Nicht schon wieder

Das ist unsere älteste Katzentochter Onya. Ihr Bruder Orpheus starb vor 8 Wochen und seither baut auch sie mehr und mehr ab. Wir sind natürlich in tierärztlicher Behandlung, jedoch hat sie Niereninsuffizienz Stufe 4, was wir mit SUC, Phosphatbinder und Renalkomplex behandeln. Sie bekommt auch ein Mittel gegen ihre Übelkeit.

Sie ist sehr verschmust und schläft nachts am allerliebsten bei uns unter der Bettdecke. Heute am 19.03.2026 ist sie genau 15 Jahre bei uns. Ich weiss noch genau, wie der Vorbesitzer sie und Orpheus in einem Rollkennel zu uns brachte. Die Vorbesitzer hatten sie zur Vermittlung ausgeschrieben, weil die beiden im Katzenrudel (die Vorbesitzer hatten über 10 Katzen) gemobbt wurden. Die Beiden waren zu diesem Zeitpunkt 1,5 Jahre alt. Wir suchten damals nach Spocky’s Tod Gesellschaft für unsere MissC. Orpheus und MissC mochten sich auf Anhieb und kuschelten auch oft zusammen. Onya jedoch mochte keine der anderen Katzen so wirklich und war immer lieber für sich. Vielleicht hat ihr aber der Tod ihres Bruders doch mehr zugesetzt als wir denken. Ihr körperlicher Abbau exakt nach seinem Tod ist signifikant. Trauert sie etwa auch? Wir ließen Orpheus‘ Körper extra noch einen Tag im Wohnzimmer liegen, damit sich alle Katzen von ihm verabschieden konnten.

Natürlich tun wir für Onya alles in unserer Macht stehende, wie wir es auch schon mit Orpheus, Gizmo, Merlin, MissC und Spocky taten, doch wieder bestehen meine Tage aus Angst. Angst vor dem Unvermeidlichen. Wir können die Lebensspanne unserer Lieblinge leider nicht verlängern. Ich versuche mich zu beruhigen, weil Onya meine Angespanntheit auch spürt. Ich muss mich ihr Zuliebe beruhigen um sie nicht noch zusätzlich mit meinen Emotionen zu belasten. Katzen sind die ultimativen Emphaten. Auch hier wird Tag X kommen, ob ich dafür bereit bin oder nicht. Das ist der Lauf des Lebens und irgendwann werden wir alle diesen Weg gehen.

In Zeiten wie diesen habe ich Gedanken wie „Wenn alle vier mal gegangen sind, will ich keine Katzen mehr, weil der Schmerz zu schlimm ist“. Doch sie geben auch so viel Glück und Liebe. Bedingungslose Liebe, die all den Schmerz mehr als aufwiegt. Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos.

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