Helikopter-Katzenmama

Ich gebe es zu, ich bin die absolute Helikoptermutter. Wenn eine meiner Katzen nur kurz niest, bricht bei mir schon die Panik aus.

Einer der Kater frisst gerade mäkelig, der andere liegt momentan gerne auf den Fliesen. Das Mädchen ist sehr verschmust und sabbert, wenn sie sich freut.

Alles normal für diese Jahreszeit und nichts ungewöhnliches für normale Menschen. Für Helikoptermütter wie mich, der Auftakt zu einer Panikattacke. Der Gedankenkreisel beginnt. Unsere MissC lag in ihren letzten Wochen auch am liebsten auf den Fliesen, bevor sie starb. Auch sie sabberte, wenn sie sich freute und auch sie war mäkelig beim Fressen.

Die letzten Jahre ist einfach so viel passiert und wir haben vom Juni 2018 bis Juni 2020 drei Katzenkinder verloren und das hat mich geprägt. Natürlich weiss ich, dass meine Katzen eine niedrigere Lebenserwartung haben, wie Menschenkinder, aber Merlin war erst geschätzt drei Jahre alt und auch Gizmo war erst 10. Kein Alter wo man ans Sterben denkt. Es war für uns ein massiver Schock innerhalb weniger Wochen gleich zwei Kater zu verlieren. Deshalb bin ich nun die Helikopter-Mama, die sich sofort sorgt, auch wenn sie nur Haarballen Rauswürgen oder sich länger als ein paar Sekunden am Ohr kratzen.

Vielleicht werde ich diese Angst nie wieder los, weil mein Urvertrauen erschüttert wurde, vielleicht wird es aber auch wieder besser, wenn nichts mehr Schlimmes passiert.

Oder wie es eine Freundin ausgedrückt hat, die Ähnliches erlebt hat: “Wir müssen wieder Vertrauen in das Leben an sich entwickeln”. Deshalb übe ich mich jeden Tag ein klitzekleines bisschen in Lebensfreude Training. Hier ein gutes Lied, eine kleine Auszeit, etwas, das mir guttut. Dazu gehört auch, sich – wo es möglich ist – nur noch mit wohltuenden Menschen zu umgeben und die Energieräuber zu meiden, weil ich gerade alle Energie für mich selbst benötige. Es gibt so ein Sprichwort, das ungefähr heißt, dass man mit einem stumpfen Messer nichts mehr schneiden kann. Auch ich muss “mein Messer erst wieder schärfen”. Vielleicht lässt dann auch mit der Zeit meine Hypochondrie und mein Helikopter-Dasein nach.

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