iAnimal

IAnimal ist eine Aktion der Tierrechtsorganisation AnimalEquality. Mit einer Virtual Reality Brille kann man sehen, wie die Tiere in der Tierindustrie leben und was sie alles durchleiden müssen.

Wir waren am Samstag mit einer Bekannten auf der Xond-Messe in Bad Cannstatt und sie war neugierig und hat sich die 7 Minuten angeschaut. Nachdem sie die Brille abgesetzt hatte, war sie sichtlich betroffen, obwohl sie vieles schon wusste, da sie auf einem Bauernhof aufgewachsen war.  Sie sagte danach “Jetzt habe ich ein total schlechtes Gewissen”.

So ging es mir damals auch, als ich realisierte, was den Tieren angetan wird. Zuerst wurde ich Vegetarierin. Schon in meinen Teenagerjahren fing ich an, mich Zuhause zu weigern, Fleisch und Wurst zu essen. Das ist bei meiner Mutter noch unter meiner “Trockenen Nudeln Phase” in Erinnerung. Ich ass über einen längeren Zeitraum gekochte Nudeln ohne Soße mit Salat. Seltsamerweise esse ich das heute noch ab und zu gerne. Pervers, ich weiss. Aber anstatt Bratensoße war das für mich die bessere Variante. Jahre später erkannte ich dann die Missstände, die die Eier- und Milchindustrie mit sich bringt und beschloss vegan zu leben.

Am Anfang war ich echt faul und uninformiert und ließ einfach alles Tierische weg – tja bis ich sehr oft eine Art “gribbeln” in den Beinen verspürte. Eine neurologische Reaktion meines Körpers auf die Mangelernährung. Natürlich sagte mein Umfeld sofort “Das kommt davon, weil Du nichts Gescheites isst” und in diesem Fall hatten sie ausnahmsweise recht. Ich aß wirklich nichts Gescheites, aber anders, als sie es gemeint hatten. Ich wusste, dass die Mangelerscheinungen nicht von der veganen Ernährung her rührten, sondern von meiner eigenen Unkenntnis und Faulheit.

Als erstes kaufte ich mir ein gutes B12 Präparat, oder besser gesagt Methylcobalamin und recherchierte, wie ich mich gesund vegan ernähren kann, ohne zu viele Ersatzprodukte zu verwenden. Das klappt seit 7 Jahren ziemlich gut. Ab und an gönne ich mir auch eine Pizza, oder ein veganes “Schnitzel”, “Käse”, “Burger” oder Lupinen”Gyros”. Solange dafür kein Tier leiden muss, finde ich das auch total ok.

Wir haben Tempeh für uns entdeckt und lieben es. Jackfrucht ist auch klasse. Soja essen wir selten. Meistens in Form von Tofu beim Vietnamesen oder Thailänder. Die können Tofu wenigstens richtig gut zubereiten.

Kürzlich erklärte mir ein Omnivore, dass das “Zeug, das ich so in mich reinstopfen würde, nach Radiergummi schmecken würde”. Auf Nachfragen meinerseits kam heraus, dass er sich tatsächlich blanken Tofu in der Pfanne angebraten hatte… hahahahha, ja, ich musste ihm zustimmen, das schmeckt vermutlich wirklich nach Radiergummi. Das ist jetzt aber nicht repräsentativ für vegane Küche. So etwas hätte mir in meiner Anfangszeit durchaus auch passieren können.

Fakt ist, dass wir zu Beginn unseres veganen Lebens auch bei den Pflanzendrinks viel ausprobieren mussten, bis ein Produkt unseren Geschmack traf. Ich kann auch niemand etwas empfehlen, weil die Geschmäcker verschieden sind. Etwas, was ich gänzlich grauslich finde, finden andere total lecker und umgedreht.

Es ist aber wie immer und überall. Nur weil ein veganes Essen nicht schmeckt, kann man es nicht verallgemeinern und sagen, dass das generell so ist. Es gibt auch unter Omni-Restaurants markante Qualitätsunterschiede. Das wird auch nicht verallgemeinert. Nur bei veganem Essen muss es so sein, dass die / der Omni nichts zu mäkeln hat: also ein Ding der Unmöglichkeit. Irgendeine/r wird immer was zum mäkeln haben, wenn man mäkeln will. Vielleicht täte diesen Leuten 7 Minuten mit der iAnimal Brille ganz gut, dann würden sie nicht mehr fragen “Und was ist an Milch bitte so schlimm?”.

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