Privatangelegenheiten und andere Mythen

Eine Bekannte sagte mal zu mir “Mein Essen ist Privatsache und geht niemand was an. Ich frage doch andere auch nicht nach ihren sexuellen Vorlieben”.

Das ist nicht so ganz dasselbe, es sei denn, bei diesen “Vorlieben” würde es sich um perverse Abartigkeiten wie etwa Sodomie handeln. Dann wäre es durchaus vergleichbar, den bei der “Privatsache” essen, wird das Opfer bewußt verleugnet. Immer wenn andere durch das eigene Verhalten zu Schaden kommen, ist es keine Privatangelegenheit mehr.

Genau das passiert jedoch, wenn man sich vegetarisch oder omnivor ernährt.Man schadet den Lebewesen, die gegessen werden oder deren “Produkte” man isst.  Die Opfer werden dabei verdrängt

Kein Tier wird tot gestreichelt. Selbst wenn der Konsum des Fleisches, der Milch, der Eier ausschließlich aus Biobetrieben stammen würde, wie gerne behauptet wird. Die Aussage der Bekannten müsste korrekt lauten: “Meine Bequemlichkeit ist mir wichtiger als die Tiere”.

Der exorbitante Fleisch- Eier- und Milchkonsum hat massive Folgen für unser Klima und auf das Gesundheitswesen. Mitgetragen werden muss es von uns allen.

An dieser Stelle nochmals oft gehörte Floskeln:

“Der Löwe jagd auch und frisst seine Opfer”

Ja, der Löwe, oder eher die Löwin (die Männer liegen meist faul in der Sonne) jagd und frisst ihre Opfer. Ja, ein Löwe kann nicht von Steppengras überleben. Jedoch bauen Löwen keine engen Ställe für Milliarden von Gazellen oder Antilopen um sie dort zu züchten, zu mästen und dann letztendlich über weite Strecken zu Schlachthäusern zu fahren. So grausam sind Löwen nicht.

“Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen”.

Der Mensch hat sich auch schon immer gegenseitig getötet und Krieg geführt. In manchen Kulturen hat man “immer schon” Frauen und Minderheiten unterdrückt. In bestimmten Gebieten gibt es noch Naturvölker, die dem Kannibalismus frönen. Die haben das ebenfalls schon immer so gemacht. Wäre es nicht mal an der Zeit sich weiter zu entwickeln? Ohne Gewalt, ohne Krieg, ohne Grausamkeiten gegen Tiere? Wohin hat uns dieses “Das haben wir schon immer so gemacht” denn gebracht? Nicht sehr weit. Lasst es uns doch bitte endlich anders machen!

“Wenn die Kühe nicht gemolken werden, platzen ihnen die Euter”.

Die Kuh ist – wie der Mensch auch – ein Säugetier. Sie gibt nur Milch, wenn sie ein Kälbchen hat. Das Kälbchen wird ihr aber gleich nach der Geburt weggenommen um ihr die Milch zu stehlen. Wenn sie einfach – wie es natürlich wäre – ihr Baby stillen dürfte, dann würde ihr das Euter sicher nicht platzen!

“Wenn wir die Viecher nicht fressen, fressen sie uns”

Boah, echt jetzt? Die meisten “Nutztiere” sind Pflanzenfresser. Ausserdem bin ich der Überzeugung, dass Tiere von sich aus friedliebend sind. Sie sind niemals aus Berechnung grausam. Sie sind nicht hinterlistig und sie sind nicht fies. Das alles ist nur der Mensch. Vielleicht war das der “Sündenfall”. Der Verlust der Unschuld. Tiere sind alle unschuldig. Wenn sie aggressiv sind, dann ist das nicht die Schuld der Tiere, sondern immer Mensch-bedingt.

“Es sind doch nur Viecher”.

Nein, es sind keine Viecher. Es sind  Tiere – wie wir auch! Es sind unsere Geschwister. Wir behandeln sie wie das Aschenputtel und führen uns auf wie die böse Stiefmutter und die Stiefschwester. Das muss ein Ende haben. Wir sind alle eine Familie und Familienmitglieder ißt man nicht und nutzt man nicht aus!

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