
Wie man ganz sicher in einem Dornengestrüpp landet
Heute Abend lief ich von der Bushaltestelle nach Hause. Weil ich abenteuerlustig war, lief ich nicht die Strasse entlang, sondern querfeldein. Wir wohnen recht ländlich und es führt eine Art Stadtpark mit Teich zu unserem Zuhause, der irgendwann in eine Streuobstwiese mündet. Ich lief also quer über diese Wiese und stellte fest, dass ich nur wieder auf den richtigen Heimweg komme, wenn ich durch ein Dornengestrüpp klettere – oder aber ich laufe einen Umweg von mindestens 500m.
Ok, schon seit der Kindheit war ich nicht mehr durch Gehölz geklettert, so what… doch ich hatte vergessen, dass ich inzwischen fast 1,80m groß bin. Ich zwängte mich trotzdem durch das Geäst und es lief ganz gut, bis ich auf einer nassen Stelle mit altem Laub ausrutschte. Es ist schön, wenn der Schmerz nachlässt. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich alle Dornen aus meinen Handflächen und Beinen entfernt hatte.
Mein Abenteuer brachte mir 3 blutige Stellen am Oberschenkel und ein paar blaue Flecken ein. Halb so wild.
Manchmal sollte man doch vernünftig sein und einen Umweg in Kauf nehmen, anstatt unbedingt durch`s Dickicht zu wollen.
Das kann man durchaus auch als Metapher für`s Leben allgemein sehen – meistens ist es besser, einen Umweg zu gehen, damit man ohne Blessuren ans Ziel kommt!

Restepfanne

Einfach alles, was man noch so im Kühlschrank liegen hat klein schnippeln und mit Sesamöl anbraten, Kokosmilch drüber und Sambal Oelek dazu.
Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung
Manchmal würde mich interessieren, was andere wirklich von mir denken. Nicht das, was aus ihren Mündern herauskommt, sondern was in ihren Gehirnen vor sich geht. Entspräche es dem, was sie sagen? Bei so manchen Leuten bin ich mir da nicht so sicher.
Andererseits denke ich auch manchmal anders über Andere, wie das was ich sage. Nicht komplett konträr, sondern ich spreche eher das Positive aus und behalte das, was mir an den Leuten nicht so gefällt für mich. Das Positive stimmt zwar, das denke ich selbstverständlich auch, aber da ist noch eine dunkle Seite in mir, die nicht immer nur nett von anderen denkt. Nichts Gravierendes. Einfach ein paar Eigenarten, die mich nerven, die ich aber für mich behalte.
Wäre es mir recht, wenn die Leute mir ihre Gedanken über mich schonungslos sagen würden? Vermutlich käme es auf die Art und Weise an, wie diese an mich herangetragen würden. Ein nettes „Hey Margit, ich finde es schade dass Du „Beliebiges einsetzbar“ würde mir auf jeden Fall guttun. Ein unfreundliches „Hey Margit, es nervt mich total, dass Du „Beliebiges einsetzbar“ – nimm Dir mal ein Beispiel an mir“ würde ich nicht so prickelnd finden.
Es kommt also auf die Art und Weise an, wie etwas vorgetragen wird, oder ist Ehrlichkeit manchmal nicht angebracht?
Eine meiner Freundinnen war mit einem Mann zusammen, der absolut nicht zu ihr gepasst hat. Sie fand es dann auch irgendwann selbst heraus. Hätte es geholfen, wenn ich gleich zu Beginn gesagt hätte „der Typ ist nichts für Dich“. Es war ja nur meine subjektive Meinung. Sie war in ihn verliebt. Zu Anfang jedenfalls. Ich glaube nicht, dass sie damals auf mich gehört hätte. Selbst wenn sie tief in ihrem Innersten gewusst hätte, dass es die Wahrheit ist.
Kann man Menschen, die einem Nahe stehen offen und ehrlich sagen was man denkt? Kann ich ihnen sagen, dass sie auf mich oft nicht authentisch wirken, dass sie sich zu sehr in eine Sache verbeißen, dass sie zu oft übellaunig sind, dass sie ein ungutes Gefühl in mir auslösen, dass sie mich runterziehen, dass sie mir suggerieren ich wäre in vielen Dingen nicht gut (die mir aber sehr am Herzen liegen), dass sie auf mich gerade sehr selbstgerecht wirken – oder soll ich besser meinen Mund halten und es runterschlucken in der Gewissheit, dass sich die Zeiten wieder ändern werden?
Ich denke es ist besser, solche Gedanken für sich zu behalten, denn auch hier gilt: glaub nicht alles, was Du denkst!
Eichhörnchen am Morgen

Ich liebe diese possierlichen Tierchen. Am liebsten die Roten, so wie dieses süsse Exemplar.
Perfektionismus ist so öde
Kennt Ihr auch diesen Typus Mensch, der immer alles optimieren muss? Der akribisch nach Perfektionismus strebt? Wenn das jemand bei sich macht, ist mir das vollkommen Schnuppe. Ganz anders sieht es aus, wenn Andere mir ihren scheinbaren Perfektionismus aufzwängen wollen. Das geht mir echt total auf den Zeiger.
Ein fiktives Beispiel dazu:
Ich Sofakartoffel überwand endlich meinen inneren Schweinehund und meldete mich zu einem Fitnessprogramm an. Hochmotiviert gehe ich hin, wohl wissend, dass ich eine absolute Bewegungslegasthenikerin bin. Doch dann ist da so eine perfide Perfektionistin, die peinlichst darauf achtet, dass ich meine Übungen haargenau so mache, wie vorgeturnt und keinen Millimeter abweichend. Wie demotivierend.
Nur weil die Vorturnerin seit Jahren eine Sportart macht und viel beweglicher ist als ich, muss sie einem das doch nicht alle Nase lang unterschwellig suggerieren… so auf die Trump Art: total Loser. Jeglicher Schwung, den man zuvor hatte, wird einem damit genommen. Es zieht einen runter. Soll sie doch jede Bewegung choreografiert bis ins Detail durchziehen, ist mir doch piepsegal. Wie befreiend ist da doch die Aussage einer lieben Bekannten „Du, mach Dir nix draus, ich kann das auch nicht. Ich kann nichtmal einen Hampelmann korrekt machen“. Sehr sympathisch.
Wir leben in einer Welt, wo einem meist das Berufsleben schon ein hohes Maß an Perfektionismus abverlangt. Zudem hat die Eine oder Andere noch hohe Ansprüche an sich selbst, eine möglichst perfekte Mutter, Freundin, Ehefrau, Tochter, Autorin, Zeichnerin, Fotografin, Bloggerin etcetcetc zu sein.
Deshalb tut es unheimlich gut, wenn man von Menschen umgeben ist, wo man nicht perfekt sein muss. Wo man auch mal gezielt unzulänglich sein darf.
Wenn man immer und überall und selbst noch im privaten Umfeld „alles geben“ muss und zu „Challenges“ herausgefordert wird, wo man sich entwickeln soll und wachsen und Pläne ausarbeiten und weiß der Geier was noch, weil man sonst womöglich nicht „ebenbürtig“ ist – vergeht einem doch jegliche Lust überhaupt irgendwas zu tun. Dann mache ich doch lieber einen total unmöglichen, lächerlichen Hampelmann und habe Spass dabei!
Was kann ein Einzelner schon tun?
Ich treffe seit circa zwei Jahren immer wieder einen Obdachlosen. Der grauhaarige Mann ist stets unaufdringlich, höflich und lächelt einen immer an, wenn man ihm etwas gibt. Am Freitag traf ich ihn wieder und – wie immer – bedankte er sich für das Kleingeld, das ich ihm gab.
Zuhause angekommen ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Draussen stürmte es und es fing auch noch an zu nieseln. Mir lies es keine Ruhe, wo er wohl jetzt Unterschlupf finden würde, also fuhr ich nochmals in die Stadt, fand ihn jedoch nicht mehr.
Samstagmorgens machte ich mich wieder auf die Suche und wurde gleich am ersten Platz fündig. Der betagte Mann saß auf dem Boden vor einem Torbogen. Ich gab ihm etwas mehr Geld wie tags zuvor und fragte, ob ich sonst noch etwas für ihn tun könnte. Er entgegnete – nach kurzen Zögern – dass er zurecht käme.
Ich erzählte die Geschichte in meinem Freundeskreis und es gab Stimmen wie „Gib ihm was, das freut ihn sicher sehr“ und „Hilfe darf auch nicht aufgedrängt werden“. Das ist sicher richtig, aber irgendwie fühlt es sich trotzdem nicht gut für mich an. Ich ringe da gerade mit mir selbst.
Was könnte man tun? Ihn bei uns aufnehmen möchte ich offen gesagt nicht. Ich weiss, das ist nicht gerade altruistisch, aber ich möchte es echt nicht. Ich möchte unser Zuhause für meine Familie und mich alleine haben und sie mit niemand Fremden teilen. Das ist mit Sicherheit egoistisch, aber ich möchte das nicht ändern.
Müsste ich ihn gar nicht bei uns aufnehmen? Gibt es Notunterkünfte in der Stadt und Streetwalker? Ich glaube nicht. Google hat zumindest nichts ausgespuckt. Würde es schon reichen, wenn man ihn zu Ämtern begleiten würde? Dann hätte er mir das sagen müssen, oder? Würde ich an seiner Stelle eine mir fremde Person um Hilfe bitten? Vermutlich erst, wenn ich verzweifelt genug wäre, aber ich kann mich in eine solche Situation schlecht hinein versetzen. Ich hatte immer meine Familie und Freunde und kann mir nicht vorstellen, wie es ist, alleine und mittellos ohne Dach über dem Kopf zu leben.
Vielleicht hatte er schon früh niemand mehr und war auf sich gestellt und hat es nicht geschafft oder ist abgestürzt. Er sieht jedoch weder aus wie ein Drogenabhängiger noch wie ein Alkoholiker. Er sieht „clean“ aus. Wer weiss, was die Umstände waren, die zu seinem jetzigen Leben geführt haben. Vielleicht wäre es mir auch so gegangen, wenn ich mein gesamtes soziales Netz nicht gehabt hätte. Es sagt sich leicht „wie kann es so weit kommen“, wenn man immer Rückhalt und Unterstützung hätte, wenn man sie benötigen würde.
Noch immer habe ich den Augenblick präsent, wie seine Augen kurz leuchteten, als ich ihn fragte, ob ich ihm irgendwie helfen kann.Doch leider erlosch das Leuchten sofort wieder und wurde von Hoffnungslosigkeit ersetzt.
Ich habe mir vorgenommen,immer mit ihm zu reden, wenn ich ihn sehe. Vielleicht baut sich so gegenseitiges Vertrauen auf und ich kann ihm eines Tages auf die eine oder andere Weise behilflich sein, wenn er das möchte und er mir genug vertraut, mich um Hilfe zu bitten.
erste Frühlingsboten

Mittagessen vom 6. März 2017

Mittagessen vom 5. März 2017

veganes „Gyros“ mit Tzazziki aus Lupinenjoghurt von „Made with Luv“, Bratkartoffeln und Salat.
Gestern waren wir auf dem Wochenmarkt einkaufen: 1 Kopfsalat, 2 Handvoll Babyspinat, etwas Kresse, 3 Paprika, 3 helle Zwiebeln und 7 rote Zwiebeln, sowie einen Sack Kartoffeln. Dafür bezahlten wir 24 Euro. Ok, das war alles lokal und bio und sicher beste Qualität, aber leider bin ich auch kein Krösus. Ich bin nicht arm, aber reich sicher auch nicht. Wenn ich nur noch die hochqualitative Bioware kaufe, werde ich arm. Der Salat, die Hälfte der Kartoffeln, etwas von der Kresse, sowie 3 Zwiebeln und 1 Paprika haben wir heuteNachmittag verspeist. Umgerechnet auf die einzelnen Zutaten war das ein exorbitant teures Mittagessen, was wir uns sicher nicht jeden Tag leisten können. Ich verstehe, dass die Landwirte auch gut von ihrem Anbau leben wollen und es steckt ja nun wirklich auch jede Menge Arbeit drin. Das ist alles gerechtfertigt, das will ich nicht damit ausdrücken. Nur ist es leider so, dass sich die meisten Otto-Normal-Verbraucher nicht täglich Bioobst und Gemüse leisten können. Arme Leute erst recht nicht. Das ist sehr schade. Ein Großteil der Bevölkerung ist auf minderwertiges Obst und Gemüse angewiesen, das zwar erschwinglich ist, aber vermutlich auch mit Pestiziden belastet. Wir müssen unsere Körper quasi aus Kostengründen mit Grünzeug aus Monokulturen belasten. Die Biobauern, die hohe Qualität ohne Gülledüngung anbauen, sollten Subventionen bekommen. Damit wäre Bioware für eine weitaus größere Bevölkerungsschicht verfügbar.