Die Kulturbanausin versteht es nicht

Am Wochenende schaute ich einen hochgelobten Film  namens “Toni Erdmann”. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Ich fand den Film einfach nur unendlich ermüdend. Wenn ich jemals an Schlafstörungen leiden sollte, wäre dieser Film eine gute Alternative zum Schäfchen zählen. Dagegen war “Melancholia” von Lars von Trier geradezu ein Blockbuster.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Filme, die auf Filmfestivals gefeiert und ausgezeichnet werden, exorbitant und mega öde finde.

Ich bin allerdings auch kein großer Fan von belanglosem Popcorn-Kino. Etwas anspruchsvoll darf es gerne sein aber nicht “gekünstelt” hochstilisiert und sterbenslangweilig. Ich liebe Filme wie “Die Bücherdiebin”,”The Dressmaker” oder auch düstere Firme wie “Constantine” oder “Stigmata”. Ich mag französische Komödien, wie “Die fabelhafte Welt der Amelie”, “Willkommen bei den Schtiis” (unvergesslich die Szenen in der verlassenen Stdt, wo die Kollegen kein Klischee auslassen und der Frau einen waren Alptraum vorspielen) oder “Monsieur Claude und seine Töchter”.

Was ich nicht mag, sind total übertriebene Filme, die gut anfangen und dann extrem ins absurde abdriften. Das beobachte ich leider sehr deutlich bei amerikanischen Komödien. Waren vor wenigen Jahren die Filme noch richtig witzig, wie “Brautalarm”, “Die Schadensfreundinnen”, “27 Dresses”, “Paul”, Wie ausgewechselt”, “Die nackte Wahrheit”, “Kill the Boss”, “Der Freibrief” etc. wurden sie  immer ordinärer und niveauloser. Natürlich gibt es immer noch ein paar Perlen, dennoch empfinde ich subjektiv einen Nachlass der Qualität.

Bei Filmen ist es gefühlt wie mit allem im Leben. Das was mir gefällt, wird nicht mit Preisen ausgezeichnet. Für meinen Geschmack gibt es keinen Oskar. Nichteinmal einen Bambi. Dafür wird das hochgelobt und gehypt, was ich allerhöchstens unfreiwillig komisch finde. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Gebiete. Filme, Bücher, Veranstaltungen, InstaAccounts. Das, was ich so richtig Scheiße finde, hat echt Potential, preisgekrönt zu werden.

Unspektakulär

Es ist etwas über drei Jahre her, als wir in Berlin  waren und die bekannten Hotspots anschauten. Am Jackpoint Charlie wären wir beinahe vorbei gelaufen und hätten ihn übersehen. Wir wurden nur durch die “Soldaten” darauf aufmerksam, die für Geld mit den Touris posierten. Es war einfach zu unspektakulär.

Vor zwei Wochen waren wir bei einem Lichterfest mit Lasershow. Ja, es war ganz nett, aber vom Hocker hat es mich nicht gerissen. Ich fand es unspektakulär. Ok, zugegebener maßen bin ich nun auch nicht wirklich romantisch veranlagt.

Bin ich zu abgestumpft? Kann mich nichts mehr begeistern? Ist alles einfach unspektakulär und entlockt mir keine “Ohs und Ah`s"? Ich kenne Leute, die überspitzt gesagt beim Anblick eines Grashals anfangen vor Rührung zu heulen. Davon bin ich Lichtjahre entfernt. Es gibt kaum etwas, was mich so richtig vom Hocker reißt, was mich so begeistert, dass meine Augen davon glänzen. Alles ist so mittelmässig und ja genau: unspektakulär. Es gibt keine Band, die mich ausflippen lässt, keine Show, die mich begeistert. Ab und zu schaffen es Filme und Bücher mich zu verzaubern, aber auch das ist selten. Bin ich zu anspruchsvoll geworden oder wird das, was geboten wird, immer belangloser? Vielleicht ist es so, dass ich mit zunehmendem Alter immer schwerer zu beeindrucken bin. 

Warum begeistert mich nichts so wirklich? Bin ich einfach der stoische, pragmatische Typ? Fehlt mir dieses Himmelhochjauchzen-Gen ganz schlicht und einfach?  Was ist schlimm daran, pragmatischer zu sein und nicht bei jedem Sonnenuntergang einen Freudentanz aufzuführen? Vielleicht ist diese angebliche Schwäche gar nicht so schlimm. Wahrscheinlich ist sie dazu da, dass ich nicht alles durch die rosarote Brille sehe und deshalb realistischer bin. Eventuell ist es gar nicht so verkehrt, seine Gefühle nicht immer so offen in die Welt hinaus zu posaunen und die verzauberten Momente – auch oder gerade wenn sie seltener sind – einfach für mich alleine zu haben.

Auf Insta ist jeder glücklich

Wenn ich mir so die Stories und Posts von unbekannten und bekannten Followern anschaue, könnte ich den Eindruck bekommen, dass auf Insta immer eitel Sonnenschein herrscht. Alle sind ja sooooooooo glücklich und alles ist perfekt.

Manchmal, in schwachen Momenten, vergleiche ich mich mit den scheinbaren Glückskindern und schneide natürlich schlechter ab. Ich bin noch immer nicht erleuchtet, ich lebe nicht von meiner Leidenschaft, ich bin unfähig mein Mindset zu ändern, ich stecke immer noch im Hamsterrad fest.

Sind die glücklichen Menschen auf Insta wirklich so glücklich, wie es den Anschein hat? Einige bestimmt, aber bei einem Gros ist es vermutlich nur schöner Schein und heiße Luft.

Wie schon das uralte Sprichwort sagt ist nicht alles Gold was glänzt. Manchmal ist es nur billige Glanzfolie.

Vielleicht wäre das wahre, echte Leben zu banal und würde kein Schwein interessieren. Es ist wie mit der Frage “Wie geht es Dir?” Eine solche Frage beantwortet auch kaum jemand mit der Wahrheit und es erwartet auch selten jemand eine ehrliche Antwort. Genauso wenig will jemand auf einem Social Media Kanal etwas anderes sehen als vor Zufriedenheit strotzende Menschen an paradiesischen Orten.

Die Menschheit hat es so richtig vergeigt

Der Regenwald brennt, Sibirien brennt, das Meer verkommt zur Müllhalde. “Kontinente” aus Plastik entstehen. Atomkraftwerke auf Schiffen werden gebaut. Die heimischen Wälder sind vom Borkenkäfer und von der zunehmenden Trockenheit stark geschädigt.

Die Grundwässer sind mit Nitrat vergiftet. Insekten und Vögel sterben. Die Biodiversität nimmt genauso massiv ab, wie der gesunde Menschenverstand.

Mehr und mehr Länder werden von offensichtlich geistigen Tieffliegern regiert. Extremismus und Fundamentalismus nimmt überall zu.

Umwelt- und Tierschützer werden als Öko-Terroristen beschimpft, Monsanto entwickelt immer neue Gifte.

Ich glaube nicht, dass die Umweltzerstörung, die Ausrottung vieler Tierarten und der Klimawandel noch aufzuhalten sind.

Wir haben unseren Planeten irreversibel geschädigt. Es wäre vielleicht noch etwas zu machen, wenn jetzt auf der Stelle drastische Maßnahmen ergriffen werden würden. Verbot von Düngung mit Gülle, Abschaffung aller Kunststoffverpackungen, keine neuen Atomkraftwerke mehr – weder zu Wasser noch zu Lande. Verbot von Maßentierhaltungen, keine Monokulturen, nur noch biologischer Landbau – am besten Permakultur. Weltweite Geburtenkontrolle um einen Rückgang der Weltbevölkerung zu erreichen etc… doch nichts wird passieren, zumindest nicht schnell genug. Ich fürchte, es ist zu spät, wenn nicht noch ein Wunder geschieht..

Mega geeeeereizt

Ich habe keinen Schimmer weshalb, aber seit gestern mittag bin ich so unendlich gereizt. Fast schon aggro-mässig.

Je mehr ich versuche, mich zu beruhigen und gelassener zu sein, desto gereizter werde ich. Am Liebsten würde ich Türen knallen, laut schreien und einfach all diese Wut los werden.

Ich könnte jetzt versuchen zu analysieren, wie es zu dieser Wut kam. Zyklusstand, Einfluss des Mondes, Ozonwerte, Schlafmangel, das Wetter – keine Ahnung. Eigentlich alles ruhig und unauffällig und doch schlummert dieser unbändige Zorn in mir.

Zuviel aufgestautes, zu viel in mich reingefressenes, zu viel runtergeschluckt, zu viel verdrängt.

Kommentare, wie dass meine Fotografenausbildung nichts wert ist. Bemerkungen, dass ich weitere Kleidung tragen solle, damit man meinen dicken Bauch nicht sieht. Unbedachte Randwortfetzen, dass ich als Mensch nicht so viel wert wäre, wie jemand mit höherer Gehaltsklasse, Maßregelungen und unsinnige Vorschriften. Erlebnisse dieser Art  von Jahrzehnten kamen gestern an die Oberfläche und dort sind sie nun. Scheinbar aus dem Nichts aus meinem Unterbewusstsein aufgetaucht. Doch so ganz aus heiterem Himmel kam das Alles nicht. Eine unterschwellige Aggressivität spüre ich schon länger in mir.

Ich glaube, ich war viel zu lange angepasst, brav, folgsam, unauffällig, zurückhaltend, höflich und nett. Vielleicht ist mein Kontingent an Anpassungsfähigkeit einfach aufgebraucht. Ich bin so vieles einfach leid!

Ihr Klugscheißer, die ihr immer alles besser wißt und Ihr Arschgeigen, die Ihr meine Talente herabwürdigt schert Euch zum Teufel und schleicht Euch Ihr Kotzbrocken, die Ihr Euch für was Besseres haltet und Ihr unverschämten Menschen, die Ihr es wagt, mein Aussehen zu kritisieren.

Puh, das war sowas von überfällig. Manchmal muss es einfach “gewittern” und wenn ich heute und gestern eine zickige Bitch war, dann musste das einfach mal sein.  Auch ich darf launisch, zickig und aggro sein. Das sind genauso menschliche Empfindungen, die gelebt werden müssen. Man kann das nicht immer unterdrücken. Auch ich nicht.

Ach fickt Euch doch!

Heute hatte ich ein sehr gutes Gespräch mit einer Freundin. Das Thema war, dass speziell Frauen dazu neigen, sich weit über ihre Grenzen hinaus – sowohl psychisch wie physisch – zu belasten. Viel zu viel Verantwortung zu tragen, körperliche Warnsignale zu überhören und sich um alles kümmern. Sei es Kindererziehung, Haushalt, Beruf, das Kümmern um die älter werdenden Eltern, die Kinder oder Haustiere (was für mich dasselbe ist) pflegen, wenn sie krank sind etcetcetc. Frauen opfern sich häufig auf, bis sie nicht mehr können. Bestimmt gibt es auch Männer, bei denen es so ist, dennoch denke ich, dass es überwiegend ein “Frauenproblem” ist, es allen recht machen zu wollen, für alle da zu sein, sich für alles verantwortlich zu fühlen.

Das liegt zum einen an unserer leider noch immer stark patriarchisch geprägten Gesellschaft, zum anderen an unserer Erziehung, weil es uns unsere Mütter oft auch so vorgelebt haben.

Vielleicht sollten wir – egal ob Mann oder Frau – viel mehr Grenzen setzen, wenn wir überlastet sind, anstatt unsere körperlichen Warnsignale zu ignorieren, bis wir eben die “Quittungen” unseres Körpers bekommen. Wir müssen nicht immer für alles verantwortlich sein und uns um alles kümmern. Wir können durchaus auch “Nein!” und “Stopp” sagen, oder in extremen Situationen eben “Fickt Euch doch”. Manchmal hilft nur eine sehr deutliche Sprache um wirklich ernst genommen zu werden.

Immer lieb und nett und in sich reinfressen, bringt niemand weiter. Oftmals ist Tacheles reden die bessere Variante. Was raus muss, muss eben ab und an raus. Auch wenn es nicht schön, nicht nett, nicht höflich, nicht sozial ist. Die Welt und das Leben ist einfach von Zeit zu Zeit auch unschön, nicht nett, unhöflich und asozial. Deshalb ist es vollkommen legitim, auch mal deftiger zu werden.

Ich wandere aus – ins Wolkenkuckucksheim

Denn im Wolkenkuckucksheim kann man einfach so in den Tag hinein leben und ein bissle das machen, was man gerne macht. Man kann komplett im Rhytmus der Natur leben und sich ausruhen, wenn einem danach ist und jede Befindlichkeit ausleben. Im Wolkenkuckucksheim gibt es keinen Streß und keinen Druck, nur den, den man sich selbst macht. Wenn man nur fest genug daran glaubt, ist dort alles möglich.

Alternativ ziehe ich nach Phantasia. Dort lebt es sich auch gut. Es existiert keine Realität. Dort umarmt man den gesamten Tag Bäume und hüpft lachend über Wiesen. In Seifenblasien soll es auch sehr schön sein. Dort kann man jegliche Emotion raus lassen und auf Träumen tanzen.

Wunschtraumia wäre auch ein schöner Wohnort. In Wunschtraumia gehen alle Wünsche mit einem Schnipp in Erfüllung, man muss nur fest genug daran glauben oder an einem Halbedelstein reiben und schon erscheint ein Dschinn, der alles ermöglicht.

Wenn man aber nicht ins Wolkenkuckucksheim ziehen kann und auch nicht nach Phantasia, Seifenblasien oder Wunschtraumia, dann ist man selbst schuld. Denn dann hängt man in Hamsterradien oder in Tretmühlia fest und bekommt kein Transitvisum. Orte an denen niemand wirklich sein will.

Aber ist es im Wolkenkuckucksheim wirklich so toll? Ja ich denke schon, denn die Bewohner dort wissen zum Glück nichts von der Welt, die ich kenne.

Don`t Panic

Leichter gesagt als getan. Ich bin heute Nacht aufgewacht und mir war übel und ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Der Zustand hielt glücklicherweise nur ein paar Minuten an und wurde besser, als ich mich ins Badezimmer begab und das Fenster sperrangelweit öffnete und tief Luft holte. Der Auslöser für diese Panik? Keine Ahnung. Vermutlich das baldige Ende meines Urlaubs, oder ich hatte wieder einen Alptraum, wie so oft in letzter Zeit.

Ich träume von der Apokalypse und ich habe immer wiederkehrende Träume, die vom Inhalt her gleich sind, nur die Umstände variieren. Ich träume auch oft von Personen. Speziell von zwei Frauen. Die Frauen sind im Grunde ihres Wesens ganz ok und ich habe nichts mit denen. Keine Ahnung, was mein Unterbewusstsein mir damit sagen will, dass ich häufig Alpträume von ihnen habe.

Haben andere Menschen auch Alpträume von mir? Ich denke nicht. Kann es mir offen gesagt nicht vorstellen, aber wer weiss das schon. Vielleicht träumen Andere auch schlecht von mir.

Was kann ich gegen die fiesen Träume tun? Ich weiss es nicht. Ich träume ja nicht absichtlich so einen Schrott und würde das wirklich zu gerne abstellen. Ich will nicht von den beiden Frauen träumen. Weder im Guten noch im Schlechten. Warum tue ich es trotzdem? Was beschäftigt mich so an denen? Die eine habe ich schon über 5 Wochen nicht mehr gesehen und trotzdem kommt sie in meine Traumwelt.

Ich habe sowieso die absurdesten Träume ever, das lasse ich mal lieber nicht analysieren. Wer ausser mir hat schon mal von einer riesigen Fledermaus geträumt, die des Nachts huldvoll mit dem Flügel in mein Schlafzimmerfenster winkt? Sicher niemand.

Sind Träume wirklich nur Schäume? Manchmal fühlen sie sich ziemlich real an. Viel zu real. Ich träume auch häufig von der Arbeit. Manchmal “plane und organisiere” ich im Schlaf ganze Events. Schade, dass ich das nicht als Überstunden angerechnet bekomme. Dann hätte ich pro Monat gefühlt doppelt so viele Arbeitsstunden.

Ich würde zu gerne wenigstens eine Woche lang wieder alptraumfrei schlafen. Wenn ich aufwache, verfolgt mich das Geträumte manchmal noch stundenlang, weil es wirklich Horror-mässig war. Ich hätte gerne mal wieder ein Horrorszenario-freies Leben. Vielleicht ist es das, was ich lernen muss. Darüber zu stehen und mich in Gelassenheit zu üben. Andere Prioritäten in meinem Leben setzen und die Randschauplätze meines Lebens einfach das sein lassen, was sie in Wahrheit sind: irrelevant.

Dinge, die ich mit mir ausmachen muss

Wer meinen Blog schon länger ließt, der weiss, dass meine beste Freundin vor vier Jahren an Krebs starb.

Ich träume in unregelmässigen Abständen von ihr und klar vermisse ich sie. Am deutlichsten wird dies, wenn ich Gedanken habe, die ich nur ihr anvertrauen würde. Keine meiner anderen Freundinnen steht mir so nahe, dass ich ihnen gewisse Gedankengänge die ich habe, anvertrauen würde. Nicht dass ich meinen anderen Freundinnen misstrauen würde oder sie nicht genug lieb hätte, das ist es nicht. Es fehlt einfach so ein letzter Funke Vertrautheit, wie ich ihn nur mit meiner besten Freundin hatte. Wir kannten uns einfach besser. Wir haben wirklich täglich miteinander telefoniert, manchmal sogar mehrmals am Tag. Wir haben uns mindestens alle zwei Wochen getroffen und es war eine tiefere Art Freundschaft. Ich möchte nicht sagen, dass die anderen Freundschaften oberflächlicher sind, das wäre nicht richtig. Dennoch war es etwas anderes. Ich mag sie alle sehr gerne, aber wir haben nicht wirklich diese besondere Zusammengehörigkeit. Vielleicht hat man nur einmal im Leben eine wirklich richtig beste Freundschaft, die nicht ersetzt werden kann. Meine verstorbene BFF kannte alle meine Facetten. Die hellen und die dunkleren. Wir haben viel zusammen durchgestanden und erlebt. Freude und Leid geteilt. Meine anderen Freundinnen zwar teilweise auch, aber sie kennen immer nur Bruchstücke meines Ichs. Manche mehr, manche weniger. Sie haben bestimmt ein gewisses Bild von mir, aber sie kennen nicht alle Schattenseiten und nicht alle Lichtseiten. Höchstens Fragmente davon.

Es ist jetzt eben öfter so, dass ich Dinge mit mir ausmache und sie niemandem anvertraue. Das ist nicht weiter schlimm. Ich vertraue sie auf diese Weise doch irgendwie meiner besten Freundin an und bin nicht alleine damit. Schwer zu erklären. Es ist natürlich kein Dialog mehr wie früher, aber trotzdem fühle ich mich verstanden und meine Gedanken könnten nicht besser aufgehoben sein. Alles ist gut.

Du sollst nicht

sie sagten, ab 50 darf man keine langen Haare mehr haben

sie sagten, ab 50 darf man keinen auffälligen Lippenstift mehr tragen

sie sagten, über 40 darf man sich keine Zöpfe mehr flechten

sie sagten, für eine “reife Frau” sind Miniröcke und Kleider tabu

sie sagten, man solle sich erwachsen und vernünftig verhalten

sie sagten, man solle sich seinem Alter anpassen

sie sagten, man darf nicht laut und auffällig lachen

sie sagten, man darf ab Mitte 20 keine bauchfreien Kleidungsstücke mehr anziehen

sie sagten, man wäre sonst lächerlich

sie sagten, ab Anfang 30 dürfe man keinen hohen Dutt mehr tragen

sie sagten, man bräuchte unbedingt einen gepflegten Rasen

sie sagten, man muss sich immer gegen alle Eventualitäten absichern

sie sagten, das Leben wäre eben kein Zuckerschlecken

sie sagten, man müsse buckeln bis zur Rente und erst dann finge das “wirkliche Leben” an

sie sagten, die Welt wäre schlecht und man müsse immer vom Schlimmsten ausgehen

und ich sage Euch: “Werdet nicht erwachsen, es ist eine Falle!”