Wie saudumm ist dass denn

sorry für die etwas deftige Sprache heute, aber das ist das Einzige, was mir zu dem einfällt, was ich gerade im TV gesehen habe.

Ich sah eine Reportage über Dorfbewohner, die nahe an einem Vulkan leben und tatsächlich noch heute versuchen, den Vulkan mit der Opferung von Ziegen zu besänftigen. Gehts noch? Wir schreiben das Jahr 2016!!! Es ist das 21. Jahrhundert also lebt es gefälligst auch. Man muss kein unschuldiges, wundervolles Geschöpf in einen brodelnden Vulkan werfen, den es wird NIX bewirken. Ihr Dorfbewohner am Vulkan, haltet Ihr das Blitzen und Donnern während eines Gewitters auch für das Zürnen der Götter? Schmiert Ihr Kuhdung auf Eure offenen Wunden?

Wann hört dieser verdammte Aberglaube endlich auf? Wird dass endlich irgendwann aussterben?

Ist unser Umfeld unser Spiegelbild im Aussen?

das zumindest hört man recht oft. Doch was sagt das dann über uns aus? Wenn dem so ist, dann müssten Milliarden von armen Menschen, die z.B. täglich in Textilfabriken in Asien schuften müssen, ein ganz übles Innenleben haben. Mit der selben Logik müssten alle Millionäre und Milliardäre ein gerade zu leuchtendes Innerstes haben. Dem ist aber nicht so. Meistens umgedreht.

Oder ist damit etwas anderes gemeint? Und was dann? Wenn ich mit mir selbst im Unfrieden bin, bin ich es auch mit anderen? Ich bin aber nicht mit anderen in Unfrieden, sondern hadere manchmal mit mir selbst. Fühle mich nicht gut genug, nicht glücklich genug, nicht weise genug etcetcetc. Trifft das nicht mehr oder weniger auf uns alle manchmal zu? Ok, es gibt Menschen, die halten sich für genial und strotzen vor Selbstvertrauen, das ist jedoch die Ausnahme.

Es gibt so einen schlauen Spruch – angeblich von Buddha – dass wenn man die Intelligenz und das Talent eines Fisches an seinen Kletterfähigkeiten misst, dann muss er versagen. Auch ich fühle mich sehr oft wie ein Fisch im Hochgebirge. Ich kann nicht gut „klettern“, doch „schwimmen“ kann ich super. Weil eben das „Meer“ mein Element ist und nicht die „Berge“. Ich kann jeden einzelnen Tag versuchen, mit meinen Kiemen die Bergluft zu atmen und mich mit meinen Flossen an den Felswänden hoch zu hangeln, es wird mir nicht gelingen.

Ist mein „Aussen“ also deshalb ein Spiegel meines „Innen“ weil ich mich innerlich wie eine „Berggemse“ verhalte, obwohl ich ein „Fisch“ bin? Lebe ich deshalb auf dem „Berggipfel“ und nicht im „Meer“?

Ich hab keine Ahnung.

Hinterm Horizont geht`s weiter

bin ich die Einzige, die es etwas übertrieben findet, dass heute auf jedem Radiosender fast nonstop Udo Lindenberg Lieder laufen? Jaja, der Typ ist ganz ok, ich habe nichts gegen ihn. Ich kann nur gerade mal gar nichts mit seiner Musik anfangen. Aber zum Glück geht es ja hinterm Horizont wieder weiter und morgen ist ein neuer Tag mit anderen Liedern. Morgen hat Thomas Gottschalk Geburtstag. Zum Glück singt der nicht…

Schon wieder der tierliebe Metzger

schon öfter musste ich in der Presse Sätze lesen wie „Der tierliebe Metzgermeister XY“. Ich dachte, das ist ein provinzielles Phänomen, doch auch heute las ich es wieder – im Zusammenhang mit dem Münchner Schlachthof. „Der Metzger und Tierschützer Herr Sowieso“… mhm… finde den Fehler… ein tierlieber Metzger ist in etwa so absurd wie ein atheistischer Pfarrer oder ein Nazi als Flüchtlingshelfer.

Gerne wird auch vom humanen Schlachten geredet… yo… wie bitte soll das gehen? Tod-kitzeln oder wie?

Man redet doch auch nicht vom gewaltfreien Krieg oder von einem friedvollen Attentat. Es gibt auch keine hirnlosen Genies. Genauso wenig wie freundliche Terroristen.

Ein Metzger kann schon per se kein Tierfreund sein und schon gar kein Tierschützer. Das Eine schließt das Andere einfach aus.

 

Wie würde eine Welt ausschauen, wo jeder von seinen Talenten leben könnte?

Ich fahre fast täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Anstatt – wie zu Anfang – Musik mit Kopfhörern zu hören, habe ich es mir angewöhnt, sorgfältig zu zu hören, was die Menschen um mich herum zu erzählen haben. Es ist kein Lauschen erforderlich. Man hört die Gespräche gut und deutlich.

Immer wieder höre ich, dass sich die Erzählenden- speziell an Montagen – davor fürchten, wieder zur Arbeit zu müssen. „Was wäre, wenn ich jetzt einfach mit dem Bus weiter fahren würde?“, „Wohin fährt der Bus?“. Er fährt zum Bahnhof, das habe ich schon ausprobiert, doch ich glaube das war nicht gemeint. Es ist eine Metapher. Wie würde der Tag ausschauen, wenn man einfach im Bus sitzen bleiben würde? Doch leider ist da noch das liebe Geld, welches wir zum leben benötigen. Die einen mehr, die anderen weniger. Damit fällt die Option einfach nicht an der Haltestation auszusteigen flach.  Das könnte man vielleicht einmal machen, aber sicher nicht jeden Tag, ohne seine Arbeitsstelle ratzfatz zu gefährden / zu verlieren.

Wieso haben so viele Menschen Angst, wieder zur Arbeitsstelle zu müssen – vor allem nach dem Urlaub oder nach dem Wochenende? Vielleicht weil sie einer Tätigkeit nachgehen, die sie nicht erfüllt? Vielleicht sehen sie keinen Sinn in dem was sie tun? Studien haben festgestellt, dass es den Arbeitern am meisten zu schaffen macht, wenn sie ihre Arbeit als sinnlos betrachten. Es wurde schon als Foltermethode eingesetzt, Häftlinge Steine aufschichten zu lassen und sie dann wieder abbauen zu lassen, nur um sie ein paar Meter weiter wieder aufschichten zu lassen. Die Gefolterten waren innerhalb kürzester Zeit zermürbt. Nicht weil die „Arbeit“ so anstrengend war, sondern weil sie absolut keinen Sinn ergab.

Wieviele Menschen weltweit schichten wohl täglich auf ihrer Arbeit „Steine“ auf und ab? Wie würde eine Gesellschaft ausschauen, wo jeder von seinen Talenten leben könnte? Doch was, wenn jemand keine Begabungen hat? Hat nicht jeder etwas, was er wirklich richtig gut kann? Vermutlich haben Viele einfach noch nicht erkannt, dass sie ein bestimmtes Geschick für etwas haben.

Es gibt da so einen Spruch, dass man seinen Beruf so wählen soll, dass man von dem leben kann, was man mit Begeisterung macht und man wird nie wieder Angst davor haben zur Arbeit zu müssen. Ich fürchte, das trifft nur auf einen geringen Prozentsatz der Weltbevölkerung zu. Dennoch wäre es die Lösung aller Probleme. Wenn man etwas mit Begeisterung macht, wird man sicher nie an einem Burnout oder gar Boreout leiden. Man wird auch nicht sehnsüchtig die Stunden oder Tage bis zum Feierabend, Wochenende oder Urlaub zählen. Wenn man liebt was man tut, vergißt man die Zeit. Genau so sollte es sein. Dann wäre auch ein höher angesetztes Rentenalter kein Problem, weil man sich nicht nach der Rente sehnen würde.

Ist so eine Gesellschaft wirklich utopisch? In früheren Zeiten war es oft so, dass in einer Dorfgemeinschaft jeder das tat, was er am Besten konnte.

Wenn jeder seine ureigenen Begabungen zum Wohle Aller nutzen könnte, wäre die Erde ein paradiesischer Ort. Menschen, die mit Begeisterung das tun, was sie am liebsten tun, werden kaum Kriege anzetteln oder anderen etwas neiden. Doch bis wir dahin kommen, werden noch viele Steinhaufen umgeschichtet werden. Um ein Leben zu finanzieren, dass einen nicht erfüllt und um Dinge zu kaufen, die genauso sinnlos sind, wie die Steine.

Unser Adoptivsohn

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wohnt nun schon seit beinahe 1,5 Jahren bei uns. Es geht ihm mit Spezialfutter und Medikamenten recht gut. Er war angeschossen mit drei Kugeln gefunden worden, hat sich jedoch super erholt. Hochheben darf man ihn nicht, das mag er überhaupt nicht, aber das muss auch nicht sein. Dafür liebt er es, wenn sein Bäuchlein gekrault wird. Auch das Streicheln der Ohren ist äußerst beliebt. Ein Leben ohne den kleinen Mann ist nicht mehr vorstellbar. Seine kätzischen Geschwister sehen das genauso.

Wer Platz für einen vierbeinigen Freund hat: bitte schaut bei den Tierschutzorganisationen und in den umliegenden Tierheimen, ob ein Tier zu Euch passen könnte.

Authentizität ist das Zauberwort

Wir spielen alle verschiedene Rollen. Im Beruf und auch im Privatleben. Sogar verschiedene Rollen bei verschiedenen Freunden und Familienmitglieder sind keine Seltenheit.

Dann gibt es da noch die Menschen, die nicht nur Rollen spielen, sondern  die nach außen hin total in sich ruhend sind. Sie haben für wirklich alles einen Ratschlag oder schlauen Spruch auf den Lippen. Sie geben ihre Weisheiten auch gerne an andere weiter. Manchmal denkt man dann „Hey, die haben`s drauf". Sie üben sich täglich in Spiritualität. Sie wissen, wo es lang geht. Sie tun nur das, was ihnen gefällt. Sie gehen keine Kompromisse ein. Sie verbringen viel Zeit in der Natur, wo sie noch mehr in sich ankommen. Sie haben ihr Leben im Griff. Scheinbar haben diese Leute keine Probleme und schweben einfach nur so durch`s Leben. Total relaxed. Nichts kann sie durcheinander bringen. Sie sind immer glücklich. Schlechte Zeiten gibt es nicht. Sie posten das auch oft und gerne. Sie lassen keine Gelegenheit aus, zu verkünden, wie herrlich sie das Leben finden und wie glücklich sie sind. Das ist auch völlig ok. Besser als jemanden immer jammern zu hören. Man freut sich ja schließlich, wenn andere ihr Lebensglück gefunden haben und es mit der Welt teilen.

Und dann kommt der Tag, wo man erkennt, dass wir doch alle gleich sind. Genauso unsicher und Rollen spielend. Niemand kann 24h am Tag für 365 Tage im Jahr vor Glück sprühen.

Auch die total glücklichen Glückspilze haben ihre dunklen Momente. Selbst die überspirituellsten können wegen Kleinigkeiten total aus der Fassung geraten. Dann weiss man wieder, dass es einfach nur ganz normale Menschen sind. Egal wie erleuchtet und spirituell gewachsen sie nach außen hin erscheinen mögen. Sie sind genauso wie alle Anderen auch. Sie sind nicht spirituell gewachsen, sondern stinknormal. Daran ist auch überhaupt nichts Schlimmes. Es ist ok total normal zu sein.

Mir wäre es lieber, wenn mir niemand eine Rolle vorspielen würde. Warum tun wir uns so schwer damit, wir selbst zu sein? Warum ist es gesellschaftlich nicht erlaubt, seine Schwächen zu zeigen? Seine Ängste zu offenbaren? Einfach man selbst zu sein, mit allen Ecken und Kanten?

Rollenspiele werden total überbewertet. Es ist ok, wenn das Leben nicht immer perfekt ist. Perfektion ist eh langweilig. Wie Ebbe und Flut, Regen und Sonnenschein, Tag und Nacht – so ist es mit allem im Leben. Das Eine gibt es nicht ohne das Andere, das wäre widernatürlich. Ich darf traurig sein und fröhlich, ich darf weinen und lachen und tanzen und mich verkriechen. So wie jeder ganz gewöhnliche Mensch. Den genau das ist jeder von uns: ein ganz gewöhnlicher Mensch.