Yoshi

Yoshi zog gestern in sein neues Zuhause. Wir haben wirklich ganz tolle Adoptiveltern gefunden. Sie kamen zu uns und er ging sofort auf sie zu und leckte ihre Finger ab. Das hat er noch nie bei Besuch gemacht. Den ersten Interessenten hat er in den Zeh gebissen. Somit hat Yoshi unseren Eindruck bestätigt. Wir sind emotional noch recht durch den Wind, weil wir den kleinen Mann natürlich lieb haben, aber wir haben wirklich alles probiert, außer das uns von der Tierpsychologin empfohlene Gabapentin, das sich für uns einfach nicht gut angefühlt hat. Wir wollen ein glückliches Leben für ihn und ihn nicht dauerhaft ruhig stellen. Uns Menschen alleine gegenüber war er ja immer ruhig und lieb.

Trotz dass es uns natürlich unendlich weh tut, ihn gehen lassen zu müssen, wissen wir, dass wir auch in seinem Sinne richtig entschieden haben, auch wenn es für uns bedeutet, dass wir noch eine Weile trauern werden.

Wir bekamen auch gleich bei der Ankunft Bilder und später wie er schon die neue Wohnung inspiriert hat und wie er auch gleich auf dem Sofa sass.

Ich postete dieses Bild, wie er im neuen Reich auf dem Sofa sitzt auf meinem Status und bekam den “gut gemeinten Ratschlag”, dass Katzen nicht als Einzelkatzen gehalten werden sollten und immer Katerkumpane bräuchten und dem Hinweis, dass Yoshi im neuen Zuhause traurig ausschauen würde mit dem leicht anklagenden Zusatz “Hoffentlich wird er glücklich”. Ich sagte der Person, dass er sehr dominant ist und zumindest unsere Onya und unseren Muffin echt hasste. Dass sie weder die genauen Umstände kennt, Yoshi nicht kennt und die Adoptanten auch nicht und dass ich heute sowieso emotional nicht in der Lage bin, mich mit so einer WhatsApp auseinander zu setzen.

Mit Orpheus und Yoshi ging es nur deshalb gut, weil Orpheus sich nicht provozieren lies und genauso werde ich es auch halten. Ich lerne von meinem Orpheus und halte mich zurück, mit dem, was mir dazu durch den Kopf geht. Was maßen sich die Leute eigentlich an? Wenn ich nicht genau weiß, um was es geht (was ich in diesem Fall jedoch nicht glaube, ich denke, die Person kannte die Hintergründe sehr wohl), dann halte ich doch einfach meinen Schnabel!

Es ist so schon schwer genug, da braucht man solche “Hinweise” wahrhaftig nicht. Es ist uns alles andere als leicht gefallen und wir hätten ihn nicht irgendjemand gegeben, sondern mussten uns sicher sein, dass die neuen Eltern ihn genauso lieb haben wie wir und ebenfalls alles für ihn tun werden. Wir können ihn zukünftig besuchen, wir werden Bilder erhalten, er ist nicht aus der Welt. Auch wenn es sehr schmerzhaft ist, es ist nicht wie bei Spocky, MissC, Gizmo und Merlin. Diese Lieblinge können wir in dieser Welt nicht mehr sehen und wir wissen nicht, ob sie glücklich sind, können es nur hoffen. Bei Yoshi ist es anders. Er ist 45 Fahrminuten entfernt und hat zwei liebevolle Menschen bekommen, die sich um ihn und seine Bedürfnisse kümmern. Dort darf er so diktatorisch sein, wie er will, es sind keine anderen Katzen da, die er schlagen könnte. Er darf dort auch zur Ruhe kommen, so wie unsere drei verbliebenen Katzen, die gerade gechillt um mich herum liegen.

Muffin hat gestern noch die ganze Nacht das Haus abgesucht, ob er auch wirklich weg ist, er hat dem Frieden nicht getraut. Onya ist gleich aufgetaut und hat sich auf den Rücken geschmissen, die Pfoten nach oben gestreckt und geschnurrt. So wie es sein sollte, wenn wieder Harmonie im Haus ist. Wir werden alle fünf endlich – nach 9 Monaten – wieder zur Ruhe kommen und wenn wir wissen, dass Yoshi glücklich ist, wird uns die Trennung leichter fallen.

Falls mir noch jemand irgend einen “gutgemeinten” Ratschlag geben will, der sei vorgewarnt: Ich habe beschlossen, dass ich Leute, die mich runterziehen und mir nicht guttun, nicht mehr in meinem Leben haben möchte. Auch meine Toleranz ist irgendwann erschöpft und ich brauche Eigenschutz! Es könnte dann sehr gut möglich sein, dass ein gepflegtes “FICK DICH DOCH” als Antwort kommt. Als ersten Schritt habe ich die oben erwähnte Person aus meinen Kontakten gelöscht. Es tut gut, ab und zu “auszumisten”. Es lebt sich einfach leichter ohne solche Menschen und genau das brauchen wir nach all der Schwere der letzten Jahre: Etwas Leichtigkeit und Lebensfreude. Menschen die uns aufbauen und guttun. Alles andere fliegt durchs Deppenraster.

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