann aus meinem Leben gemacht, oder besser gesagt, was habe ich NICHT aus meinem Leben gemacht?

Welche Spuren werde ich einmal hinterlassen? Lebe ich ein ungelebtes Leben? Ein bedeutungsloses Leben?

Was ist ein bedeutungsvolles Leben? Wie lebt man ein gelebtes Leben? Ich habe keine Ahnung!

Radikal schreckt immer ab

Alle zwei Monate veranstaltet eine vegane Gruppe einen Mitmachbrunch, so auch heute wieder. Ich freue mich immer darauf, weil es toll ist, einfach schlemmen zu können und nicht nachfragen oder aufpassen zu müssen, ob auch wirklich keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch heute erwartete uns wieder eine köstliche Vielfalt.

Fast alle Menschen sind dort supernett – fast Alle. Immer wieder gibt es auch ein paar radikalere Zeitgenossen. Das ist nicht nur unter Veganern so, sondern eigentlich in jeder Gruppe.Selbst im Kronkorkensammlerclub.

Eine Frau verlangte heute, dass jeder grausame Tierqualvideos ansehen müsse, weil das die Leute “heilen” würde. Das sehe ich gänzlich anders. Solche Bilder würden mich für immer traumatisieren und mir in der Seele weh tun. Wenn ich es für mich selbst nicht möchte, würde ich Nieamndem diesen Anblick zumuten wollen.

Mag sein, dass Einige durch Schockvideos zum Umdenken gebracht wurden und seither vegan leben, aber ich bin überzeugt,  dass es einen besseren Weg gibt.

Meine Erfahrung mit balinesischem Astronauten-Techno

Ich war bei einer Kakao-Zeremonie. Was hatte ich mir eigentlich darunter vorgestellt? In meiner unendlichen Naivität dachte ich, es wäre etwas ähnliches wie eine Teezeremonie, nur eben mit Kakao. Ich sollte eines Bessren belehrt werden.

12 Teilnehmer trafen sich bei der Veranstalterin in einem Raum, der mit Kristallen, Häkeldecken und Kakaobohnen dekoriert war.

Die Teilnehmer trudelten nach und nach ein und einige unterhielten sich über Themen wie AUM Tanzen – nie gehört – und irgendwelche Gruppenkuscheltreffen, die sich für mich wie “Ringelpietz mit Anfassen” anhörten. Diejenigen, die es kannten, bekamen glänzende Augen, bei den Erzählungen zweier Teilnehmerinnen und kommentierten es mit “voll schööööööön”, während ich dachte “WTF mache ich hier?”. Mir schwante Böses.

Die Gastgeberin hatte den zeremoniellen Kakao leicht erwärmt und mit Gewürzen verfeinert. Jeder hatte seine Lieblingstasse mitgebracht. Die Zeremonienmeisterin schenkte den Kakao in jede Tasse und gab sie in den Kreis, mit der Bitte, sie mit guten Wünschen zu besprechen, bis sie dann beim Besitzer ankam. Das war wirklich eine schöne Idee und ich entspannte mich wieder etwas.

Der Kakao schmeckte bitter, aber nicht ungenießbar. Wir erhielten eine kleine Einleitung über Herkunft und Wirkung des Kakaos. Danach spielte eine der Teilnehmerinnen auf der Gitarre und wir sangen alle dazu.

Bis hierher war es ein schöner Abend und damit hätte es für mich eigentlich auch beendet sein können. Doch nun begann der Teil, der mich an die Grenzen meiner Komfortzone brachte.

Es fing mit Paarübungen an. Zwei Mitwirkende taten sich zusammen und Eine/r knetete, massierte und streichelte die / den Andere/n. Nach ungefähr 15 Minuten wurde gewechselt. Ich war so froh, dass ich diese Übung mit meiner Freundin machen konnte, mit der ich diese Kakao-Zeremonie zusammen gebucht hatte. Unter Freunden ist das doch etwas anderes, als mit fremden Menschen, für mich zumindest. Ich umarme Familienmitglieder und Freunde echt gerne, aber mit dem Berühren von Fremden tue ich mich massiv schwer.

Der nächste Programmpunkt wurde für mich noch “schlimmer”. Wir wurden zum “freien Tanzen” aufgefordert. Leider kann ich nicht auf balinesischen Astronautentechno tanzen. Offen gesagt kann ich gar nicht tanzen, aber wenn, dann nur auf Musik, die mir richtig richtig richtig saugut gefällt. Wahrscheinlich dauerte diese “Tanzzeit” nur 5 Lieder, aber gefühlt waren es für mich Stunden. Irgendwann machte ich einfach die Augen zu und flüchtete in meine eigene Welt. Ich war nicht die Einzige. Ein paar der Anderen fanden ebenfalls keinen Zugang zur Musik. Es gab Momente, da flüsterte mir der komplett unspirituelle Wesensteil in mir zu “Für das Geld, das das hier kostet, hättest Du Dir besser doch den Lockenstab für extragroße Locken bestellt”.

Als nächstes war Eye-Gazing angesagt und ich muss gestehen, das war echt überraschend gut. Jedoch funktionierte das “Seelenlesen in den Augen” bei mir nur bei den Personen, die ich vorher schon auf Anhieb sympathisch fand. Ich “las” in ihren Augen Anmut, Liebe, Dankbarkeit, Freude, Weisheit und vieles mehr. Bei ein paar wenigen spürte ich sogar so etwas wie Vertrautheit, als ob ich sie, beziehungsweise ihre Seelen kennen würde. Bei Denjenigen, die mir nicht so lagen zog sich die Minute ewig und es fiel mir schwer, ihnen ein “Feedback” zu geben.

Der Abend wurde abgeschlossen mit dem “Angel-Walk”. Wir bildeten eine Gasse und Jede/r lief einmal hindurch und wurde von den anderen gestreichelt. Das war für mich auch wieder eine massive Herausforderung. Es fiel mir bei Denjenigen, die ich mochte wieder deutlich leichter, wie bei denen, die ich eher “merkwürdig” fand. Unsympathisch war mir niemand, aber dennoch gab es schon Menschen, die mir eher lagen und welche, mit denen ich weniger anfangen konnte. Ich denke, das ist auch völlig normal.

Fazit des Ganzen: Es war eine aussergewöhnliche Erfahrung. Ich habe nette Menschen wieder getroffen, bzw. neu kennengelernt, wiederholen möchte ich das Erlebnis jedoch nicht.

Heute zeigt der peruanische Kakao seine Wirkung. Ich fühle mich wie verkatert, bin leicht reizbar und übellaunig. Vielleicht nicht gerade der ideale Zeitpunkt um ein Resümee zum gestrigen Abend zu posten, aber vielleicht ist es dadurch auch ehrlicher. Ich fand den Abend offen gesagt teilweise schön und teilweise unschön. Das lag aber nicht an den anderen Leuten, sondern nur an mir selbst. Es ist aber auch gut für mich zu erkennen, dass ich nicht der Typ bin für Veranstaltungen dieser Art. Ein zweites Mal werde ich auf keinen Fall an einer Kakaozeremonie teilnehmen und auch kein anderes Kursangebot der Gastgeberin mehr wahrnehmen.

Welcher Sadist hat Pumps erfunden?

Diese Woche war bei mir auf der Arbeit eine Veranstaltung, die es erforderte, dass ich “schicke Schuhe” tragen musste. Die Mary-Janes die ich trug sind wirklich wunderschön, sehen echt gut aus, aber sie sind alles andere als komfortabel. Überhaupt sind alle “eleganten Schuhe” die ich besitze saumässig unbequem. Wer hat sich diese Folterwerkzeuge ausgedacht? Als ich gestern Abend nach Hause kam, konnte ich kaum mehr laufen. Warum tun wir Frauen uns das an?

Ich bleibe bei meiner Meinung: Ballerinas, Pumps und High Heels sind Kacke! Ich mag sie nicht!. Sie sehen nur gut aus, sind aber total schmerzhaft für meine armen Füsse. Sandalen, Sneakers und Stiefel dagegen eine Wohltat.

Das bedeutet für mich, dass ich über die Winter- und Sommermonate schmerzfrei durch die Welt gehe, jedoch an kühleren Sommertagen und in den Übergangszeiten, wenn ich “schicke” Schuhe wie Pumps oder Ballerinas tragen muss, wird es leidvoll.

Wenn jemand weiss, wo man tierleidfreie, schöne, bezahlbare und bequeme elegante Schuhe her bekommt, gerne Info an mich.

Von der persönlichen Entscheidung

Immer wenn eine “persönliche Entscheidung” ein Opfer beinhaltet, ist es keine persönliche Entscheidung mehr.

Es ist eine persönliche Entscheidung, eine bestimmte Musikrichtung nicht hören zu wollen, oder eine Lieblingsfarbe zu tragen. Das tut Keinem weh und es gibt Niemand, der deswegen verletzt oder getötet wird.

Wenn man sich jedoch entscheidet, Fleisch, Milch, Eier, Honig, Leder, Daunen oder Pelz zu konsumieren, werden die Opfer außer Acht gelassen.

Ich wünsche mir inständig, dass es bald ein marktreifes Katzenfutter gibt, welches aus gezüchtetem Fleisch, wie z:B. Supermeat stammt, für das kein Tier mehr leiden und sterben muss. Ich kann für mich selbst entscheiden, dass ich auf alles Tierische verzichte, aber für meine Katzenkinder kann ich diese Entscheidung nicht treffen. Es ist ein tägliches Dilemma, das für mich sehr schlimm ist.

Altern ist nichts für Weicheier

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Je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, mich im Spiegel anzusehen oder Bilder von mir zu betrachten. Die Krähenfüsse um die Augen und die Denkerfurchen auf der Stirn nehmen zu. Ganz gleich, welche Maßnahmen ich treffe, dies zu verhindern. Unaufhaltsam und unerbittlich verändert sich mein Gesicht. Ich altere und das ist nicht schön.

Ich tu mich schwer mit dem älter werden. Nicht so sehr mit den Jahreszahlen, sondern eher mit den Veränderungen meines Körpers, speziell des Gesichtes. Ja, es geht noch. Für mein gar methusalemisches Alter sehe ich schon noch annähernd frisch aus, aber ich werde noch älter werden und die Fältchen werden zu Falten werden und irgendwann wird mein Gesicht aussehen wie der Grand Canyon. Eine furchtbare Vorstellung. Denn ich kann es nicht verhindern. Nur hinaus zögern, aber nicht verhindern.

Erschwerend hinzu kommt, dass fast mein gesamter Freundeskreis, bis auf ganz wenige Ausnahmen, mindestens 20, teilweise sogar 30 Jahre jünger ist. Bei mir stellen sich dann unweigerlich Vergleiche ein. Na klar hat eine 30jährige eine glattere Haut und weniger Mimikzeichnungen des Lebens im Gesicht wie ich mit meinen 50 Jahren.

Ich bin nicht mehr das Mädchen, das ich war. Ich bin jetzt eine “Frau mittleren Alters”. Boah, das klingt so schrecklich.

Irgendwo bleibt doch immer ein Stück des Mädchens in uns erhalten. Warum sollten wir sie verbannen? Ich sehe keinen Grund dafür. Vermutlich ist das innere Mädchen bei mir noch ausgeprägter als bei anderen und vielleicht ist jemand der Ansicht, dass es jetzt Zeit wäre, den Sprung zu “wagen” und das Mädchen los zu lassen und zu akzeptieren, dass ich eine ältere Frau werde. Aber wer bestimmt das denn? Ich kann sein und mögen was immer ich will. Wenn ich die Anteile des Mädchens in mir bis zu meinem Tod beibehalten will, dann ist das eben so.

Meine Cousine erzählte mir kürzlich, dass jemand zu ihr sagte, dass sie mit ihren 34 Jahren keinen hohen Dutt mehr tragen sollte, weil das nur jungen Mädchen vorbehalten wäre. Was für eine gequirlte Scheisse!  Wer denkt sich so einen Mist aus?

Wenn mir danach ist, werde ich auch noch mit 80 einen hohen Dutt tragen, oder einen Pferdeschwanz oder Zöpfe oder einen Tüllrock oder ein Crop Top.

Ich glaube, mein Hauptproblem ist, was andere Leute von mir denken könnten. Manchmal kann ich da drüber stehen, aber nicht immer. Das sind dann schwache Momente, in denen ich mich unattraktiv, fett, hässlich und alt fühle, obwohl ich tief in mir weiss, dass nur das zählt, was ich selbst über mich denke. Ich denke über mich, dass ich eine 28jährige bin, die im Körper einer 50jährigen steckt und ich verhalte mich so, wie es meinem Naturell entspricht, unabhängig von Alter und Konventionen. Das Leben ist zu kurz für “man sollte dies und das” und “in dem Alter macht man das nicht mehr”, “verhalte Dich Deinem Alter entsprechend”. Pff, sowas hat schon immer die kleine Rebellin in mir freigesetzt, Jetzt erst recht! So und jetzt flechte ich mir Zöpfe, oder ich mache mir einen ganz hohen Dutt, oder beides, ich mache mir einen Dutt aus geflochtenen Zöpfen!

 

Ein Seelenbild für meine geliebte MissC

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Eines der Herzwolkenbilder, die ich in den vergangenen Tagen fotografiert habe, habe ich mit einem Bild meiner MissC übereinandergelegt um eine Doppelbelichtung zu erzeugen. Das Ergebnis seht Ihr hier. Ich finde, es ist mir gut gelungen, meine MissC als Engel in der Anderswelt darzustellen.  Es fühlt sich an, als ob sie mir gezeigt hätte, welche Bilder ich am besten kombinieren kann. Meine süsse sanfte Schmusemaus. Wie sehr vermisse ich Dich, doch in diesem Bild bist Du mir wieder nah.