Ich bin keine „Dekotante“

Auf dem Nachhauseweg von der Bushaltestelle traf ich heute eine Nachbarin. Sie fragte mich, ob ich am Wochenende auch auf dem Martinsmarkt in der Halle um die Ecke gewesen wäre, wo allerlei Krimskrams und Dekozeugs angeboten worden war. Ich sagte ihr wahrheitsgetreu, dass ich nicht so die Dekotante bin. Wir lieben es eher puristisch im Haus.

Das war jedoch nicht immer so. Früher hatte ich viel Dekomaterial und dekorierte das gesamte Haus den Jahreszeiten entsprechend. Im Advent hingen Sterne in den Fenstern und Rehe standen vor dem Haus. An Halloween schmückten Tonkürbisse mit Kerzen darin den Eingangsbereich. Im Frühling hingen Holzschafe an der Haustür und im Herbst Füchse. Im Sommer zierten bunte Schmetterlinge den Innenbereich. Doch dann zog 2011 unsere jüngste Tochter ein. Sie ist bekennende Purristin (hahah ein Wortspiel). In kürzester Zeit hatte sie alle Dekogegenstände aus Porzellan genüsslich und klirrend zerstört. Es folgten die Gipsfigürchen und die Kalksteinabbildungen. Lediglich die ägyptischen Bastetfiguren wurden verschont. Alles andere wurde mit den Pfoten an den Rand der Regale bugsiert und in den Abgrund gestürzt. Holzelemente wurden als Kratzbrett missbraucht und Glasobjekte wurden in rasanter Geschwindigkeit von uns in Sicherheit gebracht.

Die Innendekorateurin erzog uns in den letzten Jahren dazu, wenig Staubfänger im Haus aufzustellen und sie hat recht. Es sieht jetzt viel besser aus als früher und Geld sparen wir auch noch, weil wir kein Rumstellzeug mehr kaufen.

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