Jeden Tag nur ein Bild

Heute schrieb mir ein mir unbekannter Mann per Insta Message, dass er meine Bilder zwar toll fände und mir auch gerne folgen würde… ABER… er hätte den Tipp für mich, jeden Tag nur ein Bild zu posten.

Aha… er würde mir also nur folgen, wenn ich die von ihm aufgestellte Regel von „nur ein Bild pro Tag“ befolgen würde.

Ob dem das gefällt oder nicht gefällt, was ich poste, ist mir offen gesagt ziemlich gleich. Wenn es ihm nicht passt, dass ich manchmal bis zu fünf Bilder am Tag poste, dann ist das sein Problem und nicht meins. Er muss mir wirklich nicht folgen. Ich glaube, Follower, die mir nur folgen wollen, wenn ich ihren Wünschen entspreche sind nicht die Follower, die ich haben will.

Es ist niemand gezwungen, meine Instaposts anzuschauen, zu liken und schon gar nicht, mir zu folgen. Dasselbe gilt für diesen Blog. Es steht jedem frei, diesen Blog zu lesen oder es einfach zu lassen. Freies Land mit freier Meinungsäußerung. Er hat seine Meinung kund getan und ich habe beschlossen, seinen Tipp in den Wind zu schießen.

Immer wenn mir jemand „gutgemeinte“ Rat-Schläge geben will, dann weckt das eher die Rebellin in mir. Ich habe extra nochmals zwei Bilder gepostet und unter einem Bild habe ich den Hashtag „ichpostesovieleBilderwieichwillproTag“ verwendet.

Ich poste was und wann und wieviel ich will und wem das nicht passt, der soll sich einfach von meinem Account fern halten.

Witzig war, dass es den Hashtag „ichpostesovieleBilderwieichwill“ schon gab. Vermutlich bin ich nicht die Einzige, die Tipps von solch aufmerksamem Beobachtern bekommt.

Es sollte andersrum sein

Freitags treffe ich an der Bushaltestelle oft eine betagte Dame. Sie ist nett und ich mag sie, dennoch ist sie sehr pessimistisch veranlagt und hat immer etwas zu wehklagen und zu jammern. Das Wetter, die Jahreszeiten, Bauarbeiter, Handwerker – sie findet immer etwas um sich aufzuregen.

Am vergangenen Freitag traf ich sie wieder und sie fing mit ihrer üblichen Litanei an. Ich reagierte nicht darauf, das tue ich nie, weil es sinnlos wäre. Sie hört für gewöhnlich nach einigen Minuten auch immer auf. Manchmal – so wie am Freitag – sagt sie dann etwas beinahe Philosophisches. Sie sagte „Früher wollte ich so viel tun und hatte kein Geld und keine Zeit. Jetzt wo ich alt bin, habe ich das Geld, aber keine Energie mehr etwas zu tun. Es läuft verkehrt. Man sollte genug Geld und Zeit haben wenn man jung ist“.

Ich kann sie mir gut als junge Frau vorstellen. Vermutlich war sie damals recht hübsch. Ich stelle mir vor, wie sie die Welt erkundet hätte, wie sie vieles ausprobiert hätte, wie sie Fassetten ihrer selbst in verschiedenen Tätigkeiten und Umfeldern entdeckt hätte. Doch das konnte sie sehr wahrscheinlich nicht, denn damals war Nachkriegszeit. Die meisten Leute lebten nicht in Wohlstand. Sie musste sich  ziemlich sicher ihren heutigen Lebensstandard hart erarbeiten. Keiner fragte nach ihren Träumen oder Befindlichkeiten. Es war einfach so und es gab keinen anderen Weg.

Heute ist sie alt und einsam und die sprichwörtliche Mücke an der Wand stört sie. Wurde sie so, weil sie nicht das Leben leben konnte, was sie glücklich gemacht hätte? Ich weiss nicht, ob sie unglücklich war und ob sie ein erfülltes Leben hatte und erst jetzt im hohen Alter verbittert und einsam wurde. ich kann nur mutmaßen. So gut kennen wir uns nicht und sie hat selten aus ihrer Vergangenheit erzählt. Ich vermute aber, dass solch eine pessimistisch geprägte Weltanschauung nicht von heute auf morgen entsteht.

Ich beobachte das öfters. Nicht nur bei der alten Frau, sondern im privaten und beruflichen Umfeld. Überall begegnen mir Menschen, die einen griesgrämigen verbitterten Gesamteindruck machen. Die missmutige Mimik steht ihnen regelrecht ins Gesicht geschrieben. Eine Frau, die ich ab und zu sehe, sieht so vergrämt aus, dass sie mir leid tut. Ich bedauere sie, weil sie so in sich gefangen ist. In ihrer Missgunst und ihrer Gram. Ein bemitleidenswertes Wesen. Ich wünschte, sie könnte sich ändern, glaube es aber nicht. Sie allein hat das in der Hand, doch sie will sich aufregen, sie will anderen Menschen gehörig auf den Zeiger gehen. Sie genießt es, dass andere Alpträume von ihr haben. Sie zehrt davon, andere in die Pfanne zu hauen. Glücklich wird sie dadurch nie werden, doch sie klammert sich an diese „Erhebung“ über andere. Sie hat den Spitznamen Cerberus, der Höllenhund. Eines Tages wird sie als Greisin einsam sterben und keiner wird ihr eine Träne nach weinen. Vermutlich wird sie noch viele Inkarnationen benötigen, um zu erkennen, dass diese Art von scheinbarer Macht nicht glücklich macht.

Ist die Hölle der Ort, wo sich all diese verbiesterten Menschen nach ihrem Ableben treffen, bevor sie wieder inkarnieren? Ich denke schon.

Those where the best days of my life

Was sind wirklich die besten Tage unseres Lebens? Sind es die Hochzeitstage, die legendären Hausparties von denen die Leute noch zwanzig Jahre später schwärmen, sind es glückliche Urlaubstage oder nette Zeit mit Freunden und Familie?

Ich finde, die besten Tage des Lebens erkennt man erst viel später. Bei mir war es der Tag an dem sich mein Ex von mir trennte. Damals war ich traurig, doch heute weiss ich, dass das einer der besten Tage meines Lebens war.

Sind solch scheinbaren „Unglücke“ nicht meistens gut für uns und führen zu einem besseren Leben?

Ich sah meinen Ex vor ein paar Tagen zufällig wieder und hätte ihn beinahe nicht erkannt. Es war so ein Gedanke wie „Den Typen da drüben kenne ich doch irgendwoher „RatterratterimGehirn und dann die Erkenntnis „Ah, das war ja der“. Ein komplett fremder Mensch, den ich so auf den ersten Blick nicht besonders sympathisch fand, hahahaha.

Höchstwahrscheinlich war die Trennung von mir auch einer der besten Tage seines Lebens. So im nach hinein betrachtet, waren wir schon immer meilenweit voneinander entfernt. Wir haben niemals zusammen gepasst.Ein Igel und eine Katze sind nicht für eine Partnerschaft kompatibel. So etwas spürt man schon auch. Ich wusste, dass das nicht mein „Traummann“ ist. Weshalb man trotzdem zusammen blieb? Keine Ahnung. Gewohnheit? Vermutlich irgendwas in der Art oder weil ich damals keine Vergleichsmöglichkeit hatte. Es war meine erste Beziehung und ich war noch so naiv zu glauben, dass sich Menschen gravierend ändern können. Ich fand jedoch im Laufe der Jahre heraus, dass sich Menschen ganz selten wesentlich verändern.

Wieviele Paare sind wohl zusammen, obwohl sie nicht glücklich miteinander sind? Die Dunkelziffer ist garantiert exorbitant hoch. Ich kannte Paare, die hatten von Anfang an einen schlechten Start, trotzdem blieben sie über viele Jahre zusammen, bevor sie endlich einsahen, dass sie sich nichts zu sagen hatten und auch nichts gemein.

Wenn uns also mal wieder scheinbar etwas „Schlimmes“ passiert, dann denken wir daran, es könnte im Rückblick wieder einer unserer besten Tage sein.

Menschen und Tiere

Im Volksmund heißt es, dass Menschen ihren Haustieren mit der Zeit immer ähnlicher werden. Man konnte dieses Phänomen gut an den alten Damen mit ihren Pudeln beobachten, die früher oft im Fernsehen kamen. Es begegnen einem auch in der Stadt ab und an Menschen mit ihren Hunden, wo man denkt „Die sehen sich echt verblüffend ähnlich“. Meist haben sie die selbe „Frisur“ oder die Mimik gleicht sich.

Ich habe auch schon Eigenschaften meiner tierischen Kinder übernommen. Im Moment bin ich krank und schlafe sehr viel. 16 Stunden Schlaf kommen dem Schlafturnus einer Katze ziemlich nahe. Wir liegen zu viert oder fünft im Bett und dösen, stehen nur kurz auf um menschlichen und tierischen Bedürfnissen nachzugehen und legen uns wieder hin.

Ich könnte mich an ein Leben als Katze gewöhnen. Ich wäre ein prima Haustier. Vielleicht sollte ich mir das für meine nächste Inkarnation vormerken. Allerdings vielleicht doch lieber als Kaninchen, damit ich mich weiterhin pflanzlich ernähren kann. Als Katze wird das schwierig.

Welchem meiner Kinder gleiche ich? Ich hoffe meiner Tochter. Nicht dass die Söhne weniger schön wären. Sie sind alle wunderbar und von einzigartiger Schönheit. Den Jungs ist ihr Aussehen weitgehend egal. Dem Mädchen nicht. Ja, selbst bei Katzen ist das so. Sie weiss, dass sie schön ist. Sie ist taff. Furchtlos und elegant. Ich wäre gerne wie meine Katzentochter und ich kann viel von ihr lernen. Sie weiss einfach wer und was sie ist: Meine wunderschöne Prinzessin. Wenn Besuch kommt ist sie die einzige, die keine Angst hat und neugierig die Leute begutachtet. Sie setzt sich dann in Pose,  damit die Besucher sie bewundern können.

Meine Oma erzählte mir immer, dass einer meiner ersten deutlich verständlichen Sätze als Kleinkind „Ich bin eine Katze“ gewesen wäre. Vielleicht war ich in meinem vorherigen Leben eine Katze, wer weiss. Das würde meine Affinität zu diesen anmutigen Wesen erklären. Ich liebe alle Tiere (ok, bis auf viele Insekten und Spinnen, die sind nicht so meine Favoriten…), aber ganz speziell Katzen. Ein Blick in diese wundervollen Augen und es geht mir gleich viel besser. Sie spüren auch, wenn es mir nicht gut geht und kuscheln sich extra eng an mich, um mich zu beschnurren. Dem Schnurren werden heilende Fibrationen nachgesagt. Es ist so eine Art Katzen-Mantra. SchnurrSchnurrSchnurr. Mit solch kompetenten Pflegekräften werde ich immer schnell wieder gesund.