
Hey
Eine Freundin schrieb mir heute eine WhatsApp-Nachricht. Diese fing mit „Hey,… “ an. Kein Hallo Margit, Hi Margit oder meinetwegen sogar noch Hey Margit, sondern einfach nur Hey. Sie hat sich mit Sicherheit nichts dabei gedacht und es auch nicht unhöflich oder in irgend einer Weise negativ gemeint. Sie ist auch nicht die Einzige, ich habe schon öfters „Hey“ Nachrichten erhalten. Scheint ein neuer Trend zu sein.
Ich kann es nicht erklären, aber ich finde es komisch. Keine Ahnung warum, aber es hat für mich irgendwie einen unpersönlichen Charakter, dieses „Hey“. Hey sagt man eigentlich, wenn einem etwas widerstrebt und man dagegen aufbegehrt. „Hey lass das“, „Hey, Finger weg“, oder einfach nur „Hey!“ – so jedenfalls kannte ich bisher die Verwendung, aber als Begrüßung? Für mich fühlt es sich komisch an. „Hi“ dagegen hat nicht diesen ablehnenden Touch.
Vielleicht bin ich heute auch einfach nur extra pingelig und nur ich empfinde das so und für den Rest der Welt ist „Hey“ vollkommen „save“. Noch so ein Wort, das immer inflationärer verwendet wird, ob es passt oder nicht, ebenso wie …! Ich kenne mehrere Personen, die hinter jeden Halbsatz drei Punkte setzen. Das nervt mich massiv, aber sagen tu ich es den Leuten nie. Ich mag diese Menschen echt gerne, auch wenn mich ihr Geschreibsel wirklich auf die Palme bringt.
Was weiss ich schon. Wahrscheinlich schreibe ich auch öfter Dinge, die anderen auf den Senkel gehen. Dann wäre ich froh, wenn man es mir sagen würde. Aber hey, solange mir das niemand sagt bin ich save…
Iss was „Gescheites“
Diese Aufforderung hörte ich erst gestern wieder. Was „Gescheites“. Derjenige, der diesen Satz aussprach meinte damit Fleisch, Wurst, Eier, Milch, Milchprodukte etc.
Für ihn sind diese Produkte Lebensmittel. Er sieht in ihnen keinen Zusammenhang mit den Tieren, die dafür leiden und sterben müssen. Es sind für ihn „richtige Nahrungsmittel“, keine fühlende Lebewesen.
„Gescheites Essen“… für das Tiere ohne Betäubung kastriert werden, in enge Ställe gezwängt werden, lebend geschreddert werden, für das selbst Tierkinder und trächtige Tiere geschlachtet werden, für welches die meisten „Nutztiere“ sehr lange vor Ablauf ihrer natürlichen Lebensspanne getötet werden.
Ich sagte nichts dazu, denn es wäre in der Runde, wo es gesagt wurde, sinnlos gewesen. Egal was ich gesagt hätte, ich wäre die „millitante Veganerin“ gewesen. Es war lustig, sich über mich lustig zu machen, weil ich vegan lebe. Mir ist das egal, was sie über mich denken. Nicht egal ist mir jedoch, was mit all den Tieren passiert, die aus Gleichgültigkeit täglich millionenfach getötet werden, für „Gescheites Essen“, das doch bei rationaler und objektiver Betrachtung alles andere als „Gescheit“ ist.
Weisswurstfrühstück und andere Bräuche
Heute bekamen wir von einer lieben Freundin eine Einladung zum Weisswurstfrühstück. Sie hätte uns natürlich etwas Veganes angeboten. Dennoch, wir haben die Einladung abgelehnt.
Vor einigen Jahren musste ich geschäftlich an einem Weisswurstfrühstück teilnehmen. Ich bekam auch damals eine vegane Alternative. Doch als ich die Kollegen die Würste essen sah, wie sie diese weiße Haut abzuzelten und ich den Geruch wahrnahm, wurde mir so übel, dass ich es gerade noch aufs WC schaffte um mich zu übergeben. Damals schwor ich mir: „Das gebe ich mir nie wieder“.
Es ist schon jeden Tag grausig genug, das Katzenfutter für unsere pelzigen Mitbewohner in die Näpfe zu füllen und da würgt es mich auch das eine oder andere mal, je nach Tagesform. Aber diese Würste sind nochmal eine andere Nummer.
Das erinnert mich an die Hausschlachtungen im Dorf, als ich ein Kind war. Wenn das bei meinen Großeltern „angesagt“ war, wusste ich, dass ich viel viel viel später von der Schule nach Hause kommen würde. Der Gestank nach Tod war aber selbst am Abend noch so überwältigend, dass ich mich jedes Mal übergeben musste.
Es tut mir leid, ich kann an keinem Weisswurstfrühstück teilnehmen, an keiner Metzelsuppe und an keinem Spanferkelessen.
Wer mich nicht um jeden Preis auf den Tisch reihern sehen will, der versteht das.
Urlaub im Herbst, der keiner ist

Urlaub im Herbst ist dieses Jahr wie Sommerurlaub, nur angenehmer als es der „richtige“ Sommer war. Nicht ganz so heiß. Angenehme 25 C°, aber dennoch auch unheimlich, weil es so lange schon schön ist. Wir hatten seit Mitte April sommerliche Temperaturen (mit Ausnahme von nur wenigen Tagen, an denen es nicht so schön war). Der Winter ging abrupt in den Hochsommer über. Frühling gab es keinen. Herbstliche Temperaturen mit Sturm und Kühle hatten wir zwar auch kurz, aber das anhaltend warme Wetter überwiegt doch deutlich. Vielleicht wird der längste Sommer, den ich je erlebt habe, auch wieder abrupt vom Winter abgelöst, ohne Herbst. Wir werden sehen. Solange genieße ich den Spätsommer in vollen Zügen.
Heute im Netz aufgeschnappt
Wenn ein Einzelner einen imaginären Freund hat, wird er für verrückt erklärt, wenn aber viele Personen einen imaginären Freund haben, nennt man es Religion.
Back to the roots

Mitte der 90er Jahre war meine Lieblingsserie Willkommen im Leben – My so-called life. In der Serie sagte Rayanne Craff zu ihrer Freundin Angela Chase, ihre Haare würden sie hemmen und sie müsse sie deshalb dringend färben.
An diese Szene musste ich heute denken, als ich meine Haare von dunkelblond in braun färbte. Das dunkelblonde Haar hemmte mich zwar nicht, dennoch entsprach es mir nicht. Ich bin keine Blondine. Ich war schon immer brünett und deshalb kehrte ich heute zu meiner Naturhaarfarbe zurück.
Es ist gut möglich, dass ich immer mal wieder hellere Haare oder Strähnen haben werde, das ist auch vollkommen ok. Im Moment ist jedoch braun angesagt. Meine natürliche Farbe ist es in Wahrheit nicht mehr. Das wäre das ach so trendy „Granny Hair“, aber das passt momentan noch weniger zu mir, wie dunkelblond.
Die Furcht vor einem ungelebten Leben

Mich treibt im Moment die Furcht um, ein ungelebtes Leben zu leben. Wenn ich heute sterben würde, was hätte ich dann aus meinem Leben gemacht, oder besser gesagt, was habe ich NICHT aus meinem Leben gemacht?
Welche Spuren werde ich einmal hinterlassen? Lebe ich ein ungelebtes Leben? Ein bedeutungsloses Leben?
Was ist ein bedeutungsvolles Leben? Wie lebt man ein gelebtes Leben? Ich habe keine Ahnung!
Die Schafgang
Diese Süssen habe ich gestern beim Spazierenlaufen getroffen. Was für wundervolle Nachbarn. Einfach nur toll:

Radikal schreckt immer ab
Alle zwei Monate veranstaltet eine vegane Gruppe einen Mitmachbrunch, so auch heute wieder. Ich freue mich immer darauf, weil es toll ist, einfach schlemmen zu können und nicht nachfragen oder aufpassen zu müssen, ob auch wirklich keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind. Auch heute erwartete uns wieder eine köstliche Vielfalt.
Fast alle Menschen sind dort supernett – fast Alle. Immer wieder gibt es auch ein paar radikalere Zeitgenossen. Das ist nicht nur unter Veganern so, sondern eigentlich in jeder Gruppe.Selbst im Kronkorkensammlerclub.
Eine Frau verlangte heute, dass jeder grausame Tierqualvideos ansehen müsse, weil das die Leute „heilen“ würde. Das sehe ich gänzlich anders. Solche Bilder würden mich für immer traumatisieren und mir in der Seele weh tun. Wenn ich es für mich selbst nicht möchte, würde ich Nieamndem diesen Anblick zumuten wollen.
Mag sein, dass Einige durch Schockvideos zum Umdenken gebracht wurden und seither vegan leben, aber ich bin überzeugt, dass es einen besseren Weg gibt.