Immer gut drauf

Mein zweitjüngster Katzensohn ist echt immer gut drauf. Es gibt fast nie eine Zeit, wo er schlecht gelaunt wäre. Selbst wenn er Durchfall hat und Scheiße am Arsch und wir ihm den Hintern putzen müssen, schnurrt er laut und ist bester Dinge.

Ich sollte mir das von ihm abschauen. Er hat immer einen aufgestellten Schweif, was bei Katzen ein eindeutiges Indiz für gute Laune ist. Er begrüsst mich gutgelaunt, er verabschiedet mich gutgelaunt, er schnurrt sogar beim Fressen.

Die anderen Geschwister sind schon manchmal etwas angepisst und schlecht gelaunt, aber er ganz ganz selten. Er ist ein wahrer Sonnenschein.

Ich sollte mich von seiner Lebensfreude anstecken lassen. Man kann auch sprichwörtlich gut drauf sein, wenn man Scheiße am Hintern kleben hat. Mein kleiner Zenmeister hat vielleicht deshalb seit Monaten Verdauungsprobleme um mich das zu lehren. Egal wie beschissen das Leben ist: Wir haben es selbst in der Hand, wie wir darauf reagieren.

Was man findet, darf man behalten

In den letzten Wochen / Monaten fand ich immer wieder entlaufene Tiere. Es fing mit einem Deutschen Riesen am Karfreitag an. Es war nicht der Osterhase, sondern das Riesenkaninchen einer Familie, welches ausgebüxt war. Das zweite Tier, dass ich fand, war wieder ein Kaninchen, aber diesmal ein kleines Zwergkaninchen. Es gehörte derselben Familie. Das kleine Häslein habe ich mindestens 5x gefunden und zurück gebracht.

Als nächstes fand ich einen weiss-braunen Hund und tja was soll ich sagen, er gehörte wieder dieser Familie. Auch ihn musste ich mehrfach zurück bringen.

Nur unwesentlich später fand ich einen weiteren Hund. Diesmal gehörte er anderen Leuten und auch er war ihnen entwischt. Er führte mich selbst zur Haustür. Ein kleines wuscheliges Hündchen. Total süss.

Eine Weile hatte ich Ruhe, bis ich drei Kühe fand, die am Straßenrand grasten. Ich konnte den Bauern ausfindig machen und er brachte sie wieder auf die Weide.

Am selben Tag fand ich einen schwarzen Labrador. Auch er führte mich zu seinem Zuhause und seiner Familie entgegen.

Es folgten einige ereignislose Tage, bis ich bei einem belebten Einkaufszentrum einen Dackel ohne Leine vorfand. Er gehörte einem Mann, der in einer Kneipe in der Nähe saß und den ich glücklicherweise schnell ausfindig machen konnte und der mich auch noch recht unhöflich anschnauzte, was mich sein Hund angehen würde.

Heute fand ich wieder den kleinen braunen Wuschelhund (so etwas ähnliches wie ein Spitz, aber größer und viel wuscheliger. er sieht etwas aus, wie ein kleiner Bär. Keine Ahnung, was für eine Rasse das ist). Zum Glück rannte der Besitzer schon zu ihm und ich musste ihn diesmal nicht zurück bringen.

Beim Spazierengehen fand ich 3 Hühner, die ich zurück in ihr Gehege brachte. Der Zaun hatte unten ein Loch und ich fixierte das Schlupfloch mit Steinen.

Eine liebe Bekannte sagte scherzhaft zu mir “Was man findet, darf man behalten”. Tja, dann hätte ich jetzt 2 Kaninchen, 4 Hunde, 3 Hühner, 2 Kühe und ein Kälbchen.

Auch wenn ich alle Tiere ordnungsgemäß zurück gebracht habe, würde ich mir dennoch wünschen, die Leute würden besser aufpassen. Es kann passieren, dass einem ein Tier mal entwischt, der Zaun oder das Gehege nicht dicht ist, oder man vergisst eine Tür zu schließen. Wenn man aber öfter dieselben Tiere findet und zurück bringen muss, dann hat das schon mit Unachtsamkeit zu tun.

Es reicht schon, wenn ich mir um meine Tiere Sorgen machen muss. ich will nicht auch noch für das Wohlergehen von anderen Tieren verantwortlich sein. Bin ich aber, wenn ich sie in Straßennähe, im Dunkeln oder bei Dämmerung finde. Ein Kaninchen oder ein Huhn ist schnell vom Fuchs geholt, die Hunde werden leicht überfahren oder geklaut. Bis jetzt ist zum Glück immer alles gut gegangen und ich hoffe, es kommt jetzt nicht mehr vor, dass ich entlaufene Tiere verschiedener Art finde. 2019 war definitiv das Jahr der gefundenen Tiere. Was wird wohl 2020 sein?

Begnadigte Tiere

Wie jedes Jahr werden auch dieses Jahr wieder vom amerikanischen Präsidenten zwei Truthähne in einer Zeremonie begnadigt.

Begnadigen bedeutet laut Duden “Eine Strafe erlassen”. Was hatten die armen Truthähne den verbrochen, dass man ihnen eine Strafe erlassen müsste? Nichts. Sie haben nichts getan. Sie sind sowas von unschuldig, wie es ein Mensch höchstens als Kind ist.

Ihnen wurde die “Strafe” der Schlachtung erlassen. Zwei von ungefähr 45 Millionen wurden “begnadigt”.

Ihr einziges “Verbrechen” war es, im falschen Körper geboren worden zu sein. Wenn sie als Schwäne auf die Welt gekommen wären, hätten sie nicht verschont werden müssen. Nur total perverse Menschen würden Schwäne schlachten und braten.

Was “lebenswert” ist und was ausgebeutet und getötet werden darf, wird von Menschen willkürlich und regional unterschiedlich festgelegt. Dabei ist es egal, ob die Tiere niedlich sind, oder nach menschlichen Maßstäben “hässlich”. Fische werden genauso getötet wie Lämmer. Kälber ebenso wie Truthähne. Rehe ebenso wie Wildschweine. Selbst vor Singvögeln wird nicht halt gemacht. Sie alle werden hingerichtet ohne dass sie jemals ein Verbrechen begangen haben. Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil es von menschlichen Gesetzen erlaubt wird. Unrecht wird immer Unrecht bleiben. Wir tun den Tieren so viel Leid an und vergessen dabei das Gesetz des Karmas. Hoffentlich hat mit uns jemand Gnade, wenn wir das zurück bekommen sollten.

Reklamationen wollen geübt sein

Gestern erzählte mir eine Bekannte, dass ihre Haare in einem Friseursalon komplett verhunzt wurden. Sie traute sich aber nicht zu reklamieren. Kenne ich zu gut. Hatte ich auch schon. In sowas bin ich inzwischen taffer geworden. Das passiert mir nicht mehr. Die hätte ich sowas von rund laufen lassen! Ich bin nicht immer lieb und nett. Auch das musste ich mühsam erlernen.

Ich kaufte mir Anfang Juli schwarze Stiefeletten. Ich trug sie kaum und musste diese Woche feststellen, dass sich vorne schon die Sohle an beiden Schuhen löst. Dadurch wurden sie undicht und ich kam mit nasskalten Füßen nach Hause.  Ich habe sie reklamiert und bekomme sie problemlos erstattet.

Irgendwie tun mir die Stiefeletten leid. Ja, ist schon klar, es sind nur Gegenstände. Trotzdem sind die Stiefel irgendwie bezeichnend für unsere Gesellschaft. Es würde sich nicht rentieren, die Schuhe bei einem Schuster reparieren zu lassen. Es würde vermutlich die Hälfte dessen kosten, was die Schuhe insgesamt gekostet hatten. Ich habe das einmal gemacht und draus gelernt, dass die Ware trotz der Schusterarbeit bald wieder an anderer Stelle defekt wurde. Wurden die Teile vorne geflickt, fing es bald an den Absätzen an. Deshalb habe ich sie diesmla zurück geschickt, wo sie mit Sicherheit verschrottet werden.

Ist es auch so mit unseren zwischenmenschlichen Beziehungen? “Lohnen” sich Reparaturen oft nicht mehr? Ist es wirtschaftlicher, Beziehungen – egal ob Partner oder Freundschaften – auszutauschen, anstatt sie zu kitten?  Selbst Haustiere und alte Verwandte werden einfach entsorgt, wenn man ihrer überdrüssig ist oder wenn sie nicht mehr ins Lebenskonzept passen oder nicht so sind, wie es erwartet wurde. Weg damit und was Neues her. Alles ist beliebig austauschbar. Auch Mitarbeiter sind schnell ersetzt. Wissen und Können selten geschätzt. Ein wertschätzender Umgang? Fehlanzeige. Wem es nicht passt, der bleibt auf der Strecke. Gibt ja genug andere. Ex und Hopp. Gibt es auch in menschlichen Interaktionen eine “geplante Obsoleszenz”?  Sabotiert man manche Kontakte absichtlich oder auch unterbewußt?

Wer meinen Block schon länger ließt, der weiss, dass ich vor ein paar Jahren von einer Bekannten von einem Tag auf den Anderen geghostet wurde. Was der Auslöser dafür war, weiss ich bis heute nicht. Ich denke, sie war über eine von mir aufgestellte Theorie dermaßen erbost, dass sie deswegen den Kontakt komplett abgebrochen hat, ohne jemals mit mir darüber zu reden.

Ganz grob ging es darum, dass die Dame Herdentiere hat, die jedes Jahr von der unsäglichen Silvesterböllerei traumatisiert werden. Ich kann das gut nachvollziehen. Auch unser Kater aus dem Tierschutz, der drei Einschüsse hatte und mehr tot als lebendig gefunden wurde, leidet jedes Jahr unter dieser unnötigen Knallerei.

Mein Fehler war, dass ich – so dachte ich zumindest – sanft darauf hingewiesen hatte, dass sie sich jedes Jahr schon ab August komplett fertig macht wegen der bevorstehenden Neutraumatisierung ihrer Tiere. Ich sagte ihr, dass sich dies womöglich auf die Tiere überträgt und es vielleicht deshalb jedes Jahr noch schlimmer ist. Sie hat es vermutlich als anmaßend empfunden. Ich habe ja schließlich keine Herdentiere und weiss nicht, wie das ist.

Die Reaktion war dem vorausgegangenen, vermuteten Ereignis natürlich nicht angemessen. Sowas hätte man diskutieren und aus der Welt schaffen können. Es war kein Grund, einem dafür die Bekanntschaft (eine Freundschaft war es ja nicht) zu kündigen. Zumal wir uns ja über die Ursache selbst einig waren. Wir finden beide dass die privaten Feuerwerke an Silvester verboten gehören.  Es gab ja nicht einmal konträre Meinungen. Schmeisst man wegen sowas eine beginnende Freundschaft (das war es damals für mich) weg? Hat sie vorher schon etwas gesucht, um bei mir etwas zu finden, was ihr den “Grund” gibt, mit mir zu brechen? Es gab voher nichts. Wir trafen uns ein paarmal und hatten echt nette Abende / Nachmittage verbracht. Hatte auch sie schon insgeheim eine Verfallszeit unserer Bekanntschaft eingeplant? Oder war ihr der Kosten/Nutzen Faktor einer Reklamation zu gering, weshalb sie mich als unrentabel einstufte?

Sie war vermutlich so gekränkt von meiner Vermutung, dass sie durch ihre Panik die Tiere anstecken könnte, dass sie nichts mehr in diese Bekanntschaft investieren wollte. Ich war für sie ein Paar nicht wasserdichte Stiefeletten. Eine Reparatur zu aufwendig und ungewiss, ob sie hält. Sowas wirft man besser gleich weg.

Ich tu mich schwer, mit dem “Wegwerfen” von Menschen – selbst dem Verschrotten von Schuhen stehe ich sehr skeptisch gegenüber(oh, ich meine selbstverständlich dem Vernichten von Schuhen. ich wurde massiv darauf hin gewiesen, dass nur Autos verschrottet werden, nicht jedoch andere Gegenstände…).

Ich bin mir sicher, dass ich es nicht fertig bringen könnte, jemand zu ghosten. Ich denke auch, dass das schon ein soziopathisches Verhalten ist. Selbst wenn wir uns vorher schon ein paarmal in die Haare bekommen hätten (was nicht der Fall war) wäre das Ghosting maßlos übertrieben gewesen. Für so einen Schritt müsste bei mir schon sehr viel mehr passieren, wie eine Mutmaßung über irgendein Verhalten. Dafür müsste der Mensch schon etwas wirklich Abscheuliches tun. Alles andere läuft bei mir unter “Kann aus der Welt geschafft werden”.

Vielleicht sollte ich aber auch andere Regeln aufstellen und Grenzen setzten. Ich verzeihe allen viel zu schnell und lass mir viel zu viel gefallen. Ich lasse mich immer viel strenger “bewerten”, “beurteilen” und “verurteilen” wie ich es bei anderen tue. Es wird mit ganz anderen Maßen gerechnet. Ich mache mir um Andere viel zu viele Gedanken und zerbreche mir den Kopf um solche Geschichten, wie die oben beschriebene Geschichte. Ich bin mir recht sicher, dass sich die gute Frau da schon lange keinen Gedanken mehr drum macht. Auch ich werde mir vornehmen, mich viel weniger um andere zu scheren und was die wohl denken oder fühlen könnten. Ich muss der wichtigste Mensch in meinem Leben sein und ich muss an erster Stelle kommen. Davon bin ich leider noch Dimensionen entfernt, aber ich werde daran arbeiten.

Also, wenn Ihr meine Klamotten nicht mögt, oder mein Styling – is mir doch wurscht! Mir gefällt es, also haltet den Rand! Ich finde Eure Fummel auch nicht toll, aber das ist ja Euer Bier. Ich würde Euch das nicht ins Gesicht sagen, sondern denke mir meinen Teil, denn die Gedanken sind noch immer frei. Ich hab keinen Bock mehr drauf, alles was ich sage, tue, denke und fühle von anderen auf die Goldwaage legen zu lassen. Ich bin zu alt für diesen Scheiß! Wenn Ihr beleidigt seid, seid beleidigt. Wenn Ihr eingeschnappt seid, seid eingeschnappt und schnappt meinetwegen wieder aus. Not my business! Ihr mögt es nicht, wenn ich mich mit XY treffe? Pff drauf gesch… ich mag mich aber mit XY treffen! Ihr seid nur stolz auf mich, wenn ich mich so verhalte, wie es erwartet wird und mich dafür bis zur Unkenntlichkeit verbiegen muss?  Dann seid gefasst auf den Tag, wo ich es endgültig satt haben werde, Eure Erwartungen zu erfüllen, denn dieser Tag ist nah. Ihr wollt mich ghosten? Tut das, vermutlich ist es das Beste, was mir passieren kann. Ihr mögt mich mich nicht mehr, weil ich mich nur noch pflanzlich ernähre? Ach f… Euch doch!

 

Mangelnde Zivilcourage meinerseits

Gestern bekam ich einen Anruf von einer “Dame”, die ich nicht persönlich kenne. Ihr Ruf jedoch eilt ihr sehr weit voraus. Sie ist als arrogant, anmassend und sehr überheblich bekannt. Es gab vor ein paar Monaten schon mal einen Vorfall der unschönen Art mit ihr.

Die Dame hatte über mich im August Theaterkarten erhalten, die ich nicht nutzen wollte, weil ich nun mal eine Kulturbanausin bin.

Nun, mehr als drei Monate später, rief mich die Frau an, um sich darüber zu beschweren, welch schlechten Plätze sie von mir bekommen hätte. Sie und ihr Mann hätten sich bei den eingeladenenen Bekannten, die noch mit ihnen dabei waren, so für diese Plätze geschämt. Meine Frage, was denn so schlimm an diesen Plätzen gewesen wäre wurde mit der Aussage “Vor uns saßen ganz furchtbare Gestalten” beantwortet. Ich sagte ihr, dass ich auf das Kartenkontingent des Theaters nur bedingt Einfluss hätte und natürlich nicht wissen konnte, wer sich um sie herum platzieren würde. Ich fragte, ob sich diese Leute denn irgendwie daneben benommen hätten. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch an vielleicht betrunkene Menschen, die herumgenörgelt hätten, oder Choleriker oder was weiss ich… aber die Dame sprach etwas wirklich Abscheuliches aus. Sie sagte “Das war eine Gruppe Behinderter und die hatten Taschen mit Plüschtieren dabei. Es war eine einzige Zumutung für uns, hinter diesen Kreaturen zu sitzen”.

Ganz ehrlich, ich war sprachlos. Ich sagte reflexartig “Dann müssen Sie halt nächstes Mal Karten in der ersten Reihe kaufen , dann sitzt niemand mehr vor Ihnen”.

Als ich aufgelegt hatte, regte ich mich über mich selbst auf. Warum hatte ich dieser furchtbaren Person nicht gesagt, dass es mir millionenmal lieber gewesen wäre, neben behinderten Menschen zu sitzen als neben Leuten wie ihr. Dass sie die “Kreatur” ist. Das “Monster”. Das sie eine “unmögliche Gestalt” ist. Doch ich sagte nichts davon. Warum habe ich dieser impertinenten Trulla nicht die Meinung gegeigt? Weil sie uralt ist und Hopfen und Malz verloren gewesen wäre? Teilweise vermutlich ja. Aber es hätte trotzdem nicht geschadet, der Alten mal gehörig die Meinung zu sagen!

Hatte ich Angst vor der Auseinandersetzung? Ja vermutlich auch. Ich bin seid Jahren darauf gedrillt, zu solchen Menschen freundlich zu sein und keine Gegenworte zu sagen. Ich wurde darauf konditioniert, immer “Gute Miene zum bösen Spiel zu machen”. Bin ich schon so kompromissbereit, dass ich meine Meinung herunterschlucke um des lieben Friedens willen?  Ich handelte irgendwie wie im “Autopilot”. Ich bin es leider so gewohnt, unverschämte, komplett unangebrachte Kommentare zu ignorieren, damit die Harmonie aufrecht gehalten wird, dass ich es vermutlich verlernt habe, diesen Menschen die Stirn zu bieten. Das muss sich wieder ändern.

Ein Bekannte sagte kürzlich  “Die müssen wir aussitzen, aber sie sind zum Glück so alt, dass das nicht mehr lange sein wird”.

Wer weiß, vielleicht wird die Frau und Ihresgleichen noch über 100 und wir haben sie noch lange  an der Backe, wenn sie nicht vorher an ihrer eigenen Bosheit erstickt.

Ich wünsche Ihr noch viele Leben zum Abtragen des von ihr angesammelten schlechten Karmas. Egal wie lange die noch lebt – solche Leute sind kein Umgang für mich. So eine schimpft sich “Society Lady”. Was für eine Society denn? Die Liga der aussergewöhnlich boshaften alten Weiber? ” Der Club der Teufelinnen”? “Das Krampfadergeschwader des Bösen”?  “Bösartige Menschen e.V.”? Ich wette, sie wäre in all diesen Clubs die Vorsitzende!

Für sie gibt es in meiner Heimat einen passenden Begriff: SCHRECKSCHRAUBE!

Aber mit Fischen hast Du doch kein Problem, oder?

Diese Woche wurde ich ernsthaft gefragt, ob mir auch die Fische leid tun und ob ich auch ein ethisches Problem darin sehe, dass sie auf dem Grill oder in der Pfanne landen.

“Natürlich finde ich es auch bei Fischen nicht gut, dass sie getötet werden. Sie ersticken qualvoll oder werden erschlagen, was soll ich daran gut finden?”

Nur weil sie keine flauschigen, niedlichen Säugetiere sind, soll ich kein Mitgefühl mit Ihnen haben oder was? Weil sie solche “Glubschaugen” haben, haben sie den Tod eher verdient oder wie? Nein, verdammt, haben sie nicht. Hätten dann auch alle weniger hübschen Menschen keine Daseinsberechtigung oder was?

“Was, die ersticken? Kann doch nicht sein!”

“Natürlich, was soll sonst mit Ihnen geschehen? ”

Sie gehören keiner Fischendzeitsekte an und begehen keinen Massenselbstmord. Der Mensch tötet sie und natürlich empfinden sie Schmerzen!

Ungläubige Blicke, betretenes Schweigen…

“Aber ich brauch mein tägliches Fleisch, sonst gehe ich ein. Wie überlebst Du das?”

“Alles was ich benötige, beziehe ich aus Pflanzen. Das einzige, was ich supplementiere ist B12 und das würde ich Euch ebenfalls empfehlen”

“Aber, ist doch blöd, wenn Du immer auf alles verzichten musst, während wir hier die leckersten Sachen essen”

“Ich würde es eher als Bürde und Last empfinden wenn ich es essen müsste. Es ist kein Verzicht für mich – im Gegenteil. Ich sehe hinter den leckeren Sachen das Leid der Tiere. Mir ist bei all den Speisen bewusst, dass dafür Tiere ausgebeutet und letztendlich getötet wurden und daran möchte ich nicht beteiligt sein.”

Schweigen!

Ich fürchte, ich werde langsam echt alt

Vor ein paar Wochen waren wir auf der Autobahn unterwegs und machten an einer Autobahnraststätte halt. Die Raststätte war jedoch sehr überfüllt, weswegen wir die Toiletten eines Fastfood “Restaurants” nebenan aufsuchten. Wir bekamen Toiletten-Gutscheine und tauschten sie gegen Getränke.

Ich war bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr in einem Fastfood Tempel und es hatte sich Einiges geändert. Früher ging man an den Tresen, bestellte was man wollte und bekam es und zahlte. Ich war offen gesagt überfordert mit der digitalen Bestellung. Letztendlich ging das mit den Gutscheinen auch nur direkt – so wie früher – direkt an der Theke bei einem echten Menschen, wo man die Waren bezahlte. Nur abholen musste man sie an einem anderen Tresen. – nach digitaler Aufforderung am Display Ob das eine Verbesserung zu früher ist? Keine Ahnung. Ich finde es umständlicher, aber das ist nur meine subjektive Empfindung.

Vorgestern war ich in München in einem Hipster Cafè und stellte fest, dass Bowls in allen möglichen Varianten der neueste Trend sind. Vielleicht sind sie auch schon wieder auf dem absteigenden Ast. Wer weiss das schon. Jedenfalls war die Bestellung zwar bei einem Menschen, aber man bekam ein kleines Gerät zur Hand, welches die Fertigstellung des Essens kundgab. Es stand dann irgendwo rum und ich wusste nicht so recht, ob das jetzt auch wirklich mein Essen ist, was mir einen abfälligen Blick eines weit abseits stehenden Mitarbeiters einbrachte. Ich konnte regelrecht hören, was er dachte: “Ist die hinterm Mond aufgewachsen????”

Ebenfalls aufgefallen sind mir junge Typen mit Bärten. Nein, nicht diese Holzfällerbärte die schon seit einigen Jahren “in” sind und die Barbershops wieder aus dem Boden sprießen ließen, sondern Porno-Balken wie in den 70ern.  Bin ich die Einzige, die das sehr altmodisch findet? Aber vermutlich stamme ich nur aus einer Zeit, wo solche Oberlippenbärte als sehr altmodisch angesehen wurden. Inzwischen sind sie wieder hipp, weil die jungen Menschen, die sie tragen, diese “Mode” nicht mehr aus ihrer Kindheit und Jugend kennen, wie es bei mir der Fall war.

Es ist ähnlich wie bei Namen von Kleinkindern. Als ich ein Kind war  hießen nur sehr alte Menschen Emma oder Karl. Inzwischen sind diese (für mich altertümlich anmutenden Namen) wieder modern. Dafür sind die Namen meiner Sandkastenfreunde inzwischen mega out. Niemand tauft heute sein Kind Annette, Volker, Jürgen, Elke oder Martina.

Einerseits ist alles digitalisierter und wir werden mehr und mehr über unsere Smartphones Tablets und Notebooks agieren., andererseits ist aber eine Sehnsucht nach “Retro” und “Vintage” zu spüren. Ich habe eine recht junge Bekannte, die auf “Den guten alten Filterkaffee” schwört, andererseits jedoch nichts mehr auf Papier aufschreibt, sondern alles digital notiert.

Wir benutzen unsere Smartphones auch mehr und mehr um mit Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen zu korrespondieren und ich stelle fest, dass ich viel zu viel Zeit im Internet verbringe. Insta, Pinterest und manchmal auch Facebook, aber überwiegend Insta. Ich habe nur eine einzige Freundin, und ein Familienmitglied mit denen ich regelmäßig (oft auch länger) telefoniere. Mit allen anderen ist es irgendwie nicht üblich das wir telefonieren. Wir schreiben über WhatsApp oder schicken uns gegenseitig Sprachnachrichten und es ist selten, dass wir das Mobiltelefon zum telefonieren benützen. WhatsApp ist das meist genutzte Organ zur Kontaktpflege. Daran ist natürlich nichts Verkehrtes, dennoch ist ein persönliches Treffen nochmal etwas ganz anderes und es schafft eine ganz andere Nähe. Schon direkte, regelmässige Telefonate sind eine ganz andere Sache, als nur Whatsapp Nachrichten.

Das Problem an geschriebenen Worten ist, dass sie zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen führen können. Während eines Telefonats hört man die Stimme mit all ihren emotionalen Tonlagen, was die Missverständnisse deutlich reduziert. Beim direkten Treffen kommt noch die Mimik und Gestik hinzu, was die Häufigkeit von Missverständnissen weiter eindämmt.

Ich vermisse manchmal den direkten menschlichen Kontakt. Sowohl im Privatleben, wie auch unterwegs, in hippen Restaurants oder Fastfoodketten. Ich denke aber, das es vermutlich keinen Weg zurück gibt. Oder doch? Es gibt mehr und mehr eine kleine aber stetig wachsende “Bewegung”, die sich nach Nostalgie und einem “analogen Leben” sehnt. Kleinere “Auswüchse” sind solche Geschichten, wie der Filterkaffee oder die Rückkehr von “Tante Emma Läden”.

Vielleicht ist auch Beides möglich. Eine zunehmende Digitalisierung UND eine Rückkehr zur scheinbar altmodischer Lebensweise. Vielleicht sind die zunehmenden “Rotzbremsen” ein erstes Anzeichen dafür.

Ich verreise nicht gerne

Ich bin Sternzeichen Schütze (nicht dass ich an Astrologie glauben würde) und man sagt Schütze geborenen nach, dass sie sehr reisefreudig wären. ich bin es definitiv nicht.  Ganz im Gegenteil. Ich hasse es, zu verreisen.

Morgen muss ich für drei Tage auf Geschäftsreise. Eigentlich wären es nur zwei Tage gewesen, aber es wurde entschieden, dass es auf drei Tage ausgeweitet wird.

Mein Einwand, dass ich meine Kinder ungern alleine lasse, wurde mit der abfälligen Bemerkung “Wir reden hier von K A T Z E N” abgetan.

Immer diese Abwertung, dass meine Kinder weniger wert sind, als menschliche Kinder.

Meine werden mich genauso vermissen, wenn ich nicht da bin. Als ich im Sommer, ebenfalls im Rahmen der Arbeit, zwei Tage weg musste, frassen sie sehr schlecht.

Ich mag morgen nicht weg, kann mich aber nicht dagegen verwehren.

Mein Zauberer ahnt glaub etwas, er wich heute kaum von meiner Seite. Von meinem gefleckten Liebling bin ich das gewohnt. Er ist sowieso voll das “Mama-Kind”, aber der Zauberer ist normalerweise nicht so anhänglich.

Ja klar, es sind nur drei Tage, aber mir graust schon seit Wochen davor. Ich habe keinen Bock drauf! Null, Niente, Nada!

Auch dies wird vorrübergehen…