Selbstdemontage

Ich scheine  derzeit einen Hang zur Selbstverstümmelung zu haben.

Es fing mit dem plötzlichen Auftreten der Netzhauterhöhung an, gefolgt von einem bösen Schnitt im Oberschenkel durch die Rasierklinge. Als nächstes fiel mir die Wäschetrommel auf den Fuss und der dritte Zehennagel brach durch die Gewalteinwirkung etwas unglücklich ziemlich weit unten. Ich fixiere ihn seither mit Pflastern. Bis der Nagel herausgewachsen ist, wird noch viel Wasser den Bach hinunter fließen.

Nachts träumte ich, dass mich feindliche Geheimagenten verfolgen (ich schaue eindeutig zu viel fern) und ich musste mich im Traum irgendwie so Ninja mässig an eine Stange klammern und hoch schwingen um den Schurken zu entkommen. In der Realität wäre ich wie ein nasser Sack an der Stange gehangen, wie zu Schulzeiten am Reck. Traum hin oder her, als ich erwachte, tat die Schulter höllisch weh und tut es noch. Vermutlich habe ich sie mir im Schlaf  wirklich verrenkt oder einen Nerv eingeklemmt. Es wird jedenfalls nicht besser und ich werde danach schauen lassen müssen.

Zudem habe ich an der Hüfte und am anderen Oberschenkel (an dem ich mich nicht geschnitten habe) große blaue Flecken. Ich habe keinen Schimmer, woher ich die habe. Vermutlich aus dem gleichen Alptraum wie die ausgerenkte Schulter.

Vielleicht sollen mir all diese kleinen Unfälle eine Botschaft vermitteln. Vermutlich soll ich besser auf mich achten. Mehr Rücksicht auf mich nehmen, anstatt immer auf Andere und besser zu mir selbst sein. Selbstliebe will gelebt sein. Eigentlich finde ich mich ganz cool, doch ein paar Seiten an mir, die mag ich nicht. Speziell die, es allen immer recht machen zu wollen. Das ist sowieso ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb muss ich lernen, es nur mir selbst recht zu machen, sonst niemand. Das ist kein Egoismus, sondern Selbstschutz und Pflege.

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