Mit Butter drauf?

ich hole mir manchmal mit einer Freundin in einer Bäckerei als Mittagsimbiß Brezeln mit Chiasamen drauf. Ich weiss, dass diese Bäckerei vegane Brezeln backt. Das habe ich recherchiert.

Die Bäckereifachangestellte ist sehr nett und ich kenne sie von der Schule. Sie ging in der Grundschule in die gleiche Klasse. Wir haben uns dann aus den Augen verloren und erst in dieser Bäckerei wieder getroffen, nach vielen Jahren. Ich erkannte sie nicht mehr, aber sie erkannte mich sofort.

Sie weiss auch, dass ich Veganerin bin. Sie macht mir oft einen Chai Latte mit Pflanzenmilch.

Vorgestern waren wir in der Mittagspause wieder bei ihr und bestellten die Chia Brezeln und sie fragte reflexartig und aus Macht der Gewohnheit „mit Butter oder ohne?“. Sowie sie es gesagt hatte, sah ich in ihren Augen, dass ihr klar war, dass ich niemals Butter essen würde. Ich sagte dann einfach nur ohne und die Sache war erledigt. Sie hat es nicht böse gemeint, sie muss das nur am Tag so oft fragen, dass sie es einfach automatisch gefragt hat, ohne groß darüber nachzudenken.

Weil es so selbstverständlich ist, dass die Menschen Milchprodukte konsumieren.

In Norwegen gab es vorletzte Woche eine Kampagne, wo an einem Stand menschliche Muttermilch angeboten wurde. Verkauft von Mädchen mit „viel Holz vor der Hütte“ in Dirndl-artigen Folklore Gewändern. 95% der Passanten sagte „bäh“ und „wie widerlich“. Aber aus dem Euter einer anderen Spezies ist es was gaaaaaaanz Anderes und nicht so abartig und unnatürlich… doch ist es. Muttermilch ist für Babys. Egal welcher Gattung sie angehören. Zigenmilch ist für Ziegenbabys, Kuhmilch für Kälbchen und menschliche Milch für menschliche Säuglinge.

Die dicken Kinder von Landau

waren mal so eine Art Running Gag von Harald Schmidt zu seinen goldenen Zeiten.

Als ich am Donnerstag baden war, musste ich unweigerlich daran denken. Es waren nicht nur viele Kinder dick, sondern noch viel mehr Erwachsene. Manche so, dass man Angst haben musste, dass das Becken überläuft, für den Fall, dass sie sich zum Wasser begeben. Ich meine jetzt nicht so ein paar Kilo zuviel, oder da ein Bäuchlein (habe ich selber auch) oder dort ein paar Pfunde mehr. Das finde ich vollkommen ok. Was ich meine ist wirklich krankhaft dick mit massivem Übergewicht weit jenseits der 150Kg. Weit über XL Klamotten hinaus.

Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jeden Tag so viel Fett mit mir herumschleppen. Unvorstellbar und doch für all diese Menschen Realität.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner dieser Menschen sich vegan ernährt. Ich kenne natürlich auch dickere Veganer, aber keine die massiv adipös sind. Überwiegend sind die Leute jedoch schlank, die ich bei veganen Treffen sehe.

Natürlich kann man sich auch rein pflanzlich „ungesund“ und „falsch“ ernähren, aber meistens setzen sich vegan lebende Menschen schon etwas mehr mit Ernährung und Gesundheit auseinander, als die Mehrzahl der Omnivoren.

Noch ein weiterer Grund, sich pflanzlich zu ernähren. Die Gefahr, richtig dick zu werden, ist doch bei Weitem geringer.

still hungry

heute waren wir in einem Lokal, welches hauptsächlich auf Omni`s und Vegetarier eingestellt ist, jedoch ein veganes Gericht auf der Karte hatte. Es war gut, alles frisch zubereitet, lokale Zutaten. Alles soweit ok. Preislich etwas höher, doch noch im Rahmen, aber… ich habe einen gesunden, gesegneten Appetit und ich kam hungrig nach Hause und machte mir noch 4 Brote mit Alsan und Radieschen, bis ich endlich satt war.

Wir hatten zu zweit 50€ bezahlt für das Hauptgericht und einen kleinen Salat und wir brauchten daheim noch mehr Nahrung, weil wir noch immer Hunger hatten. Es war gut dort, wir waren in angenehmer Gesellschaft, alles prima, aber ich fürchte, ein weiteres Mal muss ich dort nicht gewesen sein.

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Was wenn man etwas zu sehr will?

ich wollte in den letzten 2 Jahren meine persönlichen Umstände ändern und tat dafür so Einiges. Doch nichts änderte sich – zumindest nicht zum Besseren. Es wurde immer nur noch schlimmer. Heute habe ich kapiert, dass ich mich verhalten habe, als wenn ich im Treibsand stecken würde. Ich fuchtelte wild mit den Armen und Beinen und tat – so dachte ich zumindest – alles um aus dem Strudel heraus zu kommen, doch statt dessen steckte ich nur noch mehr im Schlamm fest.

Gerade schaffe ich es ruhig zu sein und an zu nehmen, dass ich eben im Moment im Treibsand feststecke. Die Ruhe gibt mir Gelassenheit. Ist halt jetzt so. Ich kämpfe nicht mehr dagegen an. Kämpfen bringt nichts. Nur das was mit Leichtigkeit entsteht hat auch Bestand. Alles was erkämpft oder gar bekämpft wird, ist von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

Ich habe total versagt, in dem ich gegen die Situation, die ich nicht mehr wollte, angekämpft habe. Meine beste Freundin hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Eine Facebook Bekanntschaft postete heute, dass ihr Exfreund hätte kämpfen müssen. Ich glaube inzwischen nicht mehr daran, dass das funktioniert. Man kann um keine Beziehung kämpfen. Auch um keine andere Lebenssituation, die einem missfällt. Man wird den Kampf immer verlieren.

Es ist wie bei Don Quichotte – wir kämpfen gegen Windmühlen. Das Zauberwort heißt Akzeptanz. Akzeptieren was ist, weil wir es in diesem Augenblick sowieso nicht ändern können. Stoischer Pragmatismus ist manchmal gar nicht so schlecht.

Eine neue Erde

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Ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehle. Ich habe selten etwas gelesen, was sich für mich so wahr anfühlt.

Ich habe schon viele „Ratgeber“ gelesen, aber das hier ist etwas anderes. Es fühlt sich für mich an, als wäre es etwas „Größeres“. Das hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich dachte wirklich bei jedem einzelnen Kapitel „Ja, das leuchtet ein“.

Wenn ich manchmal irgendwelche anderen Bücher lese, speziell Lebensratgeber, dann denke ich auch bei manchen Aussagen „Ja, könnte so sein, der/die könnte recht haben“, aber oft auch „Naja…“.

Bei dem Buch „Eine neue Erde“ jedoch, fühlte sich alles einfach und simpel wahrhaftig an. Wie eine Offenbarung. Noch Wochen nachdem ich das Buch gelesen hatte, fühlte ich mich total gechillt und wenn mal was nicht so lief, konnte ich es aus einer anderen Sichtweise heraus betrachten, nämlich dass sich nur mein Ego gerade angegriffen oder nicht beachtet fühlte und das ein Großteil dessen über was ich mich ärgerte vermutlich nur in meinem Kopf war. Nur eine Geschichte, die sich mein Ego ausgedacht hatte. Subjektiv. Es hat für mich auch nichts Esoterisches an sich. Das Geschriebene will einen auch von nichts überzeugen. Jeder kann für sich das herausziehen, was für ihn nützlich ist. Das ist meiner Meinung nach das, was ein gutes Buch ausmacht.

Create a new world

letzte Woche fand ich auf Facebook einen wirklich inspirierenden Spruch, der mich bis ins Mark traf:

when you are born in a world you don`t fit in; it`s because you were born to help create a new one

Ich fühlte mich schon immer so oft fehl am Platz, nicht dazu gehörend, fremd und so vollkommen anders.

Wie ein Alien mit Amnesie, der hier ausgesetzt wurde und sich nur noch ganz vage an den Heimatplaneten erinnern kann.

Bin ich hier, um die Welt mit zu verändern, so dass ich mich dazu gehörend fühle und nicht mehr wie eine Ausserirdische?

Tragen wir alle dazu bei, das kollektive Bewusstsein der Menschheit zu verändern? Bin ich sozusagen einer der „59sten Affen“ (siehe Artikel über die Theorie des „100. Affen“, jedoch waren es bei dem Experiment nur 59 Tiere gewesen)?

Hat unser aller Verhalten Auswirkungen auf das gesamte Universum? Bewirke ich etwas mit dem, was ich schreibe, wie ich lebe und was ich denke?

Ich wäre gerne einer der 59sten Affen. Es ist Zeit für eine Veränderung der Denkstrukturen der gesamten Menschheit. Vielleicht werden dann keine Kulturdenkmäler mehr im Irrsinn zerstört, keine Tiere mehr gequält, keine Kriege mehr geführt im Namen irgend eines Gottes der das gar nicht will, oder um der Macht willen. Weil dann jeder erkennt wie unsinnig das alles ist und wie bedeutungslos. Ist die Menschheit bereit dafür, sich weiter zu entwickeln, oder wird sie – wie schon so oft in der Historie – wieder ins totale Barbarentum zurückfallen?