



Persönlicher Blog





Was macht jeden von uns aus? Ist es die Summe unseres Charakters, unsere Eigenart, unsere Talente, unsere Schattenseiten, unsere Schwächen?
Es ist auf jeden Fall nicht das, was wir beruflich tun, wieviel Geld wir auf unserem Konto haben und wie oft wir in Urlaub fahren.












Ich habe noch nie zuvor so viele geniale Wolkenformationen hintereinander gesehen, wie in den letzten 5 Wochen. Das ist doch kein Zufall mehr. Die nachfolgenden Bilder auch nicht:


Die Amsel am Grab meiner Katzenkinder. Egal ob in der heißen Sonne, oder im Regen während eines Gewitters.
seit ungelogen 2 Monaten höre ich jeden Abend zur etwa gleichen Zeit, wie ein Kind (ich hoffe es zumindest, dass es sich um ein Kind handelt, bei einer erwachsenen Person würde ich es noch befremdlicher finden) in der näheren Umgebung Laute von sich gibt, die dem Nachahmen einer Eule ähneln. Es ist ein kurzer Ton, der ungefähr wie „Uuuuuhhhh“ klingt.
Warum macht das Kind das jeden Tag? Will es eine Eule anlocken? Hat es zu viel Harry Potter geschaut und will nun eine Eule als Haustier?
Ich weiss nicht genau, wo das Geräusch her kommt. Irgendwo in einem Radius von 100 Metern würde ich den Ursprung des seltsamen Geräusches vermuten.
Was ist der Grund, weshalb das Kind über einen längeren Zeitraum Tag für Tag diese Laute von sich gibt? Wird sich dieses Rätsel jemals lösen? Vielleicht sollte ich mich auch mal für ne halbe Stunde auf die Straße stellen und „Uuuuuhhh“ rufen. Ich fürchte jedoch, dass ich dann zeitnah von beruhigend auf mich einredenden Herrschaften abgeholt werden würde, die mir eine weisse Jacke „schenken“.
Der derzeitige Dalai Lama sagte einmal:
„Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden.
Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden.
Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet,
ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.“
Ich möchte dieses Zitat erweitern:
„Menschen und Tiere (und zwar alle Tiere) wurden erschaffen um geliebt zu werden.
Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden.
Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet,
ist weil Dinge geliebt werden und Menschen und Tiere benutzt werden.“
Mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein „beliebig einsetzbares Ding“. Mein „beliebig einsetzbares Ding“ hat mich eine schöne Stange Geld gekostet, aber ich kann es mir ja leisten. Das habe ich mir alles verdient. Ich will ich will ich will ich will… Dinge Dinge Dinge Dinge Dinge. Dafür arbeite ich bis zum umfallen. Dafür kann ich mir auch was „gönnen“. Ich brauche teures Zeug um mich zu definieren, um die Leere in mir zu füllen mit Krims und Krams. Ich muss kaufen kaufen kaufen. Ich konsumiere also bin ich. Ich brauche immer mehr und mehr und mehr, denn die Leere in mir wird mit jedem Ding größer. Ein noch größerer Fernseher wird die Wunden meiner Seele nicht heilen, ein zweites oder drittes oder viertes Auto nicht die nagende Gier in mir stillen. Der teure Schmuck wird mich nicht schöner machen. Das zweite, dritte, vierte oder fünfte Haus wird nicht meinen Neid besänftigen. Meine Yacht wird nicht mein Herz wärmen. Meine Uhren werden mir nicht mehr Lebenszeit geben.
Wenn unsere Lebensspanne abgelaufen ist, werden wir nichts Materielles mitnehmen. Es wird kein Gevatter Tod GmbH Umzugsdienst kommen und das Gerümpel aufladen. Vielleicht wird sich dann der Eine oder die Andere wünschen, er oder sie hätte mehr Liebe angehäuft, denn ich bin mir sicher, dass man Liebe mitnimmt.
Meine älteste Katzen-Tochter starb vor 4,5 Wochen im Alter von 17 Jahren. Wir haben uns bewusst gegen eine Euthanasie entschieden. Sie hatte keine Schmerzen und sie schlüpfte friedlich aus ihrem Körper.
Ich sehe Euthanasie differenziert. „Erlösen“ wir wirklich das Tier von Schmerzen und Qualen, oder eher uns Menschen, weil wir es nicht sehen können oder wollen, dass unser ehemals agiles Tier nicht mehr durch`s Haus springt wie ein junges Reh? Leiden nicht eher die Menschen? Ist es einfacher, ein Tier vermeintlich aus Liebe töten zu lassen, anstatt es auf seinem letzten Weg zu begleiten, bis seine natürliche Zeit gekommen ist?
Ich habe vor vielen Jahren meinen Kater Walter auf anraten der damaligen Tierärztin einschläfern lassen. Er hatte FIV und zu diesem Zeitpunkt dachte man, wie bei HIV auch, dass das auf jeden Fall ein Todesurteil wäre. Heute weiss man es besser, aber damals sagte mir die Tierärztin, dass ich ihn von seinem Leiden erlösen solle. Er kämpfte stark gegen den künstlich herbeigeführten Tod an und das mit anzusehen, geht mir noch heute nach. Es fühlte sich falsch an. Seine Zeit war noch nicht gekommen.
Als man dann kurz darauf herausfand, dass FIV Katzen noch lange leben können fühlte ich mich wie seine Mörderin. Ich hatte der Tierärztin vertraut. Sie hatte auch nach bestem Wissen gehandelt. Dennoch war es falsch. So unendlich falsch. Mein Bauchgefühl sagte mir das damals auch. Ich hätte darauf hören sollen. Zur Strafe werde ich nie seinen Blick vergessen, als er starb. Das war kein friedliches einschlafen. Es war ein Todeskampf. Furchtbar und schrecklich.
Tieren kann man – wie Menschen auch – die letzte Phase ihres Lebens mit Schmerzmitteln erleichtern. Betagte Menschen schläfert man auch nicht ein.
Viele Menschen werden das jetzt sicher nicht verstehen. Ja, es war schlimm MissC sterben zu sehen. Es gab viele Stunden, wo sie nur noch döste und schon mehr in der anderen Welt war wie hier und es zerriss mir das Herz zu wissen, dass sie bald nicht mehr da sein wird. Ich passte mich ihrem Sterbeprozess an. Sie wollte die Tage vor ihrem Tod nur noch auf dem Boden liegen, also legte ich mich ebenfalls Tag und Nacht zu ihr auf den Boden. Ich brachte ihr Essen und Trinken, wenn ich das Gefühl hatte, sie will was. Ich glaube, sie hat nur mir zuliebe gegessen und getrunken, damit ich nicht das Gefühl hatte, ich würde sie verhungern lassen. An ihrem letzten Tag schob sie alle Näpfe mit den Pfoten von sich und schüttelte deutlich den Kopf. Ich zwängte ihr nichts mehr auf. Es war Zeit, das spürten wir alle im Haus nur zu deutlich. Wir legten sie ins Bett zwischen uns und streichelten und küssten sie den ganzen Tag über immer wieder, während sie meistens döste. Als dann ihre letzten Minuten gekommen war, schnurrte sie nochmals ganz leise, dann strampelte sie mit den Beinen, als wolle sie ihren Körper abstreifen und machte drei „große Schnaufer“, sah mich nochmal ganz genau an und dann hörte sie auf zu atmen.
Die letzten Stunden waren schön und grausam zugleich. Schön, sie noch zu spüren, sie streicheln und küssen zu können und grausam, weil wir wussten, dass es die letzten Male sein würde. Wir kosteten jede Minute aus, rochen an ihrem Köpfchen um uns ihren Duft und ihr seidiges, wundervolles Fell einzuprägen. MissC ging friedlich aus ihrem Körper . Es fühlte sich richtig an, wie wir es gemacht hatten. Die Tierärztin hatte uns schon zwei Wochen zuvor zur Euthanasie geraten. Wenn wir das getan hätten, hätten wir so viel wertvolle Zeit verloren und MissC und uns diese Zeit genommen. Natürlich kostet es sehr viel Kraft, sein geliebtes Kind (und das ist sie für uns) gehen zu lassen, egal auf welche Art, aber sie natürlich und ohne Zwang gehen zu lassen, fühlte sich einfach um so vieles besser an.

Letzte Woche zoffte ich mich mit einer Freundin und zwar so richtig. Ich war sauer: So sauer wie selten und ich ließ meine Wut raus! Alles was sich aufgestaut hatte, kam in großen Schleusen heraus. Es war sozusagen mein ureigener kleiner Wut-Zunami.
Die Freundin hatte die falsche Zeit bei mir erwischt. Der aussergewöhnliche Vollmond und noch ein paar Faktoren begünstigten meinen Wutausbruch.
Und was geschah? Sie entschuldigte sich und verstand, was in mir vor sich ging. Danach war alles wieder gut. Es war wie ein reinigendes Gewitter Kennt Ihr es, wenn nach einem starken Regenguss alles wieder frisch ist? So fühlte ich mich, nachdem alles wieder geklärt war und wir uns versöhnt hatten.
Manchmal muss einfach raus, was raus muss. In sich reinfressen ist nicht gut und immer alles herunterschlucken ist blöd, weil dann auch die anderen nicht wissen, was in mir vor sich geht.
Genauso, wie man öfter mal die innere Sau rauslassen muss, ist es absolut empfehlenswert ab und an mal Tacheles zu reden, Grenzen zu setzen und seine Meinung deutlich zum Ausdruck zu bringen!
Speziell wir Frauen neigen zur Harmoniesucht und ich im Besonderen bin da ein ganz ausgeprägtes Exemplar. Harmonie ist mir sehr wichtig und ich denke oft „ach lass gut sein, das ist es nicht wert, ein Fass aufzumachen“. Das geht eben so lange gut, bis mein „inneres Fass“ überläuft. Wenn der Korken platzt ist es zu spät, dann ist jegliche Harmonie dahin und das ist auch gut so. Manchmal muss man so leben, wie Madonna es schon vor Jahrzehnten besang: „EXPRESS YOURSELF“. Sich ausdrücken! Mit Worten, mit Gesten, mit allem SEIN. Dazu gehört es auch, gelegentlich eine gereizte Zicke zu sein, die eben doch ein Fass aufmacht.

Dieses Bild habe ich heute mit dem Handy aus dem fahrenden Auto heraus gemacht (als Beifahrerin).
Es ist verwackelt und währe eigentlich „Ausschuss“. Ich habe es jedoch nicht gelöscht. Es erinnert mich an mein Leben – so wie es im Moment in mir ausschaut. Ich habe keine klare Sicht, alles ist verschwommen. Ich weiss nicht, wie es weitergehen soll. Alles ist im Zwielicht mit vielen dunklen Schatten, aber auch ein paar helle Lichtblicke und sogar winzige Flecken heiterer Himmel. Schatten und Licht halten die Waage. Hinten am Horizont wird es heller – wird das auch in meinem Leben so sein?
Gross angekündigt als das Ereignis, das so schnell nicht wieder kommen wird. Schön war er, der orangene Mond!

