Es wird nicht mehr so, wie es war

Gestern war ich mit meinen Freundinnen auf dem alljährlichen Volksfest. Wir fuhren mit dem Zug hin, flanierten über den Festplatz und landeten irgendwann in einer Hütte. Ich hatte mich sehr auf den Abend gefreut, doch irgendwann überkam mich eine unsägliche Melancholie. Es gab vordergründig keinen Grund dafür. Es kam einfach so aus „Heiterem Himmel“. Meine Freundinnen hatten viel Spass in der Hütte, weshalb ich versuchte, mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen, was mir nur so semi gelang.

Als ich heute darüber nachdachte, wurde mir klar, was mich so traurig gemacht hatte. Vor circa 2-3 Jahren schlich es sich ein, dass wir immer in dieser Hütte landeten. Ich mag diese Hütte aber nicht besonders. Es ist ok da, aber wirklich prickelnd finde ich es dort echt nicht. Früher gingen wir nur notgedrungen dort hin, wenn das Wetter schlecht war, jetzt ist es aber zum festen Programmpunkt geworden. Dieses Jahr waren wir sogar nur kurz wo anders und den gesamten Abend – 5 Stunden lang – dort.

Früher flanierten wir von Stand zu Stand und trafen Bekannte von früher, kamen ins Gespräch mit Leuten, hatten witzige Begebenheiten. Jetzt stehen wir immer am selben Eck in dieser Hütte und tanzen halt vor uns hin. Das ist an sich schon schön, aber doch keine 5 Stunden lang. Ich überlegte hin und her, ob ich meine Freundinnen einfach dort lassen sollte und alleine losziehen, aber da man schlecht wieder rein kam, wenn man mal draussen war aufgrund der Securities, unterließ ich es. Im Nachhinein hätte ich es tun sollen.

Ich hätte gerne was anderes gesehen und wäre woanders hin. Ich vermisse „mein Volkfsest“ von früher. Ich mag die neue Variante nicht so sehr. Es macht mich traurig, dass das Fest, wie ich es kannte, nicht mehr existiert, zumindest nicht mehr freitags. Wer das ließt, könnte sagen, Hey warum hast Du zu Deinen Freundinnen nichts gesagt. Das habe ich. Mehrfach. Aber sie wollten den Platz sichern und hatten furcht, er könnte später besetzt sein, was vermutlich auch so gewesen wäre. Ich wollte ihnen den Spaß nicht verderben und habe mir selbst dadurch den Abend verdorben.

Diese Hütte ist nicht so meine Welt. Schon vor zwei Jahren ging es mir dort so auf den Keks, dass ich alleine raus bin und lange einfach auf einer Parkbank davor saß und es dort besser fand. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn wir später in die Hütte gegangen wären, aber nicht schon um 18:30, als dort noch so gut wie nichts los war, nur um einen Platz zu sichern.

Es gibt Schlimmeres als einen Abend, der mir nicht so sehr gefiel. Es geht ja hauptsächlich um die gemeinsam verbrachte Zeit und die war trotz allem schön. Dennoch möchte ich endlich mal wieder einen Freitagabend, der annähernd so ist wie früher.

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