Was übrig bleibt, wenn alles vorbei ist

Wir vergessen viel zu oft, dass wir nichts von hier mitnehmen, wenn wir „gehen“. Kein Haus, kein Auto, keine Yacht, kein Geld, keine Klamotten, keinen Schmuck, keine Ländereien, keine Statussymbole und schon gar keine Titel oder Trophäen.

Wenn wir unsere körperliche Hülle abgestreift haben und die Kiste zugemacht wird, müssen unsere Erben all unser Zeug entsorgen. Ein gesamtes Leben landet dann in einem Container und nur wenige ausgewählte Stücke bleiben als Erinnerung an einen zurück, vielleicht, vielleicht bleibt auch gar nichts und alles wird verschrottet. All der Nippes, den man angesammelt hat, die Konservendosen, die Gläser, das Geschirr, die Möbel, die Kleidung die Bücher. Alles landet im Müll. Nichts bleibt für die Ewigkeit und irgendwann erinnert sich niemand mehr, dass man überhaupt existiert hat, weil alle, die einen kannten, ebenfalls verstorben sind. Vielleicht ist man dann noch ein Name auf einem Familienstammbaum, eventuell betreibt irgendein Nachfahre Ahnenforschung und findet einen, das wars dann aber auch. Übrig bleibt nichts, auch die Asche zersetzt sich.

In allerspätestens 70 Jahren wird alles über was ich mir heute Sorgen mache, irrelevant sein, weil ich höchstwahrscheinlich schon lange nicht mehr hier sein werde und auch alle, über die ich mir Sorgen mache, nicht mehr. Bis dahin sind wir vermutlich alle schon wieder inkarniert und treffen uns erneut in unterschiedlichen Konstellationen. Deshalb ist das Beste, was wir tun können, die verbleibende Zeit zu genießen und nicht in Trauer und Trübsal zu verfallen, weil die Zeitspanne, die wir haben viel zu kurz ist.

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