Eine von mir erfundene, komplett fiktive vegane Kurzgeschichte :

Der Biohof Weidland

Die Familie von Gerlinde betrieb den zertifizierten Biohof schon seit den 80er Jahren. Sie waren eine der ersten Landwirte gewesen, die auf Bio umgestiegen waren.

Die Tiere hatten hier große Koppeln und Ausläufe und breite Boxen, bekamen kein Tiermehl als Futter, sondern Pflanzennahrung, welche ebenfalls organisch auf dem Hof angebaut wurde. Sie ließen die Kälbchen sogar eine Weile bei ihren Müttern. Auf dem Biohof Weidland wurde den Tieren das geboten, was den Konsumenten das Gewissen erleichterte. Sie wurden gut gehalten und konnten glücklich groß werden. Die Ställe wurden teilweise sogar mit sanfter Musik beschallt.

Gerlinde kümmerte sich um die jungen Bullen, bis sie verkauft wurden. Sie machte den Fehler und gab ihnen Namen. Sie freundete sich mit den Tieren an. Dies passierte ihr immer, egal wie sehr sie sich dagegen zu wehren versuchte.

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SENECA – auch heute noch zeitgemäß und modern

Ein sehr netter Mensch hat mir heute die Lektüre von Seneca “Briefe an Lucilius” empfohlen.

“Nach Weisheit ist vor allem zu streben – Die Sorge um äußere Güter darf daran nicht hindern.”

Der alte Seneca wusste wohl, was uns heute noch beschäftigt. Auch ich möchte nach Weisheit streben. Doch immer wieder wird mein Geist abgelenkt von der Sorge und Angst um meine Lebensumstände.

Wie kann ich geistiges und seelisches Wachstum mit den alltäglichen Umständen und dem Lebensunterhalt in Einklang bringen? Auch dafür hat Seneca einen Tipp den ich für mich so interpretiere: wenn die Muße gleichzeitig Arbeit ist, beziehungsweise die Arbeit gleichbedeutend für Muße ist, dann ist Bewusstseinserweiterung möglich.

 

Gorilla im Zoo in Orlando erschossen

las ich heute auf Feacebook. Anscheinend kam das Kind irgendwie in das Gehege. Im Fernsehen kam es gerade auch. Angeblich musste der Gorilla erschossen werden, weil er das Kind verletzt hat. Komischerweise sieht man aber auf dem Video nur, wie der Affe dem Kind aus dem Wasser aufhilft. Ich kann an ihm keine gefährliche Geste erkennen. Warum wurde er nicht einfach betäubt? Wie zur Hölle konnte das Kind dort hin gelangen? Wo waren die Eltern, wo das Zoopersonal. Ach ja, die mussten ja wohl das Video machen und den armen Kerl erschießen.

Erst letzte Woche hatte sich ein Selbstmörder in einen anderen Zoo ins Tigergehege gestürzt. Ratet mal, wer getötet wurde? Genau, die Tiger.

Unschuldige Tiere werden immer wieder aus solchen und ähnlichen Gründen getötet. Die beste Lösung wäre, Zoos einfach zu verbieten. Sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß – ebenso wie Zirkusse. Man kann Kindern heute fremdartige Tiere auch durch wirklich gut gemachte Tierdokumentationen näher bringen. Davon hat das Kind sicher mehr, als ihnen eingepferchte und oft traumatisierte Tiere vorzuführen.

Game of Thrones – Staffel 6 – ein Interpretationsversuch

Um es vorweg zu nehmen – ich liebe gute Serien und dazu zähle ich GoT definitiv. Wir schauen es jede Woche bei einem Kumpel und manchmal stimme ich sogar mein Outfit entsprechend dazu ab. Staffel 6 jedoch warf bis jetzt wirklich viele Fragen auf:

Wieso war Melisandre plötzlich uralt, als sie ihr Halsband abnahm, aber in vorherigen Staffeln war sie mal in einer Badeszene ebenfalls ohne ihre Kette, sah aber nicht aus wie die Schwester von Gollom.

Wusste Hodor seit circa 30 Jahren um sein Schicksal und war darüber schwachsinnig geworden? Wie sollen Bran und Meera vor den weißen Wanderern fliehen können, wenn sie nur wenige Meter Vorsprung haben.?

Wieso war Jon Snow genauso wie vorher, als er wieder zum Leben erweckt wurde. Als Buffy damals wieder erweckt wurde, war sie erstmal nicht mehr dieselbe, aber Jon war wie immer.

Warum musste der dreiäugige Rabe in den Baum eingewachsen leben, bis Bran zu ihm fand?

Die Naturwesen, die mit im Baum waren, schufen also den ersten weißen Wanderer. Angeblich um sich vor den Menschen zu schützen, die ihre heiligen Bäume zerstörten. Ok, ist ja verständlich, aber ist es wirklich sinnvoll, dafür eine Art Zombie-Armee zu erschaffen? War das wirklich klug? Ich glaube nicht…

Was mich echt ärgert ist, dass alle Schattenwölfe, bis auf Geist, sterben mussten.

Tyrion ist nach wie vor mein Lieblingscharakter. Er ist einfach cool. “I`m drinking and knowing things” – der geborene Diplomat.

Wie konnte der hohe Spatz so schnell an die Macht kommen? Vorher hatte man nichts von ihm gehört.

Wo ist der dritte Drache?

Wieso werden seltsame Nacktszenen eingebaut, die nichts zur Handlung beitragen? Die Nahaufnahme nach der Theateraufführung war echt verstörend. Bei Daenerys machte die Szene ja durchaus Sinn, wenn sie feuerfest ist, aber ihre Klamotten nicht.

Wer ist nun die Person, die die Priesterinnen des Herr des Lichts vorhergesagt haben? Daenerys oder Jon, oder jemand ganz anderes?

Es bleibt spannend!

Wie “bekehre” ich andere?

heute Abend klingelten zwei nette junge Frauen an meiner Tür und wollten mit mir über die Bibel reden. Sie schauten leicht verstört, als ich anfing zu kichern. Ich sagte dann aber lieb und nett, dass sie dafür bei mir an der falschen Adresse sind, ich ihnen aber noch einen schönen Tag wünsche. Sie wünschten mir ebenfalls einen schönen Tag und gingen zum nächsten Haus.

Mir wurde schon von dem einen oder anderen ehemaligen Kumpel gesagt, dass ich andere zum Veganismus bekehren wolle und genauso missionieren würde, wie eben diese bekannte Religionsgemeinschaft, die gerne von Tür zu Tür geht und die Menschen direkt anspricht – so wie mich heute.

Fast jeder Veganer hat zu Anfang die Phase, wo man denkt, man müsse seine Erkenntnisse allen Leuten mitteilen. Das habe ich auch gemacht. Doch ich merkte schnell, dass es kaum jemand interessierte. Heute rede ich mit anderen nur noch darüber, wenn ich gefragt werde.  Wenn mir jemand mit Phrasen daher kommt wie “die Viecher werden doch sowieso geschlachtet”, oder “wenn wir sie nicht fressen, fressen sie uns”, dann versuche ich mich an einem Sphinx-haften Lächeln, das alles bedeuten kann (wer mich gut kennt, weiss dass es nichts Gutes bedeutet), enthalte mich aber jeglichen Kommentars.

Vielleicht sollte ich es tatsächlich einfach mal spaßeshalber ausprobieren und von Tür zu Tür gehen und sagen “ich möchte mit Ihnen über Ihren Fleischkonsum reden”. Ich fürchte, spätestens an der nächsten Straßenecke wäre ich geteert und gefedert.

Einfach das Leben vorleben, welches man sich selber für die Welt wünscht ist der bessere Weg. Selbst dann wird man noch beschuldigt, damit andere missionieren zu wollen. Einer sagte gar mal, ich würde täglich eine Vegan-Operette aufführen. Das fand ich ziemlich witzig. Als ob ich mir jeden Tag eine Inszenierung einfallen lassen würde, wie ich jetzt am besten mein veganes Leben zur Schau stellen könnte. So einfallsreich bin ich aber nicht. Ich mache einfach das, was für mich stimmig ist und sich gut anfühlt. Wenn sich andere dadurch auf den Schlips getreten fühlen und ich ihnen (O-Ton) “Mit jedem Bissen ein schlechtes Gewissen vorkaue”, dann ist das nicht mein Bier.

Ich fand auch das Verhalten der beiden Frauen heute nicht schlimm und ich fühlte mich in keiner Weise davon belästigt. Sie klingelten nett, trugen höflich ihr Anliegen vor, ich lehnte ebenfalls nett und höflich ab und sie gingen einfach wieder. Daran ist nichts Verwerfliches. Sie ließen mir meinen freien Willen. Sie drängten mir nichts auf. Das ist vollkommen ok für mich.

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Welche Spuren hinterlassen wir, wenn wir gegangen sind?

Heute starb das hochbetagte Pferd einer Freundin. Die wunderschöne braune Stute durfte heute Nacht im Schlaf gehen. Natürlich ist es für die Familie furchtbar schmerzhaft, dass ihr geliebtes Familienmitglied nicht mehr da ist. Gestern Abend war sie wie immer und heute morgen war sie fort. Klar, es war damit “zu rechnen”. Wir leben alle nicht ewig und die braune Schönheit war wirklich sehr alt. Fast schon biblisch alt für ein Pferd. Dennoch ist es ein Schock wenn der Tag dann tatsächlich da ist.

Andere Freunde von mir verloren im Frühjahr ihren geliebten Kater durch innere Blutungen. Er hatte schon seit Jahren eine unheilbare Krankheit und auch hier war damit “zu rechnen”, dass er früher gehen muss, als wenn er gesund gewesen wäre. Das ändert aber nichts an der Trauer und dem Verlust, den die Familie erlitt.

Auch ich fürchte den Tag, wenn meine Kinder gehen müssen. Wenn man Kinder einer anderen Spezies adoptiert dann ist es meist so, dass wir sie überleben, wenn es nicht gerade Schildkröten oder Papageien sind. Pferde, Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Mäuse, Schafe, Ziegen etcetcetc. Sie alle werden leider höchst wahrscheinlich vor uns gehen müssen und wir müssen mit dem Verlust leben.

Viele Menschen belächeln die Trauer um ein Tier. War doch nur ein “Vieh”, hörte ich schon oft. Die Trauer um Menschen ist oft anerkannter, aber auch hier erwartet die “Gesellschaft”, dass man still und heimlich zu trauern hat und nach außen hin ist “wie immer”. Das Leben muss weitergehen, blablabla und doch steht für die Menschen, die trauern kurz die Zeit still. So als ob man aus der Zeit gefallen wäre. Der Alltag wird wie in Trance erlebt. Zuerst kommt der Schock, dann oftmals das “Nicht wahr haben wollen”, das ungläubige “Das kann doch nicht sein”. Sie / Er muss doch gleich um die Ecke kommen und zum Fressnapf gehen. Ich höre doch noch das Maunzen / Bellen / Wiehern, Mä-en / Blöcken. Aber der Platz bleibt leer. Das Schönste was einem dann passieren kann, ist von dem geliebten Wesen zu träumen. Wenn man die Botschaft bekommt “mir geht es gut, schau, ich kann wieder herumspringen. Weine bitte nicht mehr, ich bin glücklich  und habe keine Schmerzen mehr- es ist ok”, dann gibt das den meisten Trost. In schlimmen Verlustphasen kann man sich zu diesen Traumszenen “flüchten”, damit man nicht verzweifelt.

Alle geliebten Wesen – ob Mensch oder Tier – die ich verloren habe, haben Spuren in meinem Leben hinterlassen. Selbst ihr Tod hat mich verändert und mir etwas gegeben. Wenn man die Nähe des Todes gespürt hat, dann spürt man auch das Leben wieder intensiver. Der Tod gehört zum Leben. In unserer Gesellschaft wird er tabuisiert und ausgeblendet. Besser nie daran denken. Wir halten uns so lange für unsterblich, bis wir mit dem Tod konfrontiert werden und das wird jeder irgend wann einmal. Bei mir fing es früh an, mit dem Tod vieler geliebter Katzen.  Als ich 18 war, starben meine Großeltern. Junge Menschen, die ich kannte starben an Leukämie, Verkehrsunfällen, erstickten bei einem Feuer und einer brachte sich um. Dann war viele Jahre “Ruhe”, bis mein geliebter Kater im Alter von 15 Jahren während einer Notoperation starb. Dann wurde ich wieder 4 Jahre vom Tod verschont, bis mein geliebter Papa gehen musste und 10 Monate später meine beste Freundin. Beide hatten Krebs.  Letztes Jahr starb Smartie, ein Kater, den wir adoptiert hatten. Jedoch mussten wir ihn nach einem Jahr einer Freundin geben, weil er sich nicht mit unseren anderen Katzen vergesellschaften lies. Er starb an Nierenversagen. Meine Freundin, die ihn 3 Jahre bei sich haben durfte, war am Boden zerstört. Der Kater war auch für sie wie ein Kind.

Wir alle werden nicht davor verschont, geliebte Menschen und Tiere gehen lassen zu müssen. Dennoch ist der Tod nicht unser Feind. Wir müssen ihn nicht fürchten. Ich fürchte meinen eigenen Tod überhaupt nicht. Ich bin neugierig, was mich dann erwarten wird. Welche Spuren werde ich hinterlassen? Wenn ich so geliebt wurde und solche Spuren hinterließ, wie sie alle meine verstorbenen Katzen hinterließen, dann  hatte mein Leben Sinn.

 

Wandern bei Vollmond – eine aussergewöhnliche Erfahrung

gestern war ich mit zwei Freundinnen bei einer Vollmondwanderung. Diese Wanderung wurde von einer Naturparkführerin geleitet. Wir erfuhren sehr viel über den Wald und die Bräuche unserer keltischen Vorfahren. Es begann um 20:00 Uhr und endete gegen 23:00 Uhr. Die Wanderstrecke war nicht wirklich weit und gut zu bewältigen. Alle circa 10 Minuten machte die Leiterin eine Pause und erklärte uns Wissenswertes über die Natur und hatte viele kleine Geschenke für uns mitgebracht. Wir sangen auch Lieder und hörten Gedichte und alte Sagen und Märchen.

Diese Wanderung hat uns allen viel Spass gemacht und die wirklich herzliche Naturführerin steckte uns mit ihrer Begeisterung für ihre Freunde – wie sie die Bäume bezeichnete – an. Sie zeigte uns aber auch die Schattenseiten der Menschheit. Eine Birke, von der jemand Saft entnommen hatte, ohne die Stelle zu versiegeln, wäre dadurch beinahe “ausgeblutet” und die Naturführerin konnte es gerade noch rechtzeitig entdecken und den Baum retten.

Es war ein beinahe verzauberter Abend, der uns wieder näher mit der Natur zusammen geführt hat. Wir sind nicht abgegrenzt von der Schöpfung, sondern ein Teil von ihr. Das alte Wissen hilft uns dabei, uns wieder an die Pflanzen anzunähern.

Diese liebe Dame erinnerte mich auch etwas an meine Oma. Sie sagte, dass man sich nur so viel von Beeren oder ähnlichem nehmen soll, dass man gar nicht merkt, dass etwas entnommen wurde. Wenn ich mit meiner Oma als Kind Beeren pflücken war, sagte sie auch stets “wir müssen für die Tiere noch genug übrig lassen”.

Heute fallen die Menschen wie wilde Horden über Beeren, Pilze und Baumspitzen her und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist so schade. Es ist für uns alle genug da, wenn wir nicht zu gierig sind.

Zur Belohnung gab es am Schluss der Wanderung einen spektakulären Vollmond und eine Lichtung mit Fledermäusen. Ich glaube ich habe sogar einen Fuchs gesehen, der uns beobachtet hat.  Solch eine Wanderung kann ich jedem zum Stressabbau nur empfehlen. Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal dabei.

Mond