Trotz Corona

In Zeiten wie diesen spürt man schnell, welche Kontakte nur oberflächlich sind und welche tiefer gehen. Man kann auch Kontakt halten, trotz oder gerade aufgrund von Corona.

Mit meiner besten Freundin telefoniere ich regelmässig. Mit einem befreundeten Pärchen treffen wir uns abwechselnd zum “Perfekten Dinner”. Mit ein paar wenigen anderen schreibe ich ab und zu oder wir spazieren in der Natur.

Bei Einigen jedoch war die Devise “Aus den Augen – aus dem Sinn” und das ist auch gar nicht schlimm.

Wie immer und überall zählt die Qualität und nicht die Quantität.

Hier noch ein Eindruck von einem schönen Abend in angenehmer, unkomplizierter und wohltuender Gesellschaft:

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Natürlich halten wir uns immer an die geltenden Regeln, aber so schwer ist das nun auch wieder nicht.

Begegnung der netten Art

Ich stand heute nach der Arbeit an der Bushaltestelle. Ein circa 10Jähriger Junge kam dazu und fragte mich, ob Linie 2 schon weg wäre. Ich sagte ihm, dass ich ebenfalls auf Linie 2 warten würde, der Bus jedoch schon 5 Minuten Verspätung hätte. Er fragte, ob ich ihm sagen könne, ob Linie 1 auch noch fahren würde. Ich verneinte und sagte ihm, dass er für Linie 1 die Straße überqueren müsse und dass der nächste Bus in 7 Minuten käme. Er bedankte sich höflich und lief Richtung Unterführung.

Mit mir wartete auch noch eine ältere Dame und sie rief bei dem Busunternehmen an und bekam die Antwort, dass der Bus in 15 Minuten käme. Sie teilte mir dies mit und wir beschlossen, auch die Straßenseite zu wechseln und auf andere Linien umzusteigen.

Am anderen Buswartehäuslein angekommen, traf ich den kleinen Jungen wieder, der mich mit einem fröhlichen “Hi” begrüßte. Er erzählte mir, dass er in die Innenstadt müsse und plötzlich deutete er aufgeregt auf die andere Straßenseite und sagte “Schau mal, Du glaubst es nicht, da kommt doch noch der 2er”. Wir fingen an zu lachen und sagten “Egal, jetzt sind wir schon hier und es ist wie es ist”. Er erzählte mir noch, dass er fast schon Angst gehabt hätte, dass er seinen Mundschutz vergessen hätte und ihn zum Glück doch eingepackt hatte. Dann kam der Bus und er stieg zwei Stationen weiter aus.

Das war wirklich ein sehr angenehmes, nettes Kind. Mit so einem wäre selbst ich glücklich geworden.

Er hatte mit mir gesprochen, als ob er mich schon ewig kennen würde. So voller Urvertrauen und total normal. Er kam mir sehr reif vor. Er hatte nichts an sich, was mich an Kindern nervt. Ich bin mir sicher, dass er eine sehr alte Seele ist. Vielleicht treffe ich ihn wieder, das würde mich sehr freuen.

Die Uhr zurück stellen?

Am Sonntag wird die Uhr auf Winterzeit gestellt und wir bekommen wieder eine Stunde zurück. Eine Stunde aus 2020 – wollen wir das wirklich?

Vielleicht wäre es besser, die Uhr nochmals um eine Stunde vor zu stellen, damit dieses furchtbare Jahr schneller vorbei geht. Aber wird 2021 wirklich besser?

Wir wissen es nicht. Man kann nur hoffen.

An dieser Stelle liste ich jetzt mal auf, was dieses Jahr alles gut war:

  •  unserem Orpheus geht es endlich besser
  • ich habe geholfen ein Schwein zu retten
  • ich habe neue liebe Menschen kennen gelernt
  • wir haben uns viel privat mit Freunden bei uns oder bei ihnen getroffen
  • wir waren viel in Wald und Flur laufen
  • unsere Pergola wurde fertig und wir haben oft und gerne darunter Zeit verbracht, sowohl alleine und mit neuen und alten Freunden
  • ich war der Star einer Party. Ein unvergesslicher Abend
  • wir verbrachten einen schönen Grillabend bei den Eltern eines Kumpels
  • es gab schöne laue Sommernächte
  • wir waren auf einer Hochzeit eingeladen
  • das Lied “Rescue me” von One Republic
  • wir hatten schöne Picknicke auf dem Einkorn in netter Gesellschaft

Gut gemeint ist echt immer Sch…

Gestern hatte ich ein Erlebnis der unschönen, nervigen Art. Jemand hatte es mal wieder “Gut mit mir gemeint” und genau das Gegenteil erreicht.

Es fing an mit einem Status auf WhatsApp, wo ich geschrieben hatte, dass es unserem Orpheus deutlich besser geht und dass er 300g zugenommen hat.

Eine weitläufige Bekannte schrieb mich daraufhin an, was Orpheus gehabt hätte. Ich sagte ihr, dass er eine Lebensmittelallergie hat und wir endlich ein Futter gefunden habe, welches er verträgt und seine Verdauungsbeschwerden deutlich verbessert hat.

Daraufhin kamen zig Tipps was wir alles machen sollen.Ich sagte ihr deutlich, dass wir 4 Tierärzte, 3 Tierheilpraktiker, 1 Osteopatin und 1 Akkupunkteurin “durch haben”, genauso wie 2 Allergietests mit Speichel, 1 Fellanalyse und 1 Allergietest mit Blut (der letztendlich zum Erfolg geführt hat bei der 3. Tierheilpraktikerin).

Sie hörte nicht auf und schrieb mir, ich solle eine Fellanalyse machen lasen und nochmals eine Blutanalyse. Ich sagte ihr höflich aber bestimmt, dass wir damit “DURCH” sind und jetzt endlich ein Futter gefunden haben, nachdem wir echt vieles ausprobiert haben. Sie hörte jedoch noch immer nicht auf und schickte mir Futtervorschläge. Irgendwann war es mir dann zuviel und ich sagte ihr, dass wir solange er das Futter gut verträgt und wir gute Erfolge damit erzielen keine neuen Experimente machen werden. Es kam dann lange nichts mehr und ich dachte schon, ich hätte endlich meine Ruhe, aber heute morgen kam der Vorschlag für ein Globuli, welches bei ihrem Kater gute Erfolge erzielt hätte.

Erstens gebe ich Orpheus nicht einfach so irgendwas, was wieder zu einem Rückfall führen könnte und zweitens ist jede Anamnese anders und nur weil ihr Kater anscheinend etwas Ähnliches hatte, muss das für Orpheus nicht automatisch auch gut sein.  Ich werde einfach nicht mehr darauf reagieren.

Das nervt mich so sehr. Es ist ja nett gemeint, wenn man Tipps bekommt und machmal ist es auch wirklich so, dass man dadurch Anregungen bekommt, was man noch tun könnte. Wenn ich jetzt im Status geschrieben hätte, dass ich völlig verzweifelt wäre und nicht weiter wüsste, was wir mit Orpheus noch machen sollen und sie mir dann solche Anregungen gesendet hätte, wäre es für mich auch völlig ok gewesen. Wenn ich aber schreibe, es geht bergauf und es wird deutlich besser und mir dann unterschwellig zu unterstellen, wir würden ihn falsch behandeln und sollten die ganzen Analysen nochmals hinterfragen und nochmalige Labortests machen, dann ist das einfach arschlochmässig. Dann will mir jemand nicht helfen, sondern will  sich besserwisserisch wichtig machen. Die gute Frau hat weder eine tiermedizinische Ausbildung noch kennt sie unseren Orpheus. Sie kennt nicht einmal mich besonders gut.

Es ist normalerweise echt nicht meine Art auf WhatsApp Nachrichten einfach nicht zu antworten und ich hasse das selbst, aber in diesem Fall werde ich es so handhaben, weil es sonst einfach verschwendete Lebensenergie ist und mich das mehr nervt, als das es mir guttun würde.

Auch wenn wir alle es ab und an “Nur gut meinen” sollte man sich immer wieder fragen, wann es ins Gegenteil abdriften könnte und wir die Leute mehr nerven als ihnen zu helfen. Ich habe es bestimmt auch schon mit anderen Menschen “Nur gut gemeint” und sie damit extrem genervt. Der Unterschied ist nur, wenn man es mir einmal gesagt hat “Du, das ist nett von Dir gemeint, aber wir machen das anders” war es für mich auch erledigt und ich habe nicht noch weiter auf dem Minenfeld getanzt.

Es ist ähnlich wie mit den “Wirklich gut gemeinten Vermittlungsgesuchen von Katzen” die wir schon nach wenigen Tagen nach dem Tod von Gizmo und Merlin erhalten haben. Das war auch nur “Gut gemeint” aber dennoch komplett daneben. Es braucht Zeit um den Verlust eines geliebten Wesens zu überwinden und man ist dann nicht bereit für eine Adoption. Man wird doch dann auch dem Tier nicht gerecht, wenn man noch in Trauer ist. Es benötigt Zeit. Irgendwann werden wir wieder bereit sein, aber diesen Zeitpunkt entscheiden wir selbst. Genauso wie wir entscheiden, wie wir Orpheus behandeln.

Die nervige Dame sagte mir vor einem Jahr einmal, dass ich froh sein soll, in einem Job fest zu stecken, den ich nicht wirklich liebe, weil ich in meinem exorbitant hohen Alter eh nichts mehr anderes finden werde.

Was masst sich diese Person eigentlich an. Sie kennt mich wie gesagt nicht und ich mag sie ehrlich gesagt auch gar nicht. Es wird Zeit, solche Random-People die mich nur runterziehen aus meinen Kontakten zu löschen.

Die Liste

Was ich unbedingt noch tun will, bevor ich irgendwann mal ins Gras beiße

  1. Bewusstseinserweiternde Experimente mit Drogen, wenn ich ganz alt bin
  2.  Das Elixier des Grafen von St. Germain finden
  3. Den heiligen Gral finden
  4. Die Manna-Maschine finden
  5. Die Bundeslade finden
  6. Einmal auf ner Party so auf dem Tisch tanzen wie in dem Film „10        Dinge, die ich an Dir hasse
  7. Den Film Sissi anschauen und immer einen Schluck Schnaps saufen, wenn jemand „Eure Majestät“ sagt
  8.  Eine Elfenreise durch`s Keltenland
  9. Ein Einhorn treffen
  10. Übersinnliche Fähigkeiten entwickeln (wie in „Männer die auf Ziegen starren“)
  11. Die Callanish Stones auf der Isle of Lewis besuchen
  12. Einen Alien treffen (aber bitte ohne die rektalen Untersuchungen…)
  13. Erreichen, dass Speziesismus der Vergangenheit angehört
  14. Das Tor zur Anderswelt finden (so ähnlich wie Narnia)
  15. Glücklich werden

Am Sankt Nimmerleinstag

Irgendwie habe ich heute darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn es den Sankt Nimmerleinstag tatsächlich geben würde.

Boah, stellt Euch vor, es würde dann alles passieren, was eben nie passiert.

Wir werden tatsächlich mit S. grillen, wozu wir schon seit 5 Jahren eingeladen sind. Ebenso wie zur Wohnungseinweihung von C. und I. die schon mindestens genauso lange stattfinden soll. I.B. wird Empathie entwickeln, unsere Katzen werden gesittet speisen und ihr Streu nicht mehr im halben Haus verteilen, Familie X wird aufhören wegen jedem irrelevanten Scheiss zu lügen. Der derzeit amtierende Präsident der USA wird sophisticated. Auf Insta posten die Influencer ohne Filter. Alle Firmen, bei denen ich mich je beworben habe und von denen ich niemals etwas gehört habe, werden sich bei mir melde. Die Hölle wird zufrieren.

Ich glaube, der Tag wird sehr lang werden.

Destruktive Phase continues

Seit Mitte Mai habe ich eine RCS – Retinopathia centrale serosa. Zuerst wurde es besser, aber schon am 11. September bemerkte ich, dass ich wieder viel schlechter sah. Als ich montags darauf sowieso einen Kontrolltermin hatte, bestätigte die Augenärztin meinen Verdacht. Sie überwies mich an eine Spezialklinik und dort stellte man fest, dass ich nicht nur eine sondern gleich mehrere RCS habe. Am 6. Oktober wurden die Ödeme mit einem speziellen Laser verödet. Bis sich jedoch die Flüssigkeit abgebaut hat, wird es noch dauern. Bis zu 8 Wochen werde ich mich gedulden müssen. Was mir zunehmend schwer fällt. Lesen ist kaum möglich, Auto fahren auch nicht. Seit der Laserung kam allerdings ein witziger Umstand dazu. Wenn ich im Freien bin (in geschlossenen Räumen tritt es nicht auf) sehe ich Teile meines Blickfelds wie verpixelt und mit einem Glitzereffekt versehen.

Auf dem Boden der Tatsachen ist sowieso viel zu wenig Glitzer und so sehe ich wenigstens Einhornstaub. Man muss das Positive in allem sehen.

Do. Or do not. There is no try.

Ich musste heute an diesen Spruch von Yoda denken und wie sehr er auf mich zutrifft. Ich versuche immer alles nur. Ich versuche meine Ängste zu überwinden, versuche mein Licht nicht immer unter den Scheffel zu stellen, versuche selbstbewußter zu sein. Ich versuche. Ich bin wie Luke Skywalker, der es nicht schafft, den X-Wing aus dem Sumpf zu ziehen. Der X-Wing ist in diesem Fall eine Metapher für mein Leben. Auch ich hänge irgendwie im “Sumpf” fest. In einem Sumpf aus Angst und Unzufriedenheit. Unbewußtheit und angeblichen Pflichten und Erwartungen, die ich anscheinend erfüllen muss. Ich bin kein Yedi-Meister. Ich bin eine unfähige Novizin, die immer nur bei den Versuchen hängen geblieben ist, in ihrem Leben etwas zu meistern. Do! Or do not! There is no try!

Du musst Dich anpassen

Du musst Dich anpassen wurde mir heute gesagt. Dass Du nicht in diese Welt passt spricht zwar für Dich, aber der Mensch ist anpassungsfähig. Du musst Dich gut verkaufen.

Verkaufen heißt in diesem Fall verstellen. Ich soll vorgeben, jemand anderer zu sein, als ich bin. Denn ich kann mir angeblich den Luxus nicht leisten, ich selbst zu sein.

Ist das so? Ich denke nicht. Wem bringt es was, mich so zu verbiegen, dass ich mich selbst nicht mehr erkenne. Mir sicher nichts.

Zu lange habe ich auf diese Rat”schläge” gehört. Und wohin hat es mich gebracht? Richtig, nirgendwo hin, wo ich sein möchte. Wenn ich mich also nicht mehr anpasse und offen sage, was ich will und was nicht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, auch endlich das zu bekommen, was ich will.