Blöde Sau

Vor einiger Zeit musste ich um 4:45 aufstehen, weil ich zu einem Seminar in München angemeldet war. Meine „normale“ Aufstehzeit um 5:45 ist schon mehr als grenzwertig und ich werde mich niemals daran gewöhnen. Es ist komplett gegen meine innere Uhr. I will never be an early bird, denn der frühe Vogel kann mich mal!

Entsprechend morgenmufflig gereizt fuhr ich zum Bahnhof. Als der Zug ankam, wollte ich die Tür aufmachen um ein zu steigen, bekam sie aber nicht auf. Ich sah, wie ein Mann ca. 10 Meter weiter ebenfalls mit seiner Tür kämpfte. Ich wollte gerade den Herrn hinter mir bitten, mir zu helfen, als eine Frau undefinierbaren Alters angestürmt kam, die Tür aufriss und mich anblöckte „da muss man schon anders hinlangen!“. Wie schon erwähnt war es früh am Morgen. Viel zu früh für meine Sozialsperre im Gehirn, die verhindert, dass ich Gedanken laut ausspreche…. und so dachte ich nicht  nur „blöde Sau“, sondern sprach es zu meiner eigenen Überraschung laut aus.

Sie schrie mich an „was haben Sie da gerade gesagt???“, „das ist ja allerhand!“, aber ich ignorierte sie, lief weiter und suchte mir ein Abteil. Ich hatte es mir gerade bequem gemacht, als ich sah, wie die Frau auf mich zugestürmt kam, sich vor mir, mit den Händen in die Hüften gestemmt, aufbaute und mich anschrie „was haben Sie da gerade zu mir gesagt?“ „sagen Sie mir sofort, was Sie da gerade gesagt haben!“ und ich antwortete „lassen Sie es gut sein! Es ist früh am morgen und damit basta!“. Sie lamentierte dann weiter mit Worten, die sich ungefähr anhörten wie „also so etwas Unverschämtes“, „so etwas ist mir ja noch nie untergekommen“, „das ist wirklich unerhört“. Sie hörte erst auf, als sich ein älterer Mann zu mir ins Abteil setzte und trollte sich endlich. Der Herr hatte die Szene beobachtet und schmunzelte nur und meinte „manchen kann`s morgens nicht schnell genug gehen, gell“ und wir grinsten beide.

So hatte der Tag schon gut angefangen. Ich glaube ich habe selten in meinem Leben jemand wirklich direkt beleidigt und ich weiß selbst nicht, was in mich gefahren war, aber manchmal muss das einfach raus.

Vielleicht auch, weil mir die Tuss sogleich so unsympathisch war. Sie glich 2 Personen, die ich nicht leiden kann. Also quasi, wie ein Wolperdinger aus diesen beiden Personen. Die eine Person ist Frau O, die Kassiererin in dem Laden, in dem ich manchmal einkaufe. Stutenbissiges Wesen (als Frau würde ich das nicht bezeichnen) und meine ehemalige Nageltante. Fatale Kombination. Dafür konnte die gute Frau natürlich nichts, aber für ihren unflätigen Umgangston schon. Ok, sehr freundlich war ich nun wirklich nicht, aber ich denke, sie hatte es verdient! War halt einfach ne dumme Sau!

Abnormal

Manchmal überkommt mich das untrügliche Gefühl, anders zu sein, als die Anderen. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an.
 
Es ist Winter und hat – 5C°. Viele meiner Kolleginnen tragen nichts desto trotz Pumps oder Ballerinas mit dünnen Feinstrümpfen. Ich trage warm gefütterte Winterstiefel, habe die Heizung auf 4 gedreht und friere noch immer, obwohl ich in den Stiefeln natürlich noch dicke Socken trage. Trotzdem sind meine Zehen eiskalt.
 
Im Sommer kann ich ohne Probleme bei + 30C° im Schatten in eine Decke gewickelt am See sitzen und mich fröstelt es noch immer leicht, während alle anderen um mich herum in ihrem eigenen Sud braten.
 
Letztes Jahr war ich einige Tage in London. Eine großartige Stadt! Mir fiel auf, dass die Engländerinnen keine Jahreszeiten zu kennen scheinen. Man erkannte die Festlandtouris sofort an den Winterjacken und Stiefeln. Die Engländerinnen trugen teilweise Hotpants und Sandalen. Es war Ende Januar. Natürlich ist das Inselklima milder, aber so mild nun auch wieder nicht. Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen der leichten Bekleidung und den Hinweisen in allen WC`s, bei Anzeichen einer Blasenentzündung einen Arzt auf zu suchen? Ich denke schon. So einen Hinweis habe ich in Deutschland zumindest noch nie irgendwo gesehen, in London jedoch an jeder Ecke.
 
Vor 2 Jahren war ich ein paar Wochen in den Staaten. Auch hier bin ich wieder absolut unnormal. Es war interessant, einen Teil des Landes mal zu sehen und auch New York war einen Besuch wert, aber nochmal möchte ich glaub nicht wieder hin. Wenn ich eine Reise in eine Metropole gewinnen würde und wählen könnte zwischen New York und London, würde ich auf jeden Fall London wählen.
 
Ich glaube, wenn mich in New York auch nur noch ein einziger Mensch mit „hey guys how are you“ angesprochen hätte, hätte ich womöglich meine gute Kinderstube vergessen und ihm ein gepflegtes „fuck you“ entgegnet.
 
Nein, New York war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nicht so, wie ich es aus Gossip Girl und SatC kannte… dort liegen keine Drogenabhängigen vor den U-Bahneingängen. Dort sieht man keine Kriegsveteranen mit fehlenden Gliedmaßen auf der 5th Avenue betteln und es wird keiner angeschrien, wenn man den Bettlern was gibt (ist mir tatsächlich passiert!). Es war in der Realität nicht annähernd so cool und glamourös, wie es einem die Filme immer weiß machen wollen.
 
Die Vororte von London waren auch total herunter gekommen und mit Sicherheit soziale Brennpunkte. Trotzdem versprüht die Stadt mehr den Charme einer kultivierten Weltstadt. Ich habe noch nie so viele gestylte, individuelle Menschen gesehen, wie in der Tube. Ich liebte es, einfach nur da zu sitzen und die Leute zu beobachten. In New York sahen die Leute auch nicht anders aus, wie in der kleinen deutschen Provinzstadt, in der ich wohne. Eher weniger trendy und weniger gestylt… weniger individuell…
 
Auch essenstechnisch tat ich mich in London als Veganerin leichter, dem Rinderwahn sei gedankt. Es gab überall etwas für mich zu essen und noch dazu in sehr großer Auswahl. Wenn ich noch länger in den Staaten geblieben wäre, hätte ich vermutlich bald an Skorbut gelitten. In New York gab es zwar viele Delis und auch koschere Läden mit Hummus und Falafeln, aber alles doch sehr hochpreisig, trotz des damals sehr günstigen Umrechnungskurses. Ich fand die USA nicht so toll. Immer wenn ich das jemand sage, werde ich schräg angeschaut. Jeder findet doch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten toll. Ich fand es oberflächlich, voll der Verschwendung, zu viel Müll produzierend und nicht sehr gastfreundlich.
 
Vielleicht schaue ich mir irgendwann mal noch Florida an, Las Vegas, oder Kalifornien. Aber in naher Zukunft zieht es mich nicht mehr dort hin. Es muss erst etwas Zeit zum Vergessen ins Land ziehen. Vergessen der 1000 Kontrollen am Flughafen, oder wann immer man etwas besichtigen will. Den Nacktscanner am Flughafen, die unverständlichen Verkäufer, die einen an den eigenen Englischkenntnissen zweifeln lassen und zu guter letzt die Supermärkte, in denen es nur Tiefkühlfertigfraß gibt und wo Obst und Gemüse Fremdwörter sind. Am Flughafen Gatwick wurde ich höflich gefragt, ob man meine Weleda Augentropfen denn bitte untersuchen dürfte. Welch ein angenehmer Unterschied.

Ich mag auch keine Musicals. Mich nervt es, wenn die immer singen. Ist ja wie bei Disney. Nein, ganz und gar nicht mein Ding. Ich mag auch kein Theater und auch keine akrobatischen Vorführungen à la Circ de Soleil. Langweilig. Ich kann nichts dafür, es reist mich einfach nicht vom Hocker. Ich hoffe, dass nie jemand auf die Idee kommt mir Eintrittskarten für sowas zu schenken. Es wäre eine Qual für mich.
 
Vielleicht bin ich keine normale Frau. Ich mag auch keine Blumensträuße. Diese Dinger haben für mich was morbides an sich und ich finde sie gruselig. Ich hasse Clowns oder sonstige Slapstick Vorführungen. Ich mochte schon als Kind Dick & Doof nicht.
 
Die meisten Museen finde ich ebenfalls langweilig. Es sei denn, es handelt sich um Ausstellungen von mindestens 2000 Jahre altem Bauschutt. Alles was neuer ist, ist uninteressant.
 
Allerdings mag ich auch keine Rockkonzerte oder Festivals. Nicht ohne Grund nennen mich meine Freunde oft Adriana Monk. Ich habe einen klitzekleinen Waschzwang und muss immer ein sauberes WC in der Nähe haben. Ich mochte auch schon als Teenager keine Camping Ausflüge oder Open Air Veranstaltungen mit Dixieklos. Ich war schon immer etwas Etepetete. Heute ist mir ein gewisser Komfort wichtiger den je. Eine Flasche Sterilium habe ich immer in der Handtasche, für den Fall, dass mir Leute die Hand schütteln, die ich nicht leiden kann und kein Waschbecken ist in der Nähe. Oder Leute, von denen ich weiss, dass sie es mit der Körperhygiene nicht so genau nehmen.  Aber egal, ob Unsymphaten oder kleine Dreckschweinchen, die eigentlich ganz nett sind, der Ekelfaktor bleibt gleich und ich muss meine Hände immer mit Desinfektionsgel reinigen. Das ist auch der Grund, weshalb meine Hände immer sehr trocken sind. Ich weiß, dass es eine neurotische Störung ist, aber ich kann nichts dagegen tun und vermutlich wäre auch ein Psychologe jahrelang damit beschäftigt, meine Marotten aus zu merzen.
 
Faschingsumzüge sind auch ganz weit oben auf meiner No Go Liste. Jedes Jahr der gleiche Affenzirkus und Tausende rennen hin, stehen sich die Füße in der Kälte platt und werden dann auch noch mit halbvergammelten Fischen beworfen und mit grenzdebilen Liedern beschallt wie „Frau Maier, Frau Maier hat gelbe Unterhosen an, mit roten Mascherln dran“.
 
Mein Gatte zog mich vor kurzem etwas auf und meinte, ich würde doch so gerne Frauenfilme schauen. Es war natürlich ein Scherz. Er weiß sehr wohl, dass ich die Krätze bekomme bei Rosamunde Pilcher oder Nikolas Sparks. Was ich mag und was vielleicht noch als Frauenfilme durchgehen könnte, sind Filme wie „10 Dinge, die ich an Dir hasse“, „ wie werde ich ihn los in 10 Tagen“, „und dann kam Polly“ oder „30 über Nacht“. Ansonsten stehe ich eher auf Paul, Underworld, Blade Trinity, Man in Black 1 und 3, die Glücksritter, das Leben des Brian , die Besucher und Zurück in die Zukunft 1 und 3.
 
Höchstwahrscheinlich bin ich echt abnormal, aber eigentlich lässt es sich damit ganz gut leben.
 
 

trübe Gedanken

Ich bin in meinem Leben schon mehrfach an der falschen Kreuzung abgebogen. Manchmal konnte ich den Weg wieder korrigieren, manchmal endete ich in einer Sackgasse und saß fest, so dass nur noch eine absolute Kehrtwende half.

Früher hatte ich oft falsche Freunde, schlechte Ratgeber auf die ich zu viel hörte, einen komplizierten, anstrengenden und oft sehr nervigen Partner. Heute habe ich einen lieben Partner, die richtigen Freunde. Soweit ist alles gut. Mein Privatleben stimmt. Viele meiner Freunde beneiden mich um mein Leben und sagen, „Du hast doch sonst alles“. Trotzdem stimmt ein Teil ganz und gar nicht.

Manchmal fühle ich mich, als ob mich das Mutterschiff hier zu Erkundungszwecken abgesetzt und mich dann vergessen hätte. Sie holen mich nicht mehr ab.

Ist es die Suche nach dem Sinn und Zweck, oder einfach nur die Erkenntnis, dass dieses Leben nicht so ist, wie es sein sollte. Etwas stimmt nicht. Ich bin wieder falsch abgebogen, aber ich weiß nicht, in welche Richtung ich gehen muss. Ich habe mich total verfranzt und finde im Moment keinen Ausweg.

Bin mit  mir selbst nicht im Reinen, als ob ich einen Zerrspiegel hätte, der mir Trugbilder vorgaukelt, die nicht die Realität sind.

Ich mache schon wieder etwas, von dem ich ganz sicher weiss, dass es mich nie und nimmer glücklich machen wird, aber ich weiss nicht, wie ich es ändern kann.

Ich bin einfach nur „so tired“, wie schon der gute alte Ozzy sang… manchmal würde ich mich gerne einfach in ein Loch verkriechen und nimmer heraus kommen… aber ich muss heraus kommen und nach Vorne schauen und hoffen.  Und doch fühle ich mich oft so alleine. Feeling lonely in your company heißt es in einem aktuellen Song und so ist es auch bei mir manchmal. Gerade in Gesellschaft fühle ich manchmal am Einsamsten. Stimmt mit mir irgendwas nicht? Bin ich schon so fortgeschritten depressiv, dass ich das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen kann?  Schon nach so kurzer Zeit bin ich so depprimiert.

Ich weiß nur, dass ich mit diesem Teil meines Lebens absolut nicht glücklich bin und an ganz dunklen Tagen kann ich Kurt Cobain echt gut verstehen.

Was mich so umtreibt

Oftmals beten Menschen zu einem Gott und begehen in dessen Namen Taten, die damit gerechtfertigt werden, dass eben dieser Gott dies so gewünscht hätte.

Egal von welcher „Weltreligion“ wir auch sprechen mögen. Alle diese Religionen sind patriarchalisch geprägt und unterdrücken Frauen. Egal in welcher Art. Keine dieser Religionen ehrt das Weibliche.

Ganz anders waren da frühe Kulturen, die entweder matriarchalisch geprägt waren, oder aber – was natürlich besser ist – eine Weltanschauung vertraten, in der beide Geschlechter gleich gut angesehen waren und geehrt wurden.

Nur langsam besinnt man sich wieder darauf zurück und die alten Naturreligionen leben wieder auf.

Ich wurde von klein auf von der christlichen Lehre indoktriniert und früher glaubte ich auch an das Eingetrichterte. Doch mit zunehmendem Alter kamen Zweifel in mir auf und ich stellte Fragen, die mir keiner beantworten konnte. Warum hat dieser Gott des alten Testaments Sodom und Gomorra vernichtet? Nur weil die Leute gerne feierten? Was ist so schlimm daran? Warum wurde Isaak gerettet, bevor Abraham ihn geopfert hat, aber die Frauen in den Geschichten nicht? Die wurden geschändet, gequält und getötet, das war schlicht weg egal. Die Bibel wimmelt von schier unglaublichen Horrorstories und wer einmal „der Gotteswahn“ von Richard Dawkins gelesen hat, wird fassungslos feststellen, dass die von ihm erwähnten Passagen tatsächlich so in der Bibel stehen.

Welcher Gott erwartet von den Menschen, dass sie keinen Alkohol trinken dürfen, dass sie zu bestimmten Zeiten nur nachts essen und trinken dürfen, dass sie keinen Sex vor der Ehe haben dürfen und in der Ehe nur zum Zwecke der Vermehrung, aber niemals zum Spaß. Welcher Gott möchte, dass für seine Schützlinge an bestimmten Tagen bestimmte Dinge verboten sind und dass sie in die Hölle kommen, wenn sie es trotzdem tun?

Jeglicher Spaß ist auf Erden verboten, dafür winkt das Himmelreich im Jenseits. Wer im Diesseits gut lebt, der muss mit ewiger Verdammnis rechnen.

Natürlich heißt „gut leben“ nicht, dass man auf Kosten anderer lebt. Eine humanistische Lebensweise ist unabhängig von einer Religion, sondern eine Charakterfrage.

Ich glaube nicht, dass einen danach simpel die Würmer fressen, aber ich glaube sicher auch nicht an einen Gott, der einen bestraft, wenn man bestimmte Regeln nicht einhält. Oder seinen Sohn schickt, der solchen Perfektionismus vorlebt, dass alleine der Gedanke an eine Sünde schon eine Sünde ist. Menschen sind nun mal fehlbar und nicht perfekt. Kein Sterblicher kann solch hohe Ideale verwirklichen. Jeder, der es versucht, ist von vorneherein zum Scheitern verdammt, womit wir wieder im Fegefeuer landen.

Der Buddhismus ist an sich eine recht friedfertige Religion und es werden keine Kriege im Namen Buddhas geführt. Doch auch hier gibt es viele Regeln und Vorschriften, die  wie im Christentum fast Übermenschliches verlangen. Muss man wirklich erleuchtet oder erlöst werden? Wie viele Reinkarnationen muss man durchleben, bis man sich im Nirvana, also im Nichts auflöst? Will man sich wirklich für alle Zeiten in Nichts auflösen?

Ist Gott wirklich ein Wesen, das den Genozid  Andersdenkender fordert?

Wer kann wirklich beweisen, dass seine Religion die einzig Wahre ist? Können die Kreationisten schwarz auf weiß belegen, dass ihr Gott die Erde genauso erschuf, wie es Wort für Wort  in der Genesis steht und damit Darwins Theorien eindeutig widerlegen? Wohl kaum.

Natürlich kann auch ich nicht beweisen, dass meine Göttin ein rosa Einhorn ist, dass sich nach Belieben unsichtbar machen kann, aber es kann auch keiner beweisen, dass es nicht so ist.

Der Streit wer recht hat, wird wahrscheinlich fort bestehen, solange es Menschen gibt. Ich habe mich jedoch Richard Dawkins angeschlossen, in dem er sagte „früher glaubte man an Wotan, Zeuss, Osiris, Isis, Poseidon, Odin, Apolo etc und ich bin Euch eben einfach nur einen weiteren Gott voraus, an den nicht mehr geglaubt wird“.

Es lebe das gutmütige, anmutige Rosa Einhorn, das nichts weiter verlangt, als das man tut was immer man will, solange man dabei niemand schadet – keinem Lebewesen! Für jeden wird das Wirklichkeit, woran er glaubt. Somit werde ich  mich einmal in einem Himmel voller Einhörner und Katzen wiederfinden, wo alles harmonisch und friedlich ist und jeder das tun kann un das glauben kann was ihm gefällt, ohne dafür geächtet, diskriminiert oder verfolgt zu werden, nur weil er „anders“ denkt.

 

 

Wichtiges

Ich bin eine missionarisch veranlagte militante Tierschützerin und zu dem noch fundamentalistische Anhängerin des rosa Einhorns und jeder, der nicht genau so lebt wie ich, wird von mir permanent als Mörder und Tierschänder beschimpft. Fleischfresser gehen schon mal überhaupt und gar nicht! Dieses Gesindel will ich nicht in meinem Umfeld haben.

Da kenne ich keine Gnade. Aus diesem Grund lebe ich auch mit einem Vegetarier und 3 eingefleischten (höhö) Karnivoren zusammen.

Ich sage allen Leuten  ständig, wie falsch sie sich verhalten und ich bin auch sonst für meine Intoleranz bekannt.

Na wartet, wenn ich erst die Weltherrschaft an mich gerissen habe, die ich schon so lange anstrebe (the pinky, the pinky and the brain, brain, brain…) dann werde ich mein militantes Regime aufbauen hehehe…

Ok, Sarkasmus off, aber ja, ich versuche schon,  zumindest aufzuklären und vielleicht missioniere ich auch ein bissle. Ich mach das nicht, um jedem meine Meinung aufzuzwängen und die Menschen in meinem Umfeld missionieren zu wollen oder mich gar als Gutmenschen dar zu stellen,  sondern ich mache das, weil diejenigen, die es betrifft sich nicht wehren können. Sie können keine Emails verschicken, sie können sich nicht selber helfen. Sie können sich nicht  zusammenschließen wie Menschen und einen Aufstand anzetteln, oder einen Streik, der auf ihre Missstände hin weißt. Sie können nichts gegen ihr Schicksal tun, wenn es keine Menschen gibt, die ihnen helfen.

Es gibt keine Lobby für Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe, Gänse, Enten, Pferde, Esel, Fische, Hühner, Fasane, Rehe, Füchse, Wildscheine, Schleichkatzen, Affen, Hasen, Kaninchen oder Hunde, Katzen, Vögel und was noch so ausgebeutet und misshandelt wird. Was in einem Land bäh ist, ist im anderen eine Delikatesse. Je nach Kulturkreis, Religion und Gesellschaft.

Ich habe noch nie zu jemand gesagt „hey, ich finde es voll scheiße von Dir, dass Du Fleisch isst, also ich finde, das ist echt eine Provokation“. Natürlich finde ich persönlich Fleischkonsum nicht gut, das ist ja selbsterklärend, aber ich saß garantiert noch nie mit Omnivoren am Tisch und habe gesagt „also das finde ich jetzt voll daneben“. Ich „grille“ auch mit Omnivoren. Ok, ich lege mein Gemüse nicht auf den Grill, weil es für mich zu „kontaminiert“ ist und esse dann nur Salat – grillen kann man das meinerseits nicht nennen, aber ich habe noch nie ein Sterbenswörtchen darüber verloren, dass Leute bei uns im Garten Fleisch gegrillt haben.

Es ist ja auch nicht wirklich so, dass ich täglich irgendwelche Hetzkampagnen gegen Omnivoren verschicken würde. Wenn man sich von einem Youtube Video über einen schnurrenden Ochsen und einer Kampgagne gegen die Käfighaltung von Schleichkatzen angegriffen fühlt, dann tut es mir echt leid, aber selber schuld. Wenn mich das zur militanten Missionarin macht, dann ist das eben so.

Ich werde auch zukünftig meinen Mund nicht halten. Ich muss mich ab und zu dazu äußern. Nicht für mich und weil ich meine Meinung für das Nonplusultra halte oder weil ich mich selber für so supertoll und wichtig halte, sondern um denen, eine Stimme zu geben, die nicht reden können – zumindest nicht so, dass es Menschen verstehen können. Reden können sie schon auf ihre Art, nur finden sie leider kein Gehör.

Ich werde also auch weiterhin ab und zu über Missstände informieren, oder Youtube Videos von niedlichen Nutztieren verschicken und über Dinge berichten, wie die Milch-Lüge etc. Was jeder für sich daraus macht kann jeder halten wie er will. Das muss nicht jeder interessant und toll finden. Ich kette niemand vor den PC und zwinge ihn zum lesen.

Vielleicht regt es die/den eine/n oder andere/n aber zum nachdenken an. Darüber, ob man es wirklich reinen Gewissens verantworten kann, dass man fühlende  Mitgeschöpfe für sich leiden und töten lässt.

Versprechen an mich selber

Ich muss das tun, was mich glücklich macht und was mich nicht glücklich macht aus meinem Leben eliminieren, oder wie Nelly Furtado schon sang „`cause this life is too short“ und was „die Leute“ sagen ist egal, denn schon nächste Woche treiben sie eine andere „Sau“ durch`s Dorf mit ihren Mistgabeln…