Aber mit Fischen hast Du doch kein Problem, oder?

Diese Woche wurde ich ernsthaft gefragt, ob mir auch die Fische leid tun und ob ich auch ein ethisches Problem darin sehe, dass sie auf dem Grill oder in der Pfanne landen.

„Natürlich finde ich es auch bei Fischen nicht gut, dass sie getötet werden. Sie ersticken qualvoll oder werden erschlagen, was soll ich daran gut finden?“

Nur weil sie keine flauschigen, niedlichen Säugetiere sind, soll ich kein Mitgefühl mit Ihnen haben oder was? Weil sie solche „Glubschaugen“ haben, haben sie den Tod eher verdient oder wie? Nein, verdammt, haben sie nicht. Hätten dann auch alle weniger hübschen Menschen keine Daseinsberechtigung oder was?

„Was, die ersticken? Kann doch nicht sein!“

„Natürlich, was soll sonst mit Ihnen geschehen? “

Sie gehören keiner Fischendzeitsekte an und begehen keinen Massenselbstmord. Der Mensch tötet sie und natürlich empfinden sie Schmerzen!

Ungläubige Blicke, betretenes Schweigen…

„Aber ich brauch mein tägliches Fleisch, sonst gehe ich ein. Wie überlebst Du das?“

„Alles was ich benötige, beziehe ich aus Pflanzen. Das einzige, was ich supplementiere ist B12 und das würde ich Euch ebenfalls empfehlen“

„Aber, ist doch blöd, wenn Du immer auf alles verzichten musst, während wir hier die leckersten Sachen essen“

„Ich würde es eher als Bürde und Last empfinden wenn ich es essen müsste. Es ist kein Verzicht für mich – im Gegenteil. Ich sehe hinter den leckeren Sachen das Leid der Tiere. Mir ist bei all den Speisen bewusst, dass dafür Tiere ausgebeutet und letztendlich getötet wurden und daran möchte ich nicht beteiligt sein.“

Schweigen!

Ich fürchte, ich werde langsam echt alt

Vor ein paar Wochen waren wir auf der Autobahn unterwegs und machten an einer Autobahnraststätte halt. Die Raststätte war jedoch sehr überfüllt, weswegen wir die Toiletten eines Fastfood „Restaurants“ nebenan aufsuchten. Wir bekamen Toiletten-Gutscheine und tauschten sie gegen Getränke.

Ich war bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr in einem Fastfood Tempel und es hatte sich Einiges geändert. Früher ging man an den Tresen, bestellte was man wollte und bekam es und zahlte. Ich war offen gesagt überfordert mit der digitalen Bestellung. Letztendlich ging das mit den Gutscheinen auch nur direkt – so wie früher – direkt an der Theke bei einem echten Menschen, wo man die Waren bezahlte. Nur abholen musste man sie an einem anderen Tresen. – nach digitaler Aufforderung am Display Ob das eine Verbesserung zu früher ist? Keine Ahnung. Ich finde es umständlicher, aber das ist nur meine subjektive Empfindung.

Vorgestern war ich in München in einem Hipster Cafè und stellte fest, dass Bowls in allen möglichen Varianten der neueste Trend sind. Vielleicht sind sie auch schon wieder auf dem absteigenden Ast. Wer weiss das schon. Jedenfalls war die Bestellung zwar bei einem Menschen, aber man bekam ein kleines Gerät zur Hand, welches die Fertigstellung des Essens kundgab. Es stand dann irgendwo rum und ich wusste nicht so recht, ob das jetzt auch wirklich mein Essen ist, was mir einen abfälligen Blick eines weit abseits stehenden Mitarbeiters einbrachte. Ich konnte regelrecht hören, was er dachte: „Ist die hinterm Mond aufgewachsen????“

Ebenfalls aufgefallen sind mir junge Typen mit Bärten. Nein, nicht diese Holzfällerbärte die schon seit einigen Jahren „in“ sind und die Barbershops wieder aus dem Boden sprießen ließen, sondern Porno-Balken wie in den 70ern.  Bin ich die Einzige, die das sehr altmodisch findet? Aber vermutlich stamme ich nur aus einer Zeit, wo solche Oberlippenbärte als sehr altmodisch angesehen wurden. Inzwischen sind sie wieder hipp, weil die jungen Menschen, die sie tragen, diese „Mode“ nicht mehr aus ihrer Kindheit und Jugend kennen, wie es bei mir der Fall war.

Es ist ähnlich wie bei Namen von Kleinkindern. Als ich ein Kind war  hießen nur sehr alte Menschen Emma oder Karl. Inzwischen sind diese (für mich altertümlich anmutenden Namen) wieder modern. Dafür sind die Namen meiner Sandkastenfreunde inzwischen mega out. Niemand tauft heute sein Kind Annette, Volker, Jürgen, Elke oder Martina.

Einerseits ist alles digitalisierter und wir werden mehr und mehr über unsere Smartphones Tablets und Notebooks agieren., andererseits ist aber eine Sehnsucht nach „Retro“ und „Vintage“ zu spüren. Ich habe eine recht junge Bekannte, die auf „Den guten alten Filterkaffee“ schwört, andererseits jedoch nichts mehr auf Papier aufschreibt, sondern alles digital notiert.

Wir benutzen unsere Smartphones auch mehr und mehr um mit Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen zu korrespondieren und ich stelle fest, dass ich viel zu viel Zeit im Internet verbringe. Insta, Pinterest und manchmal auch Facebook, aber überwiegend Insta. Ich habe nur eine einzige Freundin, und ein Familienmitglied mit denen ich regelmäßig (oft auch länger) telefoniere. Mit allen anderen ist es irgendwie nicht üblich das wir telefonieren. Wir schreiben über WhatsApp oder schicken uns gegenseitig Sprachnachrichten und es ist selten, dass wir das Mobiltelefon zum telefonieren benützen. WhatsApp ist das meist genutzte Organ zur Kontaktpflege. Daran ist natürlich nichts Verkehrtes, dennoch ist ein persönliches Treffen nochmal etwas ganz anderes und es schafft eine ganz andere Nähe. Schon direkte, regelmässige Telefonate sind eine ganz andere Sache, als nur Whatsapp Nachrichten.

Das Problem an geschriebenen Worten ist, dass sie zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen führen können. Während eines Telefonats hört man die Stimme mit all ihren emotionalen Tonlagen, was die Missverständnisse deutlich reduziert. Beim direkten Treffen kommt noch die Mimik und Gestik hinzu, was die Häufigkeit von Missverständnissen weiter eindämmt.

Ich vermisse manchmal den direkten menschlichen Kontakt. Sowohl im Privatleben, wie auch unterwegs, in hippen Restaurants oder Fastfoodketten. Ich denke aber, das es vermutlich keinen Weg zurück gibt. Oder doch? Es gibt mehr und mehr eine kleine aber stetig wachsende „Bewegung“, die sich nach Nostalgie und einem „analogen Leben“ sehnt. Kleinere „Auswüchse“ sind solche Geschichten, wie der Filterkaffee oder die Rückkehr von „Tante Emma Läden“.

Vielleicht ist auch Beides möglich. Eine zunehmende Digitalisierung UND eine Rückkehr zur scheinbar altmodischer Lebensweise. Vielleicht sind die zunehmenden „Rotzbremsen“ ein erstes Anzeichen dafür.

Ich verreise nicht gerne

Ich bin Sternzeichen Schütze (nicht dass ich an Astrologie glauben würde) und man sagt Schütze geborenen nach, dass sie sehr reisefreudig wären. ich bin es definitiv nicht.  Ganz im Gegenteil. Ich hasse es, zu verreisen.

Morgen muss ich für drei Tage auf Geschäftsreise. Eigentlich wären es nur zwei Tage gewesen, aber es wurde entschieden, dass es auf drei Tage ausgeweitet wird.

Mein Einwand, dass ich meine Kinder ungern alleine lasse, wurde mit der abfälligen Bemerkung „Wir reden hier von K A T Z E N“ abgetan.

Immer diese Abwertung, dass meine Kinder weniger wert sind, als menschliche Kinder.

Meine werden mich genauso vermissen, wenn ich nicht da bin. Als ich im Sommer, ebenfalls im Rahmen der Arbeit, zwei Tage weg musste, frassen sie sehr schlecht.

Ich mag morgen nicht weg, kann mich aber nicht dagegen verwehren.

Mein Zauberer ahnt glaub etwas, er wich heute kaum von meiner Seite. Von meinem gefleckten Liebling bin ich das gewohnt. Er ist sowieso voll das „Mama-Kind“, aber der Zauberer ist normalerweise nicht so anhänglich.

Ja klar, es sind nur drei Tage, aber mir graust schon seit Wochen davor. Ich habe keinen Bock drauf! Null, Niente, Nada!

Auch dies wird vorrübergehen…

Eine neue Gesellschaft braucht das Land

Als ich ein Teenager war, sang Ina Deter das Lied „Neue Männer braucht das Land“. Das war damals glaub ein berechtigter Aufruf. Das Lied war damals auch schon etwas älter, nur entdeckte ich es erst Jahre später .

Heute würde ich den Text umwandeln in „Eine neue Gesellschaft braucht das Land“ und zwar jedes Land.

Um wieviel anders würde eine Welt ausschauen, wenn niemand einer Tätigkeit nachgehen müsste nur des schnöden Mammons wegen? Wenn jeder das tun könnte, was ihn erfüllt. Wie phantastisch wäre eine Zivilisation, die ohne Geld auskommen würde, wo es kein arm und kein reich gäbe. Wo jeder das ausleben könnte, was er gerne tut und trotzdem versorgt wäre? Wo niemand am sozialen Minimum leben würde, trotz eines Vollzeitjobs.

Wie die Idee des Protagonisten in dem Buch „Herr aller Dinge“ von Andreas Eschbach (meinem Lieblingsautor) der alles, was der Mensch benötigt von Nanomaschinen erschaffen lässt, so dass niemand mehr arbeiten muss. Ich spoiler jetzt nicht und lasse offen, wie es ausging.

Wie würde eine Gesellschaft ausschauen, in der jeder seine Träume und Wünsche erfüllen könnte, ohne dass Geld dabei eine Rolle spielen würde. Wenn niemand Jahrzehntelang an einem Haus abzahlen müsste und jeder genug hätte und alles gerecht verteilt wäre? Wenn niemand mehr einer Arbeit nachgehen müsste, die ihm morgens schon Übelkeit verursacht. Was wenn wir alle in Umständen leben könnten, die das Glück, die Freude und die Liebe fördern, anstatt Machtgier, immer noch mehr „Wachstum“ und Zwietracht, Missgunst und Hass?

In Bhutan geht es schon ziemlich in diese Richtung. Das von mir sehr geschätzte Volk der Bishnoi geht noch einen Schritt weiter und integriert das Glück und das Wohl der Tiere in ihre Philosophie.

In so einer „Utopie“ würde ich zukünftig gerne leben. Es ist noch ein sehr weiter weg dort hin, aber vielleicht, mit dem Zutun eines jeden Einzelnen, kommen wir dieser erstrebenswerten alternativen Realität vielleicht näher.

Die Weisheit meiner Oma

Als ich noch ein kleines Kind war, erzählte mir meine Oma immer viele Geschichten. Eine blieb mir besonders in Erinnerung und ich finde sie noch heute ganz zauberhaft. Meine Oma hat mir darin versucht, eine Vorstellung der Ewigkeit zu vermitteln. Ich weiss nicht, ob Oma diese Geschichte erfunden hat, oder ob sie sie woanders her hatte, aber darum geht es auch nicht, sie ist einfach nur toll und ich teile sie deshalb heute:

Alle Zweitausendjahre fliegt ein kleiner Vogel zum höchsten Berg der Welt und wetzt seinen Schnabel an der Bergspitze. Wenn eines Tages der gesamte Berg abgewetzt sein wird, ist eine Sekunde der Ewigkeit vergangen.

Gedanken für trübe Novembertage

Wenn ich das Zeitliche gesegnet habe:

Ich möchte verbrannt werden und dann die Urne unter so nem Baum begraben in einem Baumfriedhof. Als Musikauswahl vielleicht „Meine Soldaten“ von Maxim und „Witchcraft“ von Wonderwall , „Temple of love“ von den Sisters of Mercy , „Don`t you worry child“ von der Swedish House Mafia oder „my imortal“ von Evenescnence oder „Halleluja“ von Leonhard Cohen- . Gerne auch leichtere Songs die gute Laune verbreiten wie „Hangover“  von Taio Cruz ABER auf keinen Fall irgendein Rockgedöns und schon gar kein Classicrock aus den 80ern, sonst komme ich aus dem Sarg raus und spuke herum. Kein Blumenschmuck, ich möchte nicht, dass Blumen für mich sterben müssten. Kommen darf jeder, der kommen will, das ist mir egal. Jeder ist willkommen. Kein trauriges Gesülze. Lieber lustige Anekdoten über mich. Dazu kann bestimmt fast jeder eine beitragen. Und vergesst dann nicht, ich glaube an Reinkarnation, deshalb: I’ll be back, wie der Terminator zu sagen pflegte. Vielleicht dann eine Inkarnationsstufe höher – als Katze.

Insomnia

Ich schlafe seit Monaten sehr schlecht und wenn ich schlafe träume ich einen unglaublichen Bullshit. Meistens Alpträume von der Arbeit.

Der Hauptgrund, warum ich nicht schlafen kann, sind 1000 Gedanken, die mir durch den Kopf gehen und mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Ein weiterer Grund für die Schlaflosigkeit sind meine Kinder.

Einer meiner Söhne findet, dass drei Uhr nachts eine prima Zeit zum kuscheln ist. Ich kuschele unglaublich gerne mit ihm, aber ich benötige auch eine Tiefschlafphase.

Er weckt mich, indem er mit den Pfoten so lange meine Nase bearbeitet, bis ich aufwache und wenn ich dann nicht wach bleibe und seinem Willen entspreche, entweder zu knuddeln oder seinen Napf zu füllen, dann fährt er seine Krallen aus. Ich bin schon häufig mit roten Striemen auf der Nase aufgewacht.

Die anderen beiden Söhne und die Tochter haben sich das abgeschaut und nach dem Motto: „Was der kann, können wir auch“, wecken sie mich nun auf ähnliche Art. Nur lassen sie gnädigerweise ihre Krallen eingefahren. Es kann aber durchaus vorkommen, dass der 9 kg Riese auf meinem Brustkorb liegt und mich so lange laut beschnurrt, bis ich aufwache, oder dass die Tochter zu mir unter die Decke kuschelt und sich so lange an mich schmiegt, bis ich aufwache.

Das ist alles unglaublich süss, wenn man in die liebesbedürftigen Kulleraugen der Kinder schaut, aber doch nicht mitten in der Nacht.

Auf Anraten der Tierheilpraktikerin betreibe ich im Moment das Ignorieren der nächtlichen Aktivitäten, was sehr schwer ist. Wenn ich aber in absehbarer Zeit wieder normal schlafen möchte, dann muss ich das durchziehen, sonst wecken mich die Kleinen weiterhin mehrmals in der Nacht und ich wache dann komplett gerädert und übernächtigt morgens auf. Schlafentzug gilt nicht umsonst als Foltermethode.

Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat, ich oder die Kleinen. Wahrscheinlich gilt auch hier wieder der Spruch: Katzenerziehung ist total leicht. Innerhalb von zwei Wochen machst Du alles was sie wollen.

Ausbeute des Tages

Heute Nachmittag war ich mit einer Freundin und einer Kollegin bei einem Klamottenflohmarkt. Wir ergatterten alle drei wirklich schöne Stücke. Die Frauen von denen wir gekauft haben, waren auch alle total nett und es war ein angenehmer Nachmittag.

Bei mir fanden 2 Kleider, 1 Rock, 1 Jumpsuit ,1 Kurzarmtop und 1 Langarmtop den Weg nach Hause. Für alle Schätze zusammen habe ich € 18,00 gezahlt.

Bei Scondhand-Klamotten habe ich kein solch schlechtes Gewissen, wie bei neuer Kleidung. Klar, gebraucht hätte ich das alles nicht, aber ich mag es. Es hat Spaß gemacht, wir hatten eine schöne Zeit und wir haben schöne neue Teile.

Und doch habe ich trztdem ein klitzekleines bissle ein schlechtes Gewissen, weil ich viel zu viel Zeugs habe. Mitnehmen kann ich eh mal nix, warum also so viel anhäufen? Weil ich es kann, weil ich mich gerne mit schönen Dinge umgebe, auch wenn ich sie wahrlich nicht benötigen würde.

Vielleicht sollte ich mal wieder eine Tauschparty veranstalten, um wieder einige Stücke los zu werden und jemand anders damit zu erfreuen.

Bei meiner letzten Ausbeute ergatterte ich einen rosa Tüllrock mit aufgestickten Glitzersteinen. Eine liebe Bekannte fragte mich „Wann willst Du denn den tragen?“ Ich antwortete „Wenn ich mich als Einhorn verkleide“ und sie fing an zu lachen. Ich sagte „“Obwohl, ich trug schon mal einen längeren fliederfarbenen Tüllrock auf der Arbeit, kombiniert mit einem schlichten schwarzen Top und schwarzen Schuhen. In dieser Kombi war das gar nicht so auffällig“. Sie schaute mich schelmisch an und sagte dann spöttisch „Ja Margit, klar, total unauffällig. In Flieder!!! Natürlich“. Nun ja, es könnte schon sein, dass dieses Outfit seeeeeehr auffällig war, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sogar. Das würde auch die erstaunten Blicke erklären, die ich an diesem Tag erntete. Und wenn schon. Ich werde es wieder tragen, warum auch nicht. Das bin ich. Ich bin nun mal die Tussie, die sich gerne auffällig kleidet. Das ist in der Branche nicht unbedingt üblich und entspricht sicher nicht der Kleiderordnung. Dennoch lebe ich hier nach dem Motto: Erlaubt ist was mir gefällt!