Wenn die Kinder krank sind

IMG_0390Unser Puschelchen Muffin hat einen entzündeten Zahn und ich habe ihn heute morgen in die Tierarztpraxis gebracht. Heute Abend um 16:45 Uhr darf ich ihn endlich wieder abholen.

Seit unser Merlin letztes Jahr urplötzlich und ohne Vorwarnung in exakt dieser Praxis an einer unentdeckten HCM starb, bin ich voll die Hellikopterkatzenmutter. Ich habe schon wieder Panik. Ich mach drei Kreuze, wenn der kleine Schatz wohlbehalten Zuhause ist und nichts Schlimmes festgestellt werden konnte.

Wir haben den kleinen Schnuckel zwar erst ein halbes Jahr bei uns, aber er ist nicht mehr weg zu denken. Er ist ein „Mamakind“ und es ist seltsam, wenn er nicht hier ist und mich auf Schritt und Tritt verfolgt und sich an mich schmiegt. Mein süsser kleiner drolliger Sohnemann. Er war von Anfang an zu uns gehörend. Schon als wir ihn vom Flughafen abgeholt haben. Keine zwei Minuten im Auto, schleckte er schon meine Finger ab und legte sein Köpfchen vertrauensvoll in meine Hand. Ich liebe dieses orange-weisse Katerchen.

Warum sieht die dann so viel jünger aus?

Letzte Woche hatte ich ein lustiges Erlebnis. Wir sassen in einer größeren Runde und Person X sagte „Wenn man so jung ist, wie die Margit, dann betrifft einen so ein Thema noch nicht“ (es ging um den Ruhestand). Ich sah Person X entgeistert an und sagte „Wir sind doch fast gleich alt“. Person Y ergänzte „Margit ist älter als Du“. Wir stellten fest, dass ich tatsächlich 2 Jahre und drei Monate älter bin als Person X. Person X war fassungslos und äußerte den Satz, den ich in der Überschrift geschrieben habe. Ich war in Versuchung zu antworten „weil ich Veganerin bin“. Ich unterließ es und das war auch besser so, weil es so nicht stimmt. Vielleicht beeinflusst es mein Aussehen, aber ich tue auch viel für meine Haut mit Kosmetik, das meiden der direkten Sonne und ich war noch nie in meinem Leben in einem Solarium und werde es auch nie betreten. Und ich habe das, was die Stars gerne von sich geben, nämlich „gute Gene“. Meine Mutter hat mit ihren 87 Jahren tatsächlich noch eine relativ faltenfreie Haut und mein Papa war bis er starb groß und schlank. Ich habe das Aussehen von meinem Vater geerbt und die gute Haut von meiner Mutter. Mein ältester Bruder ist über 60 und hat keinerlei grauen Haare. Das ist alles genetisch bedingt. Dafür färbe ich meine Haare schon seit ich Anfang 30 bin, weil die grauen Borsten schon sehr früh wuchsen.

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Klar, es kann dazu beitragen, dass man gesünder ist und frischer ausschaut, wenn man vegan lebt, weil man sich meistens (ganz sicher nicht immer) mehr mit der Nahrung auseinandersetzt, die man zu sich nimmt. Wir essen viel bio und kochen jeden Abend frisch. Wir essen selten Convenience Food und auch Süssigkeiten sind Mangelware. Gänzlich verbannen tun wir sie aber nicht. Ab und zu gibt es Schokolade und Eis und auch Alkohol. Wir schlafen auch nicht immer genug und ich bin ein absoluter Sport Muffel. Ich bin vermutlich einer der unsportlichsten Menschen der Welt. Ich habe aber noch keine Sportart (ausser tanzen) gefunden, die mir Spass macht.

Ich kenne Veganer, die haben 1 zu 1 ihre früheren Essgewohnheiten beibehalten. Nur sind die Nürnberger Rostbratwürste inzwischen aus Seitan. Dünn sind sie nicht und sie sehen auch nicht sehr gesund aus. Ich kenne eine Veganerin, die ist jedoch so dünn, dass ich sie am liebsten füttern würde, jedesmal wenn ich sie sehe. Dünne Ärmchen und Beinchen, wie bei einem Insekt. Gesund ist das bestimmt auch nicht wirklich. Das ist aber auch nicht die Intention. Alle Veganer, die ich kenne (bis auf ganz wenige Ausnahmen) sind aus ethischen Gründen vegan geworden. Nicht weil sie schöner, gesünder oder dünner sein wollten, sondern weil sie nicht mehr für das Leid der Tiere mit verantwortlich sein wollten. Weil ihnen klar war, dass sie für das Kückenschreddern, dem Wegsperren der Kälbchen in Iglus und letztendlich dem frühen Schlachten der männlichen Kälber, der grausamen Haltungsbedingungen und der Ausbeutung mit verantwortlich sind, durch ihren Konsum.

Vegan macht einen nicht unbedingt schöner, schlanker, gesünder. Mir hat es jedoch meinen Seelenfrieden ein Stück weit zurück gebracht. Ich bin nicht mehr mit verantwortlich für all das Leid. Ich bin aus dem System Tierausbeutung und Tötung raus, soweit ich es vermeiden kann. Ganz vermeiden werde ich es nicht können, solange ich nicht Selbstversorger bin. Auch bei der Ernte werden Tiere unbeabsichtigt getötet. Zwar gibt es immer mehr Einsätze von Drohnen, die das deutlich verringern, aber ganz vermeiden kann man es nicht. Ich habe auch schon nachts im Dunkeln eine Weinbergschnecke zertreten, was mir unendlich leid tat und ich habe einmal einen Vogel überfahren. Ich hatte das nichtmal bemerkt. Erst als die Nachbarskatzen an meinem Kühlergrill die Reste rausholten, bemerkte ich es. Auch das tat mir sehr leid. Es macht aber einen Riesen Unterschied, ob es sich um einen Unfall handelt, oder ob man Tieren mit Absicht lange Zeit vor Ablauf ihrer natürlichen Lebensspanne das Leben nimmt.

Die Menschheit hat noch immer nicht begriffen, dass wir die Hüter des Planeten sein sollten und nicht die Zerstörer. Wir sind für unsere Tiergeschwister verantwortlich und wir sollten dafür sorgen, dass ihnen kein Leid geschieht. So wie die Bishnoi es vorleben. Sie haben verstanden, wozu wir hier auf diesem Planeten sind. Wenn wir alle wie die Bishnoi leben würden, wäre die Erde das Paradies. Ich glaube ja noch immer, dass der Sündenfall nicht das Essen eines Apfels war, sondern das absichtliche Töten eines Tieres.

Wie man es sich mit mir so richtig verscherzen kann

Es gibt ein paar Leute aus meiner Vergangenheit, die sind einen Schritt zu weit gegangen. Ich habe sie nicht offiziell, aber inoffiziell aus meiner Bekanntenliste verbannt. Ich rede noch mit ihnen, ich grüße sie. Ich gehe normal mit ihnen um, wenn ich sie treffe, doch tief in meinem Innern haben sie es sich mit mir verscherzt, für alle Zeiten.

Die eine ass einen Lammknochen, erstickte fast daran und jammerte mich damit voll. Ausgerechnet mich! Sie wollte von MIR bemitleidet werden.

Die andere modelte für einen Hersteller für ein Prospekt für Labortiere. Sie war auf dem Cover des Magazins, wo Produkte für Labortiere beworben wurden. Sie war mit einem weissen Kittel bekleidet, wie ein Arzt und pries lächelnd das Produkt an. Labortiere! Geht echt gar nicht!

Eine weitere erzählte MIR, dass sie eine Maus in ihrer Garage erschlagen hat, weil sie solche Angst vor der Maus hatte. Ebenso, wie eine Taube, die sich ebenfalls in diese Garage verirrt hatte. Gehts noch? Normale Menschen hätten die Garage einfach offen gelassen, bis sich die Tiere selbst wieder daraus heraus begeben hätten. Ich selbst habe wirklich panische Angst vor Spinnen, aber mir käme niemals in den Sinn, eine zu töten. Warum auch, die arme Spinne kann ja nichts für meine Phobie. Genauso wenig konnte die Maus und die Taube etwas für die Panik der Bekannten, trotzdem mussten sie es mit ihrem Leben bezahlen, zur falschen Zeit in der falschen Garage gewesen zu sein. Wo wäre das Problem gewesen, sie mit etwas Futter dort weg zu locken, das Tor zu schließen und gut wäre es gewesen. Wer es fertig bringt, ein Lebewesen mit einem Besenstil zu erschlagen, der hat in meinem Leben nichts mehr verloren.

Es gibt noch ein paar andere Möglichkeiten, es sich auf alle Zeiten mit mir zu verderben, aber der sicherste Weg ist, ein Tier zu quälen und zu töten, oder Werbung dafür zu machen!

Allein unter Omnis

Ein wachsender Teil meiner Familie, sowie ein großer Teil meiner Freunde lebt inzwischen vegan oder vegetarisch. Somit bin ich nicht mehr allein auf weiter Flur, wie vor 10 Jahren, als ich Veganerin wurde, oder wie 1994, als ich Vegetarierin wurde. Damals war ich eine absolute Ausnahme im ländlichen Raum und meinem damaligen Bekanntenkreis.

Kürzlich war ich jedoch auf einer Veranstaltung, wo ich wieder alleine war und mich auch genau so fühlte. Sie redeten den halben Abend über Hühnerbrühe, das Ausnehmen von Hühnern, darüber dass man auf Milch und Käse doch unmöglich verzichten könne und ohne Fleischbrühe keinen richtigen „Geschmack“ hin bekäme. Ohne Eier, Milch und Sahne könne man doch keinen essbaren Kuchen backen und wie lecker Fleisch und Fisch doch ist. Dann könne man ja gar nichts mehr essen, wenn man auf all das verzichtet. Ich wartete vergeblich auf „Woher bekommt Ihr Euer Protein?“. Es hätte mein Bullshitbingo vervollständigt. Ich wurde immer stiller. Mir war es zu blöd irgendwas darauf zu sagen. Ich bin es auch leid. Wenn die Leute den Schuss noch immer nicht gehört haben, werden sie ihn vermutlich auch nicht mehr hören.

Ich verstehe ja, dass man an „Traditionen“ hängt und dass die Indoktrinierungen stark sind und alle mit Tierausbeutung aufgewachsen sind. Auch ich habe es lange verdrängt. Fast alle Veganer waren früher mal Omnis. Auch ich. Für mich war damals die vegetarische Ernährung und später die vegane Lebensweise eine Befreiung und alles andere als ein Verzicht. Es wird nie wieder ein zurück geben.

Ich kenne nur eine einzige frühere Veganerin, die vorher einige Jahre aus ethischen Gründen pflanzlich lebte, die wieder „normal“ wurde. Das werde ich nie verstehen und nachvollziehen können. Viele Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eine zeitlang vegan leben, kehren wieder zur Omi-Ernährung zurück, aber die waren ja auch nie ethisch motiviert.

Für mich trifft es ein Bild, das ich kürzlich im Netz sah so ziemlich: Es stellte eine Kuh dar, die traurig schaute und darunter stand „I went vegan because I saw the horror in their eyes and realized that the monster was me“.

Hauskobold

Eine dieser Tierkommunikatorinnen, die wir hatten, meinte, dass es sein könne, dass bei uns vielleicht ein Kobold im Haus wäre. Dieser Kobold würde unseren Yoshi triezen, warum er manchmal so komisch drauf wäre. Sie hätte selbst auch ab und an Besuch eines solchen Wesens und nur sie und die Katzen können es sehen. Ihr Kater verhalte sich dann ähnlich seltsam wie Yoshi.

Mhm, ich würde es ausgesprochen cool finden, einen eigenen Hauskobold zu haben. Vielleicht könnte der mich dann zu einem Kessel voll Gold führen. So ein Kobold wäre allemal besser als ein Dämon. Eine Fee oder Elfe wäre auch wundervoll, aber ein Kobold hätte durchaus auch was. Ich glaube auch nicht, dass die fies sind. Nur wenn die Menschen fies sind, sind es die Kobolde auch.

Ich mag Naturwesen und hätte sie gerne um mich. Kobolde, Elfen, Feen, Einhörner sind mir jederzeit willkommen. IMG_9511

Deshalb habe ich mir eine Elfentür gekauft, damit die Wesen herzlich willkommen sind. Die Iren, Schotten, Briten und Isländer glauben auch daran. Es ist auch nicht weiter her geholt oder „verrückter“ als Wasser in Wein verwandeln, die Jungfrauengeburt, über Wasser laufen, von den Toten auferstehen etcetc. Durch empirische Studien beweisbar ist nichts davon.

Mein Berufswunsch

Ich weiss endlich, was ich werden will: Privatier! Finanziell unabhängig und frei zu tun, was immer ich will.

Ich könnte schlafen solange und so viel ich will. Fotografieren wann und wo ich es will. Ich könnte eine eigene Katzentherapeutin nur für uns alleine einstellen, die dann mit den vier und speziell mit Yoshi trainieren könnte. Ich würde in einer Villa fernab wohnen, eingezäunt mit Katzennetzen, mit einem eigenen kleinen See, Swimmingpool und Hot Tub. Das Haus wäre nicht zu groß, ohne Keller (Keller sind halt immer gruselig, egal wie neu das Haus ist), viel Glas, lichtdurchflutet und mit wenig Schnickschnack. Ohne viel Zeugs. Alles zweckmässig, mit eigenem Gewächshaus und Gärtner, zur überwiegenden Selbstversorgung mit autarker Energie.

Dort könnte ich schreiben, fotografieren, basteln, malen, nähen wann immer mir danach wäre. Ich könnte sein, was immer ich will als Privatier. Wenn ich eine Malerin sein wollte, wäre ich das, wenn ich ein Model sein wollte, wäre ich es ebenfalls. Was immer mir belieben würde könnte ich tun.

Ich melde mich gleich mal zur Ausbildung an. Privatier für Fortgeschrittene. Genau mein Ding!

Unangenehme Begegnungen

Ich habe es mir angewöhnt, dass ich vor unangenehmen Treffen immer einen Schuss Amaretto in meinen Kaffee kippe. Zum Glück halten sich solche Veranstaltungen in Grenzen, sonst wäre ich längst Alkoholikerin.

Warum ich das tue? Natürlich könnte ich vorher auch meditieren, das wäre mit Sicherheit besser. Aber darin bin ich nicht wirklich gut, weshalb die „Instant Methode“ wirken muss: Alkohol.

Ich gehe viel gelassener zu diesen Events und die Not heiligt das Mittel. Mit einem Schuss Amaretto oder einem Franquelico sieht die Welt gleich ganz anders aus und die Leute nerven mich nicht mehr. Ich kann großzügig über ihr fatales Weltbild hinweg sehen. Meine Ohren schalten auf Durchzug und ihr Dauerlammentieren wird zu einem dumpfen Rauschen. Es tangiert mich nicht. Ich bin nicht mehr aufgewühlt, ich nehme das Geschwätz nicht persönlich. Es lässt mich gleichgültig. Manchmal empfinde ich sogar Mitleid, dass sie so sind wie sie sind.

Zum Glück muss ich diese Taktik nur ein paar Mal im Jahr anwenden und es bleibt somit im harmlosen Rahmen. Ich denke mir bei jedem Schluck „Gleich nervt ihr nicht mehr, gleich ist alles gut“! Es ist ähnlich wie in dem Lied „9 Coronas“ und der Textzeile „she looked like Jennifer Aniston after 9 Coronas“. Das Lied stammt aus einer Zeit, wo Corona einfach nur mexikanisches Bier war. In diesen Zeiten braucht es den Alkohol Shot noch dringender als früher, den dieses „Corona“ verstärkt alles, was vorher schon da war. Im Guten wie im Schlechten. Es lebe der Amaretto.

Echt nichts für Weicheier

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Das bin ich mit Primer, Concealer, Make-up, Wimperntusche, Lidschatten, Rouge und Lippenstift. Also schon „geweichzeichnet“ und mit abgedeckten Makeln. Ohne Make-up wären die Falten noch ausgeprägter, die Mitesser auf der Nase sichtbar und die Augenbrauen teilweise ausgefallen und nicht mehr nachwachsend.

So ist es gerade auszuhalten, in den Spiegel zu schauen. Altern ist echt nichts für Weicheier.

Ich kann Dorian Grey schon irgendwie verstehen. Auch ich würde gerne wieder so ausschauen wie 2004:

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Damals war ich aber so bescheuert, dass ich mein Aussehen nicht zu schätzen wusste. Ich wusste nicht, was ich heute weiss, nämlich dass ich echt klasse aussah. Ich hatte damals Kleidergröße 36 und konnte anziehen was immer ich wollte, alles sah gut aus. Und was habe ich damals gemacht? Richtig! An mir rumgemäkelt, mich nicht gut genug befunden. Fand mich zu dick, zu hässlich, zu zu zu und heute? Weiss mein Verstand wie blöd ich bin, aber da ist noch immer dieser unendlich fiese Quatschkopf in meinem Hirn. Vielleicht ist das mit Erleuchtung gemeint, wenn man es schafft, diese innere unnütze Stimme für immer zum Schweigen zu bringen. Für heute reicht es mir schon, wenn sie mal für kurze Zeit ihren dummen Schnabel hält.