Echt schön, wenn der Schmerz nach lässt

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Am Mittwochmorgen stand ich auf um ins Bad zu gehen. Yoshi wollte unbedingt mit. Bin ich gewohnt, Privatsphäre hat man mit Katzen keine mehr. Er sitzt gerne neben der Dusche und liebt es, wenn er mit etwas Wasser besprengt wird. Jedenfalls hatten wir eine schöne Zeit im Bad. Er war total verschmust, strich mir um die Beine, schnurrte und freute sich des Lebens. Tja, bis ich die Badezimmertür aufmachte. Draussen sass Muffin und wollte ebenfalls mit schmusen. Mit seinem üblichen lieblichen “Grugrugru” begrüsste er uns und kam mit aufgestelltem Schwänzchen gutgelaunt auf uns zu. Yoshi gefiel das gar nicht. Er sprang sofort auf ihn zu, drängte ihn an die Wand im Flur und schlug auf ihn ein wie ein Berserker. Muffin lag mit dem Rücken zur Wand und streckte die Beinchen abwehrend von sich. Ich rief Yoshi zu, dass er aufhören, soll, aber er war wie im Rausch. Reflexartig stellte ich meinen Fuss daneben, damit er aufhört. Hat er dann auch. Er hat sich nämlich in meinen Fuss verbissen. Das Ergebnis seht ihr oben. Das Ganze geschah innerhalb von Sekunden. Natürlich könnte man rational sagen “Hättest halt was Weiches geworfen, ein Kissen zum Beispiel”. Ja, klar, aber ich habe wirklich nur reflexhaft reagiert. Ich war im “Ich muss Muffin aus dieser Situation rausholen” Modus. Yoshi kann man auch keinen Vorwurf machen. Er ist nunmal traumatisiert. Der Fuss war für ihn ein Trigger und er dachte er wird bedroht. Vermutlich wurde er früher geschlagen und getreten, was auch die Panikattacke vor ein paar Wochen erklärt.

Also landete ich mal wieder beim Notdienst und bekam Antibiotika. Ich muss nächste Woche noch mal zur Kontrolle zum Arzt. Wird schon wieder werden. Hoffe ich. Ich hänge an meinen Gliedmaßen.

Er sah an dem Tag echt schuldbewusst aus, als ich vom Arzt nach Hause kam:

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Er ist echt ein lieber kleiner Schatz und ich würde ihn ungern hergeben, aber ich kann das Muffin und Onya nicht länger zumuten. Ich denke, er ist als Einzelprinz glücklicher. Wenn er uns Menschen für sich hat, ist er echt lieb, aber sowie er die anderen sieht, muss er sie kontrollieren und beherrschen. Das würde funktionieren, wenn alle Katzen so wären wie Orpheus, den das einfach nicht juckt. Yoshi triezt Orpheus auch und er hakt gerne in sein Schwänzchen. Orpheus schaut dann nur etwas genervt, so als ob er sagen würde “Oh nicht der kleine Hallodri schon wieder, der nervt”, aber dann dreht er sich um und frisst Yoshi zur Strafe den Napf leer. Orpheus frisst mit Abstand am meisten, ist aber ebenfalls mit großem Abstand der dünnste von allen, gefolgt von seiner Schwester Onya. Muffin frisst am wenigstens, ist aber schon etwas – nun nennen wir es wohlwollend plüschig und flauschig.

Wir wissen nicht, was Yoshi in Bulgarien erlebt hat, können nur annehmen dass es nichts Gutes war. Meine letzte Hoffnung liegt auf den Ultimate Peacemaker Solutions, die mir meine Nichte aus USA mitgebracht hat. Die Rezensionen sind hervorragend. Aber wenn das nicht funktioniert, dann müssen wir dem kleinen Mann ein anderes Zuhause suchen. Nach beinahe 8 Monaten muss wieder Ruhe im Haus einkehren.

Gestern lagen Muffin, Onya und Orpheus im Pulk zusammen auf dem Sofa mit mir. Total entspannt, während Yoshi mit meinem Mann im Büro war. Alle drei waren total friedlich und schnurrten um die Wette.

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Mit Yoshi bisher undenkbar. Aber die Leute in den Rezensionen berichteten von ähnlichen Konstellationen und einer massiven Veränderung im Verhalten der Diktatoren durch die Bully Solution. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und ich hoffe noch immer auf ein Wunder. Bitte drückt uns die Daumen.

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