Zwischen Tüll und Tränen

Ich muss heute was beichten. Ich schaue gerne die Sendung „Zwischen Tüll und Tränen“, in der Bräute ihre Traum-Hochzeitskleider in verschiedenen Brautmodengeschäften aussuchen. Eigentlich voll trashiges TV-Format, aber ich schau das echt manchmal an. Nicht täglich, aber ab und zu finde ich es schön, mir die tollen Kleider an zu schauen, auch wenn ich schon lange verheiratet bin.

Manchmal kommt ein Vintage-Brautkleider-Geschäft. Das gefällt mir am besten. Wenn ich heute heiraten würde, dann würde ich dort ein Elfenkleid kaufen.

Veganes Vorbild

Wenn ich ein veganes Vorbild nennen sollte, dann ist es bei mir eindeutig Ria Rehberg, die 2. Vorsitzende von Animal Equality. Ich bewundere sie uneingeschränkt, für alles was sie tut.

Überhaupt schätze ich die Arbeit von Animal Equality sehr. Ich wollte auch einmal aktives Mitglied werden, habe aber dann festgestellt, dass ich ein zu großes Weichei bin. Ich habe schon ehrenamtlich Übersetzungen geschrieben und selbst der Inhalt dieser Berichte ging mir schon zu nahe, ganz zu Schweigen von den Bildern. Ich finde das iAnimal Projekt, wo man mit einer virtual reality Brille erleben kann, wie sich ein Tier in der Massentierhaltung fühlt sehr gut und wichtig, könnte es mir aber nie selbst anschauen. Ich hätte ein Leben lang Alpträume davon.

Ich habe auch bei Facebook schon echt liebe Freunde geblockt, weil sie sehr oft wirklich grausame Bilder posten. Ich bekomme diese Bilder nie wieder aus meinem Kopf und es fühlt sich für mich nicht gut an. Deshalb versuche ich mich gerade als Politikerin.

Selbst wenn ich echt nicht gerade ein Naturtalent bin. Ich muss mich stark überwinden, fremde Leute, oder selbst Freunde und Familienmitglieder an zu sprechen und sie darum zu bitten, mir zu helfen, mit Unterstützungsunterschriften, damit wir bei der Bundestagswahl antreten können. Ich kann gut schreiben, ich kann gut organisieren. Was ich nicht gut kann, ist Leuten persönlich klar zu machen, was mir so sehr am Herzen liegt und warum es wichtig ist, dass sich für die Tiere bald etwas zum Guten ändert. Dass Tiere Persönlichkeitsrechte zustehen. Dass der Konsum von tierischen Produkten in der heutigen Form unseren Planeten in sehr naher Zukunft zerstören wird.

Warum tue ich mich damit so schwer? Weil ich es schon zu oft erlebt habe – gerade im Freundes- und Bekanntenkreis, dass mich Menschen „nicht mehr gemocht“ haben, seit ich vegan lebe.  Hier muss ich mir echt ein viel dickeres Fell zulegen. Meine Harmoniesucht eindämmen. Ich kann nicht von jedem gemocht werden und es niemals Allen recht machen. Es geht hier auch nicht um mich und meine Befindlichkeiten. Deshalb muss ich meinen inneren Schweinehund überwinden und die mir bestmöglichste Version einer Politikerin sein – für ein höheres Ziel – für die Tiere, die Natur, für uns Alle.

Was ich unbedingt mal wieder lesen sollte:

„Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle. Denn es gibt Tage – so wie heute – wo mein Ego die Oberhand gewinnt und ein Szenario entwirft, das nichts mit der Realität zu tun hat. Andere Egos reagieren dann darauf und so kommt eins zum anderen, bis man erkennt, dass es nur die doofen Egos sind, die sich verletzt, enttäuscht oder gar verraten fühlen und die andere Egos damit kränken. Kein Wunder, dass ich mich seit Tagen auch körperlich unwohl fühle. Mein Ego nährt sich vom Schmerz, es gedeiht darin, wie in Dünger. Aber heute habe ich es durchschaut, dieses fiese Miststück, dass nicht will, dass ich glücklich bin. Jetzt sitzt es ganz klein in der Ecke und heult.

Es wird wieder mal wachsen – ich glaube nicht einmal Eckhart Tolle selbst, kann immer bewußt-sein. Auch sein Ego wird ab und an hervor blitzen. Ganz ablegen werden wir es in dieser Welt vielleicht gar nicht können. Aber wir können es entlarven und wachsam beobachten.

Schwarzer Rettich mit Kräutersalz

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Das Kräutersalz wurde selbstgemacht von einem kräuterkundigen Menschen – also nicht von mir. Ich kann einen Löwenzahn von einem Grashalm unterscheiden. Lavendel erkenne ich noch, aber das war es dann so ziemlich. Meine Freundinnen und ich wollen demnächst mal eine geführte Kräuterwanderung machen. Dann könnte sich diese Unwissenheit ändern.

Wieder mal Karnismus

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So wie diese Kuh hier sollten alle Tiere leben dürfen. Glücklich und frei bis die natürliche Lebensspanne endet.

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Immer wieder geht ein Aufschrei durch Facebook und andere Social Media Kanäle. Zum Beispiel, wenn in China das Hundefleischfestival gefeiert wird, wenn in Japan die Delfine abgeschlachtet werden oder die Grindwale vor den Faröer Inseln, oder wenn vom Tieropferfest in Nepal die Rede ist. Wie grausam und barbarisch diese Länder doch wären… ganz im Gegensatz zu den traditionellen Schlachtfesten hierzulande, die in jedem kleinen Kaff zelebriert werden. Die Anzahl der getöteten Tiere ist bestimmt nicht geringer als bei den Opferfesten und Schlachtfestivals. Nur ein anderer Name, eine andere Ausrede dahinter. Dort ein Gott oder eine Göttin der man opfert, hier hat man es einfach „immer schon so gemacht“ und „es schmeckt halt so gut“. Das Leid der Tiere ist gleich und ihre Lebensspanne ähnlich kurz.

Hier in der ländlichen Provinz wird in der lokalen Tageszeitung oft und gerne über die traditionellen Schlachtfeste berichtet. Mit Bildern, wo ganze Familien um ein Spanferkel herum sitzen, oder wo man zuschauen kann, wie die Sau geschlachtet wird. Ein Fest der Familie… und wo ist da jetzt der Unterschied zu den grausamen, barbarischen Traditionen anderer Länder und Kulturen? Ich kann keinen erkennen.

Kinderschmusezeit

Wir haben vier Adoptivkinder der Spezies Katze. Zwei Kater und zwei Mädchen.

Die Mädchen und einer der Kater sind mehr die verspielten Typen, aber der gefleckte Kater ist einfach nur verschmust. Spielen interessiert ihn gar nicht. Wenn es nach ihm ginge, würde er am liebsten den ganzen Tag von mir auf dem Arm herumgetragen werden und schmusen.

Kürzlich war abends eine Bekannte zu Besuch. Sie kam gleich nach der Arbeit, wir aßen zusammen und danach machten wir bei mir im Hobbyraum noch Portraitbilder von ihr.

Normalerweise ist Katerschmusezeit sowie ich heim komme. An diesem Tag war ich jedoch später als sonst von der Arbeit heim gekommen und ich wusste, die Freundin kommt gleich. Also fiel die Schmusezeit aus.

Wir waren gerade mitten im Fotografieren, als er den Raum betrat und seinen Unmut lautstark kund tat. Um zu verstehen, was er sagte, benötigte niemand von uns einen Tierkommunikator. Es war mehr als deutlich. Es hörte sich ungelogen so an wie „Was soll denn dass, Du kümmerst Dich um das fremde Wesen da und hast heute Abend noch nicht mit mir geschmust, So geht das nicht! Du hast jetzt gefälligst mit mir zu knuddeln!“

Wir unterbrachen das Shooting und ich sagte der Bekannten, dass mein geliebtes geflecktes Wesen jetzt Vorrang hat. Ich nahm ihn auf den Arm und sofort fing er an in den lautesten Tönen zu schnurren und mich zu küssen. Die Welt war wieder in Ordnung. Zufrieden ging er nach oben und legte sich schlafen.

Das soll mir eine Lehre sein. Zuerst kommen die Kinder und dann der Rest. Man muss Prioritäten setzen.