Ein altes Familienrezept

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Dieses Gericht wird seit Jahrzehenten – nach einem geheimen Familienrezept – in unserer Familie gekocht. Vor sechs Jahren, als ich anfing, vegan zu leben, änderte meine Mama es extra für mich ab. Normalerweise werden die „Bauchstecher“, wie die aus Nudelteig gerollten „Messer“ heißen, noch mit Eiern angebraten. Es schmeckt aber offen gesagt ohne Ei viel besser. Mir fehlt jedenfalls nichts und es ist nach wie vor noch meine Leibspeise.

Hunde verboten

Wir waren heute an einem idyllischen See spazieren. Es war nicht viel los, weil nicht so richtiges Badewetter war mit 22 Grad°. Es war echt schön, bis auf einen Umstand, der mich schon öfter geärgert hat. Überall standen Hundeverbotsschilder.

Der See gehört nicht nur uns Menschen, sondern den Tieren genauso. Sie haben dasselbe Recht im See zu schwimmen und am See zu liegen.

Am hinteren Seeufer ist ein Naturschutzgebiet. Dort sehe ich es ja ein. Dort sind aus gutem Grund auch Menschen verboten. Aber vorne am „Strand“bereich? Wieso dürfen sich die Hunde dort nicht aufhalten? Die Hunde sind mit Sicherheit meistens reinlicher als so manche menschlichen Zeitgenossen, die ich dort schon gesehen habe. Ich glaube nicht, dass Hunde vom Steg aus in den See pinkeln würden. Bei Kindern habe ich genau dies aber schon beobachtet. Die Eltern meist achselzuckend daneben stehend.

Ich glaube auch nicht, dass Hunde am See Saufgelage veranstalten würden und ihre Bierflaschen und sonstigen Müll einfach liegen lassen würden. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass Hunde dort Frösche mit einem Käscher fangen und in Plastikboxen stopfen.

Ich habe dort schon Hunde gesehen, die sich „verbotenerweise“ aufgehalten haben. Es waren ausschließlich sehr angenehme Zeitgenossen, die nur durch ihre Niedlichkeit oder Anmut auffielen, ganz im Gegensatz zu vielen Menschen…

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Kleines Kerlchen am Morgen

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Dieses schöne Wesen kreuzte heute morgen meinen Weg, als ich zur Bushaltestelle lief. Ich wollte es eigentlich in den nächstgelegenen Garten tragen. Jedoch konnte ich es nicht hoch heben. Es war nicht vom Boden weg zu bekommen und weh tun wollte ich ihm auch nicht. Es war nicht weit von einem kleineren Grasstück entfernt und vermutlich wollte es auch dort hin, weshalb ich sie guten Gewissens ihres Weges ziehen lies.

Manchmal, wenn ich Schnecken vom Gehweg ins Gras gesetzt habe, kamen mir schon so Gedanken, wie „Ob sie das jetzt auch gut findet. Vielleicht wollte sie ganz woanders hin. Dadurch, dass ich sie in dieses Gras getragen habe, muss sie jetzt vielleicht wieder ewig weit laufen, weil sie ursprünglich in die komplett entgegen gesetzte Richtung wollte“. Vielleicht gilt auch hier „Gut gemeint ist immer Scheiße!“

Wenn ich jedoch eine Schnecke von einem viel frequentierten Gehweg leicht vom Boden heben kann, dann werde ich es auch zukünftig tun und sie im Gras absetzen. Genauso handhabe ich es auch mit Regenwürmern. Das kostet mich nur ein paar wenige Sekunden und verlängert vermutlich das Leben der Kleinen.

Ein Gebot der Höflichkeit

Gestern war ich auf Schlussverkauf-Schnäppchen-Jagd. Ich habe ein Händchen dafür, mega coole Stücke zu ergattern, wenn es mich in den Fingern juckt. Gestern war es wieder soweit und ich spürte das altbekannte Schnäppchen-Gribbeln in meinen Händen.

In einer kleinen Boutique wurde ich schnell fündig und erstand ein grau-meliertes, sehr figurbetontes Kleid.

Weil ich die Stofftasche vergessen hatte und unbedingt die Plastiktüte vermeiden wollte, stopfte ich das neu erworbene Stück in meine Handtasche. Jedoch war ich gestern mit einer relativ kleinen Tasche unterwegs, so dass diese nicht mehr  geschlossen werden konnte und das Kleid quasi oben heraus quoll.

Glücklich lief ich mit meiner Trophäe Richtung Auto, als mich eine Frau ansprach „Hast Du das graue Kleid in der Boutique da hinten gekauft?“, „Ja genau“ „Ich hatte dasselbe in schwarz anprobiert, aber der Stoff war hinten am Hintern total durchsichtig. Hast Du es anprobiert? Nicht, dass es Dir auch so geht“. Ich nickte freundlich und sagte „Das ist schade, dass es Dir nicht gepasst hat, vielleicht liegt es an der Farbe. In grau ist es nicht durchsichtig“. Sie antwortete „Das freut mich für Dich“. Wir wünschten uns noch einen schönen Tag.

Die Frau war sehr nett und ich wollte sie nicht brüskieren. Die Wahrheit wäre gewesen, dass sie einen Hintern dreimal so groß wie Kim Kardashian hatte und dass auch der beste Stoff nur bis zu einem gewissen Grad gedehnt werden kann. Sie hätte auch in der grauen Variante einen „Durchsichtigen Hintern“ gehabt… aber das Gebot der Höflichkeit lies mich dies natürlich nur denken und ich gab eine Notlüge von mir, die suggerierte, dass es natürlich nur am Stoff gelegen haben muss.

Manchmal sind Notlügen einfach die klügeren Varianten.