Grausamkeiten gegen Tiere sind Unrecht

Einer meiner Lieblingsschauspieler – Ricky Gervais – postete gerstern:

Animal cruelty is wrong. „But, it´s tradition", doesn´t make it right.,“it`s part of my religion", doesn't make it right, „it´s my culture", doesn´t make it right and "people are more important" doesn´t make it right either. You know why? Because it´s just fucking wrong.

Er hat so verdammt recht! Es ist einfach verdammt falsch, was den Tieren angetan wird und mit nichts zu rechtfertigen. Schon gar nicht mit „Es schmeckt halt so gut“.

Ich bin nicht Veganerin geworden, weil ich Dich liebe Bedienung im „Gutbürgerlichen Restaurant“ bei Familien- oder Firmenfeiern in den Wahnsinn treiben will indem ich Dich bitte, meinen Salat nur mit Essig-Öl Dressing anzumachen und den Spargel mit Kartoffeln ohne Sauce Hollandaise bestelle. Ich mache das wirklich nicht, um Dich anzugreifen und Dich zu beleidigen, weil ich die „Gute hausgemachte Sauce“ verschmähe oder das „Berühmte Sahnedressing“. Ich will auch Dich lieber Barkeeper nicht verärgern, indem ich Cocktails anstatt mit Sahne mit Hafermilch bestelle. Ich mache das nicht, um Euch aufzuregen oder mich wichtig zu machen.

Ich sehe leider nicht die „Gute Sauce / das gute Dressing / die gute Sahne“, sondern dass dafür Kälber sterben müssen und Küken. Leider hat es sich immer noch nicht bei allen Menschen rum gesprochen: Kühe geben nicht einfach so Milch, als ob man einen Wasserhahn andrehen würde. Die Kuh ist ,wie der Mensch auch, ein Säugetier und somit fließt die Milch nur, wenn die Kuh zuvor ein Kalb geboren hat. Die männlichen Kälber erleben in den wenigsten Fällen ihre Pubertät. Sie sterben im Kindesalter. Werden zu Wurst und Schnitzel und leider auch zu Tierfutter.Das möchte ich als Mutter von vier Katzen an dieser Stelle nicht verschweigen. Es ist mein tägliches Dilemma. Zwar kaufe ich niemals Sorten mit Kalb oder Lamm aber dennoch sterben für das Futter meiner Kinder andere Tiere, für die ich mir wünschen würde, sie dürften alt werden und eines natürlichen Todes sterben. Ich hoffe noch immer auf Katzenfutter von Supermeat für das kein Tier mehr sterben muss und welches aus Hautzellen gezüchtet werden kann.

Bis es soweit ist, versuche ich so vegan wie möglich zu leben. Auch wenn ich damit Bedienungen und Kellner in den vermeintlichen Wahnsinn treibe und auch auf die Gefahr hin, dass wir zu Grillfesten und ähnlichen Veranstaltungen nicht mehr eingeladen werden, weil „Wir ja nix Gscheid`s essen“ und wir womöglich „Umstände“ machen.

Wir wurden vor ein paar Monaten auf eine Geburtstagsfeier eingeladen, jedoch gebeten, erst drei Stunden später als alle anderen Gäste zu erscheinen, weil es nichts Veganes zu essen geben würde. Später erfuhren wir, dass es wohl ein großes Salatbuffet gab und auch pflanzliche Beilagen. Ausserdem wären wir die Letzten gewesen, die ein veganes Essen erwartet hätten. Wir wären mit den Salaten und Beilagen sehr zufrieden gewesen und wenn es wirklich gar nichts gegeben hätte, wäre uns auch kein Zacken aus der Krone gebrochen, uns selbst etwas zum Essen mitzubringen. Das haben wir schon öfter gemacht und das ist doch überhaupt kein Problem. Wir ernähren uns nicht rein pflanzlich um die Gastgeber vor den Kopf zu stoßen und um „Extrawürste“ zu wollen. Wir machen das, weil wir einfach und schlicht nicht möchten, dass wegen uns ein Tier leidet, ausgebeutet oder getötet wird. Deshalb „verzichten“ wir auf Fleisch, Wurst, Eier, Milch, Honig, Zeugs mit Gelatine etc etc etc. Wir meiden alles, was Zutaten tierischen Ursprungs enthält, weil wir es einfach nicht mehr mit UNSEREM Gewissen vereinbaren konnten, so etwas zu konsumieren. Ganz gleichgültig, wie „lecker“ es angeblich ist.

Manchmal sagen Leute unbedacht zu mir „Das darfst Du ja nicht essen“. Nein, das ist falsch. Ich will es nicht essen. Ich habe mich aus freien Stücken dazu entschieden nie wieder etwas Tierisches zu essen, weil ich nicht am Tierleid beteiligt sein möchte. Nicht um DIR ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern damit ICH keines haben muss.

Eigentlich weiss es doch jeder, was mit den Tieren passiert. Dass sie oft noch bei vollem Bewusstsein geschlachtet werden, dass ein Drittel der Tiere trächtig ist und zwar schon ziemlich fortgeschritten. Jeder weiss, dass Tiere genauso zu Gefühlen fähig sind, wie wir Menschen und Schmerzen empfinden, wie wir auch. Alle wissen, dass Fische ersticken, wenn sie gefischt oder geangelt werden. Kein schöner Tod. Erschlagen werden und mit einem Bolzenschuss getötet zu werden aber auch nicht.

Jeder erwachsene Mensch, der nicht gerade den IQ einer Amöbe hat, der weiss sehr genau, was mit den Tieren geschieht. Weltweit milliardenfach täglich! Dennoch wird es ausgeblendet, lieber nicht daran gedacht, schön verdrängt und ignoriert. Vielleicht ist Ignoranz die hervorstechendste Eigenschaft des Menschen. Klar kann man die Augen vor den Fakten verschließen, dass wir die Tiere und die Natur ausbeuten und zerstören, doch egal ob wir es ignorieren oder nicht, die Folgen treffen uns doch jetzt schon gut erkennbar. Das ist wie damals als Kind, als ich dachte, wenn ich die Augen zu mache, sehen mich die anderen nicht… so ähnlich ist das mit der Tierausbeutung und der Umweltzerstörung. Dann lieber gegen die geplante Fleischsteuer wettern… und überhaupt sind diese militanten Veganer an allem Schuld, weil Attila Hiltmann fährt einen Porsche…*Ironie off*

Was ich irgendwann mal noch machen möchte:

  • bei Kreationisten klingeln und sagen „Ich möchte mit Ihnen über Darwins Theorie reden“.
  • Leute, die ich nicht kenne, einfach freundlich grüßen, so als ob ich sie kennen würde. Das machen nämlich ganz viele Leute mit mir und ich möchte mich einfach revanchieren.
  • Wenn ich alt bin, will ich Drogenexperimente machen. Bis dahin wird das, was ich konsumieren will legal sein, dessen bin ich mir sicher. Wenn ich jedoch merken sollte, dass ich dement werde oder an Altzheimer leide, dann werde ich härtere Sachen einwerfen. Ich hoffe nur, dass ich es dann nicht vergessen werde.
  • Eine Email mit psoudowichtigem Betreff und sinnfreiem Inhalt, jedoch extrem hochgestochen klingenden Wörtern an einen größeren Verteiler senden und schauen, wer es ernst nimmt.
  • Bei Einladungen zu Hochzeiten oder anderen Events die Katzen mitbringen, wenn drauf steht, dass die Kinder natürlich mit eingeladen sind. Das ist aber nur in meiner Phantasie lustig, denn es wäre für die Kleinen viel zu viel Stress.
  • Mit meinem langen schwarzen Lilly Monster Kostüm mal wieder bei Nacht mit Rollerskates den Gehweg auf und ab fahren, so dass es ausschaut, als ob ich schweben würde. Das hat dann noch eine unfreiwillige Komik, weil ich nicht skaten kann.
  • Mit einem Faschingskostüm auf der Arbeit erscheinen. Obwohl… das habe ich schon mal gemacht. Bei meinem zweiten Arbeitgeber kam ich an einem Faschingsmontag mit einer StarTrek Uniform ins Geschäft. Es hat keiner etwas gesagt und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch keiner gemerkt hat. Ich war sogar einmal damit auf einer Faschingsveranstaltung mitsamt Communicator und Handphaser und wurde gefragt, warum ich mich nicht verkleidet hätte.
  • to be continued

Ich wandere aus – ins Wolkenkuckucksheim

Denn im Wolkenkuckucksheim kann man einfach so in den Tag hinein leben und ein bissle das machen, was man gerne macht. Man kann komplett im Rhytmus der Natur leben und sich ausruhen, wenn einem danach ist und jede Befindlichkeit ausleben. Im Wolkenkuckucksheim gibt es keinen Streß und keinen Druck, nur den, den man sich selbst macht. Wenn man nur fest genug daran glaubt, ist dort alles möglich.

Alternativ ziehe ich nach Phantasia. Dort lebt es sich auch gut. Es existiert keine Realität. Dort umarmt man den gesamten Tag Bäume und hüpft lachend über Wiesen. In Seifenblasien soll es auch sehr schön sein. Dort kann man jegliche Emotion raus lassen und auf Träumen tanzen.

Wunschtraumia wäre auch ein schöner Wohnort. In Wunschtraumia gehen alle Wünsche mit einem Schnipp in Erfüllung, man muss nur fest genug daran glauben oder an einem Halbedelstein reiben und schon erscheint ein Dschinn, der alles ermöglicht.

Wenn man aber nicht ins Wolkenkuckucksheim ziehen kann und auch nicht nach Phantasia, Seifenblasien oder Wunschtraumia, dann ist man selbst schuld. Denn dann hängt man in Hamsterradien oder in Tretmühlia fest und bekommt kein Transitvisum. Orte an denen niemand wirklich sein will.

Aber ist es im Wolkenkuckucksheim wirklich so toll? Ja ich denke schon, denn die Bewohner dort wissen zum Glück nichts von der Welt, die ich kenne. Es ist nicht erstrebenswert, diese Welt zu kennen. Ganz und gar nicht. Ich bin um jeden froh, der diese Welt nicht kennt. Auch ich würde sie nur allzugerne nicht kennen.

Barf

Auf anraten unserer Tierheilpraktikerin bestellten wir fertige Barf Menüs zum probieren für unsere Mietzekatzen. Seit wir diese Rohfleischgerichte füttern, stinken die Kater wie Sau. Das Mädchen riecht komischerweise noch immer wie frisch parfümiert.

Fairerweise muss man sagen, dass die Jungs immer etwas „kerniger“ riechen, oder wie Austin Powers es ausdrückte „Es riecht ein wenig nussig“. „Nussig“ ist in unserem Fall eine nettere Umschreibung für „Stinkt wie Gülle“ oder „Der Schwefelgeruch in der Hölle muss ähnlich sein“.

Wir hoffen inständig, dass sich die Verdauung der Herren bald normalisiert und wir das Futter weiter füttern können, weil es eben doch artgerechter ist, als die Fertigdosen. Man muss aber auch sagen, dass das öffnen der Menüs schon eine riesen Sauerei ist. Natürlich könnten wir unsere Barfmischungen auch selber herstellen und Fleisch beim Metzger kaufen und Supplemente hinzufügen… aber ganz ehrlich… wenn ich schon beim Geruch von Byond Burgern einen Brechreiz bekomme, dann kotze ich bei ner Schüssel Frischfleisch ganz sicher. Vorallem, wenn ich es noch selbst zusammenmanschen müsste. Bei aller Liebe, aber das wäre Folter für mich. Die fertigen Barfmenüs sind schon schlimm genug.

Die Akzeptanz der Herren dem neuen Futter gegenüber wird jeden Tag geringer. Wir haben nun nochmals ein Probepaket eines anderen Herstellers bestellt. Insgesamt ist es damit das vierte Probepäckchen, welches wir in den letzen zwei Wochen bestellt haben. Bis jetzt fielen alle durch. Wenn die gnädigen Herren und die gnädige Dame das Futter nicht anrühren und lieber vorm vollen Napf verhungern würden, ist auch nichts gewonnen.

Und ja, ich gebe es zu: Unsere Kinder sind sehr verwöhnt um nicht zu sagen regelrecht verzogen, aber wenn sie einen einmal anschauen mit ihren Kulleraugen…

Du sollst nicht

sie sagten, ab 50 darf man keine langen Haare mehr haben

sie sagten, ab 50 darf man keinen auffälligen Lippenstift mehr tragen

sie sagten, über 40 darf man sich keine Zöpfe mehr flechten

sie sagten, für eine „reife Frau“ sind Miniröcke und Kleider tabu

sie sagten, man solle sich erwachsen und vernünftig verhalten

sie sagten, man solle sich seinem Alter anpassen

sie sagten, man darf nicht laut und auffällig lachen

sie sagten, man darf ab Mitte 20 keine bauchfreien Kleidungsstücke mehr anziehen

sie sagten, man wäre sonst lächerlich

sie sagten, ab Anfang 30 dürfe man keinen hohen Dutt mehr tragen

sie sagten, man bräuchte unbedingt einen gepflegten Rasen

sie sagten, man muss sich immer gegen alle Eventualitäten absichern

sie sagten, das Leben wäre eben kein Zuckerschlecken

sie sagten, man müsse buckeln bis zur Rente und erst dann finge das „wirkliche Leben“ an

sie sagten, die Welt wäre schlecht und man müsse immer vom Schlimmsten ausgehen

und ich sage Euch: „Werdet nicht erwachsen, es ist eine Falle!“

Manchmal bin ich etwas tollpatschig

und mir passieren die absurdesten Begebenheiten. Gestern habe ich zum Beispiel aus Versehen einen bemitleidenswerten Menschen in Bosnien angerufen. Eigentlich wollte ich den Kundenservice des Herstellers des neuen Katzenfutters anrufen. Aus „Macht der Gewohnheit“ wählte ich aber – wie im Büro – eine 0, wie es dort üblich ist, um Gespräche ausserhalb der Firma zu führen. Zuhause muss ich natürlich keine 0 vor wählen und so ergab die Nummer des Katzenfutterproduzenten zusammen mit der 0 die Ländervorwahl von Bosnien und ich befragte den armen Mann, bei dem mein Anruf landete nach den Bestandteilen des Futters, bis er mich höflich unterbrach und sagte „Ich Bosnien bin“. Ich entschuldigte mich und legte ganz schnell auf.

Kürzlich sollte ich für eine Kollegin noch Belegte aus der Kantine sichern, bevor diese zu macht. Sie war in einem Meeting und konnte sie nicht selbst holen. Also hetzte ich hin, ergatterte noch ein paar der letzten Schnittchen. Schichtete sie schön auf ein Tablett und lief zurück. Auf Höhe des Büros eines Kollegen (der natürlich just in dem Moment zur Tür schaute) stolperte ich und das Tablett fiel mir aus der Hand. Es war wie in einem schlechten Slapstickfilm. Die Teile flogen durch die Luft und landeten natürlich alle mit der oberen Seite auf dem Teppichboden. Ich scharrte das Zeug zusammen und warf alles in den nächstgelegenen Mülleimer, hetzte zurück zur Kantine, konnte gerade noch die wirklich nun allerletzten Stücke erstehen und lief damit sehr vorsichtig zum Büro zurück. Dort schnauzte mich die Kollegin an, dass es nicht die gewünschte Geschmacksrichtung war und ich ihre Anweisung nicht befolgt hätte. Tja, ich sagte ihr, dass sie die gewünschte Geschmacksrichtung im Mülleimer drei Stockwerke weiter unten finden könne.

Vor noch nicht all zu langer Zeit stand ich an der Bushaltestelle und wartete auf meine Linie. Ich sah an dem Tag echt richtig schlecht. Es ist Tagesform abhängig. Manchmal sehe ich ganz gut und manchmal richtig schlecht. So ein Maulwurftag war es an besagtem Tag und ich las die Zahl oben am Display des Busses falsch und dachte es wäre meine Linie. Ich wunderte mich noch, dass ich der einzige Fahrgast war, aber nicht so sehr. Am zentralen Busbahnhof blieb der Bus stehen und der Busfahrer sagte zu mir „Hier ist Endstation“ und ich sagte „Normalerweise warten wir hier doch nur 5 Minuten und fahren dann weiter, was ist heute los?“ und er antwortete „Mein Bus fährt nirgends mehr hin“. Ich stieg schnell aus und sah am Display, dass ich mich echt verguckt hatte. Zum Glück kam kurz darauf der richtige Bus. Seltsam war jedoch der Umstand, dass der „falsche Bus“ in den ich eingestiegen war, eigentlich nie an meiner Bushaltestelle hält. Vor ein paar Wochen stand ich wieder an der Haltestelle und ein Bus hielt, der dort normalerweise niemals hält. Diesmal sah ich aber, dass es nicht meine Linie war. Es war auch eine zweistellige Linie, die nur die Ortschaften weiter weg anfährt. Nun war ich schlauer und stieg nicht ein, wer weiss, wo ich da gelandet wäre.

Es gibt viel Schlimmeres, als eine Anziehung von kleineren Missgeschicken oder peinlichen Umständen.

 

Unter Barbaren

Ich liebe meine Katzenkinder, ich liebe sie aufrichtig und bedingungslos und doch muss ich heute was los werden: Sie sind Barbaren. Wenn sie ihre Mahlzeiten speisen, dann ist das kein gesittetes essen aus den Näpfen, sondern das Futter wird mit den Pfoten erst einmal einige Zentimeter weit geschleudert, dann wird es mit den Mäulern großzügig auf dem Boden verschmiert. Der gesamte Speisesaal wird bei jeder Mahlzeit auf diese Art eingesaut.

Als wir heute vom Einkaufen heim kamen, hatten sie das neue Futter, das ich ihnen auf anraten unserer Tierheilpraktikerin bestellt hatte, in einem Streukreis von vier Metern im Raum verstreut und weil das noch nicht reichte, hatten sie auch noch auf den wenigen freien Flächen ihre Haarballen raus gewürgt. Der gesamte Raum war also mit halb angetrockneten Fleischresten und Kotzlachen „verziert“. Nach einer halben Stunde war das Elend zwar beseitigt, aber die Herrschaften werden heute noch mehrfach Nahrung einfordern und danach wird es wieder so ausschauen. Zumindest was die Essensreste betrifft. Kotzen werden sie eine Weile nicht mehr, das machen sie nur alle paar Wochen.

Sie verteilen ihre Streu ebenso großzügig wie ihr Fressen. Auch hier ist ein Streukreis von mehreren Metern keine Besonderheit. Egal wie groß die Toiletten sind und sie sind wirklich riesig. Dabei wird des öfteren nicht nur Streu heraus geschleudert, sondern dunkelbraune längliche Teile, die ganz sicher keine Duplos sind.

Wir hatten tatsächlich mal über eine Putzhilfe nachgedacht, aber dieses Projekt wurde seitens der Putzkraft nach einer Besichtigung unseres Heims eingestellt, weil einer unserer Kater vor ihren Augen einen riesen Haufen ins Klo setzte und sie entrüstet die Nase rümpfte. Ich bezweifle, dass es bei der guten Frau auf dem Klo nach Rosen duftet. Man kann sich auch anstellen.

Natürlich wäre unser Haus ohne die Kleinen sauberer, aber unser Leben wäre um so vieles ärmer. Egal wie viel Dreck sie machen, das was sie dafür geben ist jede Putzerei wert. Sie sind die herrlichsten Geschöpfe, die man sich vorstellen kann auch wenn sie keinerlei Manieren haben.

Ich bin sehr oft nicht ethisch korrekt, arbeite aber daran

Ich würde am liebsten nur Biogemüse und Obst kaufen. Überhaupt nur vegane Bio-Lebensmittel. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Ich war heute im Biomarkt und versuchte weitgehend plastikfrei und nur bio einzukaufen. Habe ich auch fast geschafft und ich kam mit 4 Pizzen (die sind leider noch in Kunststofffolie eingepackt, aber wir bekamen nach der Arbeit Besuch und ich hatte keine Zeit mehr zum kochen, weil es spät geworden war, weshalb ich auf die veganen Fertigpizzen zurück greifen musste), einem Kopfsalat, einer Zucchini, einer Thai-Erdnusssoße im Glas, einem veganen Nagellack, einer Schale Erdbeeren (250g für 3,95€ sind schon recht happig, aber hey, es ist schließlich Sommer und Erdbeerzeit, da gönnt man sich das schon mal) und einem Glas veganer Mayo zur Kasse. Dort angekommen sagte die Kassiererin „macht dann 39,8o€“ und ich bekam Schnappatmung. WTF???

In selbigem Biomarkt gibt es ein veganes Magazin gratis – wenigstens etwas. Dort wurde ein Shop vorgestellt, der zwar wirklich schöne Bekleidung hat, aber die hübschen Sachen sprengen leider mein Budget. Ok, ich könnte es mir schon leisten ein paar Stücke zu kaufen, wenn ich mich stark einschränken würde und einfach insgesamt weniger Klamotten kaufen würde. Das jedoch ist mein absolutes Guilty Pleasure. Ich liebe Mode. Wenn ich alles in fairtrade, bio und vegan kaufen würde, dann wäre ich bei meinem Konsum bald bettelarm. Natürlich würden auch je ein paar Sandalen, Stiefel, Halbschuhe, Sneakers reichen und 5 Kurzarm- und Langarmshirts und Blusen und eine Jeans und zwei Stoffhosen, zwei Shorts, zwei Röcke und zwei Kleider. Wäre machbar, aber wer will das schon? Ich nicht. Ich liebe es, mich jeden Tag nach Stimmung zu kleiden und ich habe viele Klamotten wirklich schon seit sehr vielen Jahren. 50% Secondhand oder mit Freundinnen getauscht und viele „Aus alt mach neu“ Teile, die ich aufgepeppt habe. Dennoch habe ich oft ein schlechtes Gewissen. Ich habe objektiv betrachtet viel zu viel Zeugs. Ich habe garantiert 40 paar Schuhe, unzählige Shirts, mindestens 30 Kleider und ebenso viele Röcke, 5 Shorts und so um die 7 Hosen (Hosen sind nicht so mein Ding), von Schals, Halstüchern, Taschen und Schmuck ganz zu schweigen. Die meisten Sachen davon mag ich auch echt total gerne, andere wiederum benötige ich für Artbeitsevents und weitere Sachen sind einfach zweckmässig.

Ich nehme mir immer wieder vor, eine zeitlang nichts mehr zu kaufen, doch dann finde ich wieder etwas, was ich total schön finde… ein Teufelskreis, aus dem ich gerne aussteigen würde, doch ich mag es zu gerne, mich in schöne, ausgefallene und aussergewöhnliche Klamotten zu hüllen.

Ich bin zum Beispiel absolut keine „Deko-Tante“. Dekorationsstücke sind für mich überwiegend Staubfänger und ich mag es eher minimalistisch. Auch zu viele Bilder an den Wänden wäre nicht mein Stil, auch hier ist weniger mehr. Nur bei Klamotten, Schuhen und Schmuck… wobei Schuhkauf bei mir auch sehr schwierig ist. Ich habe riesige Füsse noch dazu mit einem stark ausgeprägten Hallux Valgus am rechten Fuß. Die Schuhe müssen aus tierleidfreien Materialien sein UND schön ausschauen, was es sehr sehr schwer macht, ansprechende Modelle zu finden.

Mein besonderes „Steckenpferd“ sind Abendkleider. Ich liebe Ballkleider, Roben, elegante Glitzerfummel. Keine Ahnung, wann ich die tragen kann, aber ich habe sie alle im Schrank. Manchmal ziehe ich sie einfach so an und flaniere damit durch den Garten.

Natürlich könnte ich auf weitere Anschaffungen verzichten, weil ich schon genug Krimskrams habe und wirklich auf Jahre hinaus nichts neues benötige… diesen Vorsatz habe ich, die Frage ist nur, wie lange ich ihn durchhalten kann. Das ist schwerer als keine tierischen Produkte zu konsumieren. Das fiel mir sehr leicht. Fleisch und Wurst mochte ich noch nie so wirklich und auch Milch und Milchprodukte gehörten nicht zu meinen Favoriten. Darauf zu „verzichten“ war eher eine Befreiung.

Bei schöner Fashion ist das etwas anderes. weshalb es mir deutlich schwerer fällt, darauf zu verzichten. Natürlich gibt es vegane fair Trade Mode, doch sind das meistens zeitlose Basic-Teile. Das macht ja auch durchaus Sinn, nichts schnelllebiges zu produzieren, dennoch ist mir das in den meisten Fällen zu langweilig. Wenn ich in einem Online Shop stöbere, der vegane fair gehandelte organische Bekleidung anbietet, dann schätze ich das sehr, aber es trifft zu mindestens 90% nicht meinen Geschmack.

Ich gebe zu, dass ich schon mehrfach bei asiatischen Onlineshops bestellt habe. Ich mag den Style. ich mag meine weiße Bluse mit Kirschen drauf. Ich stehe auf mein Erdbeerkleid und ich finde das weisse Top aus weißer Lochspitze  mit Schößchen echt süss. Und dennoch habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich es bestellt habe.

Ich habe mir vor genommen, wenn ich rückfällig werde und mir was zum anziehen kaufe, dann erlaube ich mir selbst nur noch in der kleinen italienischen Boutique einzukaufen, in der ich schon so oft wirklich zuckersüsse Teile erstanden habe. Alles dort ist „Made in Italy“ und nicht aus China. Zwar nicht bio oder fairtrade, aber ich habe ein besseres Gefühl, es zu kaufen, wenn es in Europa produziert wurde. Vermutlich lüge ich mir damit selbst in die Tasche. Noch bin ich eine „Süchtige“ und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich wieder etwas kaufen werde… aber der gute Vorsatz ist ein Anfang. Ich habe meinen Konsum enorm reduziert und das ist doch auch schon etwas und besser als nichts zu tun.

Immer dieser Speziezismus

Wir haben am 14. Februar diesen Jahres einen süssen Kater aus dem Tierschutz adoptiert. Er ist geschätzt 2-4 Jahre alt und einfach nur drollig. Er schaut, als ob er alles wüsste und hoppelt die Treppe rauf und runter wie ein Hase. Er ist soooo unsagbar flauschig. Er ist hochintelligent und kann alle Türen öffnen sowie die Leckerli aus dem Katzenspielzeug fischen. Er legt sich gerne auf den Rücken, streckt dabei die Pfoten in die Höhe und will seinen plüschigen Bauch gekrault haben. Dabei schleckt er unsere Finger ab und schnurrt. Er ist einfach ein Goldstück! Ich liebe dieses unendlich goldige Wesen!

Ganz wenige unserer Freunde und noch weniger Familienmitglieder haben ihn bis jetzt kennen gelernt.  Wenn ein Kind geboren oder adoptiert wird ist das Trara groß. Da gibt es Besuch ohne Ende und jeder bringt Geschenke mit. Aber wenn ein neues Katzenkind ins Haus kommt, dann ist das für die meisten Freunde oder Familienmitglieder anscheinend irrelevant.

Für uns sind unsere Katzen Familie. Unsere Kinder. Ich habe den Tod unserer ältesten Tochter letztes Jahr am 27.06. noch immer nicht verkraftet und sie wird immer fehlen. Sie war nicht „nur ein Tier“. Es sind eigenständige Persönlichkeiten mit Eigenarten, Macken und unterschiedlichen Interessen. Unsere Katzentochter spielt zum Beispiel total gerne. Sie ist die geborene Jägerin mit schnellen Reflexen. Sie ist sportlich und flink. Während die Kater eher träge und gemütlich sind. Zwei der Kater sind auch sehr verspielt, während einer ausschließlich schmusen will. Am allerliebsten den ganzen Tag. Er weckt mich nachts öfter mal, nur um mit mir zu knuddeln. Er schlüpft dann unter meine Decke und schmiegt sich an mich und ich muss ihn in den Arm nehmen. Dann ist er selig und schläft wieder ein. Der rote Kater schläft am allerliebsten an meine Beine geschmiegt. Körperkontakt muss aber immer sein. Das Mädchen ist schön und sie weiss es auch. Wenn Besuch da ist, setzt sie sich oft in „Pose“. Der gefleckte Kater heischt immer nach Aufmerksamkeit wenn Besuch im Haus ist. So nach dem Motto: „Seht her, was ich alles kann“. Dann springt er von der Küchentheke auf den Kratzbaum und auf den Tisch wie ein kleines Äffchen.

Ich könnte mir keine schöneren Kinder vorstellen. Ganz egal, ob andere in ihnen „nur Tiere“ sehen, die nicht so viel wert sind wie Menschenkinder und in deren Augen nicht „gleichwertig“ sind. Ich liebe sie genauso wie ich ein leibliches Kind geliebt hätte.

Es tut mir weh, dass mein kleiner Sohnemann nicht so interessant ist, wie es ein Menschenkind wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle schon lange da gewesen wären, wenn er ein Menschenbaby wäre. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, dass Tiere gleichwertig behandelt und angesehen werden. Jedoch ist der Same gesäet und ich bin überzeugt, dass es einmal eine Zeit geben wird, wo sich das grundlegend ändern wird. Vermutlich nicht mehr zu meiner Lebzeit, aber es wird einen Wandel geben. Ich werde mich in Sanftmut und Geduld üben. Es reicht für`s Erste, wenn ich weiss, dass meine Kinder gleichwertig sind.