Ziehe ich solche Begegnungen irgendwie an?

Gestern war ich im Kaufland und besorgte noch Zutaten für das Essen heute Abend. Vor mir stand ein Mann an der Kasse, der eine Flasche Wasser, einen Pack Toastbrot und einen eingepackten Schinken auf das Band gelegt hatte. Er stand da und schaute zu, wie ich jede einzelne Ware ebenfalls auf das Band legte. Ich merkte schon, dass er mich beobachtete, versuchte es aber zu ignorieren, weil ich irgendwie ein ungutes Gefühl hatte.

Als ich alle Waren aus dem Einkaufswagen geholt hatte, sprach er mich an „Sie essen wohl kein Fleisch, wie? Sie haben nur Gemüse gekauft. Sind Sie etwa so eine Veganerin?“. „Ja, genau, ich lebe vegan“ antwortete ich höflich. Er erwiderte „eigentlich sollte ich auch weniger Fleisch essen. Ich bin gesundheitlich stark angeschlagen, aber ich pfeif drauf. Ich verreck eh bald“. Das war nun wirklich nicht das, was ich erwartet hatte und sagte perplex „Das passiert Ihnen hoffentlich nicht“ und er sagte „Ist doch auch egal, irgendwann verrecken wir alle. Ich will Sie nicht weiter mit meinem Scheiß belästigen“. Mit diesen Worten drehte er sich um. Ich stand etwas geschockt da. Ich sah zu, wie er zahlte und sehr langsam die Einkäufe umständlich auf seinen Arm verteilte, den er offensichtlich nicht richtig bewegen konnte. Er sagte etwas zur Kassiererin, was ich nicht verstand, nur dass sie die Augen leicht verdrehte, fiel mir auf. Er lief von der Kasse weg an einen kleinen Tisch, der vor der Waage stand, die Leute benützen müssen, die vergessen haben, ihre Waren vorher zu wiegen.

Ich bezahlte meine Sachen und beobachtete ihn aus den Augenwinkeln. Immer wieder versuchte er, die drei Einkäufe so aufzuteilen, wie er sie am besten tragen konnte und immer wieder entglitt ihm dabei fast die Flasche Wasser. Ich hatte in meiner Handtasche noch einen Stofftragebeutel und ging zu ihm rüber und bot ihm diesen an. Doch er sagte „Das ist nett, aber ich werde meine Kriegsbeute schon irgendwie auch so heimschleppen können“. Ich sagte „Ok, dann wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch“ und er sagte „Jaja, Rutschen Sie bloß mal nicht auf die Fresse, das kann leicht passieren“. Ich schaute zu, dass ich dort ganz schnell weg kam.

Habe ich sowas wie einen inneren Magneten für Soziopathen? Ich werde diese Sorte Mensch so lange anziehen, bis ich endlich kapiert habe, dass deren Verhalten rein gar nichts mit mir zu tun hat. Sie haben ganz einfach ein starkes Defizit. That`s it. Egal wie ich mich verhalten hätte oder was ich getan hätte – sie wären in jedem Paralell-Szenario genauso soziopathisch. Ich bin NICHT für deren Verhalten verantwortlich.

Adjeu 2016 – Willkommen 2017

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Viele – und speziell ich – neigen dazu, dass wir vergessen, was wir alles an Gutem in unserem Leben haben. Wie bei einem Blatt Papier, auf dem ein schwarzer Punkt ist, konzentrieren wir uns auf den Punkt und nicht auf das weisse Blatt, das doch so viel größer ist, als ein winziger Punkt. Die Gedanken drehen sich aber in Endlosschleife um „schwarze Punkte“. Dabei gibt es so viel für das wir dankbar sein können. Bei mir ist es eine glückliche Ehe, süsse Kinder, Gesundheit, ein schönes Zuhause, ein gutes Familienverhältnis, eine Handvoll ausgewählter Freunde. Neue Begegnungen, die mir wichtig sind und die mir guttun. Mein Leben läuft zu 95% in die richtige Richtung und was mach ich? Widme den restlichen 5% viel zu viel Aufmerksamkeit und lasse zu, dass dieser geringe Prozentsatz meine Gedanken zu 95% beherrscht. Das ist doch verrückt!

Ade 2016, mach`s gut. Ich lasse die 5% bei Dir, dort gehören sie hin. Sie haben in 2017 nichts mehr verloren.

So wie auf dem beigefügten Bild, wirft das neue Jahr seine Schatten verheißungsvoll voraus. Es kann eigentlich nur noch besser werden.

Facebook – ich weiss nicht, ob mir das noch guttut

Einerseits finde ich es schön, dass man Kontakt zu Leuten aus aller Welt hält und aus ihrem Leben erfährt und auch so ab und zu Neuigkeiten erfährt. Andererseits merke ich, wie mir das manchmal Kraft raubt. Es mir – warum auch immer – nicht guttut. Diese ganze Informationsflut und oft sind auch wirklich grausame Dinge dabei.

Dann noch die „Eigenarten“ von Facebook. Mal bekommt man von manchen aus der Freundschaftsliste plötzlich keine Nachrichten mehr und dann wieder eine ganze Flut, ohne das man was an den Einstellungen geändert hat.

Plötzlich hat man weniger „Freunde“ – gut, kann sein, dass man gelöscht wurde, aber ich hatte auch schon den Fall, das ich plötzlich zwei neue Kontakte hatte, von denen ich nie Freundschaftsanfragen bekam. So verpeilt, dass ich das vergessen hätte, bin ich sicher nicht. Ich kenne die Leute zwar, aber nur vom sehen. Ich habe keine Ahnung, wie sie in meine Liste kamen.

Ganz unheimlich war, als plötzlich der Account meiner verstorbenen besten Freundin wieder auftauchte.

Die Algorithmen scheinen ein Eigenleben zu haben, wie bei Skynet. Echt spooky.

End of the year sadness

Wie fast jedes Jahr an Silvester, überkommt mich diese EndedesJahrestraurigkeit. Es gibt keinen wirklich richtigen Grund dafür, sondern einfach das Gefühl „schon wieder ein Jahr vorbei“ und das Gefühl, nichts erreicht zu haben. Was habe ich in 2016 bewegt?  Konnte ich irgendwas verbessern? Habe ich zu einer besseren Welt beigetragen?

Ich weiss nicht so recht. Heute fühlt es sich nicht so an. Eher, als ob ich mich im Kreis drehen würde.

Wieder fühle ich mich für alles verantwortlich, für jede Kleinigkeit. Das macht mich so traurig, aber ich weiss nicht, wie ich diese Traurigkeit stoppen kann. Beim Rückblick auf meine Posts aus diesem Jahr, stieß ich auf meinen Blogeintrag vom 3. Mai 2016: Gibt es so etwas wie Überverantwortlichkeit und was kann man dagegen tun?

Damit beantworte ich mir meine heutige Frage selbst. Ich kann die Traurigkeit akzeptieren, aber ihr nicht zu viel Bedeutung beimessen. Ich lasse sie einfach passieren. This too shall pass – auch das wird vorüber gehen.

 

Salbei – Räuchern zum Jahresende

Heute vor einer Woche war ich mit zwei Freundinnen die Wintersonnwende nachfeiern und dazu räucherten wir Salbei. Er riecht nicht nur wundervoll, sondern unsere Urahnen sagten ihm auch Eigenschaften wie Schutz vor negativen Energien und Reinigung nach.

Ich habe mal – kurz nachdem wir in unser Haus eingezogen waren – als kleines Einzugsritual Salbei um unser gesamtes Grundstück gestreut. Quasi als Schutzkreis.

Ich habe noch Salbei übrig und ich glaube, es ist an der Zeit, den Schutzkreis zu erneuern. Beschützt und behütet ins neue Jahr zu starten und alles Negative im alten Jahr zurück lassen, ist ein schöner Gedanke.

Drama Queens

Kennt Ihr das auch? Bekannte, die sich immer im selben Kummer-Sorgen-Jammertal suhlen. Ich bin mir sicher, jeder kennt so jemand. Seit Jahren die selbe Leier. Dies ist nicht gut und das ist schlecht und überhaupt und alles und nur die Anderen sind schuld, sonst niemand. Man selbst? Also bitte! Auf gar keinen Fall. Lösungen für das Problem? Kann es gar nicht geben. Will man auch nicht hören. Sonst könnte man doch nicht mehr darüber jammern.

Jeder von uns ist mal eine Drama Queen. Ich nehme mich da nicht aus. Das ist auch normal und menschlich. Das meine ich nicht. Es gibt so einen bestimmten Menschentyp, der gerne die Schuld bei allem und jedem sucht, den Umständen, dem Verhalten der anderen und und und, nur man selbst ist das arme Opfer, das nicht aus seiner Opferrolle heraus will. Die „Bösen“ sind immer die Anderen.

Ich bin leider manchmal das Gegenteil. Auch das ist nicht gesund. Ich suche den Fehler immer bei mir. „Was habe ich falsch gemacht?, „Was stimmt nicht mit mir?“, „was hätte ich anders machen können?“.  Das ist genauso destruktiv, wie sich in die Opferrolle zu flüchten. Ich bin nicht für jeden Irrsinn auf der Welt verantwortlich. Ja, ich habe ein paar echt dumme Entscheidungen in meinem Leben getroffen. Das war allein meine Schuld. Ein paar konnte ich korrigieren, aber (noch) nicht Alle und ich werde auch sicher wieder Fehler machen und mich in irgendeine Scheiße reiten. Ich komme aber auch wieder heraus. Irgendwie und irgendwann. Wenn ich mich in solche Situationen bringen konnte, dann kann ich mich auch wieder daraus heraus manövrieren.

Wenn Ihr ebenfalls dazu neigt, alles zu hinterfragen und die Ursache für alles immer bei Euch sucht: geht in die Natur und lauft ein Stück. Manchmal ist Bullshit der passiert einfach nur Bullshit, der eigentlich gar nichts mit uns zu tun hat.