Do. Or do not. There is no try.

Ich musste heute an diesen Spruch von Yoda denken und wie sehr er auf mich zutrifft. Ich versuche immer alles nur. Ich versuche meine Ängste zu überwinden, versuche mein Licht nicht immer unter den Scheffel zu stellen, versuche selbstbewußter zu sein. Ich versuche. Ich bin wie Luke Skywalker, der es nicht schafft, den X-Wing aus dem Sumpf zu ziehen. Der X-Wing ist in diesem Fall eine Metapher für mein Leben. Auch ich hänge irgendwie im “Sumpf” fest. In einem Sumpf aus Angst und Unzufriedenheit. Unbewußtheit und angeblichen Pflichten und Erwartungen, die ich anscheinend erfüllen muss. Ich bin kein Yedi-Meister. Ich bin eine unfähige Novizin, die immer nur bei den Versuchen hängen geblieben ist, in ihrem Leben etwas zu meistern. Do! Or do not! There is no try!

Du musst Dich anpassen

Du musst Dich anpassen wurde mir heute gesagt. Dass Du nicht in diese Welt passt spricht zwar für Dich, aber der Mensch ist anpassungsfähig. Du musst Dich gut verkaufen.

Verkaufen heißt in diesem Fall verstellen. Ich soll vorgeben, jemand anderer zu sein, als ich bin. Denn ich kann mir angeblich den Luxus nicht leisten, ich selbst zu sein.

Ist das so? Ich denke nicht. Wem bringt es was, mich so zu verbiegen, dass ich mich selbst nicht mehr erkenne. Mir sicher nichts.

Zu lange habe ich auf diese Rat”schläge” gehört. Und wohin hat es mich gebracht? Richtig, nirgendwo hin, wo ich sein möchte. Wenn ich mich also nicht mehr anpasse und offen sage, was ich will und was nicht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, auch endlich das zu bekommen, was ich will.

Wozu bin ich hier?

Inzwischen lebe ich beinahe 53 Jahre auf diesem Planeten und wozu? Was habe ich erreicht? Was bewirkt? Würde es einen Unterschied machen, wenn es mich nicht geben würde? Wie sähe eine Welt ohne mich aus? Wahrscheinlich nicht viel anders, oder?

Es wäre interessant, wie es aussehen würde, wenn es mich nie gegeben hätte, so wie es George Bailey in “Ist das Leben nicht schön” durch den Engel Clarence gezeigt bekommt. Jedoch habe ich keine Baugenossenschaft aufgebaut, wie George. Ich habe nicht wirklich etwas Großes erreicht. Ich habe einen ziemlich trivialen Job. Ich vegetiere mehr als dass ich lebe. Mein Leben ist so gewöhnlich. Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied machen würde, wenn es mich nicht geben würde.

Vielleicht gibt es eine Parallelwelt in der es mich wirklich nie gegeben hat. Bei Dark hat es auch keinen großen Unterschied gemacht, dass es Jonas in der anderen Dimension nie gegeben hat. Dafür gab es eben jemand anderes. So ist es wahrscheinlich auch in der Welt ohne mich. Es gibt dann einfach jemand anderes, den es dafür in dieser Welt nicht gibt.

Es würde mich auch keiner vermissen, weil mich ja keiner kennen würde. Oder doch? Vielleicht prägen wir alle das Leben anderer mehr, als uns bewusst ist. Vermutlich haben wir einen weit größeren Einfluss auf die Lebensbahnen der uns umgebenden Menschen und Tiere als wir je erahnen können. Wir sind alle so einzigartig, dass es einen gewaltigen Unterschied macht, ob es uns gibt oder nicht.

Brechreiz

Es gibt so ein paar Begriffe und Redewendungen, die verursachen bei mir wirklich Symptome von Brechreiz:

“Compliancerichtlinien”, “Arbeitsanweisungen”, “agiles Handeln”, “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Das Leben ist kein Zuckerschlecken (bzw. die schwäbische Variante s’Läba isch koi Schlodzar)”, “Wenn wir erst in Rente sind machen wir dies und das” (nur erlebt man diese Zeit oft nicht)”, “Dafür sind wir zu alt”, “Ohne harte Arbeit kommt man zu nichts”, “So ist das eben, daran können wir nichts ändern”, “Was kann ein Einzelner schon tun”, “Man kann nicht alle retten”, “Bundesjugendspiele”, “Zirkeltraining”, “Mindset”… to be continued..

Von der zunehmenden Unverbindlichkeit

Manchmal merke ich doch, dass ich älter bin als mein Bekanntenkreis. Zwar sieht man es mir nicht an, dennoch gibt es Indizien, dass ich aus einer anderen Zeit stamme. Es ist nicht nur die Tatsache, dass die meisten meiner Freunde den Held meiner Kindheit “Catweazle” nicht mehr kennen. Damit komme ich zurecht. Was ich jedoch nicht verstehe, ist die zunehmende Unverbindlichkeit.

Wann wurde es “Trend” Fragen einfach nicht zu beantworten. Was ist so schwer an “Ja ich bin dabei” oder “Nein, sorry, keine Zeit”. Einfach nicht zu antworten ist nicht nur massiv unhöflich sondern auch einfach nervig.

Ich habe schon gar keinen Bock mehr auf irgendwelche WhatsApp Gruppen und habe die meisten verlassen und gelöscht. Ich hasse Unzuverlässigkeit.

Ich fürchte, ich werde mal wieder “ausmisten” müssen. Alles was mich mehr nervt, als dass es mir gut tut, wird der Ausmistaktion zum Opfer fallen.

Wer mir wiederholt auf simple Fragen nicht antwortet, der wird nichts mehr gefragt. Wer mich mehrfach versetzt und sich nicht an Verabredungen hält, mit dem unternehme ich nichts mehr, es sei denn für das Verhalten gibt es wirklich stichhaltige und triftige Gründe. “Ich hab vergessen Dir Bescheid zu geben” ist kein triftiger Grund. Es nützt dann auch nichts ein nicht sehr glaubwürdiges “Ich hab Dich lieb” hinterher zu schicken.

Was ist der Grund für die steigende Unzuverlässigkeit und Unverbindlichkeit? Ich glaube, es ist die zunehmende Digitalisierung. Man entfremdet sich. Alles ist oberflächlicher und austauschbarer.

Ich werde diese Tendenz nicht aufhalten können, doch meine Konsequenzen aus bestimmten Verhaltensweisen ziehen. Ich will echte Freundschaften und Kontakte. Nicht nur Bekanntschaften, die nur aufrechterhalten werden, wenn es nützlich ist und in den Kram passt. Vielleicht bin ich auch zu naiv und habe Menschen für Freunde gehalten, die bei genauer Betrachtung nie mehr waren als weitläufige Bekannte. Wirkliche Freundinnen habe ich nur zwei und das ist auch völlig ausreichend. Es zählt die Qualität und nicht die Quantität.

Ein ehemaliger Kollege sagte es mal treffend ” Ich komme aus dem Norden, da muss man sich die Bezeichnung Freund lange verdienen. Ihr im Süden nennt immer alles gleich Freund auch wenn sich Der- oder Diejenige noch nie als solcher bewährt hat. Es gibt einen riesen Unterschied zwischen Freunden und Bekannten. Bekannte hat man viele. Freunde sind rar”. Er hat absolut recht!

The Dodo

Wenn ich stark deprimiert bin, schaue ich mir Filmchen von “The Dodo” an. Dabei geht es immer um gerettete Tiere und sie gehen immer gut aus.

Die Welt ist so schon oftmals schwer genug. Wenn ich selbst nicht aus meinem Schneckenhaus heraus komme, muss ich nicht noch mehr Elend sehen.

Bei “The Dodo” ist die Welt am Schluss immer in Ordnung.

Es bringt bei depressiven Verstimmungen nichts, sich noch mehr im Leid zu suhlen. Man braucht dann etwas aufmunterndes, das einen nicht an den Menschen verzweifeln lässt. The Dodo ist dafür bestens geeignet.

Selbstdemontage

Ich scheine  derzeit einen Hang zur Selbstverstümmelung zu haben.

Es fing mit dem plötzlichen Auftreten der Netzhauterhöhung (RCS) an, gefolgt von einem bösen Schnitt im Oberschenkel durch die Rasierklinge. Als nächstes fiel mir die Wäschetrommel auf den Fuss und der dritte Zehennagel brach durch die Gewalteinwirkung etwas unglücklich ziemlich weit unten. Ich fixiere ihn seither mit Pflastern. Bis der Nagel herausgewachsen ist, wird noch viel Wasser den Bach hinunter fließen.

Nachts träumte ich, dass mich feindliche Geheimagenten verfolgen (ich schaue eindeutig zu viel fern) und ich musste mich im Traum irgendwie so Ninja mässig an eine Stange klammern und hoch schwingen um den Schurken zu entkommen. In der Realität wäre ich wie ein nasser Sack an der Stange gehangen, wie zu Schulzeiten am Reck. Traum hin oder her, als ich erwachte, tat die Schulter höllisch weh und tut es noch. Vermutlich habe ich sie mir im Schlaf  wirklich verrenkt oder einen Nerv eingeklemmt. Es wird jedenfalls nicht besser und ich werde danach schauen lassen müssen.

Zudem habe ich an der Hüfte und am anderen Oberschenkel (an dem ich mich nicht geschnitten habe) große blaue Flecken. Ich habe keinen Schimmer, woher ich die habe. Vermutlich aus dem gleichen Alptraum wie die ausgerenkte Schulter.

Vielleicht sollen mir all diese kleinen Unfälle eine Botschaft vermitteln. Vermutlich soll ich besser auf mich achten. Mehr Rücksicht auf mich nehmen, anstatt immer auf Andere und besser zu mir selbst sein. Selbstliebe will gelebt sein. Eigentlich finde ich mich ganz cool, doch ein paar Seiten an mir, die mag ich nicht. Speziell die, es allen immer recht machen zu wollen. Das ist sowieso ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb muss ich lernen, es nur mir selbst recht zu machen, sonst niemand. Das ist kein Egoismus, sondern Selbstschutz und Pflege.

Wenigstens dünn

mir gehts gerade nicht so gut. Ich habe die letzten Monate ungefähr 4 kg Gewicht verloren. So “dünn” wie im Moment war ich schon lange nicht mehr. Wenn ich schon nicht glücklich bin, bin ich wenigstens schlank. Aber lieber wäre ich glücklich und hätte ein paar Kilo mehr auf den Rippen.

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Dünnsein wird total überbewertet. Lebensfreude und Zufriedenheit ist viel erstrebenswerter. Glück ist wirklich nicht abhängig von ein paar Kilo mehr oder weniger.

Viel zu früh

Auf Arte lief heute eine Dokumentation über eine Katze, die Amsterdam erkundet. Amsterdam – unterwegs auf Katzenpfoten.

Es hörte sich sehr schön an, doch schon in den ersten Minuten wurde eine Katze eingeblendet, die mich stark an unseren Merlin erinnerte.

Es kamen noch ein paar schöne Eichhörnchen, Vögel, Mäuse und weitere Tierarten und ich schaute weiter. Tja, bis der Kater vom Anfang wieder erschien. Er war quasi der Fremdenführer.

Ich musste irgendwann ausschalten, weil er mich wirklich zu sehr an Merlin erinnerte. Ich ertrug es nicht. Es tat zu weh.

Ich kann mir noch eine längere Zeit keine Bilder von Gizmo und Merlin anschauen, ohne sofort zu weinen.

Meine Freundin sagte es treffend: “Es ist auch noch keine Zeit”.

Ganz genau. Es ist noch keine Zeit, dass wir darüber hinweg wären. Das werden wir vermutlich niemals sein.