Also auf Milch und Käse könnte ich nie verzichten Part 1580 mindestens!

Heute musste ich an einem Mittagessen teilnehmen. Die Hälfte der anwesenden Leute sind eingefleischte Fleischesser.

Ich schaufelte Kartoffeln und Spargel auf meinen Teller und setzte mich an den Tisch. Alle Augenpaare auf meinen Teller.

Dann kamen die immer gleichen Bemerkungen „also so etwas weniger Fleisch, das geht ja noch, aber ohne Käse, Eier und Milch, also das geht doch nicht“. Ich lasse mich schon lange auf keinerlei Diskussion dazu ein, weil es sinnlos ist. Es ging ungefähr 30 Minuten so, weiter „ja, also das ist schon extrem“ und „Ihr Mann muss da ja dann gezwungener Maßen mitmachen“. Nein, er ist ein frei denkender Mensch und kann seine Entscheidungen selber treffen!

Eine sagte „ich habe am Wochenende vegane Gäste zu Besuch. Da mache ich auch Spargel und die Soße mache ich wie immer. Die sind doch selber schuld, wenn die das nicht essen“.  Zustimmendes Lachen am ganzen Tisch, mir gefroren die Mundwinkel ein und ich kann meine Gesichtszüge kaum vor dem Entgleisen bewahren. Die Andere sagte „sagen Sie doch einfach die wäre vegan, das merken die doch eh nicht“.

The Craft

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So wie es dem Licht egal ist, ob es einen Palast beleuchtet, oder eine Baracke, so ist es mit der Kraft unserer Gedanken. Das was wir denken, ist dann unsere Realität – im Guten wie im Schlechten. Das ist irgendwie einleuchtend, trotzdem glaube ich seit beinahe zwei Wochen nicht mehr so ganz daran. Meine beste Freundin hatte Krebs. Sie war so felsenfest davon überzeugt, wieder gesund zu werden. Sie war voller Urvertrauen, dass ihre Selbstheilungskräfte sie heilen können. Dennoch starb sie.

Also funktioniert das „dem der glaubt wird nichts unmöglich sein“ offensichtlich nicht und unser Geist kann doch nicht alles erreichen. Was jetzt mit all den Religionen, Gurus, Selbsthilfetrainer und und und. Was nun? Was wenn das alles nicht funktioniert, egal wie fest wir an etwas glauben und wie unerschütterlich und ohne Zweifel wir unsere Gedanken auf unsere Ziele konzentrieren? Was wenn die Einhornkarten, die ich jeden Tag ziehe mich verarschen und die Einhörner nichts anderes als Hallodris sind, die sich einen Ast über mich lachen?

Man kann

Manchmal denkt man, bestimmte Aufgaben im Leben kann man nicht, aber man kann auch das Schlimmste überstehen. Man kann einem geliebten Menschen zusehen, wie er stirbt. Man bringt es fertig, dabei zu sein und zu sehen, wie der Körper langsam aber sicher seine Tätigkeit einstellt.

Ich habe innerhalb eines Jahres zwei sehr geliebten Menschen dabei zugesehen, wie sie starben. War bei ihnen, bis sie aufhörten zu atmen. Das war wichtig. Ich wollte das so! Ich wollte es mit erleben.

Es ist – so schrecklich es auch ist, geliebte Wesen gehen lassen zu müssen –  auch ein Privileg. Ich bin dankbar dafür, dass ich bis zum Schluss bei ihnen sein durfte und erleben durfte, wie sie diese Welt verlassen haben.

Natürlich ist es furchtbar Menschen die man so lieb hat gehen lassen zu müssen und man fühlt sich hilflos, doch gleichzeitig lässt es einen erkennen, wie kostbar das Leben ist und wie einzigartig jeder Augenblick mit den geliebten Menschen war und diese Erinnerungen hat man für immer im Herzen gespeichert.

Sie sind nur voraus gegangen und wenn meine Zeit hier abgelaufen ist, werde ich nachkommen und sie werden mich abholen. Oder wie meine beste Freundin es sagte „ich will jetzt heim“. Heim ist der exakt passendste Ausdruck für den Ort, wo wir alle irgendwann hin gehen. Heim in unser wahres Zuhause, dort wo wir wieder ganz sind.

Vegan ist ja soooo ungesund

Grundsätzlich ist es so, dass jede Ernährungsform einseitig sein kann, wenn man sich nicht richtig informiert.

Man kann sich natürlich – zumindest eine zeitlang – von nach deutschem  Reinheitsgebot gebrautem Bier (Guinness ist z.B. oft nicht vegan, weil mit der sogenannten Hausenblase geklärt) und gesalzenen Erdnüssen ernähren. Das wäre vegan, aber sicher keine ausgewogene Ernährung und Mangelerscheinungen wären hier garantiert vorprogrammiert.

Selbstverständlich gibt es Veganer, die sich nicht ganz so ausgewogen ernähren. Genauso wie bei Omnivoren. Nur interessiert sich bei Omnivoren niemand dafür, ob sich jemand größtenteils von Burger, Pommes und Cola ernährt. Wenn das aber ein Veganer macht, wird sofort mit dem Finger drauf gezeigt „das ist ja sooooo ungesund“.

Es gibt zig Millionen Menschen auf der Welt, die sich hauptsächlich von Fertigprodukten ernähren und oftmals überhaupt nicht wissen, wie man frische Nahrungsmittel zubereitet. Das ist aber toleriert, weil ja die Welt so hektisch geworden ist. Die Menschen müssen ja schnelles Essen zu bereiten jaja, so ist das. Aber wehe ein Veganer ernährt sich ausschließlich von Fleischersatzprodukten, die schnell in der Micro fertig werden. Dann schön mit dem Zeigefinger drauf gezeigt.

Wenn eine vegane Mutter ihrem Kind jeden Tag liebevoll ein Lunchpaket für Kindergarten oder Schule mitgibt, dann wird das Kind kritisch beäugt und wehe es hat mal einen Schnupfen. Ganz zu schweigen von den Werten, die vegane Eltern ihren Kindern vermitteln. Tztztztz, ganz schlimm. Wenn aber Kinder aus sozial kritischen Verhältnissen mehr als fragwürdig ernährt und erzogen werden, dann ist das halt so und kein Hahn kräht danach. Ebenso wenig, wie es interessiert, wenn Kinder streng gläubig indoktriniert werden. Das ist dann halt pragmatisch so und „das gute Recht der Eltern“. Aber wehe wehe die Veganer vermitteln ihren Kindern dass man andere Lebewesen zu respektieren hat.