Diese Woche kam im Provinzkurier ein Artikel über einen ortsansässigen Metzger, der sich ja ach so sehr für den Tierschutz einsetzen würde. Er wurde mit freundlichem Lächeln abgebildet, neben 2 Kühen in Anbindehaltung und er legt auf dem Bild einer der Kühe seine Hand auf das Fell über der Schnauze.
Was bitteschön hat das mit „Tierschutz“ zu tun? Streichelt er die Tiere zu Tode? Oder knutscht er sie so lange, bis sie sanft für immer einschlafen? Schneidet er ihnen unter Narkose die Schnitzel raus und näht sie wieder zu, damit sie weiterleben können?
Zitat des Metzgers „Mein Herzenswunsch war immer schon, ein richtiger Metzger zu sein, der seine Produkte selbst fertigt“.
Ich störe mich schon massiv an dem Wort „Produkte“. Es sind LEBEWESEN!
Metzger und das Wort „Tierschutz“ schließen sich von selbst aus.
Was mich an dem Artikel besonders gestört hat, war die Suggestion, dass „die Kunden“ mit gutem Gewissen das Fleisch kaufen können, weil er ja alles selber macht und nur von lokalen Bauernhöfen. Ok, das umgeht das Leid der furchtbaren Tiertransporte, doch am Gesamtproblem ändert es leider nicht viel. Irgendwann werden die beiden Kühe, neben denen er so nett lächelnd stand, von ihm getötet werden und dann in ihre Einzelteile zerlegt, damit er daraus seine „selbst gemachten Produkte herstellen“ kann. Für die Diejenigen, die „ja so selten Fleisch essen“ und „wenn, dann nur vom Biobauern“ und „vom Metzger meines Vertrauens“. So einem Metzger, wie diesem Herrn, der sich gerne mit seinen späteren Opfern ablichten lässt.
Vielleicht würden mehr Menschen verstehen, wenn die Fleischindustrie nicht gezielt von „Produkten“ sprechen würde, sondern von Lebewesen.
Vorgestern sah ich in den Nachrichten einen kurzen Bericht über einen Bauern, der sich über den Wegfall der Milchquote Sorgen machte. Man sah seinen riesigen Betrieb, samt automatischer Melkanlage. Die Tiere selber sah man nur ganz kurz, als die Kamera über den gesamten Betrieb (mehr als 700 Tiere) schwenkte. Bei den Nahaufnahmen der Melkanlage sah man nur das Euter und die Hufe. Es war die Rede von „Leistungssteigerung“ und „Produktionsleistung“. Kein Wort von den Lebewesen. Vom Leid der Milchkühe, die immer wieder geschwängert werden, damit sie weiterhin Milch geben. Keine Rede davon, dass den Müttern die Kälbchen gleich nach der Geburt entrissen werden. Es wird verschwiegen, dass die männlichen Kälbchen schon nach wenigen Monaten geschlachtet werden, weil sie „Überschussware“ sind. Nur „die armen Bauern“ wurden bedauert.