Gefangen wie der Schmetterling

Ich beobachtete heute mittag einen weissen Schmetterling, der sich unter einen Sonnenschirm verirrt hatte. Minuten lang flog er immer wieder gegen den Stoff des Schirms und fand nicht mehr heraus. Er hätte nur 10 cm weiter nach unten fliegen müssen und wäre sofort frei gewesen. Doch das sah er nicht. Er stiess immer wieder gegen die Bespannung des Schirms und fand erst nach einer kleinen Ewigkeit den „Ausweg“. Frei flog er davon.

Geht es uns auch oft so, wie dem Schmetterling? Wir denken, eine Situation ist aussichtslos und wir sind darin scheinbar gefangen, weil auch wir das Ende des Schirms nicht sehen können, wo der freie, endlose Himmel beginnt?

Wir sind in diesen Umständen gefangen, weil wir das große Ganze nicht sehen können, sondern nur diesen kleinen Ausschnitt. Wie der Schmetterling, der nur die Stoffwände des Schirms sah und nicht, dass darunter die endlose Freiheit war.

Nebenan war nochmals ein anderer Schirm aufgestellt. Selbst wenn der Schmetterling dort rüber geflogen wäre, hätte er ein paar Zentimeter darunter wieder die Freiheit gehabt. Es hätte nur etwas länger gedauert, bis er sie gefunden hätte.

Lasst uns Ausschau halten, nach dem endlosen Horizont und aus dem „Schirm“ heraus fliegen. Es ist nur ein ganz begrenzter Teil der Welt, aus dem man heraus kommen kann.

Seltsame Begegnung unterwegs

Heute war ich Lebensmittel kaufen und stand an der Kasse an. Vor mir waren zwei Leute. Es drängelte sich eine Frau undefinierbaren Alters an uns vorbei. In ihrer Hand ein Tetrapack Eistee. Sie schnauzte die Kassiererin an.

Hintergrund des „Aufstands“ war wohl, dass sie 10 Minuten zuvor einen 1,5 Liter Pack aus dem Regal gegriffen hätte, weil dieser falsch im 1 Liter Fach platziert gewesen wäre. Deshalb wollte sie nun 10 Cent rückerstattet bekommen. Das wäre die Differenz der beiden Verpackungsgrößen.

Sie machte einen Riesen-Bohei aus der Geschichte und letztendlich holte die bedauernswerte Kassiererin zuerst eine Kollegin, welche die Frau aber auch nicht beruhigen konnte. Mir wurde es dann zu blöd und ich gab ihr 10 Cent und fragte sie, ob jetzt alles gut wäre. Doch das war es nicht… letztendlich kam der Marktleiter und die Frau machte noch immer einen Aufstand wegen der 10 Cent.

Ich bekam meine Münze wieder zurück und die Frau wollte sich unbedingt weiter aufregen.

Ich hätte mich einmischen sollen und der Frau sagen sollen, was ich dachte. Nämlich dass sie uns und vor allem sich selbst Lebenszeit und Lebensqualität gestohlen hat! Wegen 10 Cent!

Sie hatte sich unbedingt aufregen wollen. Es ging ihr eigentlich nicht um den Tetrapack und auch nicht um das Geld. Es ging ihr darum, sich aufzuführen und ihren Frust raus zu lassen. Wegen was auch immer sie gefrustet war, der Tetrapack war hoffentlich nicht wirklich die Ursache. Oder gibt es wirklich solche Menschen, die sich masslos darüber aufregen, dass eine 1,5 Liter Packung im Regal für die 1 Liter Packungen stand, sie das nicht geschnallt hat und erst an der Kasse am Preis festgestellt hat und dann die Schuld der Kassiererin gab?

Was für eine sinnlose Verschwendung von Lebenszeit!

Was ist unser „Tetrapack Eistee“? Worüber regen wir uns sinnlos auf? Womit verschwenden wir unsere Lebenszeit?

Ohne Fleisch kann man doch nicht leben…

auch diesen Satz höre ich wieder und wieder und wieder… egal ob ich als lebender Beweis vor Ihnen stehe… ich lebe seit über 30 Jahren recht gut damit. Deshalb: JA, man kann prima ohne Fleisch leben! Man kann auch ausgezeichnet ohne Milchprodukte, Eier, Honig, Lederprodukten, Zeugs mit Gelatine oder Collagen und sonstigen „Tierischen Produkten“ leben. Es geht ziemlich einfach. Man muss im Laden nur in eine andere Ecke – das ist schon alles an „Umstellung“. Auch damit lebe ich schon seit ungefähr 6 Jahren ziemlich super! Also erzählt mir keinen Scheiß! Man kann gut ohne „Tierische Konsumgüter“ leben. Alleine am Willen mangelt es. Seit dann doch wenigstens ehrlich und sagt: „Ich habe keine Lust, mein Leben zu ändern“.

Meine Katze ist viel süsser

Im Internet sah ich einen echt witzigen Spruch, der total auf mich passt „Egal wie viele Bilder Ihr mir von Euren Babies zeigt: Meine Katzen sind viel süsser und niedlicher!“

Ich kann nichts dafür, das war schon immer so. Ich mag Kinder, ich habe nichts gegen sie, aber wenn ich eine Katze sehe… dann sind das ganz andere Emotionen. Es ist nicht so, dass ich Eure Kinder absichtlich nicht so goldig finde, wie Eure Katzen, es ist einfach so. Eure Kinder sind auch niedlich und süss, aber eben nicht so sehr wie Eure Katzen, oder Hunde, Schäfchen, Ziegen oder Kaninchen etc…oder wenn Ihr gar kleine Eselchen habt… oder Kälbchen… aber Katzen sind nun mal meine Lieblingstiere.

be mine

Derzeit gibt es recht wenige Lieder, die mir gefallen. Eigentlich nur „Be mine“ von Ofenbach und ein paar Stücke von Milkey Change, die – wie ich finde – recht ähnlich sind vom Stil her. Tanzbare gute Laune Mucke.

In meinem Umfeld gibt es jetzt bestimmt wieder welche, die sich denken „Also die Margit, die hat einen komischen Musikgeschmack, was die wieder für seltsames Zeug hört“ – na und? Mir gefällt es und andere Menschen dürfen das hören, was ihnen gefällt.

Wer entscheidet denn, was „anspruchsvoll“ ist? Mein Anspruch an Musik ist: Sie muss mir gefallen. So simpel ist es.

Die Bishnoi

In einer 180° Geo Reportage wurde das Volk der Bishnoi vorgestellt. Sie sehen sich als Hüter der Tiere und der Natur. Verletzte Tiere werden versorgt und in eine Tierklinik gebracht, Wildtieren wird Wasser zur Verfügung gestellt. Verwaiste Tierbabies werden von Menschenfrauen mit gestillt. Wilderer und Baumfäller werden zur Verantwortung gezogen. Die Bishnoi leben schon seit 500 Jahren im Einklang mit der Natur und den Tieren und respektieren jedes Leben.

Davon könnten wir uns alle eine große Scheibe abschneiden.

Darf man ehrlich sein?

Ich las heute in einer Reportage von einer Frau, die sich selbst einen Monat lang auferlegt hatte, nicht mehr zu lügen. Mit teilweise fatalen Folgen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Klar, Lügen sind nicht gut, aber manchmal sind sie die bessere Alternative. Wem wäre geholfen, wenn man immer aussprechen würde, was man denkt, wie in dem Film „Der Dummschwätzer“.

Sätze wie „Ich mag Dich nicht mehr so wie früher“, „Diese Arbeit kotzt mich so an“, „Deine Art geht mir gerade tierisch auf den Zeiger“, „Du bist heute echt wieder eine überhebliche, selbstgerechte Schnepfe“, „Du verhälst Dich wie eine Schlampe“, „Du bist der egoistischste Mensch, den ich kenne“  oder „Du willst wissen wie es mir geht? Mag ich Dir aber nicht sagen, weil eh nur wieder irgend ein pseudoschlauer Spruch kommen würde. Vorher würde ich`s meinem nicht vorhandenem Friseur erzählen, bevor ich Dir mein Innenleben anvertrauen würde“ kämen echt nicht gut. Auch wenn sie mitunter die subjektive Wahrheit wären. Selbst in abgeschwächter Form wären sie nicht so ganz sozialkompatibel.

Diese Beispiele sind frei erfunden, aber vielleicht gab es mal Szenen im Leben, wo man diese Sätze echt dachte, sie aber natürlich heruntergeschluckt hat und brav  beantwortete mit: „Ja klar, können wir mal wieder was zusammen machen“, „Na sicher, das erledige ich doch gerne“, „Nein, es nervt mich nicht, wenn Du mir zum 1000sten Mal die gleiche Geschichte erzählst, mach ruhig“, „Du bist ja so talentiert“, „Nein, ich habe kein Problem damit, dass Du mehrere Typen datest, das ist Dein Leben, da mische ich mich nicht ein“, „Na klar ist es ok, wenn Du immer nur nach Dir schaust, ohne Rücksicht auf Verluste“ und „Mir geht es prima“.

Es lebe die Notlüge, oder etwa doch nicht? Wäre es nicht klüger, doch öfter mal die Wahrheit zu sagen? Vermutlich wäre man dann sehr einsam.

Highlights des Tages

ich hatte heute schon drei schöne Erlebnisse:

  1. Ich wurde in einem Geschäft von einer Verkäuferin geduzt und das war jetzt kein so ein Trendladen, wo alle Kundinnen geduzt werden.
  2. Die Bäckerei hatte ein veganes Brötchen im Angebot mit Hummus-Aufstrich und Gemüse drauf. Superlecker und günstig!
  3. Ich bin im warmen Regen spazieren gelaufen.

Diese Highlights haben mich heute richtig glücklich gemacht. Es sind die kleinen Dinge, die das Herz erwärmen.